Marrakesch - Herz einer Königsstadt
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Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Von Florian Harms
Einen Platz wie diesen gibt es nur einmal auf der Welt. Wer ihn einen Tag lang erlebt, bekommt so viele Eindrücke wie auf einer mehrwöchigen Orientreise: Die Dschemaa al-Fna, das Herz von Marrakesch, ist Zirkus, Schlaraffenland und Kulturort in einem ... mehr
Einen Platz wie diesen gibt es nur einmal auf der Welt. Wer ihn einen Tag lang erlebt, bekommt so viele Eindrücke wie auf einer mehrwöchigen Orientreise: Die Dschemaa al-Fna, das Herz von Marrakesch, ist Zirkus, Schlaraffenland und Kulturort in einem ... mehr
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Birgitt
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Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Kein Märchen aus 1001 Nacht:
In den Souks von Marrakesch
02.12.2008 - Netzeitung
In der Medina befindet sich der «Platz der Gaukler», das Herzstück der Stadt: Wo früher die Köpfe der Hingerichteten zur Schau gestellt wurden, treten jetzt Affendresseure und Schlangenbeschwörer auf.
Marrakesch gehört nicht nur zu Afrikas aufregendsten Städten - für manche ist sie auch die schönste. Gut 150 Kilometer sind es bis zum Atlantik und nicht einmal 50 bis zum Hohen Atlas. Für Karawanen, die früher aus der Sahara hierherkamen, war sie nach Wochen der Entbehrung wie eine Offenbarung. Ein bisschen geht das Touristen immer noch so, die aus dem kargen Süden Marokkos nach Marrakesch kommen - in eine Stadt mit vielen Gesichtern ... mehr
Gruß
Birgitt
In den Souks von Marrakesch
02.12.2008 - Netzeitung
In der Medina befindet sich der «Platz der Gaukler», das Herzstück der Stadt: Wo früher die Köpfe der Hingerichteten zur Schau gestellt wurden, treten jetzt Affendresseure und Schlangenbeschwörer auf.
Marrakesch gehört nicht nur zu Afrikas aufregendsten Städten - für manche ist sie auch die schönste. Gut 150 Kilometer sind es bis zum Atlantik und nicht einmal 50 bis zum Hohen Atlas. Für Karawanen, die früher aus der Sahara hierherkamen, war sie nach Wochen der Entbehrung wie eine Offenbarung. Ein bisschen geht das Touristen immer noch so, die aus dem kargen Süden Marokkos nach Marrakesch kommen - in eine Stadt mit vielen Gesichtern ... mehr
Gruß
Birgitt
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Michael K.
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Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Hallo,
vor einigen Wochen lass ich einen Artikel eines spanischen Journalisten,der einige Studenten interviewte,die in der Polizeistation neben dem Djamma el-Fna in Haft waren.Sie wurden dort gefoltert.Wenn ich so etwas lese,schmerkt mir der Minz-Tee dort,selbst mit drei Stücken Zucker,sehr bitter.
Michael
vor einigen Wochen lass ich einen Artikel eines spanischen Journalisten,der einige Studenten interviewte,die in der Polizeistation neben dem Djamma el-Fna in Haft waren.Sie wurden dort gefoltert.Wenn ich so etwas lese,schmerkt mir der Minz-Tee dort,selbst mit drei Stücken Zucker,sehr bitter.
Michael
Marrakesch hat das "UNBESCHREIBLICHE"
Kein Bild der Welt kann die extremen Gegensätze von Marrakesch darstellen!
Seht selbst: ein paar Impressionen zu Marrakesch:
http://www.2afrika.de/html/reisebericht_20_.html
http://2afrika.de/marokko2/html/marokko_2_5.html
http://2afrika.de/marokko2/html/marokko_5_17.html
http://2afrika.de/html/m_galerie_5_1.html
Reisende Grüße und immer genug Sprit im Tank.
Miki
Seht selbst: ein paar Impressionen zu Marrakesch:
http://www.2afrika.de/html/reisebericht_20_.html
http://2afrika.de/marokko2/html/marokko_2_5.html
http://2afrika.de/marokko2/html/marokko_5_17.html
http://2afrika.de/html/m_galerie_5_1.html
Reisende Grüße und immer genug Sprit im Tank.
Miki
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Michael K. hat geschrieben:Hallo,
vor einigen Wochen lass ich einen Artikel eines spanischen Journalisten,der einige Studenten interviewte,die in der Polizeistation neben dem Djamma el-Fna in Haft waren.Sie wurden dort gefoltert.Wenn ich so etwas lese,schmerkt mir der Minz-Tee dort,selbst mit drei Stücken Zucker,sehr bitter. Michael
Du hast Recht! Je mehr man weiß, desto schwerer werden Herz und Schlaf. Das gilt zwar allgemein für viele Bereiche auf diesem schönen Globus, aber ganz besonders für die Länder Nordafrikas, die uns ja nicht nur geographisch so nah sind!
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Michael K.
- Beiträge: 438
- Registriert: So 30. Dez 2007, 15:06
Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Hallo Roger,
schön das sich hier zumindest einer hier zu diesem Thema Gedanken macht.
Leider sind viele durch die Exotik dieser Länder so verblendet,dass sie die brutale Realität nicht mehr sehen .Ich persönlich bin es auch Leid immer Reiseartikel zu lesen ,in denen diese Tatsache ausgebledet wird.Grundsätzlich könnten die Reisenden und Tour -Anbieter schon etwas verändern.Man könnte ein Menschenrechtsgütesiegel einführen,wo die Länder bewertet werden.Das ganze Thema sollte offensiver behandelt werden.Es kann nicht angehen,dass wir beim Joghurtkauf auf das Gütesiegel achten und beim Fernreisen ist es uns dann gleichgültig ob die Leute vor Ort gefoltert werden.Das ist scheinheillig.
Michael
schön das sich hier zumindest einer hier zu diesem Thema Gedanken macht.
Leider sind viele durch die Exotik dieser Länder so verblendet,dass sie die brutale Realität nicht mehr sehen .Ich persönlich bin es auch Leid immer Reiseartikel zu lesen ,in denen diese Tatsache ausgebledet wird.Grundsätzlich könnten die Reisenden und Tour -Anbieter schon etwas verändern.Man könnte ein Menschenrechtsgütesiegel einführen,wo die Länder bewertet werden.Das ganze Thema sollte offensiver behandelt werden.Es kann nicht angehen,dass wir beim Joghurtkauf auf das Gütesiegel achten und beim Fernreisen ist es uns dann gleichgültig ob die Leute vor Ort gefoltert werden.Das ist scheinheillig.
Michael
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Barbara4x4
- Beiträge: 465
- Registriert: Fr 16. Nov 2007, 13:03
Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
IMHO ist die Annahme, daß in D die Menschenrechte geachtet werden - wer bestimmt überhaupt, was Menschenrechte sind? - schlicht naiv.
Machtmißbrauch, Folter, Korruption, rätselhafte Todensfälle in videoüberwachten Ausnüchterungszellen, rassistische Beleidigungen - all das ist deutsche Realität des 21. Jh.
Mißstände wahrnehmen - ja. Aber Meckern - und vor allem wirklich etwas ändern - kann und darf ich nur im eigenen Land.
Außerdem kann - muß aber nicht zwangsläufig - Tourismus auf lange Sicht in entsprechenden Ländern etwas ändern. Weil eben mehr Menschen sich mit dem betreffenden Land verbunden fühlen, sich informieren und die Mißstände so mehr Öffentlichkeit bekommen.
Deshalb stehe ich den Boykottaufrufen eher kritisch gegenüber.
Jeder Mensch hat das Recht auf Nahrung. Wenn ich in der Rue Ibn Aicha in Marakech esse bekommt ein Straßenkind ein Sandwich mit Kefta, Fritten und Salat - die stehen da immer im Höflichkeitsabstand und warten auf die "Brotkrumen" derer, die sich Nahrung kaufen können. Ob's dem Kiddie genutz hätte, wenn ich aus Protest gegen die Situation der Straßenkinder zuhause geblieben wäre?
Für mich ist ein Besuch in einem fremden Land wie ein Besuch bei einer Privatperson. Und da ist es für mich ein Gesetz der Höflichkeit, nicht den Gastgeber mit Kritik zu überschütten. Wenn ich Zustände ändern will gibt es viele Wege. Erfahrungsgemäß ist da der puritanisch-politisch-korrekte Stil des Mißstand-Anprangerns nicht unbedingt der schnellste und mit Sicherheit nicht der angenehmste für alle Beteiligten.
Viele Grüße
Barbara
Machtmißbrauch, Folter, Korruption, rätselhafte Todensfälle in videoüberwachten Ausnüchterungszellen, rassistische Beleidigungen - all das ist deutsche Realität des 21. Jh.
Mißstände wahrnehmen - ja. Aber Meckern - und vor allem wirklich etwas ändern - kann und darf ich nur im eigenen Land.
Außerdem kann - muß aber nicht zwangsläufig - Tourismus auf lange Sicht in entsprechenden Ländern etwas ändern. Weil eben mehr Menschen sich mit dem betreffenden Land verbunden fühlen, sich informieren und die Mißstände so mehr Öffentlichkeit bekommen.
Deshalb stehe ich den Boykottaufrufen eher kritisch gegenüber.
Jeder Mensch hat das Recht auf Nahrung. Wenn ich in der Rue Ibn Aicha in Marakech esse bekommt ein Straßenkind ein Sandwich mit Kefta, Fritten und Salat - die stehen da immer im Höflichkeitsabstand und warten auf die "Brotkrumen" derer, die sich Nahrung kaufen können. Ob's dem Kiddie genutz hätte, wenn ich aus Protest gegen die Situation der Straßenkinder zuhause geblieben wäre?
Für mich ist ein Besuch in einem fremden Land wie ein Besuch bei einer Privatperson. Und da ist es für mich ein Gesetz der Höflichkeit, nicht den Gastgeber mit Kritik zu überschütten. Wenn ich Zustände ändern will gibt es viele Wege. Erfahrungsgemäß ist da der puritanisch-politisch-korrekte Stil des Mißstand-Anprangerns nicht unbedingt der schnellste und mit Sicherheit nicht der angenehmste für alle Beteiligten.
Viele Grüße
Barbara
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Jürgen Kempe
- Beiträge: 632
- Registriert: Di 18. Jul 2006, 17:26
- Wohnort: S-H
Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Da ich Afrika nicht retten kann, versuche ich -häufig verzweifelt, manchmal weinend- im Rahmen meiner Möglichkeiten Einzelnen eine Freude zu machen.
Ich bin da auf der Seite von Barbara4x4.
Liebe Grüsse: Jürgen Kempe
Ich bin da auf der Seite von Barbara4x4.
Liebe Grüsse: Jürgen Kempe
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Michael K.
- Beiträge: 438
- Registriert: So 30. Dez 2007, 15:06
Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Hallo,
ok wir sind Gäste in diesen Ländern,dass heisst für mich allerdings noch lange nicht das ich meinen Mund halten muss.Ausländer bei uns tun das auch nicht und das ist gut so.Aber in den Ländern die wir besuchen sind wir auch Kunden.Und der Kunde ist bekanntlich König.Und in Ländern die vom Tourismus abhängig sind ,hat er auch die Macht Veränderungen zu bewirken.
Stellt euch vor die grossen Touranbieter würden auf Einhaltung der Menschenrechte bestehen. Hersteller von Produkten die in anderen Ländern hergestellt werden fordern auch Mindeststandarts und es funktioniert,zwar nicht immer,aber immer öfter.
Grüsse
Michael
ok wir sind Gäste in diesen Ländern,dass heisst für mich allerdings noch lange nicht das ich meinen Mund halten muss.Ausländer bei uns tun das auch nicht und das ist gut so.Aber in den Ländern die wir besuchen sind wir auch Kunden.Und der Kunde ist bekanntlich König.Und in Ländern die vom Tourismus abhängig sind ,hat er auch die Macht Veränderungen zu bewirken.
Stellt euch vor die grossen Touranbieter würden auf Einhaltung der Menschenrechte bestehen. Hersteller von Produkten die in anderen Ländern hergestellt werden fordern auch Mindeststandarts und es funktioniert,zwar nicht immer,aber immer öfter.
Grüsse
Michael
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Barbara4x4 hat geschrieben:IMHO ist die Annahme, daß in D die Menschenrechte geachtet werden - wer bestimmt überhaupt, was Menschenrechte sind? - schlicht naiv.
Mißstände wahrnehmen - ja. Aber Meckern - und vor allem wirklich etwas ändern - kann und darf ich nur im eigenen Land.
Wenn ich in der Rue Ibn Aicha in Marakech esse bekommt ein Straßenkind ein Sandwich mit Kefta, Fritten und Salat - die stehen da immer im Höflichkeitsabstand und warten auf die "Brotkrumen" derer, die sich Nahrung kaufen können. Ob's dem Kiddie genutz hätte, wenn ich aus Protest gegen die Situation der Straßenkinder zuhause geblieben wäre?
Für mich ist ein Besuch in einem fremden Land wie ein Besuch bei einer Privatperson. Und da ist es für mich ein Gesetz der Höflichkeit, nicht den Gastgeber mit Kritik zu überschütten. Wenn ich Zustände ändern will gibt es viele Wege. Erfahrungsgemäß ist da der puritanisch-politisch-korrekte Stil des Mißstand-Anprangerns nicht unbedingt der schnellste und mit Sicherheit nicht der angenehmste für alle Beteiligten. Viele Grüße
Barbara
Ich sehe in Deinem Statement einige Widersprüche, die nicht nur Dich betreffen, sondern unsere privilegierte Position insgesamt. Aber - dies will ich gleich sagen - ich habe nicht die Absicht, Dich darauf persönlich anzusprechen - wir kennen uns nicht und ich weiß nichts über Deine Reisegewohnheiten. Sieh also meinen Einwand nur als Entgegnung auf die ausgesprochenen Überzeugungen!
Menschenrechte sind eine hart erkämpfte ethische Erkenntnis, keine unveränderbare Garantie. Es sind elementare soziale Rechte, keine unbestreitbaren Naturgesetze. Sie sind nicht von irgend jemandem willkürlich festgelegt ("bestimmt", wie Du schreibst) worden, sondern Ergebnis "de la condition humaine", wie unser Kulturkreis sie erkannt hat, die also ein soziales Überleben in Gerechtigkeit für jeden Menschen garantieren will. Daraus folgt die ständige Gefährdung, die drohende Verletzung, der man überall mit Wachsamkeit und Engagement begegnen muß, wenn man nicht eines Tages in einer Diktatur aufwachen will.
Ich bin - außer in klar erkennbaren Katastrophen-/Notsituationen - gegen Caritas (nicht gegen die Organisation gleichen Namens, natürlich). Sie ist es, die (neben anderen Imponderabilien) die Situationen fixieren hilft, die es eigentlich zu ändern gilt!
Wer fürchtet, den Gastgeber allein durch Wahrnehmung dieser politisch/sozialen Lebensumstände zu "kritisieren" wird immer draußen bleiben und bestenfalls als Tourist akzeptiert sein. Menschen, die unter schweren Bedingungen (z.Teil unter Diktaturen) leben, haben ein besonders feines Gefühl für Nuancen. Sie sind wacher und den meisten Europäern auf diesem Gebiet überlegen - auch, wenn sie es aus gutem Grund nicht zeigen. Nur nebenbei: wenn man sich hier willig angepaßt verhält (weil man nicht "meckern" will - was für ein Mißverständnis!!) setzt man die Bevölkerungen mit ihrem Regime gleich. Wenn ein Gastgeber dort das echte Interesse als "Kritik" auffaßt, liegt dies allein am Gast! Deshalb bleibt da im bequemen Wohlverhalten so ziemlich alles an der Oberfläche - was ein frohes Zusammensein natürlich nicht ausschließt.
Wer mehr will, wird es bekommen. Er muß dazu seine Antennen ausfahren; wissen, wo er sprechen und fragen kann und er muß uneingeschränkt ehrlich sein. Oft ist es dann sogar der nonverbale Bereich, der die echten Auskünfte bringt!
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Barbara4x4
- Beiträge: 465
- Registriert: Fr 16. Nov 2007, 13:03
Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Du beschreibst eines der Probleme der Menschenrechte: die Definition erfolgt aus der Sicht UNSERES Kulturkreises.Roger-Tecumseh hat geschrieben:
Menschenrechte sind eine hart erkämpfte ethische Erkenntnis, keine unveränderbare Garantie. Es sind elementare soziale Rechte, keine unbestreitbaren Naturgesetze. Sie sind nicht von irgend jemandem willkürlich festgelegt ("bestimmt", wie Du schreibst) worden, sondern Ergebnis "de la condition humaine", wie unser Kulturkreis sie erkannt hat, die also ein soziales Überleben in Gerechtigkeit für jeden Menschen garantieren will. Daraus folgt die ständige Gefährdung, die drohende Verletzung, der man überall mit Wachsamkeit und Engagement begegnen muß, wenn man nicht eines Tages in einer Diktatur aufwachen will.
Ich bin - außer in klar erkennbaren Katastrophen-/Notsituationen - gegen Caritas (nicht gegen die Organisation gleichen Namens, natürlich). Sie ist es, die (neben anderen Imponderabilien) die Situationen fixieren hilft, die es eigentlich zu ändern gilt!
Wer fürchtet, den Gastgeber allein durch Wahrnehmung dieser politisch/sozialen Lebensumstände zu "kritisieren" wird immer draußen bleiben und bestenfalls als Tourist akzeptiert sein. Menschen, die unter schweren Bedingungen (z.Teil unter Diktaturen) leben, haben ein besonders feines Gefühl für Nuancen. Sie sind wacher und den meisten Europäern auf diesem Gebiet überlegen - auch, wenn sie es aus gutem Grund nicht zeigen. Nur nebenbei: wenn man sich hier willig angepaßt verhält (weil man nicht "meckern" will - was für ein Mißverständnis!!) setzt man die Bevölkerungen mit ihrem Regime gleich. Wenn ein Gastgeber dort das echte Interesse als "Kritik" auffaßt, liegt dies allein am Gast! Deshalb bleibt da im bequemen Wohlverhalten so ziemlich alles an der Oberfläche - was ein frohes Zusammensein natürlich nicht ausschließt.
Wer mehr will, wird es bekommen. Er muß dazu seine Antennen ausfahren; wissen, wo er sprechen und fragen kann und er muß uneingeschränkt ehrlich sein. Oft ist es dann sogar der nonverbale Bereich, der die echten Auskünfte bringt!
Bis vor einigen Jahren war auch ich Fan von "Rechten". Heute seh ich das anders, da jedes "Recht" was ich mir erkämpfe zwangsläufig einen Verlust von Freiheit für andere mit sich bringt. Rechtsempfinden ist eine extrem komplizierte, individuelle Sache - auch bei uns, im Großen wie im Kleinen. Nicht umsonst der Spruch: Auf hoher See, in der Wüste und vor Gericht sind wir in Allahs Hand
Caritas: grundsätzlich verteile ich lieber Fischfangwerkzeug als Fisch. Aber wenn ich gerade nur Fisch habe..... Auch Caritas kann gegen die Menschenwürde sein. Meine Sache mit den Straßenkids läuft z.B. total nonverbal, mit minimalen Handgesten und Mimik. Das Gefüge ist ja: Kid will Essen, Kellner will keine Bettler. Während ich aufs Essen warte sehe ich das Umfeld, es finden Augenkontakte statt, gegen Ende meiner Mahlzeit rückt der eine oder andere näher, der Kellner scheucht sie zurück, sie beobachten dabei meine Reaktion, ich mache dann das Sandwich fertig, Kontakte per Blick dem "Auserwählten", der nähert sich, Kellner will verscheuchen, wird von mir mit lächelndem Blick und minimaler Handgeste gestoppt, Kiddie und ich tauschen einen zwinkernden Verschwörerblick und Sandwich. Alle sind zufrieden und haben ein Schmunzeln....... Marokkaner machen es am Ende der Mahlzeit auch so.....dort habe ich auch versucht, mir eine angepaßte Handlungsweise abzugucken
Caritas gehört ja zu den Säulen des Islam. Der Bedürftige ist meine Chance, da ich mir so Verdienste vor Allah erwerben kann. Aus islamischer Sicht ist eher der Geber der Beschenkte, weshalb er demütig und ohne Gutmenschen-Show verteilt. Almosen haben also in Nordafrika eine ganz andere Wertigkeit als im Dunstkreis des protestantischen Arbeitsethos.
Kritisieren und Meckern sind für mich zweierlei :D Und es stimmt, in Ländern mit eingeschränkter Meinungsfreiheit ist oft das, was nicht gesagt wird verräterischer. Wie du so richtig schreibst, bedarf es einer gewissen Kenntnis, wann,wo mit wem worüber gesprochen werden kann. Im eigenen Kulturkreis wurden die entsprechenden Tabus ja meist mit der Muttermilch aufgesogen, in der Fremde müsen wir uns dies erst aneignen.
Viele Grüße
Barbara
PS: Sachliche Diskussion ist niemals persönliche Kritik - eher persönliche Wachstumschance
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Barbara4x4 hat geschrieben:Bis vor einigen Jahren war auch ich Fan von "Rechten". Heute seh ich das anders, da jedes "Recht" was ich mir erkämpfe zwangsläufig einen Verlust von Freiheit für andere mit sich bringt. Rechtsempfinden ist eine extrem komplizierte, individuelle Sache - auch bei uns, im Großen wie im Kleinen. Nicht umsonst der Spruch: Auf hoher See, in der Wüste und vor Gericht sind wir in Allahs Hand
Caritas gehört ja zu den Säulen des Islam. Der Bedürftige ist meine Chance, da ich mir so Verdienste vor Allah erwerben kann. Aus islamischer Sicht ist eher der Geber der Beschenkte, weshalb er demütig und ohne Gutmenschen-Show verteilt.
Ich will nicht bei den "Alten Griechen" anfangen (obwohl sie historisch gesehen auch hier ihre prägenden Spuren hinterlassen haben), sondern springe gleich in die Aufklärung. Staatstheorie spare ich mir dabei auch, da ja Dank Klick im Net heute jeder Mensch seine fünf starken Selbstwert-Minuten erleben kann! (Erwähnen will ich aber trotzdem Hugo Grotius; John Locke - eher noch als Th. Hobbes -; Montesquieu und - ja tatsächlich! - Rousseau!)
Wer ein bißchen mehr verstehen möchte, dem seien die Magna Charta Libertatum (1215); die Petition of Rights (1628) und - unbedingt! - Habeas Corpus (1679) dringend zur Lektüre angeraten! Keineswegs delektierend, sondern eher mit Trauer, sieht man, wohin auch in dieser frühen Heimat der Meilensteine individueller Freiheit die Entwicklung treibt: Denunziation, öffentlicher Pranger und vier Millionen Kameras. "Brave New World"!
Es ist faktisch falsch, die Menschenrechte - nur wegen ihrer geographischen Herkunft - als Ausdruck eines bestimmenden Kulturraumes zu betrachten. Die Vollversammlung der UN hat (1948) in einer 30-Artikel-Erklärung die Allgemeinen Menschenrechte EINSTIMMIG angenommen! Nicht der Primat eigener individueller Freiheit wird angestrebt, sondern eben gerade die Garantie der Freiheit für alle Menschen in einer sehr komplexen Welt der Gewalt! Diese Rechte haben UNIVERSELLE Geltung - auch wenn dies inzwischen von Menschen, die der Diktatur mehr EFFIZIENZ (ja, darum geht es in Zeiten des allmächtigen Marktes) zumessen, als der Demokratie, langsam aber stetig demontiert werden soll.
Hier zur Erinnerung ein kurzer Auszug aus dem Dokument der UN:
- Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
- Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.
- Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
- Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten.
- Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.
Möge es nützen!
P.S. Caritas und Sakat haben ähnliche Ziele und Züge - kongruent sind sie nicht!
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Birgitt
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Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Hallo Barbara, Roger, Michael, Jürgen ... lasst euch durch meine kleine Unterbrechung
mit dem nachfolgenden Artikel bitte nicht in eurer äußerst interessanten Diskussion stören.
Im Gegenteil, wir freuen uns, wenn das Gespräch fortgeführt wird.
Oasen in der Königstadt
06.12.2008 - Spiegel
Farbenprächtige Souks und quirliger Gauklermarkt, aber auch graue Fabriken und Mietskasernen: In der alten Königsstadt Marrakesch ist der Zauber des Orients noch zu spüren - auch in der Koranschule Ben Youssef ... mehr
Gruß
Birgitt
mit dem nachfolgenden Artikel bitte nicht in eurer äußerst interessanten Diskussion stören.
Im Gegenteil, wir freuen uns, wenn das Gespräch fortgeführt wird.
Oasen in der Königstadt
06.12.2008 - Spiegel
Farbenprächtige Souks und quirliger Gauklermarkt, aber auch graue Fabriken und Mietskasernen: In der alten Königsstadt Marrakesch ist der Zauber des Orients noch zu spüren - auch in der Koranschule Ben Youssef ... mehr
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Birgitt
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Re: Marrakesch - Herz einer Königsstadt
Gerade eben beim stöbern entdeckt.
Der kleine Artikel passt zur vorangegangenen Diskussion:
FÜNF FRAGEN ZU: MENSCHENRECHTEN IN MAROKKO
Gruß
Birgitt
Der kleine Artikel passt zur vorangegangenen Diskussion:
Gruß
Birgitt




