ein Mitglied möchte von mir wissen, wie es uns bei der Fahrt nach Kairo über Tunesien und Libyen ergangen ist. Ich antworte mal öffentlich, falls es noch mehr interessiert:
Der Nervenkitzel war im August 2009 das Visum an der Grenze. Wir erfuhren erst in Tunesien von unserer Agentur, dass es klappt. Wir fuhren diesmal mit Saro, Rosenheim und waren zufrieden. Es lief völlig reibungslos.
Auf die Fahrt durch Tunesien gehe ich nicht weiter ein, da es keine bemerkenswerten Ereignisse gab. Die ersten Schwierigkeiten hatten wir bei der Ausreise aus Tunesien. Die Tunesier wollten uns nicht ausreisen lassen, weil wir kein Visum für Libyen im Pass hatten. Auf der Libyschen Seite wartete unser Mann von der Agentur und nichts ging. Auch Herr Kechicheb von Saro, den wir über unser Satphone anriefen, konnte den Chef der Tunesischen Zollstation nicht umstimmen. Er Telefonierte darauf mit den Libyern. Nach zwei Stunden kam der Chef der libyschen Grenzstation auf die tunesische Seite, begrüßte uns freundlich, schwätzte 5 Minuten mit dem Chef der tunesischen Seite und dann klappte es plötzlich.
Eine Fahrzeugkontrolle gab es wie immer nicht. Weder auf der Tunesischen, noch auf der Libyschen Seite. Nur der nervige Papierkram war zu erledigen. Um das libysche Carnet an der Grenze zu bekommen, braucht es immer eine halbe Stunde Diskussion und 50,- Euro. Allgemein geht es auf der Libyschen Seite sehr viel freundlicher und unaufgeregter zu, als auf der Tunesischen Seite.
Die Fahrt durch Libyen war im Transit wie immer langweilig und ereignislos.
Die Ausreise aus Libyen machte unser Führer und wir hatten nichts zu tun, außer zu warten und die Nummernschilder zu tauschen. Kurz vor der Grenze hatte ich drei Schilder am Unimog. Die Deutschen, die Libyschen und die Ägyptischen Kennzeichen.
Probleme gab es beim Zoll mit unserem Formblatt 126 zur Ausreise aus Ägypten. Das ist aber ein Spezial für Residente in Ägypten. Eine Kontrolle des Fahrzeugs gab es auch dieses Mal nicht. Die gab es auch nicht 2008 bei der ersten Einreise. Die Polizei am ersten Posten nach der Grenze will jedem Touristen eine kostenpflichtige Eskorte bis Alexandria aufdrängen. Die ist aber immer mit heftigem Widerstand abzuwenden.
Ich habe aus verschiedenen Gründen die deutsche Zulassung parallel zur Ägyptischen Zulassung laufen. Ich muss also nicht mit den Ägyptischen Kennzeichen nach Deutschland fahren. Von Lehrerkollegen weiß ich aber, dass es problemlos geht. Die Kennzeichen müssen in jedem Fall zurück geschickt werden. Sonst gibts in Zukunft Einreiseverbot. Mit ihren völlig heruntergekommenen Customhouse- Schildern verstehen die Ägypter kein Spass.
Der Unimog wurde seit Jahren an keiner Grenze je kontrolliert. Weder bei der Nahost- Route (dreimal gefahren seit 07) noch bei der Libyen- Route. (zweimal gefahren seit 08 )
Gelegentlich warfen die Zöllner einen Blick durch die geöffnete Schiebetür in den Wohnaufbau. Das wars dann.
Grüße aus Kairo
Franz





