Der Weg war noch weit... aber bald waren wir wieder auf der Autobahn nach Norden. Dabe passierte mir ein doppeltes Missgeschick. Ich spielte etwas an der eingetauschten RPG.7 herum worauf sich erstens dummerweise die Rakete loeste und diese dann zweitens auch noch eine etwas vor uns fahrenden Kleinbus traf:
Ok, war niemand verletzt und da wir eh nichs machen konnten fuhren wir halt weiter
In Hammamet chekte wir dann - wie schon zuvor bei anderen Fahrten- im Le Sultan ein. Da hatte es keine Hilfswerks- und Medienvertreter, dafuer fiel die hotelbesatzung negativ auf.
Schnell war klar, dass die laten Profis wohl im Zuge einer Neuorganisation durch total unerfahrene Leute aus der naechstgelegenen Eierschaukelei ersetzt worden waren.
Vor allem beim Fruehstueck waren die Angestellten praktisch ausschlieslsich damit beschaeftigt, sich die besten Stuecke zu fischen und Sandwiches fuer die Kollegen draussen zu schmieren. So etwas hatte ich in Tunesien noch nie gesehen - es erinnerte aber sehr stark an die Libyschen Staatshotels.
Nicht gut. Das war aber dan auch das einzige eher negative Erlebnis, dass wir auf der Fahrt hatten.
Weiter ging's am Montag in Richtung Tunis. Endlich sah man wieder Polizisten auf den Strassen...
Die rueckgabe des Autos war extrem einfach und am Flughafen lief alles wie normal. Also fast alles.
Dem Zoellner fiel das Maul auf, als er am Scanner meinen Handkoffer durchleuchtete. Vor allem der olle Sonnenkompass war ihm nicht geheuer. Er rief seine Kollegen und man war tendentiell etwas nervoes. Als sie dann aber das Raechen zum drehen fanden und bei dessen Betaetigung nichts schlimmes passierte, war man offensichtlich beruhigt und liess uns ziehen :D
Hallo Kuno,
vielen Dank für Deinen erfrischenden und informativen Beitrag.
Ich hoffe, er trägt dazu bei, dass sich die vielen in "Lauerstellung" befindlichen Wüstenfahrer, wieder nach Tunesien wagen.
Es währe schade, wenn Tunesien mit den vielen Vorteilen der schnellen Anreise zur Sahara, vom Tourismus ausgeschlossen würde.
Ich selbst werde meine im März verschobene Tour auf jeden Fall im September nachholen.
Es grüßt der
SandLover Meine Werkstatt : Landy´s Pit-Stop in Nierstein
Die Anreise per Flugzeug hat allerdings nicht nur Vorteile: Man hat halt nichts dabei, was man in der Wüste sonst immer dabei hat :? Uns reichte es gerade noch zu minimaler Kochausrüstung, Kompressor und Sandblechen (welche am Flugplatz jeweils Stirnrunzeln verursachten). Und auch über den Zustand und die Bereifung des Mietwagens weiss man halt nichts...
Vielen Dank für diesen Bericht.
Ich habe ihn direkt verlinkt, um zum Thema Panikmache der Medien einmal einen positiven "Gegenbeweis" zu liefern.
Es deckt sich genau mit meiner Erfahrung auch, dass man sich fragt:
Was, hier soll diese schlimme Revolution stattgefunden haben, mit Verwüstung und Toten.
Die, die sich davon nicht abhalten lassen und es selber sehen wollen, machen dann meistens die Erfahrung, die Du auch beschrieben hast.
Wo kämen wir hin, als die Leute, die die Sahara und ihre Menschen lieben, wenn wir uns jetzt an jeder Panikattacke beteiligen würden.
Auch Marokko wird für mich wegen des Anschlags in M'kech nicht gestrichen. Wer mehrmals dort war, braucht die Städte sowieso nicht.
Nochmal, vielen Dank
Erisch; ich will ausdrücklich nicht sagen, dass in TN alles "ganz normal" ist. Aber wir hatten tatsächlich auf unserer Fahrt keine negativen Erlebnisse und der Kontakt mit den Leuten war sehr positiv. Dass auf die noch einiges zukommt, bis sie dort sind wo sie hinwollen ist klar - vielen wahrscheinlich aber noch nicht bewusst.
Mich hat es allerdings auf jeden Fall gedünkt, dass die alle unheimlich stolz sind, dass sie als Volk etwas erreicht haben, was noch kurz zuvor unmöglich schien...
...und dann verwundert feststellten, dass die Touristen abgehauen sind. Ich sehe es schon auch ein wenig so, dass die Tunesier sich durch das Ausbleiben der Touristen alleine gelassen fühlen.
deine Bilder vom Ksar Ghilane wecken fast schon verblasste Erinnerungen.
Mich würde interessieren, wie es jetzt nach all den Jahren dort aussieht, wie und was sich dort verändert hat.
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
hier ein paar Bilder aus 2008.
Mittlerweile hat sich aber einiges getan. Es ist links vom " Pool " ein richtiges Cafe entstanden.
Die Anlage wird auf Tagestouristen mit Zeltschlafplätzen ausgerichtet. Wegen der Erreichbarkeit auf normaler Teerstraße sind Wohnmobile, normale PKW´s und Touristen auf " Jeeptour " im vergangenen Jahr in der Mehrzahl dagewesen.
Hat zur Folge, dass sich die sanitären Anlagen im Hinblick auf Reinigung und Sauberkeit stark verbessert haben.
Grüße vom
SandLover Meine Werkstatt : Landy´s Pit-Stop in Nierstein
danke für das Update Das hört sich ja richtig gut an.
Irgendwie habe ich das Gefühl, als würde es mich wieder in die Ferne ziehen
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Hallo, ich füge das mal hier ein, passt zum Thema...
Hallo,
nach fünf wunderbaren Wochen in Tunesien bin ich nun auch wieder zu Hause (und schon wieder dabei den MAN für die nächste Reise fertig zu machen)!
Ich habe diesmal ein noch freundlicheres Tunesien als sonst erlebt.
Natürlich wird der allgemeine Aufbruch nach der Revolution durch die geringe Anzahl von Touristen gebremst. Ich wünsche den Tunesieren das das Vertrauen in dieses schöne Reiseland bald wieder wächst.
Für uns Dünenfahrer ist der alte Campingplatz in Douz ein beliebter Startplatz in den Sand, deshalb ein paar Worte zur neuen Situation dort.
Ich war dort einige Tage etwas kränklich und hatte dadurch Zeit mich mit den Eigentümern zu unterhalten.
Der Platz wird seit der Revolution von der Eigentümerfamilie betrieben. Dieser Familie aus Douz gehört dieser Palmen- und Olivengarten seit über 100 Jahren. Beim Verhandeln des neuen Pachtpreises für den ehemaligen hinteren Teil des Campingplatzes wurde mit dem Besitzer dieses Teiles keine Einigung über den Pachtpreis erziehlt, so wurde dieser Teil aufgegeben und abgesperrt. Als sehr guter Ersatz wurde dafür der vordere Platz wesentlich ausgedehnt und sehr schön mit vielen neuen Pflanzen hergerichtet. Wenn weiterer Platzbedarf ansteht kann das Gelände noch weiter vergrößert werden.
Adel, der neue Platzchef, ist der Bruder des Besitzers und hält mit seinen Mannen den Platz und auch die Sanitäranlagen in einem super sauberen Zustand. Adel spricht recht gut deutsch und ist sehr hilfsbereit, er erledigt alle Wünsche schnell und günstig. Adel hat mir als zeitweise Alleinreisendem seine Handynummer angeboten falls ich mich irgendwo in den Dünen festrammle.
Madame Nour, die sehr freundliche Frau des Besitzers ist oft auf dem Platz und spricht als Französin mit österreichischem Vater fließend deutsch.
Mit ihr habe ich mich über die Situation "Sperrgebiet" unterhalten. Sie sagte, dass es das allgemeine Bestreben sei den "führerlosen Zustand" wieder herzustellen, nur gebe es zur Zeit niemanden der eine Änderung veranlassen könnte. Dieser Punkt soll aber an die neu zu bildende Regierung so schnell als möglich herangetragen werden.
Der andere Campingplatz in Douz an der Ausfallstraße Richtung Matmata wird staatlich verwaltet. Von dort kamen andere Reisende und berichteten das es nachts durch den nahen Straßenverkehr und Hundegekläffe sehr laut sei und die Sanitäranlagen sehr leicht mit der Nase gefunden werden können. Ich kenne ihn nur vom Vorbeifahren.
Besonders hat mich die lange Dünenstrecke von Ksar Ghilane direkt zum Tembaine gereizt. Diese Strecke bin ich zuerst mit Wilfried gefahren und dann drei Wochen später nach einigen Tagen heftigen Sandwindes nochmals allein.
Man kommt dann südlich des Tiergeheges aus den Dünen und nimmt dann den üblichen Kurs vom Cafe durch die Dünen zum Tembaine. Das Tiergehege wird also nicht umfahren sondern nur am südöstlichen Punkt gestreift.