wie im richtigen Leben trotzt man allen Gefahren und Schwierigkeiten. Doch plötzlich klammheimlich schlägt er heimtückisch zu, der Gevatter Tod. Wenn man am wenigsten mit im rechnet. Dank unserer moderenen Medizin schlug er zwar zu, aber die moderene Herzchirurgie und ein kleines Zeitfenster von 5 Minuten reichten, ihm von der Schippe zu springen.
Also am Sonntag, dem 27.02.2011 war es so weit. Die Blutpumpe lief plötzlich unrund und drohte den Dienst zu quittieren. Bis wir kapiert haben, dass gerade ein Herzinfarkt im Begriff ist, dem Unimurr den Garaus zu machen, vergingen kostbre Stunden. Zwei Sanitäter eines von Petra gerufenen Notarztwagens brachten mich in einer Nottrage heher unsanft in das Auto. Als ich am EKG und einiger anderer Apparate hing, wurden die Herren hecktisch es ging in rasender Fahrt in das Schweinfurter Herzzentrum. Diagnose: schwerer Herzinfarkt mit Herzstillstand. Die Schmerzen im Brustraum wurden während der Fahrt im Sani unerträglich. Es stellte sich ein Gefühl ein: So, das war's jetzt mit dem abenteuerlichen Leben. Dort angekommen dauerte es keine 10 Minuten bis zur einleitung eines Stents über die Beinschlagader.
Während die Ärzte mich für die Herzkathedereipflanzung präparierten, wurde es langsam dunkel in meinem Kopf. Das automatische EKG, an dem ich schon 10 Minuten hing, zeigte unter lautem Piepsen nur noch zwei Striche. Das war meine letzte Wahrnehmung, bevor die Welt schwarz wurde. Herztod, ich war gestorben.
Nach einer Zeitspanne, die auch ein Schlafender nicht erfassen kann, wurde es wieder hell und zwei Leute machten sich ziemlich schmerzhaft an meinem Brustkorb zu schaffen. Nicht mit Elektroschockern, wie in schlechten Filmen. Was die Ärzte im Detail gemacht hatten, weiß ich noch nicht. Jedenfalls zuckte das automatische EKG wieder. Ich hoffe, dass ich die Aufzeichnung noch bekomme. Ich durfte mir nach dem Eingriff die Aufzeichnung anschauen. Ein beklemmendes Gefühl, wenn am Display unten der eigene Name steht.
Inzwischen bin ich wieder zu Hause, kann mich schon wieder sehr eingeschrenkt bewegen und werde mit unglaublichen Mengen von Arzneimitteln abgefüllt. Es geht mir leidlich.
Frei nach Wilhelm Busch:

Als der Dampf sich nun verzog,
sieht man unimurr, der gottlob
lebend auf dem Rücken liegt,
doch er hat was abgekriegt.
Grüße vom wiederauferstandenen Franz
Unkraut ist bekanntlich schwer auszurotten Augenzwinkern [/b]




