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Mali - Hilfe für Schule im Dogonland

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Mali - Hilfe für Schule im Dogonland

Beitragvon Schmitt.silke » 07.05.2008 11:13

Hallo zusammen. Wir unterstützen privat eine Schule im Dogonland/Mali und ich würde mich freuen, wenn wir noch Leute finden würden, die das Projekt unterstützen. Um einem Kind den Schulbesuch zu ermöglichen benötigt man die Summe von einem einzigen Euro pro Monat....aber wir bräuchten auch dringend Leute, die mit dem Transport (auch kleinerer Päckchen) bis Bamako oder Mopti weiterhelfen könnten...

Mehr infos: http://www.schule-mali.de

Viele Dank und viele Grüße
Silke
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Beitragvon Alexander » 08.05.2008 17:30

Hallo Silke,

wir finden euer Engagement klasse!!!! :D
Kinder sind die Zukunft eines Landes. Eine gute Schulausbildung ist hilfreich für die Kinder, Familien und für die Gesellschaft.

Das Wüstenschiff Team hat sich daher entschlossen, eure Hilfsaktion mit 300 Euros aus unseren Werbeeinnahmen zu unterstützen.

Geld zu sammeln ist das Eine. Spender zu finden ist ein anderes Problem.
Daher möchten wir es auch nicht versäumen denjenigen zu danken, die durch ihre Werbung hier im Forum unseren Einsatz erst möglich gemacht haben.

Auch mit kleinen Mitteln kann man helfen. Für 1 Euro kann ein Kind einen Monat zur Schule gehen. Das monatliche Gehalt eines Lehrers beträgt 30 Euro.

Das war doch die Konto Nummer: ;-)

Silke Schmitt
Kto 512 370 30
BLZ 553 900 00
Volksbank Worms-Wonnegau
Stichwort: Hilfe für Mali

Unser Dank gilt den Firmen:

beduin tents

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Desert Service

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Libyen Tours

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Rohrwick

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Tiger Adventure

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tour tec

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Wer uns mit Werbung unterstützen will, kann sich :arrow: hier informieren.

Viele Grüsse
Die Wüstenschiff Crew
Alexander
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Beitragvon Schmitt.silke » 08.05.2008 19:42

Hallo Alexander

Kleine Überraschung??
Das ist eine riesengroße!!!
Vielen vielen Dank an das gesamte Team und alle Werbepartner.
Das macht mir Mut- denn es ist wirklich nicht leicht, genügend Spender zu finden!!

Ganz liebe Grüße
Silke
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NEUES AUS "UNSERER" SCHULE

Beitragvon Schmitt.silke » 28.12.2009 10:03

Hallo an alle. Wollte Euch doch mal wieder mitleben lassen, wie viele Fortschritte wir (auch dank Eurer Hilfe) in Mali mittlerweile gemacht haben:

der Brunnenbau ist abgeschlossen und der Brunnen hat das Leben in der Schule und den Dörfern schon sehr erleichtert!

Wir selbst zahlen aus dem Projekt nun 4 Lehrer, der Staat Mali hat sich beteiligt und zahlt den 5. Lehrer.

Die Bevölkerung hat noch zwei provisorische Klassenzimmer errichtet.

Die schönste Weihnachtsnachricht für uns war die Zusage der Lufthansa HelpAlliance, uns den Anbau 3 weiterer "richtiger" KLassenzimmer zu finanzieren. Knapp 5000 Euro hatten wir dafür bereits gesammelt- HelpAlliance legt die restlichen 22000 drauf. Der Bau wird sobald wie möglich beginnen. Um die Kosten niedrig zu halten, ist auch hier die Bevölkerung eingebunden und bricht Steine für den Neubau.

Organisatorisch hat sich auch etwas geändert: wir haben den Verein "Schule-Mali" gegründet. Die Gemeinnützigkeit ist bereits anerkannt und das e.V. kommt hoffentlich auch schnell dazu. So laufen die Spenden jetzt nicht mehr einfach zu uns als Privatpersonen (was einige bemängelt haben), sondern eben offiziell zum gemeinnützigen Verein. Gleichzeitig kann nun natürlich auch jeder die Spende selbst steuerlich absetzen...
Ansonsten ändert sich nichts- wir garantieren weiterhin, dass die gespendeten Gelder tatsächlich zu 100% der Schule zugute kommen werden!!
Über recht viele neue Fördermitglieder würden wir uns natürlich freuen (Fördermitglied kann man ab 1 Euro Beitrag pro Monat werden....)

Im Februar werden wir wohl wieder vor Ort nach dem Rechten schauen- dann gibt es sicherlich wieder mehr zu erzählen. Bis dahin alles Liebe und für alle ein gutes neues Jahr 2010

LG
Silke
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Beitragvon Kuno » 28.12.2009 10:08

@ Silke; Fotos machen sich hier im Forum immer gut. So vom Bau und nun vom taeglichen Gebrauch der Schule. Wuerd' mich interessieren, wie das Ding nun ausschaut.
Kuno
 
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Beitragvon Roger-Tecumseh » 28.12.2009 10:13

Vielleicht habe ich es ueberlesen - mich wuerde mal interessieren, wieviele Doerfer im Einzugsbereich dieser Schule liegen, soll auch heissen, wieviele Schueler gehen regelmaessig in diese Schule?
Wie weit entfernt ist die naechste (staatlich unterhaltene) Schule?

Gruss

Roger-T.
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Beitragvon Schmitt.silke » 28.12.2009 10:36

Bilder vom Bau habe ich ja keine- wir fangen ja gerade an. Aber nächste Woche stelle ich Euch Bilder von den Provisorien ein u nd vom fertigen Brunnen. Bin zur Zeit im Urlaub und kann hier nicht auf alles zugreifen ;-)

Die Schule ist für drei Dörfer, für Dioundiourou selbst und für Djombolo Kanda und Golo Kanda, die jeweils 3 bzw. 5 km entfernt sind. Manche Kinder müssen bis zu 7 km laufen, um in diese Schule zu kommen, die nächste staatliché wäre gar nicht möglich (genaue km-Zahl weiß ich aber nicht). Wir denken gerade darüber nach, wie wir den beiden entfernteren Dörfern erleichtern, die Kinder in die Schule zu bringen (Eselskarren o.ä.)

Insgesamt gehen knapp 200 Kinder zur Schule und bekommen durch das Projekt auch ein einfaches Mittagessen (Hirsebrei)

LG
Silke
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Wir sind zurück von der Projektreise nach Mali

Beitragvon Schmitt.silke » 25.02.2010 20:35

Für alle, die es interessiert, anbei der Bericht über unsere Projektreise in die Schule von Dioundiourou....ich bitte um Nachsicht- der Bericht ist ursprünglich für Nicht-Afrika-Kenner geschrieben...

LG Silke

PS: viele Fotos der Reise findet Ihr unter www.schule-mali.de unter dem Punkt "Bilder"


Am 10. Februar ging es los…schon ab Frankfurt mit Verspätung wegen des schlechten Wetters. Zum Glück hatten wir vorgesorgt und einen sehr frühen Flug nach Paris genommen, damit wir keine Probleme mit dem Umsteigen bekommen. So hatten wir trotz der späteren Ankunft noch einiges an Zeit totzuschlagen, zumal auch in Paris dichtes Schneetreiben herrschte…Unser Flug nach Bamako hatte geschlagene 3 Stunden Verspätung, von denen wir zwei im Flieger und ohne irgendwelche Verpflegung verbringen mussten L Kein allzu guter Anfang. Kurz vor Mitternacht näherten wir uns endlich Bamako. Schon im Anflug wurde eine Außentemperatur von 30 Grad angezeigt! Die Landung sieht immer sehr abenteuerlich aus- es ist alles stockfinster und auch die Landebahn ist nur schwach beleuchtet.

Wir müssen lange auf unseren Berg Gepäck warten- hier wird alles nach der Ankunft nochmals durchleuchtet. Das führte natürlich dazu, dass alle Koffer mit Geschenken für die Kinder mal wieder beim Zoll landeten. Langwieriges Palaver und die ersten 3 Kugelschreiber verhalfen uns dann schließlich zu dem wichtigen Stempel auf den Papieren.

Da wir einen Tag früher als ursprünglich geplant abgeflogen waren, hatten wir einen Tag extra in Bamako zur Verfügung und konnten so in aller Ruhe die wichtigsten Dinge bei der GTZ erledigen und den Proviant für die lange Fahrt einkaufen. Dazu kam auch, dass man sich so doch leichter an den riesigen Temperaturunterschied gewöhnen konnte.

Am Freitag ging es dann auf die erste Etappe nach Ségou. Den Fehler, die ganze Strecke an einem Tag hinter uns zu bringen, machen wir kein zweites Mal….Die Fahrt ist immer schon ein Erlebnis für sich, denn mit europäischen Verhältnissen lässt sich hier nichts vergleichen. Schon die Hauptstadt Bamako hat zwar rund 2 Millionen Einwohner, ist aber eigentlich ein großes afrikanisches Dorf. Es gibt nur wenige große Gebäude und asphaltierte Straßen und das Leben spielt sich meist zur Hälfte auch auf den Straßen ab. Die Luft ist schlecht, der Verkehr immens- seit letztem Jahr hat sich das Verkehrsaufkommen schlicht verdoppelt und staut sich vor allem auf den beiden einzigen Brücken über den Niger, die die beiden Stadthälften verbinden. Man ist recht froh, aus der Stadt herauszukommen, vor allem wegen der Luft. In Segou übernachten wir im Hotel eines Saarländers, der schon seit fast 30 Jahren in Mali wohnt und sich sehr über unser Mitbringsel freut: ein Ring Lyoner und eine Flasche Maggi…

Samstag nehmen wir dann die lange Etappe nach Bandiagara in Angriff. Hier wird die Landschaft karger und geht immer mehr in Halbwüste und Savanne über. Manchmal recht eintönig. Da ist es gut, dass wir mit Idrissa, unserem Fahrer und Tapily immer etwas zum Diskutieren haben. Es erstaunt mich immer wieder, wie interessiert und auch wie informiert die Menschen hier sind, was viele Dinge und das Weltgeschehen angeht- auch im Vergleich zu vielen Menschen in Deutschland! Wir lernen auch viel über den Vielvölkerstaat Mali, die einzelnen Volksstämme, ihre Sprachen und Traditionen. Entsetzt hat uns die Tatsache, dass sich auch heute noch die Tuaregs Sklavenfamilien halten und es immer wieder vorkommt, dass im Norden Malis Kinder aus den Dörfern gestohlen werden!



Nach langer Fahrt kommen wir endlich in Bandiagara an und beziehen unsere schon gewohnte Unterkunft in einem kleinen Hotel. Die Begrüßung des Personals ist herzlich- vor allem Jeremias hat hier schon seit unserem ersten Aufenthalt seinen Fanclub.

Für die nächsten Tage haben wir jetzt volles Programm. Zuerst sollen wir uns nur mit den Dorfältesten, den Lehrern und dem Schulkomitee treffen. Tapily hat extra gesagt, dass in diesem Jahr kein großer Empfang stattfinden soll. So fahren wir recht gelassen los und sagen erst einmal in Djombolo Kanda bei Amadou hallo, der ja auch unseren Brunnen gebaut hat und viel für unser Projekt in den Gemeinderäten tut. Anschließend geht es auf die „Buckelpiste“ nach Dioundioulou. Schon von weitem sehen wir viele Menschen. Von wegen kein Empfang! Alle Schulkinder stehen Spalier, winken mit selbstgebastelten malischen und deutschen Fähnchen und singen ein Lied. Die Dorfbevölkerung ist da, Trommeln, Maskentanz- ein riesiges Tohuwabohu erwartet uns. Die Begrüßung ist überschwänglich und herzlich- einfach überwältigend! Teilweise haben wir Trauben von Kindern um uns herum und jeder versucht, sich irgendwo an einem festzuhalten- von den Fingern bis zur Schulter…

Zuerst wollen wir uns natürlich die Baustelle für unser neues Schulgebäude ansehen. Auch am Sonntag wird hier fleißig gearbeitet. Ein großer Berg Steine- von der Dorfbevölkerung vorbereitet, wird durch die Maurer in die richtige Form gebracht- in riesiger Hitze, mit einfachsten Werkzeugen, sitzen die Männer in der Sonne und schlagen die Steine zurecht. Die zukünftige Form des Gebäudes lässt sich schon gut erkennen- wir sind erstaunt, wie schnell das ging. Die Bauarbeiten sollen auf jeden Fall bis zur nächsten Einschulung im Oktober abgeschlossen sein.



Gleich nebenan wurde ein Becken für „Bauwasser“ errichtet. Der Brunnen dient momentan nur der Schule und für’s Zementmischen- die Dorfbevölkerung muss sich anderweitig versorgen, damit immer genug Wasser für den Bau da ist. Der Brunnen wird übrigens sehr gut angenommen, denn sein Wasser ist sehr viel klarer und sauberer als das der anderen !


Anschließend ist großes Palaver in einem der Klassensäle. Jeder darf sagen, wo ihn der Schuh drückt. Einer der Lehrer übersetzt simultan. Die Menschen sind glücklich über unsere Hilfe. Die Bevölkerung versucht, ihren Teil zu leisten, muss aber auch an die Bearbeitung ihrer Felder denken. Wir weisen nochmals mit Nachdruck darauf hin, dass die Männer beim Beschaffen der Steine helfen müssen- es soll sich eben entsprechend abgewechselt werden. Etwas Ärger gibt es um den neuen Direktor, der uns von der Schulbehörde gestellt wurde. Er verfügt zwar über viel Erfahrung und konnte schon einiges im Schulalltag verbessern, ist aber oft krank und hat ein gewisses Kompetenzproblem: er betrachtet sich als Entscheidungsträger, vergisst dabei aber, dass in unserer Schule (anders als in einer staatlichen) das Schulkomitee das Sagen hat. Nach einigen Diskussionen lässt sich aber auch dieses Missverständnis lösen.



Am nächsten Tag steht der Besuch während der Schulzeit an. Meist der härteste Tag, denn man muss überall vorbeischauen, mit den Lehrern sprechen, die Bilder der Patenkinder machen und dokumentieren, die Bilder der Paten überreichen (einige Kinder waren sehr traurig, dass sie kein Bild bekommen haben!!). Dazu kam dieses Mal noch das Verteilen der extra angefertigten Schul-T-Shirts. Es war gar nicht so einfach, die Shirts nach Größen zu verteilen. Die Kinder waren so begeistert, dass sie sich teilweise die eigenen Hemden gleich ausgezogen haben und sich halb nackt vor uns aufgereiht haben. Ralf war hinterher ganz KO und meinte, er habe noch nie so viele Kinder anziehen müssen J Aufwändig war auch das Auspacken, denn alle T-Shirts waren einzeln in Plastik verpackt, danach noch mal zehnerweise in Tüten und am Schluss noch im großen Sack. Bei den riesigen Problemen, die Afrika wegen des Plastikmülls hat, wollten wir keinen noch so kleinen Fitzel davon im Dorf zurücklassen, was anfangs für Belustigung gesorgt hat, später jedoch die Kinder zur Mithilfe angespornt hat! Es ist immer wieder bedrückend, wenn man – vor allem um die größeren Städte herum- die Berge von schwarzen Tüten auf den Feldern und in den Sträuchern sieht und die Tiere, die sie teilweise fressen….Zum Glück gibt es bereits einen Gesetzentwurf, der diese Tüten verbieten soll.

Die Hitze hat ihr übriges dazu beigetragen- an diesem Abend waren wir wirklich schlapp!


Zu unserem Programm gehörte auch der Besuch auf der Schulbehörde- natürlich eine zeitraubende Angelegenheit und mit langen Wartezeiten verbunden. Wir schaffen es dennoch, bis zum Direktor und seinem Berater vorzudringen und unser Anliegen vorzutragen. Die Männer betonen immer wieder, wie sehr sie die Unterstützung schätzen und dass sie sich bemühen, die von Partnern unterstützten Schulen auch selbst mitzufördern. So werden wir auf jeden Fall im Herbst den benötigten 6. Lehrer seitens des Staates bekommen und eventuell auch eine Unterstützung für die Kantine. Auch das Problem mit dem Direktor wurde angesprochen und wird hoffentlich bald gelöst werden. Hier also wirklich ein Erfolg!

In Segou haben wir Vertreter eines deutschen Vereins getroffen, die mit Unterstützung eines deutschen Augen-Spezialisten am Tag ca. 45 Operationen durchgeführt haben. Leider wurden sie von den lokalen Autoritäten nur schlecht unterstützt. Wir wollen herausfinden, wie so etwas hier im Dogonland angenommen würde und machen einen Termin beim Chefarzt der hiesigen „Klinik“. Schon im Dorf hat sich ergeben, dass der Bedarf bei der Bevölkerung vorhanden wäre. Das Gespräch ist schwierig, aber generell wäre so etwas durchführbar. Wir werden darüber nachdenken, ob wir uns mit dieser Problematik auseinandersetzen wollen oder nicht. Einstweilen hatten wir wieder jede Menge Brillen im Gepäck, die dankbar angenommen werden. Ausnahmsweise hatten wir auch ein wenig Kinderkleidung dabei – praktischerweise um die gespendete Kreide eines deutschen Sponsors im Koffer gut zu polstern. Generell möchten wir keine Kleidung mehr mitnehmen, denn vor Ort kann man mit relativ geringen Mitteln Kleidung kaufen und unterstützt damit ja auch nachhaltig das lokale Gewerbe in Mali. Es ist immer wieder schlimm, wenn man auf den Märkten den Inhalt unserer Altkleidercontainer sieht, für die die Händler in Afrika zahlen müssen (!) und die billiger sind als lokale Ware. Dabei bleiben die malischen Schneider natürlich auf der Strecke und es gehen Arbeitsplätze verloren.

Das sind die Dinge, die man natürlich erst nach und nach dazulernt. Deshalb haben wir ja unsere Schul-T-Shirts auch in Mali gekauft und bedrucken lassen. Auch wenn die Qualität sicherlich nicht mit der deutschen vergleichbar ist, kann man so doch der lokalen Industrie helfen!

Alles in allem konnten wir viele Dinge regeln und sind sehr zufrieden mit dem Fortgang des Projektes: der Brunnen funktioniert, das Schulgebäude wächst, der Unterricht wird immer besser und die Schülerzahl erhöht sich von Jahr zu Jahr.



Im nächsten Schuljahr wird für 2 Wochen ein Pädagoge der Schulbehörde unsere Schule begleiten und den Lehrern dabei helfen, ihren Unterricht zu verbessern. Auch das ist eine gute Sache.


Die im letzten Jahr angepflanzten Bäumchen werden von den Schülern mit Brunnenwasser versorgt und wenn das neue Gebäude steht, soll auch die Anlage des Schulgartens in Angriff genommen werden.



Die Tage in der Schule und den Dörfern haben wieder tiefe Eindrücke hinterlassen. Die Frauen von Djombolo Kanda haben zum Abschluß ein Fest veranstaltet mit Tanz und Trommeln und landestypischer Begrüßung…ich werde mich nur schwer daran gewöhnen, dass sie sich laut schreiend vor uns in den Sand werfen J



Auf der Rückreise nach Bamako haben wir uns auch noch viel angesehen: heilige Kaimane, die mitten im Dorf wohnen und eine wahnsinnig tolle Landschaft in Borko, nördlich von Mopti. Hier gibt es bizarre Feldformationen mit Auswaschungen und Höhlen, von denen wir einfach nur begeistert waren. Wer sich die Bilder ansieht, wird vielleicht annähernd nachvollziehen können, was ich meine…

Unsere Fahrt führte uns dann noch nach Sikasso und die dort gelegenen Wasserfälle an der Grenze zu Burkina Faso und weiter nach Bougouni. Auf diesem Teilstück war die Reise besonders für unseren Fahrer nicht gerade gemütlich: der Straßenbelag ist nur noch bruchstückhaft vorhanden und es gibt riesige Schlaglöcher. Wenn einem dann die riesigen und schlecht beladenen LKW’s auf der eigenen Seite entgegenkommen, kann man schon das Grausen bekommen- abgesehen davon, dass man die Straße ohnehin noch mit Ziegen, Hunden, Eseln, usw. teilen muss…

Unterwegs haben wir uns eine „Baumwoll-Entkernungsfabrik“ angesehen. Ich muss zugeben, dass es mir bis dato vollkommen unbekannt war, dass aus Baumwolle Speiseöl gewonnen wird….in der Baumwolle sitzt ein Kern, der auch nur schwer zu entfernen ist. In dieser Fabrik wird der Kern entfernt und die Baumwolle zur Weiterverarbeitung vorbereitet. In der Ölmühle, die wir uns dann natürlich auch noch angeschaut haben, werden riesige Berge von Baumwolkernen kalt gepresst und filtriert. Man lernt immer etwas dazu! Zum Beispiel auch, dass Cashew-Nüsse an Bäumen wachsen und an einem Cashew-Apfel hängen…oder dass unter der Nussschale eine ätzende Flüssigkeit ist, mit denen die Menschen sich Schmucknarben ins Gesicht „malen“….

Zum Abschluss gab es dann auch noch die Besichtigung einer Fabrik für „Beurre de Karité“ (Sheabutter). Ist ja bei uns in der Kosmetik mittlerweile auch ein Begriff. Hier wird aber 100prozentige Butter hergestellt, die besonders für trockene Haut oder bei Neurodermitis geeignet ist. In der Anlage wurden die Nüsse sortiert, gewaschen, zerkleinert, gekocht und die Butter anschließend mehrfach gewaschen und filtriert. Sehr interessante Sache. Natürlich haben wir auch Butter mitgenommen- wer interessiert ist, bitte melden J Übrigens: kochen und braten kann man damit auch- auch eine neue Erkenntnis ….

Alles in allem war das also auch eine sehr lehrreiche Fahrt. Am letzten Tag haben wir uns noch die Mandingue-Berge bei Bamako angeschaut und eine anstrengende Wanderung unternommen, bevor wir versucht haben, abends etwas Schlaf „vorzuholen“, denn der Abflug von Bamako ist für 03:30 nachts vorgesehen Der Flug war unruhig, die Landung in Casablanca im stürmischen Regen. Das Umsteigen eine einzige Rennerei, aber wir haben es geschafft, auch wenn Jeremias den ersten Kreislaufkollaps seines Lebens überstehen musste L Am Schluß dann doch noch eine Stunde Abflugs-Verspätung wegen Schneeschauern in Frankfurt…

Und zu allerletzt dann noch 2 Stunden Schlangestehen in Frankfurt, weil das gesamte Gepäck in Casablanca geblieben ist. Immerhin: nach 4 Tagen ist jetzt alles heil bei uns angekommen und man kann die Reise als erfolgreich abgeschlossen betrachten.

Zu alledem, was ich Euch/Ihnen jetzt erzählt habe, gibt es natürlich auch Bilder: wie immer unter www.schule-mali.de unter „Bilder“



Freuen würden wir uns, wenn Ihr/Sie alle wieder schön Reklame für’s Projekt machen würdet, denn es gilt weiterhin: jeder Euro zählt! 2 Euro pro Kind und Monat werden benötigt, um es in die Schule zu schicken und mit einem Mittagessen zu versorgen und kein Betrag ist zu gering, um diesen Menschen helfen zu können.



Danke für’s Lesen und bis bald

Liebe Grüße

Silke, Ralf und Jeremias
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Wir sind zurück von der Projektreise nach Mali

Beitragvon Schmitt.silke » 25.02.2010 20:35

Für alle, die es interessiert, anbei der Bericht über unsere Projektreise in die Schule von Dioundiourou....ich bitte um Nachsicht- der Bericht ist ursprünglich für Nicht-Afrika-Kenner geschrieben...

LG Silke

PS: viele Fotos der Reise findet Ihr unter www.schule-mali.de unter dem Punkt "Bilder"


Am 10. Februar ging es los…schon ab Frankfurt mit Verspätung wegen des schlechten Wetters. Zum Glück hatten wir vorgesorgt und einen sehr frühen Flug nach Paris genommen, damit wir keine Probleme mit dem Umsteigen bekommen. So hatten wir trotz der späteren Ankunft noch einiges an Zeit totzuschlagen, zumal auch in Paris dichtes Schneetreiben herrschte…Unser Flug nach Bamako hatte geschlagene 3 Stunden Verspätung, von denen wir zwei im Flieger und ohne irgendwelche Verpflegung verbringen mussten L Kein allzu guter Anfang. Kurz vor Mitternacht näherten wir uns endlich Bamako. Schon im Anflug wurde eine Außentemperatur von 30 Grad angezeigt! Die Landung sieht immer sehr abenteuerlich aus- es ist alles stockfinster und auch die Landebahn ist nur schwach beleuchtet.

Wir müssen lange auf unseren Berg Gepäck warten- hier wird alles nach der Ankunft nochmals durchleuchtet. Das führte natürlich dazu, dass alle Koffer mit Geschenken für die Kinder mal wieder beim Zoll landeten. Langwieriges Palaver und die ersten 3 Kugelschreiber verhalfen uns dann schließlich zu dem wichtigen Stempel auf den Papieren.

Da wir einen Tag früher als ursprünglich geplant abgeflogen waren, hatten wir einen Tag extra in Bamako zur Verfügung und konnten so in aller Ruhe die wichtigsten Dinge bei der GTZ erledigen und den Proviant für die lange Fahrt einkaufen. Dazu kam auch, dass man sich so doch leichter an den riesigen Temperaturunterschied gewöhnen konnte.

Am Freitag ging es dann auf die erste Etappe nach Ségou. Den Fehler, die ganze Strecke an einem Tag hinter uns zu bringen, machen wir kein zweites Mal….Die Fahrt ist immer schon ein Erlebnis für sich, denn mit europäischen Verhältnissen lässt sich hier nichts vergleichen. Schon die Hauptstadt Bamako hat zwar rund 2 Millionen Einwohner, ist aber eigentlich ein großes afrikanisches Dorf. Es gibt nur wenige große Gebäude und asphaltierte Straßen und das Leben spielt sich meist zur Hälfte auch auf den Straßen ab. Die Luft ist schlecht, der Verkehr immens- seit letztem Jahr hat sich das Verkehrsaufkommen schlicht verdoppelt und staut sich vor allem auf den beiden einzigen Brücken über den Niger, die die beiden Stadthälften verbinden. Man ist recht froh, aus der Stadt herauszukommen, vor allem wegen der Luft. In Segou übernachten wir im Hotel eines Saarländers, der schon seit fast 30 Jahren in Mali wohnt und sich sehr über unser Mitbringsel freut: ein Ring Lyoner und eine Flasche Maggi…

Samstag nehmen wir dann die lange Etappe nach Bandiagara in Angriff. Hier wird die Landschaft karger und geht immer mehr in Halbwüste und Savanne über. Manchmal recht eintönig. Da ist es gut, dass wir mit Idrissa, unserem Fahrer und Tapily immer etwas zum Diskutieren haben. Es erstaunt mich immer wieder, wie interessiert und auch wie informiert die Menschen hier sind, was viele Dinge und das Weltgeschehen angeht- auch im Vergleich zu vielen Menschen in Deutschland! Wir lernen auch viel über den Vielvölkerstaat Mali, die einzelnen Volksstämme, ihre Sprachen und Traditionen. Entsetzt hat uns die Tatsache, dass sich auch heute noch die Tuaregs Sklavenfamilien halten und es immer wieder vorkommt, dass im Norden Malis Kinder aus den Dörfern gestohlen werden!



Nach langer Fahrt kommen wir endlich in Bandiagara an und beziehen unsere schon gewohnte Unterkunft in einem kleinen Hotel. Die Begrüßung des Personals ist herzlich- vor allem Jeremias hat hier schon seit unserem ersten Aufenthalt seinen Fanclub.

Für die nächsten Tage haben wir jetzt volles Programm. Zuerst sollen wir uns nur mit den Dorfältesten, den Lehrern und dem Schulkomitee treffen. Tapily hat extra gesagt, dass in diesem Jahr kein großer Empfang stattfinden soll. So fahren wir recht gelassen los und sagen erst einmal in Djombolo Kanda bei Amadou hallo, der ja auch unseren Brunnen gebaut hat und viel für unser Projekt in den Gemeinderäten tut. Anschließend geht es auf die „Buckelpiste“ nach Dioundioulou. Schon von weitem sehen wir viele Menschen. Von wegen kein Empfang! Alle Schulkinder stehen Spalier, winken mit selbstgebastelten malischen und deutschen Fähnchen und singen ein Lied. Die Dorfbevölkerung ist da, Trommeln, Maskentanz- ein riesiges Tohuwabohu erwartet uns. Die Begrüßung ist überschwänglich und herzlich- einfach überwältigend! Teilweise haben wir Trauben von Kindern um uns herum und jeder versucht, sich irgendwo an einem festzuhalten- von den Fingern bis zur Schulter…

Zuerst wollen wir uns natürlich die Baustelle für unser neues Schulgebäude ansehen. Auch am Sonntag wird hier fleißig gearbeitet. Ein großer Berg Steine- von der Dorfbevölkerung vorbereitet, wird durch die Maurer in die richtige Form gebracht- in riesiger Hitze, mit einfachsten Werkzeugen, sitzen die Männer in der Sonne und schlagen die Steine zurecht. Die zukünftige Form des Gebäudes lässt sich schon gut erkennen- wir sind erstaunt, wie schnell das ging. Die Bauarbeiten sollen auf jeden Fall bis zur nächsten Einschulung im Oktober abgeschlossen sein.



Gleich nebenan wurde ein Becken für „Bauwasser“ errichtet. Der Brunnen dient momentan nur der Schule und für’s Zementmischen- die Dorfbevölkerung muss sich anderweitig versorgen, damit immer genug Wasser für den Bau da ist. Der Brunnen wird übrigens sehr gut angenommen, denn sein Wasser ist sehr viel klarer und sauberer als das der anderen !


Anschließend ist großes Palaver in einem der Klassensäle. Jeder darf sagen, wo ihn der Schuh drückt. Einer der Lehrer übersetzt simultan. Die Menschen sind glücklich über unsere Hilfe. Die Bevölkerung versucht, ihren Teil zu leisten, muss aber auch an die Bearbeitung ihrer Felder denken. Wir weisen nochmals mit Nachdruck darauf hin, dass die Männer beim Beschaffen der Steine helfen müssen- es soll sich eben entsprechend abgewechselt werden. Etwas Ärger gibt es um den neuen Direktor, der uns von der Schulbehörde gestellt wurde. Er verfügt zwar über viel Erfahrung und konnte schon einiges im Schulalltag verbessern, ist aber oft krank und hat ein gewisses Kompetenzproblem: er betrachtet sich als Entscheidungsträger, vergisst dabei aber, dass in unserer Schule (anders als in einer staatlichen) das Schulkomitee das Sagen hat. Nach einigen Diskussionen lässt sich aber auch dieses Missverständnis lösen.



Am nächsten Tag steht der Besuch während der Schulzeit an. Meist der härteste Tag, denn man muss überall vorbeischauen, mit den Lehrern sprechen, die Bilder der Patenkinder machen und dokumentieren, die Bilder der Paten überreichen (einige Kinder waren sehr traurig, dass sie kein Bild bekommen haben!!). Dazu kam dieses Mal noch das Verteilen der extra angefertigten Schul-T-Shirts. Es war gar nicht so einfach, die Shirts nach Größen zu verteilen. Die Kinder waren so begeistert, dass sie sich teilweise die eigenen Hemden gleich ausgezogen haben und sich halb nackt vor uns aufgereiht haben. Ralf war hinterher ganz KO und meinte, er habe noch nie so viele Kinder anziehen müssen J Aufwändig war auch das Auspacken, denn alle T-Shirts waren einzeln in Plastik verpackt, danach noch mal zehnerweise in Tüten und am Schluss noch im großen Sack. Bei den riesigen Problemen, die Afrika wegen des Plastikmülls hat, wollten wir keinen noch so kleinen Fitzel davon im Dorf zurücklassen, was anfangs für Belustigung gesorgt hat, später jedoch die Kinder zur Mithilfe angespornt hat! Es ist immer wieder bedrückend, wenn man – vor allem um die größeren Städte herum- die Berge von schwarzen Tüten auf den Feldern und in den Sträuchern sieht und die Tiere, die sie teilweise fressen….Zum Glück gibt es bereits einen Gesetzentwurf, der diese Tüten verbieten soll.

Die Hitze hat ihr übriges dazu beigetragen- an diesem Abend waren wir wirklich schlapp!


Zu unserem Programm gehörte auch der Besuch auf der Schulbehörde- natürlich eine zeitraubende Angelegenheit und mit langen Wartezeiten verbunden. Wir schaffen es dennoch, bis zum Direktor und seinem Berater vorzudringen und unser Anliegen vorzutragen. Die Männer betonen immer wieder, wie sehr sie die Unterstützung schätzen und dass sie sich bemühen, die von Partnern unterstützten Schulen auch selbst mitzufördern. So werden wir auf jeden Fall im Herbst den benötigten 6. Lehrer seitens des Staates bekommen und eventuell auch eine Unterstützung für die Kantine. Auch das Problem mit dem Direktor wurde angesprochen und wird hoffentlich bald gelöst werden. Hier also wirklich ein Erfolg!

In Segou haben wir Vertreter eines deutschen Vereins getroffen, die mit Unterstützung eines deutschen Augen-Spezialisten am Tag ca. 45 Operationen durchgeführt haben. Leider wurden sie von den lokalen Autoritäten nur schlecht unterstützt. Wir wollen herausfinden, wie so etwas hier im Dogonland angenommen würde und machen einen Termin beim Chefarzt der hiesigen „Klinik“. Schon im Dorf hat sich ergeben, dass der Bedarf bei der Bevölkerung vorhanden wäre. Das Gespräch ist schwierig, aber generell wäre so etwas durchführbar. Wir werden darüber nachdenken, ob wir uns mit dieser Problematik auseinandersetzen wollen oder nicht. Einstweilen hatten wir wieder jede Menge Brillen im Gepäck, die dankbar angenommen werden. Ausnahmsweise hatten wir auch ein wenig Kinderkleidung dabei – praktischerweise um die gespendete Kreide eines deutschen Sponsors im Koffer gut zu polstern. Generell möchten wir keine Kleidung mehr mitnehmen, denn vor Ort kann man mit relativ geringen Mitteln Kleidung kaufen und unterstützt damit ja auch nachhaltig das lokale Gewerbe in Mali. Es ist immer wieder schlimm, wenn man auf den Märkten den Inhalt unserer Altkleidercontainer sieht, für die die Händler in Afrika zahlen müssen (!) und die billiger sind als lokale Ware. Dabei bleiben die malischen Schneider natürlich auf der Strecke und es gehen Arbeitsplätze verloren.

Das sind die Dinge, die man natürlich erst nach und nach dazulernt. Deshalb haben wir ja unsere Schul-T-Shirts auch in Mali gekauft und bedrucken lassen. Auch wenn die Qualität sicherlich nicht mit der deutschen vergleichbar ist, kann man so doch der lokalen Industrie helfen!

Alles in allem konnten wir viele Dinge regeln und sind sehr zufrieden mit dem Fortgang des Projektes: der Brunnen funktioniert, das Schulgebäude wächst, der Unterricht wird immer besser und die Schülerzahl erhöht sich von Jahr zu Jahr.



Im nächsten Schuljahr wird für 2 Wochen ein Pädagoge der Schulbehörde unsere Schule begleiten und den Lehrern dabei helfen, ihren Unterricht zu verbessern. Auch das ist eine gute Sache.


Die im letzten Jahr angepflanzten Bäumchen werden von den Schülern mit Brunnenwasser versorgt und wenn das neue Gebäude steht, soll auch die Anlage des Schulgartens in Angriff genommen werden.



Die Tage in der Schule und den Dörfern haben wieder tiefe Eindrücke hinterlassen. Die Frauen von Djombolo Kanda haben zum Abschluß ein Fest veranstaltet mit Tanz und Trommeln und landestypischer Begrüßung…ich werde mich nur schwer daran gewöhnen, dass sie sich laut schreiend vor uns in den Sand werfen J



Auf der Rückreise nach Bamako haben wir uns auch noch viel angesehen: heilige Kaimane, die mitten im Dorf wohnen und eine wahnsinnig tolle Landschaft in Borko, nördlich von Mopti. Hier gibt es bizarre Feldformationen mit Auswaschungen und Höhlen, von denen wir einfach nur begeistert waren. Wer sich die Bilder ansieht, wird vielleicht annähernd nachvollziehen können, was ich meine…

Unsere Fahrt führte uns dann noch nach Sikasso und die dort gelegenen Wasserfälle an der Grenze zu Burkina Faso und weiter nach Bougouni. Auf diesem Teilstück war die Reise besonders für unseren Fahrer nicht gerade gemütlich: der Straßenbelag ist nur noch bruchstückhaft vorhanden und es gibt riesige Schlaglöcher. Wenn einem dann die riesigen und schlecht beladenen LKW’s auf der eigenen Seite entgegenkommen, kann man schon das Grausen bekommen- abgesehen davon, dass man die Straße ohnehin noch mit Ziegen, Hunden, Eseln, usw. teilen muss…

Unterwegs haben wir uns eine „Baumwoll-Entkernungsfabrik“ angesehen. Ich muss zugeben, dass es mir bis dato vollkommen unbekannt war, dass aus Baumwolle Speiseöl gewonnen wird….in der Baumwolle sitzt ein Kern, der auch nur schwer zu entfernen ist. In dieser Fabrik wird der Kern entfernt und die Baumwolle zur Weiterverarbeitung vorbereitet. In der Ölmühle, die wir uns dann natürlich auch noch angeschaut haben, werden riesige Berge von Baumwolkernen kalt gepresst und filtriert. Man lernt immer etwas dazu! Zum Beispiel auch, dass Cashew-Nüsse an Bäumen wachsen und an einem Cashew-Apfel hängen…oder dass unter der Nussschale eine ätzende Flüssigkeit ist, mit denen die Menschen sich Schmucknarben ins Gesicht „malen“….

Zum Abschluss gab es dann auch noch die Besichtigung einer Fabrik für „Beurre de Karité“ (Sheabutter). Ist ja bei uns in der Kosmetik mittlerweile auch ein Begriff. Hier wird aber 100prozentige Butter hergestellt, die besonders für trockene Haut oder bei Neurodermitis geeignet ist. In der Anlage wurden die Nüsse sortiert, gewaschen, zerkleinert, gekocht und die Butter anschließend mehrfach gewaschen und filtriert. Sehr interessante Sache. Natürlich haben wir auch Butter mitgenommen- wer interessiert ist, bitte melden J Übrigens: kochen und braten kann man damit auch- auch eine neue Erkenntnis ….

Alles in allem war das also auch eine sehr lehrreiche Fahrt. Am letzten Tag haben wir uns noch die Mandingue-Berge bei Bamako angeschaut und eine anstrengende Wanderung unternommen, bevor wir versucht haben, abends etwas Schlaf „vorzuholen“, denn der Abflug von Bamako ist für 03:30 nachts vorgesehen Der Flug war unruhig, die Landung in Casablanca im stürmischen Regen. Das Umsteigen eine einzige Rennerei, aber wir haben es geschafft, auch wenn Jeremias den ersten Kreislaufkollaps seines Lebens überstehen musste L Am Schluß dann doch noch eine Stunde Abflugs-Verspätung wegen Schneeschauern in Frankfurt…

Und zu allerletzt dann noch 2 Stunden Schlangestehen in Frankfurt, weil das gesamte Gepäck in Casablanca geblieben ist. Immerhin: nach 4 Tagen ist jetzt alles heil bei uns angekommen und man kann die Reise als erfolgreich abgeschlossen betrachten.

Zu alledem, was ich Euch/Ihnen jetzt erzählt habe, gibt es natürlich auch Bilder: wie immer unter www.schule-mali.de unter „Bilder“



Freuen würden wir uns, wenn Ihr/Sie alle wieder schön Reklame für’s Projekt machen würdet, denn es gilt weiterhin: jeder Euro zählt! 2 Euro pro Kind und Monat werden benötigt, um es in die Schule zu schicken und mit einem Mittagessen zu versorgen und kein Betrag ist zu gering, um diesen Menschen helfen zu können.



Danke für’s Lesen und bis bald

Liebe Grüße

Silke, Ralf und Jeremias
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Beitragvon Veronica africa » 27.02.2010 10:19

Hi,

ist ja toll, was Ihr da macht. Ich habe bloss mal einige Fragen zu dem Thema. Vielleicht ist ja mein Mathe ein bisschen verstaubt, aber ich kann nicht nachvollziehen, wie 1 EUR ein Kind 1 Monat lang unterstuetzen soll. Das habe ich schon bei vielen Projekten gelesen und kann es immer nicht verstehen.

Das andere ist...wie ist die Qualitaet des Unterrichts und was koennen die Kinder NACH dieser Schule anstellen? Wieder in der Landwirtschaft arbeiten oder studieren gehen?

Danke fuer Deine Antwort!

Gruss und viel Glueck!

Veronika
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Beitragvon Schmitt.silke » 27.02.2010 13:04

@ Veronica Africa
Danke für Deine Fragen - es ist eigentlich ganz einfach. Dieser eine Euro bezahlt die Schulgebühren für ein Kind. Da dies hier keine staatliche Schule ist- von denen gibt es nämlich leider nicht genug- müssen die Schulkinder mit monatlichen Beiträgen die laufenden Kosten decken. Der Großteil dieser Kosten sind ganz einfach die Gehälter der Lehrer. Dazu kommen dann noch Kreide, notwendige Reparaturen etc. Die Schule wird momentan von knapp 200 Schülern besucht und wir brauchen knapp 400 Euro um die Schulgebühren plus das Essen für die Kinder zu zahlen und daher eben auch die Rechnung: 1 Euro für die Schule und 1 Euro fürs Essen...

Die Qualität des Unterrichts ist gar nicht sooo schlecht. Diese Schule deckt die ersten 6 Jahre ab und ermöglicht den Grundabschluss. Danach kann eine weiterführende Schule besucht werden. Auch wenn die Kinder das vielleicht nicht alle können, so haben sie doch den Vorteil, lesen und schreiben zu können, was in diesem Land nicht selbstverständlich ist und was man ja eigentlich für jede Betätigung dringend braucht! Ausserdem vertreten wir die Auffassung, dass eine gewisse Bildung nunmal der Grundstein für alles im Leben ist und auch den "Kopf öffnet" für andere Dinge. Ich finde, Bildung ist der nachhaltigste weg, zu helfen.

Liebe Grüße
Silke
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Beitragvon Veronica africa » 27.02.2010 23:33

...ok, danke! HAb's verstanden, ich finde aber das "was danach" trotzdem wichtig! Ein traditioneller Bauer oder Schafhirte muss doch nicht lesen koennen, wenn er eh sein "normales" Leben weiterfuehrt, oder? Im Subsahara Afrika z.b. WOLLEN viele gar nicht zur Schule, weil dann keine Zeit mehr ist, die wichtigen landwirtschaftlichen Arbeiten zu machen. Wenn Bildung, dann sollte man auch sichergehen, dass es auch weitergeht, denke ich.

Ein anderer Ansatzpunkt ist der: Geht es dann nicht bestaendig weiter mit der Hilfe und Unterstuetzung? Wieviel haben wir dann auf den Schultern, wenn wir der gesamten dritten Welt lesen und schreiben beibringen (und das ist nur eine Sparte...) und viele ihr Leben sowieso nicht aendern, weil fuer sie eventuell der "westliche" Lebenswandel ueberhaupt nicht erstrebenswert ist. Wir haben bei uns in Europa z.b. einen beschaemend hohen Anteil an illiteraten Menschen! Und Obdachlosen! Und an der Armutsgrenze lebenden Menschen.

Ich habe mal gelesen -und stimme mit dem ueberein- dass wir Weissen uns gerne herauspicken, was wir an anderen Kulturen schaetzen und was nicht. Wir moegen, dass z.b. Afrikaner in traditionellen "Kostuemen" herumlaufen und tanzen, aber das sie ihre Frauen beschneiden verurteilen wir auf's Strengste. Entweder eine Kultur ganz oder gar nicht. Und so ist es andersherum auch. Das weisse Geld ja, aber den kompletten Lebensstil eines Europaers? Nein!

Ein Wille zur Aenderung sollte von den dortigen Menschen selbst kommen und nicht oktroyiert werden - ansonsten sind wir nichts weiter als moderne Kolonialisten - vielleicht mit guten Absichten, aber trotzdem Kolonialisten.

Und wir sehen doch auch, dass UNSER Lebenswandel langsam aber sicher auseinanderbricht, wir koennen lesen und schreiben und sind gebildet, aber zerstoeren uns gegenseitig, die "Arm-Reich-Schere" geht immer weiter auseinander, unsere Oekonomien sind angeschlagen, aber anstatt uns zuammenzureissen, schaffen wir unsere restlichen Finanzen dahin, wo sie einfach verpuffen.

Ich schaetze den guten Willen des Projektes, aber sehe nicht, dass es grossartig ueber das hinausgeht. Schade...

Gruss
Veronica africa
 
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Beitragvon Schmitt.silke » 28.02.2010 09:41

Na ja, der Wille, die Schule zu bauen, kam ja von den Menschen dort und nicht von uns. Sie haben es von der finanziellen Seite her aber nicht geschafft, das ganz alleine zu machen, deshalb unterstützen wir sie dabei.
Den Großteil der Arbeit und Verwaltung leistet nach wie vor die Bevölkerung. Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, aber auch der traditionelle Schafhirte möchte durchaus in der Lage sein, zu rechnen und sich zu informieren. Ich weiß nicht, aber auf unseren Reisen sehe ich immer wieder, wie interessiert die Menschen dort an allem sind und wie sehr es viele vermissen, lesen zu können. Bildung ist ein Fundament, oft ergeben sich andere Dinge dann ganz von selbst. Das Thema mit der Beschneidung z.B. ist so eines. Ab einem gewissen Bildungsstand und Lebensstandard verschwindet es (langsam...) von der Bildfläche.
Es gibt nicht einen einzigen erstrebenswerten Lebensstil, aber durch Bildung und dadurch verbesserbare Lebensumstände ließen sich viele andere Dinge auf der Welt vermeiden.
LG
Silke
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Beitragvon Alexander » 28.02.2010 10:18

Hallo Veronika,

Es wird niemand gezwungen, zur Schule zu gehen. Auf der anderen Seite kann aber auch nicht jeder Bauer sein.

Dieses Projekt stellt nicht eine kurzfristige Hilfe dar. Sie ist langfristig angelegt, da die Nachhaltigkeit eines Hilfsprojektes von Bedeutung ist. Auch das Wüstenschiff unterstützt dieses Projekt mit Patenschaften und finanziellen Mitteln die wir von den Wüstenschiffern bekommen und aus unseren Werbeeinnahmen.

Bildung hat nicht notwendigerweise etwas mit Änderung des Lebenswandels zu tun und schon gar nicht mit der Anpassung an den westlichen. Vielmehr ist Bildung die Grundlage zur Selbständigkeit und ein Schritt zur Unabhängigkeit.

Sicherlich kann ein kleines Privatprojekt wie dieses nicht die gesamte Dritte Welt abdecken. Das ist weder möglich, noch in diesem Rahmen gewollt. Es erwartet von dir niemand, dass du auf dem Sterbebett noch deine letzten Medikamente abgibst. Aber mit der Einstellung Jeder ist sich selbst der Nächste kommt man mit Sicherheit auch nicht weiter.

Grüsse
Alexander
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Beitragvon Jürgen Kempe » 28.02.2010 20:27

Danke für die Klarstellung, Alexander! (Das jeder darf und niemand muss)

Bitte stell' nochmal die Bankverbindung hier ein, ich find' sie grad' nicht.

Gegen eine Spende für's Projekt kann ich zur Verfügung stellen:

1.: die 2 CD'S für GPS-Navigation "TPC Nordafrika 1 : 500.000" [ex € 99,95)

2.: 1 CD "Tunesien 1 : 200.000" (ehem. € 56,95)

Versand könnte per Post an via PN übersandte Adresse erfolgen (oder, bei Bedenken wg: Anbieter :wink: , ggf. über Alexander[?]).

Abzugeben sind noch div. alte Jahrgänge "Tours"-Zeitschriften (hier schon früher 'mal angeboten, heute kolo -ggf. geg. Spende, s.o.); allerdings nur Selbstabholung Nähe Hamburg.

Gute Vorbereitung auf die neue Woche wünscht Jürgen Kempe
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