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Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

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Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Steppenwolf » 17.01.2015 22:03

Marokko über den Jahreswechsel 2014-2015

Eigentlich wollte ich gleich in den wärmeren Süden….Auszüge aus meinem Reisetagebuch…..

Los ging die Fahrt am 18.12.2014 am späten Nachmittag. Leider ohne meinen Nordstern, mit dem ich die letzten 2 Jahre Marokko bereiste. Er begleitete mich jedoch jeden Tag.

Wie immer, war es eine ungeplante Tour. Fixer Termin in Marokko war der 31.12.2014, wo ich mich mit Freunden, die auch im Land unterwegs waren, irgendwo im Süden treffen wollte.

Das Zebra freute sich schon wieder auf das herrliche Marokko.
In 2 Stofftaschen war meine Kleidung für 3,5 Wochen verstaut. Mehr braucht “mann“ nicht. Eine halb gefüllte Tasche hätte jedoch gut gereicht.

Im Zebra war viel Platz für neue und gut erhaltene Kleidung sowie Schuhe. Weiterhin viele Lebkuchen und leckere Dominosteine. Weihnachten stand vor der Tür. Und in Marokko gibt’s es so etwas Leckeres nicht.

Für evtl. Einladungen hatte ich noch Gastgeschenke für Kinder, Frauen und Männer mitgenommen.

Auch an Wurstdosen hatte ich gedacht. Es könnte je wieder vorkommen, dass ich Langzeitreisenden begegne, die sich auf eine schwäbische Schinkenwurst, Leberwurst oder Lyoner freuen.
Im Nachhinein konnte ich einige Reisende damit glücklich machen. Martin, den Steppenwolf und sein Zebra und die leckere Büchsenwurst werden sie nie vergessen.

Nach einem größeren Stau um Zürich traf ich fast pünktlich bei Roli und Esther in Luzern ein. Hier zog ich gern die Handbremse. Es erwartete mich ein sehr leckeres Käsefondue. Danke euch Beiden für den schönen Obig und die Folienzuschnitte.

Das Zebra wollte nicht über Nacht alleine auf dem Parkplatz Nr. 6 stehen. Gemeinsam fuhren wir auf der fast leeren Autobahn bis nördlich von Lausanne. Auf einem Autobahnparkplatz verbrachten wir die Nacht.

Marokko ruft.
Im Arbeitszimmer die Standheizung für die gesamte Wohnung eingeschaltet, wieder für 10 Minuten im Schlafzimmer in den kuscheligen Schlafsack gekrochen, dann in der Küche Kaffee gekocht und etwas schlonziges gefrühstückt, ab ins Bad, alle Zimmer aufgeräumt und weiter ging´s bei zunehmendem Sonnenschein gen Südwesten über Genf, Valence, Montpellier bis, Perpignan. Hier noch einen riesigen Supermarche besucht, leckere Dinge gekauft und etwas Essbares im Restaurant verhaftet.

Hola Espana.
Bis kurz nach Barcelona bin noch auf der Autobahn gefahren. In dem kleinen Küstenstädtchen Altafulla auf einem Parkplatz, direkt mit Strandzugang, verbrachte ich die Nacht. Die mobile Polizeistreife passte auf den Fremden mit dem komischen Auto auf.

6.30 Uhr, die Standheizung arbeitet. Es ist mollig warm in meiner Wohnung. Kein Bäcker hatte geöffnet. Kaffee gemacht und einen Strandspaziergang, der Polizeistreife zu gewunken, wieder in den Ortskern geschlappt. Alle schliefen. In der Küche auf die Reste des Vortagsbaguettes zurückgegriffen, leicht auf dem Gaskocher angeröstet, Butter drauf, reingebissen. Es war lecker.

Weiter ging die Fahrt auf der N 340, die am sonnigen blauen Meer entlang führte. Es war Erntezeit. Orangen wurden am Straßenrand angeboten.

Kurz nach Peniscola meldete meine Blase dem Gehirn, dass ich mal einen kurzen Stopp einlegen solle.
Es sah gut aus für einen Halt. Meine Blase freute sich. Kleine Wege links und rechts neben der Straße, Bäume, Hecken und Büsche. Eigentlich ideale Plätze um den spanischen Boden zu bewässern, wenn an den Zufahrten nicht immer Stühle gestanden hätten. Oft saßen auf diesen, hübsche jüngere oder auf jung geschminkte Frauen mit umgehängten Handtaschen, das linke Bein über das rechte gelegt. Sie verkauften keine Orangen sondern boten ihre Dienstleistungen an und mir versperrten sie die Zufahrt zu einem geschützten Busch. Die Blicke der Damen und ihr aufforderndes Lächeln veranlassten mich immer mal kurz zu winken. Dieses wurde auch meist erwidert.
Mein Blasendruck war für die nächsten Kilometer plötzlich verschwunden und mein Gehirn mit anderen Dingen beschäftigt. Ja, ich fand noch ein einsames Plätzle.

Wieder völlig entspannt schaute ich mir mal die Landkarte an. Ziel war eigentlich Algeciras und hier mit der Fähre schnell rüber nach Ceuta.
In Almeria legten auch Fähren nach Mellila und Nador ab. Dauert halt etwas länger, das Wetter war gut, also kein Seegang, den ich nicht vertrage. Und diese Ecke in Marokko kannte ich noch nicht. Lust zu fahren hatte ich auch keine mehr.
Vor einem Supermarkt bremste ich noch kurz. Ich bunkerte noch ein einige Flaschen spanischen Rotwein und viele Dosen Bier und fuhr einfach mal an den Hafen von Almeria.
Hier traf ich gegen 20 Uhr ein. Es war sehr viel los. Eine Fähre legte gegen 23 Uhr ab. Leider war kein Platz mehr für das Zebra frei.

Ich kaufte ein Ticket für die 11 Uhr Fähre nach Nador für den nächsten Tag und übernachtete auf dem Parkplatz im Fährhafen. Hier mit einigen netten Marokkanern gesprochen und süßes Gebäck angeboten bekommen.

Gut ausgeschlafen und gut gefrühstückt begann der neue geschenkte sonnige Tag. Frauen, Männer und Kinder stiegen verschlafen und verspannt aus ihren voll bepackten Autos aus.

Am Hafen lernte ich Frank kennen, der mit seiner Truppe auch auf dem Weg nach Marokko war. Er fragte, ob ich der Steppenwolf bin. Er fragte, ob dies meine Mobilnummer ist. Diese hatte er von einem, mir Bekannten erhalten.
Er fragte, ob ich bei der Firma Paul Leibinger arbeiten würde. (steht auf der Kennzeichenhalterung am Zebra). Wir hatten in der Vergangenheit schon beruflich Kontakt auf Messen, ohne über unsere Hobbies zu sprechen. Die Welt ist so klein.

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Frank und seinen Begleitern begegnete ich dann öfters in Marokko. Manchmal rein zufällig. Kontakt hatten wir jedoch oft über das Handy.

Die Fähre legte gegen 12.30 Uhr ab. Alle Einreiseformalitäten konnten auf dem Schiff erledigt werden. Lange Warteschlangen vor dem Schreibtisch.
Der Zöllner wollte auch meine Grüne Versicherungskarte sehen. Gesehen hatte er auch, dass diese bis 31.12.2014 gültig ist. Ich dann auch. Er fragte, wie lange ich mich in Marokko aufhalten werde, drückte den Stempel in den Reisepass und wünschte mir eine schöne Reise.
Am nächsten Tag habe ich bei meiner Versicherung angerufen, dass diese mir eine neue Karte per Post nach Hause zusenden. (Wurde auch umgehend gemacht).

Die 6 Stunden Überfahrt bis zum Hafen nach Nador gingen, bei weitgehend ruhiger See, schnell vorbei. Das Zebra war um eine Stange Zigaretten schwerer.

Die Zollabfertigung ging recht flott, wenn da nicht die schleimigen Schlepper gewesen wären, die die Urlauber aus Europa gleich auf eine Nebenspur am Zoll lotsten. Nachdem ich kurz laut geworden bin, hatte ich meine Ruhe.

Es war schon dunkel. In Nador und Umgebung wollte ich nicht übernachten. Über Selouane bin ich weiter Richtung Süden auf der N 19 geschlichen. In der Nähe von Taourirt bin ich auf der Autobahn in Richtung Fés abgebogen. Kurz vor Guercif habe ich auf einem Autobahnrasthof übernachtet.

Das Zebra war das einzige Fahrzeug auf dem Parkplatz. Hier den Luxus einer sauberen Toilette genossen, einen frischen Kaffee und ein Croissant verhaftet.
Den Blinker setzte ich an der Ausfahrt die mich in die Stadt Taza führte.
Hier war gerade großer Souk. Gleich geparkt und 2 Stunden über den interessanten regionalen Markt geschlendert und das Treiben beobachtet. Ich liebe dies und könnte Tage auf solchen Märkten verbringen.

Mit meinen wenigen Dirham, dich noch ausgegraben hatte, konnte ich mir ein Omelette, dazu einen leckeren Pfefferminztee leisten. Serviert wurde das Menu ohne Besteck. Auch für etwas Obst hatte das Geld gereicht. Zum Tanken nicht.

Auf dem Weg zurück zur Taxe wurde gerade eine Mercedes Sprinter 207, wie sie zu zehntausenden in Marokko herumkurven, beladen. 3 mittelgroße Kühe, 1 Kalb und ein Schaf. Für einige Strohballen wurde auch noch Platz gemacht.

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Der Dentist auf dem Souk bei der Arbeit.

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Entspannung.
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Leckeres.
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Das Zebra rief nach Futter, der Geldbeutel nach Dirham, das Handy nach der Maroc Telecom SIMCARD. Alles konnte schnell in der Stadt erledigt werden.
Anhalter:

Während meiner Tour durch das wundervolle Marokko hatte ich je nach Lust und Laune und Sympathie immer Anhalter mitgenommen. Lust und Laune hatte ich oft.

Einzelne Personen, mehrere, ältere und jüngere Männer und Frauen, Jugendliche, Frauen mit Kindern, eine hochschwangere Frau schnell zum Arzt gebracht… Mit keinem, wenig oder viel Gepäck, Wenn ich 2 Personen mitgenommen hatte, wollten diese immer zusammen vorne einsteigen. Sieht man ja in den überfüllten Taxis sehr oft. Meine Mitfahrer genossen diesen Luxus.
Einige stellten sich zuerst vor, gaben mir die Hand, andere zeigten mir ihren Ausweis, war auch mal ein Polizist dabei, andere wollten Fahrtgeld bezahlen, eine stolze ältere Berberfrau küsste mir die Hand, Männer umarmten mich und es gab Küsschen….. usw.
Schön war es immer, wenn wir uns verständigen konnten, insbesondere dann, wenn die Fahrt ins nächste Dorf oder in die nächste Stadt lange dauerte. So konnte ich etwas über das Leben der Menschen deren Alltagssorgen erfahren. Politische Diskussionen waren ab und an auch ein Thema.

Nach den ersten Erfahrungen mit den Anhaltern hatte ich immer Mandarinen und Brot dabei, später auch frische Datteln aus einer Oase im Süden, die ich meinen Fahrgästen immer anbot.

Viele Anhalter senkten die Hand, als sie das Zebra sahen. Ist ja ein Tourist. Und gerade hier hatte ich oft, zur Überraschung dieser Menschen, angehalten.
Alleine von diesen vielen positiven Erlebnissen könnte ich ein Büchlein schreiben.
Nur einmal hatte ich einen Schwätzer mitgenommen, der mir etwas auf den Zeiger ging. Wenigstens hatte er ein paar schöne Fotos von mir gemacht.

Auf der Landkarte sah ich, dass sich etwas südlich von Taza der Nationalpark Diebel Tazzeka befindet. Sehr schöne Ecke und tolle Landschaften und Aussichten auf die schneebedeckten Berge. Schmale Straße mit vielen Schlaglöchern die westlich von Taza wieder endet.

Ich wollte ja in den Süden.

Auf halber Strecke bin ich dann grob in Richtung Tazouta abgebogen. Teilweise auf unbefestigten Wegen, die nicht in der Karte eingezeichnet sind.

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Unterwegs habe ich einen Grundschullehrer mitgenommen, der etwas englisch sprechen konnte. Die Einladung zum Tee bei der Familie lehnte ich dankend ab.

Es war die Zeit, wo die Bauern ihre Felder bestellten.
Überall wurde gearbeitet und mit Eseln oder Maultieren gepflügt. Ich sah mir das natürlich aus der Nähe an und kam mit 2 Bauern in Kontakt. Drisse hieß der Jüngere.
Mit Händen und Füssen wurde alles erklärt. Sie pflanzen Pistazienkerne ein. Ich durfte mit dem Holzpflug und den beiden davor gespannten Maultieren auch mal eine Furche ziehen. Gerade war diese nicht. Die beiden Maultiere hörten nicht auf meine Kommandos, die mir Drisse zuvor gesagt hatte. Beide Bauern lachten. Die Maultiere wahrscheinlich auch.
Ausgelacht hatten mich die netten Bauern nicht, sondern zum Tee in das nahegelegene Haus eingeladen. Es war schon später Nachmittag. Ich wollte noch einige Kilometer weiter gen Süden und lehnte die Einladung dankend ab. WP habe ich gespeichert. Vielleicht beim nächsten Mal. Danke Drisse.

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Ich schlich weiter.
Die langsam untergehende Sonne ließ die Landschaften in einem schönen Licht erscheinen. Oberhalb eines Oueds übernachtete ich. Es war der 22.12.2014. Ein einsamer langer Abend. Zum ersten Mal auf der Tour habe ich im Schlafzimmer im 1. OG geschlafen.

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Heute bin ich recht früh aufgestanden. Ich hatte etwas versteckt geparkt und stellte das Zebra erst einmal zum Auftauen in die Sonne. Draußen war es bitterkalt. Im Wohnzimmer nicht.

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Habe lange gebraucht, bis ich losgefahren bin. Ki. fragte per SMS auch nach einem frischen heißen Kaffee.

Ein Ziel hatte ich heute nicht.
Nur weiter in Richtung Süden. Vielleicht am 24.12. zum CP Zebra an den Wasserfällen in Ozoud. Vielleicht ist, der mir noch unbekannte Christoph da, dem ich hier im Wüstenschiff Forum ich einen Lebkuchen versprochen hatte.

Grobe Richtung war die Stadt Boulemane. Die Fahrt führte über ein riesiges Hochplateau auf ca. 1.800 m Höhe. Wieder herrliche Aussichten auf die schneebedeckten Berge und die weite Hochebene.

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Habe einen älteren Mann mitgenommen, der kaum in die Taxe einsteigen konnte. Anstelle ihn wieder an einer Kreuzung an der Hauptstraße abzusetzen, habe ich ihn noch 4 km in ein größeres Dorf gefahren und direkt vor der Polizeistation mit meiner klappbaren Trittstufe aus dem Auto geholfen.
Da sah der Polizist und danke mir auch. Ein Glas Tee wurde mir ohne zu fragen serviert.

In Boulemane angekommen deckte ich mich mit Lebensmitteln ein und mein Magen freute sich über eine warme Mahlzeit.

Ca. 60 km südlich von Boulemane fuhr ich in Richtung Westen. Grobes Tagesziel war die Provinzstadt Khenifra. Auf der Landkarte waren 2 schöne Strecken zu dieser Stadt eingezeichnet.

Kann sein, dass ich etwas von der Straße abgekommen bin, oder diese so miserabel war. Die Landschaft war wieder traumhaft schön, die bereits schlechte Straße ging in eine schmale Piste über. Durch das Tauwetter war der Weg teilweise recht schlammig, an den Nordseiten lag Schnee, die Piste oft mit dicken Eisschichten belegt.

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Mit Untersetzung bin ich viele Kilometer durch irgendwelche Wälder geschlichen. Hatte mehrmals überlegt, wieder zurückzufahren.

Irgendwann wurde der Weg wieder einigermaßen befahrbar. Autos hatte ich in diesen Stunden keine gesehen. Manchmal Menschen, die in einfachen Zelten wohnten und im Wald arbeiteten. Bei Mohamed, dem einsamen netten Schäfer, hatte ich ein Päusle gemacht.

Erste Häuser und Gehöfte sowie Strommasten zeigten, dass ich wieder in der Zivilisation angekommen bin. Das erste Mal auf der Tour, dass Kinder nach Stilos fragten. Konnte jedoch keine verkaufen.

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Die Sonne machte bald Feierabend. In Khenifra würde ich bei tiefer Dunkelheit ankommen. Aufgrund der schlechten Straße bin ich ca. 25 km vor dieser Stadt bei Dunkelheit in einen Waldweg abgebogen. Ich zog die Handbremse und den Zündschlüsssel.

Hundegebell war zu hören. Ich war also nicht alleine in meinem dunklen Wald. Dennoch hatte ich keine Lust mehr, mir einen anderen Platz zu suchen.
Draußen war es bitter kalt auf ca. 1.700 m Höhe, Schneereste waren zu sehen. Manchmal hörte ich auch Esel oder Maultiere, die an der Taxe vorbeitrabten. Es war schön, dies zu hören.

Heute ist der 24.12.2014. Wo ich wohl übernachtet hatte?

Ich hörte Vogelgezwitscher, krähende Hähne, Hundegebell, roch Rauch. Wo sind die Menschen?

Die Sonne schlief noch. Häuser sah ich nicht. Das Frühstück fiel spärlich aus. Die Spannung stieg. Ich wendete, obwohl mich interessierte, wohin dieser Waldweg mich führen würde.

Heute war Ozoud mein Ziel. Dies könnte ich bequem schaffen. Auf dem CP Zebra soll es immer ein leckeres Weihnachtsmenu geben und vielleicht treffe ich dort Christoph.

Als ich aus dem Wald fuhr, sah ich an einem Hang einzelne Gehöfte. Sehr einfache Häuser, eigentlich Bretterverschläge mit Folien gegen die Nässe geschützt. Wie können die Menschen hier leben, fragte ich mich.

Das Zebra brachte mich zurück auf die Hauptstraße. Ich musste immer an die Menschen denken, die hier am Hang ihr Leben fristeten.
An der Hauptstraße angekommen drehte ich nochmals um, und fuhr wieder in Richtung Wald. Kleidung und Schuhe würden hier sicherlich gut gebraucht. Es ist auch Weihnachten und die Zeit Gutes zu tun.

Oben am Hang sah ich einen dunkel gekleideten Menschen, der neugierig auf uns blickte. Ich stoppte, kurbelte die Scheibe herunter und winkte aus dem Fenster. Der neugierige Mensch war eine junge Berberfrau.

Hssna war ihr Name. Ich stieg aus, und zeigte ihr warme Kleidung und Schuhe. Ja, sie nahm die Taschen gerne an, sie freute sich und lud mich zu einem Tee ein. Nach dem spärlichen Frühstück und der noch anhaltenden Kälte nahm ich ihre Einladung an. Schön, wenn “mann“ Zeit hat. Und neugierig war er natürlich auch.

Ich stellte das Zebra ab. Über einen steinigen schlammigen Hang ging es direkt hinauf zum Haus.

Der mittelgroße Hofhund, er hörte auf den Namen Monis, verteidigte sein Revier und kam manchmal zähnefletschend sehr nahe an meine Waden heran. Als ehemaliger Hundebesitzer hatte ich großen Respekt vor Monis. Irgendwie schaffte ich es noch in die warme Stube zu kommen.

Natürlich vorher die Schuhe ausziehen. Es waren noch 2 weitere jüngere Frauen im Raum. Fatima und Aiche, die Schwestern von Hssna.

Tee wurde zubereitet. Brot und zwei kleine Schalen, eine gefüllt mit Olivenöl, die andere gefüllt mit Marmelade wurde auf den niedrigen runden Holztisch gestellt. Der einzige in der Hütte. Ich setzte mich auf den Teppich, ganz nah am wärmenden Ofen, erschreckte plötzlich als meine Socken dampften, und fragte mich, wo ich hier gelandet bin.

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Es war wie in einer anderen Welt und richtig gemütlich in diesem Raum, der als Aufenthaltsraum, Küche und Schlafzimmer der Mutter diente. Die jungen Frauen knieten oder saßen neben mir.

Die Kommunikation erfolgte meist in Zeichensprache. In der Berberfamilie wurde nur Amazigh gesprochen. Teilweise auch arabisch. Französisch nicht.

Das Gehöft.
Es bestand aus mehreren Hütten. Eine diente als Mittelpunkt und Aufenthaltsraum, Küche etc. Diese war als einzige beheizt.
In einer anderen Hütte war das Schlafzimmer der 3 Frauen. Die geistig behinderte Schwester, Nadema, hielt sich in einer anderen Hütte auf und wurde von der Familie versorgt und gepflegt. Nadema hatte ich dreimal während meines Aufenthaltes kurz gesehen.
Eine weitere Hütte diente als Lagerraum, zwei als Stall für die 3 Esel, die Ziege und die Hühner und die Toilette. Der Backofen befand sich in einem kleineren Verschlag.

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Strom und fließend Wasser waren nicht vorhanden. Gasflaschen hatte ich keine gesehen.

Auf dem Dach der Hütte des Schlafzimmers war ein kleineres Solarmodul installiert.

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Innen im Schlafzimmer der 3 Frauen sah ich den Spannungsmesser und eine Autobatterie, die als Stromversorgung diente. Im Schlafzimmer und im Aufenthaltsraum hing jeweils eine Birne an der Decke. Im Schlafzimmer kein Ofen.

Ein älteres kleines stark beschädigtes und krächzendes Radio war das Tor zur Welt nach draußen.

Das Wasser musste in Kanistern mit dem Esel in einer ca. 1 km entfernten Quelle geholt werden.

Jede der Frauen hatte ein älteres Nokia Handy. Telefoniert wurde oft.

Das war die Ladestation für die Akkus der Handys. 24 Stunden immer im Dauerbetrieb.

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Müll entstand so gut wie keiner. Wurde alles von den Tieren verwertet, bzw. im Ofen verbrannt. Die Esel freuten sich immer über die Mandarinenschalen, die Katzen über Eierschalen.

Nun saß ich mit den 3 netten Frauen am Ofen. Wir frühstückten gemeinsam am einzigen runden und niedrigen Holztisch. Nicht ohne vorher die Hände zu waschen. Ich kam aus dem Stauen nicht mehr heraus. Wie es doch in so einer einfachen Hütte so urgemütlich und kuschelig sein kann. Ich fühlte mich wohl. Glaube meine Gastgeberinnen auch.

Sie beobachteten den fremden Mann sehr genau. Ich sie auch.

Ich versuchte zu erklären wo ich wohne, wo in Marokko angekommen bin, was ich schon vom Marokko gesehen hatte und wo ich vielleicht noch hin wollte. Außer im Radius von ca. 25 km um das Haus hatten die Frauen noch nichts vom ihrem schönen eigenen Land gesehen. Europa war ihnen Fremd.

Sie schauten immer auf die Ablage in der Küche, wo einige Farbeimer als sicherer Aufbewahrungsort für das Mehl und andere Hülsenfrüchte und Lebensmittel diente. Ab und zu verirrte sich auch mal ein Huhn im Raum. Die 3 Schmusekatzen durften bleiben. Die Hühner nicht.

Irgendetwas hatten die Frauen vor. Ob ich etwas mit dem Auto holen solle. Dachte an diverse Lebensmittel, die schwer oder aufwändig zu transportieren waren.

Hssna und Fatima gingen mit runter zum Zebra. Monis, der Hofhund, zeigte mir wieder deutlich, dass er mich nicht mochte.

An der Taxe angekommen blickte ich wieder in die fragenden Gesichter von Fatima und Hssna. Sie sahen in den Innenraum. Was stimmte hier wohl nicht ?.

Wir fuhren auf einer schmalen schlechten Straße ca. 10 km bis zu einer Schule. Eine solch schöne Schule hatte ich selten in Marokko gesehen. Innerhalb der ummauerten Schule war alles blitzeblank und aufgeräumt.
Der Direktor begrüßte uns. Welch ein Glück, er sprach gut englisch. Ich atmete tief durch. Fotos durfte ich machen. Auch die Frauen hatten nichts dagegen.

Er informierte mich über die Familie wo ich gerade war. Berberfamilie, Mutter mit 4 Töchtern, keine davon hatte eine Ausbildung, der Vater ist vor vielen Jahren gestorben.

Die Familie kocht Mittagessen für die Schüler für eine der 4 Schulen in der ländlichen Region. Der Direktor ist für alle diese Schulen verantwortlich.

Wir waren am Stützpunkt, der Zentrale der 4 Schulen. Hier wurden alle Lebensmittel gelagert. Nun hatte ich also den Sinn der Fahrt verstanden. Mit den Eseln wäre es bestimmt einen Tag Arbeit gewesen, alle Lebensmittel zum Haus zu transportieren.

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Nur war mir auch klar, weshalb die beiden Frauen den Innerraum des Zebras mit großen Augen anschauten.
Geladen wurden 7 große Mehlsäcke, weitere Säcke mit Linsen, Hirse, verschiedene Kartons mit Käse und Ölsardinen. Alles wurde verstaut. Der Innenraum der Taxe war mit einem weißen Mehlschleier überzogen. Ich auch.

Den Frauen war es peinlich, dies mit anzuschauen und entschuldigten sich mehrmals.

Die Straßenlage war nun sehr gut. Die Motorleistung des PZJ 75 nicht.

Ich kam schon ins Schwitzen, als sich daran dachte, die ganze Ladung den Hang hinauf bis zum Haus zu tragen. Bis dahin wusste ich noch nicht, dass 2 Esel diese Arbeit übernehmen werden.

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Wieder unterhalb des Hanges die Taxe abgestellt, Uns schon kam Aiche mit 2 Eseln an. Ich durfte auch mal probesitzen.

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Nach dem entladen sah ich das ganze Chaos im Innenraum. Die Frauen wollten sofort mit der Reinigung beginnen. Auch meine Kleidung wollten sie waschen, was ich ablehnte. Ich bedankte mich für die Einladung und wollte weiter nach Ozoud fahren.

So einfach war das nicht. Ich solle doch noch zum Mittagessen bleiben. Hungrig war ich, die Frauen nett.

Also kurz den Innenraum etwas entstaubt und mit hoch zum Haus gelaufen. Monis, der Hund, freute sich nicht. Ich ignorierte ihn einfach.

Die Lebensmittel wurden in einer separaten Hütte eingelagert. Den Innenraum der Taxe reinigten die Frauen umgehend. Meine Hosen durfte ich anbehalten.

Es roch gut aus dem großen Raum. Schuhe aus, Hände waschen, sich es am Ofen und Tisch gemütlich machen.
Die Tajine mit viel Gemüse und etwas Hühnerfleisch wurde auf den Tisch gestellt, dazu Brot. Besteck gab es nicht.

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Mit dem Brotstücken das leckere Essen aufgenommen. Ein Becher, gefüllt mit Trinkwasser war für alle gedacht. Ja, es schmeckte mir sehr gut.

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Zum Nachtisch gab es Apfelstücke und wieder die Hände mit lauwarmen Wasser gewaschen.

Wir alle machten es uns auf dem Teppich am warmen Ofen gemütlich. Draußen schien die Sonne. Ein leckerer Tee wurde aufgesetzt.
Nun kam die Mutter von der Arbeit im Wald zurück und begrüßte den Fremdling aus Allemagne, der allein unterwegs war. Im Wald lebten auch Berberaffen.

Ein lautes Geschnatter ging los. Umgehend wurde der Mutter alles vom Tage berichtet.

Bevor die Sonne unterging wollte ich mich aus dem Staub machen. Die Mutter, eine große, schlanke, stolze selbstbewusste Berberfrau, mit Tätowierungen auf dem Kinn und auf der Stirn, bat mich noch zu bleiben. Ein nein kam nicht über meine Lippen.
Ich versuchte zu erklären, dass ich runter zum Auto zum schlafen wolle, und morgen früh nochmals kurz kommen werde. So einfach ging das jedoch auch nicht.

Die 4 Frauen hatten mich in der Hand. Zusammen mit Hssna ging mit runter zum Zebra. Sie zeigte mir einen Weg der direkt zum Haus führte. Als ich den verschlammten Weg sah, kam ich schon wieder ins Schwitzen. Tiefe Löcher, von der Sonne aufgeweichter brauner Boden, Steine, Kurven und Steigung. Ohne die beiden Diff-Sperren und viel Gas wäre ich mit dem Zebra nicht hoch zum Haus gekommen.

Nun stand das Zebra vor dem Haus. Um etwas gerade zu stehen, mussten noch Hölzer an den Hinterrädern unterlegt werden. Monis war das Ganze nicht geheuer. Er beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung.

Ich war vor der Offenheit der Familie überrascht, fühlte mich sehr wohl hier. Alles war neu, interessant, spannend und aufregend.

Der Steppenwolf lag zusammen mit 4 Frauen auf dem Teppich, nahe am warmen Ofen. Die Mutter, ich nannte sie immer Mama, begann Wolle zu spinnen.

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Den Frauen zeigte ich die Fotos des Tages. Einige unterlagen der Zensur. Ich löschte sie.

Oft wurde ich gefragt, was denn da für Musik im krächzenden Radio zu hören ist und in welcher Sprache gesungen wird.
Gegen 22 Uhr bin ich dann vorsichtig zum Zebra gegangen. Monis, machte sich nicht bemerkbar. Es war wieder eiskalt auf 1.700 m Höhe.

Ein neuer Tag wurde mir geschenkt. Eigentlich wollte ja am 24.12. schon in Ozoud sein. Ob ich es heute schaffen würde?

Um 7 Uhr hatte ich die Standheizung angeworfen und das braune Pulver, das den Becherboden bedeckte, mit heißem Wasser übergossen. Der Kaffee schmeckte.

Hssna klopfte gegen 8 Uhr ans Zebra. Es war Frühstückszeit.
Ich freute mich auf die warme gemütliche Stube. Leckeres Fladenbrot, Olivenöl und Marmelade.
Hssna begann Brotteig zu kneten. Es war interessant, die Arbeitsschritte und die Knettechnik mit den Händen und Fingerknöcheln zu sehen. Teig für 9 Brote wurde zubereitet.

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Ich bin mit zum Backofen gegangen und habe beim Backen zugeschaut.

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Aiche belud den Esel mit Wasserbehältern und ritt zur Quelle.

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Fatima kochte, und Mama ritt mit dem Esel, die Axt dabei, in den angrenzenden Wald.

Ich hatte begonnen, Monis einige Brotreste zuzuwerfen. Näher als 3 m kam er nicht zu mir heran. Er traute mir nicht über den Weg. Im Zebra hatte ich auch Hundeleckerlis dabei. Auf diese war Monis besonders scharf. Mal etwas anderes auf seinem kargen Speiseplan.

Kopftuchanprobe
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Zusammen mit Hssna bin ich zur Schule gefahren um den Kindern ihr Mittagessen zu bringen. Es gab Brot und Käse. Mit 2 Lehrern konnte ich mich in Englisch unterhalten. Erste Unterrichtssprache an der Schule ist Arabisch, Zweitsprache Französisch. Es wird jedoch auch Amazigh, die Sprache der Berber im Norden, gelehrt.

Es war schon wieder Mittagszeit. Couscous mit etwas Fleisch wurde gemeinsam gegessen. Diesmal mit einem Löffel. Zum Nachtisch eine Mandarine.

Ich verbrachte insgesamt 5 herrliche Tage bei dieser Familie, die ich lieb gewonnen hatte.

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Auf meiner Homepage http://www.der-steppenwolf.com/marokko- ... etagebuch/ habe ich die nächsten Tagesabläufe etwas näher beschrieben. Auch sein hier mehr Fotos der Reise zu sehen.

Es ist der 28.12.2014. Es flossen Tränen beim Abschied. Mein Abschiedsgeschenk, einen schönen großen, von den Frauen hergestellten Teppich, hatte ich schon 2 Tage im Zebra liegen. Da wollte ich ja mal wieder losfahren.

Bei Mehmend, einem Verwandten der Familie, der einen Kiosk an einer Quelle kurz vor Khenifra betreibt, stoppte ich, füllte Wasser auf und trank noch einen guten Tee.

In Khenifra kaufte ich noch Brot und Obst. Hier ist mir auf dem Weg zum Zebra das Handy aus der seitlichen unverschlossenen Hosentasche gefallen. Dies hatte ich nicht bemerkt. Als ich gerade starten wollte, klopfte ein Mann an die Seitenscheibe und gab mir mein Handy zurück. Shukran.

Auf der N8 fuhr ich weiter über Kasba-Tadla und Bini-Melllál zu den Ozoud Wasserfällen.

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Unterwegs habe ich noch einige Anhalter mitgenommen. Darunter auch ein Polizist und seinen Freund, der Deutsche Schäferhunde züchtet. War sehr interessant, zumal Adil, der Polizist sehr gut englisch sprach und gerade auch deutsch lernt. Mit ihm hatte ich dann alle 2 Tage telefonischen Kontakt. Es wurde gleich ein Selfie gemacht.

In der Dunkelheit bin ich auf dem sehr schönen Campingplatz Zebra angekommen, der von einem netten holländischen Ehepaar geführt wird. Für mich bisher der schönste Campingplatz in Marokko mit Wohlfühlcharakter und vorbildlichen sanitären Anlagen. Von hier aus kann man zu Fuß zu den Wasserfällen gehen, bzw. auch kleinere Wanderungen unternehmen.

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Hier lernte ich Christoph mit seinem Hund Bongo aus dem Breisgau und David aus Slowenien kennen. David ist im November 2014 von Slowenien aus, zur seiner großen Afrikaumrundung mit dem Motorrad gestartet. Er wird auch weiter nach Afghanistan und Pakistan fahren. Seine Reise kann man hier verfolgen: http://www.adventure-homeless.com/en/ .

Schon war zu hören, dass David auch 5 Tage bei einer Familie lebte und schon gut arabisch sprach. Wir tauschten unsere Erlebnisse aus.

Wie versprochen, habe ich Christoph einen Lebkuchen überreicht. Wenn auch etwas verspätet. Selbstverständlich bot ich auch den anderen Gästen im schönen gemütlichen Lokal Lebkuchen an.
Danke David und Christoph für den schönen Abend.

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Eigentlich wollte ich mir am nächsten Tag die Ozoud Wasserfälle, die höchsten in Marokko mit 110 m Falltiefe, anschauen und dann gleich weiter in Richtung Icht zum Silvestertreffen fahren.
Es war aber so eine relaxte Stimmung, dass ich mich entschloss noch eine weitere Nacht auf dem CP zu verbringen.

Nach dem Frühstück bin ich dann mit David runter zu den herrlichen Wasserfällen gelaufen und auf der anderen Seite wieder zurück zum CP.

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Auf dem Weg runter zum Wasserfall sah ich meinen ersten Berberaffen, der auf einer Mauer saß. Ich natürlich gleich die Kamera startklar gemacht. Als ich auslösen wollte, schaute der Affe aus 10 cm Entfernung in das Objektiv, klapperte lautstark mit seinen Zähnen, drehte sich herum, zeigte mir seinen Hintern, steckte den Zeigefinger rein, drehte diesen mehrmals, grinste mich an und saß dann wieder auf der Mauer. David und ich hatten Tränen gelacht. Von Touristen hielt dieser Affe wohl nicht viel.

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Nach dem mehrstündigen Spaziergang haben wir in dem Ort noch ein paar Lebensmittel für das gemeinsame Abendessen eingekauft.

Christoph kochte Gemüse, ich spendierte Fleischkäse. Es war ein herrlicher Abend im Freien, den wir spät im Restaurant ausklingen ließen.

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Christoph und ich verabschiedeten uns am nächsten Morgen von David. Gemeinsam sind wir über Demnate der R307 gefolgt.

Es ging bei strahlendem Sonnenschein und grandiosen Landschaften, unterbrochen von einigen Stopps, über 2 Pässe ca. 2.200 m hoch, bis nach Ouarzazate, wo wir am späten Nachmittag auf dem öffentlichen Campingplatz eintrafen. Dieser Platz liegt jedoch außerhalb der Stadt.

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Wir sind vom CP aus in den Vorort gelaufen um zu Essen. Anschließend führte mich Christoph, der seit über 40 Jahren Afrika bereist, noch durch ein sehr schönes Altstadtviertel. In der Kabine seines HZJ 79 beendeten wir bei einem Fläschchen Rotwein den Abend.

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Gegen 8.30 Uhr verabschiedete ich mich von Christoph, der weiter nach Zagora fuhr.

Es ist der 31.12. und ich hatte noch über 450 km bis nach Icht vor mir. Um 18 Uhr wollte ich auf dem CP eintreffen.

Die Strecke führte mich, unterbrochen von einigen Fotostopps, Anhalter mitnehmen und spontanem Treffen mit Franks Truppe über Taznakht, Foum Zguid, Tata und Akka bis nach Icht. Auch unterwegs sah man oft und deutlich die Schäden, die das Hochwasser anrichtete.

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Ca. 20 km vor Icht, es war schon dunkel, winkte an der Straße sehr aufgeregt ein Mann. Ich stoppte und brachte ihn und seine hochschwangere Frau direkt zum Arzt nach Foum-el-Hassan.
18.30 Uhr schlug ich auf dem CP Borj Biramane in Icht ein. Kurz davor überreichte ich noch einem Polizisten ein Fiche. Auch der Reisepass wurde auch genau angeschaut.

Steffen und Lilli, Günter und Elke sowie Gerd hatten sich schon häuslich eingerichtet. Leider war die Zeit für ein ausgiebiges Schwätzle zu knapp. Die Zeit drängte. Es war große Sylvesterparty im Restaurant angesagt. Überwiegend französische Gäste.
Hier lernte ich auch Harald, aus der Nähe von Hamburg kennen, Kontakt über dieses Forum, der mit seinem VW Bus und Hund zur ersten Mal in Marokko unterwegs war.

Mir ging, nach den vielen schönen relaxten Tagen, der ganze Lärm und die Musik auf den Zeiger.

Habe mich dann recht früh ins Schlafzimmer zurückgezogen und bin tief schlafend in das Jahr 2015 gesegelt.

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Bei Tageslicht sah ich neben mir zwei weitere Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen.
Der Unimog kam mir bekannt vor. Ja, es waren Helmut und Elisabeth. Beide hatte ich in 2014 auf der Hochzeit eines Freundes kennengelernt. Gerd und Renate waren mit ihrem Mercedes G mit großer Wohnkabine unterwegs. Danke euch für das leckere Frühstück und das Schwätzle.

Leider reisten auch die anderen ab. Ich beschloss einen Ruhetag auf dem CP einzulegen. Wäsche waschen, lesen, Reisetagebuch aktualisieren, die Folienzuschnitte anbringen. Einfach mal entspannen.

Frank und seine Leute kamen auch noch kurz auf den Platz.
Sie sind dann auch nach einem gemeinsamen Neujahrssekt weitergefahren.

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Nachmittags kamen 2 HZJ 78 aus Spanien auf den Platz. Sehr interessante Fahrzeuge mit einigen Umbauten.

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Am nächsten Morgen frühstückten wir noch gemeinsam.

Ich fuhr Richtung Akka, bog jedoch unterwegs Richtung Norden auf eine Piste ab, die mich zu einer Berberfamilie führte, die Kirsten und ich vor einem Jahr kennengelernt hatten.

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Es war Freitag. Alles wirkte ruhig in dem kleinen traumhaften Oasendorf. Eine sehr dunkelhäutige freundliche Bewohnerin, führte mich zum Haus der Familie. Der Vater, der seinen ein Jahr jungen Enkel auf dem Arm trug, und die Mutter, die ich noch nicht kannte, baten mich hinein in das Haus ihres Sohnes.

Schuhe aus, Socken hätte ich noch wechseln sollen, rein in das Wohnzimmer. Hände waschen, Tee, dazu Gebäck und Datteln aus dem eigenen Oasengarten. Ich hatte viele Fotos vom letzten Besuch dabei, auch Kleidung für die Kinder und die Erwachsenen der Großfamilie.

Der jüngste Sohn Mohmed, der dieses Haus mit seiner Frau und dem einjährigen Sohn bewohnt, kam aus der Moschee im weißen Gewand und weißer Mütze zurück. Sein Bruder Abderahman kam auch hinzu. Wir hatten uns kräftig umarmt. Die Freude war groß. Beide sprechen gut französisch, ich leider nicht, und interessieren sich sehr für die internationale Politik.

Es wurde Couscous mit Hühnerfleisch in einer großen Schale von den Frauen auf dem Tisch abgestellt. Dazu gab es Brot. Gegessen wurde mit den Händen. Beim Essen sind die Männer unter sich.

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Wir unternahmen dann einen sehr langen Verdauungsspaziergang durch die Gärten in der Oase, die sich auf ca. 2 km entlang des Flusses erstrecken. Sie zeigten mir, was alles angebaut wird, wie die Gärten bewässert werden und die Schäden, die die Wildschweine anrichteten. Manchmal kommt ein professioneller Jäger und erlegt die Wildscheine. Mohmed wurde auch schon von einer Wildsau angegriffen und verletzt. Er hatte die Sau dann mit einem Stein erschlagen. Auch Trauben werden hier geerntet.

Wir sind dann auf einem schmalen Pfad auf der gegenüberliegenden Seite des Dorfes am Berg entlang spaziert. Eine wirkliches Paradies diese Gegend. Ich konnte mich nicht satt sehen.

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Im Haus angekommen, wollte ich mich verabschieden. Sie ließen mich nicht gehen. Ich solle noch zum Essen bleiben und die Nacht hier im Haus verbringen. Mein Magen sagte ja. Der Fernseher wurde eingeschaltet. Nun sah ich seit meiner Abfahrt wieder Nachrichten. Interessiert hatten sie mich nicht.

Vor der Türe hörte ich, wie ein Messer geschliffen wurde. Es soll wegen mir kein Huhn geschlachtet werden. Ich ging zur Türe und schaute in den Innenhof. Hier sah ich eine größere runde Plastikschüssel, Stricke und einen großer Sack. Das Huhn durfte weiterleben, die junge Ziege nicht.

Die Brüder baten mich mitzukommen. Am Haus grenzte der Stall an. Mit einer 10 Monate jungen Ziege unter dem Arm kam einer der Brüder aus dem Stall. Ich sagte noch, dass sie wegen mir, bzw. wegen dem Abendessen die Ziege nicht schlachten sollen. Sie taten es.

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Es sei die Nahrung für die Familie, so die Antwort. Die ganze Prozedur konnte ich mit verfolgen, bzw. musste auch mal mit anpacken. Die Fotodokumentation bleibt in meinem Archiv.

Nach ca. 1 Stunde war die Ziege zerlegt. Angeblich schmecken junge Ziegen am Besten. Auf dem Markt bezahlt man für eine junge Ziege ca. 30 Euro.

Ein kleiner Grill wurde in im Raum in der Nähe der offenen Türe abgestellt, Hier wurden als Vorspeise die Innereien gegrillt.
Teilweise wurde einige Stücke vom Grill genommen, in Streifen vom Magen der Ziege gewickelt, auf einem Spieß fixiert und wieder gerillt. Entgegen meinen Erwartungen schmeckte es mir doch recht gut.

Die Frauen brachten dann die Tajine mit Ziegenfleisch herein. Es war köstlich. Danke liebe Ziege.
Zum Nachtisch gab es Mandarinen und einen Esslöffel mit einer Paste aus Datteln und Honig.

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Das Telefon klingelte. Ich solle kommen. Am anderen Ende war die Tochter Nadjema, die in Frankreich arbeitet. Letztes Jahr hatte sie uns hier zum Tee eingeladen. Ihr Freund spricht fließend Englisch und fungierte als Dolmetscher.
Auch ihre jüngere Schwester Fatima hatte angerufen. Sie arbeitet nun in Marrakech. Ich hatte vor, sie noch zu besuchen. Wieder lernte ich ein paar arabische Worte.

Der Ortsvorsteher kam noch zu Besuch um sich über den Fremden zu informieren. Ich überreichte ihm ein Fiche. Er nickte zufrieden als es das Papier verkehrt herum zu lesen versuchte.
Der schöne Abend ging schnell vorbei. Zum Zebra durfte ich nicht mehr runter. Mein Nachtlager im Wohnzimmer war schnell gerichtet. Ich fühlte mich wohl und schlief schnell ein.

Mein Wecker klingelte um 6:30 Uhr. Ich bin dann runter zum Zebra um mich zu waschen.
Die beiden Söhne wollten heute zum Markt in ein kleines Dorf. Das sind über 20 Pistenkilometer einfache Strecke. Ich bot an, beide zu begleiten und auch wieder in ihre Häuser zurückzubringen.

Interessant war, dass die Söhne am Morgen dem Vater die Hand küssten, die Mutter küsste den Söhnen die Hand, diese dann die Hand der Mutter. Ich beobachtete alles.

Nach dem Frühstück ging es mit dem Zebra recht flott, mit einer großen Staubwolke im Rücken, auf der Piste in das größere Dorf auf den Souk.

Beide Söhne genossen dies. Trafen sie doch viele Bekannte und Freunde.
Eingekauft wurde viel Gemüse und Obst. Auch 2 Hühner. Ich freute mich schon, mal 2 lebende Hühner im Zebra transportieren zu können. Bevor ich richtig schauen konnte, wurde den beiden Hennen die Kehle durchtrennt. Etwas gewartet und dann die Hennen in einer Plastiktüte verstaut.
Nach einem Tee und der Vorstellung bei vielen Bekannten sind wir dann gut beladen am frühen Nachmittag wieder im Oasendorf angekommen.

Nach dem Essen verabschiedete ich mich, auch mit der Zusage wieder zu kommen und mehr Zeit mitzubringen.
Von der Mutter hatte ich noch einen kleinen, sehr gut duftenden Blumenstrauß, einen großen Beutel gefüllt mit Hennapflanzen und viele Datteln aus dem Jardin dans l'oasis erhalten.
Der Abschied fiel mir auch hier schwer.

Ich fuhr wieder nach Icht zurück und von hier weiter auf einer landschaftlich wundervollen Straße/Piste nach Tafraoute, wo ich am nächsten Tag ankam.

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Hier besuchte ich den netten Teppichhändler und überreichte ihm einige Fotos. Er nahm mich in den Arm und freute sich sehr.

Frank und seine Begleiter hatte ich hier auch wieder getroffen.

Gegen Mittag fuhr ich auf der R 106 nördlich bis nach Taliouine. Eine landschaftlich sehr schöne und gut befahrbare Strecke. Oft wurden durch die Fluten Brücken und Teile von Straßen einfach weggerissen und teilweise wieder schnell provisorisch gerichtet. Meinen Mitfahrern konnte ich nun auch Datteln anbieten. Es waren genug vorhanden.

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In Taliouine bin ich bei Dunkelheit angekommen und übernachtete ich auf einem großen Campingplatz. Sehr netter Empfang. Gute sanitäre Anlagen und warme Duschen. Schöne Sicht auf die Safranstadt. Auf dem gesamten CP standen nur 2 Wohnmobile.

Nochmal eine heiße Dusche genossen, gefrühstückt, in der Stadt noch eingekauft, dann ging`s weiter in Richtung Marrakech.

Zwischen Taliouine und Aoulouz sah auf der Straße einen Radfahrer. Ich zögerte, und dachte es wird noch nicht Emil, ein Kollege aus der Firma sein. Es war Emil, der auf dem Weg nach Marrakech war. 2 Wochen ist er schon im Süden unterwegs gewesen.

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Wir hatten kurz über unsere Routen und Erlebnisse gesprochen und uns dann verabschiedet.
In Aoulouz bin ich dann auf eine Nebenstraße abgebogen. Diese führte mich über Timicht und Amsouzart nach Igherm. Wieder Bilderbuchlandschaften und herrliche Blicke auf den über 4.000 m hohen und schneebedeckten Diebel Toubkal.

Eine sich lohnende Strecke. Habe unterwegs viele Fotos gemacht. Meine Fahrgäste blieben immer geduldig und lächelnd im Zebra sitzen.

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Am frühen Abend bin ich in Marrakech eingetroffen. Hier wollte ich noch abends Fatima treffen. Das Treffen scheiterte wohl an der Kommunikation, bzw. an meinen mangelhaften Sprachkenntnissen.

Bin dann auf den mir bekannten bewachten Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Djamaa-el-Fna Platzes gefahren. Die beiden Parkplatzwächter erkannten mich sofort. Vor 2 Jahren hatten wir hier übernachtet. Es gab gleich einen Begrüßungstee und einen Sonderpreis für die Übernachtung.

Ich ging dann zum schön beleuchteten Platz und schlenderte an den vielen Essenständen vorbei. Ali und sein Kellner am Stand 65, Che Ali, erkannten mich wieder. Auch hier eine herzliche Umarmung und einen Begrüßungstee. Habe dann gut gegessen und bin lange bei den Jungs geblieben.
Für die beiden Parkplatzwächter hatte ich noch ein warmes Abendessen mitgenommen. Nach dem Gute Nacht Tee hatte ich tief und fest geschlafen.

Gegen 8 Uhr klopfte es an der Türe. Ich solle bitte vor zum Frühstück kommen. Es gab gute warme Pfannkuchen und Tee. Nach einem Spaziergang durch den Souk fuhr ich auf der N8 weiter in Richtung Essauoira. Ich wollte noch an den Atlantik.

“Der Unfall“

Ca. 3 km außerhalb des Stadtzentrums, auf der übersichtlichen zweispurigen Ausfallstraße, ich fuhr, bzw. stand auf der linken Spur. Ich dachte noch, der Fiat, der rechts reindrängte, hat Glück gehabt, dass er nicht in die Seite der Taxe fuhr. Ich fuhr im Stop and go Verkehr weiter.
Nach einigen hundert Metern machte mich der Fiat Fahrer darauf aufmerksam, dass ich anhalten solle. An einer Bushaltestelle stoppte ich. Der Fahrer machte mich darauf aufmerksam, dass ich sein Fahrzeug beschädigt hätte und zeigte auf das zerbrochene linke Blinkerglas.
Ich schaute an der Taxe. An der rechten Ecke der Stoßstange war nur der Dreck weg. Hier muss er aufgefahren sein. Bemerkt hatte ich dies nicht.

Der Fahrer zeigte auf die Polizeimütze, die vorne auf dem Armaturenbrett positioniert war, sagte er sei Polizist und ich solle den Schaden bezahlen. Ich weigerte mich und machte deutlich, dass er seine Kollegen anrufen solle. Er telefonierte. Seinem Verhalten nach, konnte ich mir diesen gelackten Typ nicht als Polizist vorstellen. Man kann sich ja auch mal irren.

Nach einer Stunde immer noch keine Polizei. Er meinte, sie kommen noch, haben jedoch gerade viel zu tun.
Ich wollte seinen Ausweis sehen, bzw. seine Adresse aufschreiben. Kein Erfolg.
Nach der zweiten Stunde Wartezeit, bin ich gegenüber zu einer Bank, um nach der Adresse, bzw. Straße zu fragen, wo wir gerade stehen. Der Typ hatte mir eine andere Straße genannt.
Ich versuchte Adil, den Polizisten zu erreichen, den ich als Anhalter mitgenommen hatte. Leider vergebens. Im Reiseführer nach der Nummer der Polizei geschaut. Mehrmals angerufen. Entweder besetzt oder Freizeichen.

Im Touristenbüro in Marrakech angerufen, die Situation geschildert. Mir wurde die Telefonnummer des Polizeipräsidiums genannt.
Hier hatte ich Erfolg und wurde mit einem englisch sprechenden Beamten verbunden. Ich schilderte ihm die Situation und bat um Hilfe. Er wollte dann mit dem Unfallgegner sprechen. Er tat es. Das Telefonat war auffällig kurz. Eine Information bezüglich der Straße hatte ich nicht gehört. Es zog sich weiter hin.

Sollte ich einfach losfahren und den Typen stehen lassen. Da hatte ich doch ein schlechtes Gewissen. Nicht, dass ich bei der Ausreise Problem bekomme. Der Typ wollte immer nur Geld. Nach dem Betrag hatte ich erst gar nicht gefragt.

Dem, mir doch recht unsympathischen Jüngling zeigte ich nun deutlich, dass der deutsche Tourist sehr viel Zeit hat. “No hurry in Africa“ ist ja auf dem Zebra deutlich zu lesen. Ich habe vor seinen Augen gut gegessen und mir einen Kaffee gekocht und mich eine halbe Stunde aufs Ohr gelegt.
Als ich wieder aus der Taxe stieg, war der Typ verschwunden. Ich schaute noch kurz in den Seitenstraßen nach. Nein, der war weg.

Mit etwas gemischten Gefühlen bin ich dann weiter gefahren, mit dem Ziel den Vorfall auf der nächsten Polizeistation zu melden. Hatte ja Zeit, mir Skizzen und Fotos zu machen.

Nach ca. 10 km habe ich an einer Polizeikontrolle gestoppt. Die Jungs staunten nicht schlecht, wie flott man mit einem Buschtaxi einen leichten Hang hinunterfahren kann.
Vor ihrem silbergrauen und vergitterten J 12 stoppte ich. Beide Polizisten waren mit den Fahrzeugkontrollen sehr beschäftigt.
Ich wartete und hatte auch noch großes Glück. Einer der beiden sprach gut englisch. Ich informierte ihn über den Vorfall, zeigte ihm die Skizze vom Unfallhergang. Er nickte und fragte welche Farbe und Form die Polizeimütze hatte. Er zuckte mit den Schultern und meinte, dass in Marokko viele falsche Polizisten unterwegs sind. Ich zeigte ihm noch Fotos vom Fiat und dem Typen und gab ihm ein Fiche. Er machte sich auf der Rückseite Notizen über den Fiat und schrieb das Kennzeichen mit auf.
In meinem Reistagebuch vermerkte er noch seinen Namen und die Dienststelle. Wenn ich einen Schaden an meinem Fahrzeug gelten machen möchte, müsste ich zurück zur Hauptwache nach Marrakech um dort Anzeige zu erstatten. Dazu hatte ich keine Lust.

Ich könne beruhigt weiter fahren, so die die netten Polizisten. Über meine wenigen arabischen Worte die mir über die Lippen kamen, freuten sie sich sehr. Auch dass mir Marokko so gut gefällt. Unverständlich ist oft, dass ich alleine unterwegs bin. Im Fiche steht ja, dass ich geschieden bin. Der französisch sprechende Polizist meinte, ich sei ja ein freier Mann. Ich streckte beide Arme in den Himmel und sagte auf Arabisch, dass es schön ist. Dann hatte er mich fest in seine Arme genommen und gelacht. Das war nach diesem unerquicklichen Nachmittag wieder ein schönes Erlebnis.

Mit der untergehenden Sonne im Blickfeld, bin ich dann auf der N8 und R207 in Richtung Essaouira gefahren.

In Sidi Mokhtar entließ ich noch einen netten jungen Fahrgast, dem meine Datteln sehr mundeten, und schlenderte durch den traditionellen unspektakulären Souk. Ich sog das ganze Treiben in mich hinein.

In unmittelbarer Hafen- und Medinanähe stellte ich in Essaouira das Zebra auf einem bewachten Parkplatz ab. Vorteil ist, dass man in zwei Gehminuten in der Stadt oder am Hafen ist. Nachteil ist, dass die Möwen die geparkten Autos auch als Toilette benutzen. Auch wurde ich oft angebettelt. Bier, Wein, Kleidung, Geld. Zu empfehlen ist dieser Parkplatz eigentlich nicht.

Habe dann noch einen längeren Stadtbummel gemacht, gut gespeist und das unbeschreibliche Flair dieser wunderschönen malerischen Stadt genossen.

Das Schlafzimmer habe ich bei Sonnenaufgang verlassen. Mit meinem gefüllten selbstgekochten Coffee to go Becherle und dem Knipser in den Händen bin ich dann rüber ans Meer gelaufen und habe die Morgenstimmung genossen. Ja, das Leben kann richtig schön ein.

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Das zweite Frühstück nahm ich ein einem Restaurant in der Stadt ein. Ein bissle Luxus muss ja auch mal sein.

Über zwei Stunden schlappte ich im lebhaften Hafen herum, saß auf der Mauer und beobachtete das Treiben.

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Nachdem ich das Zebra einigermaßen vom Möwenschiss befreit hatte, schlich ich entlang der Atlantikküste in die Töpferstadt Safi, wo ich über den Souk schlenderte.

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Ich hatte von meinem Nordstern noch eine Bestellung über einige traditionelle marokkanische Lampen erhalten, die es noch zu besorgen galt. Das Problem war, dass diese genau die beschriebene Form und Farbe haben müssen. Ohne diese Lampen, brauchte ich erst gar nicht aus Marokko ausreisen.

Ich war in Safi, der Töpferstadt. Millionen von Tonschalen und Gefäßen konnte man hier erwerben, die Auswahl an Lampen war entsprechend gering.

In einem etwas versteckten Hinterhof im Souk, sah ich Lampen hängen. Ich kam mit der netten Besitzerin und ihrem Vater ins Gespräch. Die Lampen hatte ich leider nicht entdeckt. Wieder die Frage, aus welchem Land ich komme, ob ich alleine unterwegs bin, ob ich verheiratet bin, eine Freundin habe und … und … und. Ja, seine hübsche Tochter sei auch noch zu haben, so der Vater. Die Tochter lachte etwas verschämt.
Nach einem gemeinsamen Tee und viel Lachen bin ich dann weiter zum Küstenort Oualidia gefahren. Ein unspektakuläres Städtchen mit einem kleinen schönen Sandstrand, in dem viele Franzosen wohnen.

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Hier lernte ich am Strand eine Französin aus Grenoble und ihre Mutter kennen.
Die Mutter wohnte hier und war mit einem Marokkaner verheiratet. Die Tochter kommt oft zu Besuch. Ihre strahlend blauen Augen und ihr Lächeln werde ich so schnell nicht vergessen. Ja, ein paar Jahre jünger sollte “mann“ sein.

Die Sonne wollte bald in ihr Bettchen. Ich fuhr noch weiter der Küste entlang.
Südlich von El-Jadida fand ich unterhalb der Straße einen schönen Platz direkt am Atlantik und genoss das Meeresrauschen im kuscheligen Schlafzimmer im 1. OG.

Die Sonne wachte auch wieder auf. Ich auch. Gemeinsam freuten wir uns über den neuen Tag.

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Die Suche nach den Lampen wurde in El-Jadida fortgesetzt. Viele Geschäfte waren noch geschlossen. Das Zebra fiel, wie so oft, wieder auf.

Es war noch wenig Verkehr in der Stadt. Ich parkte, wo man nicht parken darf. Hatte jedoch die Genehmigung des netten Polizisten der gerade vorbei kam.

Der zweite Kontakt war mit einem Ladenbesitzer, der in Deutschland gearbeitet hatte und gut deutsch sprach. Er hatte mir noch in mein Reisetagebuch einige arabische Worte geschrieben und zeigte mir den Weg zu den Lampengeschäften.
Eine riesige Auswahl. Die Lampen, die ich mitbringen sollte, waren nicht zu bekommen. Ich fühlte mich wohl in dieser, nicht vom Tourismus erschlossenen Stadt.

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Leider parkte ich 1 m neben einem Gemischtwarengeschäft, das nun geöffnet war. Ich entschuldigte mich beim Ladenbesitzer und lobte auf Arabisch wie schön doch diese Stadt, Marokko und die Menschen seien. Dafür gab es einen Tee und ein Stück von seinem Frühstücksbrot.

Zum ersten und letzten Mal auf der Reise öffnete ich die Motorhaube. Ein Ölwechsel war angesagt. Den Ölfilter hatte ich dabei. Wieder mit kurzem Fahrzeugcheck, Luftfilter ausblasen und Wischwasser auffüllen. Nein, waschen lassen wollte ich die, mit marokkanischem Schlamm und Staub bedeckte Taxe nicht.

In Rabat in der riesigen Medina wurde ich dann endlich fündig. Ein guter Preis für die Lampen wurde ausgehandelt. Vollkommen erleichtert genoss ich noch das lebhafte Treiben und das gute Essen in der Medina.

Der Abend endete im schönen Küstenort Asilah. Hier übernachtete ich auf einem bewachten Parkplatz am Hafen.
Die Parkplatzwächter waren schon etwas angetrunken und fragten nach Bier, Zigaretten und Kleidung. Als ihnen bewusst war, dass ich morgen ausreisen werde und meine Vorräte alle aufgebraucht sind, waren die beiden Jungs wieder einigermaßen ansprechbar. Bin noch eine halbe Stunde zu Ihnen gesessen. Ein anderer brachte mir ein großes Glas, gefüllt mit heißem leckeren Minztee. Die Jungs bevorzugten spanischen Cognac, gemischt mit Cola.

Ich parkte, wegen des starken Windes, direkt am Haus der Parkplatzwächter. Am Hafen standen viele Wohnmobile aus unterschiedlichen europäischen Ländern.

Am nächsten Morgen bei der Abfahrt sah ich, dass man in ca. 500 m Entfernung auch direkt auf einem kleineren Platz in Strandnähe parken konnte. Hier standen auch einige mobile Wohnungen mit ausgeklappter SAT-Schüsseln.

Ich hatte noch einen Bauarbeiter bis nach Tanger auf seine Baustelle mitgenommen.

Am Hafen informierte ich über die Fährverbindungen nach Spanien. Wieder hatte ich Glück. In 30 Minuten legte eine Schnellfähre nach Tarifa ab.

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Ich kaufte mir noch schnell ein Ticket und wimmelte 2 nervige Schlepper ab.

Am Zoll war nichts los. Ging alles ganz flott. Warten musste ich nur an dem mobilen Röntgengerät bevor ich in den Schlund der Fähre einfahren konnte.
Es war ein sonniger Tag mit sehr starkem Wind. Ca. 12 Uhr legte die Fähre mit 30 Minuten Verspätung ab.
Auf der Fähre wurden auch gleich blaue Plastiktüten verteilt. Ich hatte die Überfahrt gerade so geschafft, ohne die Tüte zu benutzen. Mir war jedoch hundeelend.

Lange warten musste ich am spanischen Zoll. Das Lächeln der Menschen in Marokko fehlte mir.

Am Ortsende von Tarifa kam mir noch ein HZJ 79 mit Kabine und Basler Kennzeichen entgegen. Ich meinte, die Besitzer zu kennen. Mir war jedoch noch so übel, dass ich nicht mehr zurückgefahren bin, sondern mich erst einmal im Wohnzimmer etwas hinlegen musste.

Sehr spontan habe ich mich entschlossen mal eine andere Route in Richtung Allemagne zu wählen. Madrid, San Sebastian, Bordeaux, Clermont- Ferrand, Mulhouse.

In Spanien hatte ich südlich von Valdepenas auf einem Rasthof übernachtet, was man unterlassen sollte. Eigentlich wollte ich hier nur auf die Toilette.

An der Bar hatte ich gesehen, dass die gesamte Rastanlage mit vielen Videokameras überwacht wurde. Alle 30 Sekunden sah ich das Bild vom Zebra auf dem Monitor. Von vorne, hinten und seitlich. So wie verstanden hatte, werden die Videoaufzeichnungen einige Tage gespeichert.
Da auch noch viele andere Fahrzeuge und LKW´s hier parkten, beschloss ich auch gleich hier zu übernachten.

Ich bestellte mir ein Bier und dann noch eins. Ja, die attraktive Frau hinter dem Tresen war nett, frech und hübsch. Sie trat gerade ihre Nachtschicht an und versprach auf uns beide aufzupassen. Sie konnte das Zebra direkt von der Bar aus sehen. Mich nicht.

Nach dieser ruhigen Nacht wollte ich mich noch bei ihr bedanken und verabschieden. Ja, das wollte ich. Sie war schon weg. Der kleine Schwarze schmeckte, das Croissant nicht.

In Frankreich bin ich von der Autobahn abgefahren und hatte an einem kleinen Fluss übernachtet, gleich beim nächsten Bäcker ein knackiges Baguette und ein paar leckere Croissants zum Frühstück für unterwegs gekauft.
In den Höhenlagen des Südschwarzwaldes lag Schnee. Es war kalt. Ich war wieder zu Hause.
Gut erholte Reisegrüße

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Viele Grüße
Martin, Der Steppenwolf

Etwas mehr Fotos und Infos über meine schönen Tage bei der netten Berberfamilie im Norden könnt iht hier sehen und nachlesen:

http://www.der-steppenwolf.com/marokko- ... etagebuch/


Allg. Reiseinfos:

Fahrzeug: Toyota Landcruiser PZJ 75

Gefahrene km: ca. 7.900

Anreise: Tuttlingen, Genf, Montpellier, Barcelona, Valencia, Almeria.

Überfahrt mit der Fähre: Almeria-Nador.150 €, 1 Person + Fahrzeug

Rückreise: Tanger-Tarifa, Schnellfähre ca. 114 €, 1 Person + Fahrzeug

Autobahngebühren ca. 135 €, meist Kategorie 2

Dieselverbrauch durchschn. 11,5 L/100 km

Ölwechsel, 8 Liter 15W40, ca. 42 €, Filter hatte ich dabei.

Günstigste Dieselpreise pro Liter:

Frankreich: ca. 1,04 € (Supermärkte)
Spanien: 0,98 €, abseits der Autobahn
Marokko: 0,76 € ( MAD 8,31)

Fiche ausgehändigt: 6 x

Einreise: Alemeria - Nador:
Ging recht flott. Einreiseformalitäten konnten bereits auf der Fähre erledigt werden.

Ausreise: Tanger-Tarifa:
In Tanger ca. 5 Minuten, Wartezeit beim Röntgen ca. 20 Minuten
Einreise Spanien ca. 30 Minuten.

Wetter in Marokko:

In den 3 Wochen kein Tropfen Regen. Meist nur strahlender Sonnenschein.

Im Norden, nachts Frost. Tagsüber ca. 15 Grad

Im Süden, kühle Nächte, Tagsüber ca. 20 Grad und mehr

Übernachtungen:

4 Übernachtungen auf Campingplätzen (Ouzud, Icht, Taliouine)
Sonst freie Übernachtungen oder bei den Berberfamilien

Reiseliteratur:

Marokko, Reise Know How
Südmarokko, Reise Know How
Reisehandbuch Marokko, Mobil Unterwegs, Edith Kohlbach

Kommunikation:

SIM Karte Maroc Telecom für das Handy: 2,70 € inkl. Guthaben. Telefonieren und Simsen kann man damit nur im Inland. Wer ins Ausland telefonieren möchte, muss einen anderen Tarif wählen. Nach Sonderaktionen der Maroc Telecom fragen.

Navigation:

MARCO POLO Marokko 1: 800.00,
Reise Know How: 1: 1.000.000
Garmin 278, mit Topo Marokko
Osmand, Marokko, Offline Navigation. Hatte ich auf das Smartphone geladen. Kostet nichts. Kleine Straßen und Pisten sind hier meist nicht zu finden. Gegenüber dem Garmin 278 ist die Straßennavigation jedoch sehr gut.
Zuletzt geändert von Steppenwolf am 17.01.2015 23:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Bäärti » 17.01.2015 23:14

Grandios :h:

liebe Grüsse vom Bäärti
.
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Jürgen Kempe » 18.01.2015 08:03

Ohhh, ist das schön! Danke, danke, danke!

(Ich möchte gleich los :shake: )

Beste Grüsse, Steppenwolf, von Jürgen Kempe
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Alexander » 18.01.2015 09:22

Hallo Steppenwolf,

vielen Dank für deinen Bericht. Ich schließe mich 200%ig meinen Vorrednern an.
Marokko ist auf jeden Fall nicht nur eine Reise wert. Es ist ein wunderschönes Land und das nicht nur in der Wüste.
Schön, dass es doch noch einige Länder gibt, in die man gefahrlos reisen kann.

Grüsse
Alexander
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Kuno » 18.01.2015 09:57

Dankeschön, dass du dir die Mühe genommen hast, uns so umfassend von deienr Reise zu berichten :)
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Uwe Schmitz » 18.01.2015 10:42

hallo steppenwolf,
so lang der reisebericht auch ist, DEN musste ich gestern abend vor dem einschlafen noch zu ende lesen!
hat mich total begeistert, nach marokko muss ich auch mal ausführlich...
du hast einen wunderschön zu lesenden tagebuch-schreibstil, die fotos untermalen schön das, wovon du berichtest.

erstaunt war ich darüber, dass du als einzelner mann bei den 4 frauen bleiben und gar übernachten durftest, wo doch ansonsten der kontakt zu den frauen in der arab.welt sehr beschränkt ist, liegt es daran, dass es berber sind?
du musst auch ein verständigungsgenie sein, dass du dich so lange unterhalten kannst ohne französisch- oder arabisch-kenntnisse... mir geht da die puste schon nach kurzer zeit aus!

vielen dank, dass du uns mit auf die reise genommen hast
uwe
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Steppenwolf » 18.01.2015 12:14

Danke euch allen. Es ist viel Arbeit solch einen Reisebericht zu erstellen und es freut mich, wenn dieser auch gelesen wird.

Uwe, der ist eigentlich viel zu kurz :mrgreen:

Das mit der Familie hatte sich halt einfach so ergeben. Ich war selbst von der herzlichen Aufnahme und von der Offenheit der Frauen überrascht.

Ich glaube, es liegt einfach daran, dass du dich öffnest, dich ganz normal verhälst und Interesse zeigst. Das kommt dann auch zurück.

Im Schlafzimmer bei den 3 Frauen, dem bei Mama hatte ich ja nicht geschlafen :wink:, sondern immer in der Taxe.

Während der Reise, sieht man ja tausende Frauen in den Dörfen und am Wegesrand. Hier ist die Scheu gegenüber Fremden besonders hoch. Ist man jedoch erst mal im Haus, ist das Verhalten ein völlig anderes.

Für mich war dies auch eine sehr interessante Erfahrung, das Familienleben live zu erleben. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns alle schon viele Jahre gut kennen.

Auch wegen dem Fotografieren war ich überrascht. Die Frauen hatten jedoch jeden Abend eine "Zensur" vorgenommen. Warum diese einige Bilder geschlöscht haben wollten, war für mich nicht nachvollziehbar. Auch durften die Frauen die Kamera jederzeit nehmen, um selbst Fotos zu machen.

Ich habe wunderschöne Aufnahmen von den Frauen, Porträts, mit und ohne Kopftuch und mal in "westlicher Kleidung". Du würdest die Frauen nicht wiedererkennen.

Sobald das Grundstück verlassen wird, ist das Kopftuch wieder Pflicht.

Bei der Berberfamilie im Süden, durfte ich von den Frauen, bis auf die Oma, keine Fotos machen.

Flirten tun sie jedoch alle gerne :wink:

Ja, ohne Sprachkenntnisse ist das schwierig, jedoch auch spannend, interessant und manchmal lustig. Vieles von dem was gesagt oder gewünscht wurde, hatte erst lange danach verstanden.

Wir hatten jeden Abend zusammen am Ofen gesessen. Ich lernte ein paar arabische Wörter, die Frauen deutsche Wörter. Das war immer ein riesen Spass. Auch wenn es um die Begriffe Küssen und Liebe ging :mrgreen:

Generell kann ich jedem, der nach Marokko oder Tunesien reist, nur empfehlen, einige arabische Worte zu lernen. Wenn dies Menschen hören ist die Freude groß. Mit hatte dies in den nachfolgenden Tagen sehr viel gebracht.

Auch ist es ein sehr großer Unterschied, ob du mit oder ohne Kamera in den Dörfern, Städten und Märkten unterwegs bist. Ohne Kamera bist du immer mittendrin in deren Leben.

Gruß
Martin
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon KiaCamper » 18.01.2015 12:50

Hi Steppenwolf,
toller Bericht und viele sehr schöne Bilder.... könnte man gerade wieder los fahren.
Einiges kam mir gleich bekannt vor.

schöne Grüße nach TUT
Jürgen/ KiaCamper
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon schnorr » 18.01.2015 13:00

super bericht, danke dafür.
macht mir wieder mal lust auf marokko. :h:
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://www.quadridesafrica.de
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon martin1101 » 18.01.2015 17:20

Hallo Martin


kann mich nur anschließen.

Marokko ist immer eine Reise wert - aber wer gelegentlich auf unsere HP schaut, weiß das eh :)

Dir danke ich für den wunderbaren Bericht
LG
Martin
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Waldgeist » 18.01.2015 17:40

Was ich mich auf meine eigene Marokkoreise freue wenn ich solche Berichte lese und Fotos ansehe, danke dafür.
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon syncro tom » 18.01.2015 19:29

Hallo Steppenwolf,

danke für den wirklich lesenswerten Reisebericht.
Tolle Erlebnisse! Schön geschrieben.

Gruß Tom
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Rocky » 18.01.2015 21:12

Auch hier nochmal: DANKE!!!
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon joao » 18.01.2015 21:23

... Ein riesen Dankeschön für Deinen fesselnden und so umfangreichen Reisebericht ...
:h:
Joao
[:o]==[o:]
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Re: Marokko 2014-2015, Auszüge aus meinem Reisetagebuch

Beitragvon Steppenwolf » 23.01.2015 18:08

Danke euch allen.

Mein Reisetagebuch habe ich wieder weiter ergänzt und bebildert.

Eine schöne Überleitung zum Reisebereicht findet ihr unter diesem Link:

http://trekking-marokko.de/

Danke Joachim.


Viel Spass beim Lesen. Ja, es war einiges los auf meiner Tour.


Gruß

Martin
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