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Marokko über den Jahreswechsel 2016 - 2017

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Marokko über den Jahreswechsel 2016 - 2017

Beitragvon Steppenwolf » 22.01.2017 16:15

Reisebericht Marokko über den Jahreswechsel 2016 – 2017


Das dritte Mal in Folge und alleine war ich über die Jahreswechsel in meinem geliebten Marokko unterwegs.
Langeweile kam jedoch nie auf. Leider sind die 3 Wochen immer sehr schnell vorüber.

Den schönen und wärmeren Süden, hier die Wüstenregionen, konnte ich mir aus Zeitgründen bei dieser Tour leider nicht anschauen.

Wie immer war es eine ungeplante Reise. Diesmal jedoch verbunden mit einigen Besuchen und Treffen.

Einige Feunde und Bekannte hatten den gleichen Gedanken um diese Jahreszeit durch das orientalische Land zu schleichen. Ein Treffen war somit nicht ausgeschlossen.

Meinem Zebra hatte ich 1 Woche vor meiner Abfahrt leise ins Ohr geflüstert, wo wir beide die nächsten Wochen verbringen. Ja ich hatte es ihm auch versprochen, da ich im August 2016 mit dem Bussle in Marokko unterwegs war.

http://www.der-steppenwolf.com/neuigkei ... gust-2016/

Buchstäblich bis unters Dach, mit viel Kleidung und anderen nützlichen Dingen für die marokkanischen Familien, wurde das Zebra beladen. Vielen Dank an alle Spender. Ihr habt viele Familien und Kinder sehr glücklich gemacht.

2 Hosen, 2 Paar Schuhe und Socken, Unterwäsche, einige Shirts, ein Pulli und eine warme Jacke mussten für mich reichen.

Lebensmittel kann man in Marokko kaufen. Jedoch keine Landjäger und schwäbische Schinkenwurst. Dafür und für ein paar Dosen Bier und Flaschen Wein, die ich unterwegs in Frankreich und Spanien bunkerte, wurde Platz geschaffen. Dominosteine und Lebkuchen durften auch nicht fehlen.

Route der Anreise:

Tuttlingen, Freiburg, Lyon, St. Etienne, Mende, Beziers, Barcelona, Valencia, Hafen Almeria.
Mautfrei auf der französischen A 75, Mende-Beziers, weitgehend mautfrei durch Spanien. Hier A 2, N 340, A 7.


Am 18.12.2016 gegen 16 Uhr, es war nebelig und kalt, startete ich in Tuttlingen. Das Wetter kann ja nun nur noch besser werden.

Mein erster Stopp war in Kirchzarten. Hier hatte ich mich mit Hilke aus Hamburg getroffen, die in Freiburg ein paar Tage verweilte. Nach einer großen Portion Käsespätzle und netten Gesprächen trennten sich unsere Wege.

Gegen 20 Uhr machte ich mich gut gestärkt und mit gefülltem Kaffeeoimerle in der Türablage und noch leerem Aschenbecher auf dem Getriebetunnel, auf den Weg Richtung Südwesten.

Im Arbeitszimmer herrschte Wohlfühltemperatur. Ich blieb auf der Autobahn und zog gegen 23 Uhr nördlich von La Bresse auf dem Rasthof Jura die Handbremse.

Es war immer noch kalt und nebelig. Im 1 OG konnte ich noch nicht schlafen. Das war überfüllt mit Kleidung.
Im EG zu schlafen hat jedoch auch seine Vorteile. Es ist wärmer und leiser.
Zuerst musste ich jedoch auch hier Platz zum Schlafen schaffen. Nach einer schnellen Zahnpflege im Freien, im Badezimmer war kein Platz, schlüpfte ich in meinen Vliesschlafsack, mit diesem dann in den Daunenschlafsack. Mein Kuschelkissen beschleunigte das Wegsegeln. Ob ich laut war?. Klagen wurden mir nicht zugetragen.

Gegen 6 Uhr drehte ich mich auf den Bauch, schob den Vorhang zur Seite, streckte den rechten Arm weit nach vorne und aktivierte den Schalter der Standheizung und döste noch 10 Minuten. Die Wohnung war nun gut geheizt, die Toiletten nicht weit entfernt.

In der Küche bereitete ich mein spärliches Guten Morgen Frühstück zu. Löslicher heißer Kaffee, dazu Madeleines und einen Lebkuchen. Was braucht mann mehr. Und wie jeden Morgen füllte ich gleich die Thermoskanne mit dem schwarzen, noch heißen koffeinhaltigem Getränk. Gegen Abend wandelt sich dies um, in ein lauwarmes bitteres Getränk. Hauptsache Kaffee.

Es wurde langsam hell. Die Menschen konnten mich sehen. Also noch eine Katzen- und Haarwäsche. Der neue Tag konnte beginnen.

Vom aktivieren der Standheizung bis zur Abfahrt brauchte es 1,5 Stunden. Wo nur die Zeit bleibt, zumal keine weibliche Begleitung an Bord war.

Das Zebra wollte weiter in sein geliebtes Land. Ich auch.

Es war wieder nebelig, dann ein Sonne – Nebel mix.

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Möglicherweise lag das Rhonetal auch im Nebel. In den höheren Lagen müsste sich doch eher die Sonne zeigen. Das dachte ich mir während der Autobahnfahrt.

Ich beschloss, rüber in die Auvergne zu schleichen. Von Lyon bin ich nach St. Etienne, dann nach Le Puy und weiter nach Mende gefahren.

Und ich hatte recht. Es war herrlicher Sonnenschein und eine landschaftlich wunderschöne Strecke.

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In Mende wurde wieder die mautfreie Autobahn bis Beziers unter die Räder genommen. Unterwegs habe ich noch einem Supermarche ein Besüchle abgestattet.

Unterbrochen von einem Mittagsschläfle ging es unspektakulär weiter bis Perpignon. Hier fuhr ich auf der mautpflichtigen Autobahn bis Barcelona. Von hier aus mautfrei bis nach Almeria.

Burkhard, hier im Forum bekannt als “Landkind“ mit seiner Frau Kerstin und Theo, sowie 3 weiteren Fahrzeugen, waren auch unterwegs in Richtung Almeria und einige Stunden hinter mir unterwegs.

Nach ca. 1.000 km entspannter und staufreier Fahrt stoppte ich gegen 23 Uhr in der Nähe von Orpesa del Mar und zeigte dem Zebra das Meer. Ich genoss dies auch noch bei einem gute Nacht Zigarettle und einem leckeren Dominosteinchen. Schön, das leise Rauschen des sanften Meeres zu hören und damit einzuschlafen.

Geschlafen hatte ich tief und fest. Um 7 Uhr aktivierte ich den Dieselbrenner. Draußen war es bewölkt. In der Nacht hatte es wohl auch leicht geregnet.

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In der warmen Stube begann wieder die gleich Prozedur wie am Vortag. Nur diesmal freute sich mein Magen über ein, über der Gasflamme, leicht angeröstetes Baguette mit Biobutter.

Heute war ich schnell abfahrbereit. Nur eine Stunde hatte ich herumgedüddelt. Am späten Nachmittag wollte ich am Hafen von Almeria eintreffen. Das waren noch ca. 600 km Fahrt.

Ich freute mich, die Millionen vielen Apfelsinen- Orangen und Zitronenbäume rechts und links der Autobahn und Nationalstraße zu sehen. Zwischen Valencia und Murcia ließen die dunklen Wolken ihre Last fallen. Es war schon unwetterartig.

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Viele Straßen, Wege und Felder waren überflutet. Teilweise auch gesperrt. Je näher ich Almeria kam, desto blauer wurde der Himmel.

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Um 17 Uhr erreichte ich den Hafen. Mit etwas gemischten Gefühlen ging ich zum Schalter um nach einem Platz auf der Fähre nach Marokko nachzufragen.
Ich hatte Glück. Auf der Nachtfähre nach Melilla war noch Platz. Kosten 135 Euro, ohne Kabine. Ich fragte auch gleich, ob es für 4 weitere Fahrzeuge auch noch Platz hätte, was mit einem Nicken bestätigt wurde.

Kaum am Zebra angekommen, traf Burkhard mit seinen Freunden ein. Das waren Ralf und Ariane mit ihren beiden Hunden, Maurice und Stefanie sowie Maik und Lydia aus Tschechien.

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Die Freude war groß. Alle kauften sich ein Ticket.

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Nach einigen Schwätzchen gingen wir mit rebellierenden Mägen in das weihnachtlich geschmückte Almeria.

Wir waren zu früh dran. Die Restaurants öffneten erst um 20 Uhr. Auf dem Weihnachtsmarkt wurde nichts Deftiges angeboten.

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Wir drehten noch eine Runde im beschaulichen Stadtzentrum und suchten anschließend ein Restaurant auf.
Unsere Geschmacksnerven freuten sich, die Verdauungskanäle hatten Arbeit und wir ein gustiöses Essen mit Bier, Wein und Wasser. Auch der Besitzer des Restaurants freute sich. Eine gute Kopie eines fehlenden Dokumentes wurde auch noch organisiert.

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Gut gesättigt sind wir zufrieden zum Hafen zurück gegangen. Nun freuten sich die 3 Hunde.

Gegen 23 Uhr fuhren wir in den Bauch der Nachtfähre, deren dicken Befestigungstaus gegen 24 Uhr gelöst wurden.

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Ich hatte sehr gut geschlafen. Gegen 7 Uhr öffneten sich im Hafen von Melilla die schweren Tore der Fähre. Es regnete leicht. Das erste Mal bei meiner Ankunft in Marokko, dass ich dies erlebte.

Mrhaba in Maroc

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In den letzten Wochen hatte es in Marokko sehr viel geregnet und im Norden auch geschneit.

Die Ausreise von Spanien nach Marokko war problemlos. Dennoch längere Wartezeiten an der Grenze.
Schlimm war diesmal die Einreise nach Nador, Marokko. Hier sind wir ewig gestanden. 2 Spuren am Zoll waren geöffnet. Die Schlepper freuten sich über die lange Wartezeit.
Wir mussten mit 5 Fahrzeugen einreisen. Nach den Kontrollen, Einreiseformalitäten Personen und Fahrzeuge, parkten wir nacheinander noch innerhalb des marokkanischen Zolls.

Es wurden alle Fahrzeuge, teilweise mehrfach, jedoch recht oberflächlich kontrolliert. Auffallend war, dass wir alle unsere Landkarten den Zöllnern, teilweise in Zivil, zeigen mussten. Hier wurde geschaut, ob auch die Westsahara, als separates Land zu sehen ist. Ich habe immer 2 Landkarten dabei. Bei einer Landkarte musste ich vor 1,5 Jahren bereits den Westsaharateil am Zoll mit einer Schere ausscheiden und diesem dem Zöllner geben.
Bei der Einreise mit mehreren Fahrzeugen ist es vorteilhafter, sich außerhalb des Zolls zu treffen.
Auch mit einer Kopie des Fahrzeugscheins war die Einreise möglich.

Die Sonne schien. Wir sind dann gleich aus dem Stadtzentrum gefahren, haben noch Geld auf einer Bank getauscht und an der bereits bekannten Tankstelle die Fässer gefüllt, ca. 0,87 Euro / Liter Gasoil 10, und im Restaurant nebenan gegessen.

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Unser Ziel war die Association NIBRAS im Dorf El Orjane. Redouane hatte ich über unser Kommen informiert.

Wir genossen die Fahrt und die wunderschöne Landschaft, die schneebedeckten Gipfel des Mittleren Atlas, das schöne Abendlicht und machten noch Zwei- und Vierbeiner Pausen unterwegs.

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Danke Kerstin. Die Teile waren echt lecker.

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Leider haben wir es nicht mehr geschafft, den schönen landestypischen Souk in der Provinzstadt Outat El Haj zu besuchen. Dafür schlürften wir bei Mohamed in seinem Cafe frisch gepressten Orangensaft und freuten uns über das Wifi. Yassine, von meiner Familie aus Tassa, hatte ich hier auch wieder getroffen.

Bei Einbruch der Dunkelheit trafen wir bei Redouane und Suzanne ein. Die Häuser sind nicht beheizt.

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Entsprechend kühl ist es darin. Redouane hatte noch einen mobilen Gasheizofen besorgt, der jedoch immer wieder Aussetzer hatte. Der heiße Tee tat uns allen gut. Bahmed, ein Verwandter von Redouane ist auch zu Besuch gekommen.

Außer Burkhard, Kerstin und mir waren die anderen Begleiter zum ersten Mal in Marokko unterwegs und bekamen schon einen tieferen Einblick in die Kultur und Kontakt zu den Menschen.

Später wurde am runden Tisch Tajine gegessen, geredet, noch ein Vin Rouge genossen und ein Wässerle geschlürft. Das Essen mit der rechten Hand wurde auch fleißig geübt.

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Gegen 23 Uhr haben wir alle in unsere mobilen Appartements vor dem Haus aufgesucht. Draußen war kalt. Der Himmel sternenklar.


Zusammen mit der Morgensonne bin ich aufgestanden. Welch ein herrliches weiches Licht. Danke liebe Sonne.

Der Mittlere Atlas mit Schnee bedeckt.

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Nach und nach öffneten sich die Fahrzeugtüren. Jede Besatzung kruschdelte herum, hatte irgendetwas zu tun. Die Hunde hatten Freigang.

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Leider war der zweite Ski nicht aufzufinden :biggrin:

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Wir frühstückten in der Sonne und informierten uns über die baulichen Aktivitäten der Association NIBRAS.

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Der Stellplatz mit sanitären Anlagen und Restaurant soll in den nächsten Monaten fertiggestellt sein. Inshallah.

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Anschließend soll die Kasbah fertig gestellt werden. Hier kann man dann Zimmer mieten.

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Auch eine Vorschule für die Kinder soll errichtet werden. Das alles braucht jedoch seine Zeit und es fehlt meist das Geld.

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Kleidung und andere Dinge wurden Redouane und Suzanne überreicht. Diese wird an bedürftige Familien, Personen etc. weitergegeben.

Die ersten kleinen Olivenbäume trugen bereits Früchte. Redouane stellte das eigene Olivenöl her. Einige kauften etwas Bio Olivenöl.

Gemeinsam besuchten wir noch im Dorf 2 Olivenmühlen, die in wenigen Gehminuten erreichbar waren. Die Olivenernte in Marokko ist in vollem Gange.

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Nach diesen vielen neuen Eindrücken verabschiedete ich mich von meinen Begleitern.

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Von den Tagen bei den Familien ist hier auf meiner Homepage etwas mehr zu lesen und zu sehen.

http://www.der-steppenwolf.com/ubersich ... -khenifra/


Wenn man, wie ich, Kontakte zu den Marokkanern hat, sieht man das Land während der Reisen mit anderen Augen.

Es ist Dienstagnachmittag, der 20.12.2016. Die Temperatur ist angenehm, die Sonne scheint. Burkhard und seine Begleiter sind nun auf dem Weg in Richtung Süden.

Ich fuhr ca. 10 km weiter in das Dorf Tassa, wo ich die Familien von Rahou und Alimohamed besuchte.

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Beim Abbiegen von der Straße zum Dorf fielen plötzlich alle Blinker an der Taxe aus. Sicherung war ok. Beim aktivieren der Warnblinkanlage ging die Sicherung kaputt. In der Stadt Outat El Haj wird sich bestimmt ein Fachmann finden.

Die Wiedersehensfreude war groß. Im August 2016 verbrachte ich bereits mehrere Tage bei den mir lieb gewordenen Familien. Hier bin ich kein Gast mehr, sondern ein Familienmitglied.

Es waren auch wieder Verwandte aus Casablanca, Salé und Fes zu Besuch, die bei der Olivenernte mithalfen.

Zuerst gab es einen Begrüßungstee. Anschließend überreichte ich den Familien jeweils ein Fotobuch. Die Pupillen der Menschen wurden immer größer.

Meine kleine Freundin, Jihan, war noch in der Schule. Natürlich wurde auch gleich nach Frank hier im Forum als “Cruisero“ bekannt, gefragt. Er wird hier sehr vermisst.

Nun wurde das Zebra teilweise entladen. Ich war froh wieder Platz im 1. OG zu haben.

Alle freuten sich über die gute und teilweise neue Kleidung und Schuhe. Auch eine gut gefüllte Tasche mit Babykleidung, die gleich gerecht aufgeteilt wurde und dankbare Abnehmer in der Verwandtschaft fand.

Burkhard und Kerstin hatten ein Kinderfahrrad aus Deutschland mitgebracht, das ich dem kleinen Simon übergab. Natürlich zeigte ich ihm auch ein Foto vom den Spendern.
Sofort wurden die ersten Runden durch das Dorf gedreht und seinen Kumpels das Geschenk gezeigt.

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Danke Burkhard und Kerstin. Ihr habt Simon eine große Freude gemacht. Er möchte euch auch einmal kennenlernen.

Nach dieser, für alle aufregenden und freudigen Stunde fuhr ich zurück zu Redouane und dann mit Bahmed und Suzanne in die Stadt. Suzanne kaufte ein, mit Bahmed fuhr ich zum Autoelektriker.

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Die Diagnose ergab, dass die rechte Seite, einen elektrischen Defekt hatte. Da es bereits dunkel wurde, vereinbarten wir einen Termin am nächsten Morgen.

Mit Bahmed, Suzanne und Redouane verbrachte ich einen schönen gemütlichen Abend bei guten Essen, Getränken und diversen Rauchwaren.

Geschlafen hatte ich im, nun fast leeren Schlafzimmer, im 1. OG.

Nach dem Frühstück bin ich mit Bahmed wieder in die Stadt gefahren.

No hurry in Afrika. Daran musste ich mich wieder gewöhnen.

9 Uhr war Termin bei Ahmed, dem einzigen Autoelektriker in der Stadt.

Ein Renault 19 mit defekter Dieselpumpe und ein Mercedes Bus mit defekter Heizung mussten zuerst repariert werden.
Es ist immer interessant zu sehen, mit welch einfachen Mitteln die Reparaturen durchgeführt werden. Das komplette Armaturenbrett im Mercedes Bus war in ca. 15 Minuten demontiert.

Burkards Tipp mal die Birnen zu wechseln brachte leider keinen Erfolg.
Bahmed und ich sind dann ersteinmal zu einem nahe gelegenen Café geschlappt und genossen die Morgensonne und das Wifi.

Alles wird praxisgerecht verwertet :wink:

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Gegen 11 Uhr ging Ahmed auf Fehlersuche auf der rechten Seite. Um besser die Kabel sehen und kontrollieren zu können, wurde der Luftfilterkasten demontiert und die Batterie ausgebaut. Der Fehler wurde nicht gefunden.

Dass Zebra zog viele neugierige Blicke auf sich. Nebenan auf einen Platz zeigten mir die Kinder stolz akrobatische Kunststücke.

Ahmed schlug vor einen Bypass zu legen. Ich stimmte zu. Gleich um die Ecke war ein Magazin das die benötigten Kabel hatte. Der Test war erfolgreich. Redouane kam auch noch dazu um zu übersetzen. Das Kabel wurde gut geschützt verlegt und befestigt. Alles funktionierte wieder. Nur die Blinkkontrollleuchte, bei Blinken rechts, leuchtet nicht mehr auf. Für die ca. 4 Stunden Arbeit bezahlte ich 100 DH, ca. 10 Euro.

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Ist schon ein schönes Gefühl, wieder ohne Sorgen und Ängste im Straßenverkehr teilnehmen zu können.

Nach einem nochmaligen Besuch des Cafés fuhr ich mit Bahmed nach Tassa. Hier konnte ich endlich meine, noch etwas schüchterne, Jihan in die Arme nehmen.

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Wegen mir durfte sie nachmittags die Schule schwänzen. Zu Essen gab es Lubia, eine sehr gute schmackhafte Bohnensuppe. Dazu Brot und Oliven und kein Besteck.

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Anschließend nahmen 8 Personen im Zebra Platz.

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Wir fuhren zu Verwandten in einem anderen Dorf.

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Diese Großfamilie hatte ich im August 2016 kennengelernt. Das große Haus, eine Art Riad, gefällt mir.

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Wie versprochen hatte ich für alle Fotos von meinem letzen Besuch mitgebracht. Eine der Töchter lag im Wochenbett. Das Bett war im unbeheizten Wohnzimmer aufgestellt. Mehr als 15 Grad waren es nicht im Salon. Das wenige Tage junge Baby lag dick eingehüllt neben seiner Mutter.

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Wir tanken Tee, aßen Pfannkuchen, dazu Olivenöl, Honig und eine leckere nussige Süßspeise.
Verstanden was da alles geredet wurde, hatte ich nichts. Ich alberte mit einem der kleinen Söhne herum. Wir beide verstanden uns.

Wieder in Tassa angekommen genossen wir, warm gekleidet und in Decken gehüllt, den kühlen Abend im ungeheizten Haus.
Redouane und Suzanne kamen auch noch zum Abendessen vorbei. Und wieder wurde gemeinsam mit 14 Personen am runden Tisch gegessen.

Im Zebra schlafen durfte ich nicht. Mir wurde im Salon ein Schlafplatz angeboten. Hier schliefen auch Mohamed und Rahou.

In dicke wärmende Decken gehüllt, darüber noch einen Teppich, segelte ich gegen 23 Uhr schnell weg.

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Ich bin noch bis zum 24.12.2016 bei meiner Familie geblieben und genoss deren Tagesabläufe, saugte alles in mich auf und half auch bei der Olivenernte mit.

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Transport der Oliven zur Mühle. Mit bis zu 2 Tonnen wird der Hilux beladen.

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Moderne Olivenmühle. Importiert aus Italien.

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Probesitzen :wink:

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Frisch in der Stube

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Sardinen und Lubia

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Vorbeitung Couscous

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War wieder ein Gedicht.

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Teewasser

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Frühstückspfannkuchen

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Im Haus bei Alimohamed. Vater von Jihan und Simon

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Spaziergang von der Olivenmühle zurück in das Dorf

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Vorbereitung der Oliven, die eingelegt werden.
Je nach Geschmacksrichtung werden diese eingeschnitten oder mit einem Stein oder Metallstück gequetscht.

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Die Familien sind weitgehend Selbstversorger, bzw. verkaufen auch ihre Produkte in der Stadt. Gemüse, Früchte, Obst und Getriede werden selbst angebaut.

Gehalten werden 4 Rinder, viele Schafe, Puten, Hasen und Hühner. Rinder werden in der Stadt geschlachtet. Alle anderen Tiere auf dem Grundstück.

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Frische Beilage für die Tajine am Mittag.

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Die Esel sind reine Arbeitstiere. Katzen dürfen in die Häuser. Hunde nicht.

Sandtransport

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Mit vielen Litern, frisch gepresstem Olivenöl und eigelegten Oliven beladen, ein Geschenk der Familien, verabschiedete ich mich. Und wieder flossen literweise Tränen.

Shukran an die lieben Familien. Es waren wieder wunderschöne und relaxte Tage.

Heute ist der 24.12.2016.

Nachdem ich im Arbeitszimmer keine Papiertaschentücher mehr fand, hörte ich auf zu weinen.

Die Herzlichkeit, die Wärme, die Geborgenheit und die Offenheit die ich bei den Familien spürte und erlebte hinterlässt immer seine Spuren. Auch die Zufriedenheit der Menschen, mit dem was man hat, und das einfache Leben begeisterten mich.

Die Jüngeren sehen dies mit anderen Augen. Viele schauen nach Europa.

Von Tassa aus bin ich bei strahlendem Sonnenschein über Missour, Midelt und Khenifra zu meiner Berberfamilie gefahren.

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Kurz vor Missour wollte ich noch Hayat, eine Krankenschwester in einem kleinen Dorfhospital besuchen. Leider war dieses geschlossen. Hayat hatte ich vor einem Jahr im Zebra mitgenommen, als sie an der Straße in Outat El Haj zu ihrer Arbeitsstelle wollte.

Strecke Midelt - Khenifra

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Auf ca. 2000 m Höhe

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Hinter Midelt führt auch eine Straße, abwechselnd auch Piste durch wunderschöne Zedernwälder zu Berberfamilie. Mein Gefühl sagte, dass ich diese nicht fahren solle, was sich später als gute Entscheidung herausstellte. Teilweise war die Piste, die bis auf 2.000 Höhenmeter führt, wegen dem vielen Schnee im Mittleren Atlas, nicht befahrbar.

Kurz bevor sich die herrliche Sonne verabschiedete, bin ich bei meinen 5 Frauen angekommen. Zufall war, dass ich diese vor genau 2 Jahren kennenlernte.

Hier ein Auszug aus meinem damaligen Reisebericht:

“Als ich aus dem Wald fuhr, sah ich an einem Hang einzelne Gehöfte. Sehr einfache Häuser. Aus mitteleuropäischen Augen gesehen, eigentlich Bretterverschläge, nur mit Folien gegen die Nässe geschützt. Kein Wasseranschluss, kein Strom.

Wie können die Menschen hier leben, fragte ich mich, wie so oft auf der Tour.
Das Zebra brachte mich zurück zur Hauptstraße. Ich musste immer an die Menschen denken, die hier am Hang in den Hütten ihr karges Leben fristeten.
Vielleicht waren sie auch zufrieden. Zufriedener als ich oder Millionen anderer Menschen. Weniger ist mehr.
Im Gegensatz zu diesen Behausungen hatte ich ein mobiles Luxusappartement. Ja, eine Dusche fehlte. Eine 1,5 Liter PET Flasche, gefüllt mit handwarmem Wasser ist der Ersatz. Dies ist ausreichend für die Körperreinigung.
An der Hauptstraße angekommen wendete ich und fuhr wieder zurück in Richtung Wald. Der Steppenwolf in mir wollte weiter. Ich nicht.
Kleidung und Schuhe würden hier sicherlich gut gebraucht. Vieles davon war an Bord.
Heute ist Weihnachten und die Zeit Gutes zu tun.
Oben am Hang sah ich einen dunkel gekleideten Menschen stehen, der neugierig herunterblickte.
Ich stoppte und betätigte den manuellen Scheibenheber und winkte aus dem Fenster. Der neugierige Mensch war eine junge Berberfrau. Hassna war ihr Name.
Ich stieg aus, und zeigte ihr warme Kleidung und Schuhe. Ja, sie nahm die Taschen gerne und dankend an. Hassna freute sich und lud mich zu einem Tee ein.
Nach dem spärlichen Frühstück und der noch anhaltenden Kälte nahm ich ihre Einladung an. Schön, wenn “mann“ Zeit hat. Und neugierig war er natürlich auch.
Ich stellte das Zebra ab. Über einen steinigen schlammigen Hang gingen wir gemeinsam auf direktem Weg hinauf zum Haus. Was mich hier wohl erwartet, fragte ich mich.“



Heute erwarteten mich 5 Frauen. Die Mutter, Rachida, die geistig behinderte Tochter Najema, Hassna, Fatima und Aicha. Der Vater ist vor einigen Jahren gestorben.

Von einem Weg abgehend, führen Spuren hinauf zum einfachen Gehöft der Familie, das auf ca. 1.700 m Höhe liegt.

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Ich drückte die grüne Taste. Der Allrad war eingeschaltet, die Freilaufnaben waren verriegelt, die Untersezung aktiviert. Auf dem total schlammigen Boden, große und kleine Steine sorgten für spärlichen Grip der AT`s, erreichte ich das Haus. Mein Parkplatz war frei.

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Die Winterzeit ist sehr hart für die Bewohner in dieser, landschaftlich doch sehr schönen Region, inmitten weitläufiger Zedernwälder.

Es gab wieder viele herzliche und feste Umarmungen und viele Küsschen auf die Wangen. Schon Stunden vorher, freute ich mich auf die warme Stube, nachdem ich die letzten Tage in den ungeheizten Häusern verbracht hatte. Der kleine Holzofen ist ein Gedicht.

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Auch hatte ich sehr viel Kleidung, Schuhe etc. für Familie und teilweise Nachbarn mitgebracht, die auch zu Besuch kamen.

Mein mobiles Appartement war nun wieder bewohnbar und die Stauräume frei für andere schöne Dinge.

Bei der Familie verbrachte ich 3 schöne Tage. Wie immer viel zu kurz.

Mama ritt in den Wald

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Wie immer urgemütlich im Haus

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Auf dem Weg zu den Cascades Zaouia d'Ifrane die mir Hassna, Fatima und Aicha zeigten.

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Hoch zum Wasserfall mit festem Schuhwerk :biggrin:

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Aus Zucker wird Puderzucker gemacht

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Nach dem Essen :wink:

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Einkaufen mit Fatima und Hassna auf dem Souk und in der Medina

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Habe vergeblich versucht, Mohamed den Schäfer zu besuchen. Die Piste war nach einigen Kilometern wegen dem Schnee nicht mehr befahrbar.

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3 wunderschöne Tage verbrachte ich bei der Familie. Papiertaschentücher beim Abschied hatte ich griffbereit.

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Nun wollte ich auf schnellstem Weg in den Süden.

Ich weckte Frau Garmin. Zuflüstern wo ich denn nun hin möchte verstand sie nicht. Ich musste wieder viele Knöpfe und Tasten drücken, warten und warten, bis sie mir endlich die Ankunftszeit in der Safranstadt Taliouine anzeigte. 19.00 Uhr war ok. Nur bin ich auf Marokkos Straßen unterwegs und rechnete gleich mal 2 Stunden dazu. In Taliouine wollte ich auf den mir bekannten CP Toubkal und freute mich auf die erste warme Dusche seit meiner Abfahrt in Tuttlingen.

Im Süden waren Günter und Elke, Seffen und Lilli, Christian, sowie Burkhard mit seinen Freunden unterwegs. Auch Basti war mit Frau und den beiden kleinen Kindern dort seiem PZJ 75 unterwegs.

Über Khenifra fuhr ich bei schönstem Wetter und wenig Stopps auf der N 11 in Richtung Marrakech. In die Stadt, bzw. durch die Stadt fahren wollte ich nicht.

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Mein Essen, wenn ich alleine unterwegs bin, besteht meist aus Mandarinen und leckerem Brot. Wie so oft, nehme ich auch immer mal wieder Anhalter mit.

Ca. 30 km vor der Stadt bog ich in Richtung Sidi Rahhal ab. In Ait Ourir erreichte ich die Straße, die über den Tizi n Tichka Pass führt.

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Ohne Stopps fuhr ich über den Pass, der gut zu befahren war.

Geduld und Ruhe waren, wegen der vielen schwer beladenen LKW´s, angesagt, die sich oft mit Schrittgeschwindigkeit den schönen Pass hochquälten.

Oben angekommen, war es bereits dunkel. Der Blitz der Kamera oder des Smartphones war zu schwach um das Bergpanorama zu fotografieren :mrgreen:

Frau Garmin zeigte mir immer spätere Ankunftszeiten an. Es ärgerte mich zunehmend, dass ich bei Dunkelheit durch wunderschöne Landschaften fahre und nichts davon sehe, außer die vielen Bremslichter der LKW´s. Zum Glück bin ich diese Strecke auch schon bei Tageslicht gefahren.

Ich bin im Urlaub, ich bin in Urlaub, ich habe keine fixen Termine, ich habe alle Zeit der Welt. Diese Gedanken wiederholten sich immer wieder.

In Tazenakht füllte gegen 21 Uhr in einem Zebrarestaurant ich dessen Magen mit Gasoil 10. Da war auch ein Restaurant für Menschen und ein Wifi Bäbber zu sehen.

Spontan fragte ich den netten Tankwart, ob ich hier übernachten könne. Er nickte und meinte, ich solle in die Fahrzeugwaschhalle fahren. Hier wäre es ruhiger in der Nacht. Wifi hätte ich da jedoch nicht.

Das Zebra freute sich über diese Erholung. Mein leerer Magen und ich auch. Der CP Besitzer in Taliouine nicht.

Vor dem Restaurant parkte ich. Nebenan stand ein LKW dessen beide Fahrer auch hier übernachteten. Einer im Führerhaus, der andere hatte sich Platz auf der Ladefläche geschaffen.
Im unbeheizten Restaurant war es recht kühl. Entsprechend schnell wurde gespeist.

Die Nacht war ruhig. Geschlafen hatte ich sehr gut. Die Standheizung tat das, wozu sie eingebaut wurde. Gefrühstückt habe ich im Restaurant.

In der Stadt war gegen 8 Uhr bereits reges Treiben. Es war Souk. Tazenakht ist bekannt für die Berberteppiche, die es hier in großer Auswahl zu kaufen gibt.

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Nach dem Frühstück, Omelette, Brot und Tee, bin ich noch etwas herumgeschlappt und dann nach Taliouine gefahren. Auch eine landschaftlich schöne Stecke.

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Kurz vor der Stadt habe ich noch den bestellten Safran gekauft, der in dieser Region angebaut wird. Die Preise für ein Gramm schwanken zwischen 40 – 80 DH. 200 Blüten ergeben ein Gramm. Welch eine Arbeit. Was der Schwabe für das Gramm bezahlte, brauche ich hier nicht zu schreiben.

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Heutiges Ziel war Tafraoute. Hier kaufte ich noch Mandarinen und Brot.

Kurz nach Taliouine bin ich rechts auf die R 106 abgebogen, die durch den Antiatlas bis nach Tafraoute führt. Eine landschaftlich unbeschreiblich schöne Strecke, die ich immer und immer wieder fahren könnte. Auf der gesamten Strecke kamen mir vielleicht 20 Fahrzeuge entgegen.

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Tafraoute erreichte ich am späten Nachmittag.

Burkhard und seine Freunde waren auch da und übernachteten bei den blauen Felsen. Ich dachte, dass sie einen Tag später in Tafraoute sein werden. Schade, dass wir uns nicht getroffen hatten.

Günter, Elke, Steffen und Lilli waren gerade in Tiznit auf dem gemeindeeigenen Campingplatz. Dank Maroc Telecom hatte ich Kontakt zu den Urlaubern.

Ich beschloss bei beginnendem Sonnenuntergang noch nach Tiznit zu fahren. Auch eine landschaftlich wunderschöne Strecke.

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Es geht weiter mit Teil 2

Viele Grüße

Martin
Steppenwolf
 
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Wohnort: Süddeutschland/Zebra

Re: Marokko über den Jahreswechsel 2016 - 2017

Beitragvon Steppenwolf » 22.01.2017 16:37

Marokko über den Jahreswechsel 2016 - 2017, Teil 2

Am 29.12.2016 erreichte ich gegen 19 Uhr die Provinzstadt Tiznit, die für die Verarbeitung von Schmuck, Säbeln und Dolchen bekannt ist.

Kurz vor meinem Ziel, dem Camping Municipal, kamen mir Steffen, Lilli, Günter und Elke mit ihren hungrigen Mägen entgegen. Die Wiedersehensfreude war groß. Alle waren auf dem Weg zum Abendessen.

Lilli begleitete mich noch zurück zum CP und Stellplatz und sorgte dafür, dass ich nicht gleich die komplette Anmeldeprozedur durchlaufen musste. Soll so sein wie an der Grenze :biggrin: .

Ich war geschockt von der Weißen Ware, die fast den gesamten großen CP einnahm. Teilweise so groß wie Omnibusse und alle häuslich auf dem Platz eingerichtet. Überwiegend Franzosen und Italiener. Einige deutsche Kennzeichen konnte ich auch ausmachen.

An einigen mobilen Häusern blinkten bunte Lichterketten an den riesigen Frontscheiben. Das riesige Berliner Wohnmobil hätte bestimmt den ersten Preis beim europäisch weihnachtlichen Wettleuchten bekommen. :D

Einige Menschen saßen, wie zu Hause, in ihren luxuriösen Wohnzimmern, natürlich mit großem Flachbildschirm und Heimatsender, andere vor dem Laptop. Andere hatten bereits die Vorhänge zugezogen. Schade.

Unsere mickrigen 4 x 4 wirkten verloren auf dem Platz. Dieser CP hat jedoch den großen Vorteil, dass man gleich in der Medina ist.

In einem nahegelegen Restaurant, in dessen Nebenraum auch offiziell alkoholische Getränke verkauft werden, machten wir es uns am großen Tisch gemütlich. An die milden Temperaturen gewöhnte ich mich schnell.

Natürlich wurde zur Feier des Tages, neben dem hervorragenden Essen auch gleich 2 Flaschen Vin Rouge verhaftet. Der Preis für das gustiöse Abendmenu stimmte, war für diese gut besuchte Stadt auch recht günstig und der Kellner sehr nett.

Wir machten es uns noch bei Kerzenlicht und Hustensaft bei den Fahrzeugen gemütlich und schwätzten ein bissle. Natürlich waren wir die Einzigen, die den lauen Abend in Freien ausklingen ließen.

Am 18.12. bin ich in TUT losgeschlichen, heute am 30.12. konnte die erste warme Dusche genießen. Der sich, beim Waschen, bildende weiße Schaum verfärbte ich jedoch nicht, meine Hautfarbe auch nicht. Auch an die Sitztoilette musste ich mich erst wieder gewöhnen. Da gab es sogar einen Knopf um die Wasserspülung zu betätigen.

Ich ging noch ums Eck und kaufte frisches Brot. Wir genossen das Frühstück in der Morgensonne.

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Schön zu beobachten waren die beginnenden Aktivitäten der Residenten auf dem CP.
Die beobachten auch uns, entspannt auf unseren Klappstühlen sitzend, den Frühstückstisch reichlich gedeckt, vor unseren kleinen Kärren sitzend.

Günter und Elke fuhren weiter nach Mirleft, Steffen und Lilli hatten ein Date in Icht auf dem CP. Und ich?

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Es vibrierte etwas in der Hosentasche. Oh, eine SMS von Burkhard und Kerstin. Sie sind in Tafraoute gestartet und kommen nach Tiznit um mich aufzulesen. Da freute ich mich.

Ich hatte noch Zeit, nutze das WLAN, das nur am Eingangsbereich guten Empfang hatte und schlenderte noch durch die schöne Medina. Die Zeit verging schnell.

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Bis unters Dach mit leckeren Mandarinen beladen. Die Jungs meinten, dass sie in ihren Ford Transit bis zu 2,4 Tonnen transportieren. Sie schenkten mir noch viele Mandarinen. Das Kilo verkauften sie für 20 Cent.

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Burkhard und seine Freunde sammelten den einsamen Mann, stadtauswärts mit seinem auffälligen Fahrzeug am Straßenrand stehend, ein. Die Wiedersehensfreude war groß, die Zeit knapp.

Ich reihte mich in den auffallenden Konvoi ein. Ziel war die Atlantikküste, nördlich des Plage Blance, die es vor Sonnenuntergang zu erreichen galt.

Das waren noch einige Kilometerchen, die jedoch, bis auf wenige Kilometer Piste, auf gut befahrbaren Straßen abgespult wurden. Dennoch wurde zügig gefahren.

Ich klemmte mich hinter Burhards Abdul. Beim Beschleunigen musste ich wegen der starken Rauchwolken des 80 iger immer kurz die Luft anhalten. Das Zebra blieb ihm jedoch immer dicht auf den Fersen :rofl: .

Das letzte Fahrzeug im Konvoi war der der HDJ 80 von Maik und Lydia. Die hatten immer die größte Arbeit, um uns nicht zu verlieren. Das bestätigte auch eine Radarpistole der Polizei. Der Beamte verlangte für das erfolgreiche Handling der Radarpistole 150 DH. Ja, so ein HDJ 80 ist schon flott. Mit einer etwas leichteren Geldbörse ging es zügig weiter über Guelmim in Richtung Atlanikküste.

Auf schönen Pisten und im sanften Abendlicht erreichten den Atlantik und genossen den Sonnenuntergang.

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Die Hunde freuten sich und tobten am Strand.
Ariane, konnte ihre Arbeit zu Hause nicht vergessen und entdeckte größere Fischskelette am Strand. Der lateinische Name der riesigen Wirbels eines Wals wollte ich mir merken. Wollte ich.
Die beiden Skelette schauten wir dann am nächsten Tag an.

Nach dem schönen Sonnenuntergang wurde es schnell dunkel. In der Nähe fanden wir einen geeigneten und geschützten Übernachtungsplatz am Wasser.

Diesen erreichten wir über einen steinigen und steil abfallenden Weg.

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Es dauerte, bis jeder sein mobiles Appartement für den gesunden Schlaf und Vermeidung heftiger Diskussionen mit der Partnerin, ausgerichtet hatte.

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Den 3 Hunden war dies gleichgültig. Ihre Riechorgane führten sie immer dorthin, wo gerade gekocht wurde.

Die Zubereitung der Speisen nahmen die Besatzungen selbst in die Hand. Meine Büchse Thunfisch mit Zwiebeln und Gemüse, dazu etwas Brot und zum Nachtisch eine Mandarine, kamen schnell in meinem Magen an. Meine Hunderleckerlis bei den wartenden Vierbeinern auch.

Es wirklich schöner Platz direkt am Wasser. Ich genoss den inzwischen sternenklaren Himmel, die frische Brise und das Rauschen des Atlantiks.

Ein Lagerfeuerle wurde entfacht. Das Feuerholz wurde mit den Fahrzeugen transportiert. In der großen Runde machten wir es uns am wärmenden Feuer gemütlich und freuten uns über das erreichte Tagesziel.

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Vor Sonnenaufgang stieg ich vom Schlafzimmer im OG hinunter zur Küche und ins Badezimmer. Mit geübten Handgriffen wurden alle notwendigen Utensilien, die mann so am frühen Morgen benötigt, aus dem Schränken entnommen und benutzt.
Aufgehübscht zeigte ich mich der aufgehenden Sonne. Sie lachte.

Nach und nach wurden die Türen und Heckklappen geöffnet und den letzten Tag im Jahr mit Meerblick begrüßt.

Wie kuschelig kann es denn in einem 80 iger sein :wink: ......

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...... und auf Muddy wartete die Arbeit... :cries:

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Nach dem Frühstück stürzten sich 3 mutige Frauen und 2 harte Jungs in die Wellen des Atlantiks. Mein Körper zitterte bei diesem Anblick nur noch.

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Maurice und Stefanie waren damit beschäftigt, den aus einigen geplatzten Milchverpackungen ausgelaufenen Inhalt zu entsorgen und die ganze weiße Brühe wegzuwischen. Die Milchtüten waren in einer Kunststoffbox gut verstaut. Auch die Box hatte am Boden Schäden. Wenn nichts am Landy zu schrauben ist, dann halt etwas zu reinigen.

Burkhard genoss zwischenzeitlich seinen Kaffee to go :wink: .

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Gegen 10 Uhr haben wir den schönen Platz so verlassen, wie wir ihn angetroffen hatten.

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Bei den Fischskeletten machten wir gleich den ersten Stopp.

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Ein ca. 10 m langer Wal und ein keiner Tümmler oder ähnliches müssen hier angespült oder gestrandet sein.

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Nun begann eine entspannte Fahrt auf herrlichsten Pisten entlang der Atlantikküste. Hier kamen uns auch einige Offroader entgegen.

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Nun hatten wir wieder festen Boden unter den Rädern.

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Trockenes Feuerholz für unser Sylvesterfeuerle wurde noch mitgenommen.

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Unser kaltes Mittagsmenu nahmen wird auf einem größeren Parkplatz direkt am Meer ein. Ein guter Stellplatz für die Weiße Ware.
2 Männer kamen, einer mit offiziellem Ausweis, und erkundigten sich über unser weiteres Vorhaben. Übernachten dürfe man hier nicht, unsere Essen einnehmen ja. Beide Männer waren sehr freundlich und interessiert und schwätzten mit jedem.

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Die Pisten und die tollen Landschaften riefen. Wir machten uns wieder auf den Weg gen Norden. Das Tagesziel war ein Übernachtungsplatz am Atlantik, etwas nördlich von Aglou Plage.

Die Stunden vergingen schnell. Südlich von Sidi Ifni machte eine Teerstraße das Weiterkommen einfacher.

Nach einen kurzen Einkaufsstopp in der Stadt wurden in Mirleft die Fässer gefüllt. Hier war auch ein Reifenhändler, der einen passenden neuen Reifen für den Landy vorrätig hatte und gleich montierte.

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Ein Reifen wurde unterwegs so beschädigt, dass er nicht mehr reparabel war. Maurice und Stefanie atmeten nun tief durch. Der Reifenhändler freute sich über den Umsatz.

Time is running und die Sonne geht bald unter. Nach Aglou Plage bogen wir wieder auf eine Piste ab, die entlang des Atlantiks führte.

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Auf unserem Übernachtungsplatz konnten wir alle den herrlichen Sonnenuntergang ganz relaxt genießen.

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Nun wurden Tische und Stühle aufgestellt, mit der Zubereitung der Abendmenus begonnen, das Lagerfeuer vorbereitet, alle noch vorhandenen alkoholhaltigen Getränke ausgegraben und sich auf den Silvesterabend gefreut.

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Vielen Dank für die Angebote am Silvestermenu teilhaben zu dürfen. Ist immer gut, wenn mann eine Auswahl hat. Kerstins Menuvorschlag sagte mir zu.

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Lydia kreierte einen Vorspeisenteller für und und spielte am Lagerfeuer noch auf ihre Gitarre. Maik und Lydia sangen tschechische Volkslieder. Schön diese zu hören. Mit Wein, Bier, Wasser und benetzten wir unsere trockenen Kehlen.

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Das Abendessen war lecker. Der Himmel sternenklar, das Feuer wärmend und der Wind sehr wechselhaft. Jeder saß mal im Nebel. Burkhard zog sich leider früh in sein Betttle zurück. Er hatte sich etwas eingefangen. Wo und was? Er wusste es nicht.

So ein Fahrtag, die vielen neuen Eindrücke, das Erlebte muss verarbeitet werden. Dazu braucht der Körper Ruhe, was dann das Gehirn auch konsequent durchsetzt und sich mit ständigem Gähnen bemerkbar macht. Sich dagegen wehren ist zwecklos, zumal ein komfortables Schlafzimmer mit Meerblick darauf wartet, besucht zu werden. Nur wenige erlebten den Jahreswechsel live.

Wie in den letzten Jahren in Marokko auch, segelte ich ruhig und friedlich, mit etwas Alkohol in den Blutbahnen, in das neue Jahr hinein.

Welch ein schöner Blick vom Schlafzimmer auf das offene Meer. So muss das neue Jahr beginnen. Die Sonne hatte sich noch versteckt. Ich musste mit mir kämpfen, meine Suite zu verlassen. Mein Blasendruck machte diese Aktion einfacher. Schnell raus und mit tollem Meerblick völlig entspannt den Sand etwas benetzt.

In der Küche schnell den Gaskocher angeworfen, eine halb gefüllte Wasserkanne erhitzt und damit das Kaffeepulver im Oimerle erschreckt. Dazu noch ein Dominosteinle und einen bereits trockenen Lebkuchen. Nein, den habe ich nicht ins Oimerle getunkt.

Heute dauerte alles etwas länger. No hurry in Afrika. Nach und nach kam Leben auf unserem schönen Übernachtungsplatz auf.

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Heutiges Tagesziel war Essaouira, das noch viele Kilometer entfernt war.

Ich war bereits abreisebereit und nutzte die Zeit, um Momo dem Fischer, einige Fotos vorbeizubringen und dort auf die Gruppe zu warten.

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Unser schöner Übernachtungsplatz.

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Nach ca. 10 km Piste, mit viel Sand, stand ich vor Momos verschlossener Fischergrotte, an der steil abfallenden Küste.

Unten am Strand waren viele Menschen am arbeiten.

Sie suchten nach Muscheln um diese auf dem Markt oder an Händler zu verkaufen.

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Die Fotos legte ich an der Türe ab und ging rüber zu den anderen Fischern, die ich vor 4 Jahren kennenlernte.

Und siehe da, Achmed war am arbeiten. Er erkannte mich sofort wieder.

Es wurden gerade frische Muscheln abgekocht und das leckere Fleisch aus den Schalen entnommen. Wir freuten uns über das spontane Treffen und tranken einen Tee.

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Die Gruppe kam nun auch an. Mit einigen Interessierten besuchten wir Achmed in seiner Grotte.

So konnten sie sich live ein Bild von der Arbeit der Fischer machen und eine Grotte sehen.

Wir überreichten Achmed und seinem Freund noch etwas Kleidung und einige Dinge für die Kinder.

Die sechs, wenige Wochen alten und scheuen Welpen, ließen wir zurück.

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Wir fuhren weiter der schönen Küste entlang in Richtung Massa Nationalpark.

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Unterwegs machten wir noch eine Pause an einem küssigen Strand und genossen bei strahlendem Sonnenschein das Meer, das Maik auch wieder zum Baden einlud.

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Die Uhr blieb leider nicht stehen und forderte uns zur Abfahrt auf.

Nach einigen Kilometern, verließen wir südlich des Massa Nationalparks die Piste. Nun waren viele Asphaltkilometer angesagt.
Ziel war ein Campingplatz in Tamrght, ca. 15 km nördlich von Agadir.

Vorher wurden jedoch die Reifen an den Fahrzeugen wieder mit etwas mehr Luft versorgt.

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Flott ging es auf der N1 über Agadir in, das bei Surfern beliebte, Dorf Tamraght. Dieses Dorf ist bei Surfen beliebt. Am späten Nachmittag trafen wir dort ein.

Die Gruppe suchte hier den Campingplatz auf.

Es war noch hell und ich wollte meinem geliebten Essaouira Mrhaba sagen.
Diese lebhafte und bekannte Stadt am Atlantik ist auch in den Abendstunden ein unbeschreiblicher Genuss.

Kurz nach Tamraght nahm ich noch 2 Tramper mit ihren riesigen und schweren Rucksäcken mit.

Beide kamen aus Deutschland und sind vor wenigen Stunden in Agadir am Flughafen angekommen.

Max ist gelernter Bootsbauer und trampte vor einem Jahr bereits durch Marokko, Lara studiert in Berlin Internationale Menschenrechte. Dies war ihr erster Trip in Marokko. Lebte jedoch bereits in Ägypten.

Kurzer Stopp in Tamri. Diese Stadt ist bekannt wegen des Bananenanbaus.

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Max hatte bei seinem letzten Marokkotrip im Tal der Esel einen Bekannten auf einer Farm kennengelernt.
Ca. 30 km südlich von Essaouira bog ich von der Hauptstraße ab und brachte die Beiden bis an ihr Ziel, direkt am Meer.

Die Sonne war schon untergegangen.

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Gegen 19 Uhr erreichte ich meine geliebte Stadt.

Hier parkte ich direkt von dem Stadttor Bab Marrakech. Ein großzügiger öffentlicher Parkplatz. 30 DH für einen Tag. Nette, interessierte und unaufdringliche Parkplatzwächter.
Nachts ist es auf dem Platz sehr ruhig und kein Besuch von den Möwen.

Ich schlenderte noch 2 Stunden durch die Medina, genoss das Treiben, das Abendessen und das Wifi und suchte gegen 23 Uhr mein mobiles Appartement auf.

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Wunderschön war die Nacht im Schlafzimmer im Erdgeschoss. Gefreut hatte ich mich mitten in Essaouira die Augen öffnen zu dürfen.

Der Parkplatzwächter vom Vorabend freute sich, als sich die Hecktüren öffneten. Der Gaskocher damit beschäftigt, das Kaffeewasser zu erhitzen, ich damit ein Brot zu kaufen. Der nette Wächter meinte, ich brauche die Türen nicht zu verschließen. Er würde auf das schöne Fahrzeug aufpassen.

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Zurück am Zebra angekommen, las der Mann die vielen Unterschriften auf der Heckbox. Ich drückte ihm den schwarzen Edding in die Hand, er signierte und freute sich sehr darüber.

Nach dem Frühstück, die Sonne zeigte sich bereits, ging ich zum nahegelegen Meer. Es war Ebbe. Die Möwen suchten im Sand nach Würmern und Krebsen.

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In Sichtweite war der Hafen, den ich immer wieder gerne besuche. Hier wurde gebaut. Einer großen Hinweistafel nach zu urteilen, wird der Hafen modernisiert.

Ich beobachtete das Treiben. Hier kann ich mich immer satt sehen. Zeit hatte ich.

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In einem sonnigen Café schlürfte ich einen Café Noir. Und dann noch einen.

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Dem etwas aufdringlichen ungepflegten Typen, der mir Gras verkaufen wollte, sagte ich nur, dass ich gerade von Freunden aus Ketama komme. Das sitzt immer und gleich hat man seine Ruhe.
Manchmal wurde ich dann auch gefragt, ob ich denn was von der guten Ketama Qualität verkaufen würde.

Nun wartete die Medina auf mich. Ich wollte noch einige Dinge kaufen. Vielleicht fand ich auch das Lampengeschäft, das ich letztes Jahr zufällig entdeckte.

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In einer Kooperative kaufte ich etwas Arganöl. Die Auswahl war riesig. Die Verkäuferin sehr nett. Ich teile mein Croissant mit ihr. Dafür gab es Gläsle leckeren Tee und einen, für beide Seiten, akzeptablen Preis.

Wie es der Zufall wollte, war gleich nebenan das Lampengeschäft, das gerade öffnete.
Der Inhaber ist Abdellah Atiff. Ein sehr netter, lieber, angenehmer und ruhiger Mann, der Keinem etwas aufschwätzt oder zum Kauf drängt. Die Auswahl ist gut. Die Preise sind ok. Handeln, wie beispielsweise in der Medina in Marrakech, ist hier nicht möglich. Ein bissle geht schon.

Der Inhaber erkannte mich sofort, lächelte und fragte nach meinen Begleitern die letztes Jahr mit dabei waren.
Ich suchte in aller Ruhe einige schöne kleine Lampen aus. Der Unimog von Ralf und Elke fehlte für den Transport größerer Lampen.

Wir einigten uns auf einen Preis, umarmten und verabschiedeten uns.

Burkhard meldete sich per SMS, dass die Gruppe nicht nach Essaouira kommt, sondern gleich weiter nach Chefchaoun weiterfährt. Schade, hatte ich mich doch so darauf gefreut.

Nach einer großen Runde durch die Medina ging mit gefüllten Taschen zurück zum Zebra und verabschiedete mich vom Parkplatzwächter. Nachbezahlen musste ich nichts.

Mein Ziel war heute Salé. Eine Nachbarstadt von Rabat. Hier wollte ich Ghizlane und ihre Eltern besuchen. Ich informierte Ghizlane über mein Kommen.

Von Essaouira folgte ich der R 301, die entlang des Atlantiks folgt. Eine sehr entspannte Fahrt.

Ca. 15 km vor der Töpferstadt Safi hielten 2 Frauen ihre Hand hoch, um mitgenommen zu werden. Vielleicht meinten sie auch das Grand Taxi hinter mir. Ich fuhr ja auch eines, setzte den Blinker und bremste.

Safi war das Ziel, wo sie auch wohnten. Der Beifahrersitz war mit Brot, Mandarinen, Lebkuchen, Kamera und Millionen Brotkrümeln belegt.

Beide wollten zuerst vorne auf dem Sitz ihre Plätze einnehmen. Ich öffnete die Hecktüren und bat beide, sich es sich auf der der Couch im Wohnzimmer gemütlich zu machen. Der Einstieg war doch etwas hoch. Ich half dabei.

Halima und Zahira, beide um die 30 Jahre jung, unterrichten Grundschüler in einer Dorfschule und hatten Feierabend. Zahira sprach englisch, was die Fahrt sehr kurzweilig werden ließ. Es wurde viel laut und leise geredet und geflüstert.

Ich wartete geduldig und gespannt auf die obligatorischen Fragen, die meist gestellt werden, wenn ich Frauen in Marokko mitnehme. Und diese Fragen wurden auch nach einigen Minuten Fahrt gestellt.

In welchem Land ich wohne?, Ob ich alleine unterwegs bin?, Ob ich verheiratet bin?, Ob ich Kinder oder eine Freundin habe?, Was mein Job ist? Ob mir Marokko gefällt?.

Hinten im Wohnzimmer wurde diskutiert. Halima sei noch nicht verheiratet. Ich würde ihr sehr gefallen, so Zahira. Halima schaute sehr schüchtern von hinten nach vorne. Ihr war das sichtlich unangenehm.

In meinem Reisetagebuch notierte Zahira noch ihre Namen und Telefonnummern.

Im Zentrum von Safi verabschiedete ich mich zuerst von Zahira, 2 km weiter von Halima. Was für ein schönes Erlebnis an diesem Tag.

Kurz nach Safi fuhr ich, auf der fast leeren Autobahn, bis Rabat. Es war bereits dunkel als ich dort ankam.

Möglicherweise bin ich an einer falschen Ausfahrt abgefahren. Das hatte zur Folge, dass ich mich in der Rushhour mitten durch Rabat quälte. Es dauerte.

Gegen 19 Uhr traf ich in der Medina von Salé ein. Salé hat ca. 1 Mio. Einwohner. Es gibt das alte und das neue Salé.

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Dass Ghizlane in der Neustadt wohnte, wusste ich nicht. Ihr Vater und Ghizlane holten mich nach einer etwas längeren Wartezeit in der Medina ab und lotsten mich zu ihrer Stadtwohnung.

Ihre Eltern hatte ich bereits im Dezember bei der Familie in Tassa getroffen. Ihre Tochter hatte ich im August 2016 auch in Tassa kennengelernt. Sie diente als Dolmetscherin. Ghizlane spricht gut englisch und hat Werbung/Marketing in Rabat studiert.

Nun hatte ich auch einen Einblick in eine Stadtwohnung. Eine 4 Zimmerwohnung im 4. OG die auch mit dem Aufzug erreichbar ist. Die Straße am Haus wird Tag und Nacht bewacht. Das Zebra konnte ruhig schlafen.

Die Schwester von Ghizlane kam auch noch vorbei und holte ihr Baby bei der Omi ab.

Es war ein schöner Abend mit gutem Essen in der nicht beheizten Wohnung. Eine Zentralheizung gibt es hier nicht, sondern eine Klimaanlage.
Das europäisch eingerichtete Badezimmer nutze ich gerne. Mein Nachtlager wurde im Salon vorbereitet. Unten im Zebra schlafen durfte ich nicht.

Nach einem tiefen und ruhigen Schlaf bewegte ich mich gegen 8 Uhr ins Badezimmer. Anschließend frühstückten wir noch zusammen. Ghizlane und ihr Vater mussten zur Arbeit.

Ich verabschiedete mich von der lieben Familie.

Tagesziel war die Hafenstadt Tanger. Hier wollte ich mich mit Ayman und Othman treffen. Beide wohnen und studieren in der Stadt.
Kennengelernt hatte ich beide im August 2016, als sie an der Mittelmeerküste trampten.

Die Küste Richtung Norden kannte ich.

In fuhr ich runter zum Oued Sebou Mehdia, der hier in den Atlantik mündet.

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In unmittelbarer Nähe war auch ein Militärflughafen.

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Zügig ging es weiter auf der Autobahn bis Larache.

Im Stadtzentrum machte ich einen kurzen Stopp, kaufte ein und tauschte Geld.

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Mich regte die Gleichgültigkeit einiger Dienstleister auf. Der Banker am Schalter sprach, außer Passport, kein Wort, die hübsche Bäckereiverkäuferin und der Gemüseverkäufer waren nur mit ihren Smartphones beschäftigt.

Der einzig nette war ein Polizist, der mir erlaubte, das Zebra im Halteverbot abzustellen.


Mein nächster Stopp war im schönen Asilah.

Hier sieht und spürt man deutlich den portugiesischen und spanischen Einfluss aus den Besatzungszeiten im Mittelalter.

Die Medina, mit ihren meist weiß getünchten Häusern ist mit einer Stadtmauer und Wehrtürmen umgeben.

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Viele Künstler wohnen und arbeiten hier. Einige Hausfassadenteile sind schön bemalt. Ich genoss dieses Flair und die vielen engen Gassen.

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Kein einziges Mal wurde ich angesprochen, etwas zu kaufen, außen unten am Parkplatz. Auch hier nannte ich nur die Stadt Ketama aus der ich gerade komme würde.

Bei untergehenden Sonne und etwas dunstigem Licht fuhr ich auf der Landstraße weiter nach Tanger.

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Vor der Stadt verschloss ich noch alle Türen und kurbelte die Scheiben hoch. Das war auch gut so.

An einer mehrspurigen Straße war wieder ein 60 Sekunden Ampelstopp. Hier warten oft Jungendliche auf ihre Opfer.

Es wurde wieder heftig an die Scheibe geklopft und nach Geld gebettelt. An einem anderen Ampelstopp wollten mir 2 Jungs die Sandschaufel, die am Sandblech fixiert war, klauen. Die Zeit reichte nicht, die Riemen zu öffnen. Auch wurde wieder versucht hinten aufzusteigen und mitzufahren.

Ich war glücklich am Hafen angekommen zu sein. Hier nervten mich die aufdringlichen Fährticketverkäufer. Hätte hier im Büro bestimmt ein Ticket gekauft, wollte jedoch nicht aussteigen.
Ich fuhr einen Bogen und parkte auf der gegenüber liegenden Seite direkt am Eingang zur Medina.

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Hier war auch ein Büro das Fährtickets verkaufte. Der Mann am Schalter war nett und zuvorkommend. Was mich wunderte waren die unterschiedlichen Preise für die Überfahrt.

Hafen Tanger nach Tarifa: € 135.-
Tanger Med nach Algeciras € 85.-

Ich kaufte das Ticket ab Tanger Med. Dieser neue Hafen lag jedoch ca. 40 km Straßenkilometer östlich von meinem Standort in unmittelbarer Hafennähe. Mein Plan war, mit der 8:00 Uhr Fähre am nächsten Tag überzusetzen.

Nun wollte ich Ayman anrufen. Leider war kein Guthaben mehr auf der Prepaid Karte. Der nette Parkplatzwächter lieh mir sein Handy. Er beschrieb auch meinen genauen Standort.

20 Minuten später waren die Jungs am Zebra.

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Beide zeigten mir die wunderschöne Medina, die ich so noch gar nicht kannte. Wiesen mich auch darauf hin, dass dies der schönste, aber gefährlichste Teil in der Stadt ist. Hier Beschaffungskriminalität.

Beide verbringen ihre freie Zeit immer in der Medina.

Der erste Stopp war an einem kleinen Imbiss. Ihrem Lieblingsimbiss. Hier wurde auch gleich gegessen, bevor es mit der Besichtigung der Medina weiterging.

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Habe hier noch verschiedenen Tees und viel Obst gekauft. Ist immer gut mit Einheimischen unterwegs zu sein.

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Wir saßen noch lange auf einer Terrasse bei einem Minztee, mit schönem Blick auf den alten Hafen.

Die Kneipe war auch klasse. Ich kam mir vor wie im Mittelalter. Niedrige Decken, total verraucht, ein süßlicher Duft lag in der Luft, nicht alltägliche Typen an den Tischen sitzend, alles schmuddelig, und dennoch sehr gemütlich.

Nach 22 Uhr verabschiedete ich mich von den netten Jungs. Ich solle doch bei nächsten Mal länger in der Stadt bleiben und auch ihre Familien besuchen.

Gegen 23 Uhr erreichte ich den Hafen Tanger Med. Hier war absolute Ruhe. Die Schalter jedoch besetzt.

Die Ausreise dauerte keine 5 Minuten. Keine Fragen, keine Kontrolle. Beim Röntgen des Zebras musste ich auch nicht warten.

Nun musste ich auf dem kilometerlangen und hell erleuchteten Hafengelände den Anlegeplatz meiner 8:00 Uhr Fähre suchen, was sich als schwierig herausstellte. Es war keine Menschenseele auf dem riesigen Hafengelände zu sehen um zu fragen.

Im Quai 6 sah ich ein Hinweisschild der FRS Linie. Alle Fahrspuren waren leer. Ich fuhr vor bis zur Schranke und stellte den Motor ab.

Oh, ein einsamer Mensch in einer leuchtend gelben Jacke war zu sehen. Ich fragte ihn ob ich hier richtig bin und zeigte ihm mein Ticket. Er nickte.

Ich bereitete mein Schlafzimmer im EG vor, ergänzte noch mein Reisetagebuch und schlief wohl schnell ein.
Leider war der Schlaf nur von sehr kurzer Dauer.

Kurz vor 2 Uhr wurde ich durch ein lautes Klopfen auf die Scheibe und auf die Motorhaube unsanft aus dem Tiefschlaf gerissen.

Ich drehte mich auf den Bauch, schob den Vorhang zu Seite und sah in das Gesicht eines Hafenmitarbeiters.
Er machte schnelle Handbewegungen, die mich aufforderten sofort loszufahren.
Hinter mir standen bereits einige PKW und LKW die darauf warteten, bis der Tourist endlich zu Potte kommt. So schnell hatte ich selten meine Hosen und Schuhe angezogen.

Noch nicht richtig wach bin ich in den Bauch einer größeren Fähre gefahren. Das Ticket muss wohl richtig gewesen sein, nur die Uhrzeit, die allerdings offen war, nicht.

Ausgestiegen bin ich nicht, so wie die LKW Fahrer auch, sondern gleich wieder in meinen noch warmen Schlafsack gekrochen.

Kurz nach 4 Uhr war wieder Leben im fast leeren Laderaum. Die riesigen Tore öffneten sich. Draußen war es noch dunkel.

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Buenos días España.

Die Zöller waren bestimmt auch alle müde von ihrer Nachtschicht. An den beiden Kontrollstellen wurde ich nur durchgewunken. In 5 Minuten war ich bereits auf der Straße in Richtung A 7 unterwegs.

Resume: Mitten in der Nacht Ein- und Auszureisen geht recht flott.

Ich fuhr noch ca. 3 Stunden. Die Müdigkeit setzte ein.

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Nach einem 4 stündigem Nickerle auf einem videoüberwachten Rastplatz und kleinem Frühstück im Zebra fuhr ich bei herrlichstem Sonnenschein durch Andalusien und freute mich die Millionen Orangen-, Apfelsinen-, Zitonen- und Olivenbäume zu sehen.

Das Grausen bekomme ich immer, wenn ich in der Region um Murcia die riesigen Gemüse und Obstplantagen sehe, wo die Früchte unter Folien schnell hochgezogen werden. Hier arbeiten auch sehr viele marokkanische Gastarbeiter.

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Im Ländle begann es zu schneien. Erste Fotos wurden per WA gesendet.

Gegen 20 Uhr habe ich östlich von Castellone in einem großen Supermarkt noch eingekauft und etwas gegessen.

Bin noch dann noch ein paar Kilometer gefahren und habe direkt am Mittelmeer übernachtet.

Nach einer ruhigen Nacht im 1. OG mit sanftem Meeresrauschen bin ich mit der Morgensonne aufgestanden und habe mich bei ihr für den neuen geschenkten Tag bedankt.

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Ich düddlete lange herum, genoss den vistas del mar und zuckelte gemütlich der schönen, jedoch sehr zubetonierten Küste entlang. Schlimm, dass sich hier die Menschen und Urlauber wohlfühlen können.

Die A 7 und N 340 wurden auf Teilstrecken weiter ausgebaut. Bis Barcelona kommt man recht flott voran.

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Kurz nach Barcelona bin ich weiter auf mautfreien Straßen in Richtung Frankreich geschlichen. Ich hatte ja Zeit. Der Wind wurde immer stärker. Teilweise musste ich das Zebra im 3. Gang bewegen.

Durch Spanien, bin ich bis auf eine kurze Strecke, hat € 3,40.- gekostet, mautfrei durchgefahren.

In Narbonne bin ich noch runter an den Plage Gruissan gefahren. Auch hier war es sehr windig und recht kühl. Die Sonne ging bereits unter.

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Adieu belle mer. Ich werde dich wieder besuchen.

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Ich folgte noch der Nationalstraße bis Béziers. Ab hier ging es flott auf der Autobahn in Richtung Norden weiter.

Das Sandmännle besuchte mich gegen 23 Uhr und bat mich eine längere Pause zu machen. Frau Garmin zeigte mir einen Wegpunkt ganz in der Nähe an.

Es war ein schöner Platz in Neuville sur Ain, nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt.

Es war sehr kalt draußen. Schneereste waren zu sehen, die Scheiben der geparkten Autos mit einer Eisschicht bedeckt.

Ich zog es vor das Schlafzimmer im Erdgeschoss aufzusuchen. Der wärmende Vliesschlafsack wurde aus dem Schrank entnommen, die Socken erst nach 10 Minuten ausgezogen.

Die Nacht in der Wohunung war trotz der Kälte sehr angenehm. Der Fluss Ain, sorgte dafür, dass es nicht allzu frostig, wie oben an der Straße, war.

Meine erste Tat nach der friedvollen Nacht war die Aktivierung der Standheizung, die bis zur meiner Abfahrt auch nicht ausgeschaltet wurde.

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15 Minuten später entledigte ich mich der Schlafsäcke und gab dem Blasendruck hinter dem Zebra nach.

Nach nur 5 Minuten Fußweg stand ich vor einer Boulangerie. Der Tag bekann wieder sehr gut.

“Je veux une baguette, trois croissants et un Pain o Chocolad, s'il vous plaît.“

Wenn ich auch der französischen Sprache nicht mächtig bin. Diesen überlebenswichtigen Satz bekomme ich jedoch immer über meine Lippen und der wird auch ab und an verstanden.

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Die Sonne begrüßte mich auch.

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Am Zebra angekommen, war ein Croisannt bereits verhaftet, ein Teil des Baguettes auch.

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Noch ca. 500 km bis ins Ländle. Das ist gut zu schaffen. Ich fuhr auf gut ausgebauten Nationalstraßen, mit Einkaufsstopp, bis nach Besancon.

Von hier wieder auf die Autobahn bis zur Grenze nach Mulhouse. Die Sonne schien, die Gipfel des Südschwarzwaldes schneebedeckt.

Hin und zurück, also durch Frankreich und Spanien bin ich staufrei und entspannt gefahren.

Kaum auf die A 5 gefahren, begann die Raserei und Drängelei. LKW´s überholen konnte ich fast nicht mehr, ohne den rückwärtigen Verkehr aufzuhalten.

Durch Freiburg bin ich das erste Mal, ohne Stopp an einer der vielen Ampeln, gefahren.

Nun gings das Höllental hinauf. Die B 31 war gut befahrbar, auf den Höhen sah ich die weiße Pracht im Abendlicht.

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Ich wollte noch etwas einkaufen und wunderte mich über die frühen Ladenschlußzeiten. Es war Feiertag im Ländle. Daran hatte ich nicht gedacht.

Ich lud noch alle Flüssigkeiten aus dem Fahrzeug. Minus 15 Grad waren für die Nacht angesagt.

Fast bis auf die Stunde genau, bin ich nach 21 erlebnisreichen und schönen Tagen wieder zu Hause angekommen.

An diese Höchstgeschwinigkeit kann ich mich nicht erinnern :biggrin:

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Etwas mehr Infos und Fotos sind auf meiner Homepage zu sehen und zu lesen.

http://www.der-steppenwolf.com/ubersich ... 2016-2017/


Ich hoffe, euch hat dieses Berichtle gefallen.Im Buschtaxiforum habe ich diesen auch eingestellt.


Viele Grüße

Martin
Steppenwolf
 
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Wohnort: Süddeutschland/Zebra

Re: Marokko über den Jahreswechsel 2016 - 2017

Beitragvon Alexander » 22.01.2017 20:26

Hallo Martin,

die Lubia weckt in mir gerade ein unglaubliches Hungergefühl. ;-)

Es ist schon zwei Jahrzehnte her, dass ich Marokko besucht habe. Allerdings nur kurz auf der Durchreise. Damals wurden noch keine Landesteile aus den Karten geschnitten. :mrgreen: Hatte aber ein anderes Erlebnis. Ich gerieht in eine routinemässige Polizeikontrolle. Der Polizist verlangte Führerschein und Reisepass, die ich ihm auch aushändigte. Er hielt beide Dokumente, schüttelte den Kopf und meinte, dass sie gefälscht seien. In einem Dokument stand zuerst der Vorname, dann der Nachname. Im anderen Dokument waren die Namen vertauscht. Das passte nicht in das Bild des Ordnungshüters.

Ich wurde aufgefordert, meinen Toyo abzusperren und den Fahrzeugschlüssel auszuhändigen. Dann bekam ich eine kostenlose Fahrt im Streifenwagen zur Polizeistation. Dort bekam ich dann einen kleinen Platz in einer Zelle. :roll:

Nach zwei Stunden wurde die Tür meiner Zelle geöffnet und ein Zivilpolizist trat ein, versicherte mir, dass alles nur ein Mißverständnis war, entschuldige sich und veranlasste, dass ich wieder zu meinem noch immer an der gleichen Stelle geparkten Toyo zurückgebracht wurde. Das war mein erster Urlaubstag. 8)

Danke für deine Bilder und Reisebericht. Ich liebe diese Art zu reisen. Wie du ungeplant und meistens alleine. Einfach ins Land einreisen und sich treiben lassen.

Viele Grüsse
Alexander
Alexander
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