Der syrische Bürgerkrieg droht, auf die Nachbarstaaten überzugreifen. Die Türkei will sich mit Patriot-Raketen schützen. Auch der Zusammenbruch des syrischen Staatsgefüges bereitet Sorgen.
Im Syrien-Konflikt kommt es zunehmend zu blutigen Machtkämpfen rivalisierender Milizen. Seit einer Woche liefern sich nun in der kurdisch dominierten Stadt Ras-al-Ain an der Grenze zur Türkei islamistische Rebellen und Kurden heftige Gefechte. Nach Angaben syrischer Menschenrechtsbeobachter soll es bereits Dutzende Tote gegeben haben. Bisher hatten sich die Kurden weitgehend aus den Kämpfen herausgehalten und keine eindeutige Position bezogen.
"Berlin - Fünf deutsche Soldaten sind zu Beginn ihrer "Patriot"-Mission in der Türkei von aufgebrachten Zivilisten bedroht worden. Beim Verlassen eines Geschäfts in Iskenderun seien fünf deutsche Soldaten in Zivil von etwa 40 türkischen Zivilisten "angepöbelt und bedrängt" worden, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr am Mittwoch in Potsdam mit. Einem Soldaten sei ein Sack über den Kopf gezogen worden, in dem sich weißes Pulver oder Puder befand. Die Bundeswehrsoldaten seien in umliegende Geschäfte geflüchtet."
Die Patriot Raketen sind ja eigentlich dazu gedacht, andere Raketen grösseren Kalibers abzuwehren - wie damals die SCUD, die vom Irak aus auf Israel abgefeuert wurden. Mir ist bisher noch nicht klar geworden, was Deutschland mit den Patriots in der Tuerkei eigentlich erreichen will - bisher ist ja nichts bekannt geworden, dass von Syrien aus SCUD (oder aehnliches) auf die Tuerkei abgefeuert wurde.
Offensichtlich gibt es Tuerken, die diesem Einsatz nicht "freundlich" gegenueberstehen... bei dem gezeigten Verhalten den Deutschen Soldaten gegenueber wuerde ich mir ernsthaft ueberlegen, ob ich da am richtigen Platz bin.
Und noch eine Frage kommt mir da in den Sinn: Warum laufen BW Soldaten im Einsatz in Zivilkliedern herum?
Der Sinn der Stationierung besteht wohl ausschließlich darin der Türkischen Regierung als Nato Partner symbolisch zu helfen. Eine Geste um vorzubeugen, dass nicht jemand einen Bündnisfall konstruiert. Bringt nix, kostet aber.
Als Kandidaten für so einen Angriff kommen einige in Betracht:
- Islamisten
- Empörte Friedens-“Akivisten“
- Nationalisten (weil sich D die Soldaten nicht dem türkischen Militär unterstellt hat)
Es ist also für jeden was dabei um sich aufzuregen.
Das dürfte auch der Grund sein, warum die Soldaten ich ihrer Freizeit in Zivil unterwegs waren: Keinen Anlass für Empörungsbedarfsuchende liefern.
Wolfgang K hat geschrieben:Das dürfte auch der Grund sein, warum die Soldaten ich ihrer Freizeit in Zivil unterwegs waren: Keinen Anlass für Empörungsbedarfsuchende liefern.
Mag sein.
Aber, wenn DE Militär im Bündniseinsatz sich mit Zivilkleidern "tarnen" muss, um nicht von der Bevölkerung des Landes, das es beschützen soll, verprügelt zu werden, dann legt sich bei mir die Stirn schon etwas in Falten...
...als Schweizer hingegen machen mir dann Drohungen von eurem zukünftigen Kanzler, die DE Kavallie zu schicken um das widerspenstige Ländchen zur Raison zu bringen, bedeutend weniger Sorgen. Wir stülpen ihnen einfach einen Mehlsack über den Kopf und dann rennen sie davon
"Die Bundesregierung forderte Ankara nach dem Angriff aufgebrachter Demonstranten auf, besser für den Schutz der Deutschen zu sorgen. Man erwarte, dass die Sicherheit der deutschen Soldaten gewährleistet sei, wenn sie sich in türkischen Städten bewegten, sagte der Sprecher von Verteidigungsminister Thomas de Maizière"
Wenn ich das richtig verstehe: Die Deutschen, die die tuerken schuetzen sollen muessen also von den tuerken vor den Tuerken geschuetzt werden
Kuno hat geschrieben:Wenn ich das richtig verstehe: Die Deutschen, die die tuerken schuetzen sollen muessen also von den tuerken vor den Tuerken geschuetzt werden
Ja Kuno, da hast Du mal wieder das richtige Verständnis. Die Türken wollten von Anfang an nur die Waffen oder den Oberbefehl darüber. Schiesbudenfiguren, wie deutsche Soldaten, die lächerlichen Gesetzen verpflichtet sind und sich nicht wehren dürfen geschweige denn schießen brauchen sie sowieso nicht.
Kuno hat geschrieben:...als Schweizer hingegen machen mir dann Drohungen von eurem zukünftigen Kanzler, die DE Kavallie zu schicken um das widerspenstige Ländchen zur Raison zu bringen, bedeutend weniger Sorgen. Wir stülpen ihnen einfach einen Mehlsack über den Kopf und dann rennen sie davon
Freue Dich nicht zu früh. Bei den Steuern hört der Spaß auf. Schließlich müssen die Geldlöcher (z.B. Berliner Flughafen) der Parteigenossen finanziert werden.
Gruß Mia
Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle. (Karl Popper)
"Die Bundesregierung forderte Ankara nach dem Angriff aufgebrachter Demonstranten auf, besser für den Schutz der Deutschen zu sorgen. Man erwarte, dass die Sicherheit der deutschen Soldaten gewährleistet sei, wenn sie sich in türkischen Städten bewegten, sagte der Sprecher von Verteidigungsminister Thomas de Maizière"
Wenn ich das richtig verstehe: Die Deutschen, die die tuerken schuetzen sollen muessen also von den tuerken vor den Tuerken geschuetzt werden
Ein Stück Text aus dem Zusammenhang gerissen. Teilinformation sind wie immer nicht nützlich. Man sollte den ganzen Artikel lesen.
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
In der syrischen Stadt Aleppo sind nach Angaben von Aktivisten Dutzende Menschen hingerichtet worden. In einem Fluss im Viertel Bustan al Kasr wurden zahlreiche Tote entdeckt [...] Sowohl den Regierungstruppen als auch den Rebellen werden in dem seit 22 Monaten anhaltenden Bürgerkrieg Massenhinrichtungen vorgeworfen.
Israeli warplanes carried out a strike deep inside Syrian territory on Wednesday, American officials reported, saying they believed the target was a convoy carrying sophisticated antiaircraft weaponry on the outskirts of Damascus that was intended for the Hezbollah Shiite militia in Lebanon. The American officials, who spoke on the condition of anonymity, said Israel had notified the United States about the attack, which the Syrian government condemned as an act of “arrogance and aggression.”
Noch immer herrscht Verwirrung über einen israelischen Luftangriff auf syrischem Terrain. Laut "New York Times" zielte der Angriff auf einen Waffen-Konvoi für die Hisbollah im Libanon. Das syrische Militär behauptet, eine militärische Forschungseinrichtung sei beschossen worden. Israels Regierung hat sich noch nicht geäußert.
Supporters of President Bashar al-Assad of Syria on Thursday condemned a strike by Israeli warplanes near the Syrian capital, Damascus, saying they rejected foreign intervention in the country’s civil war and offering support in varying degrees for its leader. Iran, Mr. Assad’s closest regional backer, warned of “grave consequences” after the attack.
Syrien und Iran haben Israel mit Vergeltung für die Luftangriffe auf syrischem Gebiet gedroht. Es gebe "die Option mit einem Überraschungsangriff zurückzuschlagen", sagte Syriens Botschafter im Libanon, Ali Abdul-Karim Ali. Er könne aber nicht sagen, wann es zu einer Vergeltungsaktion kommen könnte. Es obliege den zuständigen Stellen, dies vorzubereiten.
Mit einem dramatischen Appell hat der syrische Oppositionschef Ahmed Moaz al-Khatib die Weltgemeinschaft zum Eingreifen im syrischen Bürgerkrieg aufgefordert. "Wir erleben hier eine echte Tragödie", sagte al-Khatib bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Es gebe eine unglaubliche Brutalität durch das Regime von Staatschef Baschar al Assad. Diese lasse alle möglichen Foltermethoden gegen die Bevölkerung anwenden und setze zudem verbotene Waffensysteme ein. Falls das Regime auf friedlichem Wege nicht beseitigt werden könne, bitte er die internationale Gemeinschaft, "Flugzeuge und Waffen der syrischen Armee zu zerstören."
Der Iran und die mit ihm verbündete schiitische Hisbollah aus dem Libanon bauen laut einem Bericht der „Washington Post“ ein Netzwerk von Milizen in Syrien auf. Damit wollen sie ihre Interessen im Falle eines Sturzes des Regimes von Präsident Baschar al-Assad schützen, schrieb die Zeitung gestern unter Berufung auf amerikanische und arabische Beamte.
Die Milizen würden die Rebellen zurzeit gemeinsam mit syrischen Regierungstruppen bekämpfen, um Assad die Macht zu sichern. Das langfristige Ziel sei es, verlässliche Verbündete zu haben, falls Syrien in ethnische und an Glaubensrichtungen orientierte Landesteile zerfallen sollte.
Ein kleiner Abschnitt daraus:
‘We reached a point in the fighting, in spring 2012, when we needed proper support. We needed heavy machine guns, real weapons. Money was never an issue: how much do you want? Fifty million dollars, a hundred million dollars – not a problem. But heavy weapons were becoming hard to find: the Turks – and without them this revolution wouldn’t have started – wanted the Americans to give them the green light before they would allow us to ship the weapons. We had to persuade Saad al-Hariri, Rafic Hariri’s son and a former prime minister, to go to put pressure on the Saudis, to tell them: “You abandoned the Sunnis of Iraq and you lost a country to Iran. If you do the same thing again you won’t only lose Syria, but Lebanon with it.”’ The idea was that the Saudis in turn would pressure the Americans to give the Turks the green light to allow proper weapons into the country.