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Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 02.01.2017 19:38

Man geht davon aus, dass das Dromedar 3000 v. Chr. zum ersten Mal von Menschen auf der Arabischen Halbinsel gezähmt wurde. Lange Zeit diente das Dromedar als Milch und Felllieferant. Als Reit- und Transporttier war es aufgrund seines Höckers untauglich, da es noch keinen entsprechenden Sattel gab.

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Etwa 1500 Jahre später wurde ein Gestell entwickelt, dass es erlaubte bis 250 Kilo auf dem Kamel zu transportieren. Die Form des Gestells hat sich bis heute nicht verändert.

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Bis der Motor erfunden wurde und Fahrzeuge die Sahara durchquerten bestanden Karawanen durchaus aus 20.000 oder 30.000 Tieren. Damals wurden vor allem Gold, Elfenbein und Sklaven in den Norden gebracht. Heute sind es Salz und lebenswichtigere Waren.

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Die Tuaregunruhen und die französische Kolonialzeit trugen das Ihre zum Beinaheverschwinden der Karawanen bei. Noch rechzeitig erkannte man, dass das Ersetzen des Kamels durch den Lkw Menschen arbeitslos macht und Unzufriedenheit erzeugt, die auch in Unruhen münden können. Wie lange mag es wohl noch Karawanen geben?

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Nicht alle Karawanen erreichten jedoch ihr Ziel. Einige brachen mit mehreren Tausend Kamelen auf und verschwanden in den Weiter der Sahara. Von ihnen fehlt bis heute jede Spur...

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Die Nacht rückt näher und wir suchen uns einen Übernachtungsplatz in einem Oued.

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Auch die Kamele freuen sich auf eine Pause. Ausgelassen rollen sie sich im Sand ;-)

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 03.01.2017 19:40

Nachdem wir einige Tage unterwegs waren, ohne die Kamele tränken zu können, machen wir Halt in dem ausgetrockneten Oued. Ausgetrocknet ist das Oued nur oberflächlich. Wir graben etwas im Flußbett uns stoßen schon kurz darauf auf Wasser.

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Das Wasser ist zunächst trüb vom aufgewühlten Sand, setzt sich aber bald fast vollständig ab. Die Kamel können es kaum erwarten und stürzen sich auf die Erfrischung.

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Man sollte einigermaßen ein Auge dafür haben, wo man nach Wasser graben muss. Es gibt Stellen, da wurde bereits gegraben, ohne auf Wasser zu stoßen.

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Die Tuareg füllen ihre Gerbas mit dem lebensspendenden Wasser. Ich versuche es zunächst einmal, bevor ich meine Flaschen füll. Das Wasser ist kühl und erfrischend und hat keinen Nebengeschmack. Es schmeckt einfach köstlich. ;-)

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Man sollte vermeiden Wasser aus bestehenden Löchern zu schöpfen. Mit der Zeit bilden sich im abgestandenen Wasser Algen und es schmeckt übel.

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Manch Tuareg nutzt die Ruhe, um sich dem Abendgebet zu widmen. Nachdem ich meine Flaschen gefüllt habe, laufe ich wieder flußaufwärts, bereite mein Nachtlager vor und beteilige mich an der Zubereitung des Abendessens, das wie immer aus einfacher Pasta und dem anschließenden Tee besteht.

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Die Stimmung unter den Tuaregs steigt wieder. Die Wüstenritter sind nur noch einen Tag von ihren Familien entfernt und mir wird bewußt, dass es morgen der letzte Tag mit der Karawane sein wird.

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 07.01.2017 18:34

Am nächsten Morgen wandern wir noch ein Stück im sandigen Oued...

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...bis es wieder felsiger wird.

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An einigen Stellen tritt sogar das im Untergrund fließende Wasser zu Tage. Und stoßen bald auf eine Furt, an der wir den Fluß verlassen und auf eine...

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...gut befahrbare Piste stoßen.

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Nach jeder Reitsession auf dem Kamel verstärken sich die Rückenschmerzen. Daher versuche ich soviel wie möglich zu laufen. Leichte Abhilfe schafft es, wenn ich mich an dem Strick eines Kamels festhalte und neben ihm mitlaufe. Irgendwie scheint das mein verschobene Knochengerüst wieder auszugleichen.

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 11.01.2017 19:12

Eine Wegmarkierung: ein großer Stein, auf dem Kiesel abgelegt wurden. Ich vertraue aber auf Sidi. Er weiß, wo es lang geht. :wink:

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Alleine wäre man vermutlich verloren. Wir marschieren kreuz und quer. Zumindest kommt es mir so vor. Es geht abwechselnd durch Baum-, Busch- und Felslandschaften.

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Jemand hat seine Sandalen in der Astgabel verstaut.

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Die Luft ist glasklar und die Fernsicht ist fantastisch hier oben.

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Manchmal wird es ziemlich eng und es passt nur ein Kamel oder ein Mensch durch die engen Felsdurchgänge.

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Wir haben die Wahl zur Reiten, damit uns die Kamele nicht versehentlich gegen den Fels drücken oder wir laufen voraus. Ich wähle den Fußmarsch. Zu schön ist die Landschaft hier im Air. 8)

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 14.01.2017 18:47

Nach fast zwei Tagen verlassen wir das Air Gebirge und verbringen den letzten Tag in den Ebenen der Umgebung. Ziel der Ort, wo Sidi mit seiner Familie wohnt.

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Ich schaue zurück und stelle fest, dass die Karawane kleiner geworden ist. Die Unterführer der Karawane trennen sich vom Haupttroß, ohne sich zu verabschieden. Sie verschwinden einfach. Abschied ist bei den Tuareg nicht üblich. Ein Abschied wäre von Dauer. Aber irgendwann wird man sich wieder begegnen.

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Je weiter wir in die Ebenen vordringen, um so häufiger treffen wir auf Menschen. Tuareg, die fern von den Städten mit ihren Großfamilien leben.

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Die Kinder warten schon auf die vorbeiziehende Karawane und auf die Datteln, welche die Reiter in den Sand werfen.

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Ein Vulkan, der schon seit vielen tausend Jahren erloschen ist.

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In der Ferne sehe ich einen Mann, der auf uns zu marschiert. Ich erkenne Omar, der mich wieder begleiten wird. Wir laufen zusammen durch den Busch und sehen dabei große Gebiete, die mit Steinen in Parzellen unterteilt sind. Im Rahmen eines Entwicklungshilfeprogramms wurden große Gebiete mit Steinen eingefaßt. Damit soll verhindert werden, dass das Regenwasser während der Regenzeit nicht so schnell abfließen kann. Außerdem wird dadurch verhindert, dass der Boden davon geschwemmt wird. Die Maßname zeigt Wirkung. In den Parzellen wächst Gras, dass wieder als Nahrung für die Ziegen dient.

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Ich frage mich, wie die Menschen hier draussen überleben. Es gibt kaum Nachbarschaft. Es wird nur wenige angepflanzt und es dominiert vor allem die Kleinviehzucht.

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Es gibt kaum Regen in dieser Gegend. Aber wenn es regnet, dann so heftig, dass nicht einmal Betonpisten den Fluten Stand halten können.

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Die Sonne hat den Horizont schon unterschritten. Wir sind aber noch einige Stunden von Sidis Familie entfernt.
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Peter D » 14.01.2017 22:15

Hallo Alex,

wunderschönge Bilder aus meinem Lieblingsgebirge, das ich so lange nicht mehr sehen konnte.. danke Alex !

Hast du vielleicht zufällig gehört ob die Nigerregierung das Jagdverbot im Air - damals gefordert vom WWF - (spezielle Muflonarten mit riesigem Horn) noch immer durchzieht ? Zum Leidwesen der ansässigen...

Aber wahrscheinlich gibt es die außer ein paar Dorkas gar nicht mehr.
1982 sah ich ganze Straußenherden, die grünen Paviane gabs aber auch schon damals nicht mehr...
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 15.01.2017 12:02

Hallo Peter,

Peter D hat geschrieben:Hast du vielleicht zufällig gehört ob die Nigerregierung das Jagdverbot im Air - damals gefordert vom WWF - (spezielle Muflonarten mit riesigem Horn) noch immer durchzieht ? Zum Leidwesen der ansässigen...


Das Jagdverbot existiert immer noch und es war Voraussetzung dafür, dass der Air zum Schutzgebiet erklärt wurde. Das Jagdverbot macht m.E. durchaus Sinn. Was will man denn jagen, wenn es nichts mehr zu jagen gibt.

Die Dorkas waren auch schon fast ausgerottet. Heute zählt man wieder einige tausend. Der Strauß brachte es 1990 noch auf 800 Vögel, gilt heute aber als ausgestorben. Große Raubtiere wie der Löwe oder der Wildhunde wurden ebenfalls ausgerottet. Nur einige Geparden haben noch überlebt. Der Pavian konnte sich wieder vermehren. Wir sahen zwar keine Affen, aber die Fußabdrücke.

Die Mendesantilope war bereits auf 15 Tiere reduziert. Durch das Jagdverbot konnten sie sich wieder auf über hundert Exemplare im Addax Reservat vermehren.

Ich denke eine Aufhebung des Jagdverbots käme den Tuareg nur kurzfristig zugute. Bis die verbleibenden Populationen wieder dezimiert werden oder gar ganz aussterben...

Grüsse
Alexander
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 17.01.2017 18:11

Die Sonne war schon längst untergegangen, als wir in Sidis Heim ankommen. Seine Eltern, Kinder, Brüder, Schwestern, Onkeln und Tanten erwarten uns schon. Zum letzten Mal laden wir die Kamele ab. Ich werde herzlich willkommen geheißen und es werden viele Fragen gestellt. Wir setzen uns zum Abendessen zusammen. Es gibt frische Ziegenmilch in dem Stücke schwimmen, die aus Hirse gebacken wurden. Wir essen im Dunkeln. Manchmal leuchtet eine Taschenlampe auf. An diesem Ort gibt es keine Elektrizität.

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Die Sonne hat noch nicht den Horizont erreicht sind wir hellwach. Die Nacht war kalt und man spürt langsam, dass die Jahrezeiten wechseln. Bevor Sidi zum Frühstück in seiner Hütte einläd, bekomme ich die Gelegenheit mich zu duschen. Die erste Dusche seit fast zwei Wochen. Von einer Lehmmauer eingerahmt steht ein Eimer Wasser. Es ist eiskalt und der frische aufkommende Wind lässt mich das Wasser noch kälter empfinden. Als ich den ersten Schwall Wasser über mich schütte, habe ich das Gefühl, dass ich zum Eiszapfen mutiere. Dennoch bin ich froh, den Staub loszuwerden. Die Haarwäsche muss ich mehrmals wiederholen. Es hat sich in den zwei Wochen einiges angesammelt. ;-)

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Sidi lebt in einer kleinen gemütlichen, aber bescheidenen Lehmhütte.

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Seine Frau und die Kinder wohnen in einer Strohhütte gegenüber.

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Jetzt bei Tageslicht, habe ich die Möglichkeit, mich etwas umzusehen. Omar begleitet mich.

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Der Brunnen der Familie wurde am Rand des Oueds gebaut. Die Nähe zum Flußbett garantiert, dass immer Wasser zur Verfügung steht.

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 18.01.2017 18:31

Während uns die Anstrengungen noch im Gesicht geschrieben steht und wir versuchen, das Schlafdefizit wieder auszugleichen...

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...zeigen sich einige schüchterne Besucher, die sich für den fremden Europäer interessieren.

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Die Schüchternheit legt sich aber recht schnell, nachdem die Kinder merken, dass auch Europäer ganz normale Menschen sein können und sich nur durch die Hautfarbe unterscheiden. Nachdem wir miteinander "warm" geworden sind, fangen sie zu shakern an und wollen ihren Gast näher kennen lernen. Omar übersetzt, sodass wir auch die Sprachbarriere überwinden können.

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Wer bei fremden Kulturen zu Gast ist, kann auch Bräuche und Riten erleben, die für uns ungewöhnt sind, oder die uns sogar abstossen. Sidis Vater will mir zu Ehren ein Lamm schlachten. Ich soll der Schlachtzeremonie beiwohnen und fordert mich auf zu fotografieren.

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Sidi al Hassan setzt sein Messer, das er vorher sorgfältig geschliffen hatte an den als des kleinen Tieren und durchtrennt die Schlagader. Das todgeweihte Tier wehrt sich und zuckt. Aber vergeblich.

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Nach gefühlten ein bis zwei Minuten hört das Zucken plötzlich auf. Das Zicklein ist tot.

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon neon38 » 20.01.2017 09:52

Vielen Dank für den tollen Bericht und die Bilder. Auf die Gefahr hin es überlesen zu haben, kannst du sagen wieviel Wasser du am Tag benötigt hast?
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 20.01.2017 17:34

Hallo neon38,

du hast es nicht überlesen ;-) Ich hatte es noch nicht erwähnt.

Pro Tag habe ich mir eine 2,2 l Feldflasche abgefüllt, morgens und abends jeweils eine Portion Peronin angerührt mit je 0,4l. Was ich sonst noch getrunken habe, einschließlich dem traditionellen Tee und der Nusssuppe nochmal 0,7 l. Also gesamt im Schnitt 3,7 Liter pro Tag. An den Tagen, an denen es richtig heiß wurde, hatte ich einen zusätzlichen Verbrauch von ca. 0,5 Liter.

Im Nachhinein betrachtet habe ich relativ wenig getrunken. Besonders an den heißen Tagen. An diesen Tagen war das Wasser auch so warm, dass ich nur wenig davon trank. Am Schönsten war das Wasser am Morgen. Da war es richtig schön kühl ;-)

Grüsse
Alexander
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Barbara4x4 » 22.01.2017 11:20

Hi Alex,

Danke für diesen schönen Bericht. Und allergrößten Respekt vor Deiner sportlichen Leistung!

Mein persönliches Highlight war ja
An unserer Route warten schon Kinder. Die Tuareg werfen Datteln in den Sand, welche die Kinder gierig aufsammeln.


Es gibt viele Theorien, weshalb die Kids in MA so energisch nach Bonbons fragen. Ich habe mich immer gefragt, wie die regionalen Unterschiede entstanden sind, die sich nicht stimmig mit Touristenströmen und Einkommenssituation decken.

Ist dieses Dattelwerf- Verhalten von Karawanen traditionell? Ich las es in deinem Bericht zum ersten Mal bewußt. Es wäre jedenfalls eine schlüssige Erklärung für die regionale Verteilung der Bonbonkinder, die an den ehemaligen Karwanenrouten die höchste Energie entwickeln.

Zum Wasser noch eine Frage: arbeitest Du nicht mit Verdunstungkälte zur Wasserkühlung? Warme Plörre rutscht nicht gut durch die Kehle und kann Durchfall machen. Weshalb es bei mir für die Wasserflaschen von Mensch und Hund maßgeschneiderte Saharakühlschränke gibt. Und für die Butterdose - ich fahre ohne Kühlschrank, auch im Sommer.

Viele Grüße
Barbara
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 22.01.2017 13:32

Hi Barbara,

der Vergleich Bonbon und Datteln ist interessant und macht durchaus Sinn. Der Koran fordert die Gläubigen dazu auf, armen Menschen ein Almosen zukommen zu lassen. Das könnte der Hintergrund für die Verteilung der Datteln und später das Betteln der Kinder für Süßigkeiten sein.

Es gab keine Gelegenheit, wo Kinder am Pistenrand auftauchten und die Tuareg nicht Datteln verteilten. Es scheint tatsächlich eine Tradition zu sein.

Bisher habe ich nicht mit Verdunstungskälte für das Trinkwasser gearbeitet, obwohl ich mir es immer wieder vor nahm. Meine Wasserflasche steckt zwar in einem Stoff. Aber irgendwie funktioniert das nicht richtig, da kein Wasser wie bei einer Gerba durchsickert. Welche vernünftigen Möglichkeiten gäbe es, um das Wasser permanent kühl zu halten?

Viele Grüsse
Alexander
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Steppenwolf » 22.01.2017 15:47

Hallo Alex,

vielen, vielen Dank für deinen sehr Interessanten, informativen und schön bebilderten Reisebericht.

Es ist schon eine andere Art der Fortbewegeung um sein Ziel zu erreichen.

Viele Grüße

Martin
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Barbara4x4 » 22.01.2017 16:23

Hi Alexander,

Muslims sind ja grundsätzlich großzügig gegenüber Kindern.Deine Beobachtung liefert jedenfalls einen weiteren Baustein zum Verständnis eines uns ungewohnten Verhaltens.

Zum Wasser: ich habe passgenaue Behälter aus Topflappen-Baumwolle gehäkelt. Mit Schlaufen zum Aufhängen bzw. Tragen der Flasche über der Schulter. Muß halt immer wieder befeuchtet werden. Der Temperaturunterschied ist beachtlich. Angenehm kühl auch bei großer Hitze. Biete zusätzlich leichten mechanischen Schutz und hält die morgendliche Kühle länger. Verbraucht halt Wasser...... Inzwischen habe ich da meine Techniken verfeinert, um möglichst wassereffizient zu sein.

Man kann natürlich die Behälter auch nähen. Allerdings hielten die genähten Kühler nur wenige Jahre durch, im Gegensatz zu den gehäkelten Kollegen.

Viele Grüße
Barbara
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