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Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon majasch » 22.01.2017 19:12

Barbara4x4 hat geschrieben: ......... Zum Wasser: ich habe passgenaue Behälter aus Topflappen-Baumwolle gehäkelt.......... Man kann natürlich die Behälter auch nähen.

oder, ganz einfach und ohne aufwand: ein kniestrumpf aus dem kleiderkasten. ich nehme meist gleich das paar .... und zum zubinden/aufhängen eine schnur. öfters feucht machen. fertig :)
gruess maja
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Barbara4x4 » 22.01.2017 19:34

Da muß ich mich mal als Frau ohne Kniestrümpfe outen :)

Jedes Textil aus Baumwolle, das eng anliegt, erfüllt diesen Zweck. Aus dem Chech läßt sich ein guter Kühler mit Tragevorrichtung basteln. Hauptsache keine warme Plörre!

Viele Grüße
Barbara
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 22.01.2017 19:51

Ok, häkeln kann ich nicht und so dicke Beine habe ich nicht, dass die etwas kantige 2,2 Liter Flasche in einen Strumpf passen würde ;-) Ich werde es wohl mal mit einem Chech versuchen. Ist nur etwas umständlich in immer wieder mal zu bewässern.

Evtl. läuft mir mal eine Gerba auf einem Souk über den Weg. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es die einfach so zu kaufen gibt.

Grüsse
Alexander
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Peter D » 22.01.2017 22:08

Der alte gute Leinensack mit Ausgusstülle ?
Verwenden wir doch alle seit 40 Jahren, eiskalt rinnts da raus :)
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 24.01.2017 19:24

Gegen Mittag hören wir Motorengeräusche aus nördlicher Richtung. Vor Sidis Hütte hält ein Toyota mit zwei Soldaten an. Dieses Mal bekomme ich keine Armee als Geleitschutz zur Verfügung gestellt ;-)

Der Abschied ist herzlich und ich merke Sidi an, dass auch er die Zeit genossen hat. Wir brachten etwas Abwechslung in unser Leben. Ich weiß nicht, wie oft er Europäer zu Gast hat. Auch für mich war es eine ganz besondere Begegnung.

Omar und ich steigen in den Toyota ein. Der Beifahrer die Kalaschnikow zwischen den Beinen. Mit den beiden Soldaten kommen wir schnell ins Gespräch und es entsteht eine lockere Atmosphäre. Schließlich werden uns die beiden in den nächsten Tagen auf Schritt und Tritt begleiten. Unser Ziel: die Oasenstadt Timia.

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Auf dem Weg nach Timia passieren wir Krip Krip, eine kleine Ortschaft mit zwei Lebensmittelgeschäften, eine Schule mit sechs Klassen und eine Klinik, in der es kaum Personal gibt. Ich interessiere mich besonders für die Schule, da ich wissen möchte, wie die Kinder unterrichtet werden und unter welchen Umständen.

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Wir werden vom Schuldirektor der kleinen Schule begrüßt. Er gibt uns eine Führung und erklärt uns das Schulsystem. Er klagt auch über seine Probleme.

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Vor allem die Ausstattung der Klassenzimmer läßt zu wünschen übrig. Für die 40 Kinder stehen vier Bänke zur Verfügung. Die anderen Kinder müssen auf dem Boden sitzen. Neben den fehlenden Schulbänken sind Schreibhefte und Schreibzeug ein Problem. Derzeit reicht der Vorrat noch. Aber wie lange. Ich frage den Direktor, was ein Tisch kosten würde. 25.000 CFA und 25 Tische werden benötigt.

Ich frage Omar, ob er in Agadez einen Handwerker kennt, der die Tische herstellen könnte. Ein Plan reift in meinem Kopf und ich sage dem Direktor zu, dass er die Tische bekommen wird. Sie auch: Niger: Wüstenschiff kauft Mobiliar für Schule in Timia Hefte und Schreibmaterial werde ich bei meinem nächsten Besuch mitbringen.

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Die Schule von Krip Krip. Rechts der Schuldirektor, einige Lehrer und unser Begleitpersonal.

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Keine Ahnung, was hier gebaut werden soll. So wie es aussieht, wird das Bauwerk nicht besonders stabil werden.

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Direkt neben der Schule liegt der Kindergarten. Die Erzieher geben sich wirklich Mühe. Ebenso wie die Lehrer der Schule sind sie enthusiastisch und engagieren sich enorm. Es gibt aber kein Spielzeug. Die Kinder sollten zwei mal am Tag etwas zu essen bekommen. Jeden Tag kommt eine Frau vorbei, die freiwillig dass Essen zubereiten soll. Jeden Tag muss sie aber wieder abziehen, weil es nichts zu kochen gibt. Dem Kindergarten fehlen die Mittel Lebensmittel einzukaufen. Die Eltern sind zu arm, um den Kindergarten zu unterstützen.

Der Kindergarten betreut derzeit 35 Kinder. Pro Kind und Tag würden 500 CFA notwendig sein, um es zu verpflegen. Im Jahr also ca. 7500 Euro. Mein Traum wäre, auch hier einen Beitrag zu leisten. Aber der müßte langfristig sein und das würde sogar meine Mittel übersteigen.

Würde jeder hier im Forum nur fünf Euro spenden, wir könnten die Kinder für mehrere Jahre versorgen. Wer macht mit? ;-)

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 26.01.2017 18:58

Auf der Piste, die durch ein Flußbett führt, erreichen wir Timia. Während der Regenzeit führt der Fluß Wasser und es gibt keine befahrbare Piste.

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Ein Schild, gesponsert von GEPKO heißt uns willkommen. GEPKO führt im Straßenbau ein Großprojekt durch und soll eine Teerstraße von Algier nach Lagos bauen und arbeitet derzeit an dem Teilstück Arlit Assamaka Algerien-Grenze.

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Timia ist ein Wüstendorf im Herzen des Air Gebirges und besteht aus acht Dörfern und den Weilern Abarakan - Krip-Krip, Oufen, Tefarawt, Tassalwat, Tewat, Idawden und dem kleinsten Weiler Ajirou, dass eigentlich nur aus den Nachkommen einer Familie besteht.

In diesem Gebiet leben ca. 19.000 Menschen, wobei in Timia als größtem Dorf 6.000 Menschen beheimatet. Obst- und Gemüseanbau und Kleinviehzucht sind die Hauptgeschäftsbereiche. Außerdem gibt es eine Klinik, die mit deutscher Entwicklungshilfe gefördert wurde und eine kleine Landebahn, die aber aus Kostengründen kaum benutzt wird. Timia wurde 1920 gegründet, nachdem die Franzosen einen Tuaregaufstand niedergeschlagen hatten.

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Zunächst beziehen wir unsere Behausung. Ein Haus, deren Besitzer aus Italien verreist sind und einen schönen großen Innenhof bietet.

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Vom Dach des Hauses hat man einen wunderbaren Überblick auf die Dächer der Nachbarhäuser und auf das Air Gebirge. Hier werden Omar, die beiden Soldaten und ich die nächsten Tage wohnen.

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon lukas1980 » 27.01.2017 00:26

Ich bekomm immer Fernweh wenn ich deine Berichte lese, Alexander :) super spannend und tolle Pics! Vielen Dank fürs mitnehmen!


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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 27.01.2017 20:37

lukas1980 hat geschrieben:Ich bekomm immer Fernweh wenn ich deine Berichte lese, Alexander :) super spannend und tolle Pics! Vielen Dank fürs mitnehmen!


Danke Lukas! Ich mache auch gleich weiter mit meinem Bericht ;-)
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 27.01.2017 20:38

Halt! Hier gibt es frisches Brot ;-) Omar ist hier in Timia aufgewachsen. Daher kennt er jeden Bewohner und jede Gasse. Mein großer Vorteil, denn ich lerne Menschen kennen, die ich als normaler Tourist nicht kennengelernt hätte und ich komme in Ecken, in die sich kein Tourist verirrt.

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Hier sitzen Omars Freunde zusammen und bereiten das traditionelle Tuareg Brot Tógela zu. Das frischgebackene Brot wird in kleine Stücke zerlegt und mit Semoule, einer Hirse- und Weizenmehl-Mischung, Ziegenfleisch, Tomaten, Wasser und Salz vermischt. Leider ist die Köstlichkeit noch nicht vollständig zubereitet. Daher machen wir uns weiter auf den Weg in die Umgebung von Timia.

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Was hier wie eine alte Stadtmauer aussieht, ist eine freistehende Felswand.

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Was man in der Trockenheit eigentlich nicht erwarten würde ist Wasser, das an das Tageslicht dringt. Das Wasser fließt unterirdisch dem Oued entlang und wo es auf Fels stößt, bahnt es seinen Weg an die Oberfläche.

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Häufig trifft man auf die Zeichen deutscher Entwicklungshilfe. Hier geht es um ein Agrarprojekt.

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Die Pflanzen wurden aus Deutschland importiert und hier angesiedelt. In den letzten Jahren wuchsen schattige Gärten heran, in denen Orangen, Mandarinen, Bananen, aber auch Gemüse wachsen und auf dem Markt in Timia und Agadez verkauft werden. Viele Hände reichen mir die süßen Früchte und sie schmecken gut und erfrischend.

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Wir decken uns mit einem Vorrat für die nächsten Tage ein.

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Wir machen uns langsam auf den Rückweg. Es ist schon spät und uns knurrt der Magen. Um 22:00 Uhr werden die Generatoren abgestellt und es fließt keine Elektrizität mehr durch die Leitungen. Wir fahren bei einem Restaurant vorbei und geben unsere Bestellung auf. Eine Stunde später wird unser Abendessen geliefert. ;-)

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 29.01.2017 18:32

Bevor wir uns am nächsten Morgen wieder auf Erkundungstour aufmachen, rufen wir in Agadez an, um uns nach unserem Fahrer zu erkundigen. Wir sollten uns am nächsten Tag in Timia für die Rückfahrt treffen. Obwohl in Timia schon vor Jahren ein Funknetzwerk eingerichtet wurde, erfordert das Telefonieren viel Gedult. Oft bekommt man erst nach Stunden eine Verbindung und hat man mal das Glück, eine Verbindung aufzubauen, dann bricht sie mitten im Gespräch wieder ab. Auf jeden Fall war unser Fahrer immer noch damit beschäftig, das Kühlerproblem seines Toyotas zu beseitigen und meinte, seine Ankunft würde sich um zwei Tage verzögern.

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Wir nutzen die Zeit für ausgibige Besichtigungestouren. Heute steht u.a. Fort Massu auf dem Programm, das 1952 von dem französischen General Jacques Massu in Auftrag gegeben wurde. Tatsächlich wurde das Fort nie für militärische Zwecke genutzt. Seit der letzten Jahrtausendwende wurde das Fort als Museum und Auberge genutzt. Heute, da keine Touristen sich nach Timia verirren, steht das Bauwerk leer. Von dort oben hat man einen weiten Ausblick auf Timia und das Air Gebirge.

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Noch stehen wir hier unten. Der Anstieg zum Fort dauert aber nur ca. 15 Minuten. Der kurze Spaziergang lohnt sich.

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Von dem Fort aus hat man auf der einen Seite einen schönen Blick entlang dem Oued und dem Palmengarten.

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Das Dorf Timia selbst kann nicht mehr wachsen, da es auf der einen Seite durch das Gebirge und auf der anderen Seite durch das Flußbett beschränkt wird. Wer in dieser Gegend wohnen will, muss entweder auf den Busch oder einer der umliegenden Dörfer oder Weiler ausweichen.

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Ziegelherstellung aus der Vogelperspektive. An dem kleinen See werden Lehmziegel hergestellt und zum Trocknen ausgelegt.

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Die "Terrasse" des Forts. Nach allen Richtungen hat man einen Blick in die Weiten des Air.

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Selbst unsere Bodyguards, die hier stationiert sind, genießen die Aussicht.

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Panoramabilder: zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 30.01.2017 19:08

Als nächstes steht der Besuch der Schule in Timia auf dem Programm. In dieser Schule gehen ca. 500 Jungs und Mädchen zur Schule. Unterrichtet werden sie von engagierten Lehrern.

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Ein Schulgebäude wurde vor zwei Jahren von Matins du Soleil gebaut und ausgerüstet. Die Maßnahme war dringend erforderlich, das die Schule aus allen Nähten platz und bereits ein zweites Schulgebäude notwendig wird.

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Aber nicht nur neue Schulgebäude sind notwendigt. Einige bestehende befinden sich in jämmerlichem Zustand. Zur Regenzeit regnet es durch das Dach und das Wasser läuft an der Wand entlang. Das Holz, dass die Decke bildet ist marode. Für Reparaturen oder gar neue Gebäude fehlt aber leider das Geld.

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Einige Stühle haben nur noch drei oder gar zwei Beine und man kann sich nur auf sie setzen, wenn man an der Wand lehnt.

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Trotz dem Umständen gehen hier 37 Mädchen und 49 Jungs in die Grundschule. Den Lehrern ist bewußt, dass auch die Mädchen Bildung benötigen und arbeiten an der "Mädchenquote".

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Es steht nicht nur trockener Stoff auf dem Lehrprogramm. Die Schüler werden immer noch über herumliegende Munition und Tretminen aufgeklärt. Während den Tuaregaufständen und der französischen Besatzungszeit wurde hier einiges vergraben.

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Neben Mathematik steht auch Basteln auf dem Lehrplan. Die Lehrerinnen geben sich richtig Mühe ;-)

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Und weiter geht es in die Schulküche. Hier wird für 500 Kinder der Hirsebrei zubereitet.

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Da Essen ist nur sehr einfach. Aber zumindest wird der Magen gefüllt.

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Und nach dem Essen geht es wieder weiter mit dem Unterricht.

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 04.02.2017 18:56

In Timia gibt es eine kleine Klinik, das von verschiedenen Hilfsorganisationen und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) errichtet wurden. Vor allem Frauen werden hier während ihrer Entbindung versorgt.

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Pro Tag werden hier 30 - 25 Patienten behandelt. Einmal in der Woche benötigt ein Malariapatient Hilfe. Während der Regenzeit steigen die Malariafälle. Komplizierte Fälle sollten zunächst von einer kleinen Landebahn aus nach Agadez geflogen werden. Aus Kostengründen hat man auf die Fluglinie verzichtet und fährt die Patienten nach Agadez oder Arlit.

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Die Ausstattung ist sehr überschaubar und auch die Klinikapotheke steht nahezu leer.

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Der Klinik fehlt unter anderem ein Mittel, das für die Analyse von Blutproben verwendet wird. Zuhause kontaktiere ich das BMZ, das mit zusagt, sich um die fehlenden Medikamente zu kümmern.

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In Niger und besonders hier in Timia trifft man häufig auf Projekte deutscher Entwicklungshilfe, wie diese manuelle Pumpstation, die am Rande des Oueds errichtet wurde. Man dreht am Schwungrad und schon sprudelt das Wasser ;-)

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Wer sich in die kleinen Gassen Timias begibt sollte entweder einen Führer oder einen guten Orientierungssinn besitzen ;-) Die Gassen sind eng und verschlungen und man verliert leicht die Orientierung.

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Versteckt in einer Ecke Timias lebt eine Familie, die Schmiedearbeiten für die Gemeinde verrichtet.

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Hergestellt werden alle möglichen Kleinteile und besonders diese Äxte stehen auf dem Produktionsplan.

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Zunächst wird das Feuer entfacht. Gearbeitet wird vor allem mit Holzkohle.

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Wenn das Feuer brennt, tritt der Blasebalg in Aktion. Mit zwei Säcken aus Ziegenhaut wird abwechselnd gepumpt, um die Kohle zur Weißglut zu bringen.

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Wie das Ganze funktioniert, zeigt dieses Video:

phpBB [video]

https://youtu.be/WWo-dqgQ-iE

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Treppenbau ist eine Kunst. Freihandmauern ohne Wasserwage 8)

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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Alexander » 05.02.2017 20:17

Zur Freizeitgestaltung treffen sich Kinder und Jugendliche an den Kaskaden von Timia. Ein Schild warnt vor dem tiefen Wasser.

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Die Cascades de Timia werden von dem unterirdisch fließenden Wasser des Oueds, das Timia auf der einen Seite begrenzt gespeist. Während der Regenzeit toben hier die Wassermassen. Außerhalb der Regenzeit sieht man nur ein kleines Rinnsal.

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Ob viel oder wenige Wasser. Die Kinder haben einen heiden Spass. Sie klettern an der Felswand hoch und springen von dort in den See.

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Eigentlich bestehen die Kaskaden aus drei Fällen. Von unten sieht man aber nur einen. Mit etwas Geschickt kann man die Felswand überwinden und nach oben klettern. Ich sehe mir das Spektakel lieber von unten an. ;-)

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Das Wasser fließt weiter über ausgewaschene Felsen weiter in Richtung Palmengarten. Das Wasser fließt aber am Garten vorbei, sodass sich der Betreiber des Gartens etwas einfallen lassen musste.

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Mit ein paar Dachrinnen wird das Wasser geschickt umgeleitet und zwar dorthin, wo es benötigt wird.

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Die innovative Bewässerungsanlge begeistert uns. 8)

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Langsam geht der letzte Tag zu Ende. Unser Fahrer wird morgen Früh eintreffen und uns mit Militärbegleitung nach Agadez zurückfahren.

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Uns begegnet ein Schwertransport, dem wir ausweichen müssen.

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Zurück in Agadez bleibt nicht viel Zeit. Der Flug nach Niamey steht an. Während ein Flugzeug der United Nations landet checke ich in dem Flughafenhangar ein. Das Ticket wird von Hand erstellt. Da es keine Röntgengeräte gibt, muss ich meinen penibel gepackten Rucksack nochmal auslehren und nach einer gründlichen Inspektion wieder einpacken. Der Hangar steht offen und die Passagiere werden von Soldaten bewacht.

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Am Ende des Flugfeldes, gegenüber dem Hangar steht eine alte, wohl nicht mehr flugtaugliche Antonow An-2, für die ich mich noch interessiere, bevor der Flug zurück in die Heimat abhebt...

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The End

Das war die Geschichte einer abenteuerlichen Reise mit der Salzkarawane. Ich wurde schon mehrfach gefragt, ob ich diese Reise mit all den Strapazen und Entbehrungen nochmals unternehmen würde. Die Antwort ist klar: Jederzeit wieder, besser heute als morgen ;-)

Viele Grüsse

Alexander
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Jürgen Kempe » 06.02.2017 07:00

Lieber Alexander,

ganz herzlichen Dank für diesen Bericht über "unsere" wunderbare Wüste, die Karawane und die von Dir durchgestandenen Strapazen!

Liebe Grüsse, Jürgen Kempe
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Re: Niger: mit der Salzkarawane durch die Ténéré und Air

Beitragvon Peter D » 07.02.2017 01:15

Einzigartiger Bericht, Danke Alexander !

Mehr als erstaunlich ist, das du trotz der enormen Belastung so viele Details ausgraben, entdecken konntest und die letzte Restenergie auch noch in soziales Engagement reinstecktest.

Ein Bericht aus der Pionierzeit der 50, und 60ziger aus dieser Gegend hätte nicht spannender sein können..

Und noch etwas finde ich ganz toll, der völlige Verzicht auf Heroisierung.
So kann der Leser viel besser seine Spannung aufbauen, genießen und hat noch mehr Raum für seine Interpretationen beim lesen und schau'n von Alexanders abenteuerlicher Reise.

lg Peter
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