Brexit: Good bye Europe?

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Ralf Kiefer
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Ralf Kiefer »

Guido3 hat geschrieben:
Ralf Kiefer hat geschrieben:Pressevielfalt gibt's keine mehr. Konkret: welche deutschsprachigen Printmedien haben im Laufe der vergangenen Wochen ein neutrales oder gar positives Bild vom Brexit gezeichnet?
So wie in UK: Rechtspopulistische, nationalistische Medien, die sich auch für Deutschland einen EU-Austritt wünschen. Davon abgesehen ist die Fragestellung ein bisschen wie "Wer hat positiv über die Hungersnot in Venezuela berichtet?" Keiner? Beweis! Gleichgeschaltete Medien!!!1!elf.
In .uk haben immerhin 52% für die "Hungersnot in Venezuela" abgestimmt. Und das sind alles Rechtspopulisten und Nationalisten. Ja, das kann man so sehen, muß es aber nicht. Es könnten auch Stimmen dabei gewesen sein, die genau diese EU nicht haben wollen, also keinen Juncker, keine Kommission, keine Vergewaltigung von Griechenland, keine Merkel und ihre Interpretation einer "Union", o.ä.
Guido3 hat geschrieben: Damit will ich das nicht gleich stellen, aber es gibt Dinge, über die man wenig Positives sagen kann, wenn man sich an die rationalen Fakten hält.
Es gab nur keine Fakten zu lesen. Das war das Hauptproblem, IMHO. Die einen schimpften, so wie Du, Rechtspopulisten und Nationalisten. Das waren die wesentlichen Argumente. Da gab's diverse Ähnlichkeiten zum Wahlkampf zur letzten Landtagswahl in Baden-Württemberg. Die eine Seite, die der alten Parteien, zog auf diese Weise gegen die AfD ins Feld. Die Presse systemkonform im Schlepp. Es gab praktisch keinen Artikel in den großen Medien, wo die AfD nicht mit Rechtspopulismus klassifiziert wurde. Ich fragte mich häufig, warum die FDP nicht als Hotelierspartei bezeichnet wurde, oder die nächste wie historisch immer wieder verbürgt als Verräterpartei. BTW immerhin hat die AfD in BaWü einen wirklich guten Wahlkampf geführt, wie es keine andere Partei sonst geschafft hat. Deren Erfolg war wirklich erarbeitet: sie haben sich auf "rationale Fakten" zurückgezogen. Sie haben ihr Parteiprogramm vorgestellt, sind mit ihren Gästen jeden einzelnen Punkt inhaltlich durchgegangen und haben über jeden einzelnen Punkt diskutiert und Fragen beantwortet. Bei den alten Parteien: der Held betritt die Bühne, hält eine Rede der Aneinanderreihung hohler Phrasen, seine Lakeien betreten die Bühne, schleimen ein wenig, pflichtbewußter Applaus, Licht aus, alle müssen nach Hause. Fragen? Wozu?

Wie bei der AfD stelle ich mir Wahlkampf vor völlig unabhängig davon, ob es Rechts-, Links-, Mittig-, Dunkelstgrünpopulisten oder Hotelierslobbyisten sind. In .uk gab's das nicht in dem Maß, daß die deutsche Presse darüber berichtet hätte. Aber die hat den Wahlkampf der hiesigen AfD genausowenig erwähnt. Immerhin konsistent. Wie die drei Affen.
Guido3 hat geschrieben: Naja, Du stellt bei anderen fest, dass sie in einer Filterblase leben. Auf Dich trifft das aus meiner Sicht auch zu. Nur dass Du eben andere Filterkriterien hast :mrgreen:
Die Bild-Zeitung versucht mich von ihrer Seite auszusperren, indem sie ihren Adblock-Blocker laufen läßt. Blöd nur, daß der nicht funktioniert. Nicht mal das funktioniert bei denen. Aber ich respektiere den Wunsch der Bild und lese sie nicht :-)
Guido3 hat geschrieben:
Ralf Kiefer hat geschrieben:Das Problem dieser Länder wurde eines für die EU und durch diese verstärkt. Konkret: durch die Abwanderung der höher Qualifizierten aus Spanien, Portugal, Griechenland u.a. fehlen diese vor Ort.
Das lässt sich nicht von der Hand weisen und ist eine Nebenwirkung der Grundfreiheiten der EU. Hunderttausende Griechen haben nur durch eben diese Freiheiten in anderen Ländern wieder eine Perspektive bekommen. Die Frage ist, übersteigen die negativen Aspekte dieser Freiheiten die positiven Aspekte?
Länder wie Griechenland, Spanien, Portugal, Rumänien, Bulgarien bluten aus. Den in der EU noch "fehlenden" Ländern wird es genauso ergehen. Diese Staaten werden so auf Dauer ein Sanierungsfall bleiben. Die Menschen machst Du durch den Zwang zur Auswanderung nicht glücklicher. Im Gegenteil: die verlieren ihre Heimat, ihre Sprache, ihre Kultur. Eine neue Heimat finden die allerwenigsten. Im Zielland bleiben sie Ausländer, im krassen Fall wie mehrheitlich bei den Deutschtürken allerdings aus starkem, eigenem Antrieb. In diesem Umfeld bilden sich Aggressionen und Konflikte. In der ehemaligen Heimat bleiben die Abgehängten, die keine Perspektive mehr haben, wo ganze Landstriche vergreisen, übrigens wie teilweise drüben in den neuen Bundesländern Deutschlands ebenfalls. Im Zielland ihrer Flucht schüren sie die Verteilungskämpfe um begrenzte Ressourcen. Letzteres ist natürlich das Ziel der eigentlich Mächtigen in dieser EU, der Konzerne. Sie brauchen billige, willenlose, erpreßbare Arbeitskräfte. Die Politik schafft nur die Rahmenbedingungen dafür.

Man kann jetzt argumentieren, daß 52% der Briten zu blöd waren die Vorteile dieser EU zu erkennen. Ich halte dagegen, daß 48% zu naiv waren um über ihren Tellerrand hinauszuschauen, um die gerade auflaufende Problemwelle zu erkennen. Das deckt sich mit dem Geschreibsel in den Medien: Probleme werden nicht erkannt, werden verharmlost, bagatellisiert. Journalismus ist dazu da die Politik zu hinterfragen, nicht diese schönzufärben. Ich erinnere nur an das Geschreibsel rund um das "Wir schaffen das". Da würden so viele Fachkräfte kommen, die wir brauchen, und ähnlicher Unsinn. Merkel hätte stattdessen einfach sagen können: "Ihr könnt momentan in eurer Heimat nicht leben, wir helfen euch über die schlechte Zeit hinweg." Wirklich geholfen ist jetzt allerdings nur wenigen, eher nur der hiesigen Flüchtlingsindustrie. Stattdessen wird über die Kosten wg. Flüchtlinge gestritten. Wenn sogar im Spiegel bereits solche Statistiken veröffentlicht und interpetiert werden, sieht die Wirklichkeit tatsächlich viel übler aus. Und es ist ein EU-Problem, allerdings eines, das von Merkel stark angefacht wurde. Bei solchen Projekten wie dem Flüchtlingslager az-Zaatari hätte sich die EU mit besserem Wirkungsgrad engagieren können.

Noch so ein benachbarter Punkt: Hierzulande und jetzt wird bereits bei einer offiziellen(!) Arbeitslosenquote von knapp 3 Millionen von Vollbeschäftigung fabuliert. Soll heißen, daß über 5 Millionen Menschen keinen Arbeitsplatz haben. Zu Beginn der 1980er Jahre galt es als ausgewiesener Skandal, daß die Arbeitslosenquote 1 Million erreichte. Zur Einordnung: damals gab es keine "Maßnahmen", um Arbeitslose aus der Statistik rausrechnen zu können. Ich erwähne dazu einfach nochmal das Stichwort Gehirnwäsche.
Guido3 hat geschrieben:
Ralf Kiefer hat geschrieben:In der Generation Praktikum werden die prekären Arbeitsverhältnisse ein bißchen getarnt. Für relativ viele ist daher schon mal die Gründung einer Familie nicht möglich. Es sind ähnliche Strukturen wie bei Arbeitslosigkeit. Wer sich von einem Zeitarbeitsvertrag zum nächsten hangelt, entsprechende "Pausen" dazwischen, hat nunmal keine Chance seine Zukunft zu planen.
Das ist vielleicht so. Aber wenn es so ist, dann ist das doch auch kein EU-spezifisches Problem? Verschwindet dieses Problem, wenn es die EU nicht mehr gibt?
Ich halte es für einen Teil des EU-Problems. Wo gehen die Wirtschaftsflüchtlinge aus den oben erwähnten Staaten hin? Z.B. nach Deutschland. Hier sind sie Teil der Konkurrenz um beschränkte Ressourcen, hier Arbeitsplätze.

Ein interessanter Aspekt der Brexit-Debatte war die Zahl der wirtschaftsflüchtigen Polen in .uk. Würden alle diese Polen zurück in ihre Heimat gehen (müssen), würde das polnische Sozialsystem implodieren. In Umkehrung: das britische mußte es bisher verkraften. D.h. Polen hat seine strukturellen Probleme einfach exportiert. Dank EU.
Guido3 hat geschrieben: Meines Erachtens ist die EU da eher Teil einer Lösung als Teil des Problems. Mit der EU haben wir einen hinreichend großen Wirtschaftsraum, um z.B. Sozial-Mindeststandards zu definieren und im globalen Wettbewerb halbwegs aufrecht zu erhalten. Für ein einzelnes Land ist das wesentlich schwieriger.
"Globaler Wettbewerb" ist der gnadenlose Konkurrenzkampf der Menschen, Nutznießer sind die Konzerne, die in jeglicher Hinsicht mobil sind, von den Arbeitsplätzen bis zur Steuerzahlung. Auf der Strecke bleiben dabei nicht nur Umweltstandards. Und was soziale Standards angeht: schon jetzt sind die Unterschiede innerhalb der EU immens. Schau Dir die Lebensmittelpreise in Rumänien oder Bulgarien an, schau Dir Wohnungsmieten an, kurz alle Mindestanforderungen an ein menschenwürdiges Leben. Das kann so nicht funktionieren, und es funktioniert nicht.

Im Kleinen gab's solche Verteilungskämpfe sogar hier mitten in Mitteleuropa. In den frühen 1990er Jahren setzte eine "Völkerwanderung" aus den deutschen Grenzgebieten ins Elsaß und nach Lothringen ein. Die Grundstücks- und Häuserpreise waren für Deutsche sehr interessant. Einige Dörfer im Elsaß begegneten der Einwanderungswelle mit Weitsicht, andere weniger. Und so gibt es heute Dörfer im Elsaß, wo man als Deutscher nicht gerade freundlich begrüßt wird, nicht mal als Tagesbesucher. Heute. Mitten in dieser EU. Der Wettbewerb ums Wohneigentum ging vielerorts zuungunsten der Einheimischen aus. Es gab immerhin Dörfer, in denen mit Weitsicht gehandelt wurde. Dort wurde geplant, es entstanden Angebote für die Integration (Vereine, Kindergarten, u.ä.), die Einheimischen wurden bildlich an ihrem Standort abgeholt und in die Einwanderungswelle integriert, das Zumutbare ausgelotet. Ich übertrage das aus dem Kleinen aufs Große: ich sehe schwarz.
Guido3 hat geschrieben: Ein rein hypothetischer EU-Beutritt Marokkos wäre doch dann eher die Lösung, weil der Marrokaner dann EU-Regelungen zum Verbraucherschutz, zur Haftung usw. befolgen muss.
Ich versuche mir vorzustellen, daß die Marokkaner nach EU-Regeln leben und arbeiten müßten. Und da fängt's an: ich kann es nicht. Die Unterschiede sind unüberbrückbar. Man kann die Welt nicht nach EU-Maßstäben formatieren.

Und ich will es nicht. Ich schätze Marokko so, wie es ist.
Guido3 hat geschrieben:
Ralf Kiefer hat geschrieben:Ich bin in diesem Punkt etwas weiter als die aktuelle Jugend.
Du bildest Dir ein, weiter zu sein. :mrgreen: Ich bilde mir auch so Einiges ein. Wer denn die richtige Einbildung hatte und weiter war, wird man wohl erst in 10-20 Jahren im Rückblick halbwegs objektiv beurteilen können.
Da bin ich auch gespannt drauf. Die Generation "ich habe ja nichts zu verbergen" wird vielleicht noch die ein oder andere Überraschung erleben. Dieser versuche ich zu entgehen.

Gruß, Ralf
Ralf Kiefer
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Ralf Kiefer »

Warum fordert niemand den Rücktritt von Juncker und Co.?

Die Reaktionen der Brexitgegner nach der Abstimmung in Großbritannien sind Zeichen einer grundlegenden politischen Schwäche
Juncker, der eigentlich wegen den Luxemburg-Leaks vor dem Kadi landen müsste, ist doch der prototypische Vertreter jenes Europa, das nicht mit einer sozialer Kooperation, sondern mit Korruption, Postenschieberei und persönlicher Bereicherung assoziiert wird. Warum berauschen sich auch manche EU-Befürworter an den Querelen im Lager der Brexit-Befürworter und bejubeln jeden Rücktritt dort wie einen nachträglichen Sieg?
Bei Telepolis.

Gruß, Ralf
landcruiser.
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von landcruiser. »

Die Reaktionen der Brexitgegner nach der Abstimmung in Großbritannien sind Zeichen einer grundlegenden politischen Schwäche
Eine schöne plakative Überschrift.

Nur bleibt der Schreiberling den schlüssigen Beweis für die Behauptung im Artikel schuldig.

Ziemlich allgemein gehaltene allgemeine Floskeln und weitere unbewiesene Erzählungen.

Fakt ist: Die Brexit-Treiber haben sich verpisst. Sie sind nicht bereit Verantwortung für das mit zu übernehmen was sie angezettelt haben. Erst den Leuten die Hucke mit Räubergeschichten volllügen und sich dann unter fadenscheinigen Geschichten verdrücken.

Wenn das die Alternative zu den EU-Politikern sein soll - ne danke ...
Wolfgang K
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Wolfgang K »

RobertL hat geschrieben:Es ist doch vermessen zu erwarten dass es "heute" eine "fertige EU" geben soll die sozusagen die Zustimmung aller Bewohner hat.
Du musst unterscheiden zwischen einer Feststellung und einer Erwartung. Ich beschreibe einen Ist-Zustand. Die drohenden Zerfallserscheinungen aus einzelnen Kernländern heraus sind ja schwer zu bestreiten, sonst gäbe diesen Fred hier nicht.
Wir halten bei dieser Frage das Gleiche für wünschenswert. Nur nimmt in meinen Augen mit einer bestimmten - bisweilen überheblichen - Art des Beharrens auf das Wünschenswerte gerade die Wahrscheinlichkeit des Eintretens ab. Und das unter erheblichen Nebenwirkungen die in die andere Richtung führen.
Nicht alles, was wir als Fehler sehen/bezeichnen, muss auch zwangsläufig einer sein! Woher nehmen wir bzw. die ganzen Besserwisser eigentlich diese Gewissheit?? Weil wir um soviel klüger sind?? Oder was? Wie war das mit den 80 Millionen Bundestrainern??
Nichts anders fordere ich im Umgang mit denen, die eine andere Entscheidung getroffen haben. Aus den oben genannten Gründen.

Grüße
Wolfgang
RobertL
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von RobertL »

landcruiser. hat geschrieben:Fakt ist: Die Brexit-Treiber haben sich verpisst. Sie sind nicht bereit Verantwortung für das mit zu übernehmen was sie angezettelt haben. Erst den Leuten die Hucke mit Räubergeschichten volllügen und sich dann unter fadenscheinigen Geschichten verdrücken.

Wenn das die Alternative zu den EU-Politikern sein soll - ne danke ...
So sehe ich das auch!! Nicht mal für die Nachfolge von Cameron konnte man sich auf eine echte Brexit-Befürworterin einigen bei den Tories!! Wer steht jetzt eigentlich noch bei denen, die das ganze Ding angezettelt haben, aufrecht da und sagt: "Ja - ich habe das angekurbelt und jetzt übernehme ich auch Verantwortung für die Gestaltung von GB/SB (Small Britain) der Post-EU Ära!!" :shake: :shake: :shake:
landcruiser. hat geschrieben:
Die Reaktionen der Brexitgegner nach der Abstimmung in Großbritannien sind Zeichen einer grundlegenden politischen Schwäche
Eine schöne plakative Überschrift.
Tja - wie relevant sind solche Kommentare bei "Telepolis", welches mir in meinem Leben bisher nicht begegnet ist! Kategorie Reissack in China?? Oder sonst? 8) 8) :wink: :wink:
Liebe Grüße aus Wien - Robert
RobertL
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Registriert: So 21. Aug 2011, 21:36
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von RobertL »

Wolfgang K hat geschrieben:
Nicht alles, was wir als Fehler sehen/bezeichnen, muss auch zwangsläufig einer sein! Woher nehmen wir bzw. die ganzen Besserwisser eigentlich diese Gewissheit?? Weil wir um soviel klüger sind?? Oder was? Wie war das mit den 80 Millionen Bundestrainern??
Nichts anders fordere ich im Umgang mit denen, die eine andere Entscheidung getroffen haben. Aus den oben genannten Gründen.

Grüße
Wolfgang
Da verwechselst du möglicherweise etwas!! Zumindest ICH verurteile die Entscheidung der Bewohner von GB, die für den Brexit gestimmt haben in keinster Weise! Die wurden aus MEINER Sicht zu einem großen Teil von den Anti-EU-Demogogen (um mal den Begriff Populismus raus zu lassen) absichtlich falsch informiert, belogen und waren aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage diesen Hoax als solchen zu erkennen.

Die Hauptgründe für die Brexit-Bewegung haben sich mittlerweile ganz objektiv einfach als Lügenblasen erwiesen! Z.B. nämlich dass die angeblichen 350 Mio Pfund pro Woche, die an die EU überwiesen werden (und in Wahrheit grad mal etwas mehr als die Hälfte sind) NICHT für das Sozialsystem zur Verfügung stehen werden nach dem Referendum! Eine Kosten-Nutzen Rechnung (was zahl ich, was krieg ich) wurde nie gemacht in der Kampagne!! Und so nebenbei sind diese Zahlungen von GB an die EU grad mal 1% vom BIP (wenn ich mich recht erinnere), wobei die Ausgaben für die Verteidigung mind. 3x so hoch sind!!


Edith: Lügen sind keine Fehler, sondern einfach nur Lügen!! :!: :!:
Liebe Grüße aus Wien - Robert
Guido3

Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Ralf Kiefer hat geschrieben:Es gab nur keine Fakten zu lesen.
Das stimmt nicht. Es wurde schon vorher begründet und mit vielen Zahlen dargelegt, warum die Versprechungen des Brexit-Lagers nicht eintreffen können und blanke Lügen sind. Und Überraschung: Die falschen Versprechungen wurden zwischenzeitlich mehrheitlich kassiert. Nur ist man damit vorher nicht durchgekommen. Ob Teile der Wähler einfach keine Argumente mehr hören wollen, ob sie nicht in der Lage sind, diese Argumente zu begreifen, ob es ein Filterblasen-Problem ist, ob das Brexit-Lager das bessere Marketing hatte, das weiß ich nicht genau, verstehe ich nicht.
Ralf Kiefer hat geschrieben:Im Zielland bleiben sie Ausländer, im krassen Fall wie mehrheitlich bei den Deutschtürken allerdings aus starkem, eigenem Antrieb. In diesem Umfeld bilden sich Aggressionen und Konflikte.
Nein sie müssen im Zielland nicht dauerhaft Ausländer bleiben. Es gibt doch Millionen Beispiele für vollständig integrierte Migranten. Auch bei den Deutschtürken ist doch hinreichend erforscht, warum die Integration nicht geklappt hat. Integration war ursprünglich eben überhaupt kein Ziel und man hat fast nichts dafür getan, diese Gruppe zu integrieren. Man ging davon aus, dass die Millionen Gastarbeiter aus der Türkei wieder gehen. Sind sie dann aber nicht. Wenn man das heute als Gegenargument anführt, dann unterstellt man, dass es wieder genau so falsch wie vor 50 Jahren gemacht wird. Das ist aber ziemlich realitätsfern.
Ralf Kiefer hat geschrieben:Ein interessanter Aspekt der Brexit-Debatte war die Zahl der wirtschaftsflüchtigen Polen in .uk. Würden alle diese Polen zurück in ihre Heimat gehen (müssen), würde das polnische Sozialsystem implodieren. In Umkehrung: das britische mußte es bisher verkraften. D.h. Polen hat seine strukturellen Probleme einfach exportiert.
Auch das stimmt meines Wissens so nicht. Richtig ist, dass der polnische Klempner wohl ein Hauptfeindbild der Brexit-Kampagne war. Laut dem, was ich gelesen habe, wurde die Sozialisysteme in UK aber mitnichten von den "wirtschaftsflüchtigen Polen" belastet, sondern die haben in UK weitaus mehr in Steuertopf und Sozialsysteme gezahlt, als sie daraus an Leistungen bekommen haben.

Letztlich kann man auch da wieder ein gewisses Versagen der britischen Politik feststellen, dass aber der EU angelastet wird. Beim EU-Beitritt der osteuropäischen Länder in 2004 gab es für die Alt-EU-Mitglieder die Option, die Arbeitnehmerfreizügigkeit für die neuen EU-Mitglieder für Jahre einzuschränken. Deutschland und die meisten anderen Länder haben diese Klausel gezogen und es gab bis 2011 starke Einschränkungen für z.B. Polen die in Deutschland arbeiten wollen. Großbritannien hat freiwillig auf diese Klausel verzichtet. Ohne einen Übergangszeitraum zur Anpassung der Verhältnisse konnten Polen seit 2004 unbegrenzt in UK arbeiten. Und für diese souveräne britische Entscheidung ist die EU nun wieder der Sündenbock?
Ralf Kiefer hat geschrieben: "Globaler Wettbewerb" ist der gnadenlose Konkurrenzkampf der Menschen, Nutznießer sind die Konzerne, die in jeglicher Hinsicht mobil sind, von den Arbeitsplätzen bis zur Steuerzahlung. Auf der Strecke bleiben dabei nicht nur Umweltstandards.
Ja, da bin ich bei Dir. Staaten konnten jahrhundertelang Unternehmen durch Steuern und Gesetze innerhalb ihrer nationalstaatlichen Grenzen regulieren. Das funktioniert nicht mehr. Global aufgestellte Unternehmen können sich heute Regulierungen in einzelnen Ländern entziehen, Rosinenpickerei betreiben und einzelne Länder gegeneinander ausspielen. Es fehlt das Gegengewicht zu den global aufgestellten Konzernen. Das wäre durch die Politik, durch Gewerkschaften oder durch die Konsumenten zu erreichen. Alle 3 potentiellen Wege scheitern bislang am Egoismus.

Vielleich noch mal zu CETA: Auf den ersten Blick scheint es wieder ein Demokratiedefizit zu sein, wenn die einzelnen EU-Staaten mit ihren Parlamenten nicht zustimmen müssen. Wenn auch die Parlamente der 28 EU-Staaten zustimmen müssen, dann ist das Problem erneut die Einstimmigkeit. Im dümmsten Fall stimmen dann z.B. alle Länder zu. Außer Malta. Effektiv diktieren 450.000 Menschen dann 500 Millionen Menschen in den anderen EU-Ländern ihren Willen. Das ist das exakte Gegenteil von Demokratie. Die Zustimmung durch das gewählte EU-Parlament ist dann wesentlich demokratischer. Aber wahrscheinlich hat Merkel mit der Forderung nach einer CETA-Abstimmung in den Länderparlamenten, CETA, TTIP und überhaupt jegliche Handelsabkommen für die nächsten Jahrzehnte effektiv beerdigt. Ich kann die Gesamtauswirkungen von CETA, TTIP usw. nicht vollständig abschätzen; weiß nicht, ob das am Ende mehr positive oder negative Auswirkungen haben wird. Das einseitige Negativbild scheint mir nicht so ganz zutreffend zu sein. Wie auch immer: Gar keine großen Handelsabkommen mehr auf die Beine stellen zu können, ist vermutlich eher ungünstig. Genau so dürfte es aber kommen, wenn die nun immer einstimmig durch 27/28 Landesparlamente müssen.

Beste Grüße

Guido
Alexander
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Alexander »

Weil in der Diskussion exemplarisch für die Nicht UKler in UK erwähnt werden. Die Polen in GB haben Angst um ihre Existenz und es sieht so aus, als würde sich eine Art Rassismus gegen die Polen und andere ausländische Gäste entwickeln.

Junge Polen zur EU-Krise „Der Brexit ist schlecht für uns“

Doch was seit dem Referendum auf der Insel vor sich geht, lässt ihn die Stirn runzeln. Über Facebook bekommt er vieles mit. Die Wut der Enttäuschten, die Anfeindungen von Ausländern. mehr...

Grüsse
Alexander
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Ralf Kiefer
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Ralf Kiefer »

Alexander hat geschrieben: Junge Polen zur EU-Krise „Der Brexit ist schlecht für uns“
Das ist schon wieder einer der Artikel in der deutschen Presse, der rein gar nichts aussagt, aber anhand von ein paar Meinungen hier eine Stimmung erzeugen möchte. Platz auf der Web-Seite gefüllt, etliche Klicks wg. der Werbung kassiert, Meinung verbreitet, kann bei Facebook gelikt werden, aber nichts Neues.
[...] sagt die 19 Jahre alte Natalia, [...] „Aber ich habe Angst, dass Europa auseinanderbricht und die EU zerfällt.“
Europa wird nicht auseinanderbrechen, höchstens diese, derzeit aktuelle Organisation namens EU. Da fehlt jegliches Abstraktionsvermögen :-(

Weil die jetzt gerade mal 19 Jahre alt ist, sollte sie sich mit der jüngeren Geschichte Europas (des geografischen!) befassen. Vor 30 Jahren in den 1980er Jahren durften Polen genausowenig wie die anderen Leute der sozialistischen Brudervölker in den Westen reisen. Erst gegen Ende der 1980er Jahre lockerte alleine Polen diese Einschränkungen. Selbst das Reisen innerhalb des Ostblocks war nicht ganz einfach.

Wir aus dem Westen konnten nur mit hohem finanziellem und organisatorischem Aufwand in die östlichen Länder Europas reisen: die Visa kosteten Geld und wurden nicht immer erteilt, Zwangsumtausch war im Osten verbreitet (der Eintritt in den Berliner Zoo war billiger als der Eintritt nach Ostberlin), während der Reise mußte sich der Westler jeden Tag einen Stempel für sein Visum organisieren, entweder aus dem teuren Hotel oder persönlich beim zuständigen Polizeirevier, in dessen Zuständigkeitsbereich man übernachtete. Diese teuren Hotels mußten teilweise mit "Westwährung" bezahlt werden und kosteten daher ein Vielfaches des Preises für Einheimische. Besuchte man privat Leute (Verwandte, Bekannte), bekamen diese ggf. Probleme mit der jeweiligen "Staatssicherheit" ihres Landes. Etwas liberaler war in den 1980er Jahren gerade mal Ungarn. Aber auf Visum und den täglichen Stempel mußte ich noch 1987 pingelig achten. Im Mai 1989 mußte ich an der tschechoslowakischen Grenze das Auto bei der Einreise komplett ausräumen, Grenzübertritt in ungefähr 3 Stunden.

Das war vor nicht mal 30 Jahren. Ich sehe den riesigen Fortschritt, der nur überhaupt nichts mit dem Gebilde EU zu tun hat. Sollte genau diese EU zerfallen, wird sich das Reisen für diese Polin nicht wesentlich ändern. Die ihr unbekannten Zustände von vor 1989 wird sie nicht so schnell wieder bekommen. Wovor hat die Angst? Ich habe eher den Eindruck, daß sie sich ein bißchen informieren sollte, falls das nicht sowieso ein Fake des Autors war.

Zurück zum FAZ-Artikel und dem abschließenden Zitat:
„Ich habe Freunde in Lublin, die wünschen sich die Monarchie zurück“, sagt sie, und blickt sorgenvoll zur hell erleuchteten Spitze des Kulturzentrums. „Diese Leute sind verrückt.“
Wie beeinflußt man Meinungen? Genau so! Das ist RTL-Niveau.

Gruß, Ralf
Alexander
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Alexander »

Ralf Kiefer hat geschrieben:Das ist schon wieder einer der Artikel in der deutschen Presse, der rein gar nichts aussagt, aber anhand von ein paar Meinungen hier eine Stimmung erzeugen möchte.
Nur weil man den Inhalt eines Artikels nicht nachvollziehen kann, muss man ihn nicht gleich in die Tonne stecken. Der Artikel drückt genau das aus, was auch polnische Bekannte/Mitarbeiter zum Ausdruck bringen. Die zunehmende Existenzangst und die zunehmenden Anfeindungen. Einer meinte: wir sind doch nicht schwarz. Warum ist man plötzlich gegen uns?

Grüsse
Alexander
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Ralf Kiefer »

Alexander hat geschrieben: Der Artikel drückt genau das aus, was auch polnische Bekannte/Mitarbeiter zum Ausdruck bringen. Die zunehmende Existenzangst und die zunehmenden Anfeindungen.
Eine Angst kann ich teils nachvollziehen. Die betrifft allerdings nicht nur die Polen, die in .uk leben, sondern alle anderen Leute aus EU-Staaten genauso. Die wissen ganz einfach nicht, welchen Status sie in 1,2 oder 3 Jahren haben werden. Genau so geht es den Briten, die in anderen EU-Ländern leben.

Andrerseits halte ich diese Angst als Existenzangst für übertrieben. Sollte UK tatsächlich den Artikel 50 ziehen und Austrittsverhandlungen beginnen, bedeutet das noch lange nicht, daß eine Völkerwanderung (in beide Richtungen) einsetzen muß. Ein "Bevölkerungsaustausch" so wie in den 1920er Jahren zwischen der Türkei und Griechenland oder Ende der 1940er Jahre zwischen Indien und Pakistan wird es hier in Europa nicht geben. Ich gehe davon aus, daß sich am Status der in anderen EU-Ländern derzeit Lebenden nichts ändern wird. So blöd sind weder die Politiker in .uk noch in den anderen Ländern in EU-Europa.

Zu den Anfeindungen: Genau das, was diese EU schürt. Und genau das, was mir Angst macht in dieser EU zu leben. Vor 30 Jahren noch vereinzelt, vor 40 Jahren noch deutlich wahrnehmbar gab's für mich als Deutschen in .fr Anfeindungen. Diese konnte ich mehrheitlich in Richtung Meinungsbildung im letzten Weltkrieg verorten. Soll heißen: das kam mehrheitlich aus der Ecke der alten Generation. Dann merkte ich so langsam das Aussterben der Weltkriegsgeneration und mit enormer positiver Wirkung die Folgen von Städtepartnerschaften, Schüleraustausch und ähnlicher Aktionen, BTW nicht nur mit .fr. Wohin tendiert dagegen die Entwicklung seit einigen Jahren?

Ich sehe die heutigen "Kriege" ausgetragen von 22 Mann auf einem Rasenplatz und insbesondere in der 3. Halbzeit ausgefochten von den "Sportfans". Das ist definitiv eine Entwicklung, die sich in den vergangenen rund 20 Jahren eingeschlichen hat. Ich frage mich, weswegen die sich mal hier in .de noch im Stadion oder ggf. hinterher in einer Innennstadt oder auf einem Bahnhof gegenseitig verprügeln "müssen" und sich gegenseitig Schaden zufügen. Ich frage mich, warum sich die, die sich ein paar Wochen zuvor in .de gegenseitig verprügelt haben, in .fr gemeinsam die "Fans" aus anderen Ländern verprügeln. Wo kommen diese Anfeindungen her? Welchem Zweck dienen sie?

Nach meinem persönlichen Eindruck ist die Parallelität der Einmischung der EU ins persönliche Leben und die Zunahme der Anfeindungen ähnlich negativ verlaufen. Die parallele Entwicklung ist für mich nicht wegdiskutierbar, aber bei Grund und Ursachen wüßte ich gerne mehr. Herauskommen könnte, daß es zufällig parallel läuft, aber herauskommen könnten auch Hinweise auf Wechselwirkungen.
Alexander hat geschrieben: Einer meinte: wir sind doch nicht schwarz. Warum ist man plötzlich gegen uns?
Fragst Du Dich, woher Rassismus kommt und wie er weitergetragen wird?

Wenn ein Pole in .uk derart "argumentiert", wundert mich nichts. Oder im Klartext: "Anfeindung" gäbe es von mir gegen denjenigen, der so was anführt, auch wenn er zufällig Pole ist. Das kann der dann umdeuten, wie er will.

Gruß, Ralf
Ralf Kiefer
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Ralf Kiefer »

Öffentlich-rechtliche Anstalt, Sonntag Morgen vor 8Uhr, es scheint so, daß es zu dieser Zeit gesendet wird, damit es bloß keiner hört. Die Textfassung vom Interview:
"Kein Aufstand gegen die EU, sondern gegen Westminster"
"Wenn drei Viertel der Gesellschaft glaubt, sie könne nicht mehr aufsteigen, dann ist das ein Drama": Die Vernachlässigung großer Teile Großbritanniens habe zu einer Befürwortung des Brexit geführt, sagte der Publizist Thomas Kielinger im DLF. Dieses Votum sei kein Populismus, betonte Kielinger, sondern ein Schrei aus der Tiefe, der die politische Klasse wachrütteln werde.
Gruß, Ralf
RobertL
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von RobertL »

Ralf Kiefer hat geschrieben:Zu den Anfeindungen: Genau das, was diese EU schürt. Und genau das, was mir Angst macht in dieser EU zu leben. Vor 30 Jahren noch vereinzelt, vor 40 Jahren noch deutlich wahrnehmbar gab's für mich als Deutschen in .fr Anfeindungen. Diese konnte ich mehrheitlich in Richtung Meinungsbildung im letzten Weltkrieg verorten. Soll heißen: das kam mehrheitlich aus der Ecke der alten Generation. Dann merkte ich so langsam das Aussterben der Weltkriegsgeneration und mit enormer positiver Wirkung die Folgen von Städtepartnerschaften, Schüleraustausch und ähnlicher Aktionen, BTW nicht nur mit .fr. Wohin tendiert dagegen die Entwicklung seit einigen Jahren?
Hab das erst jetzt gelesen! Du meinst also allen Ernstes, dass die EU (also die Instanzen und Körperschaften der EU) Anfeindungen schürt? :shock: Oder wie soll ich das verstehen?

Das britische Pfund erreicht zur Zeit übrigens seinen niedrigsten Wechselkurs zum Euro seit mehr als 5 Jahren.
Liebe Grüße aus Wien - Robert
Ralf Kiefer
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von Ralf Kiefer »

RobertL hat geschrieben:Du meinst also allen Ernstes, dass die EU (also die Instanzen und Körperschaften der EU) Anfeindungen schürt? :shock: Oder wie soll ich das verstehen?
Schau doch bitte mal nach .uk! Wieviele Polen wurden im Laufe der vergangenen Monate bereits verprügelt? Von Briten! Andere Arten von Gewalt gab's dort auch. Ich glaube, daß sich Anfeindungen dieser Art in naher und mittelfristiger Zukunft noch viel häufiger und nicht nur in .uk bemerkbar machen werden. An einer kritischen Schwelle sehe ich dabei insbesondere die Länder in Osteuropa und natürlich Griechenland. Sobald es einem nicht zu vernachlässigenden Teil des "Volks" schlecht geht, richtet sich die Aggression momentan nur bedingt gegen die Schuldigen, sondern vielmehr gegen die Veränderung.
RobertL hat geschrieben: Das britische Pfund erreicht zur Zeit übrigens seinen niedrigsten Wechselkurs zum Euro seit mehr als 5 Jahren.
Ist doch gut so. Da ist unser Geld in .uk so langsam wieder das wert, was es wert ist, obwohl wir noch diese temporäre griechische Ersatzwährung haben. Man könnte so langsam wieder an eine Schottlandreise denken, die aufgrund der langen Euro-Schwäche viel zu teuer war.

Gruß, Ralf
RobertL
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Re: Brexit: Good bye Europe?

Beitrag von RobertL »

Ralf Kiefer hat geschrieben:Sobald es einem nicht zu vernachlässigenden Teil des "Volks" schlecht geht, richtet sich die Aggression momentan nur bedingt gegen die Schuldigen, sondern vielmehr gegen die Veränderung.
Das hat aber per se mal nichts mit der EU zu tun, sondern scheint wohl irgendwie im Menschen verankert zu sein, sich irgendwelche Sündenböcke zu suchen.
Ralf Kiefer hat geschrieben: Ist doch gut so. Da ist unser Geld in .uk so langsam wieder das wert, was es wert ist, obwohl wir noch diese temporäre griechische Ersatzwährung haben. Man könnte so langsam wieder an eine Schottlandreise denken, die aufgrund der langen Euro-Schwäche viel zu teuer war.
Ich war seit 2009 insgesamt 5x auf Urlaub auf der Insel - 2014 eine Woche in Kent, 2010 zum letzten Mal in Schottland. War immer schon teuer dort! In 2015 & 2016 habe ich u.a. wegen des Wechselkurses verzichtet. 2017 könnte es wieder mal was werden, wenn's so weiter geht.

Beim Schottland Urlaub in 2006 war der Kurs dramatisch schlechter als in den letzten Jahren (zu Ungunsten des Euro)! Lag bei ca. 0,685 über den Sommer. Und da war die "Euro-Welt" noch in Ordnung. Man sollte immer mind. 2x hinsehen! :wink:
Liebe Grüße aus Wien - Robert
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