In den USA gibt's bei der einen von zwei großen Parteien einen dominierenden Präsidentschaftskandidat, der seit Monaten völlig unbelastet von Ahnung die lustigsten Forderungen in den Raum stellt. Ok, er erfährt dort große Unterstützung von Leuten, die ihn ernst nehmen, aber das ist ein anderes Problem.
Kampf gegen IS: Trump will das Internet "dichtmachen"
Irgendwie muss man die IS-Propaganda im Internet eindämmen - in dieser Frage herrscht seltene Einigkeit zwischen Barack Obama, Hillary Clinton und Donald Trump. Der Republikaner weiß auch, wer da helfen könnte: Bill Gates.
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Über die technische Ahnung von Bill Gates gibt's nicht mal viel zu diskutieren: er hatte seinerzeit für den Altair und den Apple ][ einen BASIC-Interpreter mitgeschrieben, womit sich seine technische Präsenz in dieser Branche erschöpfte. Das Tagesgeschäft hat er übrigens schon lange verlassen. Von Internet hat weder er noch seine frühere Firma Microsoft Ahnung. Aber was kümmert das einen Präsidentschaftskandidat, der im Falle eines Wahlerfolgs eine ganz andere Verantwortung trägt.
Der beste Abschnitt beim Spiegel ist der:
Tatsächlich gäbe es eine ziemlich einfache Methode, weiten Teilen des IS den Internetzugang zu entziehen, denn die Terrormiliz bedient sich dazu der Dienste europäischer Satellitenanbieter, wie SPIEGEL ONLINE vergangene Woche berichtete. Von technischem Vorgehen gegen die Netzzugänge des IS ist in den USA aber bislang nicht die Rede.
D.h. man könnte die Kommunikationsinfrastruktur dort relativ einfach massiv reduzieren. Und dieses "man" heißt: europäische Firmen! Wie schnell wäre denn dieser Krieg beendet, wenn die kein Telefon mehr haben? Festnetz gibt's nicht mehr, das ist schon lange zerstört. Die sind auf die Mobilnetze angewiesen. Denen blieben gerade noch die Satellitennetze, die nicht von Europäern betrieben werden.
Nur scheint es den mitdiskutierenden US-Amerikanern gar nicht um die Behinderung der Kommunikation der IS zu gehen, sondern:
Sicherheitsbehörden dies- und jenseits des Atlantik dagegen lobbyieren nach den jüngsten islamistischen Terroranschlägen intensiv für erweiterte Überwachungsbefugnisse.
Wie gut, daß wir so "ehrliche Politiker"[1] haben: zu überwachen sind Europäer, nicht der IS.
Ähnlichkeiten bestehen, IMHO.
Gruß, Ralf
[1] vermutlich ein Oxymoron :-(