Hallo,
Guido hat geschrieben:Wir alle können sehr stark beeinflussen, wie groß oder eben nicht das Problem Flüchtlingswelle für Deutschland letztlich ist. Ich fürchte, wir kommen keinen Millimeter vorwärts, wenn wir uns alle darauf beschränken, nur auf die unfähigen Politiker zu schimpfen
Glaubst du das wirklich - glaubst du wirklich der Bürger hat Einfluss auf die Auswirkungen der Flüchtlingswelle ? Die Auswirkungen werden massgeblich von der Höhe der Welle bestimmt. Dein (wahrscheinlich ?) persönlicher Einsatz ist menschlich sicher sehr lobenswert, aber wenn sich die Flüchtlingssituation vor Ort in den Krisenregionen nicht grundsätzlich ändert, wirst du auf verlorenem Posten gearbeitet haben, es tut mir wirklich leid, das so zu sagen, aber ich bin mir da ziemlich sicher.
Guido hat geschrieben:Aber ich sehe grundsätzlich nach wie vor nicht, das hier alles auseinander fällt, wenn je 1.000 Einwohner ca. 10-12 Flüchtlinge versorgt und integriert werden sollen. Alles was die Flüchtlinge erst mal brauchen, sei es Kleidung, ein paar Töpfe, ein Schrank, ... ist bei den 1.000 Leuten, auf die sich diese Flüchtlinge "verteilen" zigfach über. Das muss nur organisiert werden. Wenn sich von den 1.000 "Ur-Einwohnern" nur 10 ein bisschen kümmern, läuft das alles schon.
Was ist das für eine seltsame Überlegung/Argumentation ?
Du unterschlägst dabei
1. Es besteht in D. ohnehin - also ohne die akt. Flüchtlingsthematik - bereits ein Integrationsproblem, das aktuelle kommt noch „On Top“.
2. Die Problematik mit dem Flüchtlingsanteil von ca. 80:1 zu relativieren ist doch Augenwischerei. Die Flüchtlinge bzw. die damit verbundene Integrationsleistung wird sich clustern. Ein Großteil der Bevölkerung wird gewollt oder ungewollt gar keine Integrationsleitung erbringen können und dort wo es möglich ist, wird es dann zum „Overflow“ kommen.
3. Dein angegebenes Verhältnis reflektiert die Situation 2015. Gehst du davon aus, dass der Flüchtlingsstrom demnächst versiegt ?
Mir kommt immer wieder der Vergleich in dem feuchten Keller in den Sinn, den man von innen mit wasserfester Farbe streicht.
Guido hat geschrieben:Wenn man nicht gerade der Verschwörungstheorie folgen will, dass der arabische Frühling komplett vom Westen angezettelt worden ist, dann sind diese ganzen Ländern zunächst von innen heraus selbst instabil geworden.
Dass Gaddafi/Libyen vom Westen zerstört wurde, hälst du doch wohl nicht für eine Verschwörungstherorie - oder ?
Guido hat geschrieben:Die Einmischungen des Westens mögen ein Fehler sein, mögen Entwicklungen vorgezogen, beschleunigt, verschlimmert haben. Aber ich glaube nicht, dass das die einzige oder auch nur die primäre Ursache für all das Schlamassel ist, das wir da jetzt haben.
Und was bringt jetzt dieses ganze rückwärtsgewandte Lamentieren, was man alles hätte anders oder besser machen sollen? Der Fakt ist: Die Flüchtlinge sind da und die gehen nicht dadurch weg, das man noch hundert Mal die Angriffe auf Gaddafi, Saddam und Assad verurteilt. Machen wir doch ganz pragmatisch das Beste daraus und schauen gleichzeitig, dass der weitere Flüchtlingszustrom eingedämmt wird.
Rückwärtsgewandtes Lamentieren ?? Vergessen, was zu der Situation geführt hat ?
Kann es vielleicht auch sein, dass man gerade aus der Analyse der Vergangenheit die Zusammenhänge erkennt, die zur Lösung der jetzigen Probleme beitragen ?
Ich werde immer recht skeptisch, wenn Leute „Nachdenken“ i.w.S.d.W. als nicht notwendig erachten ......
Solange die entscheidenden Player ihre Karten nicht offenlegen, bzw. ihr Absichten hinter massiver Propaganda und Medienmanipulation verstecken können, wird sich der Aussenstehende immer nur weiter über das Chaos wundern, die Systematik dahinter nicht verstehen und an den Symptomen herumdoktern.
Es stehen eine Menge ungeklärter Fragen im Raum z.B.:
Welche Strategie mit welchen Absichten verfolgen die USA, die Saudies, die Türken und Russen wirklich ? Warum wird erst gebombt, bevor man versucht den IS mit anderen Mitteln auszutrocknen ? Im Falle "Russland" ging das doch recht einvernehmlich und schnell ?
Erst wenn man die Krisen und Konflikte unter dem Aspekt Rohstoffe/Pielines betrachtet, wird ein Schuh draus, und die Konflikte werden nicht enden, bevor die Rohstoffsituation geklärt ist.
Gruss
Lothar