Flüchtlingswelle nach Europa

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Tom Horn
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Tom Horn »

Turi hat geschrieben: liess mal was ich schon vor der Intervention in Libyen geschrieben habe, nur ein kleiner Satz reicht schon; Man wäre irgendwann mal froh, wäre Ghaddaffi noch an der Macht, das Gleiche gilt nun für Syrien in Bezug aus Assad.
Sie waren Garant für Ruhe in der Region.

Gruss Turi

Ich glaube, dass Du einigen (allerdings sehr verbreiteten) Irrtümern anhängst. Politische Entwicklungen folgen nirgends und nie der Maxime: "Sie waren Garant für Ruhe in der Region." Willst Du das etwa den zehntausenden Opfer des Clan-Regimes Assad auf den Grabstein meisseln?

Ruhe, die erste Bürgerpflicht? Das ist übrigens auch so eine Beurteilung von Aussen, die nichts mit den realen Zuständen für die Bürger des betreffenden Landes zu tun hat. Mal abgesehen davon, dass es bekanntlich unter Diktatoren immer "ruhiger" ist, als in Demokratien! Es gab und gibt jedoch Zeitströmungen, die nicht an Landesgrenzen Halt machen. Der Aufstand gegen Gaddafi ist z.B. nicht von der vorherigen (echten!) Revolution in Tunesien zu trennen!

Die Zerschlagung Libyens - einschließlich des Lynchmordes am Diktator - war ein Verbrechen. Die Verantwortlichen gehörten vor ein internationales Tribunal. Das alles ist aber hinlänglich bekannt und so oft erörtert worden, dass man es nun eigentlich beim Thema "Flüchtlingswelle" nicht immer wieder neu betonen sollte. Es kann doch jetzt nicht mehr zur Lösung der Probleme beitragen.

(Syrien sollte man in diesem Zusammenhang auch nicht mit Libyen gleichsetzen. Das waren und sind ganz andere Voraussetzungen.)
Guido3

Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Turi hat geschrieben:Frage mich, was es nützt es Diktatoren wegzubomben und hinterher viele Tausend mehr in den Tod zu schicken.
Irak war eindeutig blöd und Versuche, in der Region im Hauruckverfahren von außen Demokratien einzuführen, funktionieren nicht. Soweit Zustimmung. Das all die Länder stabiler und besser dran wären, wenn nur Saddam, Gaddafi, Assad, usw. noch länger fest im Sattel gesessen hätten, ist eine nicht beweisbare Theorie. Wenn man nicht gerade der Verschwörungstheorie folgen will, dass der arabische Frühling komplett vom Westen angezettelt worden ist, dann sind diese ganzen Ländern zunächst von innen heraus selbst instabil geworden.

Schauen wir ganz einfach auf ein vom Westen unbehelligten und ebenfalls diktatorisch regiertes Land in der Region: Saudi-Arabien. Seit Jahrzehnten vom Westen als verlässlicher Partner im Nahen Osten geschätzt. Der Westen hat da nicht offen eingegriffen und steht auch nicht im Verdacht, mit verdeckten Aktionen das Königshaus absetzen und eine Demokratie einführen zu wollen. Ist Saudi-Arabien deswegen stabil? Ich halte das Land für ein einziges Pulverfass, das in 5-10 Jahren auch von selbst explodieren wird. Niemand muss dazu von außen eine Lunte legen und anzünden.

Die Einmischungen des Westens mögen ein Fehler sein, mögen Entwicklungen vorgezogen, beschleunigt, verschlimmert haben. Aber ich glaube nicht, dass das die einzige oder auch nur die primäre Ursache für all das Schlamassel ist, das wir da jetzt haben.

Und was bringt jetzt dieses ganze rückwärtsgewandte Lamentieren, was man alles hätte anders oder besser machen sollen? Der Fakt ist: Die Flüchtlinge sind da und die gehen nicht dadurch weg, das man noch hundert Mal die Angriffe auf Gaddafi, Saddam und Assad verurteilt. Machen wir doch ganz pragmatisch das Beste daraus und schauen gleichzeitig, dass der weitere Flüchtlingszustrom eingedämmt wird.

Beste Grüße

Guido
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

Hallo,

Guido hat geschrieben:Wir alle können sehr stark beeinflussen, wie groß oder eben nicht das Problem Flüchtlingswelle für Deutschland letztlich ist. Ich fürchte, wir kommen keinen Millimeter vorwärts, wenn wir uns alle darauf beschränken, nur auf die unfähigen Politiker zu schimpfen
Glaubst du das wirklich - glaubst du wirklich der Bürger hat Einfluss auf die Auswirkungen der Flüchtlingswelle ? Die Auswirkungen werden massgeblich von der Höhe der Welle bestimmt. Dein (wahrscheinlich ?) persönlicher Einsatz ist menschlich sicher sehr lobenswert, aber wenn sich die Flüchtlingssituation vor Ort in den Krisenregionen nicht grundsätzlich ändert, wirst du auf verlorenem Posten gearbeitet haben, es tut mir wirklich leid, das so zu sagen, aber ich bin mir da ziemlich sicher.
Guido hat geschrieben:Aber ich sehe grundsätzlich nach wie vor nicht, das hier alles auseinander fällt, wenn je 1.000 Einwohner ca. 10-12 Flüchtlinge versorgt und integriert werden sollen. Alles was die Flüchtlinge erst mal brauchen, sei es Kleidung, ein paar Töpfe, ein Schrank, ... ist bei den 1.000 Leuten, auf die sich diese Flüchtlinge "verteilen" zigfach über. Das muss nur organisiert werden. Wenn sich von den 1.000 "Ur-Einwohnern" nur 10 ein bisschen kümmern, läuft das alles schon.
Was ist das für eine seltsame Überlegung/Argumentation ?

Du unterschlägst dabei

1. Es besteht in D. ohnehin - also ohne die akt. Flüchtlingsthematik - bereits ein Integrationsproblem, das aktuelle kommt noch „On Top“.

2. Die Problematik mit dem Flüchtlingsanteil von ca. 80:1 zu relativieren ist doch Augenwischerei. Die Flüchtlinge bzw. die damit verbundene Integrationsleistung wird sich clustern. Ein Großteil der Bevölkerung wird gewollt oder ungewollt gar keine Integrationsleitung erbringen können und dort wo es möglich ist, wird es dann zum „Overflow“ kommen.

3. Dein angegebenes Verhältnis reflektiert die Situation 2015. Gehst du davon aus, dass der Flüchtlingsstrom demnächst versiegt ?

Mir kommt immer wieder der Vergleich in dem feuchten Keller in den Sinn, den man von innen mit wasserfester Farbe streicht.
Guido hat geschrieben:Wenn man nicht gerade der Verschwörungstheorie folgen will, dass der arabische Frühling komplett vom Westen angezettelt worden ist, dann sind diese ganzen Ländern zunächst von innen heraus selbst instabil geworden.
Dass Gaddafi/Libyen vom Westen zerstört wurde, hälst du doch wohl nicht für eine Verschwörungstherorie - oder ?

Guido hat geschrieben:Die Einmischungen des Westens mögen ein Fehler sein, mögen Entwicklungen vorgezogen, beschleunigt, verschlimmert haben. Aber ich glaube nicht, dass das die einzige oder auch nur die primäre Ursache für all das Schlamassel ist, das wir da jetzt haben.

Und was bringt jetzt dieses ganze rückwärtsgewandte Lamentieren, was man alles hätte anders oder besser machen sollen? Der Fakt ist: Die Flüchtlinge sind da und die gehen nicht dadurch weg, das man noch hundert Mal die Angriffe auf Gaddafi, Saddam und Assad verurteilt. Machen wir doch ganz pragmatisch das Beste daraus und schauen gleichzeitig, dass der weitere Flüchtlingszustrom eingedämmt wird.
Rückwärtsgewandtes Lamentieren ?? Vergessen, was zu der Situation geführt hat ?

Kann es vielleicht auch sein, dass man gerade aus der Analyse der Vergangenheit die Zusammenhänge erkennt, die zur Lösung der jetzigen Probleme beitragen ?
Ich werde immer recht skeptisch, wenn Leute „Nachdenken“ i.w.S.d.W. als nicht notwendig erachten ......


Solange die entscheidenden Player ihre Karten nicht offenlegen, bzw. ihr Absichten hinter massiver Propaganda und Medienmanipulation verstecken können, wird sich der Aussenstehende immer nur weiter über das Chaos wundern, die Systematik dahinter nicht verstehen und an den Symptomen herumdoktern.

Es stehen eine Menge ungeklärter Fragen im Raum z.B.:

Welche Strategie mit welchen Absichten verfolgen die USA, die Saudies, die Türken und Russen wirklich ? Warum wird erst gebombt, bevor man versucht den IS mit anderen Mitteln auszutrocknen ? Im Falle "Russland" ging das doch recht einvernehmlich und schnell ?

Erst wenn man die Krisen und Konflikte unter dem Aspekt Rohstoffe/Pielines betrachtet, wird ein Schuh draus, und die Konflikte werden nicht enden, bevor die Rohstoffsituation geklärt ist.

Gruss
Lothar
Turi
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Turi »

Hallo Guido, hallo Tom
Die Flüchtlinge sind da und die gehen nicht dadurch weg, das man noch hundert Mal die Angriffe auf Gaddafi, Saddam und Assad verurteilt. Machen wir doch ganz pragmatisch das Beste daraus und schauen gleichzeitig, dass der weitere Flüchtlingszustrom eingedämmt wird.
Das sind ja meine Gedanken, was wird sein in Zukunft und werden wir dann auch sagen müssen:
Die Zerschlagung Libyens - einschließlich des Lynchmordes am Diktator - war ein Verbrechen. Die Verantwortlichen gehörten vor ein internationales Tribunal. Das alles ist aber hinlänglich bekannt und so oft erörtert worden, dass man es nun eigentlich beim Thema "Flüchtlingswelle" nicht immer wieder neu betonen sollte. Es kann doch jetzt nicht mehr zur Lösung der Probleme beitragen.
läuft im Moment nicht ein ähnliches Verbrechen, an Assad?
Das ist heute und könnte zur Lösung eines Problems in naher Zukunft beitragen, aber die westlichen Demokraten wollen mit dem Kopf durch die Wand, warum?
Damit der Russe seine Basis in Syrien verliert, eigentlich alle durchschaubar.

Es fehlt grundsätzlich eine Voraussicht unserer Politiker über mehr als eine Legislaturperiode, wenn überhaupt so weit gedacht wird.

Der Eingriff in autonome Staaten ist grundsätzlich ein Problem und täuscht darüber hinweg, dass es uns ähnlich ergehen könnte, gefällt gewissen Staaten unsere Richtung nicht und das könnte unter Umständen sogar einer der Blutsbrüder Europas sein :wink: .

Es gäbe so viele Diktaturen, die man stürzen müsste, warum ausgerechnet die im Nahen Osten?
Wissen tun es alle !

Willst Du das etwa den zehntausenden Opfer des Clan-Regimes Assad auf den Grabstein meisseln?
Kehren wir den Spiess um, was willst Du den mehreren 100 000 Toten, die durch dass Eingreifen der westlichen Welt gestorben sind und weiter sterben werden, auf den Grabstein meisseln?

Was ist besser 10 000 Tote in einer Diktatur oder mehrere 100 000, wenn am Ende nicht Millionen,
in einer pseudo Demokratie.
Dazu kommt noch ein Grossteil der Flüchtlingsproblematik, die wir heute nicht in dem Ausmass hätten.

Ich sag's nochmal, Demokratie ist nicht alles und man kann mit Demokratie nicht alles entschuldigen, oder doch?

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Tom Horn
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Tom Horn »

Turi hat geschrieben: Was ist besser 10 000 Tote in einer Diktatur oder mehrere 100 000, wenn am Ende nicht Millionen,
in einer pseudo Demokratie.


Ich sag's nochmal, Demokratie ist nicht alles und man kann mit Demokratie nicht alles entschuldigen, oder doch?

Gruss Turi
Ich fuerchte, die Diskussion beginnt, sich im Kreis zu drehen! Sei mir nicht böse, aber man kann geschichtliche Abläufe nicht in jedem Fall von hinten aufrollen. Die von mir zitierten zehntausende von Toten de Assad-Clans (also schon unter Hafis) bezogen sich auf Deine Meinung, vorher hätte Ruhe geherrscht. Es war die "Ruhe" der Diktatur, die gewöhnlich auf Friedhöfen ihre Spuren hinterlaesst. Informiere Dich über Hama (1982).
Ein fundamentaler argumentativer Widerspruch unserer Breiten liegt hier: einerseits hat der "Westen" alles Übel der Welt verursacht, andererseits wolle er immer nur die "Demokratie" bringen - was wiederum nur alles Übel verstärke!

Damit werden lokale Antagonismen einfach weggebügelt; dortige Menschen zu Marionetten degradiert (auch eine Form von "gut gemeintem" Paternalismus). In Syrien (wie auch im Irak) wird dabei z.B. die bekannte einseitige Ausübung der Macht durch eine der Religionsgruppen (siehe: Sunniten vs. Schiiten) kleingeredet.
Und noch einmal: Die Angriffe auf Irak, Libyen und Syrien erfolgten (erfolgen) als Reaktion auf grundsätzlich verschiedene Situationen. Gemeinsam sind sie nur in ihrem Charakter als Brüche des Völkerrechts.

Hier ist jedoch nicht Ort und Platz, allen Einzelheiten auf den Grund zu gehen, aber eine Wahrheit deckt alle drei Verbrechen: Nirgends war der Kriegsgrund(!) der ausländischen Angreifer, die Absicht, die Demokratie zu bringen. Erst als der Irak als Staat zerstört war, begannen (z.B. unter Paul Bremer) die dilettantischen Versuche, demokratische Strukturen zu installieren - ohne Plan, ohne Kenntnis lokaler Bevölkerungsstrukturen.
Libyen wurde - unter Bruch der UN-Resolution - zerschlagen. Weder politische Absichten, noch Plan für die Zeit danach existierten! Die handlichen Theorien (siehe Bodenschätze, Neokolonialismus usw.) treffen nicht zu. Sie gehören in den Bereich phantasievoller VT's. Die Welt ist heute noch komplexer, als sie es je war. Sie funktioniert inzwischen tatsächlich global. Das bringt fundamentale existenzielle Unsicherheit für uns alle. Eben deshalb schlägt nun auch die profitable Stunde der ideologischen Vereinfacher, der Rattenfänger.
Turi
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Turi »

Hallo Tom
Nirgends war der Kriegsgrund(!) der ausländischen Angreifer, die Absicht, die Demokratie zu bringen
noch schlimmer, dann wäre es nur das Streben nach Macht, Einfluss und Geld :kotz:
Wer klagt eigentlich die Kriegsverbrecher des Westens an?
Nun, ich denke auch, schauen wir was kommt, ich habe keinen Einfluss auf das Geschehen und kann nur in sehr kleinem Rahmen was zum Bewältigen der Flüchtlingskrise beitragen.
Wir werden in unserem Rahmen versuchen das Richtige zu tun und wenn alles in die Brüche geht, was wir ja nicht hoffen,
bleibt noch das Faustrecht.

Back to the Future.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Guido3

Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Lothar hat geschrieben:Glaubst du das wirklich - glaubst du wirklich der Bürger hat Einfluss auf die Auswirkungen der Flüchtlingswelle ?
Nein, das glaube ich nicht. Ich weiß es, weil ich das erlebe. Du erlebst das halt nicht, weil Du nicht mit sondern nur über Flüchtlinge sprichst.
Lothar hat geschrieben:aber wenn sich die Flüchtlingssituation vor Ort in den Krisenregionen nicht grundsätzlich ändert, wirst du auf verlorenem Posten gearbeitet haben, es tut mir wirklich leid, das so zu sagen, aber ich bin mir da ziemlich sicher.
Es bestreitet doch kein Mensch, dass das Problem der Flüchtlingsströme ursächlich vor Ort in den Quellenländern gelöst werden muss. Ich weiß nicht, welchen Widerspruch Du mir da aufzeigen willst? Der Fakt ist, dass wir 800.000 bis 1.000.000 Flüchtlinge vorerst hier haben. Menschen - nicht Wackersteine oder Zaunpfähle. Mit denen müssen wir irgendwas machen.
Lothar hat geschrieben:2. Die Problematik mit dem Flüchtlingsanteil von ca. 80:1 zu relativieren ist doch Augenwischerei. Die Flüchtlinge bzw. die damit verbundene Integrationsleistung wird sich clustern.
Clustern tut es sich bei den Erstauffanglagern. Danach verteilt sich das schön. Es gibt irrsinnig genaue, bis auf 5. Kommastelle herunter gebrochene Prozentquoten, um die Flüchtlinge fair auf alle Bundesländer und danach weiter fair auf die Kommunen zu verteilen.
Lothar hat geschrieben:3. Dein angegebenes Verhältnis reflektiert die Situation 2015. Gehst du davon aus, dass der Flüchtlingsstrom demnächst versiegt ?
Ich gehe davon aus, das der Flüchtlingsstrom langsam abnimmt und von denen, die schon da sind, ein Teil wieder geht und ein weiterer Teil gegangen wird. Soweit das absehbar ist, halte ich ein Verhältnis von ganz grob 80:1 für einigermaßen realistisch.
Lothar hat geschrieben:Dass Gaddafi/Libyen vom Westen zerstört wurde, hälst du doch wohl nicht für eine Verschwörungstherorie - oder ?
Nein, natürlich nicht. Nur war der Aufstand gegen Gaddafi, die Instabilität in Libyen und der Bürgerkrieg schon vorher da - im Rahmen des Arabischen Frühlings von Tunesien rüber geschwappt. War das von Anfang an auch nur der Westen?
Lothar hat geschrieben:Rückwärtsgewandtes Lamentieren ?? Vergessen, was zu der Situation geführt hat ?
Du darfst gern weiter darüber diskutieren, wie sehr Bush, Blair, Merkel, Obama, Sarkozy, Hollande, NATO, wer auch immer Schuld sind - nur eben nicht mit mir.

Beste Grüße

Guido

EDIT: Quotings repariert.
Lothar
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Lothar »

Ach Guido, was soll es - wir haben eben unterschiedliche Lösungsstrategien.

Ich versuche zu verstehen, was im Nahen Osten und N-Afrika überhaupt los ist und mit welchen bösen Überraschungen wir noch zu rechnen haben.
Wenn ich bedenke, dass Russland und die USA/Nato mittlerweile auf dem gleichen Schlachtfeld unterwegs sind, kann ich nur hoffen, dass die Neocons die Füsse stillhalten können ....

Wahrscheinlich berufsbedingt betrachte ich das Handling der Migrationsströme wie ein Projekt.
Das klingt zwar technokratisch, mag es auch sein, aber ich glaube ohne diesen Ansatz wird es auch keine nachhaltige humanitäre Lösung geben.

Für mich ist es eben wichtig, dass möglichst alle Informationen, alle denkbaren Hindernisse oder Probleme auf den Tisch kommen - alle ! Wie heisst es so treffend - "um mal wieder vor die Welle kommen".
(Wenn ich dann solche Aussagen höre, „da will jemand nur Angst schüren“.
Nur Angsthasen reden Probleme schön oder verdrängen sie)

Und zu einer gesunden Projektarbeit gehört auch das Hinterfragen und Abklopfen von vermeintlichen Lösungsansätzen und Aussagen - und einige deiner Aussagen und Annahmen halte ich für mindest „sehr gewagt“, aber lassen wir das .....
Guido hat geschrieben:Du erlebst das halt nicht, weil Du nicht mit sondern nur über Flüchtlinge sprichst.
Was soll dieser Unsinn ? Ich denke du weisst genau, dass ich keine Berührungsängste habe und mit Ausländern und deren anderen Mentalität sehr gut klarkomme.

Deshalb habe ich mich auch bei einem Gespräch mit syrischen Flüchtlingen nicht gewundert, als sie mir erklärten, sie kämen aus Aleppo und sind vor russischen Bomben geflohen. Auf meine Frage hin, wann sie denn in Syrien aufgebrochen seien, kamen sie etwas ins Rotieren - vor einer Woche :shock: . Oh, das ging schnell, aber wenn man vor russischen Bomben geflohen sein will, geht es eben nicht langsamer. Diese Schlawiner ! :shake:

Gruss

Lothar
Albatross
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Albatross »

200 000 Flüchtlinge sind die Obergrenze für ein Land etwas liberaler als DE.
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/ze ... ue-ld.3488
Dies entspricht Ca 1.6 Mio in DE auf Bevölkerungszahl bezogen .... wenn man die "Wirtschaftskraft" mit hinein rechnet könnte bei gleichen logischen Schlüssen DE ca 2 Mio aufnemen
Oder gehen Die Politiker hier in DE das Risiko ein
Gruß Albatross
Wer Tippfehler findet darf sie behalten
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Turi
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Turi »

Hallo Wüschigemeinde

ist schon komisch,
die eher konservative Schweiz mit einer relativ direkten Demokratie ist in der Flüchtlingsfrage meist einen Schritt voraus.
So blöd kann das einfache Volk scheinbar doch nicht sein.
Man sieht es jetzt wieder in der Diskussion, betreffend der Einwanderungsobergrenze, jetzt wird von der EU noch dagegen gewettert.
Wetten sie zieht nach.


Gruss Turi
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Turi
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Turi »

Hallo Wüschigemeinde

Hier noch ein Bericht, der zwar mit der Flüchtlingskrise nur am Rande zu tun hat, aber mit Integration.

Da haben sich die Behörden anscheinend nicht getraut einzuschreiten, weil sie Angst hatten, ein Eingreifen könnte evtl. als rassistische Aktion gewertet werden, tragisch, aber verständlich!

http://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=& ... 0813,d.bGQ

Gruss Turi
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Alexander
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Alexander »

Mal eine andere Meinung zur "Flüchtlingskrise"

Flüchtlingskrise oder Verwaltungskollaps?

Sowohl des eine, als auch das andere könnte man hier wählen. Doch genau betrachtet könnte man 2015 als das Jahr nennen, in dem der Staat den Offenbarungseid leistet. Nicht finanziell, dazu sind wir zu reich, aber in Form einer Regierung, die fast immer ein Gespür dafür hat, das Falsche zur richtigen Zeit zu tun. Das beste Ergebnis für Deutschland, dass uns die Flüchtlingskrise am Ende bringen könnte, ist die Einsicht, dass wir in den letzten Jahrzehnten der Forderung nach einem schlanken Staat zu viel Gehör beschenkt haben. Mitarbeiter die eingespart wurden, sind heute genau die, die dazu qualifiziert wären, Probleme, die nun offenbar werde wenigstens erfolgreich zu bearbeiten und auch zu verwalten. Wenn der Staat nun reagieren müsste in dem er Personal aufstockt, hätten wir wenigstens etwas erreicht. mehr...

Grüsse
Alexander
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Turi
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Turi »

Hallo Alexander

Ich denke nicht dass wir einen "schlanken" Staat haben.
Vielleicht hat die Politik nur andere Prioritäten, die Posten die man an einem Ort wegrationalisiert hat, hat man doppelt und dreifach an anderem Ort geschaffen..
Bei uns zB., hat man im Jahr 2000 von Deregulierung der Verwaltungen geredet.
Die Gemeindeverwaltung wurde ausgebaut und es hat mehr "Verwalter" als vor 2000.
Die Gesetztesflut wird immer grösser, dazu kommt, dass man eine eigene Verwaltung braucht um die EU Richtlinien, die es neben den Unsrigen gibt, zu verwalten.
In der ganzen EU kann man sich nicht auf vereinheitlichte Gesetzte einigen, würde man dies tun, dann hätte man eine Verwaltung wie vor der EU und um einiges "schlanker".
Nun muss man neue Ressourcen schaffen um die Ankömmlinge zu registrieren und "verwalten".
Gerade gestern ist bei uns eine Diskussion entbrannt betreffend den Folgekosten, die werden um ein vielfaches von den Kosten im Moment betragen und das nicht nur eine Generation lang.

Nur, wir können das uns ja leisten alles kein Problem, alles nur Schwarzmaler, die die effektiven Kosten mal vorrechnen, mal sehen wer recht behält.


Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
landcruiser.
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von landcruiser. »

Schlanker Staat?

Wir haben mehr Behörden/Verwaltungen als je zuvor.

Jede neue Regelung zieht eine neue Behörde nach sich, da zuerst dazu dient Parteigenossen unterzubringen.

Siehe z.B. Gesundheitswesen; völlig blödsinnige Regelungen, die das Gegenteil vom Bedarf bewirken und Milliarden verschlingen. Zur gleichen Zeit werden die Leistungen für die Versicherten immer schlechter und die Beiträge steigen.

Und genau dort wo dringend effektive Verwaltungen benötigt werden, wurde/wird gespart bis die Blase platzt.

Sehen wir aktuell beim Flüchtlingsproblem.

Der Staat hat sich in den letzten 20 Jahren immer mehr aus seiner Pflichtaufgabe der Daseinsvorsorge für seine Bürger verabschiedet.

Dafür regelt er Dinge, die ihn nichts angehen und die keiner braucht.
Tom Horn
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Re: Flüchtlingswelle nach Europa

Beitrag von Tom Horn »

landcruiser. hat geschrieben:Schlanker Staat?

Wir haben mehr Behörden/Verwaltungen als je zuvor.

Jede neue Regelung zieht eine neue Behörde nach sich, da zuerst dazu dient Parteigenossen unterzubringen.
Parkinson's law feiert ja gerade jetzt den 60. Geburtstag!

(Und ob z.B. der Herr Gabriel ein überzeugender Repräsentant des "schlanken" Staates sein könnte, ist sicher auch fraglich.)
Gesperrt