Pakistanische Frauen...
Moderator: Moderatoren
Pakistanische Frauen...
... haben mehr Rechte, als deutsche Frauen. Schreibt eine Pakistanerin in diesem Artikel.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 47477.html
Soll man es glauben? Jedenfalls lesenswert, insbesondere dazu die Kommentare der überwiegend europäischen Frauen.
In einem Punkt hat die Verfasserin sicher Recht - es gibt weder DEN Muslim, noch DIE Muslimische Frau. Eigentlich eine Binsenweisheit. DEN Deutschen gibt es auch nicht. Trotzdem überrascht mich dieser Artikel.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 47477.html
Soll man es glauben? Jedenfalls lesenswert, insbesondere dazu die Kommentare der überwiegend europäischen Frauen.
In einem Punkt hat die Verfasserin sicher Recht - es gibt weder DEN Muslim, noch DIE Muslimische Frau. Eigentlich eine Binsenweisheit. DEN Deutschen gibt es auch nicht. Trotzdem überrascht mich dieser Artikel.
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michaelbaier
- Beiträge: 78
- Registriert: Fr 12. Nov 2010, 07:21
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Re: Pakistanische Frauen...
Hallo Detlev,
danke für den Link.
Für mich zeigt dieser Artikel mal wieder, dass es sehr oft recht leicht ist, die Kultur und Lebensweise eines anderen Landes von aussen zu beurteilen, ohne eigene Erfahrungen (als Frau) in dem fremden Land gesammelt zu haben.
Manchmal können wir ja auch nichts dafür, denn wir bekommen vom fremden Land nur mit, was uns in den hiesigen Medien berichtet wird. Bekannt ist auch, dass sich schlechte Nachrichten besser hier verkaufen, als positive.
danke für den Link.
Für mich zeigt dieser Artikel mal wieder, dass es sehr oft recht leicht ist, die Kultur und Lebensweise eines anderen Landes von aussen zu beurteilen, ohne eigene Erfahrungen (als Frau) in dem fremden Land gesammelt zu haben.
Manchmal können wir ja auch nichts dafür, denn wir bekommen vom fremden Land nur mit, was uns in den hiesigen Medien berichtet wird. Bekannt ist auch, dass sich schlechte Nachrichten besser hier verkaufen, als positive.
Viele Grüße
Cordula
Cordula
Re: Pakistanische Frauen...
Hi,
danke für die Info.
Sie zeigt mir meine wohl von den Medien beeinflusste Unkenntniss auf.
Nichtsdestodennoch habe ich den Artikel sehr gerne gelesen, weil mir immer die Schreckensbilder von Steinigung und ähnlichem aufkommen, wenn von muslimischen Frauen die Rede ist.
Herzliche Grüße
Ricca
danke für die Info.
Sie zeigt mir meine wohl von den Medien beeinflusste Unkenntniss auf.
Nichtsdestodennoch habe ich den Artikel sehr gerne gelesen, weil mir immer die Schreckensbilder von Steinigung und ähnlichem aufkommen, wenn von muslimischen Frauen die Rede ist.
Herzliche Grüße
Ricca
Re: Pakistanische Frauen...
Bei dem oben verlinkten Artikel muss ich doch eher mit den dortigen Kommentaren übereinstimmen.
Marcus
Marcus
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Wolfgang K
- Beiträge: 2201
- Registriert: Fr 25. Nov 2005, 13:50
- Wohnort: bei Mainz
Re: Pakistanische Frauen...
Den Gedanken hatte ich auch nach dem Lesen des Artikels.marcush hat geschrieben:Bei dem oben verlinkten Artikel muss ich doch eher mit den dortigen Kommentaren übereinstimmen.
Marcus
Neben der bahnbrechenden Erkenntnis, dass unterschiedliche Kulturen zwar unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich der persönlichen Lebensgestaltung hervorbringen, diese aber dennoch individuell variieren enthält der Artikel eigentlich keine irgendwie verwertbare Aussage.
Güße
Wolfgang
Re: Pakistanische Frauen...
hat nur bedingt mit pakistanischen Frauen zu tun, eher mit der gegenseitigen, weshalb auch immer, schlechten Informationen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 45175.html
Pakistan ist weit weg und die wenigen Pakistaner, die ich kennengelernt habe, waren ohne Ausnahme Bankangestellte in KSA. Dort war ich längere Zeit, in Pakistan nie. Ich will ja gar nicht behaupten, dass das Steinigen von ungetreuen Ehefrauen in KSA zum guten Ton gehört. Ich kann mir aber vorstellen, dass es in KSA häufiger vorkommt, als in Pakistan. Das ist aber so eine "gefühlte" Aussage. Ich bin damals in KSA nie mit zum Richtplatz gegangen, Einladungen hatte ich genug.
Mit zum Thema gehört aber, dass nicht wenige türkische Frauen zum Studium nach DE kommen, weil man sie in DE mit Kopftuch in den Hörsaal lässt. In der Türkei ist das verboten. Oder ist das auch eine Ente?
Eins eint uns sicher - Saudis, Pakistaner und Deutsche - Nicht-Wissen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 45175.html
Pakistan ist weit weg und die wenigen Pakistaner, die ich kennengelernt habe, waren ohne Ausnahme Bankangestellte in KSA. Dort war ich längere Zeit, in Pakistan nie. Ich will ja gar nicht behaupten, dass das Steinigen von ungetreuen Ehefrauen in KSA zum guten Ton gehört. Ich kann mir aber vorstellen, dass es in KSA häufiger vorkommt, als in Pakistan. Das ist aber so eine "gefühlte" Aussage. Ich bin damals in KSA nie mit zum Richtplatz gegangen, Einladungen hatte ich genug.
Mit zum Thema gehört aber, dass nicht wenige türkische Frauen zum Studium nach DE kommen, weil man sie in DE mit Kopftuch in den Hörsaal lässt. In der Türkei ist das verboten. Oder ist das auch eine Ente?
Eins eint uns sicher - Saudis, Pakistaner und Deutsche - Nicht-Wissen.
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Kuno
- Beiträge: 9586
- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Re: Pakistanische Frauen...
Hallo DetlevC und alle, die sich so positiv ueberrascht gezeigt hatten, als sie endlich erfuhren, wie toll es fuer Frauen in Pakistan doch sein muss und wieviel weiter Pakistan doch angeblich ist als Deutschland.
Ich wuerde diesen Artikel mit einem etwas kritischeren Auge zur Kenntniss nehmen....
Nur weil man gerne an eine schoene Welt glauben wuerde, muss sie noch lange nicht existieren.
"Die junge Christin trug Seiten des Koran in einer Mülltüte - die Polizei nahm sie bei Islamabad fest, nachdem eine große Menschenmenge drohte, Häuser von Christen niederzubrennen. Das Mädchen soll mental gestört sein. Auch ihre Eltern kamen in Gewahrsam, zu ihrem eigenen Schutz."
Aus der selben Online-Zeitung:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/e ... 50892.html
Ich wuerde diesen Artikel mit einem etwas kritischeren Auge zur Kenntniss nehmen....
Nur weil man gerne an eine schoene Welt glauben wuerde, muss sie noch lange nicht existieren.
"Die junge Christin trug Seiten des Koran in einer Mülltüte - die Polizei nahm sie bei Islamabad fest, nachdem eine große Menschenmenge drohte, Häuser von Christen niederzubrennen. Das Mädchen soll mental gestört sein. Auch ihre Eltern kamen in Gewahrsam, zu ihrem eigenen Schutz."
Aus der selben Online-Zeitung:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/e ... 50892.html
Re: Pakistanische Frauen...
auch gut zu lesen dieser amnesty.ch-bericht, der ein eher mehrseitiges bild zeigt
http://www.amnesty.ch/de/aktuell/magazi ... uenrechte/
http://www.amnesty.ch/de/aktuell/magazi ... uenrechte/
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Wolfgang K
- Beiträge: 2201
- Registriert: Fr 25. Nov 2005, 13:50
- Wohnort: bei Mainz
Re: Pakistanische Frauen...
Ich muss noch mal ein wenig auf dem Artikel rumhacken, nachdem ich über diesen Artikel hier gestolpert bin. Wenns auch nicht um Pakistan geht - das Problem bei solchen Betrachtungen ist immer ähnlich:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... auenrechte
Der Knackpunkt in dieser ganzen Debatte wird auch da nicht auf den Punkt gebracht.
Irgendwie scheint es vielen aus der Schreibenden Zunft salopp gesagt nicht zu gelingen zwischen „Pflichten“ und „Rechten“ zu unterscheiden. Richtig ist der Ansatz der Kritik an der Beurteilung der Lage aus subjektiven Positionen der eigenen Kultur. Das gilt aber sicher nicht nur für „den Westen“ sondern mindestens genau so für „den Orient“.
Ein schönes Beispiel ist der Freiheitsbegriff im Zusammenhang mit der Rolle der Frau. In den Ländern des Arabischen Frühlings haben viele es als eine Befreiung der Frauen angesehen, dass sie jetzt endlich den Schleier tragen dürfen. Vor dem Hintergrund von Verboten in der Vergangenheit eine gar nicht so abwegige Aussage – auch wenn man im ersten Moment stutzt, denn ist doch das Kopftuch für „uns“ eher ein Zeichen der Unfreiheit. Was stimmt nun?
Wenn man als „kulturneutrale“ Definition von (persönlicher, individueller) Freiheit das Recht auf eine eigene freie Entscheidung bezeichnet, dann kommt man der Sache schon näher.
Das was nämlich sämtlichen religiösen „Frauenrechtlern“ vollkommen abgeht, ist die Gegenprobe: Was ist, wenn sich z.B. eine Frau KEIN Kopftuch aufzieht. Dass viele Frauen das Kopftuch und den ggf. Schleier aus freien Stücken tragen ist gar kein Argument. Alle die so argumentieren müssen einfach die Frage beantworten, ob dann die Tochter ohne gehen darf wenn sie möchte. Ein Witz! Islamistische Politiker brauchen letztendlich auch gar kein Kopftuchgebot oder sonstiges als Gegenstück zum vorherigen Verbot. Sie haben ein stärkeres Mittel: den „moralischen“ Druck. Dieser wird bei jeder Gelegenheit geschürt und erhöht. Die stärkste Waffe z.B. der Salafisten ist nicht der Knüppel, sondern der dauernd erhobene moralische Zeigefinger. Genau das ist es im Übrigen auch was ihnen auch unter den konservativen Tunesiern oder auch Libyern Widerstand einbringt. Man fühlt sich bevormundet und belästigt, obwohl man durchaus bestimmte Ansichten teilt.
Victor Klemperer hat sinngemäß gesagt, dass jeder Totalitarismus zur Durchsetzung seiner Ziele nicht nur die entsprechenden Gesetze, sondern einen gewissen moralischen Druck konstruieren muss, dem sich dann der Einzelne stellen muss: „Wie? Du magst dich nicht wie alle anderen für Dein Land opfern?“ - „Du muss der Gemeinschaft dienen!“ – „Warum jubelst Du dem Großen Vorsitzenden nicht zu? Er hat doch alles für Dich getan! Sei nicht so undankbar!“
Die offene, vorwurfsvolle Frage ob jemand auch schön die (religiösen) Pflichten einhält ist nichts anderes.
(Bei „uns“ gibt es natürlich auch solche Fragen…
)
Allen die von den Rechten der Frauen in konservativ-religiösen Gesellschaften schwärmen, kann ich dies nur abnehmen wenn auch gleichzeitig der soziale Druck von denjenigen genommen würde, die es eben anders wollen.
Die Frauen z.B., die in Tunesien demonstrieren kämpfen nicht dafür ohne Kopftuch auf die Straße zu DÜRFEN, sondern darum nicht angepöbelt und begrapscht zu werden, bzw. für den gesellschaftlichen Konsens, dass der Grapscher und Pöbler der moralische Versager ist und nicht sie selbst.
Grüße
Wolfgang
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... auenrechte
Der Knackpunkt in dieser ganzen Debatte wird auch da nicht auf den Punkt gebracht.
Irgendwie scheint es vielen aus der Schreibenden Zunft salopp gesagt nicht zu gelingen zwischen „Pflichten“ und „Rechten“ zu unterscheiden. Richtig ist der Ansatz der Kritik an der Beurteilung der Lage aus subjektiven Positionen der eigenen Kultur. Das gilt aber sicher nicht nur für „den Westen“ sondern mindestens genau so für „den Orient“.
Ein schönes Beispiel ist der Freiheitsbegriff im Zusammenhang mit der Rolle der Frau. In den Ländern des Arabischen Frühlings haben viele es als eine Befreiung der Frauen angesehen, dass sie jetzt endlich den Schleier tragen dürfen. Vor dem Hintergrund von Verboten in der Vergangenheit eine gar nicht so abwegige Aussage – auch wenn man im ersten Moment stutzt, denn ist doch das Kopftuch für „uns“ eher ein Zeichen der Unfreiheit. Was stimmt nun?
Wenn man als „kulturneutrale“ Definition von (persönlicher, individueller) Freiheit das Recht auf eine eigene freie Entscheidung bezeichnet, dann kommt man der Sache schon näher.
Das was nämlich sämtlichen religiösen „Frauenrechtlern“ vollkommen abgeht, ist die Gegenprobe: Was ist, wenn sich z.B. eine Frau KEIN Kopftuch aufzieht. Dass viele Frauen das Kopftuch und den ggf. Schleier aus freien Stücken tragen ist gar kein Argument. Alle die so argumentieren müssen einfach die Frage beantworten, ob dann die Tochter ohne gehen darf wenn sie möchte. Ein Witz! Islamistische Politiker brauchen letztendlich auch gar kein Kopftuchgebot oder sonstiges als Gegenstück zum vorherigen Verbot. Sie haben ein stärkeres Mittel: den „moralischen“ Druck. Dieser wird bei jeder Gelegenheit geschürt und erhöht. Die stärkste Waffe z.B. der Salafisten ist nicht der Knüppel, sondern der dauernd erhobene moralische Zeigefinger. Genau das ist es im Übrigen auch was ihnen auch unter den konservativen Tunesiern oder auch Libyern Widerstand einbringt. Man fühlt sich bevormundet und belästigt, obwohl man durchaus bestimmte Ansichten teilt.
Victor Klemperer hat sinngemäß gesagt, dass jeder Totalitarismus zur Durchsetzung seiner Ziele nicht nur die entsprechenden Gesetze, sondern einen gewissen moralischen Druck konstruieren muss, dem sich dann der Einzelne stellen muss: „Wie? Du magst dich nicht wie alle anderen für Dein Land opfern?“ - „Du muss der Gemeinschaft dienen!“ – „Warum jubelst Du dem Großen Vorsitzenden nicht zu? Er hat doch alles für Dich getan! Sei nicht so undankbar!“
Die offene, vorwurfsvolle Frage ob jemand auch schön die (religiösen) Pflichten einhält ist nichts anderes.
(Bei „uns“ gibt es natürlich auch solche Fragen…
Allen die von den Rechten der Frauen in konservativ-religiösen Gesellschaften schwärmen, kann ich dies nur abnehmen wenn auch gleichzeitig der soziale Druck von denjenigen genommen würde, die es eben anders wollen.
Die Frauen z.B., die in Tunesien demonstrieren kämpfen nicht dafür ohne Kopftuch auf die Straße zu DÜRFEN, sondern darum nicht angepöbelt und begrapscht zu werden, bzw. für den gesellschaftlichen Konsens, dass der Grapscher und Pöbler der moralische Versager ist und nicht sie selbst.
Grüße
Wolfgang
-
Kuno
- Beiträge: 9586
- Registriert: Mi 3. Mai 2006, 10:21
- Wohnort: Dort wo andere Ferien machen.
- Kontaktdaten:
Re: Pakistanische Frauen...
[quote="Kuno"]"Die junge Christin trug Seiten des Koran in einer Mülltüte - die Polizei nahm sie bei Islamabad fest, nachdem eine große Menschenmenge drohte, Häuser von Christen niederzubrennen. Das Mädchen soll mental gestört sein. Auch ihre Eltern kamen in Gewahrsam, zu ihrem eigenen Schutz."
Laut den Nachrichten von heute ist der Imam, der die junge Christin der Gotteslaesterung bezichtig hat mittlerweile von der Polizei verhaftet worden - er soll der geistig behinderten jungen Frau die angebrannten Koranseiten zugesteckt haben... wie krank kann einem religioeser Wahn machen?
Laut den Nachrichten von heute ist der Imam, der die junge Christin der Gotteslaesterung bezichtig hat mittlerweile von der Polizei verhaftet worden - er soll der geistig behinderten jungen Frau die angebrannten Koranseiten zugesteckt haben... wie krank kann einem religioeser Wahn machen?
Re: Pakistanische Frauen...
eins ist ja wohl sicher - in den Ländern, um die es hier geht, laufen deutlich mehr Irre herum, als bei uns. Mich hat bei dem Artikel der Pakistanerin nur verwundert, wie unterschiedlich die Meinungen sein können. Mich würde trotzdem mal interessieren, wie solche Artikel zustande kommen. Immerhin hat es eine deutsche Zeitung abgedruckt und da kommt man schon ins Grübeln.




