Natürlich handelt es sich nur um meine Meinung, so ich denn eine vertrete!
Aber korrigieren muss auch ich mich, unbedingt: "Rechtslastig" führt zur zur falschen Annahme, ich meinte "Rechtsnational". Gemeint war "schwarz-konservativ" in Erinnerung an die Artikel vor der Wahl der Bundeskanzlerin zu ihrem ersten Sieg. (Und, ich las es danach irgendwo in einer Zeitung, sinngemäss, dass Herr Aust nicht die Absicht zu politisch neutraler Berichterstattung gehabt habe. Im Übrigen darf wohl angemerkt sein, dass sein Vorgehen auch dort im Hause nicht überwiegend auf Beifall gestossen war...)
Bei der Qaulität der Interviews dachte ich z.B. an jenes mit dem vorherigen Ministerpräsidenten von BW (bevor der sich wegen seiner Fremdsprachenkenntnisse selbst auf noch dünneres Eis begab

).
Ja, die Zunahme von Fehlern ist (für mich nur?) auffällig, ich werd' jetzt 'mal eine Sammlung anlegen, falls ich nochmal Beweise benötigen sollte. (Erinnerlich ist mir grad, wie immer wieder vom Beginn des neuen Jahrtausend ab 2000 anstelle 2001 berichtet wurde, oder, wie immer wieder ..HALT! das hat nichts mit der Recherche-Qualität zu tun, es ist mir nur lästig.)
Unabhängig von der (mir nicht bekannten) Konfession des damaligen Chefredakteurs, sollte es sich wohl nicht um (m)eine Einzelmeinung handeln, dass nach der Nominierung des "Deutschen Papstes" eine konfessionelle "Schmuse-Atacke" über die Leser des Mediums hereinbrach. (Auch das aktuelle Titel-Thema wird vermutlich nur im Vatikan nahezu widerspruchsfrei bleiben.)
Die Überzeugung, dass wir kein besseres Nachrichtenmagazin haben, teile ich. Trotzdem ärgere ich mich, dass die seriöse Plattform in einer Vielzahl von Themen zur Medienlandschaft verlassen wird. (Was da berichtet wird, lässt erkennen, dass einige Berichterstatter sich ausnahmslos dem Konsum von Banalitäten hingeben [müssen].)
Ich lese den Spiegel seit Mitte der 1950er Jahren ohne Auslassung (soweit ich nicht bei längeren Ausland-Aufenhalten daran gehindert war), und ich weiss bestens, welche Dienste er seit dieser Zeit der Demokratie geleistet hat und wie sehr ich diesem Magazin meine eigene politische Entwicklung zu verdanken habe. Meine Kritik an aktuellen Schwächen entspricht in etwa der, die man seinem alten Lehrer engegenbringt, wenn man befürchtet, dass der die bisher gemeinsame Linie zu verlassen scheint.
Jürgen Kempe