Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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PeterC
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Registriert: Mi 12. Mär 2008, 22:27

Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von PeterC »

Chrigu hat geschrieben:
Der Bericht gliedert sich in drei Hauptteile.
1. Teil gestaltet sich kurz. Er handelt von der alleinigen Fahrt nach Marokko. Wenig Bilder, viele verbrauchte Nerven.
2. Teil als Reise in einer wohl zusammengestellten Gruppe freiwilliger "Selbstzerstümmler", welche sich der vollen Härte der Sahara hingeben wollen. viele Bilder, eher wenig Text.
3. Teil, im Alleingang weiter in den Süden, wo der Sand schier unendlich scheint. Bilder und Text aus dem vollen Mass.
4. Abschlussteil, geschlossen mit dem letzten auf afrikanischem Boden anwesenden Teammitglied auf der Heimreise. Etwas spärlicher Schlussbericht in allen Belangen.
hallo Chigru

das klingt echt mies. Allerdings scheinst du selbst ein bißchen Afrikaner zu sein, sonst wäre die Inhaltsangabe falsch.

Teil 1 damit abgehakt?

Erwartungsvolle Grüsse

Peter
Die schnellste Verbindung zwischen 2 Punkten ist nicht zwingend eine Gerade
Chrigu
Beiträge: 990
Registriert: Di 5. Mai 2009, 11:07
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Chrigu »

Alexander hat geschrieben:
Chrigu hat geschrieben:Die Fähre legt ab. Adieu Afrika... :kotz:
Das ist hart. :shock: Jetzt bin ich wirklich gespannt, wie es weitergeht.

Grüsse
Alexander
:cry: hat mich auch gehörig beelendet... Danke fürs Mitfühlen!
joao hat geschrieben::shock: ....... Wahnsinn .......
Ich bin ja mal echt gespannt wie das weitergeht .......
Spanne Dich/Euch nicht mehr lange auf die Folter!
Rokko der Wüstenhund hat geschrieben:Hallo Chrigu,
diese Zollgeschichte ist in Marokko ganz Normal!
Ich und auch Mitreisende sind schon mehrmals darauf hin gewiesen worden, daß das Fahrzeug in den vergangen Jahren nicht ausgeführt worden sei, oder daß noch ein Fahrzeug von früheren Touren noch nicht ausgeführt ist.
Sehr hilfreich ist in diesem Fall die Zollpapiere der letztem Jahre dabei zu haben!
Die Vernetzung der PC sowie das "Eingabepersonal" funktionieren halt noch nicht so.
Marokko ist halt schon Afrika.

Gruß
Georg
Das tragische dabei ist, dass der "Kunde" dann der Clown im Umzug ist.
Muss wohl ein Attest des Schweizer Verkehrsamtes mitbringen, damit sie mich wieder einlassen
Alexander hat geschrieben:Hallo Chrigu,
Chrigu hat geschrieben:Adieu Afrika... :kotz:
Willst du jetzt sagen, du bist einfach zurückgefahren und wir bekommen jetzt keine Wüstenbilder von dir? :shock:

Hoffnungsvolle Grüsse
Alexander
hmmmmmmmmm, was wird wohl sein?
PeterC hat geschrieben:
Chrigu hat geschrieben:
Der Bericht gliedert sich in drei Hauptteile.
1. Teil gestaltet sich kurz. Er handelt von der alleinigen Fahrt nach Marokko. Wenig Bilder, viele verbrauchte Nerven.
2. Teil als Reise in einer wohl zusammengestellten Gruppe freiwilliger "Selbstzerstümmler", welche sich der vollen Härte der Sahara hingeben wollen. viele Bilder, eher wenig Text.
3. Teil, im Alleingang weiter in den Süden, wo der Sand schier unendlich scheint. Bilder und Text aus dem vollen Mass.
4. Abschlussteil, geschlossen mit dem letzten auf afrikanischem Boden anwesenden Teammitglied auf der Heimreise. Etwas spärlicher Schlussbericht in allen Belangen.
hallo Chigru

das klingt echt mies. Allerdings scheinst du selbst ein bißchen Afrikaner zu sein, sonst wäre die Inhaltsangabe falsch.

Teil 1 damit abgehakt?

Erwartungsvolle Grüsse

Peter
:roll: ist so. Die Geschichte ist so sicher noch nicht zu Ende. Das wäre doch ein Reisebericht, vorwiegend über Europa, bis anhin?! 8)
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Chrigu
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Chrigu »

Die Fähre verlässt das Marokkanische Hoheitsgebiet.
Eine Stunde ist vergangen, seit ich mich damit abgefunden habe, dass das nichts wird mit Afrika.

In meinem Kopf tut sich einiges.
Mein sturer Schädel meldet sich ganz heftig.

"Chrigu. Du spinnst doch. Hast sie doch nicht mehr alle!
Du baust Dir doch nicht in einem Stress den Karren zusammen, legst Geld zu Seite und wendest dermassen viel auf, um dann kurz vorher aufzugeben????
Dann deine Jungs... Die werden ankommen und du kannst nicht rein? Du willst es nichtmal versuchen?"
Solche und ähnliche Sätze gehen mir durch den Kopf.

Ich komme arg ins stottern. Die Wut wird sanfter und schliesslich von einer Art Ehrgeiz abgelöst. Bald bin ich wieder die alte Natur. Ich will...
Jawohl. Morgen werde ich mit meinem roten, schnuseligen Patrol grad nochmals rüberfahren und alle Hebel in Gang setzen, dass es klappt.

Die Ankunft in Tarifa gestaltet sich, wie immer, etwas emotionslos. Fast schon bedauerliche Blicke ernte ich von den Beamten. Nicht einmal eine Tür muss ich öffnen. Ich kann sitzen bleiben. Die Leute hier wollen auch Feierabend machen und lassen mich schnell durch den Zoll.
Was nun? Wo findet sich ein Platz zum schlafen? Es ist schon spät. Das war der kürzeste Afrikabesuch, den ich erlebt habe. So hab ich mir den Start nicht grad vorgestellt. Nun ja, manches muss eben erkämpft werden.

Die schöne Strecke von Tarifa Richtung Algeciras fahre ich relativ gemütlich. Immer Ausschau haltend nach einem Notschlafplatz. Schliesslich finde ich bei einer Antennenstation einen Platz. Wunderbar. Einigermassen eben der Platz. Die vorbeifahrenden Autos blenden mich ja nur mässig. Es regnet ja auch nur leicht und der Wind ist sehr erträglich.

Eine unruhige Nacht, mit wenig Anteil an gesundem Schlaf, folgt...
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Chrigu
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Chrigu »

07:00 soll der Wecker klingeln und versuchen, mich wach zu kriegen.
06:00 stehe ich selber auf. Merke, dass das Handy schon wieder die Zeit umgestellt hat. Der Wecker hätte somit erst um 08:00 nach Mitteleuropäscher Zeit geklingelt. Zu spät für mich.

Fahrt nach Algeciras. Dort direkt in den Hafen rein und zur Ticketkontrolle. Natürlich, ich hab ja keins. Kann eines kaufen. Aber nicht mit Schweizer Franken. Hab zu wenig Euros budgetiert für 2 Hinfahrten mit der Fähre.

So muss ich nach einem Wechsler Ausschau halten.
In dem grossen Parkhaus werde ich von zwei ex-Marokkanern angehauen. Was ich suche usw. wollen sie wissen.
Ich kann den Wagen irgendwo an den Rand stellen, so sagen sie.

Auf gehts zum Ticketverkäufer, welcher den Parkhaus-ex-Marokkaner ,mit Provision angestellt haben muss.
Das Ticket kann ich extrem überteuert kaufen, dafür mit CHF bezahlen. Hier geht mir ne Menge Kohle Bach ab.

Beim zurückgehen zum Auto, redet der Guide dermassen viel auf mich ein, dass es mich schier zerlegt.
Er mahnt, dass ich ihm schon was geben müsse, da er eine Familie habe und Geld brauche.
Dazu sage ich erstmal nicht viel, ausser dass er mal krampfhaft versuchen solle, still zu sein.
Der Mann redet wie ein Maschinengewehr weiter auf mich ein.

Unterzuckert und übermüdet reagiere ich nun etwas übermässig. Brülle den aufdringlichen Typen nun an, er möge eeeendlich seine Fresse halten und einfach nix mehr sagen! Als er es nun schafft, fast eine ganze Minute still zu sein, drücke ich ihm einen Euro in die Hand und sage ihm, dass er super geschwiegen habe und danke noch für seine Dienstleistung.

Er rädt mir, ich solle mich sehr beeilen, da ich illegal parkiert sei :bang: dies könne Schwierigkeiten geben. :x

ich nehme es einfach gemütlich und finde das Auto verlassen vor. Losfahrt zum Hafen. Neuer Versuch...

Sehr lange muss ich auf den Verlad warten. Dafür treffe ich noch Schweizer, die sich tatsächlich für mein Problem interessieren, jedoch halt auch nichts machen können.

Überfahrt startet dann um 10:00 MEZ (09:00 WEZ/Marokko).
Lange warten wir alle nun auf den Zollmenschen, der die Einreiseformalitäten erledigt.

Als drittes Fahrzeug kann ich vom Schiff gehen. Wir sind in Tanger MED, dem neuen und moderneren Hafen. Mit viel weniger speditiven und dafür komplizierteren Abwicklungen. Das beginnt doch ganz gut!

Nun kann ich an den Zoll vorfahren und nehme gleich den Platz neben der Baracke, wo alle Fahrzeugzollzettel zusammenlaufen. Mit diesen Zetteln wird dermassen komisch umgegangen, dass ich selber beim genauen zuschauen dennoch den Überblick verliere, wer, wem, welchen Zettel abgegeben hat und wer, wessen Zettel nun grad zerknüllt hat usw.

Lustigerweise geht am Zoll alles recht schnell. Bis man mir mit einem völlig unbekannten Problem daherkommt.

"Sie haben 2 Fahrzeuge hier in Marokko"

Nein, nein, das kann natürlich nicht sein. Das andere Fahrzeug habe ich ja in der Schweiz schon verkauft?!

Im Grunde das ganze analog gestrige Einreise.
Zusätzlich verwirrt nun aber noch der Ein- und Ausreisestempel von Gestern. Da ist doch was nicht sauber.
Nun werde ich wider zu einem Wichtigeren geschickt, welcher mich eher an einen Kartoffelsack erinnert, als einen Zollbeamten.
Wenn man ihm einen Zettel entgegenstreckt, kann er sich nicht nach vorne beugen, um mir entgegen zu kommen, nein, er erwartet, dass ich den Zettel durch den Schalterspalt in sein Häuschen gebe, so dass er ihn ohne Bewegung entgegen nehmen kann. Ein Mann, der, falls vorhanden, keine Emotionen zeigen kann. Desweiteren kann er die Augen nicht vollständig öffnen. Eher so der Halbmast-Typ. Kann ich nicht ausstehen. Aber der sitzt nun mal hinter dem Schalter und somit am längeren Hebel. Auch er bringt mich recht schnell zur Weissglut. Ich wusste gar nicht, dass ich meine Emotionen nur zu 90% unterdrücken kann!

Der faule Sack da drinne sagt nun, dass ich nicht einreisen könne.

Hab ich schon mal gehört.

Ich bräuchte einen offiziellen Nachweis, dass der Wagen nicht hier in Marokko sei. Mit dem habe ich gerechnet und zeige nun einen Eisbergspitz meiner Emotionen.

Ich frage ihn, ob er denn einen Fax da hätte. Schlichte Antwort: "non."

Das hilft mir natürlich enorm. Nun, wo gibt es denn einen Fax?
"Oh, in Tanger Stadt gibts sicher einen, oder vielleicht in einer der Wechselstuben"

Das hilft auch.

Nun eile ich zu einer Wechselstube. Frage dort einen "Banker", ob er einen Fax hätte.
Er bejat und schaut mich fragend an.

Ich bitte ihn, mir zu helfen. Erkläre ihm die ganze Geschichte von Gestern und dass ich genau wieder am selben Problem hänge. Ich verspreche ihm, dass ich zu ihm Geld wechseln komme, wenn es mit der Fahrzeugeinfuhr klappt.

So kann ich nun eine Kopie des Verkaufsvertrages und eine Kopie der "Carte grise" anfordern, welche ich Gestern Abend in der Schweiz per sms bereitstellen lies, um sie mir dann zu faxen.

Mit diesen beiden Dokumenten gehe ich zurück zum Zollhaus.

Wieder reiche ich Dokumente so weit ins Zollhaus, dass ich mich weit über die Thecke lehnen muss. Der faule Beamte kann sie nun ergreifen.
Schaut sich die Dokumente sehr lange und offensichtlich genau an. Er vergleicht scheinbar aber nicht die Rahmennummern. Schaut ohne jegliche Veränderungen der Mimik meine zwei Papiere an.
Nun hebt er sein Haupt und schaut mich an. Schüttelt den Kopf und bewegt sogar den Zeigefinger hin und her. Hier reden wir von einem wohl unkontrollierten, Emotionalen Ausbruch. Dieser Mann scheint zwei Körperteile auf einmal bewegen zu können. Eines davon eine Extremität, das andere ein Teil seines Körper, welcher für Denkarbeit zuständig sein könnte.

Achja, was er mir damit sagen will?
Die Dokumente sind ungültig. Das Datum oben auf dem Papier (Vom Fax der Bank, falsch eingestelltes Empfangsdatum) stimmt nicht. 2008.
Ich könne nicht einreisen. Schliesslich sei dies nicht offiziell und keinen Beweis.

Wie mein jetztiger Zustand ist?
Ich verrate es nicht. Jedenfalls reicht da ein roter Kopf nicht mehr, um den Beschrieb zu vervollständigen...

Ich bin am tiefsten Punkt meiner Reise angelangt. Jeglicher Mut will mich verlassen. Es kommt wieder der Zeitpunkt, wo ich meinen Entscheid, nach Marokko zu fahren, zu verfluchen beginne...
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Ralf Kiefer
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Ralf Kiefer »

Rokko der Wüstenhund hat geschrieben: diese Zollgeschichte ist in Marokko ganz Normal!
Ich habe sie umgekehrt erlebt. Wir waren zu viert mit 6 Fahrzeugen in Marokko (2 Autos mit 4 Moppeds drin). Bei der Ausreise in Tanger war es an jenem Abend sehr turbulent und unübersichtlich. Ich bin mir fast sicher, daß wir die Fahrzeugausreise verpennt hatten. Daher rechnete ich bei der nächsten Einreise eigentlich mit Ärger.

Es gibt zwei Varianten: entweder funktioniert die marokkanische Datenbank doch nicht so toll, oder der Primärschlüssel der Datenbank ist die im Paß eingestempelte Nummer und nicht Name mit Geburtsort und -datum, denn ich nahm "in weiser Voraussicht" meinen anderen Paß mit. Eigentlich dürfte es keine Rolle spielen, wo man einreist, denn die Einreise war am Flugplaz in Casablanca, wo eher seltener jemand mit Fahrzeug einreist. Soll heißen: es geht auch anders :-)

Gruß, Ralf
Chrigu
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Chrigu »

Nachdem mich der Zöllner abgewiesen hat und weiterhin emotionslos in seinem Häuschen vor sich hinvegetieren will, habe ich abwechslungsweise auch einmal einen Emotionalen Ausrutscher.
Ohne seine Person anzugreifen fluche ich über das unglaubliche System. Dabei stelle ich ihn fast schon schmeichelhaft als einen Menschen hin, der ja über dem Ganzen steht und mich jetzt einfach durchlassen könne - natürlich ohne Finanziellen Ausgleich.

Ohne mich anzuschauen reicht er mir die nötigen Zolldokumente aus dem Schalter. Ich muss mich diesmal nicht enorm anstrengen, damit ich sie ergreifen kann. So schnell geht das.
Sofort will er mich jetzt los haben.
Da ich aber nun die Dokumente besitze, werde ich ihm gleich noch etwas auf den Zeiger gehen.
Eindringlich frage ich ihn nun, ob den nun mittels vorgelegenem "Beweis" mein anderer Patrol aus dem System ausgetragen worden sei? Wiederum weicht er meinem Blick aus und nickt. Mit einer hässigen Handbewegung will er mich nun von der Thecke putzen.
Für mich ist immerhin mal der Tag gerettet.

Wie versprochen fahre ich zum Wechsler rüber und gebe ihm etwas Arbeit und Verdienst.
Erfreut über den Erfolg am Zoll gibts eine Lustige Runde, wo sich noch andere dazu gesellen und interessiert zuhören, was sich in den letzten beiden Tagen abgespielt hat.

So schnell wie möglich fahre ich nun aber vom Zollgelände, bevor die sich das etwa noch anders überlegen.
Fort und weg bin ich nun... Im Lande, wo ich jetzt zwei Patrols haben soll.

Anfahren einer Tankstelle hat höchste Priorität. Offenbar ist das Diesel Tanken auf der Maslow-Pyramide nicht aufgeführt. Sonst wärs jetzt mal ganz oben.

Einen ruhigen Platz, um etwas zu entspannen wird gesucht.
Nahe an der Küste werde ich fündig.
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Nun kommt gemäss Maslow der Reihe nach alles dran, was ich brauch um wieder ganz zufrieden zu sein.

Nach dem Essen endlich Körperpflege. Ich merke welchen Hunger ich entwickelt habe. Fast zwei ganze Tage habe ich nichts mehr gegessen. Durch den, ich sag dem jetzt mal "Nervenstress", hab ich alles andere zurückgestellt. Nur der Wille hat mich vorangetrieben.
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Sehr weit kann ich heute nicht mehr fahren, das ist mir bewusst. Noch vor der Dämmerung finde ich einen Nachtplatz.
Kurz nach dem Eindunkeln bin ich schon im Land der Träume...
Das Schlafdefizit hat mich schnell eingeholt und fordert seinen Tribut ein.
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Chrigu
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Chrigu »

Natürlich, wer früh ins Bett geht, erwacht dann auch früh wieder. Jedenfalls in meinem Fall.
Ich darf heute noch etwas liegen bleiben. Ist ja Samstag. Mein Tagespensum ist nicht so umfassend, dass ich bereits am fahren sein müsste. Tagesziel ist, kurz vor Rabat mein Nachtlager aufschlagen zu können, ohne ein teures Hotel bezahlen zu müssen.
Ein neuer Tag - ein neues Abenteuer...

***

Obwohl räumlich gesehen in Afrika angekommen, bin ich es psychisch noch bei weitem nicht ganz. Die Wärme hat mich noch nicht erfasst. Die Nerven noch zappelig.
Dennoch will ich es heute einfach geniessen.

Die Fahrt Richtung Süden, im gewohnten Stil. Kurz das Rif-Gebirge streifen und weiter...
Beim ersten sympatischen Café am Strassenrand, halte ich an und schaue mich mal um.

Café au Lait. Meine erste Wahl. Spontan werde ich von einem anderen Gast an seinen Tisch eingeladen. Ich solle mich doch zu ihm setzen und ihm Gesellschaft leisten. Gerne doch!
Der kurze Kaffeestopp dehnt sich aus. Sicher eine Stunde bleiben wir sitzen und diskutieren über dies und das.
Der Mann hat die Zuckerkrankheit. Er nimmt also nicht einmal Zucker in den Kaffee. Zwei von meinen Orangen nimmt er aber sehr gerne an. Der nette Typ will mir nun unbedingt mein Café bezahlen, um sich zu revanchieren...


1. Radarkontrolle erfolgreich überstanden. Noch wird per Lichthupe gewarnt, dass sich die Kummerbuben verstecken.
Im Allgemeinen halte ich mich ab jetzt wieder peinlichst genau an die Geschwindigkeitslimiten. Ich hab ja schliesslich Zeit genug.
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Um einen Mittagsplatz zu finden, braucht es schon etwas Geschick.
Glücklicherweise finde ich dann tatsächlich einen Platz. Irgendwo, mitten in den Bäumen.
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Ein Hirte ist in der Nähe und schreitet auf mich zu. Das selbe tue ich, um ihm entgegen zu gehen.
Ich frage ihn, ob ich hier etwas verweilen dürfe. Leider spricht er kein Französisch.
Einige andere gesellen sich dazu und belagern mich regelrecht. Jede Handlung wird genau beobachtet. Es wird gewitzelt und ich werde von einem nun anwesenden, Französisch sprechenden, ausgefragt.
Mit Kochen ist das natürlich nix. Vertreiben kann und will ich die Leute sicher nicht - ist ja ihr eigenes Land.

Auch wenns schön wäre...
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...verabschiede ich mich halt dann wieder und fahre noch etwas weiter, um einen anderen Platz zu finden.
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Chrigu
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Chrigu »

Einen anderen Platz finde ich dann doch schnell wieder. Relativ nahe an der Strasse habe ich nun die Gelegenheit, das ganze Umfeld etwas auf mich einwirken zu lassen. Nebst LKW's und kleinen Fuhrwerken fahren auch Kinder von der Schule nach Hause.
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Chrigu
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Chrigu »

Auf dem Weg nach Rabat von Norden her kommend müsste ich erst durch die Stadt Salé. Da die beiden Städten wohl fast zusammenwachsen, bleibt mir nichts anderes übrig, als vor beiden Städten einen Schlafplatz zu suchen.

Jedoch möchte ich möglichst nahe an den "Kuchen" ranfahren, um Morgen früh nicht viel Zeit zu verlieren, bei der Fahrt in die Stadt. Da habe ich ein bestimmtes Ziel in Rabat: Die Mauretanische Botschaft im Zentrum. Meines Wissens habe ich mehr oder weniger alles dabei, was ich da dann brauchen werde. Nun also, Schlafplatz! Los!

Erst fahre ich gemütlich der Küste entlang, wo ich eine Festung auffinde. Offenbar ein bekanntes Ausflugsziel für die Stadtleute. Auto an Auto drängt sich auf den Parkplätzen.
(Entschuldige, ist gar nicht Samstag, sondern Sonntag. Hab mich einige Posts vorher vertan...)

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Wenn man genau hinschaut, sieht man in der einen Scharte sogar noch eine Kanone.
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Eine weitere, bzw. ein Lauf einer weiteren, liegt bereits in den Steinen, direkt am Meer und wartet auf den Rosttod.
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Der knorrige, alte Baum beeindrukt mich besonders. Auch der schöne Torbogen lässt meine Blicke auf sich ruhen.
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Weiterfahrt nach Süden.
Das Gebiet wird immer mehr verbaut. Nur noch wenige, einzelne Gelegenheiten für einen Notschlafplatz bieten sich.
Nun muss ich mir eingestehen, dass ich zu lange gezögert habe und zu nahe an den Kuchen rangefahren bin.
Das ist natürlich jetzt schlecht.

Spontan wie ich bin, fahre ich mal rechts von der Strasse ab und direkt in eine Hofeinfahrt.
Dort werden mir verwunderte Blicke entgegengeworfen.
Was will denn der da?

Direkt komme ich mit meinem Anliegen. Dass ich weder Lärm machen werde, noch Abfall liegen lassen werde, sondern nur hinterm Haus pennen wolle und nicht in dem Haus. Somit will ich zu keiner Aufregung verhelfen und absolut keine Umstände bereiten.
Dennoch lädt man mich ein, die Nacht im Haus zu verbringen.

Dankend lehne ich ab, da ich mit meinem Patrol eine rollende Herberge habe und echt nur hinterm Haus schlafen möchte, de Platz bereits in der Früh verlassen muss.

Einige Hunde hat es ums Haus. Keiner bellt rum, alles fein.

Von dem nun herangehumpelten Hausbesitzer, welcher momentan leicht bettlägerig ist, erhalte ich aber eine eindringliche Warnung, nicht da hinten zu übernachten. Bewaffnete Strolche treiben da ihr Unwesen. Nun erkenne ich eine Abschrankung, welche darauf hindeutet, dass das Territorium effektiv "abgeriegelt" scheint.
Hmm, wenns da bewaffnete Strolche hat, kann ich da ja rein, dann hats keine Kleinganoven.
Ich sage ihm dann, dass dies ideal sei und diese bewaffneten Typen mich ja besuchen und auf ein Tee kommen können. Dazu lache ich auf den Stockzähnen (Wer kennt diesen Ausdruck?)

Die Einfahrt auf diese Freifläche verweigert man mir letztendlich nicht und öffnet mir die Abschrankung.

Platzbezug und einfach mal etwas "sein".

Baldenst kriege ich Besuch. Erst von zwei kleinen Jungs von der Hofeinfahrt. Sie Legen Steinen und beweisen ihr Geschick mit Fussball. Daraufhin sinds zwei grosse Jungs, welche mir voller Stolz immer weider ihre ganze Lebensgeschichte erzählen. Der eine arbeitet, wie er mir verbal eingehämmert hat, bei einer Firma, welche Kabelbäume herstellt. Er muss die Qualität kontrollieren. Die Kabelbäume kommen dann in die Landrover :mrgreen: (Kopfkino, Landrover)

Die grösseren müssen dann los, da ein "wichtiger" Match beginnt. Ich als konsequenter Fussballverweigerer, bleibe lieber bei meiner kleinen, roten Rollburg.
Die zwei kleinen Jungs sind noch da und beginnen mich nach Geld und Süssigkeiten zu erfragen.
Mit der Ermahnung, dass ihre Eltern darüber wohl nicht grad glücklich sind, wenn sie mich auf diese Weise belästigen, verschwinden auch sie.

Nun kommt die optimale Zeit fürs Fotografieren. Die Nacht. Da kann ich mal wieder etwas üben und auffrischen.
Bild

Bald verkrieche ich mich aber und versuche einzuschlafen.
Erstaunlich gut funktioniert das. Bis ich jäh aus dem Schlaf gerissen werde.

Was mich genau jetzt geweckt hat, kann ich nicht sagen. Aber ich höre einige bellende Hunde, welche immer näher kommen.
Letzlich rennen sie wild um mein Fahrzeug herum und machen ein riesen Lärm.

Mitternacht. Eine Viertelstunde dauert die Aufregung. Dann verziehen sich die Hunde wieder. Was war los? Warum grad jetzt und nicht vorher bei Dämmerung?

Haben die mich bewacht? Oder was hatten die denn?

Nun, an ruhigen Schlaf ist nicht mehr zu denken...
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Alexander
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Alexander »

ok Chrigu, jetzt bin ich wieder beruhigt. Ich dachte schon, du musst jetzt deinen Urlaub in den bayerischen Alpen verbringen :mrgreen:
So warten wir nun gespannt, wie es weiter geht und ob du es doch noch schaffst, deinen Patrol im Sand zu versenken. :)

Grüsse
Alexander
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von gülo »

Hier ist er schon ein paar Schritte weiter :
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Chrigu
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Chrigu »

Jaja, dann lests im OF.
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Alexander
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Alexander »

nein, nein Chrigu. Das wollen wir schon hier lesen :)
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joao
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von joao »

.... Chrigu,
.... du spannst uns ganz schön auf die "Folterbank" .......
[:o]==[o:]
Alexander
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Re: Du meinst zu wissen, wie Staub schmeckt?

Beitrag von Alexander »

Also Chrigu,
das Wetter ist schlecht, es ist kalt, es Regnet, vereinzelt schneit es auch. Draussen stürmt es. Ein paar warme Wüstenbilder wären genau das richige Mittel gegen den Schlechtwetterfrust. 8)

Hau in die Tasten Mann :mrgreen:

Grüsse
Alexander
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