Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

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Hajo
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Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Hajo »

Hallo,
das Buch erscheint morgen:

Fabrizio Gatti:

Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa
(Verlag Antje Kunstmann, 480 Seiten, 24,90 Euro).

Nach einer Besprechung in der heutigen FAS (leider nicht verlinkbar) hat sich Gatti wirklich auf die Reise gemacht vom Senegal durch die Sahara einschließlich Landung in Italien.

Eine besonders vergnügliche Reise war es wohl nicht.

Die Rezension von Julia Schaaf ist sehr positiv.

Hajo
Roger-Tecumseh
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Dieses Buch ist tatsaechlich sehr zu empfehlen! In F bereits im April 2008 erschienen und hat - wegen der seither noch dringenderen Problematik - ein anhaltend grosses Echo ausgeloest (u.a. Prix Terzani)!
Es ist der authentische, erschuetternde Bericht eines Journalisten. Kurze Saetze: "Un homme qui court et pleure dans la rue ne scandalise personne à Agadez. Ils en ont vu d'autres au cours de leur histoire. Les famines. Les coups d'Etat. Les morts de faim. Maintenant ils voient les déportés qui arrivent du désert tels des rescapés et s'agrippent désespérés à leur digne pauvreté!"
Birgitt
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Birgitt »

Bild


ISBN-10: 3888975875
ISBN-13: 978-3888975875


Zum durchblättern für einen :arrow: ersten Eindruck

Gruß
Birgitt
Zuletzt geändert von Birgitt am Do 29. Jul 2010, 17:27, insgesamt 1-mal geändert.
Kuno
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Kuno »

Ich habe kuerzlich ein Fernsehinterview (ARD, TTT) mit dem Autor gesehen. Und das hat bei mir ein paar Fragen zurueckgelassen.

Er hat woertlich gesagt, dass Italien und Deutschland sehr auf das Aufheben des Embargos gegen Libyen gedraengt haetten, damit sie endlich wieder Oel aus dem Land enfuehren koennten.

Nun ja. Da hat er wohl nicht ganz so tief recherchiert - denn die Oellieferungen nach Europa waren (sehr zum Aerger der USA) gar ni unterbrochen. Ich will nicht sagen, dass dies nun Rueckschluesse auf den Rest des Buches erlaubt aber zu denken gibt es schon.

Ueber seine Reiseroute aeussert er sich sehr vorsichtig. Er hat nur gesagt, dass er auf dem Lastwagen von Niger (nicht Senegal) nach Libyen gefahren ist. Wenn ich da "zwischen den Zeilen hoere", dann kommen mir schon ein paar Gedanken.

Er hat sich als Kurde verkleidet und wollte also so von Senegal ueber Niger und Libyen dann nach Italien gelangen. Auf dem Land und auf dem Seeweg. Eher ungewoehnlich, ich stelle mir vor, dass es fuer einen kurdischen Fluechtling auch nicht gerade einfach sein duerfte aus Kurdistan in den Senegal zu gelangen und vermute daher, dass ein Kurde eher ein andere Route waehlen wuerde.

Der Mann muss unterwegs als einziger Weisser extrem aufgefallen sein. Glaubt wirklich jemand, dass er die Kontrollen so haette passieren koennen? Es sei denn, da wurde tuechtig mitgeholfen.

Und...

Ich muss sagen, mir sind diese Enthuellungs- & Sensationsjournalisten alle nicht geheuer!

-----

Interessant bei obigem Fernsehinterview war auch noch, dass der Gespraechspartner von Dieter Moor ein gewisser Herr Buch war. "Afrikakenner und Haiti als zweite Heimat". Das passt ja immer ausgezeichnet. Wenn gleichzeitig in Groenland noch etwas losgewesen waere, dann haette er dazu bestimmt auch noch was sagen koennen :mrgreen:

Also, der Herr Buch hat doch tatsaechlich gesagt, dass es sich bei diesen Fluechtlingen gar nicht um die Aermsten der Armen handeln wuerde, sondern, dass die meisten Akademiker, Aerzte und Ingenieure seien - und fuer die haette man doch in Europa Bedarf, also koenne man sie ruhig aufnehmen.

Ok.

Aber die Aermsten der Armen, die, die wirklich keine Chance haben, die wuerde man dann also doch vor Ort lassen.

Ein schwieriges Thema - offensichtlich auch fuer die sogenannten Experten :wink:
schu achbar ?

Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von schu achbar ? »

Ich find es völlig ok, wenn Jemand aus der perspektive eines Flüchtlings oder illegalen Immigranten erzählt, auch wenn ich für die Abschottung bin.
Was mir aber jedesmal die Lust am Weiterlesen raubt ist diese Selbstanklage wie auf Seite 12 und 13.
Er beschreibt das böse, korrupte Regierungsitalien u. der arme Ausländer , dem doch nur ein bestempeltes Papier fehle.
Nicht ohne diesem Marabut , den er im Flieger trifft, so eine übermenschliche Aura des Guten zu verpassen. Auch die Bemerkung, dass der Islam ja keine
kleinlichen Passkotrollen benötige , wenn man 5 mal am Tag nach Mekka reise
.... was soll das ?
Ein echter Brüller u. der untergründige Versuch unterzuschieben , dass die Religion im Gegensatz zu den einfältigen , abwehrenden Europäern ja viel menschlicher sei. Verfehlt bei mir völlig die gewünschte Wirkung.
Vielleicht zieht das besser bei seiner Zielgruppe.

Ich will ja nicht das Buch schlechtreden, aber diese Passagen hatte ich nach 20 Sekunden Überfliegen der Leseprobe im Auge . Ich hoffe das geht nicht bis zum Schluss so. Dann dient es tatsächlich nur dazu auf rührselige Art u. Weise die Forderungen von ATTAC und anderen Studenten mit reichen Eltern zu erfüllen.
Die Problematik kann man nur sachlich u. mit Hilfe von Fakten erörtern, nicht
auf die Mitleidstour.
Kuno
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Kuno »

schu achbar ? hat geschrieben:Ich find es völlig ok, wenn Jemand aus der perspektive eines Flüchtlings oder illegalen Immigranten erzählt
Genau das wuerde mich auch einmal interessieren. Das waere dann bestimmt kein ausgewogener / neutraler Bericht sondern einzig einer aus dem Blickfeld des Betroffenen. Aber das waere voellig in Ordnung so, der Mann waere effektiv an Leib & Leben betroffen und er setzt alles daran, seine Lebensumstaende zu verbessern...

...ich wuerde sogar akzeptieren, wenn er bei jedem, der vom Lastwagen faellt einen potentiellen Konkurrenten weniger zaehlt.

Aber ein "Enthuellungsjournalist" hat immer einen ganz anderen Zugang. Denn er kann jederzeit aussteigen, hat potente Verbindungen oder zur Not wenigstens die "richtige Hautfarbe".

Und ganz zum Schluss lebt halt jeder Journalist von dem, was er aus seinen Veroeffentlichungen einnimmt. Das ist ein Fakt und kein Vorwurf :wink:
Alexander
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Alexander »

:arrow: hier noch eine weitere Beschreibung

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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Kuno
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Kuno »

Danke fuer den Link, Alexander. Habe mir das Buch zwar bestellt aber es dauert noch etwas, bis ich es bei mir auf dem Tisch liegen haben werde...

Immerhin; in deinem Link werden zwei sehr wichtige Punkte dargestellt, die ich weiter oben angemerkt hatte:

A) Der Journalist fuhr nicht durch Libyen hindurch sondern er wurde an der Grenze Niger/Libyen gar nicht durchgelassen.

B) Die Schiffsreise hat er auch nicht mitgemacht. Er hat sich mit einer Schwimmweste versehen vor Lampedusa ins Meer gesetzt und sich herausfischen lassen.

Wenn es so ist, dass er diese beiden Punkte so beschreibt, wie im Link dargestellt, dann gewinnt Gatti fuer mich einiges an Glaubwuerdigkeit.

Hat eigentlich schon jemand aus dem Forum das Buch "Bilal" gelesen?
Klaus "Pirx"
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Klaus "Pirx" »

Kuno hat geschrieben:Hat eigentlich schon jemand aus dem Forum das Buch "Bilal" gelesen?
Hi Kuno,

ich bin seit einigen Tagen am Lesen, komme aber nur wenig dazu, daher dauert's noch etwas.

Ich habe bisher ca. 1/4 des Buchs durch, mein Eindruck bis zu diesem Punkt ist, daß der Autor bei seiner Recherche/Reise recht planlos zu Werke geht. Daß die Beantragung des Libyen-Visums in der nigerischen Provinz nicht zum Erfolg führt und die Reise deshalb an der libyschen Genze unterbrochen werden muß - war das nicht vorauszusehen? Hätte er nicht bereits in Europa ein Libyen-Visum beantragen können? Der ungewöhnliche Einreiseort an der Südgrenze hätte sich dann vielleicht "wegdiskutieren" lassen. Aber ganz ohne Visum?

Und auch die Erlebnisse mit den Flüchtlingen. Sein Ansinnen, gemeinsam mit den Heerscharen der "Illegalen" im Autogare zu nächtigen, wird von seinen Freunden unter diesen rigoros abgelehnt. Ein Weißer ist in Ihren Augen (und das stimmt ja auch!) reich, also ein prädestiniertes Opfer für einen Raub oder gar Raubmord unter denjenigen, die nichts mehr zu verlieren haben. Seine Antwort: "Ich habe kein Geld!" Wer glaubt das, außer ihm selbst? Er reist mit Handy, Kameras, Gepäck ...

Pirx
Klaus "Pirx"
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Klaus "Pirx" »

Hallo Forum!

Ich habe das Buch jetzt zu etwas über der Hälfte durch, hier mal ein kleiner Zwischenbericht.

Eine ganz gute Zusammenfassung gibt es hier (Google findet noch viel mehr):
http://www.focus.de/kultur/buecher/bran ... 71096.html

Nach meinen Informationen fand die Reise 2005 statt, das Buch erschien in Italien 2007. Gatti reiste vom Senegal in den Niger bis an die libysche Grenze, wo er mangels Visum umkehren mußte. Er flog dann nach Tunesien und setzte seine Nachforschungen dort fort. Später ließ er sich vor Lampedusa als Kurde getarnt aus dem Meer fischen, um die Zustände im Aufnahmelager auf der Insel zu dokumentieren.

Mein Eindruck von Fabrizio Gatti ist immer noch zwiespältig: viele seiner Entscheidungen und Handlungen auf der Reise erscheinen mir planlos, unüberlegt, kontraproduktiv, sogar naiv. Andererseits paßt das nicht zu seinem Ruf als "italienischer Wallraff" und zu seinem Job als Chefredakteur.

Ich muß jetzt Schluß machen, werde weiterschreiben, wenn ich das Buch ganz gelesen habe.

Pirx
Roger-Tecumseh
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Kuno hat geschrieben:I
Ueber seine Reiseroute aeussert er sich sehr vorsichtig. Er hat nur gesagt, dass er auf dem Lastwagen von Niger (nicht Senegal) nach Libyen gefahren ist. Wenn ich da "zwischen den Zeilen hoere", dann kommen mir schon ein paar Gedanken.

Er hat sich als Kurde verkleidet und wollte also so von Senegal ueber Niger und Libyen dann nach Italien gelangen. Auf dem Land und auf dem Seeweg. Eher ungewoehnlich, ich stelle mir vor, dass es fuer einen kurdischen Fluechtling auch nicht gerade einfach sein duerfte aus Kurdistan in den Senegal zu gelangen und vermute daher, dass ein Kurde eher ein andere Route waehlen wuerde.

Der Mann muss unterwegs als einziger Weisser extrem aufgefallen sein. Glaubt wirklich jemand, dass er die Kontrollen so haette passieren koennen? Es sei denn, da wurde tuechtig mitgeholfen.

Und...

Ich muss sagen, mir sind diese Enthuellungs- & Sensationsjournalisten alle nicht geheuer!

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[quote="Klaus "Pirx""]

Mein Eindruck von Fabrizio Gatti ist immer noch zwiespältig: viele seiner Entscheidungen und Handlungen auf der Reise erscheinen mir planlos, unüberlegt, kontraproduktiv, sogar naiv. Andererseits paßt das nicht zu seinem Ruf als "italienischer Wallraff" und zu seinem Job als Chefredakteur.

Pirx[/quote]




Wenn ich mich hier zu diesem Thema noch einmal zu Wort melde, dann geschieht dies aus mehreren Gruenden:
Ich fand den Hinweis auf das Buch in einem Forum, welches sich aus touristischem Interesse auch gelegentlich mit der afrikanischen Realitaet befasst, durchaus verdienstvoll.
Ich habe dieses Buch gelobt - weil ich es gelesen hatte und mit der dort geschilderten Problematik in direkte Beruehrung kam.

@Kuno: wenn Dir dazu "ein paar Gedanken kommen", finde ich das prinzipiell gut; nur solltest Du dann besser nicht "zwischen den Zeilen" suchen, sondern diese zunaechst lesen! So hatte Gatti sich in Afrika z.B. keineswegs als Kurde verkleidet, um ueber Senegal, Niger und Libyen nach Italien zu kommen, sondern diese Identitaet erst auf Lampedusa angenommen. In Afrika hat er sich klar und deutlich als Italiener zu erkennen gegeben, alles andere waere nun wirklich laecherlich gewesen, da er ja sowohl in Agadez, als auch in Dirkou direkten Kontakt zu Militaer und Behoerden hatte und alle "Reisenden" ohnehin seine europaeische Herkunft kannten.

Es steht natuerlich jederman frei, den Bericht als Produkt eines "Sensations- und Enthuellungsjournalisten" zu sehen - und damit leichthin zu klassifizieren!

@Pirx: Dir faellt ja selbst auf, dass "Chefredakteur und planlos" nicht so ganz zueinander passen. Da das Eine Realitaet ist und das Andere Deine Interpretation, ergibt sich eigentlich, wo das Problem liegt!

Ich finde es sehr bemerkenswert, wenn nun Gatti als Autor hin- und hergewendet wird; wenn man besserwisserisch an seiner "naiven" Methode "kontraproduktives, unueberlegtes Handeln" glaubt, kritisieren zu muessen. Das ist angesichts der dort beschriebenen Wirklichkeit - freundlich ausgedrueckt !- Beckmesserei!

Vielleicht sollte man einfach erkennen und akzeptieren, dass noch nicht ueberall "die Verpackung die Botschaft ist", sondern sich tatsaechlich auch noch mal das krasse Leben ohne glatte Ornamente zeigt.

Es gaebe deshalb nur einen Ansatzpunkt echter Kritik: hat Gatti die Realitaet der Fluechtlinge (und nur darum geht es in dem Buch!) falsch geschildert, hat er uebertrieben, gelogen? Wer dies nachweisen kann, sollte sich melden!
Kuno
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Kuno »

@ RT; leider haben es die Umstaende bisher verhindert, dass ich das bestellte Buch bisher selber lesen konnte. Meine desbezueglichen Informationen kamen aus dem WWW und von der ARD.

Wenn man schreibt: "Fabrizio Gatti, Chefreporter beim italienischen Magazin „L‘espresso“, tarnte sich als kurdischer Flüchtling „Bilal“ und mischte sich unter die Migranten, die als Illegale von Dakar durch die Sahara bis nach Lampedusa reisen."

(Quelle: http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~ ... 2qu~cm.asp)

...dann liest es sich fuer mich halt leider schon so, als wenn Gatti sich als Kurde verkleidet unter die Fluechtlinge gemischt haette. Ich erinnere mich auch so, dass das Fernsehinterview diesen Aspekt mindestens offengelassen hatte. Eine etwas praezisere Darstellung in den "Buchwerbungen" haette hier sicher geholfen, einen Irrtum zu vermeiden.
Klaus "Pirx"
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Klaus "Pirx" »

Lieber Roger-Tecumseh!

Ich finde es schon bemerkenswert von Dir, nur weil mir nicht jede Passage aus Fabrizio Gattis Buch vorbehaltlos gefällt, mir zu unterstellen, daß ich Gatti besserwisserisch kritisiere und dem Thema an sich abgeneigt sei.

Ich habe hier nur meine persönliche und ganz subjektive Ansicht zum Buch dargestellt - nichts anderes.

Wenn es Dich beruhigt: der Abschnitt des Buchs, der sich mit dem Aufnahmelager in Lampedusa beschäftigt (ca. 1/4 des Buchs), zeigt Gatti in einem ganz anderen Licht. Hier ist er als Undercover-Journalist ganz in seinem Element. Er arbeitet professionell, beobachtet scharf, analysiert.

Pirx
Birgitt
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Birgitt »

Die Grenzen der Reportage-Kunst
13.03.2010 - zenith

Wie viel kann und muss ein Reporter selbst erleben, um darüber gut schreiben zu können? In Polen und nicht nur dort wird aktuell am Reporter-Denkmal :arrow: Ryszard Kapuściński gerüttelt, weil er seine Reportagen hier und dort geschönt hat, um sie literarisch aufzuwerten. Eine Begegnung mit dem kongolesischen Freiheitskämpfer Patrice Lumumba hat er sogar glatt erfunden, um seine Geschichte eindrücklicher erscheinen zu lassen.

Auch Fabrizio Gattis große Reportage »Bilal. Als Illegaler auf dem Weg nach Europa« gibt Anlass über den Wert des Selbsterlebten und des »nur« Nachrecherchierten nachzudenken ... mehr

Gruß
Birgitt
Kuno
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Re: Buchtipp: Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach Europa

Beitrag von Kuno »

Ich hatte heute endlich Gelegenheit das Buch zu lesen. Es ist definitv besser, als es die Werbung dafuer glauben laesst.
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