Der obige DuMont hat eine etwas eigenwillige Definition der Seidenstrasse, aber es gibt noch einen DuMont Zentralasien
der Zentralsien genauso eigenwillig definiert. Daran sieht man schon, dass diese Reiseführer nix mit Geographie am Hut haben, sondern reine Kunstreiseführer sind. Der "Zentralasien" beschäftigt sich ausschließlich mit den Hauptorten Mittelasiens.
Die Serie "XX entdecken" für die Ostländer scheint mir aus dem Boden gestampft und nicht gut recherchiert. Der "Usbekistan entdecken" geht davon aus, dass man mit einer Gruppe unterwegs ist. Keinerlei Infos für Individualreisende. Der "Kasachstan entdecken" wurde von einer Dame geschrieben, die Wanderreisen nach Kasachstan anbietet. Entsprechende wird ausschließlich auf Wandern eingegangen, aber auch dort gibts keine Infos für Individualos, sondern es wird stehts auf die angebotenen Gruppenreisen verwiesen. Entfernungen oder konkrete Infos bietet der Reiseführer nicht oder falsch, aber das stellt man erst fest, wenn man dann nach dem angeblichen Wasserfall o.ä. sucht.
Eine Anfrage bei travel know how erbrachte die Antwort, dass man für diese Region derzeit keinen Reiseführer plane. Aber die neueren Führer der Seie sind auch nicht mehr das, was die früheren Reiseführer mal waren. So ist z.B. der Mongoleiführer zwar dick, enthält aber keine sinnvollen Infos, einfach nur für die Tonne. Da wird ewig lange über das Thema Pistenfahren sinniert, aber keine Piste oder Ziel beschrieben.
Der Lonely Planet wendet sich an Rucksackreisende, wer also nach einer Unterkunft sucht, der ist auf diesen angewiesen. So richtig aktuell ist der allerdings auch nicht, und die Region entwickelt sich recht schnell.
Fazit: einen brauchbaren Reiseführer für Individualreisende, wie man es z.B. für die nordafrikanischen Länder gewohnt war, gibt es nicht. Ein solcher ist auch aufgrund des kleinen Marktes nicht zu erwarten, da die Seidenstrasse nie ein Reiseziel für Individualreisende werden wird, die nur einen normalen Jahresurlaub zur Verfügung haben. Z.B. Stuttgart-Samrkand ~7300km, davon einiges auf übelster Rumpelpiste und fast ausschlieslich durch endlos langweilige Landschaft. Die schlechten Strassen fangen ja schon im östlichen Polen an.
Grüße
abacus