Kaum gibt es mal einen Lichtblick, so wie vor ein paar Tagen im Post zur Einreise nach Äthiopien, da droht schon wieder neue Frustration: diesmal bei der Einreise in den Sudan, zumindest von ägyptischer Seite aus. Aldo und Vera, italienische Overlander, seit sieben Jahren mit ihrem Toto auf Weltreise, haben in Wadi Halfa am Wochenende eher desillusionierende Erfahrungen gemacht.
Auf der ägyptischen Seite waren die Gebühren für die Ausreise noch moderat: für die kurze Fähre über den Nasser-Stausee (von Abu Simbel aus auf die östliche Seite, wo der Grenzübergang Qustul ist) waren 100 ägyptische Pfund (EGP, umgerechnet 3 Euro) zu zahlen. Vor der Ausreise sind diverse Gebühren für zwei Passagiere und Auto (405 und 210 EGP) sowie für die Polizei (30 und 115 EGP) zu entrichten. Schamlos ist dann schon, dass selbst der Ausreisestempel im Carnet mit 100 und die Rückgabe der ägyptischen Nummernschilder noch einmal mit 20 EGP bezahlt werden müssen. Neben Kopien etc. ist dann der krönende Höhepunkt, dass auch das Passieren des Gates noch mit 60 EGP zu Buche schlägt. Dennoch sind die insgesamt 1.065 EGP mit umgerechnet etwa 32 Euro noch überschaubar.
Richtig dreist wird es dann auf der sudanesischen Seite, wo sich die Kosten in nur drei Jahren vervielfacht haben.
Es gibt eine "Traffic Police Tax", die jetzt bei 115.000 sudanesische Pfund beträgt (SDP, je nach Wechselkurs zwischen 175 und 200 Euro!), sowie eine Einreisegebühr von weiteren rund 60 Euro für zwei Personen mit Fahrzeug. Sehr wichtig sei, so Aldo und Vera, dass mit der Tax nur eine Erlaubnis von 14 Tagen zum Passieren des Sudan verbunden ist - weitere Tage kosten zusätzliche Gebühren. Das einen Monat gültige Touristenvisum kostet 150 USD pro Person (erhältlich zum Beispiel an der sudanesischen Botschaft in Kairo innerhalb eines Tages), hinzu kommen der Einreisestempel im Pass (sic!, 5.000 SDP) und die Zollfreischreibung (Customs Clearance Declaration). Insgesamt kamen für zwei Personen und einen Landcruiser stolze 620 US-Dollar zusammen!
Offenbar ist das alles auch an den Fixern nicht spurlos vorbeigegangen. Mazar Mahir, den die meisten Sudan-Reisenden kennen und mit dem ich selbst 2012 noch sehr gute Erfahrungen gemacht habe, bekommt keine gute Beurteilung, nicht nur von Aldo und Vera, sondern auch von anderen Reisenden. Aldo und Vera haben Taha Suliman (+249 91 300 3553) empfohlen. Sein Büro befindet sich ganz links auf dem Gelände (dritte blaue Tür von rechts nach links).
Der zweite Grenzübergang, Argeen auf der Westseite des Nils, ist offenbar schwieriger, weil dafür eine eigene Genehmigung benötigt wird, deren Erteilung sehr lange (genannt werden mehrere Monate) dauern kann.
Nicht vergessen werden sollte, dass das Visum innerhalb von drei Tagen bei der nächstgelegenen Einwanderungsbehörde - am einfachsten gleich in Wadi Halfa - registriert werden muss.
Last but not least: der Wechselkurs ist mit 560 bis 570 SDP für einen Dollar schlechter als in Wadi Halfa (585 SDP) - und beide sind weitaus schlechter als der Wechselkurs von 644 SDP, den zum Beispiel die Webseite OANDA für heute angibt.
Aldo und Vera sind unter anderem auf Instagram unter @alvetoexpedition zu finden.
Viele Grüße
Achim
Einreise Sudan erheblich teurer
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- Achim Vogt
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Re: Einreise Sudan erheblich teurer
Inzwischen haben sich Aldo und Vera mit Suneel und seinem Bruder im guten alten Acropole-Hotel in Khartum getroffen. Suneel kam ja aus Äthiopien (siehe verlinkter Thread oben). Nun stellt sich heraus, dass diese Beiden an der äthiopisch-sudanesischen Grenze keine besonderen Gebühren zahlen mussten. Andere Overlander, die aus Saudi-Arabien mit der Fähre kamen, haben 300 US-Dollar bezahlt, immerhin auch nur die Hälfte dessen, was in Wadi Halfa zu entrichten war. Vielleicht haben Aldo und Vera auch nur Pech gehabt. Wie immer ist die Tatsache, dass "Regeln" sowohl im Nahen Osten als auch in Afrika flexibel und maximal ein Anhaltspunkt sind, ein Teil des Problems und häufig frustrierend.
Viele Grüße
Achim
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