Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

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Sanguru
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Re: Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

Beitrag von Sanguru »

schu achbar ? hat geschrieben:
Ich suche auch noch eine weibliche Reisebegleitung.
Bei mir käme allerdings noch das Abspülen u. Wäschewaschen dazu.
Sehr achtbar, dieser Schu!
Abspülen und Wäschewaschen (und Anderes...) habe ich nicht erwähnt. Gehört das nicht zum Pflichtprogramm einer mitreis(s)enden Wüstendame-von-Welt?

SANGURU
ursula
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Mauretanien - Perlen

Beitrag von ursula »

"Ich bin sehr positiv überrascht , dass Du Dich offenbar auch für diesen Teil der Kultur interessierst"
du interessierst dich für die Kiffa-Perlen - mich interessiert halt eher wann, wo und warum einem unserer Urahnen einfiel, ein Objekt zu gestalten, zu durchbohren und sich um den Hals zu hängen - wie seine Umgebung damals wohl darauf reagiert hat?

meine grüne ist leider nicht aus Glas

3-3759347.jpg

dass sie in Tamchekket hergestellt wurde, kann ich dir aber nicht garantieren, sie wurde mir dort im kleinen Markt, oben auf dem Hügel, nur angeboten, ungefragt, nach ausgiebigem Schäkern und Lachen aus der Tiefe einer Tasche hervorgezaubert. Ich wollte eigentlich nur Brot kaufen, dieses herrliche Orgelpfeifenbrot, liess mich dann aber von der Grünen bezirzen. Jedesmal wenn ich sie nun anschaue, steigt wieder der Duft von noch warmen Brot in meine Nase, sehe ich die Leute in ihren bunten Gewändern im Halbdunkel des gedeckten Marktes kauern und höre sie rufen...
ursula
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Mauretanien Perlen

Beitrag von ursula »

für mich zählen die Geschichten, die hinter jedem Schmuck-Kauf bzw Tausch stecken :D
eine Woche in Oualata: langsames Annähern an die Nachbarin und ihre Familie, Hennahände von ihren Freundinnen, tägliches Tratschen über die Trennmauer, das Stampfen der Mörser und Gackern der Hühner, schliesslich kann ich sogar Fotos machen, was mir sonst bei Menschen immer sehr schwer fällt, dann kommt der Schmuck ins Gespräch, winzig kleine Dinger, die kleinste Perle ist im Durchmesser knappe 2 mm -
wer die wohl bemalt hat? Lalla Aicha?

4-3763612.jpg

Es sind die damit verbundenen Erinnerungen, welche sie für mich sehr kostbar machen. Den Marktwert kenne ich nicht. Ich weiss nicht mal, ob es echte Oualata-Perlen sind. Für mich sind sie einzigartig.

schöne Tage wünscht allen
Ursula
schu achbar ?

Re: Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

Beitrag von schu achbar ? »

Ich hab ja null tiefergehende Ahnung von Kiffaperlen aber auf den Bildern sehen die wirklich wunderschön aus.
Netter Thread ist das geworden.
:wink:
Sanguru
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Re: Mauretanien Perlen

Beitrag von Sanguru »

ursula hat geschrieben:für mich zählen die Geschichten, die hinter jedem
Schmuck-Kauf stecken
'Nabend allerseits,
das ist aber eine Überraschung. Du scheinst gut organisiert zu sein, Ursula. Kompliment!

Zu Deinen Perlen:
Natürlich ist die grüne Perlen in der Mitte von Foto-1 aus Glas. Jedoch venezianischem Glas. Es handelt sich hier um eine s.g. "King Bead", die in Venedig, Murano, um genau zu sein (denn dort waren und sind die Werkstätten - hauptsächlich der Brandgefahr wegen, im Mittelalter jedoch auch, um die Geheimnisse des Perlenmachens - mit dem Tode bestraft - nicht so leicht entkommen zu lassen) seit ca. 1850 hergestellt wurden und zu fast 100% nach West-Afrika verhandelt wurden. Es gibt sie in verschiedenen Farbkombinationen, die häufigste ist GELD als Grundfarbe, während sich Form und Design gleichen oder ähneln, das Design betreffend. Eine Perle dieser Art kostet heute zwischen 20 und 40 Dollar/Stück in guter Qualität, was nicht heisst, dass sie keine Patina haben darf. Im Gegenteil - Patina muss sein, auch als "Beweis" das diese Perle tatsächlich Afrika gesehen hat. Wäre sie 1850 hergestellt und hätte die letzten 150 Jahre in einem deutschen Schmuckkästchen gelegen - ungetragen - hätte sie den genannten Sammlerwert nicht!

ERGO: Es handelt sich hier NICHT um eine "Kiffa-Perle", sondern, wie gesagt, eine venezianische "King Bead". Diese und tausende andere Perlentypen (zehntausende, hätte ich sagen sollen) aus Venice nennt man dann auch "Tradebeads" wenn sie, wie gesagt, nach Afrika verkauft und gegen dortige Waren getauscht (oder verkauft) wurde.

Man kann das Alter solcher Perlen recht gut bestimmen. Erstens weis ein Sammler das natürlich aufgrund seiner Erfahrung, zweitens gab (und gibt) es s.g. "Musterkarten" (ich werde demnächst mal eine posten), die von den italienischen Händlern and ihre afrikanischen Großhändler weitergegeben wurden, um das Bestellen zu erleichtern. Solche Musterkarten - ein Stück Karton mit 20-40 aufgenähten Perlen und Bestellnummer, manchmal auch mit Firmenaufdruck - sind heute natürlich selten und erreichen unter Sammler Höchstpreise. Hunderte solcher Karten sind erhalten geblieben und werden in der Literatur gezeigt.

Auch die anderen Perlen sind überwiegend venezianischen Ursprungs, jedoch ist auch GABLONZ (heute Jablonec und immer noch Glas- und Perlenfabrikant) vertreten (die kleine ganz oben links auf Foto-1 z.B.). Die große gelbe Perle wird in Afrika immer wieder gerne als "Amber", also Bernstein angeboten. Das ist in diesem Falle unrichtig. Es handelt sich hier um schlichtes Plastik neueren Datums (auch wenn's nicht so aussieht), wobei es auch andere, amber-ähnlichere Kunststoffe (Phenolharze aus überwiegend deutscher Prioduktion um ca. 1920-30) gibt, die als s.g. "african Amber" in Afrika kursieren. Teilweise wissen die Händler, dass das Quatsch ist, manche wissen es aber auch nicht. Wäre es echter (baltischer) Bernstein, würde eine Perle dieser Größe, Farbe und dem entsprechenden Gewicht (der bei uns geschätzte, transparente Bernstein, ist in Afrika ohne Bedeutung) etwa 75-100 $ kosten. Ich rechne in Dollar, weil der antike Perlenmarkt zu ca. 90% in USA stattfindet, zu ca. 7% in Japan und nur ein ganz kleiner Teil in Deutschland und anderswo gesammelt und angeboten wird.

Es gibt auf Foto-1 auch alte Perlen aus Holland und sogar welche aus Afrika selbst - jedoch keine aus Mauretanien (was ja auch eine "Kiffa" sein müsste, weil Andere aus Glas nie hergestellt wurden). Aus Angst meinen Text zu verlieren, will ich es jedoch nicht riskieren die "Zurück-Taste" zu nutzen, weshalb ich nun nicht genau sagen kann, wo sich die Holländer befinden. Es sind die uni-blauen, runden Perlen (eine links, die andere rechts). Diese wurdem in Amsterdam gefertigt und nennen sich "Russian Blue", weil sie hauptsächlich in Russland gegen Felle getauscht wurden (ähnliches trifft auch für die Perlen der Indianer in Nordamerika und Canada zu. Auch das sind entweder Perlen aus Venedig und/oder Gablonz, was zu seiner Blüte Deutsch war, respektive Böhmisch-Österreichisch und auch die wurden u.a., sogar hauptsächlich gegen Felle gehandelt und getauscht. "Lewis und Clarke" spielten u.a. auch hier eine Rolle, sowie die dortige "Hudson's Bay Company" als Groß- und Zwischenhändler).

Ganz rechts auf dem Bild, aber nur zu einem Drittel oder Viertel sichtbar, erkenne ich eine "Chevron", ebenfalls eine Glasperle aus Venedig. Vielleicht die bekannteste und bedeutenste. Die gibt es in allen möglichen Formen und Größen, wobei die meisten "eiförmig" (long bicone) sind. Die Größen reichen von wenigen Millimeters (6-7) bis zum 50-70 mm. Diese Riesen-Chevrons (überwiegend blau, jedoch mit sternförmigem Innenmuster, woher sie ihre Bezeichnung erhalten haben) waren z.B. in Kamerun bei den lokalen Königen sehr geschätzt und galten als Herrschersymbol. Preise für diese großen Stücke (seit 1450 in Venedig in einem ganz besonderen und differierenden Verfahren hergestellt) liegen bei 500 Dollar/blau, bei 1000-1500 im seltenen Grün und bei 2000+ Dollar für die mit schwarzer Aussenfarbe (wobei es schwarzes Glas nicht gibt. Das ist entweder extrem dunkles Blau, Grün oder Violett, welches nur schwarz zu sein scheint. Das gilt für jedes schwarze Glas - auch heute noch!)

Foto-2
Das ist ebenfalls ein Strang mit Glasperlen. Sogar afrikanischen. Neue Perlen aus Ghana - hergestellt von den Pulverglasmachern der Krobo in Zentral-Ghana. Diese Perlen dürftest Du erst jüngst erworben haben - keinesfalls vor 2005. Der Wert kann nicht angegeben werden. Perlen dieser Art kosten nicht viel - Pfennige!

Sie sind jedoch nicht bemalt (wie Du schreibst) - was übrigens auch auf die Perlen auf Foto-1 zutrifft, eigentlich auf 99% aller Perlen zutrifft. Aller GLAS-Perlen, wohlgemerkt! In diesem Falle wird Gebrauchsglas in Mörsern zu einem feinen Pulver zerrieben (die einzige Gemeinsamkeit mit der "Kiffa-Bead" Herstellung) und dann in Keramikformen gegeben und darin geschmolzen. "Sintern" nennt man diesen Vorgang, der zu der hier ersichtlichen rauen Oberfläche führt. Die mit organischem Brennmaterial erreichten Temperaturen sind für ein völliges, homogenes Verschmelzen nicht ausreichend! Die so in Ghana erzeugte Oberflächentextur hat jedoch ihre eigenen Reize und ist typisch für die Krobo-Industrie. Obwohl die so hergestellten Perlen (in vielerlei Formen, Farben und Grössen) wirklih extrem preisgünstig sind, sind die Krobo recht gut im Geschäft und verkaufen ihre Produkte weltweit. Nicht nur als Schmuck werden diese Perlen benutzt, auch zur Herstellung von Vorhängen, Lampenschirmen und hin und wieder in der Modeindustrie - auch als Knöpfe.

Die "goldenen" Ohrringe in der Mitte sind entweder nur ein goldfarbenes Metal (was ich vermute) und s.g. "gold-washed", eine hauchdünne und nicht teure "Vergoldung" (weiterführende Erklärungen würden hier zu weit führen). Sie sind, wenn ich das sagen darf, ohne Dich zu kränken, nur für den Besitzer von Wert, weil, wie Du richtig sagst, Ursula, damit meistens Erinnerungen verbunden sind. Für Sammler alten, authentischen und ethnologischen Schmucks sind sie nicht relevant, es sei denn als Spezimen zur Dokumentation lokalen Schmucks im 3. Jahrtausend.
Die kleinen blau-weissen Perlchen zwischen den "Krobo-Beads" werden von verschiedenen modernen Perlenindustrien hergestellt. Ich tippe hier auf China - wobei auch Jablonec und Indien in Frage kommen. Für Sammler sind die ebenfalls nicht relevant.

Lala Aicha hat mittlerweile das Zeitliche gesegnet, war also nicht beteiligt an der Herstellung einer dieser Perlen. Leider!

Übrigens: auch "Kiffas" haben kein aufgemaltes Design, auch wenn es so aussieht. Die meisten Menschen, denen diese extrem seltenen mauretanischen Perlen das erste mal gezeigt werden, vermuten es sei Keramik und, wie gesagt, die Muster seien aufgemalt worden.

Das ist nicht der Fall, so wenig wie bei den venezianischen oder allen anderen Glasperlen. Es sind verschiedene und teilweise sehr unterschiedliche Techniken, die die Designs entstehen lassen. Aber auch das würde hier viel zu weit führen. Allein über die verschiedenen Herstellungstechniken liessen sich diverse Bücher füllen. Was Handel und Bedeutung der Perlen im täglichen Leben angeht noch viel mehr.

Das Buch in meiner Planung wird alles umfassen: Geschichtlicher Hintergrund, Herstellung, Design, Handel und die Bedeutung im magischen, religösen und mythologischen Zusammenhang. Mein Buch unterscheidet sich von allen anderen vor allem dadurch, dass es nur um eine einzige Perle geht. Die unglaubliche "KIFFA BEAD" aus Mauretanien. Auch die kosten übrigens zwischen 30 und 200 Dollar/Stück. Jene in dreieckiger Form ("polychrome triangulars") die ich zu Beginn des Threads gezeigt habe, sind die aus der 200$/Stück-Liga. Perlen dieser Qualität sind seit Jahren nicht mehr zu bekommen. Jedenfalls nicht mehr in Mauretanien.

Zur Zeit läuft (noch) die weltgrößte Perlenmesse in Tucson, Arizona (mit über 400.000 Besuchern und über 3000 Ausstellern). In diesem Jahr wurden genau 1100 Kiffas angeboten (von Händlern aus Gambia, die in diesem Geschäft, die afrikanische Seite betreffend, die Hauptrolle spielen und die hauptsächlichen Importeure in die USA sind). Elf "strands" (Ketten) mit je 100 Stück. Die Preise lagen zwischen 3000 und 4000 Dollar, wobei - und das ist das Entscheidende - weniger als 10% dieser 1100 Perlen intakt waren. Bedingt durch die Herstellungstechnik (die hier aus Zeit- und Platzgründen unerwähnt bleiben musste) zerbrechen die Perlen relativ schnell. Während 2000 Jahre alte römische Stücke oder gar 3000 Jahre alte phönizische Perlen immer noch in Topqualität erhältlich sind (auch solche sammele ich übrigens) sind, brechen bei "Kiffas" gerne mal die Ecken ab oder es brechen kleinste Stücke aus dem Design etc. Das wird dann oft unfachmännisch ausgebessert. Solche Perlen sind für Sammler weniger interessant und fallen erheblich!! im Wert!

SANGURU
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Indonesian

Beitrag von Sanguru »

Bild

Auch das gibt's:

Was Ihr hier seht ist weder eine "Kiffa" noch Römisch, Phönizisch, Islamisch, Ghana, Venedig, Holländisch, Chinesisch, Indisch oder aus der Tschechischen Republik (alle genannten sind grsse "Player" in der Perlenwelt).

Es ist eine spät mittelalterliche Perle (ca. 1700-1750) aus INDOENSIAN. Auch die hatten und haben noch immer eine recht bedeutende Perlenindustrie.

Diese Perle wurde für 5500 englische Pfund jüngst bei CHRISTIE'S in London versteigert!

Als frühislamische Perle aus Syrien!

Jetzt kommt das Beste!!

Das Stück ist eine Fälschung! Eeine gut gemachte zwar, aber eine Fälschung!

Der wahre Wert dieser fast 40 mm großen Perle - und das ist verdammt gross für eine alte Glasperle - liegt bei ca. 750 Dollar! Wenn es eine indonesische wäre. Als frühislamisches Stück aus Syrien wäre sie hingegen in dieser Grösse und diesem Zustand etwa 400-500 Dollar wert. Aufgrund der relativen Seltenheit, spielt der Altersunterschied von ca. 800 Jahren hier nicht die ausschlaggebende Rolle.

CHRISTIE's (und das nicht zum ersten mal) hat also nicht nur eine falsche Provenienz angegeben (Syrien statt Indonesien) sondern auch einen völlig unverschämten Preis erzielt. Nun gut - es ist ein Auktionshaus und der bietet mit dem höchsten Angebot erhält den Zuschlag. Offenbar haben sich hier zwei "Experten" hochgepusht...! Das hat man dann davon, wenn man etwas "uuuuuunbedingt" haben will!

Zudem und das ist wirklich der Gipfel - ist das Stück eine Fälschung. Dafür, das ist bekannt (Christie's offenbar nicht), ist INDONESIAN berühmt, was antike Glasperlen angeht zumindest.

Jetzt werdet Ihr vielleicht sagen: was bildet sich denn dieser arrogante Sanguru ein? Etwas das er besser Bescheid weis als die hochbezahlten Spezialisten von Christie's...?

Nein, das bilde ich mir wirklich nicht ein! Warum sollte ich...? Ich weis nämlich verbindlich, dass ich (und mit mir einige Andere) es besser weis, als das weltbekannte Auktionshaus aus London!

Auf jeden Fall antikes Glas(perlen) betreffend!

Mein Wort 'drauf!!!
SANGURU
Kuno
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Re: Indonesian

Beitrag von Kuno »

Sanguru hat geschrieben:Diese Perle wurde für 5500 englische Pfund jüngst bei CHRISTIE'S in London versteigert!
...dann sollte man also auch nicht mehr von 'wertlosen Glasperlen' reden.
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Re: Mauretanien Perlen

Beitrag von Sanguru »

Die Fotos 1-3 sind dem schönen kleinen Einführungs-Booklet von Opper+Opper (US-amerikanisches Sammler-Ehepaar) entnommen, die das Büchlein ca. 1994 auf den Markt gebracht haben. Es gibt eine kurze Einführung (hier nicht abgedruckt) zur "Kiffa-Lage" und zeigt einige Typen, wie hier zu sehen.

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Foto-4 zeigt die klassischen "Millefiori" (tausend Blumen) aus der Zeit um die Jahrhundertwende 19./20. JH. Solche Perlen, je nach Zustand und Seltenheit, ist heutzutage für 5-50 Dollar zu erwerben. Die meisten kosten 5-10 Dollar. Preis hängt hauptsächlich von der Seltenheit ab.

Bild

Foto-5 zeigt einer der "Kiffa-Ketten" wie sie heutzutage auf dem US-Märkten angeboten werden. So ein Strang hat üblicherweise 100 Perlen, wobei der Preis um die 3 bis 4000 Dollar liegt. Wichtig zu erwähnen, das es KEINE!!! authentischen Ketten sind, die so in Mauretanien getragen wurden. "Kiffas" waren überwiegend "Hair-Ornaments", wurden also in die Haare eingeflochten, aber auch (spezielle Typen/Formen) als Armband getragen - aufgenäht auf geflochtenes Leder!

Bild

SANGURU
Zuletzt geändert von Sanguru am Fr 12. Feb 2010, 03:06, insgesamt 1-mal geändert.
Sanguru
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Re: Indonesian

Beitrag von Sanguru »

Kuno hat geschrieben:
Sanguru hat geschrieben:Diese Perle wurde für 5500 englische Pfund jüngst bei CHRISTIE'S in London versteigert!
...dann sollte man also auch nicht mehr von 'wertlosen Glasperlen' reden.
Nein, Kuno - gewiss nicht!

Zwar sind nicht alle Perlen von erheblichem finanziellen Wert, aber die meisten alten Stücke (pre 1950) haben auf jeden Fall ihren Wert. Wie Ursula schon richtig sagte: Wert ist ja auch nicht immer geldwert.

Das Vorurteil der "billigen Glasperlen" die "von den dummen Negern" gekauft wurden, hat nie gestimmt. Auch damals nicht! Auch in Europa hatten diese Perlen ihren Wert. Für eine "Millefiori" (ich glaube das vorletzte Bild in meiner schon geposteten, nächsten Post, zeigt diese Perlen, die speziell zur Hippyzeit extrem populär waren - Herstellung 1875-1920 im Falle der gezeigten Perlen) benötigt eine venezianische Herstellering ca. 30-45 Minuten. Für eine "Kiffa" wurde ein voller Arbeitstag benötigt!

SANGURU
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Re: Indonesian

Beitrag von Sanguru »

Wenn ich mit solchen Fotos zu viel (Speicher-)Platz verbrauche oder das Thema nicht interessiert, bitte Bescheid sagen!

Ich bin nicht böse, wenn ich mich beschränken soll. Nur wissen muss ich es natürlich!

SANGURU
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Re: Indonesian

Beitrag von Sanguru »

http://www.barleybeads.com/

Das sind die Perlen meines US-Freundes Mchael Barley aus Washington State, an der Grenze zu Canada im kalten Norden.

Klickt doch mal auf "beads" und seht, was moderne Perlenmacher heutzutage (in gleicher Technik übrigens wie die Venezianer in vergangenen Tagen, aber auch noch heute) heutzutage herstellen!

Ist das nicht fantastisch?

Perlenmacher dieser Art gibt es in USA - ich schätze mal....ein paar Tausend! Gemeinsam mit den Japanern sind sie die weltbesten Perlenkünstler und haben die Venezianer mittlerweile weit-weit hinter sich gelassen!

Wenn Ihr andere Perlenkünstler googeln wollte, empfehle ich Euch das Suchwort "beadmaker USA". Ihr werdet staunen!

Noch etwas:
alle Herren des Forums kennen doch sicher noch Ihr erstes Kinderspielzeug. Diese kleinen "Glasklicker" (wir nannten sie "Heuer" im Raum Köln, im Süden heissen sie eher "Märbel") die man in einem Beutel transportierte und mit denen man mit den Nachbarskindern gewisse Spiele spielte. Sagt Euch das noch etwas...? Gewiss tut es das!

Die besten handgefertigten "Märbel" kamen aus LAUSCHA, einem kleinen Ort in Thüringer Wald mit jahrhundertelater Glastradition!

Deren Märbel (ab 1850 hergestellt) kosten heute bis zu 20.000 Dollar/Stück. OK, ich rede hier von den besten und seltensten Stücken. Normale 08/15-Märbel sind "bereits" für 200, 300, 400 500 Dollar zu haben!

Witz...?

Vielleicht - die Wahrheit ist es trotzdem!

So sind sie - die Sammler!

Ich bin "EINEN" davon!
Fluch oder Segen...?

SANGURU
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Re: Indonesian

Beitrag von Sanguru »

Keine Sorge - ab sofort kehre ich zum Wüstenthema zurück!

Kleiner Exkurs!

SANGURU
schu achbar ?

Re: Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

Beitrag von schu achbar ? »

Nö, nicht langweilig.
Mach ruhig weiter.
Birgitt
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Re: Indonesian

Beitrag von Birgitt »

Sanguru hat geschrieben:Wenn ich mit solchen Fotos zu viel (Speicher-)Platz verbrauche oder das Thema nicht interessiert, bitte Bescheid sagen!
Das Thema interessiert - sehr sogar!
Und wie du siehst, habe ich den Titel des Threads schon entsprechend angepasst.

Also lieber Sanguru,
erzähl' uns bitte mehr,
auch gerne die ganze Nacht durch ;-)
du hast ein sehr dankbares und aufmerksames Auditorium.

Gruß
Birgitt
Kuno
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Re: Indonesian

Beitrag von Kuno »

Sanguru hat geschrieben:Deren Märbel (ab 1850 hergestellt) kosten heute bis zu 20.000 Dollar/Stück. OK, ich rede hier von den besten und seltensten Stücken. Normale 08/15-Märbel sind "bereits" für 200, 300, 400 500 Dollar zu haben!
Ich habe doch gewusst, dass ich recht hatte, als ich meinen kleinen Bruder damals getreten hatte, als er vor X Jahren eine meiner 'Marbeli' im Sandkasten verloren hatte. USD 20'000.- buchstaeblich in den Sand gesetzt. Und das mit fuenf Jahren. Super!
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