Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

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ursula
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Glasperlen

Beitrag von ursula »

Sanguru - Sanguru, du Perlen-Guru

Klasse, einfach Klasse, eine Freude diese Beiträge und Bilder :D

die Kette von Oualata habe ich 1993 getauscht, das falsche Amber nahm ich in Kauf, das echte hätte ich
wohl nicht bezahlen können :wink:

Wie stehst du zu den Glasperlen-Arbeiten der Bella und anderer afrikanischer Völker?

Grüsse
Ursula

PS haben die phönizischen "blaue Augen" auf hellem Grund?
Sanguru
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Re: Glasperlen

Beitrag von Sanguru »

ursula hat geschrieben:Sanguru du Perlen-Guru Wie stehst du zu den Glasperlen-Arbeiten der Bella und anderer afrikanischer Völker?
haben die phönizischen "blaue Augen" auf hellem Grund? URSULA

Hallo,
Ich will Euch gerne hin und wieder über Glasperlen informieren. Wenn Interesse besteht ist das eine gute Sache.

Vorweg schicken möchte ich heute jedoch erst einmal etwas über den Namen "Sanguru". Der hat nichts guruhaftes an sich. Im Gegenteil - ich bin nicht der Typ für Doktrinen - egal welcher coleur! Gurus sind mir grundsätzlich suspekt! "SANGURU" war hingegen ein König, eine GANA, aus dem "Ghana-Reich" des frühen Mittelalters, gelegen im Gebiet des heutigen Süd-Mauretanien. Ein "Negerreich" (der Ausdruck ist politisch korrekt, was ich anmerken möchte!) das Trans-Sahara Handel mit "Sijilmassa" (im heutigen "TAFILALET" > RISSANI) betrieb, einer reichen Oase, die heute in Trümmern liegt und von fast allen Besuchern übersehen wird. LEIDER!!!) trieb und von Handel mit Goldstaub (aus dem nahen Mali > z.B. BURE u.a. Orte, alle damals unter dem Einfuss "Ghana's). Wichtig zu wissen ist dabei, dass dieses "Ghana" nichts, absolut nichts - von Namen abgesehen - mit dem heutigen Ghana zu tun hat!

Über diese Schiene - Sijilmassa/Marokko - Audoghast/Tegdaoust im heutigen Mauretanien (vermutete Hauptstadt des "Ghana-empires" > ca. 500 - 1200 AD) sind auch unsere Perlen in die West-Sahara eingeführt.

Das waren noch nicht die Perlen aus Venedig und Gablonz, jedoch deren Vorgänger, hauptsächlich gefertigt in al-Fustat (Kairo) und der "Levante" im östlichen Mittelmeerraum. Vom heutigen Syrien im Norden (Tyre) bis in den Süden des heutigen Israel - überall gab es Glaszentren. Und die stellten auch Perlen her.

Jetzt wird es interessant!
Erinnert Euch an die Kurzgeschichte der Kiffas (wikipedia.com > "Kiffa Beads") und meine Fotos und Erklärungen dazu. Die Designs dieser "KIFFA-PERLEN" (die nur unter Sammlern so genannt werden. Ihr eigentlicher Name ist ein arabischer, den ich Euch hier und jetzt ersparen will) sind keineswegs der Fantasie ihrer Herstellerinnen entsprungen. Alle Kiffas sind "Kopien" antiker Designs. Der klassische Fall eines Design-Transfers. Ein Transfer vom frühen Mittelalter bis in die Jetzt-Zeit! Die ursprünglichen, diese mittelalterlichen Perlen waren den Mauren, den BEIDAN vorbehalten. Ihre Sklaven war der Besitz nicht erlaubt. Er war ihnen auch garnicht möglich - die Perlen waren zu teuer und galten als besonderer, sakraler Schmuck (aus den Ländern des Propheten Mohamed oder dieser Gegend) für die Oberklasse.

Die Haratin haben aus der Not eine Tugend gemacht, haben begonnen diese Perlen selbst herzustellen. Nicht mit der Technik aus den Werkstätten der Levante - die war ihnen nicht nur unbekannt, man hatte auch nicht die Mittel und Werkzeuge 1-zu-1 zu kopieren. Also erfand man eine bis dato unbekannte, eine völlig neue Herstellungstechnik - bis heute einzigartig,...weltweit! Pulverglas-Perlen. Aus Glasstaub entstanden Perlen. Meinen allerersten Artikel zum Thema nannte ich daher folgerichtig auch "From powder to magic".

Die "KIFFAS" wurden so zu ihrer eigenen Gattung! Sie wiederum zu kopieren ist bis heute Niemandem gelungen. Selbst die besten US-Beadmaker - jene, die sich mit alten und antiken Herstellungstechniken befassen - beissen sich daran bis heute die Zähne aus (ich bin einer davon. Nicht einer der besten Perlenmacher - aber ein "Zähneausbeisser"!).

Im nächsten Beitrag stelle ich einmal gegenüber:

- 1000-1200 Jahre alte Prototypen aus Ägypten/Syrien etc.
- alte, klassiche "Kiffas"
- neue, seit ca. 1992 gefertige "Kiffas" (auch aus Kiffa)
- moderne Interpretationen (in andere Technik) von Perlenmachern aus
USA und hauptsächlich Indonesien (erinnert Ihr Euch? Die Fälscher aus
Indonesien....? Siehe Post von gestern in diesem Thread!

Bin gespannt, was Ihr dazu sagen werdet!

Mich interessiert das ganze Thema, weil es auf einzigartige Weise

- Kunst
- Kunstgeschichte
- Afrika/Sahara
- Reisen
- Archäologie
- Geschichte
- Ethnologie

miteinander verbindet.

Diese Perlen zu recherchieren (daher meine jetzige Reise nach Mauretanien. Um Interviews mit den letzten Perlenmacherinnen zu führen - fast alles betagte Damen über 80 Jahren), sie zu sammeln, zu organisieren und darüber zu schreiben um sie für die Nachwelt auch in Buchform zu erhalten ist mehr als "nur" ein Hobby.

Später mehr,
SANGURU

und verschiedene
Sanguru
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Re: Glasperlen

Beitrag von Sanguru »

ursula hat geschrieben:Wie stehst du zu den Glasperlen-Arbeiten der Bella und anderer afrikanischer Völker? Haben die phönizischen "blaue Augen" auf hellem Grund? Ursula
Ich stehe grundsätzlich JEDER Kunst positiv gegenüber. Von Beuys bis Warhol; Kranach bis Bosch und von Grafitti bis Ursula's Wüstenfotos, u.v.a.

Das "Hobby Glasperlen" (wenn ich einmal so nennen soll) teilt sich in drei größere Grupen ein oder auf, als da wären:

- Perlenherstellung (verschiedene Methoden, aber immer "heiss")
- Perlenforschung ("Bead research" nennt sich das in Englisch weniger
hochtrabend)
- Perlenarbeiten (Beadwork)

Ich rechne mich zu den Gruppen eins und zwei - nicht jedoch zur dritten Gruppe zugehörig. Das ist ein völlig eigenes Feld. Früher waren das die Oma's, die in einem Holzrahmen kleine Perlchen ("Seed-Beads") auf Stoff gestickt haben, um so ein Muster oder Bild zu erzielen.

Was die heutigen Damen machen (ebenfalls überwiegend in USA) ist einfach uuuuuunglaublich! Unglaublich schön und vielfältig! Gerade zu diesem Thema gibt es sicherlich 500-1000 Bücher, die die verschiedenen Techniken erklären. Übertrieben? Guckt nach auf amazon.COM, Suchwort "BEADWORK", wobei längst nicht alle Veröffentlichungen über amazon erhältlich sind, da die meisten im Selbstverlag, jedoch mit hohen und höchsten Auflagen, erschienen sind!

Ich habe gerade heute ein Armband in "See-Anemonen" Technik bestellt bei der einzigen Dame, die diese Technik erfunden hat und auch darüber veröffentlicht (Diane Fitzgerald). Kostet mich 300-400 Dollar und das auch nur weil wir persönlich bekannt sind. Solche Stücke sind Einzelstücke und die Preisunterschiede erklären sich durch die "Grösse" (man müsste hier wirklich "Kleine" sagen dürfen) der Perlen, sowie die Menge der verwandten Farben (Hunderte und Aberhunderte). Ein solches Armband kann auch schnell einmal 1000 $ kosten und ist damit per Gramm teurer als Gold im gleichen Gewicht!

Perlen sind in Amerika ein Multi-Multi-Multi-Millionen Dollar-Business. Tausende von aktiven "Beadmaker" (Perlenmacher - und das heisst immer "heiss" - also flüssiges Glas) in USA geben 2-Tageskurse, um wieder neue Generationen von "Perlenmachern" heran zu ziehen. Solche Kurse kosten zwischen 300 und 500 Dollar für 2 Wochenendtage. Bei den üblichen 8-10 Schülern kommen da pro Woche schnell 4000 Dollar zusammen und der Verkauf der eigenen Perlen ist dabei nicht einmal eingerechnet. Rechnet mal den Monatsverdienst aus! Gleiches gilt für Perlenmessen. An jedem einzelnen Wochenende finden bestimmt 5-10 solcher Messen statt. Eher mehr! Teilweise in kleinen Orten - teilweise in den Tophotels der Grossstädte kommen schnell 100-150 Aussteller und 3-5000 Besucher an ebenfalls zwei Wochenendtagen zusammen. Ich bin auf etlichen dieser Märkte gewesen. Als Verkäufer und auch als Kunde!
Dazu kommen Magazine (Ornament Magazine, Beads & Button, BEADS u.v.a.), tausende Online-Händler und Bead-Conventions, wo die neuesten Erkenntnisse der Perlenforschung verbreitet werden.

Die gestern besprochenen "Märbel" sind hingegen wieder ein völlig eigenes Geschäft - gewissermaßen familiär verbunden, aber eine völlig einige Szene mit nur weniger Überschneidungen der Sammler - das Thema, beide Themen sind einfach dafür zu umfangreich!

An dieser Stelle möchte ich Kuno's Frage beantworten, der den Verlust einer 25.000 Dollar Märbel beklagte! Kuno - es gibt Autos für 250 Euro, 15.000 Euro und auch 250.000 Euro (und mehr). So ist es auch bei Perlen und "Märblen". Es sind durchaus alte Märbel für 100-250 Euro erhältlich, ebenso oft findet man jedoch auch Stücke der Preisklasse oberhalb 1.000 $ und sogar oberhalb 10.000+$. Ich werde Euch demnächst ein paar Beispiele mit Preisen zeigen (wenn gewünscht).

Zurück zu Dir, Ursula und Deiner Frage, ob ich Perlschmuck der BELLA mag. Natürlich! Ich mag diese üblicherweise auf Leder genähten Perlchen sehr und sammele sie auch, wenn sie authentisch, alt und gut erhalten sind. Leider ist das heute selten. Aber selbst die neuen Sachen sehen einfach Klasse aus. Besser als glänzendes Gold aus Italien und anderswo - finde ich!

Erwähnen muss ich aber auch, dass ich von diesem "BEADWORK" wenig verstehe. Das ist eine eigene Szene - überwiegend von Frauen beherrscht.

Diese Damen interessieren sich in der Regel nicht für die Perlen an sich - nicht für deren Geschichte und Herstellung (die bei diesen kleinen "Seedbeads" immer wieder die gleiche ist - eine antike, aber heute noch benutze Technik. Lange Stangen werden "gezogen" (10-20 Meter lang), die dann auf die gewünschte Länge gekürzt werden (mit einer Art Messer - also "kalt"). Um die dabei entstandenen scharfen Kanten auszugleichen, werden die Perlen neu erhitzt - dabei verschmelzen diese Kanten wieder. Und wie kommt das Loch in die Perle? Wird ds gebohrt, wie Du, Ursula an einer Stelle Deiner Post mal hast anklingen lassen? Nein - natürlich nicht! Wer sollte diese Arbeit machen? Das geschieht auf anderem Weg...!

Auch die ZULU in Süd-Afrika machen FAAAANTASTISCHE Perlarbeiten (aber auch etliche andere Kulturen in Afrika - auch diese kleinen Perlchen waren natürlich Teil des Transsahara-Handels, der ab ca. 1450 auf Schiffe verlagert wurde (Portugiesen zuerst). Meine Ahnung davon ist jedoch nur rudimentär - die Gründe habe ich genannt. Hier geht es um Fingerfertigkeit - nicht um Geschichte (nichts gegen Ersteres!!).

Phönizische Perlen sind in verschiedenen Farben denkbar. Meist sind es s.g. "Augenperlen" (eine einfarbige Perle mit andersfarbigen Glastupfern wäre z.B. auch eine Augenperle > zur Abwehr des "bösen Blicks" im Übrigen), aber die bekannteste Perle der Phönizier war ein "Face-Pendant", ein Anhänger ganz aus Glass in der Form eines Gesichtes. Auch ein solches Beispiel werde ich Euch mal zeigen. Die klassische phönizische Augenperle, Ursula, ist so selten und teuer, dass es unwahrscheinlich ist, dass Du eine besitzt oder auch nur gesehen hast (es sei denn in der Literatur). Ich habe im meiner "Karriere" vielleicht 2-3 in Händen gehalten. Auch hier werde ich mal eine posten. Die Kombination "weiss auf blau", wie von Dir beschrieben, gehört jedoch nicht zum üblichen Design dieser Gattung. Anders herum schon eher - viele sind jedoch gelb oder türkis und haben einige "Augen" (3-5) in blau-weis-blau-weis-blau. Mal sehen - vielleicht kann ich ein Foto/s auftreiben. Ich besitze keine eigenen. Mit über 1000-1500 EURO/Stück zu teuer für mich!
"Face-pendants" (30-40 mm) werden eigentlich nur im Auktionshandel angeboten (selten) und kosten dann bis zu 75.000 Euro in gutem Zustand!
Foto kommt!

Jetzt Karneval...?
Nee, für mich nicht!
Ich bin nur jeck auf Perlen (übrigens auch alte mauretanische Silberperlen, alte Koralle, alter Bernstein, alter Amazonite und auch Steinperlen aus dem Neolithikim/jüngere Steinzeit der Sahara. Auch das sind unglaubliche Arbeiten, berücksichtigt man die primitiven Werkzeuge. Dabei sind solche Perlen (oft 50-75 mm groß und größer, wenn Anhänger)relativ günstig zu haben mit 5,10,20 Euro/Stück - was ich nie verstanden habe. Wenn Ihr nun an Fälschungen denkt..., nein, KEINE! Fälschungen. Es liegt eher an der Masse der gefundenen Stücke!

Gerade Ihr Saharafahrer müsst doch auch selbst mal - viel mehr als z.B. ich - auf solche Stücke, aber auch Werkzeug gestossen sein! Scheint ja "überall" 'rumzuliegen, wie mir immer wieder erzählt wird! Oder...?

HELAU und ALAAF
SANGURU
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Re: Glasperlen

Beitrag von Sanguru »

ursula hat geschrieben: haben die phönizischen "blaue Augen" auf hellem Grund?
Ich vermute, das ist was Du siehst, wenn Du in Deinen Spiegel schaust, liebe Ursula! Oder...?

Sanguru
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Glasperlen

Beitrag von Sanguru »

Noch was zum Abschluss:

Jetzt könnt Ihr Euch vielleicht besser vorstellen, wie mir Perlen-Weich-Ei mittlerweile immer mehr der "Ar*ch auf Grundeis" geht. Wenn ich an die Entführungen denke, von denen ich nun überall lesen muss!

Nun habe ich mir auch noch "DARK SAHARA" vom Herrn Professor zugelegt - dummerweise! Diese Lektüre beruhigt keineswegs. Im Gegenteil!

Wie habe ich getönt....! Das ich fahre und dass man sich nicht in die Hosen machen müsse, etc.!

Nach zweiwöchigem Studium von Horrormeldungen bin ich nun weich gekocht, ist ein gewisser Sinneswandel unübersehbar!

Ich fahre, klar - das steht fest, dennoch..., eine Dampfschifffahrt auf der Mosel wäre mir nun lieber!

Eine Wahl habe ich nicht - mit sterben die Interviewpartner weg (im ernst!), ausserdem habe ich Zusagen gegeben und bin Verpflichtungen eingegangen!

Da sehr Ihr mal, das ich bereit bin für Perlen sogar meinen Kopf zu riskieren - im wahrsten Sinne des Wortes!

Vielleicht können lokale "Banditos" zu meiner Sicherheit beitragen. Ich habe da ein paar Connections - ob das hilft? Ein BURKA-Träger von 187cm würde wahrscheinlich auffallen, vom Kölner Akzent abgesehen!

nachdenklich,
SANGURU
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Re: Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

Beitrag von Sanguru »

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Dies hier sind ein paar Beispiele antiker "Märbel" aus LAUSCHA (Thüringen). Die Stadt war und ist immer noch weltbekannt, ja weltführend was Glasaugen für Mensch und Tier angeht.

Diese Märbel wurden 1848 entwickelt (aus der Glasaugentechnik). Die Produktion war "Heimarbeit" und eng mit der Erfindung der s.g. "Märbelschere" verbunden, mit der man vom Ausgangsmaterial - eine ca. 2 Meter lange Glasstange im selben Design und Durchmesser wie die letztlich daraus resultierende "Märbel". Mit dieser "Schere" wurde aus der zylindrigen Stange eine runde Form und gleichzeitig konnte diese "Märbel" damit von der Stange abgetrennt werden. Natürlich musste zuvor die Spitze dieser Stange erheblich erwärmt werden.

Solche Märbel wurden in alle Welt exportiert, darunter Russland, Indien, China, die USA und...., natürlich, AFRIKA!

Die hier gezeigten "Märbel" - auf recht kleinen und nicht grandiosen Fotos - sind alle aus der Preisklasse 200-300 Dollar. Es soll jedoch nicht übersehen werden, dass es auch günstigere gibt, auch unter 10 $!
Alles eine Frage der Seltenheit, Grösse, Alter und Zustand.

Natürlich sind nicht alle "Märbel" 150 Jahre alt - dieses Datum stellt lediglich deren Gründungsdatum dar. Der Glasmacher Greiner erhielt darauf ein Patent des Potentaten in München, was Jahre später aufgrund rechtlicher Spitzfindigkeiten unterlaufen wurde. Dann widmete sich ganz Lauscha der Herstellung von Märbeln. Auch heute noch...!

Lauscha-Märbel erreichen auf Auktionen die höchsten Preise, aber auch andere Produzenten - später auch maschinell hergestellte (dt. Erfindung, die nach USA "entführt" wurde) - vornehmlich in USA, mischten mit im neuen grossen Geschäft.

In Afrika sah ich einmal einen Einheimischen eine traumhaft schöne "Märbel-Bead" (denn, ja, es gibt sie auch mit Loch - was sie zur Perle macht) zertrümmern. Auf meine Frage, was er damit erreichen wolle sagte er mir, er wolle einmal sehen, welche "bunten Welten" sich im Inneren befinden. Es glaubte, "buntes Wasser" mache das Design aus.
Er guckte recht enttäuscht auf seine Bruchstücke und hörte sich die wahre Geschichte der Herstellung an. Er wirkte ziemlich verdutzt (Lomé, Togo, 1994).

Später bessere Fotos,
SANGURU
Sanguru
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verschiedene antike Perlen aus Mauretanien

Beitrag von Sanguru »

Helaf und Alau!
Um 5 Uhr ist es zu früh (oder zu spät) für weiterführende Worte!
Jetzt nur soviel. Alle gezeigten Perlen (ein winzig-winzig kleiner Ausschnitt aus der gesamten Perlen-Palette Mauretaniens) sind alt oder antik, alle sind aus Mauretanien, bis auf eine, die auf dem letzten Foto. Ja, das ist ein und dieselbe Perle. Sagte ich doch, dass Perlen "magisch" sind - dieses Stück liefert den fotografischen Beweis (nee - nicht ge-photoshopped!).

Auflösung und Anderes später,
allerdings ist "gleich" Samstag,
das heisst "BUNDESLIGA" von 3-7,
zuvor ins Bett - mit "DARK SAHARA"
und "Herrn Lustig" - das ist der schönste Kater,

des Hauses
SANGURU


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Kuno
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Re: Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

Beitrag von Kuno »

:shock:

Dankeschoen. Sehr interessant. Bitte weiter.
Werner Lenz
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Registriert: Mo 17. Apr 2006, 20:57

Re: Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

Beitrag von Werner Lenz »

Da schließe ich mich der Beurteilung und Empfehlung von Kuno voll an.

Deine Beiträge finde ich hoch interessant!

Werner
Sanguru
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BEADWORLD

Beitrag von Sanguru »

Hallo Kuno und Werner,
sehr nett - vielen Dank für Euer Lob. Freut mich, dass Euch die Perlen gefallen und deren Geschichte interessiert! Ich muss Euch jedoch warnen. Perlensammeln ist ansteckend und hat hohes Suchtpotential und sei es nur ihrer schönen Form und Farbe wegen. Ich wünschte ich könnte Euch mal ein paar Top-Stücke (aus antiker, alter und auch neuer Fertigung) persönlich zeigen. Was die Amis und vor allem die Japaner auf weniger Quadratzentimetern an Schönheit unterbringen ist wirklich atemberaubend. Wie haben Euch denn die (neuen) Perlen von Michael Barley gefallen (s. Link in früherer Post)?

Allerdings fühlt es sich ein bisschen so an, als wolle ich ich hier in den Vordergrund drängen. Als wolle ich Euch belehren und Speicherplatz für wichtigere Dinge wegnehmen. Bitte missversteht das nicht als "fishing for..." - es geht mir nicht darum, dass Ihr nun sagt: "Nein-nein - mach weiter!" Ich bin normalerweise niemand, der gerne im Licht steht! Die Länge meiner Posts und die Menge der Fotos gibt hier ein falschens Bild.

Anderseits teile ich gerne und freue mich, dass ich Euch ein paar Infos geben kann. Nach einer Erfahrung sind gerade die Europäer nicht sehr aufgeklärt, was Perlen angeht. Wie Kuno sagte: "es sind also keine billige Perlen...!" Sehr oft höre ich von Leuten (nachdem ich ihnen ein paar schöne Stücke gezeigt habe): "Aaach soooooo - das ist NUR Glas!" Nur...! Smiling! Ich verstehe diese Haltung. So ist das eben, wenn man keine Informationen hat. Ging mir ja auch nicht anders, bevor mich der Bazillus erreichte und nicht mehr los lies. Zudem ist die meiste Literatur um Thema in Englisch. Sollte Ihr Euch einmal weiterführend schlau machen wollen, empfehle ich Louis Dubin's "History of Beads" aus der Mitte der 90-er Jahre. Das ist mittlerweile übersetzt und als Paperback recht günstig zu haben. Euren Kindern, jedenfalls die der Altergruppe 10-18, könnt Ihr damit eine (lehrreiche) Freude machen, bin ich sicher. Auf jedenfalls dann, wenn sie sich auch für Geschichte interessieren. Damit will ich nicht gesagt haben, dass es ein Kinderbuch ist. Im Gegenteil! Es ist hingegen immer noch das Standardwerk zum Thema! Mit erstklassigen Fotos eines japanischen Spitzenfotografen!

Ich werde hieran anschliessend die gezeigten Fotos erklären, denn ohne Informationen ist die Geschichte nicht komplett.

SANGURU
Alexander
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Re: BEADWORLD

Beitrag von Alexander »

Sanguru hat geschrieben:Als wolle ich Euch belehren und Speicherplatz für wichtigere Dinge wegnehmen.
Hallo Sanguru,
mache dir über den Speicherplatz keine Sorgen. Davon ist genug vorhanden :D

Ich würde mich auch über mehr Informationen zu deinen Perlen freuen. Besonders der geschichtliche Hindergrund interessiert mich.

Vielen Dank

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

Beitrag von Kuno »

Keine Angst, Sanguru; der Perlen-Bazillus wird mich schon nicht kriegen...

Das Thema ist fuer mich voellig neu - und mal was wirklich anderes hier im Forum :!:
Werner Lenz
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Re: Infos Mauretanien - Haratin, Kiffa und die Perlen

Beitrag von Werner Lenz »

Hallo Sanguru,

für mich ist das Thema "Perlen", so wie Du es darstellst, ganz neu.
Die Perlen Deines Links sind wirklich ganz was Besonderes!!!
Die eine erinnert mich an ein Seepferdchen.

Der kulturelle und historische Zusammenhang war mir so nicht klar.

Danke
Werner
Sanguru
Beiträge: 106
Registriert: Sa 7. Nov 2009, 01:24

zu den Fotos

Beitrag von Sanguru »

Hallo,
in Kürze folgende Erklärungen zu den gezeigten Fotos:

Bild 1:
Ein "strand" ("Kette", darf man das übersetzen) antiker, meist neolithischer Amazonit-Perlen (aus der Gruppe des s.g. "Feldspat", Moosgrad: 6.5-7.0 - Nachfragen bei mir lohnen kaum - habe keine fundierten Kenntnisse zu "semiprecious stones").

Amazonit kommt auch aus Südmaerika, sieht neu anders aus - heller, weniger schön! Dieser hier kommt aus Minen des Tschad und ist im gesamten Sahararaum hoch geschätzt. Die Topperle dieses "strands seht Ihr auf der rechten Seit - in Höhe von ca. 3 Uhr. Die zylinder-förmige, oberhalb der eiförmigen ("bicone" genannt), die in dem schönen Grün, was GENAU der gewünschten Farbe entspricht! Als Faustregel gilt: je schöner Farbe und Form, je teurer. Diese Perlen werden in der Sahara (aber auch in USA) per Gramm verkauft, wobei der Grammpreis auf der gerade zuende gegangenen Messe in Arizona, bei 8-10 Dollar lag. So teuer wie Gold - kann man fast sagen! Allerdings kosten die kleineren Perlen und nicht so erwünschte Farben "nur" 2-4 Dollar/gr. Jedoch sind die Perlen, ist Amazonit insgesamt, recht schwer! Diese schöne Perle (rechts) würde demnach geschätzte 70-100 Dollar kosten! Alle haben große Bohrlöcher an den Enden, was sich durch die neolithischen Bohrmethoden erklärt. Es wurde beidseitig gebohrt, bis sich die Bohrlöcher in der Mitte trafen. Solche Bohrlöcher sind ein fast sicherer Hinweis auf die antike Herkunft der Perlen. Vor Fälschungen muss man hier jedoch keine Bange haben - das ist aufgrund des Farbunterschieds zwischen neu und alt unmöglich - auch das Bohrloch wäre bei einer neuen Perle von geringem Durchmesser. Fälschungen sind eigentlich unbekannt (hier)! In der Gesamtheit würde ich die Qualität dieser Kette jedoch als nur mittelmäßig beschreiben. Kostenpunkt: 5 Dollar/Gr. was sich auf einen Gesamtpreis von etwa 1000 Dollar hochrechnen würde!
Keine Bange vor solchen Investitionen. Die Preise für authentischen Schmuck aus der Sahara steigen weiter - wie seit Jahren. Herr Göttler, ausgewiesener Kenner der Szene und ein Altmeister-vom-Fach - wenn ich das respektvoll sagen darf - wird das sicher bestätigen!


Bild 2:
Zwei "Kiffas". Ein Set von drei Stück (blau und rot aussen und einer polychromen Perle mittig, werden sie im Haar, auf Höher der Schläfe getragen/hängend). Meine Anmerkungen zur Grösse, ist für den internen Gebrauch, kann Euch jedoch die max. und min. Grösse dieser Stücke verdeutlichen, wobei die kleine Grösse extrem selten ist. Preis der oberen Perle dürfte bei ca. 40-50 Dollar liegen im gezeigten Zustand. Das Alter ist schwer zu schätzen, sollte jedoch bei 50+ Jahren liegen. Seit ca. 1975 werden ja keine mehr gefertigt. Der grossen Dürre dieser Jahre ist das geschuldet!


Bild 3:
Ein recht schöner Strang antiker Karneol-Perlen aus Indien (Cambay). Karneole sind Achate (wie die weissen Steinchen in Eurem Garten). Die rötliche Färbung wird durch längeres Kochen in heissem Öl. Ein chemischer Vorgang der mit dem Eisengehalt im Stein zusammenhängt. Der Preis für diese Kette dürfte bei annehmbaren 200-300 Dollar liegen. Wäre die Kette neu - würde der Preis auf unter 10 Euro fallen. Neue Karneole sehen jedoch anders aus - sichtbar neuer!



Bild 4:
Das ist eine fantastische Sache. Es handelt sich hier um Muscheln (aus dem pazifischen Raum eingeführt vor 100+ Jahren). Die wurden im Raume Boutilimit auf eine gewisse Weise verziert, wie hier sichtbar.
Die hier gezeigten 3-4 Ketten (a 150 Stück) kosten in dieser Qualität ca. 200-250 Dollar/Kette - allerdings werden größere, schönere und ältere Stücke ebenfalls per Gramm verkauft, was zu Preisen von 15-30+ Dollar/Stück führen kann. Auch diese Muscheln sind "Hair-Ornaments" (der dt. Professor Krings hat darüber ein tolles Büchlein veröffentlich/Dumont) und werden in die Haare eingeflochten. Die Designs verteilen sich auf 7 Grundtypen, die ihrerseits alle bestimmten Spezifikationen folgen. Es sind auch hier KEINE Fantasiemuster!! Ich bin leidenschaftlicher Sammler auch dieser Stücke - die hier gezeigten "Strands" sind lediglich Handelsware, gehören nicht zu meiner Sammlung! In Zukunft zeige ich einmal bessere Bilder - in der Masse verwirrt das ziemlich!


BILD 5:
Eine klassische alte Silberperle. Die "Nuppen" (Ursula) sind ebenfalls "Augen" und dienen der Abwehr der "jinns" und dem "bösen Blick", einem weit verbreiteten Mythos der Muslime (und anderer Völker). Links und rechts davon sehr Ihr alte Koralle. Jedoch: Vorsicht! Die ist zwar echt (klar gibt es Fälschungen, reichlich sogar - auch welche aus Glas), allerdings nicht die saharaübliche Koralle. Ein cleverer Händler (oft Gambia) hat sich hier aus den Märkten 10.000 km östlich bedient. Im Himalaya. Das ist nicht erstaunlich, wenn man weis das A: die Sahara fast ausverkauft ist und B: diese Händler auf den US-Märkten Zugang zu Koralle aller Herrn Länder haben. Übrigens ist auch MEKKA ein beliebter Handelsplatz, auf dem während des Hadj reichlich gehandelt wird. So kommt Himalaya-Koralle in die Sahara - erstaunlich, ...oder doch nicht?



BILD 6:
ein vergrößerter Ausschnit einer "KIFFA-Kette", die zwei sehr schöne Exemplare zeigt (und zwei Halbe). Wenn ich Euch nun erklären würde - aus Zeitgründen ein andermal, sorry! - wie gerade diese Perlen hergestellt wurden, würdet Ihr mich vielleicht einen Geschichtenerzähler schimpfen. Geübte Hände benötigen 1-2 Tage für die Perle im Zentrum.
Mit 08/15 Metallnadeln (solchen mit denen man einen Knopf annäht - wie heissen die? Die kleinen, dünnen, vielleicht 4,5,6 cm langen...?) wird zuvor pulverisiertes Glas aufgenommen und auf den Kern der Perle (der ist weis, auch aus Glas und hat die gleiche Form wie die fertige Perle) aufgebracht. Also jedesmal nur ein tausendstel Gramm oder weniger. Fragt Euch selbst, wie viel feiner Pulver auf die angefeuchtete Spitze einer solchen Nadel passen. Man setzt also mit jedem Arbeitsgang nur einen winzigen Punkt auf den Rohling. Dann noch einen Punkt, noch einen und tausende weitere. Am Ende ergibt dass das Design, dass Ihr hier seht. Ist die Perle fertigt, wird sie auf einen Dorn gesteckt und dieser kommt in das Bohrloch einer Tonscherbe. Sind einige fertige aber noch nicht gebrannte Perlen fertig - werden sie mit einer leeren Sardinenbüchse bedeckt (als Often) und das Ganze wird mit Holzkohle bedeckt und 30-45 Minuten gebrannt. Fertig ist die Kiffa! Hört sich einfach an...? Haaaa - ist es nicht, glaubt mir. Ist es nicht! Im Gegenteil. Bisher war Niemand in der Lage, trotz bekannter Technik - eine Kopie herzustellen. Schaut Euch doch in dieem Zusammenhang mal mein erstes gepostetes Foto an. Ihr sehr eindeutig den Unterschied zwischen den alten, den authentischen, die "richtigen" Kiffas und jenen, die ab ca. 1993 von perlenfremden Frauen (aber auch in Kiffa) nur zum (verständlichen) Zwecke des Geldverdienens gemacht wurden und immer noch werden! Wie Tag und Nacht!!!


BILD 7:
Das eindeutig interessanteste Bild dieser kleinen Serie! Was sehen wir hier? Sieben Perlen. Alles Kiffas...? Sieht so aus, stimmt aber nicht!
Teilen wir die Sieben mal in zwei Gruppen.

- rechts liegen drei
- links liegen vier
- in der Mitte liegt eine kleine - mit sichtbarem Perlloch


Die drei auf der linken Seite sind "Kiffas"
Die kleine in der Mitte ebenfalls

Die vier auf der linken Seite sind...? Was meint Ihr? Genau! Das sind die ursprünglichen Perlen, die Prototypen für die Kiffas. Diese vier wurden ab 800 AD aus dem Norden im transsaharischen Handel in die Wüste eingeführt. Diese vier (links) sind aus den Werkstätten al-Fustat's (Kairo), wie die Ausgrabungen (Pinder-Wilson, Mitte der 1980-er Jahre) beweisen.
Diese Perlen waren bekanntlich den Beidan vorbehalten. Haratin haben sie kopieren müssen. Die Gründe dafür sind meinem Buch vorbehalten, wie Ihr sicher gut verstehen werdet!


BILD 8:
Ebenfalls extrem interessant. Auch diese Perlen sind aus Fustat (ca. 800-1200 AD), die Technik (wie übrigens auch bei den vier Perlen des letzten Bildes, sind völlig anders als bei "Kiffas". Unvergleichbar anders!

Ich habe doch gestern erklärt, wie lange Stangen von Glas "gezogen" werden und dann in kleine Perlchengrössen zerhakt werden. Dabei entstehen scharfe Kanten, wie sich jeder denken kann. Diese Perlen wurden dann auf eine s.g. "HOTPLATE" gelegt, eine erhitzte Metallplatte, wodurch die Ecken und Kanten neu verschmolzen. ERinnert Ihr Euch...?
Schaut einmal auf die grosse (in Wirklichkeit 2-3 mm kleine) Perle im Znetrum des Bildes. Seht Ihr wie auf der rechten Seite eine zweite Perle (auf dem Kopf stehend) angeschmolzen ist durch genau diesen Vorgang der Wiedererhitzens? Das passierte häufig, weil tausende Perlen wiedererhitzt wurden. Da konnte man nicht immer darauf achten, dass alle von einander getrennt lagen!
Jetzt schaut einmal auf die Perle darüber. Sehr Ihr an deren linken Seite diesen "abgehakten" Kragen? Das kommt vom beschriebenen Trennungsprozess des zerteilens der meterlangen Stange, dem Ausgangsmaterial für diese "Seedbeads" (u.a. für Perlenarbeiten oder als Zwischenperlen). Solche Perlen gibt es auch in blau (häufiger), gelb und rot (selten). Eine Kette in tragbarer Länge würde ca. 150-200 Dollar kosten, wenn die Perlchen gleichmässig sind, was dann unglaublich stark und "ethnologisch" aussieht!

Lasst mich an dieser Stelle einmal sagen, dass ich Sammler, kein Händler bin. Einige haben mich in privaten Mails nach Preisen und Verkäuflichkeit gefragt.


BILD 9:
Klassische Goldperlen aus Mauretanien (stark vergrössert). Es handelt sich hier nicht um hochkarätiges Gold, sondern "nur" um eine Goldauflage (gold-washed). Lediglich die rechte Perle ist aus 20-karätigem Gold. Preise? Verhandlungssache. Zu selten werden sie angeboten. Etwa 250 Dollar (rechte Perle)!


BILD 10:
Hier seht Ihr eienen Teil des Herstellungsprozesses, jedenfalls den Teil des Brennens auf den beschriebenen Tonscherben. Dazu vielleicht später mehr (nach meiner erhofften Rückkehr).


BILD 11:
Wen's interessiert, soll sich einmal unter dem Suchwort "AGGREY" oder "AKORI" oder AKKORI" oder "AGGREY BEADS" schlau machen. Das ist die vielleicht mysteriöseste Perle weltweit - definitv aus Afrika. Denn sie wurde vor Jahrhunderten (16/17. JH) in Westafrika hergestellt, Nichts genaues weiss man nicht!

Ihr seht zwei Perlen!

Oder doch nur eine? Genau, es ist ein und die selbe Perle, die hier fotografiert wurde. Die obere, die blaue Version sieht so im Tageslicht aus! Stellt man eine Lichtquelle dahinter (Gegenlicht) ändert sich die Perle in dieses fantastich transparente Grün. Warum das so ist...?
Keiner weiss es genau und es wurden verdammt viele Untersuchungen angestellt, es heraus zu finden. Eine extrem geheimnisvolle Perle, die von den Portugiesen im s.g. Dreieckshandel innerafrikanisch gehandelt wurden. Die Perle, so überhaupt zu finden, wird auch heute noch in Gold aufgewogen. Im wahrsten Sinne des Wortes!

Schaut mal rein in der Wunderwelt von Google. Ihr werdet Euch vielleicht wundern über die vielen Einträge und Meinungen. Vielleicht stosst Ihr dann auch auf einen Artikel von mir zu dieser mysteriösen Perle.


ALAAAAAAAAAAAF...!

Kamelleeeeeee!!!!

urgh! 8)
SANGURU
Sanguru
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Registriert: Sa 7. Nov 2009, 01:24

Silver and Gold

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