Für das moderne Entführungsgewerbe hat der Name Mauretanien mittlerweile einen guten Klang! Zwar laufen die Geschäfte im Wüstenland hinter Marokko nicht ganz so profitabel wie das Business der Brüder im östlichen Somalia, dafür ist es aber auch einfacher in Westafrika eine europäische Reisegruppe zu verstecken, als am Horn geraubte Containerschiffe den Augen der Öffentlichkeit zu entziehen. Von der Landkarte sicherer Reiseziele sind beide Länder längst getilgt. Wurde der Name der Islamischen Republik erst jüngst entfernt, so steht die Bezeichnung Somalia bereits seit Jahren für regierungsfreie Zone mit biblischen Gewand von kampferprobten Klanfürsten.
Glück gehabt - Somalia blieb mir erspart! "Kiffa" - Stadt der Perlen dieses Namens - liegt im Süden Mauretaniens. Das relative Risiko einer Reise ins neue Aktionsgebiet Al-Kaida's war kalkulierbar.
Was kann ich berichten von meiner Reise...? Was habe ich erlebt? Ist alles gut, ruhig und sicher verlaufen? Gab es ein Geheimtreffen mit dem Geist von "El Para"? Wurde ich von aufgebrachten Tuareg belästigt? Musste Bakschisch gezahlt werden für sicheres Geleit?
Ab Goulimime sah die Landstrasse nur noch wenige der immer weissen, immer aufdringlich und protzig-gross wirkenden "Camper Van Beethoven's". Gefahren wird im Konvoi, grundsätzlich und ausnahmslos - Individualität und Unabhängigkeit ist nicht die Sache deutscher Reise-Opas. Gesteuert wurden die plüschigen Wohnzimmer auf Rädern von grimmig-verkniffen dreinblickenden "Dschibani" (ironische Bezeichnung der Marokkaner für meist deutsche Frührentner mit "Camper"), die Gattin mit Abstand auf dem Beifahrersitz - Gebäck und Getränke reichend.
Das Motto immer gleich: "Augen zu - Bleifuss - durch! Vor der Rettung kein mitgeführtes Aldi-Bier. Durchatmen und relaxen im Senegal - in Sicherheit...!
Sanguru
- Teil 2 -
MAURETANIEN, Frühjahr 2010: 'tranquil' wie Allgäu
Moderator: Moderatoren
...wie Allgäu!
-2-
Das Mauri-Visum für 380 DH (ca. 34 E) gabs in Rabat wie immer - problemlos. Morgens Antrag und Kohle, am Nachmittag des gleichen Tages die Einreiseerlaubnis für 30 Tage.
Bus-1 bis Agadir - Bus-2 bis Dahkla. Für 70 E/Pers. von dort per Taxi (Mercedes, 3 Passagiere) über Nouadhibou direkt nach Nouakchott. "Nouvelle Auberge", unsere mittlerweile 'runtergekommene Herberge in der Hauptstadt, hat seit Wochen nur wenig Gäste gesehen. Noch weniger als in den ersten Krisenjahren 2008+2009. Zum Ausgleich hat man die Preise erhöht - 12.000 OU das Doppelzimmer, 2000 OU auf der Matratze im offenen Großzelt. Luxus geht anders!
Die Weiterreise nach Kiffa per gemietetem Kat-Kat war die erste Fehlentscheidung. Zu teuer mit fast 160 E (inkl. Sprit und Rückfahrt), auch wenn sich ein schwuler Chinese mit 50 Euro an diesen Kosten beteiligte. Der überraschend modern aussehende Bus für 30 Euro wäre wahrscheinlich sinnvoller gewesen.
Tintane, Ayoun, Koumbi Saleh, Audagost waren weitere Ziele - mit täglicher Rückkehr zum "Basislager" Kiffa. 30 Tage später Rückkehr nach Agadir - s.o.! Ein paar Tage relaxen in Marrakech und für unter 100 Euro zurück nach Weeze, das sich nun Düsseldorf nennt.
Sicherheit?
Es gab in diesem Jahr nervend viele Polizeikontrollen (ca. 20 zwischen NKC und Kiffa) und mehr als einmal mussten wir persönlich antreten, Rucksäche öffnen und erklären welche Absicht und in die Wüste geführt hat. Nötige Routine - trotzdem nervend!
Einmal, in Tamchekett, rieten uns die freundlichen Cops unbedingt von der Weiterreise ins 50 km entfernte Audaghost ab, ansonsten stand das Wort "al-Kaida" auf dem Index. Al-waaaas...? Kennen wir nicht. No problem, Sir, Mauritania tranquil.
Reisende haben wir abseits der "Senegal-Route" keine gesehen - Null!! Vielleicht fünf "Schibani-Vans" sahen wir ab Nouakchott Richtung Rosso fahren. Es waren unübersehbar weniger "westliche" Reisende unterwegs, keine Frage!
Ohne den neuesten Zwischenfall in Nouakchott hätte ich hier und heute wahrscheinlich eine positive Reiseempfehlung für Mauretanien gegeben.
Al-Kaida ist nur dann, wenn's zu spät ist...!
SANGURU
Das Mauri-Visum für 380 DH (ca. 34 E) gabs in Rabat wie immer - problemlos. Morgens Antrag und Kohle, am Nachmittag des gleichen Tages die Einreiseerlaubnis für 30 Tage.
Bus-1 bis Agadir - Bus-2 bis Dahkla. Für 70 E/Pers. von dort per Taxi (Mercedes, 3 Passagiere) über Nouadhibou direkt nach Nouakchott. "Nouvelle Auberge", unsere mittlerweile 'runtergekommene Herberge in der Hauptstadt, hat seit Wochen nur wenig Gäste gesehen. Noch weniger als in den ersten Krisenjahren 2008+2009. Zum Ausgleich hat man die Preise erhöht - 12.000 OU das Doppelzimmer, 2000 OU auf der Matratze im offenen Großzelt. Luxus geht anders!
Die Weiterreise nach Kiffa per gemietetem Kat-Kat war die erste Fehlentscheidung. Zu teuer mit fast 160 E (inkl. Sprit und Rückfahrt), auch wenn sich ein schwuler Chinese mit 50 Euro an diesen Kosten beteiligte. Der überraschend modern aussehende Bus für 30 Euro wäre wahrscheinlich sinnvoller gewesen.
Tintane, Ayoun, Koumbi Saleh, Audagost waren weitere Ziele - mit täglicher Rückkehr zum "Basislager" Kiffa. 30 Tage später Rückkehr nach Agadir - s.o.! Ein paar Tage relaxen in Marrakech und für unter 100 Euro zurück nach Weeze, das sich nun Düsseldorf nennt.
Sicherheit?
Es gab in diesem Jahr nervend viele Polizeikontrollen (ca. 20 zwischen NKC und Kiffa) und mehr als einmal mussten wir persönlich antreten, Rucksäche öffnen und erklären welche Absicht und in die Wüste geführt hat. Nötige Routine - trotzdem nervend!
Einmal, in Tamchekett, rieten uns die freundlichen Cops unbedingt von der Weiterreise ins 50 km entfernte Audaghost ab, ansonsten stand das Wort "al-Kaida" auf dem Index. Al-waaaas...? Kennen wir nicht. No problem, Sir, Mauritania tranquil.
Reisende haben wir abseits der "Senegal-Route" keine gesehen - Null!! Vielleicht fünf "Schibani-Vans" sahen wir ab Nouakchott Richtung Rosso fahren. Es waren unübersehbar weniger "westliche" Reisende unterwegs, keine Frage!
Ohne den neuesten Zwischenfall in Nouakchott hätte ich hier und heute wahrscheinlich eine positive Reiseempfehlung für Mauretanien gegeben.
Al-Kaida ist nur dann, wenn's zu spät ist...!
SANGURU


