Hallo Steffen,
Es geht hier nicht um die Unterstützung von Einrichtungen oder um die sinnvolle Unterstützung von Bedürftigen.
Es geht um die Tatsache, daß die Kinder beim Betteln von den Touris mehr Kohle machen als deren Eltern durch Arbeit. Diese schlechte Entwicklung hat ganz massive Auswirkungen auf die kulturelle Entwicklung.
Ich halte es einfach für falsch, einem Polizisten an einer Kontrollstelle auf Komando ein Geschenk zu geben ohne, daß es dafür eine Rechtfertigung gibt. Die machen ihren Job und beuten Ihre Landsleute so und so schon aus. Da kommen dann die "reichen" Touris gerade recht.
Die Tatsache, daß es in Marokko die Regierung massiv gegen diese Entwicklung vorgeht, ist nur ein Beispiel.
Es ist einfach falsch hier von Geiz zu reden, denn was würdest Du tun wenn hier in Europa an jeder Ecke einer an Dein Geld will.
Ich fahr trotzdem im Spätjahr wieder nach Mauretanien und hoffe aber, daß die Situation nicht noch schlechter wird. Das wäre dann für mich ein Grund mir andere Ziele zu suchen.
Liebe Grüße aus der Kurpfalz
Horst
Reisebericht Westsahara/Mauretanien/Senegal
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Horst der Wuestenindianer
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Thema verfehlt
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Manfred Franz
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Re: Reisebericht Westsahara/Mauretanien/Senegal
Ich war ja öfters nicht einer Meinung mit Horst :?
aber hier bin ich 1000%ig einverstanden
aber hier bin ich 1000%ig einverstanden
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uschi desert
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Re: Reisebericht Westsahara/Mauretanien/Senegal
@steffen
du sprichst mir auch aus der seele.
wenn wir irgendwo im niemandsland unterwegs sind, und uns kinder am strassenrand "anbetteln" mit dünnen schmutzigen ärmchen, ohne schuhe und zerrissenen kleidchen, hohlwangig und unterernährt, dann kann man wohl nicht von "versauen" reden (im gegensatz zum betteln in städten). wie oft in der woche kommen auf einsamen pisten schon reiche touris...?
und dass mit den geizigen offroadern: da hatten wir auch schon so unsere erfahrungen: von mir bekommt keiner, der zu faul oder geizig ist, sich selber sandbleche oder werkzeug mitzunehmen (..zitat: es kommt ja eh immer ein landyfahrer vorbei-die sind immer ausgerüstet) auch nur einen zentimeter sandblech ohne dafür zu zahlen. oder der mit seinem hund in die sahara fährt und nicht genug wasser mithat und dann die anderen darum anbettelt - naja da kann sich dann jeder so seine gedanken machen. und ich spreche da nicht von unvorhersehbaren problemen (alles kann man bei gott nicht mithaben).
also, verweigert euch bei zollbeamten und reichen touris aber bleibt human bei armen einheimischen. es tut uns nicht weh ein kleines kisterl mit "geschenken" mitzunehmen um ein bisschen freude zu machen.
lg
uschi
du sprichst mir auch aus der seele.
wenn wir irgendwo im niemandsland unterwegs sind, und uns kinder am strassenrand "anbetteln" mit dünnen schmutzigen ärmchen, ohne schuhe und zerrissenen kleidchen, hohlwangig und unterernährt, dann kann man wohl nicht von "versauen" reden (im gegensatz zum betteln in städten). wie oft in der woche kommen auf einsamen pisten schon reiche touris...?
und dass mit den geizigen offroadern: da hatten wir auch schon so unsere erfahrungen: von mir bekommt keiner, der zu faul oder geizig ist, sich selber sandbleche oder werkzeug mitzunehmen (..zitat: es kommt ja eh immer ein landyfahrer vorbei-die sind immer ausgerüstet) auch nur einen zentimeter sandblech ohne dafür zu zahlen. oder der mit seinem hund in die sahara fährt und nicht genug wasser mithat und dann die anderen darum anbettelt - naja da kann sich dann jeder so seine gedanken machen. und ich spreche da nicht von unvorhersehbaren problemen (alles kann man bei gott nicht mithaben).
also, verweigert euch bei zollbeamten und reichen touris aber bleibt human bei armen einheimischen. es tut uns nicht weh ein kleines kisterl mit "geschenken" mitzunehmen um ein bisschen freude zu machen.
lg
uschi
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Jürgen Kempe
- Beiträge: 632
- Registriert: Di 18. Jul 2006, 17:26
- Wohnort: S-H
Re: Reisebericht Westsahara/Mauretanien/Senegal
Ach ja, was kann man mit Geschenken alles anrichten!
1944 (ich war 6), ein Tempo 3-Rad-Lieferkasten. Mann steigt aus und sagt zu mir (im Scherz kann das ja nur gewesen sein):"Pass gut auf mein Auto auf." Nach Stunden ist er zurück und fragt mich: "Wieviel seid ihr zu Hause?" "Drei: Mutter, Schwester und ich." (Vater im Vorjahr gefallen.) Der Mann reicht mir 3 Camenbert-Käse!! (Vorher nie gesehen.) Ich bin zu meiner Mutter gelaufen, die bei Kerzenschein in der Waschküche stand. Sie war vor Freude so sprachlos wie ich vorher. Das folgende Abendessen war für mich das erste (und für lange Zeit das letzte) grosse Fest. Nein, ich hab' nie gebettelt, mich aber auch später sehr gefreut, wenn ein amerikanischer Soldat mir eine Scheibe Weissbrot mit Butter schenkte. (Wir konnten nur beschränkte Mengen Maisbrot kaufen, vielleicht gelegentlich Steckrüben-Marmelade. Butter nicht.)
Nein, ich bin nicht übermässig sentimental. Aber immer bestrebt zu versuchen, dieses Glücksgefühl, das ich damals verspürte, möglichst vielen Mitmenschen zu vermitteln, meist mit nur kleinen Geschenken aus der grossen Kiste. Und wo gibt es öfter Gelegenheit, solche Freude zu verbreiten als in Afrika (und vielfach in Ost-Europa)?
Auf dem Ohr, in das mir geflüstert wird, mein Tun sei schädlich, bin ich ganz taub und möchte es auch bleiben.
Trotzdem einen schönen 1. Mai wünscht Jürgen Kempe
1944 (ich war 6), ein Tempo 3-Rad-Lieferkasten. Mann steigt aus und sagt zu mir (im Scherz kann das ja nur gewesen sein):"Pass gut auf mein Auto auf." Nach Stunden ist er zurück und fragt mich: "Wieviel seid ihr zu Hause?" "Drei: Mutter, Schwester und ich." (Vater im Vorjahr gefallen.) Der Mann reicht mir 3 Camenbert-Käse!! (Vorher nie gesehen.) Ich bin zu meiner Mutter gelaufen, die bei Kerzenschein in der Waschküche stand. Sie war vor Freude so sprachlos wie ich vorher. Das folgende Abendessen war für mich das erste (und für lange Zeit das letzte) grosse Fest. Nein, ich hab' nie gebettelt, mich aber auch später sehr gefreut, wenn ein amerikanischer Soldat mir eine Scheibe Weissbrot mit Butter schenkte. (Wir konnten nur beschränkte Mengen Maisbrot kaufen, vielleicht gelegentlich Steckrüben-Marmelade. Butter nicht.)
Nein, ich bin nicht übermässig sentimental. Aber immer bestrebt zu versuchen, dieses Glücksgefühl, das ich damals verspürte, möglichst vielen Mitmenschen zu vermitteln, meist mit nur kleinen Geschenken aus der grossen Kiste. Und wo gibt es öfter Gelegenheit, solche Freude zu verbreiten als in Afrika (und vielfach in Ost-Europa)?
Auf dem Ohr, in das mir geflüstert wird, mein Tun sei schädlich, bin ich ganz taub und möchte es auch bleiben.
Trotzdem einen schönen 1. Mai wünscht Jürgen Kempe
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Horst der Wuestenindianer
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- Registriert: Sa 15. Okt 2005, 08:30
- Wohnort: Wiesloch Baden
Geschenke
Hallo Jürgen,
das ist das was ich meine, wenn jemand etwas für mich tut (Auto bewachen, beim Reifenwechsel helfen oder sonst eine Dienstleistung. Dann ist ein Gegenwert notwendig und wenn der Helfer keinen Lohn möchte ist es ein Geschenk.
Aber nur am Rande einer oft befahrenen Strecke zu stehen und um Geschenke bitten, ist für mich kein Grund etwas aus dem Fenster zu reichen.
Wir haben dies auch in Europa, vor dem "lidl" sitzt ein Mensch und hält die Hand auf, nach einer Weile kommt einer im Auto vorbei und holt die Kohle ab..........
Wo ist die richtige Verhaltensweise? Ich hab immer ein schlechtes Gewissen aber ich zwinge mich zu der eingangs beschriebenen Verhaltensweise.
LG Horst
das ist das was ich meine, wenn jemand etwas für mich tut (Auto bewachen, beim Reifenwechsel helfen oder sonst eine Dienstleistung. Dann ist ein Gegenwert notwendig und wenn der Helfer keinen Lohn möchte ist es ein Geschenk.
Aber nur am Rande einer oft befahrenen Strecke zu stehen und um Geschenke bitten, ist für mich kein Grund etwas aus dem Fenster zu reichen.
Wir haben dies auch in Europa, vor dem "lidl" sitzt ein Mensch und hält die Hand auf, nach einer Weile kommt einer im Auto vorbei und holt die Kohle ab..........
Wo ist die richtige Verhaltensweise? Ich hab immer ein schlechtes Gewissen aber ich zwinge mich zu der eingangs beschriebenen Verhaltensweise.
LG Horst
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Alex "Wüsten"
- Beiträge: 3
- Registriert: Sa 24. Nov 2007, 06:31
- Wohnort: Wien
Re: Reisebericht Westsahara/Mauretanien/Senegal
Hallo, ein interessantes Thema, wie ich finde. Eben gerade weil es keine Rezeptlösung dafür gibt.
Für Reisende mag das Betteln eine unangenehme Drangsal sein, aber der Wohlstand einiger beruht nunmal auf der Armut vieler. Warum beschränkt sich das Betteln überwiegend auf Regionen, in denen wir an und für sich wie die KönigInnen von Frankreich leben können? Haben wir durch institutionelle Bevormundungen und Sozialeinrichtungen tatsächlich schon die Bedeutung von Almosen vergessen? Nun empfinde ich das Betteln auch als Belästigung. Ebenso wie Raub und Korruption.
Warum also die Mühen einer Reise in gewisse Regionen auf sich nehmen? Wegen der wilden Natur, den exotischen Gebräuchen, oder des Abenteuers? Das erscheint mir doch recht banal.
Geht es denn nicht im wesentlichen um die aufrichtige Anteilnahme am Leben der Menschen?
Alex
Für Reisende mag das Betteln eine unangenehme Drangsal sein, aber der Wohlstand einiger beruht nunmal auf der Armut vieler. Warum beschränkt sich das Betteln überwiegend auf Regionen, in denen wir an und für sich wie die KönigInnen von Frankreich leben können? Haben wir durch institutionelle Bevormundungen und Sozialeinrichtungen tatsächlich schon die Bedeutung von Almosen vergessen? Nun empfinde ich das Betteln auch als Belästigung. Ebenso wie Raub und Korruption.
Warum also die Mühen einer Reise in gewisse Regionen auf sich nehmen? Wegen der wilden Natur, den exotischen Gebräuchen, oder des Abenteuers? Das erscheint mir doch recht banal.
Geht es denn nicht im wesentlichen um die aufrichtige Anteilnahme am Leben der Menschen?
Alex
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Jürgen Kempe
- Beiträge: 632
- Registriert: Di 18. Jul 2006, 17:26
- Wohnort: S-H
Re: Reisebericht Westsahara/Mauretanien/Senegal
Hallo Alex,
ich freu' mich über Deinen differenzierenden Beitrag.
Gruss Jürgen Kempe
ich freu' mich über Deinen differenzierenden Beitrag.
Gruss Jürgen Kempe




