Hallo WüstenschifferInnen,
nachdem ich viele ziemlich veraltete Infos zur Süd-Nord-Route im Web gefunden habe, hoffe ich hier auf aktuelle zum Thema Logistik und Administratives im Sudan (viele Infos betreffen auch die umgekehrte Route, von Norden kommend):
- Wie ist das aktuelle Prozedere an der Grenze, von Äthiopien kommend? Immer noch so schnell wie in alten Threads beschrieben?
- Das AA schreibt in seinen Reisehinweisen für Äthiopien, dass die Grenzen zwischen Freitag, 18 Uhr und Montag, 6 Uhr, geschlossen seien. Stimmt das???
- Gibts an der Grenze in Gallabat das Travel Permit für ganz Sudan? Muss man sich weiter ein zweites Mal in Khartum registrieren?
- Gibts an der Grenze auch das Foto-Permit? Braucht man das überhaupt noch?
- Ich habe einen Blog von Südafrikanern gefunden, die sich (2012!) in Dongola auch noch mal lokal bei der Polizei registrieren mussten. Ist das überall so?
- Wie ist es mit dem Permit für archäologische Stätten? Muss man das - z.B. Karima - tatsächlich vorab in Khartum besorgen? Meroe geht anscheinend vor Ort?
- Und zum - vorläufigen - Schluss noch eine touristische Frage: Die Strecke von Abu Dhom nach Dongola scheint landschaftlich sehr schön zu sein, im Zweifel schöner als die Strecke nördlich von Dongola. Lohnt sich also - von Karima kommend - der Umweg gegenüber der neuen direkten Straße von Karima nach Dongola quer durch die Wüste? Oder "reicht" es, sich von Dongola aus auf dem Weg nach Norden etwas Zeit zu nehmen?
Vielen Dank für jede Info!
Herzliche Grüße
Achim
Sudan - Logistik / Administratives
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- Achim Vogt
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- Beiträge: 2856
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- Wohnort: Kampala / Uganda
Re: Sudan - Logistik / Administratives
Hallo Achim
Hast Du jemals Antworten auf Deine Fragen erhalten oder bei Deiner Reise selbst herausgefunden? Das mit den Permits wäre ebenfalls bei Einreise in Suakin interessant für mich.
Viele Grüße
ulla
Hast Du jemals Antworten auf Deine Fragen erhalten oder bei Deiner Reise selbst herausgefunden? Das mit den Permits wäre ebenfalls bei Einreise in Suakin interessant für mich.
Viele Grüße
ulla
- Achim Vogt
- Moderator
- Beiträge: 2856
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- Wohnort: Kampala / Uganda
Re: Sudan - Logistik / Administratives
Liebe Ulla,
Antworten auf meine Fragen habe ich vor allem unterwegs gefunden. Meine Reise fand allerdings am Ende von Nord nach Süd statt, dennoch sind die meisten Infos wohl generell interessant:
1.) Die äthiopischen Grenzen. nicht nur die zum Sudan, sollen - berichteten Reisende - am Wochenende nicht geschlossen sein (wäre gut, wenn das nochmal jemand bestätigen könnte). Wenn das wirklich so ist, sollte das AA diesen Hinweis auch entfernen.
2.) In Wadi Halfa gab es das Reisepermit für den gesamten Sudan. Auf ein Formular müssen Reisende - in diesem Fall noch auf der Fähre - die gewünschten Reiseziele eintragen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass irgendein Reiseziel Stirnrunzeln erzeugt hätte. Insofern macht es Sinn, so viele Ziele wie möglich einzutragen. Ob mensch am Ende dorthin fährt, interessiert dann niemand mehr. Auch unterwegs wurde ich nie an Checkpoints angehalten und entsprechend nie nach dem Permit gefragt.
Noch eine Anmerkung: Von Suakin / Port Sudan gibt es eine "Rennstrecke" über Atbara nach Khartum. Diese ist mehrere hundert Kilometer kürzer als die Strecke über Kassala und Wad Medani. Dennoch lohnt sich der Umweg sehr. Zum einen ist Kassala sehr spannend, gerade durch die vielen eritreischen Händler und die Berge der Umgebung, zum anderen ist die Route über Atbara auch die aller Lkw, die aus Port Sudan kommen. Ich bin lediglich das Stück von Atbara nach Khartum gefahren, aber das war schon sehr anstrengend. Auf der Strecke von Port Sudan nach Kassala sind allerdings lange Teilstücke wegen tiefer Schlaglöcher auch sehr mühselig - langsam fahren!
3.) Eine weitere Registrierung in Khartum ist nicht nötig. In Wadi Halfa wurde der entsprechende Sticker in den Pass geklebt. Das ist ausreichend. Wie das Prozedere in Suakin ist, weiß ich nicht, weil ich dort nur - problemlos - ausgereist bin. In älteren Blogs ist die Rede davon, dass die Registrierung (und das Reisepermit?) in Port Sudan erfolgt. Aber auch das ist kein ernsthaftes Problem: Erstens ist Port Sudan eine durchaus nette Stadt und einen Besuch wert, zweitens dauert die Fahrt zwischen beiden Städten kaum mehr als eine Dreiviertelstunde.
4.) Von einem einheimischen Fixer in Wadi Halfa (Mazar Mahir) wurde mir abgeraten, Geld für ein Foto-Permit auszugeben, weil dieses an den touristischen Sehenswürdigkeiten - vor allem in Meroe - ohnehin gekauft werden müsse. Hier bin ich unsicher, denn an den Sehenswürdigkeiten wurde ich immer wieder gefragt, ob ich schon ein Permit habe. Ob die Tickets dann preiswerter geworden wären, weiß ich allerdings nicht. Außerdem meinte Mazar, das Permit sei nur jeweils für eine Region gültig und müsse entsprechend, von Wadi Halfa kommend, beispielsweise in Karima oder Meroe ohnehin neu besorgt werden. Da die Eintrittspreise - vor allem im Vergleich zu Petra ... - nicht sonderlich hoch waren, bin ich am Ende ohne Permit unterwegs gewesen. Grundsätzlich gilt im Sudan, dass die Menschen das Fotografieren nicht mögen. Entsprechend ist ohnehin große Zurückhaltung angesagt, in den Städten wie üblich besonders auch bei öffentlichen Gebäuden (Corniche in Khartum!) und natürlich bei allem Militärischen / Polizeilichen.
5.) An allen Sehenswürdigkeiten reicht es, am Eingang ein Ticket zu kaufen (in Soleb ist es ein alter Mann in einem nahen Hotel). Weitere Permits sind nicht notwendig.
6.) Touristisch fand ich die Strecke von Dongola nach Karima über Abu Dhom sehr attraktiv - auf beiden Seiten des Nils. Wer keine Zeit hat, kann von Dongola aus eine Wüstenautobahn nach Khartum benutzen. Für die "Abkürzung" von Dongola quer durch die Wüste nach Karima gibt es eigentlich keine Notwendigkeit.
Viele Grüße
Achim
Antworten auf meine Fragen habe ich vor allem unterwegs gefunden. Meine Reise fand allerdings am Ende von Nord nach Süd statt, dennoch sind die meisten Infos wohl generell interessant:
1.) Die äthiopischen Grenzen. nicht nur die zum Sudan, sollen - berichteten Reisende - am Wochenende nicht geschlossen sein (wäre gut, wenn das nochmal jemand bestätigen könnte). Wenn das wirklich so ist, sollte das AA diesen Hinweis auch entfernen.
2.) In Wadi Halfa gab es das Reisepermit für den gesamten Sudan. Auf ein Formular müssen Reisende - in diesem Fall noch auf der Fähre - die gewünschten Reiseziele eintragen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass irgendein Reiseziel Stirnrunzeln erzeugt hätte. Insofern macht es Sinn, so viele Ziele wie möglich einzutragen. Ob mensch am Ende dorthin fährt, interessiert dann niemand mehr. Auch unterwegs wurde ich nie an Checkpoints angehalten und entsprechend nie nach dem Permit gefragt.
Noch eine Anmerkung: Von Suakin / Port Sudan gibt es eine "Rennstrecke" über Atbara nach Khartum. Diese ist mehrere hundert Kilometer kürzer als die Strecke über Kassala und Wad Medani. Dennoch lohnt sich der Umweg sehr. Zum einen ist Kassala sehr spannend, gerade durch die vielen eritreischen Händler und die Berge der Umgebung, zum anderen ist die Route über Atbara auch die aller Lkw, die aus Port Sudan kommen. Ich bin lediglich das Stück von Atbara nach Khartum gefahren, aber das war schon sehr anstrengend. Auf der Strecke von Port Sudan nach Kassala sind allerdings lange Teilstücke wegen tiefer Schlaglöcher auch sehr mühselig - langsam fahren!
3.) Eine weitere Registrierung in Khartum ist nicht nötig. In Wadi Halfa wurde der entsprechende Sticker in den Pass geklebt. Das ist ausreichend. Wie das Prozedere in Suakin ist, weiß ich nicht, weil ich dort nur - problemlos - ausgereist bin. In älteren Blogs ist die Rede davon, dass die Registrierung (und das Reisepermit?) in Port Sudan erfolgt. Aber auch das ist kein ernsthaftes Problem: Erstens ist Port Sudan eine durchaus nette Stadt und einen Besuch wert, zweitens dauert die Fahrt zwischen beiden Städten kaum mehr als eine Dreiviertelstunde.
4.) Von einem einheimischen Fixer in Wadi Halfa (Mazar Mahir) wurde mir abgeraten, Geld für ein Foto-Permit auszugeben, weil dieses an den touristischen Sehenswürdigkeiten - vor allem in Meroe - ohnehin gekauft werden müsse. Hier bin ich unsicher, denn an den Sehenswürdigkeiten wurde ich immer wieder gefragt, ob ich schon ein Permit habe. Ob die Tickets dann preiswerter geworden wären, weiß ich allerdings nicht. Außerdem meinte Mazar, das Permit sei nur jeweils für eine Region gültig und müsse entsprechend, von Wadi Halfa kommend, beispielsweise in Karima oder Meroe ohnehin neu besorgt werden. Da die Eintrittspreise - vor allem im Vergleich zu Petra ... - nicht sonderlich hoch waren, bin ich am Ende ohne Permit unterwegs gewesen. Grundsätzlich gilt im Sudan, dass die Menschen das Fotografieren nicht mögen. Entsprechend ist ohnehin große Zurückhaltung angesagt, in den Städten wie üblich besonders auch bei öffentlichen Gebäuden (Corniche in Khartum!) und natürlich bei allem Militärischen / Polizeilichen.
5.) An allen Sehenswürdigkeiten reicht es, am Eingang ein Ticket zu kaufen (in Soleb ist es ein alter Mann in einem nahen Hotel). Weitere Permits sind nicht notwendig.
6.) Touristisch fand ich die Strecke von Dongola nach Karima über Abu Dhom sehr attraktiv - auf beiden Seiten des Nils. Wer keine Zeit hat, kann von Dongola aus eine Wüstenautobahn nach Khartum benutzen. Für die "Abkürzung" von Dongola quer durch die Wüste nach Karima gibt es eigentlich keine Notwendigkeit.
Viele Grüße
Achim
Re: Sudan - Logistik / Administratives
Hallo Achim
Ganz herzlichen Dank für Deine ausführlichen uns hilfreichen Antworten. Da sind gute Tipps dabei, die uns bestimmt helfen werden.
Und noch eine neue Frage: Stimmt es, dass man im gesamten Sudan mit Kreditkarten nichts anfangen kann und auch keinerlei Geld aus Automaten ziehen kann?
Viele Grüße
ulla
Ganz herzlichen Dank für Deine ausführlichen uns hilfreichen Antworten. Da sind gute Tipps dabei, die uns bestimmt helfen werden.
Und noch eine neue Frage: Stimmt es, dass man im gesamten Sudan mit Kreditkarten nichts anfangen kann und auch keinerlei Geld aus Automaten ziehen kann?
Viele Grüße
ulla
Re: Sudan - Logistik / Administratives
Hallo
Wir sind nun auf dem Rückweg nach Europa und kurz vor der Einreise in den Sudan von Äthiopien aus. Da stellen sich einige der von Achim zu Beginn dieses Threads aufgeworfenen Fragen neu.
Wie sieht es mit einem Road permit aus, wenn man bei Gallabad in den Sudan einreist? Bekommt man es dort auch an der Grenze? (Übrigens haben wir in Suakin vor einen Jahr keines erhalten und auch auf der ganzen Route bis Gallabad keines gebraucht.)
Wo ist jemand schon einmal im Nordsudan nach diesem road permit gefragt worden??? Wir werden unter Anderem zwischen Djebel Barkal und Dongola entlang des Nils auf beiden Seiten und dann bis Wadi Halfa unterwegs sein.
Wie sieht es mit der Registrierung aus, wenn man bei Gallabad einreist? Gibt es die an der Grenze oder wo muss man sie holen?
Hat jemand sonst noch Tipps für uns?
Gruß
ulla
Wir sind nun auf dem Rückweg nach Europa und kurz vor der Einreise in den Sudan von Äthiopien aus. Da stellen sich einige der von Achim zu Beginn dieses Threads aufgeworfenen Fragen neu.
Wie sieht es mit einem Road permit aus, wenn man bei Gallabad in den Sudan einreist? Bekommt man es dort auch an der Grenze? (Übrigens haben wir in Suakin vor einen Jahr keines erhalten und auch auf der ganzen Route bis Gallabad keines gebraucht.)
Wo ist jemand schon einmal im Nordsudan nach diesem road permit gefragt worden??? Wir werden unter Anderem zwischen Djebel Barkal und Dongola entlang des Nils auf beiden Seiten und dann bis Wadi Halfa unterwegs sein.
Wie sieht es mit der Registrierung aus, wenn man bei Gallabad einreist? Gibt es die an der Grenze oder wo muss man sie holen?
Hat jemand sonst noch Tipps für uns?
Gruß
ulla




