Auswärtiges AmtAuswärtiges Amt hat geschrieben:Chile:
Stand 12.01.2018
Letzte Änderungen:
- Landesspezifische Sicherheitshinweise (redaktionelle Änderungen)
- Allgemeine Reiseinformationen (Kommunikation/Mobiltelefone)
- Medizinische Hinweise (Hantavirus)
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Kriminalität
In der Umgebung von Temuco (VIII. und IX. Region) kommt es regelmäßig zu Angriffen auf Fahrzeuge, wobei Gewalttäter gelegentlich auch Fernstraßen sperren. Die Polizei rät, nachts (20 bis 8 Uhr) keine Fernstraßen in der IX. Region und Umgebung zu befahren. Besucher sollten aufmerksam sein und sich bei Übergriffen defensiv verhalten. Der Besuch ärmerer Wohnviertel, ohne ortskundige Begleitung, sollte vermieden werden.
In ganz Chile - insbesondere in der Innenstadt, dem Stadtteil Bellavista und im Parque Metropolitano von Santiago, in den historischen Innenstädten und an den Uferpromenaden von Valparaíso und Viña del Mar sowie den Touristenzentren Calama und San Pedro de Atacama - kommt es regelmäßig zu Rucksack- und Taschendiebstahl bei Reisenden, häufig unter Gewaltanwendung. Die Täter verwenden manchmal sog. K.O.-Tropfen bzw. Nervengifte, die die Opfer für mehrere Stunden handlungsunfähig machen. Eine weitere Variante ist der sogenannte Vogelkot-Trick. Touristen wird dabei eine nach Vogelkot riechende breiige Flüssigkeit übergeschüttet. Umgehend leisten Umstehende „Hilfe“ beim Reinigen. Währenddessen nutzen deren Komplizen die Ablenkung der Betroffenen blitzschnell zum Diebstahl. Bitte versuchen Sie daher Abstand zu halten und, sofern möglich, sofort den Ort des Geschehens zu verlassen.
Einbrüche in Mietwagen sind keine Seltenheit mehr. Zunehmend kommt es auch zu Überfällen auf wartende PKWs an Kreuzungen und Ampeln. Die Täter schlagen die Autoscheibe ein, um z. B. Taschen vom Beifahrersitz zu entwenden. Taschen und Wertgegenstände sollten möglichst an einem von außen nicht sichtbaren Ort verstaut werden. Darüber hinaus werden parkenden Mietwagen die Reifen zerstochen. Während Umstehende „Hilfe“ leisten wollen und die Betroffenen in ein Gespräch verwickeln, nutzen deren Komplizen die Lage für einen Diebstahl aus. Bringen Sie in solchen Situationen Ihre Wertsachen in Sicherheit und verlassen Sie umgehend den Ort des Geschehens. Wegen der Panne sollten Sie die Mietwagenfirma unterrichten, die Ihnen ggfls. einen Abschleppdienst empfehlen kann.
In Busbahnhöfen, an öffentlichen Plätzen, am Strand, in Restaurants, Cafés und Supermärkten sowie bei Metrofahrten sollte das Gepäck bzw. die persönliche Habe nicht aus den Augen gelassen und möglichst immer in unmittelbarer Nähe behalten werden.
Insgesamt ist große Vorsicht geboten. Insbesondere Reisepässe, Führerscheine, Flugtickets und Geld/ Kreditkarten sollte im Hotel eingeschlossen oder sicher am Körper getragen werden.
Naturkatastrophen
Chile liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone, in der immer mit unvorhersehbar einsetzender tektonischer und vulkanischer Aktivität gerechnet werden muss.
Aktivitäten zeigten zuletzt Vulkane im Nationalpark Conguillío in der Región de la Araucania, in der Región de los Lagos, der Región de los Riós, der Región de Antofagasta, der Región de Aysén und der Región de Bío-Bío.
Schwerere Erdbeben haben des Öfteren Todesopfer und Verletzte gefordert.
Kleinere Beben sind an der Tagesordnung. Tsunami-Warnungen mit weitreichenden Evakuierungen von Küsten weg können dabei erforderlich werden.
Etwaigen Anordnungen der lokalen Behörden ist stets Folge zu leisten. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bieten das Merkblatt des Geoforschungszentrums Potsdam.
In Chile gibt es extreme Wetterbedingungen unterschiedlicher Art und hohe Temperaturschwankungen auch innerhalb eines Tages.
Insbesondere in den Sommermonaten kann es vielerorts zu zum Teil verheerenden, weitflächigen Waldbränden und in Folge dessen zu Beeinträchtigungen im Verkehr, der Stromversorgung und der Kommunikation kommen. Heftige Regenfälle führen dann auf ausgetrocknetem Boden zu reißenden Flüssen, Überschwemmungen und Erdrutschen.
Die chilenische Katastrophenschutzbehörde ONEMI veröffentlicht ständig aktualisierte Informationen.
Gefährdung durch Landminen
Grenzgebiete zu den Nachbarstaaten Peru, Bolivien und Argentinien, verschiedene kleinere Inseln in der XII. Region sowie in der V. Region (Sector San Antonio – Tejas Verdes) sind selbst in der Nähe von Touristenorten und in Naturschutzgebieten zum Teil noch vermint. Auf öffentlichen Straßen und Wegen wurden die Landminen geräumt; Minenfelder abseits sind in der Regel markiert, Warnschilder sollten unbedingt beachtet werden. Die Kennzeichnung der Minenfelder ist allerdings nicht flächendeckend sichergestellt bzw. in unwegsamem Gelände nicht vorhanden. Insbesondere in abgelegenen Gegenden sollten Reisende sich in diesen Gebieten nur auf befestigten Straßen und Wegen oder mit ortskundigen Führern bewegen.
Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert
Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.
Allgemeine Reiseinformationen
Kommunikation/Mobiltelefone
Seit September 2017 ist es gesetzlich nicht mehr möglich, aus dem Ausland ein- oder mitgeführte Mobiltelefone mit der SIM-Karte eines örtlichen chilenischen Mobilfunknetzbetreibers zu nutzen. Hierfür ist eine vorherige Registrierung der Telefongeräte bei den zuständigen chilenischen Stellen notwendig. Eine andere Möglichkeit, Pre-paid SIM-Karten (tarjetas prepago) chilenischer Mobilfunktanbieter zu nutzen, besteht derzeit nicht mehr, die Registrierung ist in jedem Fall erforderlich. Datenroaming über SIM-Karten aus der EU funktioniert weiterhin ohne Registrierung, verbunden mit den entsprechenden höheren Tarifgebühren. Alternativ müssten deutsche Besucher, die sich nur vorübergehend in Chile aufhalten, vor Ort ein neues Mobiltelefon beschaffen oder sind mehr oder weniger auf die Kommunikation z.B. per WLAN angewiesen. Weiterführende Hinweise erteilt die Subsecretaría de Telecomunicaciones in spanischer Sprache.
Medizinische Hinweise
Hantavirus
Diese insgesamt seltene Erkrankung kann landesweit in der Regel in ländlichen Gebieten nach durchschnittlich 2-4 Wochen nach Aufnahme von mit Hantaviren kontaminierten Sekreten infizierter Nagetiere über die Atemwege bzw. den Magen-Darm-Kanal zu grippeähnlichen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen führen.
In seltenen Fällen können tödliche Komplikationen durch Befall der Nieren oder des Herz-Lungensystems entstehen (hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom, HFRS oder kardio-pulmonales Syndrom, HPS bzw. HCPS).
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nur in extrem seltenen Fällen statt.
Eine Impfung bzw. medikamentöse Prophylaxe existiert nicht.
Einer Infektion kann lediglich dadurch vorzubeugen versucht werden, indem auf möglichst hochgradige Sauberkeit der Unterkünfte und Aufenthaltsräume geachtet wird und Hinweise auf das Vorkommen von Ratten und anderen Nagetieren sowie deren Ausscheidungen in oder in der Nähe der Unterkünfte an die jeweiligen Betreiber weitergegeben wird.
Gruß
Birgitt




