Auswärtiges Amt hat geschrieben:Peru
Stand 06.04.2023
Letzte Änderungen:
- Aktuelles (Aktuelle Sicherheitslage)
- Einreise und Zoll (Einreisekontrolle)
- Gesundheit (Aktuelles: Poliomyelitis; Impfschutz; Dengue-Fieber; Poliomyelitis/Kinderlähmung)
Aktuelles
Aktuelle Sicherheitslage
Die peruanische Regierung hat am 5. Februar 2023 einen 60-tägigen Notstand für die Regionen Madre de Dios, Cusco, Puno, Apurímac, Arequipa, Moquegua und Tacna verhängt.
Im Dezember 2022 und Januar 2023 kam es vor allem in den südlichen Andenregionen zu Demonstrationen und gewaltsamen Unruhen mit Todesopfern.
In den Regionen Cusco und Puno gilt ein unbegrenzter Streik. Vor allem in der Region Puno und am Titicaca-See sind weiterhin Strecken durch Straßenblockaden nicht passierbar. Dies gilt insbesondere für die Zufahrtstrassen zur Grenze nach Bolivien, so dass eine Ausreise nach Bolivien aufgrund von Straßensperren oftmals nicht möglich ist, siehe auch Reise- und Sicherheitshinweise Bolivien.
Mit einem schnellen Abflauen der Proteste in dieser Region kann nicht gerechnet werden.
Im Flugverkehr muss mit Einschränkungen durch die kurzfristige Schließung von Flughäfen aus Sicherheitsgründen gerechnet werden.
Der Zugverkehr nach Machu Picchu kann jederzeit aus Sicherheitsgründen erneut eingestellt werden.
Aufgrund starker Regenfälle, bedingt durch den Zyklon „Yaku“, wurde ein 60-tägiger Notstand mit Wirkung vom 16. März 2023 ausgerufen. Die Regenfälle haben in einigen Regionen im Norden und in Außenbezirken der Stadt Lima zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Schlammlawinen entlang von Flussläufen geführt. Dadurch sind Straßen unpassierbar geworden; an der Beseitigung der Schäden wird derzeit gearbeitet.
- Informieren Sie sich bei der peruanischen Regierung über die Straßensituation bezüglich Blockaden und anderer Unterbrechungen. Planen Sie hinreichend Zeit ein und machen Sie ggf. alternative Reisepläne
- Verfolgen Sie die aktuelle Sicherheitslage in den peruanischen Medien, so z.B. über den Twitterkanal der peruanischen Polizei und bleiben Sie wachsam.
- Folgen Sie den Anweisungen der peruanischen Behörden.
- Halten Sie sich von Menschenansammlungen fern.
- Fragen Sie ggf. in Ihrem Hotel nach, wie die Situation vor Ort aktuell ist, und gehen Sie keine unnötigen Risiken ein.
- Bitte denken Sie auch daran, sich in unserer Krisenvorsorgeliste einzutragen.
- Versuchen Sie nicht, die Straßenblockaden zu überwinden. Dies kann zu aggressiven Handlungen der Demonstranten führen.
- Warten Sie ggf. mit Ihrer Weiterreise, bis die Straßen passierbar sind oder Sie einen bestätigten Flug nach Lima haben.
- Begeben Sie sich nicht zum Flughafen, wenn Sie keinen bestätigten Flug haben, der Zutritt zum Flughafengebäude wird Ihnen nur gegen Vorlage eines Flugtickets gewährt.
- Vor Antritt von Geschäftsreisen in die einschlägigen Großstädte sollten Reisende die aktuelle Sicherheitslage berücksichtigen und sich mit den peruanischen Geschäftspartnern und ggf. der Deutsch-Peruanischen Industrie- und Handelskammer absprechen.
Einreise und Zoll
Einreisekontrolle
Der Reisepass wird bei Einreise über einen internationalen Flughafen nicht mehr gestempelt.
Bei der Einreise werden die Einreise- und Aufenthaltsdaten elektronisch von der peruanischen Grenzbehörde erfasst. Die Einreise und die bewilligte Aufenthaltsdauer werden nicht im Reisepass vermerkt.
Bei Überschreitung der Aufenthaltsdauer muss bei der Ausreise eine Geldstrafe in Höhe von derzeit 5 PEN pro Tag der Überschreitung bezahlt werden, bevor das Land verlassen werden kann.
Einreisende Touristen müssen gelegentlich Weiterreise- oder Rückflugtickets vorlegen, obwohl dies nicht den offiziellen Einreisevorschriften entspricht.
Die Entscheidung, welche Aufenthaltsdauer im Einzelfall bewilligt wird, obliegt den Grenzbehörden.
- Bitte beachten Sie: es wird nicht automatisch eine Aufenthaltsdauer von 90 Tagen bewilligt, sondern bestimmt sich nach Ihren Angaben bei der Einreise.
Bei einer nicht registrierten Einreise gehen die peruanischen Behörden von einem illegalen Aufenthalt aus, der zu erheblichen Problemen und Verzögerungen (mindestens zehn Tage!) bei der Ausreise und im ungünstigen Fall zu einer kostenpflichtigen Abschiebung führen kann. Manche Grenzübergänge (etwa bei Einreise aus Bolivien oder Ecuador) können nachts nicht besetzt sein, sodass die Registrierung dort nicht erfolgen kann.
- Achten Sie unbedingt darauf, dass das Grenzpersonal Ihre Einreise und die bewilligte Aufenthaltsdauer korrekt vermerkt.
- Bei Einreise auf dem Landweg kümmern Sie sich bitte aktiv darum, einen Einreisestempel zu erhalten. Ohne diesen ist eine Ausreise aus Peru nicht möglich!
- Reisen Sie möglichst tagsüber ein und suchen Sie notfalls bei nicht erfolgter Registrierung umgehend und spätestens im nächstgrößeren Ort die Einwanderungsbehörde auf.
Gesundheit
Aktuelles: Poliomyelitis
In Peru ist es zu einem Fall von Poliomyelitis (Kinderlähmung) durch mutierte Impfviren des Typs VDPV1 gekommen. Bekämpfungsmaßnahmen wurden durch die Landesbehörden eingeleitet. Es liegen bislang keine näheren Informationen vor, ob entsprechend WHO-Vorgaben ein aktueller Impfnachweis bei Ausreise gefordert wird, siehe Poliomyelitis (Kinderlähmung).
Impfschutz
Bei direkter Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.
Eine Gelbfieberimpfung ist für alle Personen ab einem Alter von neun Monaten empfohlen, die in Gebiete unterhalb von 2.300 m in folgenden Regionen reisen: Amazonas, Loreto, Madre de Dios, San Martín, Ucayali, Puno, Cusco, Junín, Pasco, Huánuco, hoher Norden von Apurímac, hoher Norden von Huancavelica, Norden und Nordosten von Ayacucho und der Osten von Piura. In Gebieten oberhalb von 2.300 m (inklusive der Stadt Cusco, Lima, Machu Picchu und dem Inka Trail) ist keine Gelbfieberimpfung empfohlen. Aus Peru kommend kann der Nachweis der Impfung bei Weiterreise in ein Drittland verlangt werden.
Bei Ausreise aus Peru wird für Personen, die länger als vier Wochen im Land waren, eine Polio-Impfung von der WHO als notwendig erachtet.
- Stellen Sie einen vollständigen Impfschutz gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) sicher, siehe Poliomyelitis.
- Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
- Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Dengue-Fieber, Hepatitis B und Tollwut empfohlen. Bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten kann eine Typhusimpfung erwogen werden.
- Beachten Sie die Anwendungshinweise und Hilfen für die Indikationsstellung in den Reise-Impfempfehlungen.
- Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.
Dengue-Fieber
Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Eine Chemoprophylaxe und eine spezifische Therapie existieren nicht. Eine Impfung ist verfügbar, siehe Dengue-Fieber.
- Lassen Sie sich bezüglich einer Impfung von Tropen- und/oder Reisemedizinern beraten.
- Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Peru gehört seit 2023 zu den Ländern, in denen es zur Übertragung von mutierten Impfviren (cVDPV-1) kommt. Die Übertragung erfolgt durch fäkal verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel und wird durch niedrige Impfquoten bei noch Anwendung der oralen Polio-Impfung begünstigt.
- Bei Reisen unter vier Wochen Reisezeit achten Sie auf einen kompletten Impfschutz gegen Poliomyelitis. Alle zehn Jahre sind Auffrischungsimpfungen notwendig.
- Bei Reisen und Langzeitaufenthalten über vier Wochen im Land lassen Sie sich zusätzlich vier Wochen bis 12 Monate vor Wiederausreise mit einer Dosis gegen Poliomyelitis impfen. Die Impfung ist im Internationalen Impfzertifikat separat zu bescheinigen, siehe Poliomyelitis.