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Siwa: Wüstenwanderung durch die Libysche Wüste

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Beitragvon Kuno » 23.10.2009 11:13

4 tage lang nichts zu essen, finde ich schon eine harte nummer.

Kommt darauf an, wie er vorher im Hotel geschlemmt hat :mrgreen:
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Lebensmittel bei Wanderungen

Beitragvon ursula » 23.10.2009 11:18

Touren mit solch einem Mördergepäck mache ich natürlich nicht. Aber wir sind manchmal auch bis zu 6 Stunden
unterwegs, früher als ich noch fitter war :D auch mal 12 Stunden.
Bei mir wirkt sich die Anstrengung bei grosser Hitze ähnlich aus wie bei Alex.
Leichte Kost ist die Lösung, vor Sardinen, Wurst etc graut mir dann richtig. Käse und salzhaltige Knabbereien wie Nüsse,
Dörrfrüchte und mal ein Instant-Kakao oder Instant Tee mit Zucker, nicht zuckerfrei! bringen mich wieder auf Touren.

Ich kenne dein Ziel nicht, aber warum lässt du dir vorher nicht kleine Wasserdepots anlegen von einem TO?
Du geniesst die Landschaft, das Gehen, das Sein, deine Gedanken und jede Faser deines Körpers viel wacher...

Grüsse
Ursula
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Beitragvon Kuno » 23.10.2009 11:23

Ach nein, vorher Wasserdepots anlegen? Da geht dann aber einiges verloren.... der naechste Schritt waere ja dann noch ein Toyo, der nebenher faehrt... :roll:
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Beitragvon Alexander » 23.10.2009 11:23

Kuno hat geschrieben:4 tage lang nichts zu essen, finde ich schon eine harte nummer.

Kommt darauf an, wie er vorher im Hotel geschlemmt hat :mrgreen:


Quasi auf Vorrat essen :D

Fünf Tage nichts zu essen war für mich kein Problem. Es fehlte mir einfach am Hunger. Auf so einer Tour wird man auch minimalistisch. Man beschränkt sich aufs Wesentliche. Und das ist nun mal das Wasser. Wasser hilft dir, in der Wüste zu überleben und bestimmt deinen Aktionsradius. Dazu kommt, dass jedes zusätzliche Gewicht, dass du mit dir herumträgst, zusätzlichen Wasserverbrauch zur Folge hat. Vieleicht erfordern Touren dieser Art eine gewisse, ich will es mal als "Leidensfähigkeit" bezeichnen. Längere Wüstenwanderungen mit schwerem Marschgepäck können in physischen und psychischen Stress ausarten. Dafür wird man aber mit einmaligen Erlebnissen entschädigt.

Grüsse
Alexander
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Depot oder nicht Depot

Beitragvon ursula » 23.10.2009 11:27

Kuno - meine Prioritäten liegen anders. Entsprechend meinem Alter :mrgreen:
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Beitragvon Alexander » 23.10.2009 11:42

Kuno hat geschrieben:Ach nein, vorher Wasserdepots anlegen? Da geht dann aber einiges verloren.... der naechste Schritt waere ja dann noch ein Toyo, der nebenher faehrt... :roll:


Hallo Ursula,
als ich Siwis von meinem Wüstenmarsch erzählte, haben sie die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, von wegen, es wäre zu gefährlich und sie würden so etwas nie machen. Ich glaube, es wäre nicht einfach, jemanden zu finden. Vieleicht, wie du sagst, ein TO, ein alter Hase und Haudegen :wink:

Aber ich tendiere eher zu Kunos Meinung. Auch wenn weniger Gewicht Reiseerleichterung bedeutet, fehlt doch am Ende des Tages etwas. Die Anstrengung, unter der man die Strecke zurückgelegt hat. Das gehört für mich irgendwie dazu und ich möchte es auch nicht missen.
Vieleicht bin ich aber auch nur Verrückt und es wird Zeit, dass ich den Rucksack mit der Zwangsjacke tausche :mrgreen:

Grüsse
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Kleiner Tipp zum Essen

Beitragvon Jerome Wüstenwandern » 23.10.2009 13:03

Hallo Alexander,
ich empfehle Dir aus eigener Erfahrung, keine Dosen mitzuschleppen (die wiegen eh zu viel, brauchen Platz und verursachen zuviel Verpackungsmüll). Gar nichts essen ist meines Erachtens auch keine Lösung, denn wie Du richtig sagst, lässt die Kraft nach ein paar Tagen sehr nach. Unterzuckerung etc. kann - gerade wenn Du allein gehst - auch sehr gefährlich sein! Ich habe in Grönland und in der Gobi im letzten April mal ein Spezialpulver ausprobiert, was man mit Wasser anrührt und es wiegt sehr wenig bei ordentlich Kalorien. Es ist für Ausdauersportler WÄHREND der Wettkämpfe konzipiert, liegt also kaum schwer im Magen und man kann sich wohl nur mit dieser Nahrung über einige Wochen ausschließlich ernähren. Ist nicht mit einem 5-Sterne-Menü vergleichbar.. aber das kann man ja nach der Wanderung dann wieder haben :mrgreen: Das Pulver heisst Peronin und gibts bei der Fa Katadyn. Gruss Jerome
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Beitragvon Alexander » 23.10.2009 13:23

Hallo Jerome,

danke für den Tipp. Anscheinend habe ich genau die Erfahrung gemacht, vor denen du warnst. Die High Tech Nahrung http://www.peronin.net/dede/products/ scheint das Problem zu lösen. Etwas geschmackliche Abwechslung (Schweinebraten mit Semmelknödel) wäre wünschenswert :D Spass bei Seite. Was hältst du von diversen Müsli- und "Kraft" Riegeln?

Grüsse
Alexander
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Futterempfehlung

Beitragvon Jerome Wüstenwandern » 23.10.2009 15:03

Hallo Alexander,
wenn man mit dem Rucksack unterwegs ist hat man ja 2 Möglichkeiten: puristisch oder "luxuriös". Ich finde für kurze Trips (so wie deine Siwatour) braucht man nicht kochen. Dann reichen Müsliriegel, Peronin und damit es nicht zu süß wird auch mal was herzhaftes wie Trockenfleisch etc. Gut ist das Finncrisp Brot was man in jedem Supermarkt bekommt. Da etwas Hartkäse drauf, schmeckt schon super! Bei längeren Touren finde ich warmes Essen wichtig. Dann gibt´s auch mal Elchfleisch Gourmet-Topf oder wie die Astronautennahrung dann so heisst. Das schmeckt in der Wüste (vor allem nach anstrengendem Tag sehr lecker!) Man kann auch aus dem Supermarkt halb so teures Spagheteria o.ä. kaufen, was nur mit Wasser aufgekocht werden muss aber die sind mir meist zu salzig = Durst!!! Wenn Du die Gegend kennst und weisst, dass es genug Feuerholz hat, brauchst Du auch keinen Kocher mitnehmen. Am Lagerfeuer ist es eh schöner und spart natürlich Gewicht. In vielen Teilen der Sahara gibts eigentlich genug Totholz, was rumliegt sodass es zum Kochen reicht. Auch in der Gobi gabs genug Holz jeden Abend.

In die Wüste gehen bedeutet ja auch vor allem Reduktion und da passt Völlerei eigentlich nicht hin... Wobei wir bei mancher Karawane ganz schön viel gefutert haben! :lol:
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Beitragvon TGerd » 23.10.2009 17:22

Zur Gewichtsreduktion des sowieso immer zu schweren Rucksacks bei solistischen Wüstenwanderungen empfiehlt sich die Verwendung von Trockenwasser. http://de.kamelopedia.mormo.org/index.php/Trockenwasser

Somit kann die freie Weglänge des Dünengängers um eine Vielfaches vergrößert werden.

Wüstengruß
In der Wüste triffst Du Dich selbst,
oder Du triffst nichts.
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Beitragvon Alexander » 23.10.2009 17:46

Ich würde die gefriergetrocknete Wasserversion bevorzugen. Schockgefrostet, etwa wie der der lösliche Nescafe wird das Gewicht des Wassers nahezu auf Null reduziert. Ein paar Tröpfchen Wasser erwecken das gefriergetrocknete Wasser zu einem erfrischenden Getränk.

Grüsse
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Beitragvon Uwe Schmitz » 23.10.2009 22:21

hallo alex,
super bilder, tolle erlebnisse!
wie war es denn mit der angst, der sorge: das gps fällt aus, der weg zurück ist nicht zu finden, das wasserdepot ist weg/unauffindbar, durch 'ne verletzung gehts nicht mehr weiter...
hattest du satphone mit für'n notfall, keine gedanken an probleme verschwendet, oder wie?
als ich 1994 das erste mal alleine und mit meinem ersten gps zu fuss vom umm el ma zum mandarasee gewandert bin (ca.5km, die mitreisenden fuhren mit fahrzeugen über gabron zum mandarasee),
da war das schon ein komisches gefühl, als der see hinter mir verschwand und vor mir 'ne zeit lang nur weite leere wüste lag (aber mit überall autospuren!); einerseites genuss, aber auch hoffen, dass ich wirklich am see auskomme und nicht am ort/see vorbeiwandere...
interessiert daran, auch mal wieder inne wüste zu wandern und einsamkeit zu erleben
uwe
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Beitragvon Alexander » 24.10.2009 08:51

Hallo Uwe,

vielen Dank!!!

Angst oder Bedenken bestanden zu keiner Zeit. Das einzige Risiko, das ich sah war, daß eine Schlange des Nächtens in meinem Schlafsack ein warmes Plätzchen sucht ;-)

Ich führe immer Karten und Kompass mit, die ich bevorzugt zur Navigation verwende. Bestimmte Positionen (Lager, Rast, Wasserdepots) werden in die Karte eingetragen. GPS nehme ich nur um die Daten dann später auch elektronisch verfügbar zu haben oder um einen Standort zu verifizieren. Kennt man seinen Standort, dann ist auch die Richtung bekannt, in die ich zurückgehen muß oder meine Wasserreserven versteckt sind. Hilfreich waren auch SAT Karten zur Orientierung.

Um den Ausfall bei dem Verlust eines Wasserdepots möglichst gering zu halten, deponiere ich nur kleine Wassermengen (z.B. 1,5 Liter Flasche) und dann in Entfernungen, die einen eventuellen Verlust leicht verschmerzen lassen.

Sat Phone hatte ich keines dabei, aber einen Bekannten in Siwa über meine Strecke informiert. Es wurde verabredet, was zu tun sei, wenn ich ab einem Tag X nicht auftauche.
Grundsätzlich versuche ich unnötige Risiken zu vermeiden. Wenn ich also in meinem Bericht schreibe, dass ich auf einen Berg geklettert bin, dann handelt es sich bestimmt nicht um eine Eiger Nordwand, sondern um einigermassen gut begehbare Strecken.

In dem Gebiet, in dem ich unterwegs war, gab es nicht das geringste Anzeichen menschlicher Spuren. Keine alten Reifen- oder Fußspuren, keinen Müll oder sonstiges Zurückgelassenes.
Ein Restrisiko besteht immer, auch auf europäischen Strassen....

Grüsse
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Beitragvon Alexander » 24.10.2009 13:32

Teil 3:

Nun habe ich den südlichsten Punkt meiner Wanderung erreicht. Ich mache mich auf den Weg zurück zu meinem Lagerplatz. Dort hatte ich meinen Rucksack deponiert, versteckt in einer Felsspalte. Der Weg zurück führt mich über kleine Dünenkämme, Hügel und Ebenen, deren Farben durch die morgentliche Sonne zur Geltung kommt.

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Immer wieder begleitet von den Pfotenspuren eines Hundes, oder gar ein Schakal?

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Vorbei an bizarren, von Sand und Wind gezeichneten Felsformationen...

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... Dünenketten ...

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... und Sandebenen

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Fortsetzung folgt

Grüsse
Alexander
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Beitragvon Kuno » 24.10.2009 13:37

Immer wieder begleitet von den Pfotenspuren eines Hundes, oder gar ein Schakal?

Erstaunlich, wie schnell solche Tiere Beute ausmachen koennen 8)
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