Wüstenschiff • Thema anzeigen - Siwa: Wüstenwanderung durch die Libysche Wüste

Siwa: Wüstenwanderung durch die Libysche Wüste

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Beitragvon Kuno » 28.10.2009 13:54

Besser gleich von Anfang an zu Fuss als mit dem Landrover auf halber Strecke liegenbleiben :mrgreen:
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Beitragvon gnagflow » 28.10.2009 14:06

Kuno hat geschrieben:Besser gleich von Anfang an zu Fuss als mit dem Landrover auf halber Strecke liegenbleiben :mrgreen:


Wasn das fürn Spruch - Alex fährt Toyota!
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Beitragvon Alexander » 28.10.2009 14:47

Kuno hat geschrieben:...vielleicht hat er sich ja auch getaeuscht und es ist gar nicht seine alte Spur :?:


Und das sagst du mir erst jetzt :shock: Das hätte ja böse daneben gehen können ;-)

Grüsse
Alexander
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Beitragvon Alexander » 28.10.2009 14:54

Jürgen Kempe hat geschrieben:Alexander! Aber der körperliche Einsatz dafür erscheint mir un-/übermenschlich!)
Gruss Jürgen Kempe


Der körperliche Einsatz ist sicherlich erheblich, besonders an den beiden ersten Tagen, wo das Gewicht noch richtig auf dem Rücken lasten.

Aber es war jeden Schweisstropfen wert und ich würde und werde es jederzeit wieder tun :wink: Alleine wenn man in den unberührten Weiten der Wüste steht. Die beeindruckende Landschaft ist diese Anstrengung Wert.

Grüsse
Alexander
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Beitragvon Alexander » 29.10.2009 18:51

Teil 6:

Die Mittagsruhe im Schatten war erholsam, sodaß der Rückweg fortgesetzt werden konnte. Der durch den Wasserverbrauch immer leichter werdende Rucksack tat sein Übriges, um die Wanderung durch den Sand etwas leichter zu gestalten. Das Gefühl der Gewichtminderung sollte aber nicht mehr lange andauern.....

Mit dem frisch einsetzenden Wind ging es weiter in Richtung Norden. Obwohl ich manchmal den Drang verspühre, einen Liter Wasser mit einem Zug zu leeren, nehme ich immer nur einen kleinen Schluck zu mir. Einen zweiten Schluck behalte ich im Mund und lasse immer wieder einige Tropfen die Kehle hinunter rinnen. Das ist angenehm, da es das Austrocknen der Schleimhäute verhindert und das Wasser wird nicht unkontrolliert in sich rein geschüttet.

Weiter geht es durch eine weitere Sandebene bevor ich auf das Gebiet stoße, dass ich in den ersten Tagen nachts durchwanderte und jetzt erst die traumhafte Umgebung erkenne.

Noch eine Sandebene

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Dünen ohne Ende

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Hier, in dieser schönen Umgebung beschließe ich, mein Nachtlager zu errichten

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Fortsetzung folgt

Grüsse
Alexander
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Beitragvon mikepiller » 29.10.2009 19:15

Hi Alex,

nochmals betont: Schöner Bericht!! Verursacht einfach nur Sehnsucht.

Explizit:
Schön, wie Du schon VOR den Aufnahmen überlegt hast, wie die Bilder wirken könnten. Diese Fußspuren im unberührten Sand... da wirkt so ein Foto gleich zig mal tiefer!

@ All:
Auch ich schlafe ja gerne im Freien, habe mir dabei jedoch immer ein Plätzchen gesucht, welches etwas entfernt liegt von Büschen, Felsen etc.
wegen der Krabbelviecher.
Anderseits kennt ja jeder hier dieses "Schock- Hallowach" am Morgen, wenn man all die Spuren um das Lager herum entdeckt-

die finden einen anscheinend IMMER und ÜBERALL!

Wie handhabt Ihr das?
Gibts da was Kluges drüber zu sagen?


Gruß
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
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Beitragvon Kuno » 29.10.2009 19:29

War's nachts schon so kalt, dass man einen Schlafsack brauchte?
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Beitragvon Alexander » 29.10.2009 19:40

mikepiller hat geschrieben:Auch ich schlafe ja gerne im Freien, habe mir dabei jedoch immer ein Plätzchen gesucht, welches etwas entfernt liegt von Büschen, Felsen etc.
wegen der Krabbelviecher.


Hi Micha,

diese Erfahrung habe ich bisher auch gemacht. Bei den ersten Sonnenstrahlen aufwachen und die Umgebung sieht schlimmer aus, wie der Münchner Stachus. Tausende von Fußspuren. Bei dieser Wanderung gab es, bis auf einige Springmaus und Fuchsspuren nichts. Vieleicht ist es dort zu trocken. Es hat dort seit Jahrzehnten nicht mehr geregnet.

Grüsse
Alex
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Beitragvon Alexander » 29.10.2009 19:41

Kuno hat geschrieben:War's nachts schon so kalt, dass man einen Schlafsack brauchte?


Es war nachts eigentlich recht angenehm. Es war nicht heiß, man frohr aber auch nicht. Der Schlafsack macht das ganze nur etwas gemütlicher :-) und hält den Wind und den Sand etwas ab.

Grüsse
Alex
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Beitragvon Kuno » 29.10.2009 19:57

Man fuehlt sich im Schlafsack halt gleich ein bischen zuhause :lol:
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Beitragvon Alexander » 31.10.2009 10:01

Teil 7:

Bevor ich mir die verdiente Ruhe gönne, klettere ich auf einen Berg, um von dort im Abendlicht die Aussicht in die unendlichen Weiten zu genießen. Mit ihren Hügeln, Ebenen und verschnörkelten Dünen.


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Am Horizont erkenne ich den Salzsee und die ersten Palmen von Siwa und es wird mir bewußt, dass diese Wanderung bald zu Ende sein wird.

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Fortzsetzung folgt

Grüsse
Alexander
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Beitragvon Jürgen Kempe » 31.10.2009 11:26

Alexander,

ich kann's nicht lassen, Dich zu bewundern, kann's nicht fassen, dass Du abends noch die Energie aufbringst, irgendwelche Berge zu erklimmen, um die Aussicht zu bewundern :? ,
wo ich schon nach einer Tour im Auto, mit einigen Einsandungen, kaum noch den Schlafsack ausrollen mag :x !

(Ich sollte hier 'mal ein Geständnis ablegen: Wegen der altersbedigten Abneigung gegen die Anstrengungen der Auto-Ausgrabungen habe ich Ende letzten Jahres mein Wüstenschiff verkauft [wie's hier auch seinerzeit im Forum angeboten wurde]. Das macht sehr traurig, weil ich nun für weitere Sahara-Touren auf Mitfahrten angewiesen bin.
Reise-Fahrzeug-Ersatz ist ein Hymer 322/FIAT-Kastenwagen-Ausbau :oops: , also ein Fahrzeug, wie es hier schon wiederholt mit :mrgreen: und :kotz: beschrieben wurde. Aber der Motor -der 3-Liter IVECO mit 158 PS und 400 nm- ist nicht schlechter als der 4,2Liter-TOYO-TDI [vor einem Chip-Tuning], und dass bei durchschschnittlich 11 l%km gegenüber mehr als dem Doppelten beim TOYO, beide bei 3,5 t Ges.-Gew. und nur bezogen auf Strassenbetrieb. Ich war jetzt 8 Wochen unterwegs, hauptsächlich in der Türkei, und hab auf den gut 12,5 tkm das schöne neue Auto "untenrum" ruiniert; ist doch die Verbindung von Kraft und fehlender Bodenfreiheit eine ziemlich kostentreibende Kombination :( .
[Ja, doch, die TR war wieder eine Reise wert, die Sahara-Manie wird aber nicht befriedigt :evil: .])

Gruss Jürgen Kempe (hoffend, dass die doch sehr persönliche "Beichte" nicht allzuviele Foren-Aktivisten zu groben Stellungnahmen veranlasst.)
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Beitragvon Alexander » 31.10.2009 19:38

Jürgen Kempe hat geschrieben:ich kann's nicht lassen, Dich zu bewundern, kann's nicht fassen, dass Du abends noch die Energie aufbringst, irgendwelche Berge zu erklimmen, um die Aussicht zu bewundern


Jürgen,
ich glaube es ist der Rausch der Eindrücke, die auf den Wanderer einwirken.
Es ist eine Sucht, von der man nicht genug bekommen kann. Die Ruhe, die Einsamkeit, die unglaublich schöne und unberührte Natur, das mit-sich-und-der-Welt-im-Reinen-sein. All das und noch viel mehr, lassen einen die Strapazen vergessen.

Güsse
Alexander
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Beitragvon Jürgen Kempe » 31.10.2009 20:20

Ja, Alexander,

ich kenn' das natürlich auch alles, aus fast 50 Jahren Sahara-Reisen; die (Sehn-)Sucht, die Entzugserscheinungen, die sich kurz nach Rückkehr wieder einstellen. Meine letzten grösseren Fusswanderungen liegen aber gut 40 Jahre zurück, seitdem immer per Auto (wenn auch anfangs noch nicht mit dem eigenen).

Pass gut auf Dich auf; Liebe macht bekanntlich blind (für's Verderben :wink: .) Jürgen Kempe
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Beitragvon Alexander » 01.11.2009 16:43

Jürgen Kempe hat geschrieben:Pass gut auf Dich auf; Liebe macht bekanntlich blind (für's Verderben :wink: .) Jürgen Kempe


Stimmt. Gilt für Wüste und Frauen :D
Ich werde auf mich aufpassen ;-)

Grüsse
Alexander
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