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Stippvisite in Nigeria

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Stippvisite in Nigeria

Beitragvon Alexander » 11.08.2017 20:53

Ich muß mal etwas von meinem Leben in Dubai abschweifen, denn es geht für sechs Wochen nach Nigeria.

Das Visum habe ich in der Tasche...

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...und endlich geht es los. Nein, noch nicht ganz. Erst muß der Flieger noch repariert werden. :roll: Wie wild schraubt ein Mechaniker herum. Der Schweiß steht ihm auf der Stirn. Immer wieder telefoniert er mit seinem Handy, um anscheinend Anweisungen einzuholen. Wild löst er Stecker und steckt sie wieder zusammen. Allerdings nicht alle. Einige bleiben lose hängen und ich frage mich, welche Konsequenzen das haben könnte.

Hektisch verschraubt der Mechaniker wieder die Platte, die mit Elektronik gespickt ist. Schließlich klemmt er noch einige Plastikteile in die Decke. Ein Teil entgleitet ihm und sie fliegt mir nur Zentimeter am Auge vorbei an meine Stirne. Blut rinnt herunter. Eine Flugbegleiterin gerät sichtlich außer Fassung. Ob mir etwas passiert sei und ich blute ja fürchterlich. Sie bittet mich in ein "Séparée", zudem Fluggäste keinen Zutritt haben. Sie macht Meldung bei dem Captain und versorgt mich anschließend.

Von diesem Moment an habe ich die besondere Aufmerksamkeit von einigen hübschen Stewardessen :-) Ich genieße die Sonderbehandlung natürlich. 8)

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Bei der Immigration in Lagos fallen einige Schilder auf. Man scheint der Korruption den Kampf angesagt zu haben. Mehr Schein als sein? Ich werde es wohl in den nächsten Wochen feststellen. Am Schalter vor der Abfertigung wurde eine Stange angebracht, damit man nicht zu nahe mit dem Beamten in Kontakt kommt. Fragen werden nicht mir direkt gestellt, sondern durch einen Mittelsmann, der meine Antwort wieder dem Beamte zurück gibt.

Die ganze Einreiseprozedur dauert ca. 30 Minuten. Danach nochmal eine Stunde aufs Gepäck warten. Am Ausgang erwartet mich schon ein Kollege von unserer Security. Wir warten vor dem Flughafengebäude auf unser Fahrzeug. Überall herrscht Militärpräsenz. Unser Fahrzeug hält an. Ein mit AK47 bewaffneter Polizist steigt zu. Daran werde ich mich wohl erst noch gewöhnen müssen.

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Auch der Geldwäsche scheint man den Kampf angesagt zu haben.

Willkommen in Nigeria!

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In Nigeria ist gerade Regensaison. Entsprechend trübe ist der Himmel und entsprechend regnerisch ist das Wetter. Ich hatte in Dubai drei Monate keinen Regen. Ich habe ihn nicht vermisst.

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Man mag es auf dem Bild nicht erkennen. Aber wir fahren auf einer Autobahn. Unsere heimatlichen Feldwege befinden sich wohl in besserem Zustand. Ein ständiges Ausweichen und Umfahren von Schlaglöchern.

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Selbst bei diesem Wetter lassen sich die Straßenverkäufer nicht abhalten, ihre Ware anzubieten. Es ist ihre einzige Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch in Nigeria. Zu kaufen gibt es auf der Straße fast alles.

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Gelegentlich schaut ein Junge neugierig ins Fahrzeug. Er ist wohl genauso neugierig auf den weißen Mann, der im Auto sitzt, nur von einer Glasscheibe entfernt, wie ich neugierig auf meine neue Umgebung bin.

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Neben alten, ungepflegten Gebäuden gibt es auch schöne, die noch aus besseren Zeiten übrig geblieben sind.

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In Afrika muss man auf alles gefasst sein. 8) Allerdings ist diese Art von Fortbewegung sehr gefährlich. Der Busfahrer kann gezwungen sein, einem der zahlreichen Schlaglöcher auszuweichen. Und dann?

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Reliable Volkswagen. Auch in Nigeria baut man auf deutsche Zuverlässigkeit :wink:

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Motorradbetankung auf afrikanisch 8)

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Und bei der Fahrzeugreparatur sieht es auch nicht viel besser aus. :wink:

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Nigeria: Korruption

Beitragvon Alexander » 13.08.2017 15:57

Nigeria scheint es mit dem Kampf gegen die Korruption ernst zu nehmen und beschlagnahmt Luxushäuser von der ehemaligen Ölministerin und Ex-OPEC-Chefin Diezani Alison-Madueke.

Die frühere Ministerin steht im Verdacht, von einem weitverzweigten Korruptionsnetzwerk profitiert und etliche Millionen Dollar aus den staatlichen Einnahmen des Ölförderlands Nigeria abgezweigt zu haben. Ermittlungen gegen sie laufen auch in den USA, Italien und in Großbritannien, wo sie sich derzeit nach Zahlung einer Kaution auf freiem Fuß aufhält.


Epoch Times: Nigeria: Gericht beschlagnahmt Luxus-Komplex von Ex-OPEC-Chefin

Grüsse
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Re: Stippvisite in Nigeria

Beitragvon Alexander » 14.08.2017 20:01

Aus Afrika kennen wir ja einiges in Punkto Fahrweise und Interpretation von Verkehrsregeln. :wink:

Auf dieser Straße, ich möchte es nicht Autobahn nennen. Diese Bezeichnung verdient diese Straße nicht. Zwei Spuren in jede Richtung. Trotzdem kommt es relativ häufig vor, dass einem Geisterfahrer entgegen kommen. Und das auch noch auf der äußeren Spur. :shock:

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Grüsse
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Nigeria: Lagos - Benin City und wieder zurück

Beitragvon Alexander » 19.08.2017 17:45

Der Blick von meinem Hotel auf Lagos ist düster wie die ganze Stadt. Seit meinem letzten Besuch vor 33 Jahren hat sich dort bezüglich Qualität kaum etwas verändert. Die Straßen sind löchrig wie ein schweizer Käse und die Stadt selbst hat keine Fortschritte gemacht.

Mein Hotel gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Die Einfahrt wird durch schwere, in den Boden versenkbare Stahlsäulen versperrt die sich erst senken, wenn ein Security Mann mit einem Sprengstoffdetektor um das Auto herumgelaufen ist und sein Ok gibt.

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Zum Schutz stehen immer bewaffnete Sicherheitskräfte bereit. Fahrzeuge verlassen das Hotel mit verdunkelten Scheiben und abgedeckten Fahrzeugkennzeichen.

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Heute bin ich nach Benin City unterwegs.

Wikipedia hat geschrieben:Benin-Stadt ist ein Zentrum der Zwangsprostitution und der Kinderprostitution. Tausende Kinder werden dort von ihren armen Familien an Zuhälter verkauft und landen später auch an den Straßen und in den Bordellen Großbritanniens, Italiens und Deutschlands.


Das kann ja spannend werden. Jetzt weiß ich auch, warum mich die Police Mobile Force begleiten wird.

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Der Verkehr in Lagos ist die Hölle. Jeder bremst jeden aus und ich wundere mich, warum es nicht öfters knallt. Bei unserer Rückfahrt werden wir in einen Unfall verwickelt werden. Der Fahrer fährt uns vorsätzlich in die Seite. Er wollte mit aller Gewalt auf unsere Spur. Pech gehabt.

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Auf manchen Kennzeichen liest man "LSD". Bei manchen Autofahrer hat man den Eindruck, dass die Droge zu deren Grundnahrungsmittel gehört.

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Wir halten nur gelegentlich an, z.B. hier an einer Tankstelle. Hier läßt sich kein Weißer blicken und meine Sicherheitsjungs meinen, ich sollte nicht zu weit weggehen. Hier verschwinden Menschen relativ schnell.

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An der Tankstelle steht ein Tanklaster, der die Zapfsäulen mit Sprit versorgt. Man muss sich nicht wundern, wenn man häufig von schweren Lkw Unfällen hört. Bei der Bereifung...

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Billigstes und in diesem Verkehr wendigstes Fahrzeug ist die Moto Rikscha.

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Sie sind häufig schon in die Jahre gekommen und bedürfen der Überholung.

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Ich gewinne den Eindruck, dass es in Nigeria drei bedeutende Geschäftszweige gibt: :) Tore für Hauseinfahrten, der Verkauf von Maiskolben auf der Straße und Särge ;-)

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Plötzlich schlägt etwas ins Fahrzeug ein. :shock: "What was that?" Ruft einer der Sicherheitsleute. Man merkt deutlich, dass sich die Stimmung anspannt. "It was a bird. It was just a bird..." Und die Stimmung entspannt sich wieder.

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Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Straßenverhältnisse katastrophal sind.

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Besonders gefährlich sind die Schlaglöcher, an denen man nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbei kommt. Nicht die Löcher sind gefährlich. Tagsüber warten Straßenverkäufer auf die dahinschleichende Kolonne mit ihrem Mais, Kaugummi, Scheibenwischer und was sonst noch alles im Angebot ist.

Nachts allerdings lauern dort ganze Räuberbanden. Wir kommen an der Stelle vorbei, wo vor einigen Wochen einer unserer Fahrer mit Polizist erschossen wurde.

Auf einsamen Überlandstrßen kommt es gelegentlich vor, dass ein Baum auf der Straße liegt. Wer anhält hat schon verloren. Schnell wird man von ein- oder zweihundert Bandenmitgliedern umringt und wenn man Glück hat, bleibt einem das Leben. Man muss aber schon viel Glück haben...

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Endlich kommen wir im Hotel in Benin an. Auch das Hotel ist abgesichert.

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Um sicher zu gehen wurde auf der Mauer ein Elektrozaun angebracht.

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Hier gibt es noch wirklich alte Zapfsäulen ;-)

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Aufgrund der angespannten Sicherheitslage muss man mit Polizeikontrollen rechnen. Es kam allerdings schon vor, dass sich Boko Haram Terroristen mit Uniformen verkleidet und Straßensperren errichtet haben. Wie so eine Aktion ausgeht, kann man sich gut vorstellen.

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Ich bin froh, als wir am nächsten Tag wieder in Lagos ankommen. Am nächsten Tag geht es nach Abuja.
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Nigeria - Kurzbesuch in Abuja

Beitragvon Alexander » 22.08.2017 20:36

Heute verschlägt es mich für einen Tag nach Abuja. Seit meinem letzten Besuch vor 33 Jahren hat sich viel verändert. Damals war die Stadt fast fertig gebaut. Sie war nur noch nicht bewohnt und glich einer gigantischen Geisterstadt aus Beton. Heute ist sie belebt und bildet mit 1,5 Mio Einwohnert seit dem 12. Dezember 1991 die neue Hauptstadt Nigerias.

Die Stadt ist Sauber und das Straßennetz in Takt. Es gibt einige Teile, die man sich nicht ansehen muß. Aber das finden wir in europäischen Städten wie Paris, Berlin oder Madrid ebenso.

Die Ankunft ist allerdings sehr trist. Seit einem Monat regnet es hier, denn wir befinden uns in der nassen Saison des Jahres. Mir bleibt nicht viel Zeit, da die Arbeit auf mich wartet. Daher nur einige wenige Bilder.

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Vor drei Jahrzehnten stand hier noch Dschungel. Mit der Zeit mußte der Regenwald der Stadt und Autobahnen weichen.

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In Sachen Kfz Kennzeichen sind auch die Nigerianer kreativ. ;-) Allerdings können es sich nur wenige leisten, da man für dieses Extra relativ tief in die Tasche greifen muß.

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Auch wenn es hier so aussieht. Der Straßenverkehr ist nicht so dicht wie in Lagos. Die Autofahrer sind hier aber genauso bescheuert und gedrängelt wird hier wie auch in anderen Teilen Afrikas. Ach ja. Für die meisten Autofahrer haben Ampeln keine Bedeutung. Es sei denn, ein Polizist steht daneben. 8)

Die Benzinpreise sind derzeit relativ stabil. Den Liter Super bekommt man für 145 NGN und der Preis von Diesel schwankt zwischen 165 und 175 NGN.

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Hauptsache Schilder werden aufgestellt. Ob sie in die Richtige Richtung zeigen ist dabei nicht so wichtig. :mrgreen:

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Die nigerianische Küche ist sehr vielfältig und äußert Schmackhaft. Man sollte aber trotzdem vorsichtig sein, was man bestellt. Man kann dabei nämlich ganz schön eingehen. Ich spreche aus Erfahrung :roll: Letztens hatte ich mir etwas bestellt, das aussah wie zerkochter Blattspinat. Es war ziemlich scharf und es roch widerlich. :| Für die Einheimischen scheint es ein Leckerbissen zu sein. Es wird mit Yam in Form eines Knödels gegessen, von dem man sich immer wieder ein Stück herauszupft, es so zerfleddert, dass man es als Löffel verwenden kann. Man schnappt sich dann etwas von der grünen Soße und steckt es sich in den Mund. Gegessen wird mit den Händen. Einmal und nie wieder. :shake:

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Ok, das wars. Good bye Abuja. Vieleicht wieder in 33 Jahren.

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Nigeria - Kurz mal rüber nach Port Harcourt

Beitragvon Alexander » 22.08.2017 21:52

Der nächste Kurztripp führt mich nach Port Harcourt. Die Stadt ist das nigerianische Epizentrum für Entführungen, gelegentlichen Schußwechseln von Banden mit der Polizei, Drogen und anderen Delikten. Hier wurden schon einige Ausländer entführt um Lösegeld zu erpressen.

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Bevor ich mir darüber Gedanken mache, komme ich erst mal am international Airport in PHC an.

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Anflug auf PHC.

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Zunächst lasse ich etwas Geld wechseln, da das Bankensystem anscheinend keine Amerikan Express akzeptiert. Der Umtauschkurs liegt bei etwas 1 Euro = 415 Naira und kann von Region zu Region unterschiedlich sein. Auch die Inflation macht sich auf den Kurs bemerkbar. Als ich vor über 30 Jahren während einem Putsch das Land besuchte, wurde der Naira auf 4 DM = 1 Naira aufgewertet. Davon sind wir heute weit entfernt. Die Geldautomaten, die morgens aufgefüllt werden, sind relativ schnell leer und man wird mit der Nachricht abgespeißt, dass derzeit keine Transaktion möglich wäre. Ich halte jetzt einen Bündel Bares in der Hand, das im Prinzip nicht viel Wert ist. Man sollte vermeiden in den Nachtstunden Geld abzuheben. Es könnte sonst sein, dass die Scheine unfreiwillig schnell den Besitzer wechseln. :roll:

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Am nächsten Tag merke ich deutlich, dass wir uns in der Regenzeit befinden.

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Weite Landstriche stehen unter Wasser und würden nicht einige Häuser im Wasser stehen könnte man von einer nigerianischen Seenplatte ausgehen. ;-)

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Wenn ich euch nun Frage, was hier gebaut wird, dann könnte die Antwort lauten: ein Fußballstadion. Dem ist allerdings nicht so. Hier entsteht die größte Kirche Afrikas, mit einem Fassungsvermögen für ca. 100.000 Gläubige. Nicht das dass hier jetzt die einzige Megakirche wäre. Einen Kilometer weiter steht noch eine. Allerdings unter Wasser. Denn sie wurde Opfer der heftigen Regenfälle der letzten Tage.

Geht man davon aus, dass 70% der 180 Millionen Nigerianer unterhalb der Armutsgrenze leben, stellt sich die Frage, wie sinnvoll so eine religiöse Investition ist. Sicherlich werden kurzfristig einige Arbeitsplätze geschaffen. Aber was kommt danach?

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Am nächsten Tag geht es schon wieder zurück nach Lagos. Am Flughafen wird vor Ebola gewarnt.

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Anflug auf Lagos mit dem Ogun River im Hintergrund.

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Welcome back in Lagos :)

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Nigeria - Lagos

Beitragvon Alexander » 26.08.2017 13:01

Hier noch einige Bilder aus Lagos.

Gestern hatten wir sintflutartige Regenfälle in Lagos. Die Straßen standen bis zu 40 cm unter Wasser, was das Vorwärtskommen natürlich erschwert. Nicht nur wegen dem Wasser. Es ist nicht mehr ersichtlich, wo sich die Schlaglöcher befinden. Man fährt wie auf einem Minenfeld. Der Verkehr schleicht nur noch vor sich hin.

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Aber an sonsten geht das Leben weiter ;-)

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Kunst in Nigeria

Beitragvon Alexander » 02.09.2017 17:25

Dieses Wochenende ist ein langes mit vier Tagen. Eigentlich ein guter Grund etwas durch die Gegend zu fahren. Aber mein Vorhaben wurde aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgesagt. Das Hotel versucht aber immer etwas für Abwechslung zu sorgen. Heute gab es eine Kunstausstellung junger nigerianischer Künstler, die ihre Gemälde präsentierten.

Hier einige Exemplare:

Innocent (unschuldig)

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Dieses Gemälde zeigt das Verkehrschaos in Lagos bei Sonnenaufgang. Die Straßen sind überflutet mit den gelben Bussen, mit denen die Menschen zur Arbeit fahren.

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Musik spielt eine große Rolle in Afrika, auch in Nigeria. Dieser Künstler hat eine "Jeans Komponente" gewählt, da Jeans "cool" sind und junge Leute ansprechen.

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Bei diesem Bild kommt Kunststoff in Form von alten Musik Kassetten, CDs und Schallplatten zum Einsatz.

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Kings of the North heißt dieses Gemälde und zeigt Tuaregs auf ihren Kamelen

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Patience, also Gedult zeigt das Bild der Menschen, die auf den Märkten arbeiten und Warten, bis der Regen wieder aufhört und die Stände sich mit kaufwilligen Kunden füllen.

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Re: Stippvisite in Nigeria

Beitragvon Wanderer » 02.09.2017 17:31

"King of the North" und den Mann mit dem Hut finde ich sehr ansprechend.
Vielen Dank für die Bilder.
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Good bye Nigeria

Beitragvon Alexander » 06.09.2017 20:50

It’s time to say good bye. Ich nehme Abschied von Nigeria mit ein paar letzten Eindrücken von Lagos.

Straßenverkäufer in Lagos. Hier gibt es wirklich alles zu kaufen. Sogar Toiletten Deckel :-)

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Wieder unterwegs mit Polizeischutz.

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Zollabfertigung in Lagos

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Das Kfz Kennzeichen des Zoll Chef ;-)

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Es war wirklich eine interessante Zeit in Nigeria und ich konnte viele Eindrücke gewinnen. Ich habe das Gefühl, wer in diesem Land geboren wird hat schon verloren. Die Armut und die damit verbundene Kriminalität sind enorm. Die meisten Menschen, mit denen ich dort zu tun hatte, waren extrem Gastfreundlich und Hilfsbereit. Trotzdem ist Nigeria kein Land, in dem man auf absehbare Zeit Urlaub machen kann. Es kann allerdings sein, dass es mich nächstes Jahr wieder in das Land verschlagen wird.

Zunächst geht es aber wieder zurück nach Dubai.

So long Nigeria…

Grüsse
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Ayo - das Spiel der Nigerianer

Beitragvon Alexander » 09.09.2017 11:07

noch ein Nachtrag zum Thema Nigeria.

In Nigeria vertreiben sich die Menschen die Zeit mit einem Strategiespiel mit dem Namen Ayo, auch bekannt unter den Bezeichnungen Oware oder Warri.

Das Spiel besteht aus einem Holz mit 12 Löchern und in jedem Loch liegen vier Samenkörner. Jeder Spieler hat eine Seite. Gespielt wird entgegen dem Uhrzeigersinn. Kurz gesagt, Ziel ist es die Samenkörner so zu verteilen, sodass man aus einem oder mehreren Löchern die Samenkörner abziehen kann. Das Youtube Video erklärt die Regeln recht gut.

ayo.jpg


phpBB [video]


Eine Kurzfassung der Spielregeln gibt es hier auf Wikipedia.

Viel Spass beim Spielen ;-)

Grüsse
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Re: Stippvisite in Nigeria

Beitragvon ferdi » 09.09.2017 13:11

Hallo Alexander,

eine Nachfrage habe ich noch:
Ist das Chaos in Lagos eigentlich wirklich so groß, wie oft behauptet wird?

Gruß
Ferdi
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Re: Stippvisite in Nigeria

Beitragvon Alexander » 09.09.2017 14:32

Hallo Ferdi,

das Chaos ist wirklich so, wie man sagt. In den letzten 30 Jahren hat sich in Lagos kaum etwas zum Positiven verändert. Der Verkehr kollabiert. Jeder versucht den Anderen von der Straße zu drängen. Besonders diese gelben Busse kennen keine Rücksicht. Dazu kommt, dass man ständig irgendwelchen Schlaglöchern ausweichen muss, was dem Verkehrsfluss nicht zuträglich ist. Ampeln werden kaum respektiert und auf Kreuzungen stehen Polizisten(innen), die versuchen aus dem Verkehrschaos noch ein größeres zu machen.

Reparaturen von liegengebliebenen Fahrzeugen werden in der Mitte der Strasse erledigt und wenn es einem nicht schnell genug geht, fährt man eben auf der entgegengesetzten Strassenseite weiter. Mein Hotel war ca. 15 Minuten (nach europäischen Maßstäben) von meinem Büro entfernt. Mit Polizeikonvoi benötigten wir 45 - 60 Minuten für die Strecke. Manchmal sogar mehr. Ich war froh, dass ich nicht selbst fahren musste.

Grüsse
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Re: Stippvisite in Nigeria

Beitragvon Alexander » 25.11.2017 13:28

Wieder verschlägt es mich für zwei Wochen nach Nigeria. Bei der Einreise habe ich gleich mein erstes Schlüsselerlebnis. Auch wenn überall Plakete herumhängen, die für den Fall eines Korruptionsversuchs einen Anruf bei einer Telefonnummer empfehlen ist das Land noch weit davon entfernt korruptionsfrei zu werden.

Nachdem ich meinen Stempel in den Pass gedrückt bekommen habe und Richtung Ausgang gehe, werde ich von zwei Polizisten herangewunken. Sie interessieren sich für die Tasche mit den beiden Laptops. Er schaut sie an, will wissen, ob die gebraucht oder neu sind und meint dann: "Do something. Do something and I will let you go". Mit diesem "Do something" gab er der Hoffnung Ausdruck, ich würde mich dazu hinreißen lassen und ihm ein paar Scheinchen in die Hand drücken. Ich fragte ihn, was er mit diesem "Do something" meint und er wiederholt seine Aufforderung. Ich ziehe ein paar Scheine aus der Tasche, halte sie ihm hin und meine, dass er davon nicht einen Penny bekommen würde.

Ganz verdutzt schaut er mich an, fragt mich, wie oft ich schon in Nigeria war und lässt mich ziehen. :mrgreen:

Zu dieser Jahreszeit ist es in Nigeria nicht nur heiß, sondern auch extrem schwül. Aus meinem Hotelzimmer gewinne ich einen düsteren Blick auf das chaotische Lagos.

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Auf dem Weg ins Büro glaube ich meinen Augen nicht zu trauen. Weihnachtsmänner in Nigeria :lach:

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Der Verkehr ist immer noch chaotisch und wenn man sich seinen Weg nicht erhupt und erzwingt, hat man kaum eine Chance sein Ziel zu erreichen.

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Da hilft es schon mal, wenn eine Politesse beherzt ins Geschehen eingreift und ihren Tanz auf der Kreuzug aufführt. :mrgreen: Mehr als das Herumgefuchtel bringt aber auch sie nicht zustande. ;-

phpBB [video]

https://youtu.be/5kVfXL1L1cs

Grüsse
Alexander
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Re: Stippvisite in Nigeria

Beitragvon Alexander » 25.11.2017 14:14

Und da die Weihnachtszeit in Nigeria immer näher rückt hat sich mein Hotel heute etwas besonderes einfallen lassen und hat ein Weihnachtsbüffet angerichtet :-) Dann lege ich heute meine "Cheat Day" ein und vergesse die Kalorien ;-)

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Alexander
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