Was ist so umständlich daran, von Spanien aus die Ostroute zu wählen? Wenn man von Spanien aus nach Malawi fährt, kommt es auf die paar Europa-Kilometer doch nicht wirklich an, oder? Und spätestens in der Türkei beginnt das Abenteuer (sofern man etwas von Mensch und Natur sehen will). Jordanien und Syrien sind eh eine Reise wert, und schon ist man in Ägypten. Von Spanien bis zur Türkei sind es, wenn man einfach nur fährt, etwa vier Tage. Diese vier Tage dürften auf einer Reise nach Malawi aus meiner Sicht keine Rolle spielen.
Aus dieser Überlegung heraus sind Ost- und Westroute gleichwertig. Doch wenn man die Risiken der durchzufahrenden Länder vergleicht, erscheint mir die Westroute deutlich gefährlicher. Vor nicht allzu langer Zeit wurden in Mauretanien auf der Transitstrecke mehrere Touristen entführt. Zudem gilt es auf der Weiterreise mehrere politische Unruheherde zu durchfahren. Wenn einer dieser Unruheherde "explodiert", sind plötzlich die Grenzen zu, und man darf einen Umweg fahren - einen Umweg durch je nach dem noch gefährlichere Länder. Auf der Ostroute hingegen kann man ziemlich entspannt südwärts fahren.
Den afrikanischen Kontinent west-ost zu queren halte ich momentan für Selbstmord. Bisher hat nur Naglwitz Klartext gesprochen, aber er hat absolut recht. Klar kann es sein, dass die Querung aus welchen Zufällen auch immer funktioniert, und man kommt lebend und mit intaktem Fahrzeug in Malawi an. Die Wahrscheinlichkeit ist aber äusserst gering. Hinzu kommt noch der Umstand, dass es sich allem Anschein nach um die erste Afrikareise handelt.
Bloss, weil auf einer Strassenkarte Strassen eingezeichnet sind, heisst es nicht, dass diese wirklich existieren und (für Ausländer) passierbar sind. Zudem sind nicht wenige Grenzübergänge für Nicht-Einheimische oder Nicht-Afrikaner geschlossen (auch solche, die in Vor-Postings erwähnt wurden). Sogar auf der oft befahrenen Ostroute sind nicht alle eingezeichneten Grenzübergänge möglich.
Ich finde es gut, dass die Antworten auf die Frage von Martin nicht überheblich ausfielen, aber schade, dass falsche Hoffnungen geschürt wurden. Meiner Meinung nach sollte ehrlich gesagt werden, was geht, und was nicht geht.
Mein Tip an Dich, Martin: Fahr durch Europa und auf der Ostroute nach Malawi!
Beste Grüsse vom
Markus
Malawi - Welches ist die beste Route?
Moderator: Moderatoren
Re: Malawi - Welches ist die beste Route?
Es kommt selten vor, dass sich ein Beitrag genau mit meiner Meinung deckt. Aber Markus' Beitrag enthält genau das, was ich vorhatte zu schreiben. Man kann dem kaum mehr etwas hinzufügen. Bravo Markus!
Naglwitz
Naglwitz
Re: Malawi - Welches ist die beste Route?
@ Naglwitz,
ja, es war notwendig dass jemand die optimistische„Reiseplanung“ von Martin mal etwas auf den Boden der Tatsachen zurückholt und Markus hat die Knackpunkte genau getroffen
So verlockend es sein kann, mit dem Finger auf der Michelin-Karte durch Afrika zu reisen, aber in Afrika gibt es eine Menge Stolpersteine, die nicht auf der Karte verzeichnet sind.
Aber mich wundert es schon, wie unvorbereitet manchmal Leute eine Afrikareise angehen – und ich verstehe es auch nicht, denn die Reiseplanung selbst ist schon ein Teil der Reise und macht auch noch Spass.
Wenn dann noch detaillierte Informationen fehlen, hilft z.B. das „Wüstenschiff“, aber um die grundsätzliche Route und die „Knackpunkte“ einer Reise kümmere ich mich gerne erst mal selbst, denn es gibt eine Reihe von Dingen, die andere für mich gar nicht entscheiden können.
Nach der eigenen Planung kann man ja eine solche Route dann im Forum zur Diskussion zu stellen, dann trudeln sicher auch konkrete Tipps dazu ein.
@Martin:
Eine andere Variante als zur Ostseite rüber zu fahren, wäre vielleicht eine Verschiffung nach Namibia (Walvis Bay) und von dort weiter nach Malawi, die Strecke wäre „sightseeing-mässig“ einfach genial.
Billig ist die Variante nicht, aber wenn du die eingesparten Fahrtkosten über die Ostroute gegenrechnest, relativiert sich alles etwas. Von Deutschland aus macht z.B. Spedition Ebert so etwas.
http://www.ebertsped.de/
Ob du den Landy von unterwegs noch an Bord bekommst oder ob das Schiff direkt geht, ist mit einem Telefongespäch geklärt. Billiger wird der Container aber dadurch wohl nicht.
Gruss und viel Spass beim Planen
Lothar
ja, es war notwendig dass jemand die optimistische„Reiseplanung“ von Martin mal etwas auf den Boden der Tatsachen zurückholt und Markus hat die Knackpunkte genau getroffen
So verlockend es sein kann, mit dem Finger auf der Michelin-Karte durch Afrika zu reisen, aber in Afrika gibt es eine Menge Stolpersteine, die nicht auf der Karte verzeichnet sind.
Aber mich wundert es schon, wie unvorbereitet manchmal Leute eine Afrikareise angehen – und ich verstehe es auch nicht, denn die Reiseplanung selbst ist schon ein Teil der Reise und macht auch noch Spass.
Wenn dann noch detaillierte Informationen fehlen, hilft z.B. das „Wüstenschiff“, aber um die grundsätzliche Route und die „Knackpunkte“ einer Reise kümmere ich mich gerne erst mal selbst, denn es gibt eine Reihe von Dingen, die andere für mich gar nicht entscheiden können.
Nach der eigenen Planung kann man ja eine solche Route dann im Forum zur Diskussion zu stellen, dann trudeln sicher auch konkrete Tipps dazu ein.
@Martin:
Eine andere Variante als zur Ostseite rüber zu fahren, wäre vielleicht eine Verschiffung nach Namibia (Walvis Bay) und von dort weiter nach Malawi, die Strecke wäre „sightseeing-mässig“ einfach genial.
Billig ist die Variante nicht, aber wenn du die eingesparten Fahrtkosten über die Ostroute gegenrechnest, relativiert sich alles etwas. Von Deutschland aus macht z.B. Spedition Ebert so etwas.
http://www.ebertsped.de/
Ob du den Landy von unterwegs noch an Bord bekommst oder ob das Schiff direkt geht, ist mit einem Telefongespäch geklärt. Billiger wird der Container aber dadurch wohl nicht.
Gruss und viel Spass beim Planen
Lothar
- Achim Vogt
- Moderator
- Beiträge: 2859
- Registriert: Fr 2. Jan 2009, 19:32
- Wohnort: Kampala / Uganda
Re: Malawi - Welches ist die beste Route?
Lieber Martin,
ich kann mich Markus und Naglwitz etc. nur anschließen (habe mich auch über die "Tipps" in den ersten Antworten gewundert!):
1.) Libyen ist derzeit dicht, Ende offen!
2.) Libyen - Sudan ist für Ausländer tabu, von allen Eventualitäten ist nur abzuraten!
3.) Die Querung im Norden (Niger - Tschad - Sudan) ist derzeit ausgeschlossen. Zwischen Tschad und Sudan herrscht derzeit faktisch ein Grenzkrieg, auch wenn vor einigen Wochen pompös der Frieden beschworen wurde: Die Rebellen halten sich schlicht nicht an das, was in den Hauptstädten beschlossen wurde!
Bleiben außer der Verschiffung nur die zwei beschriebenen Varianten der Westroute bis Namibia und dann quer oder von Spanien zurück Richtung Türkei und dann über die "Ostroute". Trotz des Umweges in Europa ist die Ostroute bei einem Ziel in Malawi sicher kürzer und stressfreier!
Noch ein kleiner Tipp: Wenn Du von Tanger mit der Fähre gleich nach Sete oder nach Genua (Grandi Navi Veloci) oder von Barcelona nach Civitavecchia bei Rom (Grimaldi) fährst und dann mit der Fähre von Ancona in die Türkei (nur im Sommer) oder von Venedig / Ancona nach Patras und von Piräus über Chios nach Cesme weiterfährst, sparst Du die meisten Kilometer!
Viele Grüße
Achim
ich kann mich Markus und Naglwitz etc. nur anschließen (habe mich auch über die "Tipps" in den ersten Antworten gewundert!):
1.) Libyen ist derzeit dicht, Ende offen!
2.) Libyen - Sudan ist für Ausländer tabu, von allen Eventualitäten ist nur abzuraten!
3.) Die Querung im Norden (Niger - Tschad - Sudan) ist derzeit ausgeschlossen. Zwischen Tschad und Sudan herrscht derzeit faktisch ein Grenzkrieg, auch wenn vor einigen Wochen pompös der Frieden beschworen wurde: Die Rebellen halten sich schlicht nicht an das, was in den Hauptstädten beschlossen wurde!
Bleiben außer der Verschiffung nur die zwei beschriebenen Varianten der Westroute bis Namibia und dann quer oder von Spanien zurück Richtung Türkei und dann über die "Ostroute". Trotz des Umweges in Europa ist die Ostroute bei einem Ziel in Malawi sicher kürzer und stressfreier!
Noch ein kleiner Tipp: Wenn Du von Tanger mit der Fähre gleich nach Sete oder nach Genua (Grandi Navi Veloci) oder von Barcelona nach Civitavecchia bei Rom (Grimaldi) fährst und dann mit der Fähre von Ancona in die Türkei (nur im Sommer) oder von Venedig / Ancona nach Patras und von Piräus über Chios nach Cesme weiterfährst, sparst Du die meisten Kilometer!
Viele Grüße
Achim




