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The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub el Khali

Beitragvon Alexander » 01.12.2014 20:38

Die Götter müssen verrückt sein

Ich bin schon unterwegs, als der Morgen anbricht. Nur noch zwei Tage bis zum Vollmond. Der Mond geht auf, wenn ich in den Schlafsack krieche und geht unter, wenn der Tag anbricht. Die Nacht wird zum Tag und die notwendige Nachtruhe kehrt nicht wirklich ein. Die Angina hat sich auch verschlechtert. Also warum nicht die morgendliche Frische nutzen und ein paar Kilometer marschieren.

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Der Wind bläst wieder aus dem Norden. Die Temperaturen steigen bald wieder rapide an.

Ich spüre, wie das Fieber wieder ansteigt. Bald erreicht die Hitze ihren Höchststand und ich verspüre den Drang, eine Wasserflasche auf einen Zug auszutrinken. Aber das Schlucken schmerzt, sodass ich diese warme Flüssigkeit nur schluckweise trinken kann. Irgendwann wird das Wasser so warm, dass ich nur noch einen Teebeutel benötigt hätte, um mir ohne Kocher einen Tee zuzubereiten.

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Gegen 10:30 Uhr lege ich wieder meine obligatorische Pause ein. Diese Pause wird bis zum Abend dauern. Eine Militärpatrouille mit Gewehren auf dem Dach rast hupend an mir in gebührender Entfernung vorbei. Einer der Fahrer streckt den Daumen in der Waagrechtenten aus dem Fenster. Als ich meinen Daumen in die Höhe strecke weiß er, dass alles ok ist.

Gegen Mittag erreichen die Temperaturen wieder ihre Höchststände von 62 Grad. Immer wieder richte ich die Karre neu aus, um möglichst viel Schatten zu haben. Während ich so im Sand liege, mache ich mir darüber Gedanken, wie es weiter gehen soll.

Es gab einige unumstößliche Fakten. Ich hatte Angina und Fieber und überflüssigerweise gesellte sich auch noch eine Erkältung dazu und ich fing an, den Schleim aus den Lungen zu Husten. Ich bekam während der größten Hitze Schwindelanfälle und ich spürte deutlich, wie die Kräfte nachließen. Bei dem derzeitigen Wasserverbrauch war es unmöglich, das nächste Wasserdepot zu erreichen. Selbst wenn ich eine Abkürzung nehmen würde, wäre das Wasser zu Ende, bevor ich am Depot ankommen würde.

In Situationen wie diese muß man die Fakten sorgfältig abwägen. Falscher Stolz und Fehleinschätzung der Lage, der Resourcen und der eigenen Leistungsfähigkeit sind fehl am Platz. Auch wenn man noch so viel Zeit und Energie in die Vorbereitung gesteckt hat wird man nicht umhinkommen und die schmerzvolle aber notwendige Entscheidung zu treffen: Abbruch!

Es gab keinen Grund zur Sorge oder gar Panik. Selbst in einer kritischeren Situation sollte man einen kühlen Kopf bewahren. Ich hatte noch Wasser für mindestens vier Tage. Man könnte mich locker in zwei Tagen abholen. Im äußersten Notfall sogar schneller.

Ich greife zu meinem Satellitentelefon und wähle die Nummer von Shambu, meinem Kontaktmann für alle Fälle. Das Telefon gibt das Signal und ich warte...

Shambu meldet sich auf der anderen Seite. Hallo Shambu, ich bins, Alex. Hallo, hallo... Er legt wieder auf...
Ich versuche es nochmal. Gleiches Ergebnis. Hallo, hallo... und er legt wieder auf. :shock: Ich hatte den Verdacht, dass Shambu mich aus irgendeinem Grund nicht verstehen konnte. Ich versuchte es ein drittes und ein viertes Mal, mit dem gleichen enttäuschenden Ergebnis.

Ich überlege scharf. Ich komme bei Shambu nicht an. Ich brauche aber eine Möglichkeit, um mit ihm zu kommunizieren, um ihm meine Lage zu schildern. Ich schreibe Shambu eine SMS und schildere ihm die Lage und die Vermutung, dass er mich nicht hören kann. Ich schreibe ihm auch, dass ich ihn nochmals anrufen werde und er, auch wenn er mich nicht verstehen kann mir bestätigen soll, dass er meine SMS erhalten und verstanden hat. Ich sende die SMS ab...

Ca. 15 Minuten später rufe ich Shambu wieder an. Hallo, hallo... Alex? I reveived your message! Bingo! Es hat geklappt. Ich schicke noch einige SMS und lasse mir den Erhalt durch einen Anruf bestätigen.

Während ich in meiner Tasche krame, fällt mir das Headset meines Satellitentelefons in die Hände. Hmmmm.... Was wäre, wenn nur die Sprecheinheit des SatPhones defekt wäre. Dann müßte es theoretisch mit dem Headset funktionieren. Ich stecke den Stecker meines Headsets in das Satellitentelefon und drücke auf die Wahlwiederholung. Ungeduldig warte ich, bis Shambu das Gespräch annimmt.

Hello Shambu, it's me. Hello Alex... Wir hatten wieder Zweiwegekommunikation :)

Schnell wurden die notwendigen Informationen ausgetauscht. Die Abholung erforderte keine Eile, da ich noch genügend Wasser hatte. In zwei Tagen würde Shambu Issam aus Muscat vorbeischicken.

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Was hat hier eine gläserne Coca Cola Flasche zu suchen? 8) Die Szene erinnert mich an den Kult - Film "Die Götter müssen verrückt sein" :) Die Flasche scheint schon länger hier zu liegen. Der braune Saft ist dem Sand gewichen. Allerdings werde ich nicht wie der Stammteshäuptling Xi mit der Flasche bis ans Ende der Welt laufen, um sie den Göttern zurückzubringen. :wink:

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Ein Satellitentelefon ist nur so gut wie die Person, die ich am anderen Ende erreichen kann. Es nützt nichts, zuhause einen guten Onkel oder einen netten Bekannten sitzen zu haben, der im Notfall erreichbar ist. Ich mußte schon häufig feststellen, dass ein Satellitentelefon eine falsche Sicherheit vermittelt. Was nützt mir ein Telefon, mit dem ich so lange telefonieren kann, bis die Akkus leer sind, ich aber keine kompetente und vor allem schnelle Hilfe bekommen kann. Mit diesen Gedanken beschließe ich den Tag

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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub el Khali

Beitragvon martin1101 » 02.12.2014 13:30

Hallo Alexander -

Bericht wie immer erstklassig & spannend
Fotos und Landschaft umwerfend !
hast wohl eine neue Wanderheimat gefunden :)
alles Gute
Martin
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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub el Khali

Beitragvon Alexander » 02.12.2014 18:31

Danke Martin!

Ich denke auch, dass ich eine neue Heimat gefunden habe. Es gibt noch einiges zu sehen und zu durchlaufen und denke nicht, dass es mir in nächster Zeit dort langweilig werden wird. ;-)

Grüsse
Alexander
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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Angelika Baumann » 18.12.2014 11:57

Hallo,

nun sitzen wir in Salalah am Strand und hatten gehofft, hier eine weitere Fortsetzung der "Sound of Silence"-Story zu lesen. Aber leider... :cry: Nun bleibt es uns wohl nicht erspart, selber Richtung RAK zu fahren... :)

Viele sonnige Grüße aus Oman

Angelika und Uwe
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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Alexander » 18.12.2014 18:29

Hallo Geli und Uwe,

ich hoffe, ihr seid nicht zu sehr enttäuscht. Mir fehlt gerade etwas die Muse, verspreche aber, dass ich zwischen den Feiertagen weiterschreiben werde. ;-)

Euch beiden gute Reise, einen guten Rutsch und viele Abenteuer in der RAK

Viele Grüsse
Alexander
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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon luise » 29.12.2014 21:07

Mir fehlt gerade etwas die Muse, verspreche aber, dass ich zwischen den Feiertagen weiterschreiben werde.


Wir warten! :bang: :h:
mfg aus M. von L.
luise
 
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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Alexander » 30.12.2014 18:32

Hallo luise,

luise hat geschrieben:Wir warten! :bang: :h:


Na gut, ich gebe dem Druck nach. :mrgreen: Heute gibt es noch die eine oder andere Fortsetzung. Versprochen. ;-)

Grüsse
Alexander
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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Alexander » 30.12.2014 18:51

Schlaflosigkeit

Der Mond hat fast seine volle Größe erreicht. Das bedeutet der Vollmond geht am Abend auf und geht am Morgen unter. Entsprechend hell ist die Nacht und es fällt mir nur schwer den nötigen Schlaf zu finden. Ich hätte aus dem Flieger die Augenbinde mitnehmen sollen. Ob ich mich im Sand hin und her wälze oder ob ich mich früher auf den Weg mache, macht keinen Unterschied. Ohne Sonne läuft es sich auch einfach angenehmer. Also den Schlafsack in den Rucksack gestopft und weiter geht es Richtung Norden.

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Die Spuren, die meine Karre im Sand hinterläßt, können mit den Großen natürlich nicht mithalten ;-)

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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Alexander » 30.12.2014 18:54

Begegnungen

Gelegentlich lege ich eine Pause ein. Besonders, wenn die Natur mit ihrer Schönheit übertrieben hat, oder einfach, wenn es der Körper verlangt. Ich kaue dann auf einem Proteinrigel und trinke ein paar Schluck Wasser. Und: nach dem Essen sollst du schlafen :-) Man möchte jetzt meinen, in der Wüste ist es immer ruhig und still. Nur der Wind weht und es sollte kein Problem sein, den gewünschten Schlaf zu finden. Also lege ich mich neben meiner Karre in den Schatten und schließe die Augen. Als ich gerade noch merkte, dass ich dabei war, ins Land der Träume zu begeben, hörte ich Motorengeräusche :|

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Ich begebe mich also wieder in eine bequeme Sitzposition und kann gerade noch aufstehen, als drei weiße Toyotas vor mir anhalten.

Die Türen der Fahrzeuge werden förmlich aufgesprengt. Drei Fahrzeuge voller Frauen, dem Tour Guide und den Fahrern. Der Guide und die Frauen stürzen sich auf mich: Everything ok? Are you lost? (alles ok? Hast du dich verlaufen?) Ich und verlaufen? Pah, kann ja wohl nicht sein, denke ich mir. Ich versichere, dass alles bestens sei und erwähne nur kurz die Probleme mit meiner Angina. Wie wild beginnen die Frauen sich untereinander zu unterhalten. Ich verstehe kein Wort aus dem italienischen Wirrwarr. Sie kramen in ihrem Gepäck und strecken mir alle möglichen Pillchen und Tabletten entgegen. Ich frage natürlich, um was es sich da handle. Ich möchte nicht versehentlich eine Anti Baby Pille zur Heilung meiner Angina einnehmen. Der Tour Guide, ebenfalls Italiener eilt mir endlich zu Hilfe. Er kämpft sich mutig durch die weibliche Barriere, die sich vor mir aufgebaut hat. Er nennt mir die Namen der Medikamente, die mir allerdings soviel sagen, wie das arabische Alphabet. Der Guide erklärt mir, dass hier ist Antibiotika. Da ich eine kronische Allergie gegen das Medikament habe, lehne ich dankend ab und entscheide mich für das Medikament, dass Aspirin am nächsten kommt. Packungsbeilage und einen guten Rat von meinem Arzt oder Apotheker gibt es nicht. Aber ich vertraue den Italienern. Ich esse ja auch italienisches Eis. Warum nicht auch italienische Medikamente? 8)

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Die Frauen bemerkten nun, dass ich nicht mit dem unmittelbaren Ableben durch Verdursten oder sonstigen Widerwärtigkeiten beschäftigt war, was einen durchaus beruhigenden Eindruck auf sie machte. Grund genug die Medikamente wieder einzustecken und an dessen Stelle die Kameras auszupacken. Ich kam mir vor wie Ronald Reagan bei der Amtseinführung als Präsident der Vereinigten Staaten. Die Kameras wurden auf diesen verrückten Deutschen abgefeuert. Insgeheim hatte ich schon die Befürchtung, dass ich einigen der Bilder auf Facebook begegnen werde.

Der Guide bietet mich noch an mit ihm mitzukommen. Für mich und meine Karre wäre genug Platz und er hätte in der Nähe ein Camp. Ich muss erst mehrmals dankend aber bestimmt ablehnen. Obwohl ich es als durchaus interessante Alternative in Betracht zog einige Tage mit einer Schar italienischer Mädels zu verbringen. 8) Aber ich bin ja wegen der Ruhe hier...

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Ich weiß nicht, wie lange diese Begegnung dauerte. Trotz dieser netten und hilfreichen Menschen war ich froh, als sich die Toyotas wieder in Bewegung setzen und in Richtung Süden abzogen. Einige Minuten später war ich wieder alleine...

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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Alexander » 30.12.2014 19:35

Barrieren

Man kann herrlich durch die Rub al Khali fahren oder laufen. Vielerorts machen es einem die flachen und harten Sebkhas einfach. Doch irgendwann werden die weiten Ebenen durch Sandverwehungen und kleinere Dünen unterbrochen. Was für den routinierten Allradfahrer eine leichte Übung ist, stellt einen Wüstenwanderer vor eine größere Herausforderung. Wie in diesem Fall.

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Links und rechts Riesendünen und eine kleine, nicht mal zwei Meter hohe versperrt die Strecke. Das große Frage lautet immer: Wo gehts drüber? Mangels Übersicht gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder stur über die Düne und man läuft Gefahr in noch schwierigeres Gelände zu geraten. Oder man klettert auf die nächste hohe Düne und verschafft sich einen Überblick.

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Häufig offenbart sich erst von oben die ganze Schönheit der Dünenlandschaft.

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Die kleine Düne verliert sich am Westrand. Ein Umweg von einigen 100 Metern ersparen mir das Abladen und wieder Beladen der Karre, wozu ich eigentlich auch keine Lust mehr hatte, da die Schatten schon länger wurden und sich der Sonnenuntergang ankündigte.

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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Alexander » 31.12.2014 11:24

Umkehr mit Nachtwanderung

Da mir der Vollmond wieder ins Gesicht scheint und die Umrisse des Geländes ganz gut zu erkennen sind, entschließe ich mich zu einer Nachtwanderung.

Es geht wieder zurück. Zur leichteren Orientierung folge ich meinen Spuren, die ich bzw. meine Karre beim Hinweg hinterlassen habe. Allerdings sehe ich sie vor mir im Dunklen nicht. Wenn ich mich aber umdrehe, reflektieren die Spuren meiner Karre das Mondlicht und ich weiß, dass ich in die richtige Richtung laufe. Durch die Räder der Karre wurde der Sand so komprimiert, dass der Sand das Licht reflektieren kann. Der lockere Boden hingegen erscheint im Dunklen schwarz wie die Nacht. Immer wieder schaue ich mich um und plötzlich ist die Spur weg. :shock: Der Mond hatte zwischenzeitlich eine Höhe erreicht, wodurch sich anscheinend der Einfallswinkel des Lichts verändert hat. Ich war von der Spur abgekommen.

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Ich wußte, dass ich hier vor ein paar Tagen schon entlanggelaufen war. Ich kreuze die Sebkha im rechten Winkel, um wieder meine Spur zu finden. Vergeblich. Ich hatte mich so auf die Spurensuche konzentriert, dass ich fast mit meiner Karre diesen Riesenreifen, der hier anscheinend als Wegmarkierung zurückgelassen wurde, überfahren hätte.

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Weiter suche ich meine Spur. Doch was ist das? Ein Verkehrszeichen, mitten in der Wüste sagt mir, ich soll links abbiegen. Als braver Deutscher folge ich natürlich den Verkehrsregeln :mrgreen: und halte mich links und stoße wieder auf die Hauptpiste.

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Langsam verdrängt die aufgehende Sonne die Nacht.

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Ich fahre nicht gerade auf der Überholspur, aber ich komme gut voran ;-)

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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Alexander » 31.12.2014 11:54

Dünenwanderung

Ich sage mir immer, wer nicht auf die Spitze einer Düne geklettert ist, war nicht in der Wüste. Issam würde erst morgen ankommen, um mich abzuholen. Also bleibt mir noch genügend Zeit, um die Wüste zu genießen.

Ich folge weiter der Piste, bis ich mich in der Nähe des vereinbarten Treffpunkts befinde und suche mir eine Düne aus. Nun, wer die Wahl hat, hat die Qual.

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Diese Düne sieht ganz gut aus :roll:

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Oder lieber die hier? :|

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Nein, ich entscheide mich für diesen Sandhügel. Sie erscheint mir die höchste zu sein.

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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Alexander » 31.12.2014 16:11

Unendliche Weiten

Ich parke meine Karre im morgendlichen Schatten einer kleinen Düne, befülle eine Wasserflasche und mache mich auf den Weg durch den Sand in Richtung Dünengipfel.

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Ich habe noch nicht die Hälfte der Strecke hinter mir und ich ahne schon, was mich oben erwarten wird. Schon hier ist die Aussicht fantastisch.

Doch was ist das? Ganz weit in der Ferne bewegt sich etwas. Ich schraube an meinem Zoomobjektiv...

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... und sehe, dass ich nicht der Einzige bin in diesem Teil der Rub al Khali.

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Drei Toyotas graben sich durch den Sand. Sind vieleicht die netten Italienerinnen wieder unterwegs? 8) Ich werde keine Möglichkeit bekommen, dies herauszufinden.

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Im Formationsflug fahren sie auf eine Düne und ich komme gleichzeitig am Gipfel meiner Düne an. Ich messe eine Höhe von 121 Metern.

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Ich bin beeindruckt von diesem Ausblick. Er ist Traumhaft.

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Egal, in welche Richtung ich Blicke. Nach Westen...

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...oder nach Osten, wo ich den Anstieg begonnen haben.

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Ich bin ergriffen von der Schönheit dieser Wüste.

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Ich verbringe den ganzen Tag hier oben. Ich kann mich nicht satt sehen an diesen Dünen und weiten Ebenen, die sich bis zum Horizont ziehen. Ich vergesse Fieber, Angina und die Anstrengungen der Dünenbesteigung. Es ist wie ein Traum. Ich höre nur noch meinen Puls, den Atem und den Wind, der die Sandkörner über den Dünenkamm peitscht.

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Am späten Vormittag legt der Südwind noch zu. Die Sandkörner, die an die ungeschützte Haut prasseln sind wie feine Nadelstiche. Die Sonnenbrille kann die Augen nicht vollkommen von Sand und Wind schützen und ich muss sogar gelegentlich meine Augen mit Wasser auswaschen. Zum Schutz vor dem Sand binde ich mir einen Schesch, sodass er mit der Brille eine Einheit bildet.

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Panoramafoto: Zur Vollansicht auf das Bild klicken

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Die Sonne steht schon nahe am Horizont, als ich mich widerwillig zum Abstieg vorbereite. Ich weiß jetzt schon, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich meine Fußspuren in der Rub al Khali hinterlassen habe.

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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Albatross » 31.12.2014 16:46

Bilder ... vergleichbar mit einem Alpenpanorama....



Mehr davon, bitte
Gruß Albatross
Wer Tippfehler findet darf sie behalten
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Re: The Sound of Silence: Wüstenwandern in der Rub al Khali

Beitragvon Ricca » 01.01.2015 11:15

Zwei Tage noch und dann begeben wir uns auf die Suche nach deinen Spuren. Vielleicht finden wir sie ja... 8)
Faul wie wir sind benutzen wir aber doch lieber das Auto.

Herzliche Grüße
Ricca
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