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Türkei - Kurzabstecher nach Ephesus

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Türkei - Kurzabstecher nach Ephesus

Beitragvon Alexander » 11.08.2015 12:14

Hallo Wüschigemeinde,

Ephesus kannte ich bisher nur aus biblischen Erzählungen. Was wirklich hinter dieser Gegend steckt, konnte ich bei einem kurzen Ausflug dorthin erfahren.

Ephesus liegt ca. 80 km von Izmir entfernt und kann bequem mit dem Pkw erreicht werden. Wer sich nicht auskennt und einen kundigen Führer in Anspruch nehmen möchte, kann diesen Tripp über ein Hotel buchen. Diese bieten diese Ausflüge zwar nicht selbst an, sind aber bei der Kontaktaufnahme mit einer entsprechenden Agentur behilflich. Buchungsmöglichkeiten gibt es auch im Internet z.B. unter http://www.turkeytravelplanner.com/go/Aegean/Ephesus/ oder http://www.ephesus.us/

In der Regel wird man vom Hotel abgeholt. Der Tripp kostete mich 80 Euro. Beinhaltet waren der Transfer vom und zurück zum Hotel, interessante Informationen, die ich ohne Guide nicht erhalten hätte, Eintrittspreise, ein gutes türkisches Mittagsessen in einer Kooperative, die die Nahrungsmittel noch selbst herstellen, Besuch in einer Teppichknüpferei, Besuch in einer Ledermodenhandlung mit Modeschau und ein Besuch im Ephesusmuseum.

Ephesus hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Ursprünglich konnte man Ephesus, Efes oder Selcuk, wie es von den Türken genannt wird mit dem Schiff erreichen. Bis vor 2000 Jahren war Ephesus Seehandelsmetropole mit Zugang zum Meer. Der Fluß hatte aber andere Pläne mit der Gegend und schwemmte Sand und Sedimente in die Bucht, wodurch sich der Hafen immer mehr auffüllte und schließlich unpassierbar wurde. Die Bucht wurde zum Sumpfgebiet, Malaria brach aus, woran ein großer Teil der Bevölkerung starb. Der Rest der Menschen zog aus Ephesus fort.

Zunächst geht es die Serpentinen hoch durch Pinienwälder, deren größter Teil einem Waldbrand 2007 zum Opfer fielen. Oben am Berg gibt es eine Tour zu einem Haus, das ursprünglich von der "Jungfrau Maria" und Johannes bewohnt wurde. Das ursprüngliche Haus als solches existiert nicht mehr, da es nach dem Tod Marias von einem Erdbeben zerstört wurde. Das Haus wurde aber von Christen wieder aufgebaut und diente teilweise als kleines Kloster. Heute steht dort eine kleine Kapelle.

Die Fachleute sind sich nicht sicher, da es keine Beweise dafür gibt. Vermutlich wurde hier eine Zisterne errichtet, die das Wasser für die Pilger auffing. Die kleine Quelle, die dort Wasser zu Tage fördert, dürfte für all die Besucher nicht ausreichend gewesen sein.

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Die Wasserquelle, die aus dem Berg entspringt.

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Hier können Besucher ihre Wünsche auf einen Zellel schreiben und an der Wand hinterlassen. Das hier sind alles meine Wünsche. Ob sie in Erfüllung gehen? ;-)

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Und das sind die Wünsche der restlichen Besucher.

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Die Toilette mit dem wohl schönsten Ausblick. ;-)

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Nach der Anstrengenden Wanderung kann man hier ausruhen. Erfrischungen gibt es an den zahlreichen Ständen.

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Bewacht wird das Ganze von Jandarma...

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...die auch auf die Einhaltung der Kleidungsvorschriften achtet. ;-)

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Re: TR: Kurzabstecher nach Ephesus

Beitragvon Alexander » 11.08.2015 12:26

Die Ausgrabungsstätten sind heute Touristenattraktion. Entsprechend groß ist der Andrang.

Zuerst fallen einem die alten Rohre der Wasserversorgung auf. Der Führer gibt uns einen Überblick über die Geschichte von Ephesus, zeigt uns den Lageplan und beantwortet geduldig alle Fragen.

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Die ersten Bauruinen. Auch wenn die alten Säulen und Gebäude nicht mehr ganz baufrisch aussahen, haben sie mich beeindruckt. Ich liebe dieses alte Zeug.

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Das kleine Amphitheater. Hier herrscht eine irre Lärmkulisse, die allerdings nicht von den Besuchern erzeugt wird. Tausende von Grillen erzeugen in den anliegenden Pinienwäldern ihre Musik.

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Auf jeden Fall sollte man sich vor dem Besuch der Ausgrabungen, je nach Jahreszeit mit ausreichend Getränken versorgen. Innerhalb der Anlage gibt es keine Möglichkeit etwas zu kaufen. Wir hatten 45 Grad - im Schatten!

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Re: TR: Kurzabstecher nach Ephesus

Beitragvon Alexander » 11.08.2015 12:32

Ich frage mich, wieviel Arbeit die Archäologen in diese Grabungsstätte investieren müssen, um all die Schätze ans Tageslicht zu befördern, zu katalogisieren und dann auch wieder so aufzubauen, wie sie damals ausgesehen haben.

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Selbst die alten Marmorwege hat man freigelegt. Sie sind ganz schön glatt und man muß höllisch aufpassen, dass man nicht ausrutscht.

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Auf einigen Baufragmenten gibt es sogar noch etwas zu lesen. Ich kann es allerdings nicht entziffern. Weiß jemand, was auf dem Stein steht?

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Re: TR: Kurzabstecher nach Ephesus

Beitragvon Alexander » 24.08.2015 19:43

Über diese Marmorstraße ging schon Cleopatra und manch andere historische Größen-

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Einige Figuren haben den Kopf verloren, sind aber sonst ganz gut erhalten.

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Keine Ahnung, was auf dem Stein geschrieben steht. Sieht aber intereressant aus. Kann hier jemand im Forum altgriechisch?

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Ich bin mir nicht sicher, ob die alten Bauten das nächste Erdbeben aushalten. In diesem Gebiet bebt gelegentlich die Erde.

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Gut erhalten sind die alten Fresken und Verzierungen.

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Auch die Mosaiken haben die Zeit überlebt und sind noch gut erhalten.

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Re: TR: Kurzabstecher nach Ephesus

Beitragvon aircooled » 25.08.2015 09:59

Hallo zusammen,

ja, Ephesos kann ich auch nur empfehlen (aber es gibt noch eine ganze Menge mehr in der Türkei zu entdecken) -
aber möglichst früh am Morgen bevor die vielen Busladungen von Kreuzfahrtschiffen reingespült werden - es wird da recht voll...

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In der Nähe gibt es einen schönen Campingplatz bei Pamucak - auch mit Dolmuş Anbindung nach Ephesos:

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Mehr Bilders: http://www.vw-t2-bulli.de/index.php?de-travel-2015
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Re: TR: Kurzabstecher nach Ephesus

Beitragvon Alexander » 25.08.2015 20:16

Eine der Höhepunkte in Ephesus: die alte Bibliothek

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Auch aus der Neuzeit gibt es etwas zu bewundern :-)

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Wie schon erwähnt wurde, sollte man Ephesus nicht unbedingt zur Mittagszeit besuchen. Die alten Bauten sind ein richtiger Besuchermagnet. Die Morgen- und Abendstunden eignen sich auch besser zum Fotografieren.

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Hier steht irgendwas von Caesaris zu lesen. Keine Ahnung, ob das etwas mit den alten Cäsaren zu tun hat.

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Re: TR: Kurzabstecher nach Ephesus

Beitragvon Alexander » 05.09.2015 13:15

Am Anfang und am Ende der großen Marmorstraße, die an der Bibliothek vorbei führt finden man einen Fußabdruck und daneben ein kleines Loch. Ein liebeshungriger Mann, der eine Nacht mit der Frau verbringen wollte, die am anderen Ende der Straße stand, mußte das Loch mit Münzen füllen. Danach gehörte die Frau dem Mann für eine Nacht. Die Münzen steckte natürlich die Frau ein. :wink:

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Nochmal die Bibliothek von der Seitenansicht.

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Das große Amphietheater. Egal, wo man saß konnte man die Schauspieler und ihre Darbietungen hören und sehen.

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Einige Sargophage, von denen ich nicht erfahren konnte, wem dort seine letzte Ruhestätte bereitet wurde.

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Am Ausgang gibt es wieder jede Menge Souveniers zu kaufen. Unter anderem werden "echt gefälschte Uhren" angeboten. :lol:

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Re: TR: Kurzabstecher nach Ephesus

Beitragvon Alexander » 20.09.2015 18:10

Nach einem üppigen Mittagessen in einer Kooperative, welche die Lebensmittel noch selbst herstellt, besuchten wir noch eine Teppichknüpferei und liesen uns in die Kunst des Teppichknüpfens einweihen. Uns wurde gezeigt, wie die Seide für die Teppiche aus Kokons gewonnen und zu einem Webfaden gesponnen wird.

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Da die Traditions des Teppichknüpfens immer mehr verloren ging, wurden junge Mädchen dazu motiviert, das Handwerk zu erlernen. Später werden ihnen die Materialien zur Verfügung gestellt, damit sie selbstständig Teppiche herstellen können. Die türkischen Teppiche sind robuster, das sie mit der Zweiknotentechnik gewebt werden und der Faden z.B. beim Staubsaugen fester sitzt, was die Haltbarkeit des Teppichs erhöht.

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Zum Zeitpunkt meines Besuchs arbeiteten fünf Weber an einem Teppich. Mit der größe des Teppichs wollte die Initiative einen Rekord für das Guinessbuch schaffen. Fünf Jahre wurden für die Arbeit veranschlagt. Leider wird bereits an anderer Stelle an dem größten Teppich der Welt gearbeitet und der Rekordversuch wird vermutlich scheitern.

Zum Schluß führt uns der Meister in seine "Schatzkammer". Dort liegen die besonders wertvollen Teppiche. Der teuerste soll ca. 200.000 Euro kosten.

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Zum Schluß besuchten wir noch ein kleines Museum, in dem Ausgrabungen aus Ephesus ausgestellt wurden. Schmuck, Münzen, Gebrauchsgegenstände und noch sehr gut erhaltene Figuren bietet das Museum dem Besucher.
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Der Tag war anstrengend, denn das Programm war ziemlich umfassend und der Tag war extrem heiß. Der Kurztripp hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und ich kann den Besuch von Ephesus nur empfehlen.

Grüsse
Alexander
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