Wüstenschiff • Thema anzeigen - Uganda - Der Norden - Von Kampala nach Karamoja

Uganda - Der Norden - Von Kampala nach Karamoja

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus
Staaten: Äquatorial Guinea, Gabun, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Uganda, Kenia, Burundi, Tanzania, Angola, Zambia, Ruanda, Madagaskar, Mozambique, Zimbabwe, Namibia, Botswana, Malawi, Südafrika, Swaziland, Lesotho

Moderatoren: Alexander, Birgitt, Moderatorengruppe

Uganda - Laropi - Zaiti - Adjumani - Atiak - Kitgum

Beitragvon Birgitt » 22.10.2011 19:29

Hallo Jürgen,

freut mich, dass dir die Bilder gefallen.
Steig ein - es geht weiter ;-)


Am nächsten Morgen starten wir in Richtung Adjumani

Bild

Mit Wahlpropaganda werden wir empfangen -
Museveni verspricht für die Zukunft Wohlstand, gute Straßen und ein Stromnetz ...

Bild

... ein paar Flecken Teer hat er dem Ort bereits vor den Wahlen spendiert ;-)

Bild

In der Regel ist das Straßennetz hier - wie im gesamten Norden - eher "naturbelassen " ;-)

Bild

Bild

In Adjumani gibt es eine funktionierende Tankstelle -
wir tanken voll und setzen unsere Fahrt fort, in Richtung Atiak

Bild

Schöne Rundhüttendörfer am Wegesrand ...

Bild

... ansonsten eher monotone Buschlandschaft ...

Bild

... und die auch oft verbrannt :cry:
Ich hatte es weiter oben ja bereits erwähnt, dass die wenigen Bäume, die noch übrig sind, zu Holzkohle verarbeitet werden. Holzkohle ist die Energie, die Hitze zum kochen liefert - für alle!
Für die Menschen in den kleinen Dörfern genauso wie für die Massen in Kampala und Entebbe.
Millionen Menschen ... und nur noch wenige Bäume ...

Bild

Atiak - ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Norden an der A104, der Hauptachse Süd-Nord von Kampala nach Nimule und weiter nach Juba, Südsudan sowie West-Ost von Moyo nach Kitgum und weiter zum Kidepo Nationalpark

Bild

Wir befinden uns nicht etwa in einer Seitenstraße, sondern direkt an der "Hauptverkehrsader" ;-)
der Durchgangsstraße Kampala - Juba

Bild

Traditionelle Hütten prägen das Ortsbild

Bild

In Atiak erfahren wir, dass die wichtige Brücke über den Unyama eingestürzt ist und wir nicht den direkten Weg nach Kitgum fahren können sondern einen Umweg über Gulu in Kauf nehmen müssen

Und tatsächlich - wir sehen das Hinweisschild "Bridge has colapsed - Road closed"

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Atiak - Kitgum - Brücke über den Unyama

Beitragvon Birgitt » 22.10.2011 21:25

Umweg über Gulu?
Auf gar keinen Fall ... wir entscheiden uns für die "Flucht nach vorne" ;-)
in Afrika geht immer irgendetwas ...

Bild

Es sind wenige km nur,
wir nähern uns dem Unyama-Tal

Bild

Und tatsächlich -
die Brücke ist weg, die Pfeiler stehen noch

Bild

Etwas weiter flussabwärts finden wir die restliche Brücke, die Auflage ...

Bild

Wir checken, ob es möglich ist, den Fluss hier zu queren ...

Bild

Einheimische zeigen uns die Furt, die bisher jedoch ausschließlich von Fahrrädern und Mopeds genutzt wird. Der Wasserstand an dieser Stelle des Flusses ist niedrig, das sollte also kein Problem sein - die Frage ist nur, ob der Wagen zwischen den Felsbrocken hindurchpasst

Bild

Vorsichtig bahnen wir uns den Weg, die Lokals dirigieren

Bild

Es ist Zentimeterarbeit und der G hätte nicht breiter sein dürfen

Bild

Geschafft!

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Atiak - Palaro - Patiko - Bakers Fort - Gulu

Beitragvon Birgitt » 24.10.2011 22:57

Da sind wir nun, auf der anderen Seite des Flusses

Bild

Zwischen Atiak und Paludar - wenige Hütten und ein Schild

Bild

"Do not step on or touch any unknown objects"

Sprengkörper und Landminen!
Auch wenn schon viele Kampfmittel beseitigt sind, das Problem ist nicht zu übersehen ...

Bild

Genau an dieser Stelle zweigt eine schmale, aber gute Piste nach Süden ab - in keiner unserer Karten verzeichnet - die über Palaro und Patiko durch schöne Buschlandschaft nach Gulu führt

Bild

Nach Gulu wollen wir nicht, aber wir beschließen spontan bis Patiko zu fahren -
auch in Patiko die Hinweisschilder auf Landminen ...

Bild

Patiko interessiert uns, weil in unserer Landkarte westlich von Patiko das Baker's Fort eingezeichnet ist.
Gleich am Ortseingang von Patiko führt eine unscheinbare Piste zwischen Wellblechhütten hindurch zum wenige hundert m entfernt und inmitten von Palmen liegenden Fort bzw. seinen Überresten

Bild

Fort Patiko - :arrow: Baker's Fort - 1872 von :arrow: Samuel Baker errichtet und später von :arrow: Emin Pascha genutzt

Bild

Strategisch gut gelegen, auf einer leichten Anhöhe mit gutem Blick in die Ferne

Bild

Auf und um diese Granitblöcke ist das Fort errichtet

Bild

Ein Guide ist sofort zur Stelle, ganz offiziell, mit dem Guest-Book des Government in der Hand.
Eintrittspreis 5.000 USh p.P. gegen Quittung - einschl. privater Führung ;-)

Bild

Bild

Einige Mauerreste sind Zeugen der Vergangenheit

Bild

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Patiko - Paludar - Palabek - Pajimu - Kitgum

Beitragvon Birgitt » 25.10.2011 22:53

Unsere Idee, eventuell an den Ruinen zu übernachten, haben wir schnell verworfen -
es ist uns hier doch etwas zu unruhig ...

Kitgum heißt unser nächstes Ziel!
Der Weg führt zurück über Palaro und dann weiter nach Paludar, Palabek, Gem und Pajimu .

Die Piste ist ausgesprochen gut

Bild

Bild

Kleine Ortschaften, die aus kaum mehr als ein paar Hütten bestehen

Bild

Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind die Brücken in bestem Zustand

Bild

Bild

Die Landschaft zeigt sich nun etwas hügeliger
und es eröffnen sich uns immer wieder schöne Ausblicke

Bild

Bild

Gemütlich rollen wir in Richtung Kitgum

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Kitgum - Fuglys - Bed & Breakfast - Camping

Beitragvon Birgitt » 30.10.2011 15:37

Kitgum -
von Sonja und Marc hatten wir einen guten Tipp zum übernachten - Fuglys! Danke dafür!

Der Südafrikaner Patrick Devy bietet in seinem :arrow: "Fuglys" Bed & Breakfast einige wenige Einzel/Doppelzimmer, außerdem gibt es ein Dormitory. Camping ist unüblich, aber möglich - Duschen/Toiletten des Dormitory können genutzt werden. Preis Camping 10.000 USh p.P. - Bar und Restaurant sind auch zu empfehlen ;-)

Telefon: +256 772065035 / +256 754500555 / +256 757760760
email: fuglyskitgum@gmail.com und fuglys.limited@gmail.com
Koordinaten: 03°17.261'N / 032°52.897'E

Im Ort ist Fuglys besser bekannt unter "Afrimax" - wer also ohne GPS unterwegs ist fragt nach Afrimax ...

Bild

Restaurant und Bar

Bild

Winziger Pool

Bild

Garten mit Camping-Möglichkeit

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Kitgum - Downtown - Markt - Moschee - NGO

Beitragvon Birgitt » 30.10.2011 19:09

Kitgum - einige der Lokals nennen den Ort auch "Shitgum" ;-) hat außer der Tankstelle nichts, was auch nur annähernd von touristischem Interesse wäre. Kitgum war neben Gulu Hauptschauplatz des Flüchtlingsdramas, das mit der :arrow: LRA - Lord's Resistance Army verbunden ist.

In Kitgum Downtown gibt es einige wenige Geschäftsstraßen für Hardware und "Luxusartikel"

Bild

Bild

Bild

Obst und Gemüse findet man auf dem kleinen Markt,
plattgetretene Ratten liegen zwischen den Verkaufsständen auf dem Boden ...

Bild

Bild

Bild

Das eindrucksvollste Gebäude der kleinen Stadt ist die Moschee

Bild

Ugandas Nachwuchs in Kitgum ;-)

Bild

Bild

Wie in Arua, so wimmelt es auch in Kitgum von NGOs -
den Kampfmittelräumdienst von :arrow: Mine Action sieht man genauso ...

Bild

... wie die Fahrzeuge des :arrow: Guinea Worm Eradication Programme

Mein "Seuchentick" hat sich ja so langsam herumgesprochen ;-) wer mehr wissen möchte
zum Guineawurm, der schaut hier :arrow: Guineawurm-Krankheit (Drakunkulose)

Bild

Kitgum und Gulu sind immer wieder in den Schlagzeilen, was Krankheiten betrifft -
scheinbar ist die Region ein Pool für alle Viren dieser Welt ;-)
Anfang 2000 gab es in Gulu den bisher größten Ebola-Ausbruch,
seit Dezember 2010 grassiert in Kitgum nach Jahren wieder das Gelbfieber.

Vor dem Krankenhaus Hinweistafeln für Kranke und Schwangere in Landes- und Bildsprache -
verständlich für jedermann ...

Bild

Bild

Bild

Man kümmert sich um die ehemaligen Kindersoldaten genauso ...

Bild

... wie um die Einhaltung für uns simpler Hygieneregeln beim Toilettengang

Bild

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Kitgum - Matidi - Naam Okoro - Orom - Karenga - Kidepo

Beitragvon Birgitt » 31.10.2011 19:20

Wo wir doch gerade beim Thema sind 8)

Den Lokals die Nutzung einer Toilette näher zu bringen, scheint sich jemand auf die Fahne geschrieben zu haben, denn es gibt eine neue Errungenschaft in den Dörfern! Zumindest im Norden Ugandas - ich habe das in diesem Jahr zum ersten Mal in Afrika gesehen:

TOI TOI

Irgendwer muss den Dörfern Dixi-Klos spendiert haben, man sieht sie in jedem Dorf dort!
Manchmal stehen 6-8 in einer Reihe, manchmal nur 2 (so wie auf dem Bild)

Es sieht zugegebermaßen etwas schräg aus, diese Plastikboxen zwischen den traditionellen Hütten ;-)

Bild

Weiter gehts!
zum Kidepo Valley National Park sind es 134 km ab Kitgum

Bild

Die anfänglich etwas dichtere Besiedlung wird Richtung Osten dünner

Bild

Baumwollfelder prägen die Landschaft

Bild

Bild

Nur wenige Orte liegen auf dem Weg, Tankstellen gibt es keine mehr

Bild

Bild

Die Piste ist durchweg gut und nur in wenigen Teilbereichen etwas ausgewaschen

Bild

Vor uns das über 2000 m hohe Bergmassiv der Nangeya Mountains

Bild

Wir fahren hinein in die Berge

Bild

Bild

Das Bergmassiv lassen wir schnell hinter uns
und schauen nun zum ersten Mal hinab in das Kidepo Valley

Bild

Nur noch 24 km bis zum Ziel

Bild

Bild

Wir haben nun die entscheidende "Straßen"-Kreuzung erreicht, hier gabelt sich die Piste.
Es sind 22 km bis zum Kidepo NP, d.h. bis zum Apoka HQ -
und 73 km sind es bis Kaabong, dem ersten größeren Ort im Karamoja-Gebiet.

Richtung Kaabong liegt auch das im Bau befindliche Nga'Moru Wilderness Camp von Patrick Devy (dem Besitzer des Fuglys in Kitgum) - ein luxuriöses Camp direkt am Rande des Kidepo Nationalpark mit einem umwerfenden Weitblick. Camping ist hier in Zukunft leider nicht vorgesehen.

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Re: Uganda - Der Norden - Von Kampala nach Karamoja

Beitragvon Bodensee » 05.11.2011 18:37

Vielen Dank für die tollen Fotos, machen Laune und erhöhen das Reisefieber. Im Augenblick muss es in Uganda ziemlich nass sein, denn Regenfälle "biblischen Ausmasses" haben die Hauptstadt innert einer Woche gleich zweimal überschwemmt und gewaltige Schäden angerichtet. Da ich nicht glaube, dass der Regen nur lokal aufgetreten ist, müssten etliche Strassen und Pisten ausserhalb arg gelitten haben.
http://in2eastafrica.net/second-major-f ... s-kampala/

Der Kommentar lässt auch hausgemachte Probleme nicht aussen vor!
Bodensee
 
Beiträge: 570
Registriert: 08.04.2011 18:37
Wohnort: Bodensee

Uganda - Kidepo Valley - Nga'Moru Wilderness Camp

Beitragvon Birgitt » 06.11.2011 19:15

Hallo Bodensee,

ja im Augenblick ist es dort überall nasser als üblich, nicht nur in Norduganda, auch der Norden Kenias und der Süden Äthiopiens sind betroffen. Bevor man sich auf den Weg in diese abgelegenen Gebiete macht, sollte man die Wetterkarte ganz genau studieren ;-) Naglwitz erfährt ja gerade am eigenen Leib wie Schlamm sich anfühlt 8)


Wir fahren zum Nga'Moru Wilderness Camp - GPS 03°37.700'N 33°44.598'E

Schnell ist klar, dass wir die Nacht bei ihnen auf der Wiese verbringen dürfen -
solange der offizielle Luxus-Camp-Betrieb noch nicht aufgenommen geht das problemlos - sehr schön :-)

Und wir werden auch gleich eingeladen auf eine kleine spätnachmittagliche Spritztour.
Los geht es mit dem alten Landy - das ist einmal ein ganz neues Offroad-Gefühl für mich ;-)

Bild

Bild

Unser ganz privater Platz für den Sundowner -
wir machen es uns auf dem Dach des Landys mit einem kalten Bier gemütlich ...

Bild

... und lassen die grandiose Weite der Landschaft mit den Bergen des Südsudan im Hintergrund auf uns wirken

Bild

Bild

Unter dem Leberwurstbaum eine Löwin -
wir beobachten sie, und sie uns ...

Bild

... als sie langsam immer näher auf uns zu kommt schaltet sich mein Kopfkino ein und ich verliere die Nerven. Langsam seile ich mich vom Dach ab. Ins rettende Auto. Erst als ich im Wagen sitze, bemerke ich, dass der alte Landy gar keine schützenden Scheiben mehr besitzt :mrgreen:

Es wird langsam dunkel, wir fahren zurück zum nur wenige km entfernten Camp,
genießen das gemeinsame Lagerfeuer und hören uns die Geschichten aus der Region an

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Kidepo Valley National Park - Landkarte - Map

Beitragvon Birgitt » 06.11.2011 20:13

Eintritt Kidepo Valley NP:
30 US$ pro Person je angefangene 24 Stunden
50 US$ für ein Fahrzeug mit ausländischem Nummernschild (15.000 USh für ein in Uganda registriertes Fahrzeug)
15.000 Ush p.P. Camping auf der wirklich superschön gelegenen Public Campsite (GPS 03°43.744'N 33°41.374'E)
(kein Wasser, dafür aber Feuerholz reichlich vorhanden!)

Derzeit aktuelle Preise siehe :arrow: hier

Da wir kein Kartenmaterial vom Kidepo hatten, und beim Gate auch nichts zu bekommen war, habe ich die nachfolgende Karte in der Rangerstation in der Nähe des Apoka HQ einfach abfotografiert ;-)

Bild

Der Nordteil des Parks im Detail

Bild

Die Mitte des Parks im Detail

Bild

Details vom Südteil des Parks

Bild

Erläuterung meiner farbigen Markierungen:

türkiser eckiger Balken = Katurum Gate - das von uns benutzte südliche Park-Entrance-Gate
violetter eckiger Balken = weitere Gates im Südosten sowie Nordosten des Parks
grüner Kringel = Katurum - die Ruinen der ehemalige Lodge zu Zeiten von Idi Amin
gelber kleiner Kringel = Public Campsite (GPS 03°43.744'N 33°41.374'E)
roter Kringel = Apoka Lodge mit Park HQ
hellblauer Kringel = Kananarok Hot Springs und Militärposten an Grenze Südsudan (Nordteil des Parks)
graues Dreieck = Nga'Moru Wilderness Camp
royalblauer abgerundeter eckiger Balken = Elektrozaun, der Nord- und Südteil trennt. Für den Nordteil bei Fahrt über Apoka bewaffneter Guide ab "electric fence" notwendig

Die breiten schwarzen Linien sind die Pisten -
man sieht sehr schön die Pisten für Game Drives um Apoka herum.
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Kidepo Valley - Apoka - Narus - Kananarok Springs

Beitragvon Birgitt » 06.11.2011 22:58

Wir starten am Katurum Gate, dem südlichen Parkeingang

Bild

Katurum Lodge - um die Ruinen ranken sich haarsträubende Legenden -
zu Idi Amins Zeiten sollen Menschen von den Felsen hinuntergestoßen worden sein, ihre Gebeine - so heißt es - liegen auch heute noch am Fuße der Felsen. Bewacht von hunderten Schlangen.

Wir haben den Toten (und den Schlangen) ihren Frieden gelassen und die Ruinen nur aus der Ferne betrachtet

Bild

Der Kidepo Valley Nationalpark umfasst zwei Flusstäler:

- im Norden das Tal des Kidepo, der zeitweise völlig austrocknet und sich nur in der Regenzeit in einen Fluß verwandelt
- im Süden das Tal des Narus, der ganzjährig Wasser führt

Nun ist der Narus allerdings kein Fluss im herkömmlichen Sinn, sondern eher ein Wasserlauf - mal ober- und mal unterirdisch. Man erkennt seinen unterirdischen Verlauf sehr leicht an dem zarten Grün der Oberfläche, wo sich die Tiere tummeln - an einigen Stellen jedoch hat der Narus die Erde aufgebrochen und sein Rinnsal sucht sich den Weg

Bild

Das "Leben" spielt sich daher im Narus Tal ab, das dominiert wird von riesigen Büffelherden. Schätzungsweise 6000 Tiere leben im Park, die sich auf wenigen Kilometern hin und her bewegen. Die Sichtung der Herden ist deshalb zu 100 % garantiert ;-)

Bild

Bild

Die Reste eines Kills am Wegesrand -
Geier lungern in der Nähe

Bild

Ganz gemächlich cruisen wir über die Pisten im Narus-Tal -
auf der Suche nach weiteren Tieren ...

Bild

... die gegenüber den Büffeln aber deutlich in der Unterzahl sind ;-)

Bild

Eine der zahlreichen Windhosen

Bild

Das Herzstück des Narus Tal ist die leicht erhöht gelegene Apoka Lodge mit dem Apoka HQ. Die Lichter des kleinen Villages sind nachts deutlich zu sehen - und (leider) auch die Suchscheinwerfer der Safari-Fahrzeuge, mit der die Fly-In-Touristen auf dem nächtlichen Gamedrive auf "ihren" Leopard hoffen ;-)

Die Campsite ...

Bild

... sehr schön gelegen auf einem kleinen Granithügel.
Die Granitfelsen sind perfekte Sitzmöbel für den Wein am Abend, denn von hier hat man einen wunderbaren Blick über das Narus-Tal bis hin zum Apoka HQ

Bild

Klippschliefer wohnen hier -
ungemein neugierige und putzige Kerlchen

Bild

Die Sonne versinkt hinter dem Horizont

Bild

Am nächsten Morgen - wir sind auf dem Weg in den Nordteil des Parks - versperrt uns kurz hinter Apoka ein Elektrozaun den Weg

Bild

Ab hier soll uns ein bewaffneter und gesondert zu zahlender Guide begleiten -
wir drehen um und studieren in der Rangerstation die Karte.

Von unserer Campsite führt eine Piste entlang der Parkgrenze zunächst in westliche Richtung, um später nach Norden abzuzweigen. Wir sind richtig. Die Piste scheint nicht sehr stark frequentiert

Bild

Elefanten unterwegs

Bild

Kidepo River

Bild

Bild

Borassus-Palmen säumen die Piste

Bild

Piste entlang der park- und gleichzeitig südsudanesischen Grenze -
auf unserer Suche nach den Kananarok Springs

Bild

Sattes Grün weist uns den Weg ...

Bild

... zu den Quellen

Bild

Bild

Die erhofften Tiermassen bleiben aus, das Wasser riecht unangenehm nach Schwefel -
lediglich einige Affen treiben sich hier rum

Nur wenige Meter hinter den Quellen ein Militärposten

Bild

Wir sind etwas verunsichert, wie sie reagieren, da wir den Elektrozaun ja einfach umfahren haben. Aber sie erklären uns ganz freundlich, dass sie hier stationiert sind, um den Grenzbereich zu sichern, denn gleich hinter dem Posten beginnt der Südsudan.

Auf dem Rückweg wählen wir - ganz bewusst - die Hauptpiste Richtung Apoka. Die Rückseite des Elektrozauns interessiert uns, und auch, ob man uns durchlässt. Ja - man lässt uns ohne Diskussion passieren. Lachend öffnen sie das Tor und wünschen uns eine gute Fahrt.

So ganz verstanden haben wir den Sinn des Zauns nicht. Würde er der Sicherheit dienen, dann wären alle Pisten nach Norden nicht passierbar. Eine zusätzliche Einnahmequelle, um Ranger als Guides den Touristen zu verkaufen, schließen wir auch aus. Hier ist viel zu wenig Individualtourismus, als dass sich das lohnen würde.

Egal - wir verlassen ein schönes aber leider auch viel zu kleines Stückchen Paradies

Bild

Noch ein Hinweis:
Der kpl. Park ist teilweise extrem TseTse-verseucht, insbesondere in den etwas "bewaldeteren" Regionen. Glücklicherweise ist die Campsite nicht davon betroffen. Übrigens, TseTse verschmähen mit LSF 20 eingecremte Haut - Personen ohne Sonnenschutz hingegen scheinen ziemlich schmackhaft ;-)
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Karamoja - Magos - Ethno Veterinary Project

Beitragvon Birgitt » 08.11.2011 23:04

Karamoja -
der (wilde) Nord-Osten Ugandas.

Wir haben viel gelesen, noch mehr gehört und daher einen gehörigen Respekt vor der nun vor uns liegenden Strecke. Nicht wegen der Schwierigkeit der Piste, sondern wegen der Sicherheit. Wer die Nachrichten zu Uganda etwas verfolgt, weiß um die immer wieder aufflackernden Cattle-Fights, oft begleitet von etlichen Toten. Wer sich etwas für die Hintergründe interessiert, schaut bitte in den nachfolgenden Link

:arrow: Uganda - Karamoja - Kampf ums letzte Stück Vieh

In den Wochen vor unserer Abreise wurde es ruhiger in der Region, das Entwaffnungsprogramm und die (möglicherweise aufgrund der gerade stattgefundenen Wahlen verstärkte) Präsenz des Militärs zeigt Früchte. Unterwegs in den Dörfern erkundigen wir uns dennoch immer wieder nach der Sicherheitslage für den jeweils folgenden Streckenabschnitt.

Wie mit dem Lineal gezogen führt die Piste kilometerlang geradeaus Richtung nach Magos,
im Hintergrund sieht man bereits den knapp 2500 m hohen Lwala, einer der Berge des an Kenia grenzenden Gebirgszugs

Bild

Bild

Wir erreichen Magos, das erste Dorf im Karamoja-Gebiet

Bild

Im Ort treffen wir Tom Reed mit seinem extravaganten Bullbar ;-)

Bild

Bild

Tom betreut das Ethno Veterinary Project der :arrow: Christian Veterinary Mission USA
welches neben dem christlichen Auftrag ;-) das traditionelle Wissen um die Karamoja Rinder bewahren soll.

Hier zwei Videos des CVM zu diesem Projekt:


[youtube2]http://www.youtube.com/watch?v=dqF--lvzbl4[/youtube2]

[youtube2]http://www.youtube.com/watch?v=bRmyyAfN4fg[/youtube2]
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Karamoja - Magos - Kaabong - Kalebasse

Beitragvon Birgitt » 11.11.2011 22:37

Die Kids aus Magos

Bild

Bild

Wir sehen eine rauhe und trockene Landschaft, die in ihrer Kargheit fasziniert.
Der Abschnitt zwischen Magos und Kaabong zählt für mich zu den landschaftlich schönsten Strecken im Norden Ugandas.

Bild

Bild

Wir rollen Richtung Kaabong

Bild

Zwischen Magos und Kaabong ist Kürbis-Land,
wer eine schöne Kalebasse sucht, sollte sie hier besorgen

Bild

Kaabong ...

Bild

... ein kleiner, staubiger Ort

Bild

Bild

Kein Tropfen Wasser im Fluss

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Karamoja - Karimojong - Aloe - Koputh - Loyoro - Rengen

Beitragvon Birgitt » 11.11.2011 23:57

Je weiter sich die Piste von dem an Kenia grenzenden Bergmassiv entfernt,
desto "langweiliger", d.h. flacher wird auch die Landschaft.
Den einzigen "Farbkleks" malen einige Inselberge und große Sukkulenten.

Die Strecke von Kaabong nach Koputh

Bild

Bild

Von Koputh durch sanfte Hügellandschaft nach Osten, in Richtung Loyoro

Bild

Bild

Christliche Mission am Wegesrand

Bild

Gabelung, der Weg über die Brücke führt weiter nach Loyoro

Bild

Wir biegen hier ab nach Kotido -
der Streckenabschnitt Koputh - Kotido war auf der ganzen Reise der am wenigsten dicht besiedelte

Bild

Das erste Drittel dieser Strecke wird geprägt von Aloe-Pflanzen

Bild

Bild

im weiteren Verlauf folgt Dornbuschlandschaft

Bild

Bei Rengen - kurz vor Kotido - wird es wieder etwas lebhafter

Bild

Bild

Typische Ansiedlung der Karimojong -
die strohgedeckten Rundhütten werden mit Dornbuschhecken umfriedet,
sie selber suchen den Schatten, den wenige Bäume spenden

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

Uganda - Karamoja - Karimojong - Koputh - Kotido

Beitragvon Birgitt » 12.11.2011 20:53

Kotido ...

Bild

... neben Moroto die wichtigste Versorgungsstation in Karamoja -
es gibt kleine Geschäfte, einen Markt, einfache Restaurants mit traditioneller Küche und auch einfache Übernachtungsmöglichkeiten in kleinen Hotels. Wir haben das uns empfohlene Restaurant des "Paradise Hotel" getestet - Posho, Chicken, Beef und Soße ... das übliche halt ;-) aber lecker!

Bild

Bild

Der kleine Ort besitzt auch zwei Tankstellen, die jedoch nach Auskunft der Lokals nicht durchgängig Sprit haben.
Es ist also besser, sich nicht darauf zu verlassen und genügend Reserven dabei zu haben.
Bei unserem Besuch in Kotido waren beide Tankstellen in Betrieb!

Bild

Die Stanbic Bank hat eine Filiale in Kotido -
keine Bange, die Bank hat einen modernen gut klimatisierten Raum in dem festen Gebäude linkerhand.
Das Zelt ist nur Herberge für den Watchman und den Beratungsschalter ;-)

Bild

Musevenis Wahlpropaganda macht auch hier nicht halt -
der Präsident als Rambo auf dem Wandkalender in der Tankstelle :lol:

Bild

Bild
Birgitt
Moderator
 
Beiträge: 24287
Registriert: 02.08.2005 21:52
Wohnort: NRW / Südl. Rheinland

VorherigeNächste

Zurück zu Südliches Afrika

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste