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unsere grosse Reise rund um Afrika

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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 22.06.2015 11:37

Jordanien

Afrika haben wir seit Ägypten hinter uns gelassen, was nun kommt ist noch die Zugabe, den 1. Teil der Zugabe aus dem Sinai habt ihr schon gelesen.
Nun ein weiterer Höhepunkt unserer Reise, Jordanien, das vorletzte Land bevor wir wieder das europäischen Festland erreichen.

Eigentlich wollten wir mit der Fähre oder Frachtschiff von Ägypten in Richtung Europa reisen.

Da dies im Moment nicht möglich ist, kam die Variante Israel ins Spiel, ok, warum auch nicht.

Wenn Israel dann evtl. auch noch Jordanien, so im vorbeifahren mitnehmen, wir haben uns überreden lassen.
Mit vorbeifahren wurde nichts!

Jordanien ist absolut eine Reise wert.

Wir kamen mit der Fähre in Aqaba an, von Nuweiba in 3 Std. rübergeschippert.

Da der Zoll in Aqaba im Moment in einer Umbauphase ist, wusste so recht niemand was mit uns anzufangen.
Wir fuhren aus der Fähre, der erste Polizist sagte uns, geht den Pass stempeln lassen, dann seid ihr frei.

Ganz so einfach war’s dann doch nicht.
Pass stempeln geht erst nach:
Fahrt durch den Skanner, wo man ein Papier herhält.
Ohne das Papier, das 2 x gestempelt sein muss, kommt man nicht raus.
Dann zur Versicherungsgesellschaft, unser Chistli kostete für einen Monat 100 Dinar,
umgerechnet 140 US$
Mit der Versicherungspolice zur Polizei, wo man für 20 Dinar eine Fahrerlaubnis erhält und er das Skannerformular stempelt.
Dann zur Immigration für das Visum, das gratis ist.
Weiter zum nächsten Beamten, der die Augen scannt und den Einreisestempel im Pass anbringt.
Dann zum Zollbeamten, der das Skannerpapier ein weiteres Mal stempelt.
Dann endlich zur Schranke, wo der Beamte das Skannerpapier einzieht und einem einreisen lässt.

Alles zusammen 2 Stunden mit einem Polizisten, der sehr hilfreich uns begleitet hat, allerdings auch nicht so genau wusste wohin und in welcher Reihenfolge.
Ein Trinkgeld für seine freundliche Hilfe lehnte er entschieden ab.

Wir sind frei, frei von Kontrollen, bei jedem Polizei- oder Militärposten wurden wir durchgewunken.

Konnten an allen Plätzen „wild“ campen und wurden überall sehr freundlich und hilfsbereit empfangen.

Nun aber zurück zum Anfang.
Aus dem Zoll raus, gleich rechts in Richtung Saudi Arabien, nach wenigen Kilometern sieht man dann die ersten öffentlichen Strände.
Wir stellten uns bei N 29° 25. 398 E 034° 58. 443
einfach auf den riesigen Strandparkplatz, in der Nähe ein WC.
Ein unbehelligte und relativ ruhige Nacht war uns beschert.

Weiter ins Wadi Rum, eines der Highlight Jordaniens.
Wir bewunderten 3 Tage lang die grandiosen Felsformationen, fuhren einige der Wadis ab.
Mussten auch 2 Mal schaufeln, als ob man’s nicht besser wüsste, zu wenig Luft abgelassen.
Wir standen jedesmal an traumhaften Übernachtungsplätzen, ganz für uns alleine.
Touristen hatte es praktisch keine.
Im Norden rein, im Süden nach einer schönen Pistenfahrt wieder raus.

In der Nähe von Burqat Al Mudawwara, in der Nähe der saudischen Grenze haben wir ein einsames Bushcamp gehabt.

Richtung Norden auf der „5“ ging’s auf gutem neuem Asphalt, zwischen hohen Zäunen, dahinter teilweise bewässerte Grünflächen , Wüste und wieder grandiose Bergwelt , nach Ma’an und weiter nach Petra bzw. der Stadt Wadi Musa.

Wir erkundigten uns bezüglich der Öffnungszeit und des Preises, der einem dann schon ein wenig erschaudern lässt, 50 Dinar, 70 US$, ganz schön happig für einen Tag Felsen schauen.

Wir fuhren in Richtung Little Petra wo wir dann hinter Felsen einen, von manchem Traveller benutzten Stellplatz fanden, allerdings sind dort auch viele die Einheimischen unterwegs.
Die Partyplätze sehen dementsprechend aus.

Früh am Morgen, 6 Uhr rein in die Schlucht.
An der Kasse war der Rolladen noch zu, wir durften trotzdem bezahlen.
Was einem erwartet ist nicht zu beschreiben, nicht nur die aus dem Fels gehauenen Gebäude waren beeindruckend, für mich ist das, was die Natur hier geschaffen hat einfach unbeschreiblich,
kein Künstler könnte so kunstvolle Gebilde erarbeiten, ähnlich wir im Wadi Rum, nur noch imposanter.
Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Lange Rede kurzer Sinn, fahrt einfach mal selber hin, es lohnt sich.
Als dann die Touristentrupps kamen, waren wir schon wieder auf dem Rückweg.
Gingen noch einen Hamburger Essen, bei den Preisen liegt nicht mehr drin.
Ein Bier konnten wir uns verkneifen, die Flasche zu umgerechnet 9 US$ ist dann doch zu viel des Guten.

Wir fuhren in Richtung Klein Petra und fanden am Eingang der Schlucht ein schönes Camp, mit Dusche und WC und einem feinen Frühstück, am Abend Lagerfeuer mit dem Bedu, der das Camp betreut.
Das Rock Camp N 30+ 24. 722 E 035° 27. 103
Ist zu empfehlen und mit 20 Dinar (28 US $) noch im Preisrahmen.
Hier kann man den Wassertank wieder auffüllen, von hier aus kann man in die Schlucht Little Petra wandern.

Wir hatten vom Vortag noch genug und fuhren weiter über einen Pass, einer im Bau befindliche Passstrasse,
die offiziell im Moment gesperrt ist ins Wadi Araba.
Danke Achim für den Tipp, einfach grandios.
Die Strecke ist aber, im Moment nur bedingt befahrbar und man muss über geschobenes Geröll am Abhang entlang.
Nur mit hohem Allrad möglich.
Dies ändert sich, denke in einem Jahr wird die Strecke soweit fertig sein, eine gut zu befahrenen Strasse entsteht.
Leider, so werden einem dann auch noch die letzten Abenteuer genommen.
Mit teilweise Blick nach Israel geht es spektakulär ins Wadi Araba hinunter, nach jeder Kurve ein noch grandioserer Ausblick.
Einmal im Wadi angekommen, führt eine gute Teerstrasse Richtung Norden, links und rechts gesäumt vom Sand und unendlich vielen Akazien und Grünzeug am Boden.
Westlich davon teilweise schöne Sanddünen, im Osten die beeindruckenden Berge.

Wir wollten in einem sogenannten Oecocamp N30° 37. 439 E 35° 29. 658 /( nur zur Information) übernachten, suchten das Camp bis wir das Bergmassiv erreicht hatten, über himmeltraurige Piste, vorbei an unzähligen Wasserleitungen aus denen an vielen Orten das Wasser geronnen ist, was wir vorfanden war ein verfallenes, verwahrlostes Camp und niemand war „zu Hause“.
Also, alles wieder zurück auf die Teerstrasse und ganz in der Nähe in ein kleines Seitental, für ein Buschcamp.
Bushcamp N 30° 36. 268 E 35. 21. 403
Wie immer wieder eine friedliche Nacht, nicht so kühl wie im Rock Camp, am Abend den Sonnenuntergang genossen und am Morgen mit den Vögeln aufgestanden, die warteten schon auf unser Brot.
Am Abend immer noch 38 °, Kunststück, als ich auf’s GPS schaute 63 m ü M, gegenüber mehr als 1000 am letzen Camp.
Was in Jordanien schön ist, die Distanzen kurz sind.
Man fährt manchmal keine 50 km, schaut sich die grandiose Landschaft an, macht ein Camp, niemanden interessiert es, höchstens kommen mal ein paar Beduinen vorbei um guten Tag zu sagen, oder einem zu einem Tee einzuladen.

Wir fuhren weiter und kamen auf die „65“ immer entlang der israelischen Grenze, dann der Abzweig wieder in die Berge.
Über At Tafila, der quirligen Stadt, in der man praktisch alles einkaufen kann, hier tankten wir auch Diesel für umgerechnet 70 Eurocent der Liter, führte uns eine schmale Strasse, abseits der Hauptstrasse, durch die karge Berglandschaft , steinig, sandig mit vielen Disteln und Dornbüschen.
Dazwischen die mühsam angelegten Felder und Olivenplantagen, eine fast unwirtliche Gegend.
Dort oben in der Nähe des Dorfes Irhab, auf dem Berg fanden wir ein weiteres, nicht so gemütliches, aber ruhiges Plätzchen mit schöner Aussicht auf die Felder und die umliegenden, kargen Berge um zu übernachten.
Bushcamp N 30° 55. 677 E 035° 36. 011
Ab und zu hielt ein Fahrzeug an, bog ab in „unseren“ Feldweg und fragten was wir hier machten, woher und wohin.
Die Nacht war wieder einmal angenehm, da auf 1134 m.
Gemütlich gefrühstückt, mit Blick von der Terrasse ins Tal.

Der Ramadan hat begonnen, mal sehen ob’s unter Tags auch hier nicht zu kaufen gibt.
Nur 78 km weiter, mit grossem Bogen auf die „35“ , dem Kings Highway und wir waren in Al Karak,
viel Verkehr und enge Gassen.
Wir verzogen uns gegenüber auf den Berg und machten das obligate Foto vom dortigen Restaurant aus, von hier hatten wir eine schöne Aussicht auf die Festung, einen Besuch ersparten wir uns.
Weiter gings zum Wadi Mujib, von oben hatten wir eine grandiose Aussicht in den Canyon, wir fuhren dann in das Wadi , eine gut geschobene Piste führte uns dann zu einem schönen Stellplatz, direkt am Bach, der das Restwasser des Stausees führt.
Auf dem Weg dorthin überall bewässerte Melonenfelder in den Berghängen, wir wurden von einem der Bauern angehalten, der hat uns dann 2 Melonen als Geschenk gegeben.
Wir dachten, hier am Ende der Piste haben wir ein einsames Plätzchen gefunden, weit gefehlt.
Eine halbe Stunde später trafen 2 Pickups mit ca 10 Männern ein, die einen gingen mit den Netzen zum Fischen in den Bach, die anderen fingen an Karten zu spielen.
Später wurden wir von ihnen noch zum Essen eingeladen.
Die Fische, nicht gross aber so 40 an der Zahl, wurde frittiert und einen Gemüseeintopf mit Brot gab es dazu.
Wurde ein gemütlicher Abend und wir sassen bis spät in die Nacht und plauderten.
Irgend wann um ca 23 Uhr kam Unruhe auf, in kurzer Zeit wurde alles zusammengeräumt und schwuppp di wupp war auch schon Ruhe eingekehrt.
Wäre ein schöner Platz gewesen für ein paar Tage, leider hat es in der Nacht praktisch nicht abgekühlt, wir waren auf 5 müM, erst gegen Morgen hatte es so um die 30 °.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück, wir waren schon wieder zügig am schwitzen, fuhren wir zurück auf die Hauptstrasse und dann durch unendlich viele Getreidefelder nach Um el Rasas, wir machten eine Rundgang durch die Ruinen, Gott sei Dank war der Bereich mit den vielen Mosaiken überdacht, so hatten wir wenigstens ein bisschen Schatten.

Weiter ging’s nach Mukawir und dann ein schmales sehr schlechtes Strässchen mit extremem Gefälle runter zum Toten Meer, -401 m das ist schon eine Ansage.
Mit 43° war die Wärme angenehmer als wir uns vorstellten, trotzdem waren wir froh als wir auf unseren weiteren Fahrt am Mt. Nebo, dem Mosesberg ankamen, hier oben, 1100 m höher auf 700 m, ging ein angenehm kühles Lüftchen.
Wir besichtigten auch hier die Ruinen, vieles war abgesperrt und im Bau, auch die Aussicht rüber nach Israel war nicht überwältigend, alles war dunstig.
Unsere Wasservorräte gingen langsam zu Ende, aber Dank Moses mit seinem Stock konnten wir an der Mosesquelle, die ohne Unterbrechung grosse Mengen an Wasser ausspuckt, unsere Tanks mit sauberem, kühlem Wasser ,
aus der geschichtsträchtigen Quelle füllen.
Du Umgebung war allerdings alles andere als heilig, Abfall wohin das Auge reicht, alles ist, wie an vielen schönen Plätzen in Jordanien, vermüllt.
Am Abend stellten wir uns auf den grossen Parkplatz gegenüber des Polizeipostens, dank kühlem Wind konnten wir wunderbar schalfen, bis die Jungs, vollgefressen um Mitternacht,m ihre Autos und Musikanlagen auf dem PP ausprobieren mussten, den Tag verpennen sie.

Am Morgen dann nach Madaba, hier gibt es viele Kirchen mit noch mehr Mosaik zu sehen.
Vom Parkplatz des Visitor Center lässt sich die ganze Palette „ablaufen“, einen Plan erhält man im Visitor Center.
Die Stadt selber war, dank beginnendem Ramadan ziemlich ruhig, nur das Foodgeschäft läuft wie geschmiert.
Ist wie bei uns in der Weihnachtszeit, der Umsatz im Ramadan steigt um ein vielfaches.
Der Tag wird verschlafen, wenn man mal jemanden wach erwischt, ist er meist quengelig, wäre ich auch ohne essen und trinken.
In der Nacht wird dann die Sau rausgelassen, was für eine Heuchelei.

Nun gut, andere Länder, andere Sitten, wir fuhren wieder hoch zum Mt. Nebo PP, wo wir ähnliches erlebt haben, allerdings, da es Freitag war, mit der ganzen Familie.
Beim Eindunkeln wurde aus dem PP ein Festplatz, Teppiche wurden ausgebreitet, für die Kinder die Dreiräder und die Elektroquads ausgepackt und somit wir waren mitten auf einem Rummelplatz, wir bekamen zur Feier des Tages noch feine Datteln und Süssigkeiten geschenkt.

Es ist Zeit Richtung Norden zu fahren.

In Amman in den Carefour zum einkaufen.

Für uns ist es im Moment genug der Kultur und so suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen mit halbwegs anständiger Infrastruktur
Im Olive Branch Resort in Jerash, auf 900 m haben wir einen, eher zu kühlen, aber friedlichen Platz beim Hotel gefunden, ist mit umgerechnet gut 30 $ eigentlich zu teuer, aber was soll’s, andere Alternativen gibt es nicht.
Duschen mussten wir zwar kalt aber es war sauber inkl. des WCs.

Wir bereiten uns vor auf die Einreise in Israel, gehört haben wir zwar nichts Gutes, lassen wir uns überraschen.
Morgen geht’s zum nördlichsten Grenzübergang von Jordanien nach Israel , Scheich-Hussein-Brücke.

Liebe Grüsse noch aus Jordanien
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 22.06.2015 11:48

Fotos Wadi Rum

hier ein Beispiel, was passiert, wenn die Tiere die Plastiktüten fressen, sie verenden jämmerlich.
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und immer wieder traumhafte Stellplätze, ganz für uns alleine
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die riesige Heuschrecke war ungefähr 10 cm lang
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Gruss Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 22.06.2015 11:59

Petra, mal ohne Touristen, bzw. mit sehr wenigen
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Wadi Araba wäre eigentlich gesperrt, so hatten wir absolut keinen Verkehr ausser den Baustellenfahrzeugen
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Kornfelder an den unwirtlichsten Hängen
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 22.06.2015 12:17

und noch ein paar Impressionen aus Jordanien

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der Mujib Dam
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Die Piste unterhalb des Mujib Dam führt zu einem schönen Stellplatz, der Bach führt Wasser und Fische
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gemütlicher Abend mit Einheimschen, die hierher kommen um zu fischen und hinterher die gefangenen Fische gleich verspeisen.

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Guss Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 22.06.2015 12:43

wenn das Wetter klar wäre, ja wenn, dann könnte man vom Mosesberg aus viel mehr sehen

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Die Mosesquelle

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es ist Ramadan Zeit, da wird mal richtig gegessen
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so weit geht's runter der tiefste Punkt der Erde über Wasser
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ich bin ja sonst kein Kirchenfan, aber die Stadt Madaba muss man besucht haben
Moscheen und viele schöne Kirchen mit sehr vielen Mosaiken

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Die Mosaiken muss man selber anschauen, kommen in den Fotos nicht so gut raus, oder ich bin kein guter Fotograf

Gruss Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon UliSatz » 22.06.2015 16:15

Hallo Stina & Turi,
haben Euch nun noch rechtzeitig vor Eurem Reiseende im WüSchi entdeckt -
und die Berichte mit Begeisterung (und Fernweh) verschlungen.
Weiter gute Fahrt und liebe Grüße aus Berlin
Karin & Uli

ps: noch genügend Flansche im Gepäck?!
UliSatz
 
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon fordfahrer » 24.06.2015 07:39

Hallo Ihr Zwei,
schön, dass Ihr Euch doch noch für Jordanien entschieden habt. Lohnt sich ja, wie schon gesagt auf jeden Fall und ist total entspannt. Danke für die schönen Bilder. Bin schon gespannt, wie's jetzt weitergeht.
VG
Christian
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Uwe Schmitz » 24.06.2015 17:39

hallo stina und turi,
bei eurer reisegeschwindigkeit könnte es gelingen, dass ihr noch pünktlich zum treffen in kesselostheim seid?
dann könnt ihr uns live den mund wässrig machen, 2 tage später gehts für uns nach jordanien! :h:
liebe grüsse und ne schöne restzeit in asien.
uwe
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 25.06.2015 10:10

Hallo Uwe

Wann ist Kesselostheim, wenn wir's schaffen werden wir sicher dort sein, das Saharaclub Treffen in Namibia haben wir ja auch geschafft?

Betreffend Jordanien, es lohnt sich.
Müsste ich mit dem Flieger hier runter, würde ich einen PKW mieten, das Wadi Rum mit einem dortigen Fahrer mit Toyota.
Ein Zelt aufstellen oder eine Unterkunft findet man immer.
Am schönsten wäre allerdings in Jordanien eine Motorradtour, gute Strassen ,wenig Verkehr und keine Kontrollen, wäre eine Option zum Oman.

liebe Grüsse
Turi und Stina
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 25.06.2015 18:56

hallo karin hallo uli
schoen von euch zu hoeren.
wie lebts sich so nach der grossen reise?
bzw. wieder eingelebt?
bei jjs in nairobi haben wir den letzten flansch ersetzt, seitdem ists ok.
wir sind im moment in israel.
in 3 monaten sind auch wir wieder zu hause.
wenn ihr mal tapetenwechsel braucht, ihr wisst ja wo ihr uns ab oktober findet,
wuerden uns freuen.
liebe gruesse turi und stina
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Turi
 
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 10.07.2015 08:16

Unser letztes Reiseland vor dem europäischen Kontinent.

Israel, der Norden


Die Einreise am nördlichsten Grenzübergang dem Jordan River Crossing.

Der Empfang durch eine ganze Reihe sehr junger Zöllnerinnen war nicht sehr freundlich oder gar herzlich, was sich allerdings im Laufe der Zeit ein wenig gelockert hat, wir hatten ja die Zeit.
Die Pässe wurden erst mal kontrolliert und der Laufzettel, sprich Einreisezettel mit Stempel wurde in den Pass gelegt, ein Visum wie in den afrikanischen Ländern gibt es nicht, 3 Monate Aufenthalt wäre uns hiermit genehmigt.

Dann die nächste Station, freundlich aber bestimmt hiess es alles ausladen.
Ist ja lustig, am Morgen 10 Uhr bei mehr als 30 °.
Ja nu, wir machen gute Miene zum bösen Spiel und begannen alles in die bereitstehenden Boxen und auf die „Einkaufswagen“ zu laden, mehr als 4/5tel musste raus aus unserem Chischtli, glaube danach hatten auch sie genug,
unser Bettzeug, Erste Hilfe Material und das WC durften drinbleiben,
danach alles durch den Skanner, dann alles neben das Band stellen und…. Warten bis der Check am Chischtli abgeschlossen war.

3 Std nach Ankunft durften wir wieder alles einladen, alle iO.

Ohne Hektik, Kunststück mein Hemd und die Hose waren eh schon nass, allerdings nur vom schwitzen :wink: .

Dann mit nassem Hemd und Hose zum anderen Gebäude, Versicherung für 42 Tage (860NIS) abschliessen, noch Geld wechseln (bessere Konditionen als bei den Banken im Land) und zurück zur Immigration, die Fahrzeugpapiere und Führerausweis werden kontrolliert, auf was auch immer, grüne Karte wurde nicht verlangt, in meinen Pass einen Stempel betreffend des Fahrzeugs und schon waren wir draussen, nach 5 Std.

Wir haben 28 Grenzen passiert, das war die anstrengendste, aber nur wegen der Arbeit.

Wenn man alles gemütlich nimmt und sich nicht stressen lässt ist das allerdings kein Problem, wir haben das Warten in Afrika gelernt, somit waren wir auch für den vorderen Orient gerüstet.

Nach getaner Arbeit erst mal in die schöne Abfertigungshalle zum Kiosk um 2 Sandwich und 2 Orangensäfte zu verdrücken, verdrücken, bzw verschmerzen muss man erst mal die Preise hier, alles zusammen umgerechnet 30 US$.

Wir fahren aus dem Zoll in Richtung See Genezareth, wo wir auf dem grosszügigen Campinggelände, direkt am See
Susita N 32° 47. 274 E 035° 37. 510 (100 NIS)
unser erstes ruhiges Camp in Israel, mit wieder mal heisser Dusche und sauberen Toiletten, geniessen konnten.

Am Wochenende hat es hier, wie im übrigen auf allen Plätzen, ob öffentlich oder Campsites, ziemlich viele Gäste.
Die Israeli sind ein Volk von Campern bzw. Zeltern, es ist auch überall erlaubt.

Am nächsten Morgen in die Stadt Tiberias auf der anderen Seite,
im Supermarkt einkaufen und eine SIM Karte besorgen.

Wir fühlen uns wie in Europa, der Verkehr ist hektisch, es wird sehr aggressiv gefahren, und die Preise höher als zu Hause.
Die billigste Dose Bier ist mit 11 NIS umgerechnet etwa 3 US$ ziemlich happig und das im Supermarkt
2 Liter Orangensaft 23 NIS usw., Israel geht ganz schön ins Geld.

Wir, weiter zum Jordan River Park am oberen Ende des Sees, wäre schön in der Natur und die Stellplätze auch perfekt, teilweise am Jordan gelegen, wäre da nicht der Abfall, überall WC Papier und sonstiger Dreck.
Wir haben auch noch das Glück, dass ungefähr 200 Jugendliche, mit Bussen angekarrt worden sind, weiss nicht was gefeiert wurde, vermutlich Ferienanfang, Techno bis nach Mitternacht und ab 6 Uhr das Gleiche.
Hier kann man tatsächlich über den Jordan laufen, so verdreckt ist der, an den Stromschnellen stauen sich die PET Flaschen und sonstiger Plastik, das Wasser sieht aus als ob es direkt aus einer Tankreinigung kommt.

Wir hauen ab, zurück nach Tiberias, da wir merkten dass unsere SIM Karte nicht ins Ausland funktionierte, war dann kein Problem, man braucht zusätzlich nochmals eine spezielle Vorwahl.
Hier in der Stadt hat es auch ein offenes WIFI von der Gemeinde, womit wir wieder mal Online waren.

Einen kleinen Abstecher mussten wir noch machen, kurz vor Tiberias war ein Wegweiser nach
„ Switzerland Forrest“, von dort oben hat man zwar eine perfekte Aussicht auf die Stadt und den See, vom Wald, ausser ein paar Eukalyptusbäumen, haben wir nichts gesehen.

Wir fuhren für diese Nacht wieder auf das Susita Camp, das sich auch langsam füllte,
es war Donnerstag, das heisst Wochenende in Israel bis Samstag.
Drei, aus Äthiopien stammende Männer, die seit langem in Israel leben, haben uns zum Kaffee eingeladen.
Die Israelis kommen immer wieder vorbei um zu fragen woher und wohin und die Meisten sind begeistert von unserer Tour und würden das gerne auch machen, was für sie nicht so einfach ist.

Wir haben in Marokko Yair einem Israeli mit seinem Sohn kennengelernt, die dort Ferien machten, haben ihnen versprochen, wenn wir nach Israel kommen, werden wir sie besuchen.
Nun, wir sind hier und wurden überaus herzlich empfangen, Marie,Yair und 3 Jungs bzw. junge Männer, wir genossen ein paar Tage die grosse Gastfreundschaft unserer Freunde, gingen mit ihnen in Haifa zu einem Musikkonzert, in der Band spielte deren Sohn mit.
Lernten die ganze Familie und das Leben in Israel ein wenig näher kennen und merkten, dass alles relativ ist und dass auch hier die Gastfreundschaft, an vielen Orten, gross geschrieben wird, allerdings sind viele am Anfang auf Distanz, im Gegenteil zu praktisch allen in Afrika lebenden Menschen, auch hier, eher wie zu Hause, man wartet erst mal ab und prüft die Lage.
Wir führten intensive Gespräche, auch über die israelische Politik und merkten, dass auch auf dieser Seite grosse Ängste herrschen.
Man lernt, dass die Situation hier vielfach nicht einfach ist und dass Israel nicht an allem Schuld sein kann.

Ich bin froh, dass wir dieses Land besucht haben, so lernen wir auch mal die andere Seite kennen und versteht, wieso die Grenzen dermassen abgesichert sind und die Kontrollen intensiver als im Rest der Welt.

Wir verlassen unsere Freunde in nord/westlicher Richtung, an der Küste entlang nach Akko, einer gepflegten jüdisch/arabischen Stadt, dessen Altstadt und der Hafenbereich sehenswert ist, seit 2001 eines der Unesco Kulturebe.
Weiter der Küste entlang, vorbei an schönen, menschenleeren Sandstränden, danach Richtung Grenze zum Libanon, nördlich von Schlomi werden wir durch einen durchgehenden Zaun gebremst, bevor wir in den Libanon kommen.

Wir müssen zurück, dort oben hat es viel Wald und einige 4x4 Strecken, wo wir ein einsames Camp an einer Quelle fanden, am Abend ein Feuer und ein wenig grillen, ganz einsam in so einem kleinen Land mit so vielen Leuten ( Israel ist halb so gross wie die Schweiz und hat gleich viel Bevölkerung).
Der libanesischen Grenze entlang zum Mt. Kermon, dem höchsten Berg von Israel mit dem einzigen Skigebiet im Land, zugleich auch der nördlichste Zipfel Israels.
Hier werden wir dann auf dem Parkplatz gestoppt und darauf hingewiesen, das nach 15 Uhr kein Weg mehr zum Gipfel führt, die Schranke bleibt geschlossen, so fuhren wir zurück zum Nimrod Fortress, einer riesigen alten muslimischen Festung aus dem 13. Jahrhundert , die hatten zwar einen schönen Parkplatz, aber wie an vielen historischen Orten ist nach 17 Uhr Schluss, man muss raus.
So fuhren wir wieder südlich auf den Golanhöhen bis zur Ya’ar Odem Reserve, wo wir in einem Panzerübungsgelände zwischen Nadelbäumen und Bunkern ein schönes Plätzchen fanden, auch hier ein Lagerfeuer, in der Ferne sahen wir die beleuchteten Militärposten, wieder ein sicheres ruhiges Plätzchen, wir schliefen bis nach 9 Uhr.

Nach einem ausgiebigen Frühstück weiter auf den Golanhöhen, bei den grossen Windturbinen, die Bunkeranlagen besichtigt und den Blick nach Syrien gerichtet, man sah die Rauchschwaden, in der Nacht und am Tag immer wieder ein Grollen, das nicht vom Donner kam und Maschinengewehrfeuer, wir hier ganz nah am Krieg und , Gott sei Dank, weit genug weg.
Wir fahren weiter und stehen an der Gedenkstätte des 31 jährigen Soldaten, sein Name Hussein, der hier mit einigen seiner Kameraden auf eine Mine gefahren ist und getötet worden ist und müssen an die vielen Soldaten denken, die gerade in dem Moment in Syrien getötet werden, in Sichtweite von uns, ein seltsam bedrückendes Gefühl.

Die Strasse im Golan führt durch dürres dorniges Land, dazwischen immer wieder grüne Oasen, Obstplantagen, riesige Kuhställe und immer wieder, durch Stacheldraht gesicherte und mit Achtungschildern bestückte Minenfelder.
Zum Har Peres einem Aussichtspunkt, aber auch hier eine Schranke, Militär das uns freundlich zur Umkehr aufforderte, militärisches Sperrgebiet, so wird es nichts mit einem weiteren Aussichtspunkt.

Also weiter Richtung Süden, die Höhe nimmt ab und die Wärme wieder zu.

In Israel gibt es viele NP und Natonal Reserves, schöne Plätze zum verweilen, mit Grillplatz, Toiletten und Wasser, leider darf man auf vielen davon nicht übernachten, ist allerdings auch kein Problem, man findet immer ein lauschiges Plätzchen, wenn möglich hoch auf einem Hügel, hier weht ein stetiger Wind und die Hitze ist eher zu ertragen, in der Nacht wird es dann angenehm kühl, mit um die 25°, um diese Jahreszeit.
Wir sind in Israel und lassen uns auch das Westjordanland nicht entgehen, wollen sehen wie es sich hier lebt und wie die Stimmung ist.
Von Nazareth über Afula, die 60 runter in den Süden vorbei am Checkpoint, der nichts von uns will.
Es ist wie eine Berg und Talbahn, die gut ausgebauten Strassen, immer rauf und runter in Höhen um die 500 müM, über Jenin, Burqa, an Nablus rechts vorbei.
Durch Dörfer und kleinere Städte, man hat das Gefühl, alles ist im Umbruch, überall entstehen neue Häuser, alle Strassen sind neu.
Auf einer Anhöhe mit Blick auf Ramalla haben wir einen traumhaften Stellplatz gefunden
N 31° 53. 255 E 035° 16.084
Mit einer Terrasse und Rundumsicht, dort oben haben wir auch die ersten Wildtiere, eine Herde Berggazellen gesehen, in der Nacht hören wir die Schakale heulen, die sieht man auch immer mal wieder beim Eindunkeln.
Nach einer ruhigen Nacht und ausgiebigem Frühstück war Yad Vashem, die Holocaust Gedenkstätte in Jerusalem angesagt.

Zuerst aber noch durch den Checkpoint vor Jerusalem, nervöse Jungs und Mädchen kaum älter als 18 Jahre haben, zuerst einen ziemlich verdutzen Eindruck gemacht ab unserem Chischtli, schon 2 Minuten später war, nach ein wenig Smaltalk, woher und wohin und einer oberflächlichen Kontrolle die Ruhe wieder hergestellt und wir wurden mit einem ; Herzlich willkommen in Jerusalem, empfangen.
Irgendwie kann ich die Nervosität verstehen, wer will schon sein junges Leben hier verlieren , zu viele sind schon gestorben, auf beiden Seiten.
Yad Vashem;
Es wühlt einem auf, obwohl man eigentlich mit der Geschichte nichts zu tun hatte und einem keine Schuld trifft, trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl in der Magengegend und man ist den Tränen nahe.

Es macht einem betroffen, was bleibt ist die Frage; Warum und für was?

Was aber auch bleibt, ist die Frage; Wieso hat man dies geschehen lassen?

Ich werde vermutlich nie eine Antwort darauf kriegen.

Jetzt, wo wir wieder einer ähnlichen Situation, von anderer Seite gegenüber stehen, kommt wiederum die Frage;
Wieso lässt man es geschehen und wehret nicht den Anfängen??

Die Nacht verbrachten wir auf dem
Berg Sattaf N 31 ° 46. 534 E 035° 07. 609
hier hat man die Hektik der Stadt hinter sich und eine kleine Infrastruktur einem Imbiss, Toilette und Wasseranschluss,
mit der Aussicht auf Teile Jerusalems.

Am Morgen danach, in aller Frühe als noch keine Touristen da waren, haben wir dann Jerusalem besucht.
Durch die Gassen geschlendert, so viele Kirchen und Religionen auf engem Raum in der Stadt, es wird einem fast schwindelig, von einer Kirche zur anderen , ein Blick auf die Klagemauer, dann der grosse Moment auf dem Weg zur Al Aqsa Moschee ist ein mind. 100 Mann grosses Sicherheitsaufgebot auf dem „Laufsteg“ in Richtung Moschee, in voller Kampfausrüstung und mit schwerem Geschütz ausgerüstet, die Israeli wollen nichts dem Zufall überlassen.
Die IS hat verlauten lassen, dass sie hier die Ungläubigen umbringen wollen.
Wir konnten nur von weitem einen kleinen Blick auf die Moschee werfen und wurden freundlich aber bestimmt von den Sicherheitsleuten der Moslems hinauskomplimentiert.

Wir wanderten durch die diversen Viertel, im muslimischen Teil war praktisch niemand anzutreffen, es ist Rammadan.

Die Stadt ist schon eindrücklich und da alle Religionen ihren Anspruch darauf angemeldet haben, wird hier vermutlich nie so richtig Ruhe einkehren.
Ich will hier nicht zu viel beschreiben, kommt einfach mal selbst nach Israel, es lohnt sich, trotz allen Bedenken die ich vorher hatte.
Wir konnten ohne Stress oder irgend welchen Problemen alle Stadtteile besuchen, am Abend waren wir einfach nur überwältigt und KO.
Wieder zurück auf unser Aussichtsplätzchen, liessen den Tag noch einmal Revue passieren und genossen den Sonnenuntergang.
Weiter geht’s nach Bethlehem, auch hier, direkt im „Muslimland“ der wichtigste Ort aller Christen, die Geburtskirche von Jesus.
Die wird gerade renoviert, daher ist ausser dem Altar und für die, dies sehen wollen, der angebliche Geburtsort von Jesus, mit einem Stern bezeichnet, im Untergeschoss zu sehen.
Auch in Bethlehem viele Kirchen und Moscheen, alles dicht an dicht, Israelis haben hier keinen Zutritt und die Situation zwischen Christen und Muslimen ist auch sehr angespannt.
Insgesamt kein Ort um zu verweilen, wir fuhren, ein zweites Mal aus dem Westjordanland, ohne grosse Kontrolle und mit, wie gehabt, nach 2 Minuten recht entspanntem Gespräch wieder ins gelobte Land.

Ramla, Tel Aviv und dann immer dem Mittelmeer entlang nach Olga, der jüdischen Russenhochburg, hier ist alles im Aufbruch, ein Hochhaus reiht sich ans nächste die Zuwanderung will nicht aufhören.

Hier am öffentlichen Strand hat man noch genug Platz für die Nacht, öffentliche Duschen und WC sind vorhanden, werden allerdings am Abend geschlossen.
Olga Strand N 32° 26. 355 E 34° 52. 738

Der Abend war interessant, ein grosser Kindergeburtstag wurde auf der Wiese gefeiert, mit Musik und professineller Animation und mit viel Klamauk wurde gefeiert.
Wir, da praktisch daneben wurden mit farbigem Kuchen und Süssigkeiten beglückt.
Fast alle Familien haben hier mehr als 4 Kinder, überall sind Grossfamilien auszumachen.
Die Nacht war am Anfang nicht all zu ruhig, gegen 10 sind dann auch die letzten nach Hause gegangen und wir konnten ruhig schlafen.

Wir fuhren wieder zurück zu unseren Freunden nach Kiryat Tiv`on.

Hier werden wir noch ein paar Tage verbringen um dann endgültig danke und Good By zu sagen, um noch den Süden von Israel zu erkunden, bevor in 3 Wochen das Frachtschiff von Ashdod nach Salerno auslaufen sollte.

Anmerkung zu Israel allgemein:
Das Land lässt sich hervorragend mit einem Mietwagen und Campingausrüstung , aber auch mit dem Motorrad, oder für die ganz Verbissenen mit dem Bike oder zu Fuss, bereisen, sehr viel Tramper sind hier unterwegs, wie bei uns vor 40 Jahren.
Es gibt überaus viele schöne Standplätze um wild zu campen, man ist es hier gewöhnt.
Des weiteren gibt es sehr viele 4x4 Tracks, überwiegend durch Waldstücke, in der Nähe hat es immer wieder Camps mit Feuerstellen und teilweise sogar Wasseranschluss.
Es stört hier niemanden, wenn man einander begegnet, vom Wanderer, über den Biker und Motocrossfahrern zu den 4x4, niemand stört sich am Anderen und jeder gönnt dem anderen seinen Spass.
Die Strände sind nicht verbaut, praktisch überall öffentlich und frei zugänglich, jeder kann in den Dünen sein Zelt aufstellen, hier ist man sehr tolerant.
Unsere Gemeinden und Verwaltungen könnten sich da mal ein Beispiel nehmen und auch für uns gewisse Strecken freigeben.

Grüsse aus Israel
Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Kuno » 10.07.2015 08:41

Hallo Stina & Turi;

Eure grosse Reise ist ja jetzt bald zu Ende, die „Runde“ komplett. Ehrlich – ich hätte nicht geglaubt, dass ihr das so schaffen würdet. Gebt jetzt einfach noch etwas Acht, dass euch auch auf den letzten Etappen nichts passiert. Ich habe eure Berichte und Fotos sehr genossen und sie werden mir hier im Forum definitiv fehlen – und es hat mich auch sehr beeindruckt, wie ihr euch auf die jeweilige Umgebung und die Menschen habt einlassen können…. ohne dabei einen wachen und nüchternen Blick zu verlieren. Vielen herzlichen Dank für alle eure Beiträge – wenn es nach mir ginge, dann könntet ihr grad nochmal eine Runde drehen ;-)
Kuno
 
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 10.07.2015 09:05

Hallo Kuno

Danke für die positive Rückmeldung, es ist ach nicht immer einfach zu schreiben.

Ich werde dann zu Hause hoffentlich auch wieder von Reisenden und ihren Erfahrungen lesen können.

Ehrlich – ich hätte nicht geglaubt, dass ihr das so schaffen würdet.


Du weisst ja, wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch :wink:

Wir geniessen die Reise immer noch, nur braucht man mehr Zeit zwischen den einzelnen Etappen.
Nach einer Woche hat man das Gefühl schon wieder ein paar Tage Auszeit zu brauchen.
Ich werde auch noch ein wenig weiter "liefern", sicher mal den Süden von Israel.
Die Runde wird das nächst mal ein wenig kleiner ausfallen.
Durch die "grosse Reise" haben wir erkannt, wo unsere Favoriten sind.
Wir werden sicher wieder Marokko bis runter nach Mali machen, gibt schöne Touren für 4-5 Monate.

Schade kann man Ägypten nicht mehr frei bereisen, das wäre auch noch was für eine längere Tour,
nur dort ist nicht nur die Sicherheit ein Problem, die Politik bzw. die Vorschriften für Reisen mit dem eigenen Fahrzeug sind einfach nur krank und es gibt keine vernünftige Überfahrtsmöglichkeit.

Da lob ich mir hier Israel, ist man einmal drin, bist du absolut frei und kannst ungezwungen umherreisen.
Gäbe es eine Fähre von Italien, wäre das noch ein Ideales Land für Motorradtouren, gute Strassen, man kann überall campen, hat keine Kontrollen.
Ist die Polizei mal präsent, geht es nur um ihre Neugier zu befriedigen, wir hatten in den letzten 3 Wochen absolut kein Probleme.
Ab und zu kommt in der Nacht mal ein Streifenwagen vorbei, auch an abgelegenen Stellen, man wird nicht gestört, man hört wie sie per Funk nachfragen und schon sind sie wieder weg.

liebe Grüsse aus Israel

Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Achim Vogt » 10.07.2015 12:54

Liebe Stina, lieber Turi,

da wird einem ganz wehmütig ums Herz, wenn ich so Eure letzten Monate verfolge und all die vielen Stellen wiedererkenne, an denen ich mich in den Jahren 2008 bis 2012, als wir in Jordanien waren, auch getummelt habe. Hier im Libanon sind wir ja eingekesselt, oben und rechts ist Syrien und unten Israel, im Westen nur das Mittelmeer. Aber zu sehen gibt es hier auch genug, kommt bloß keiner vorbei, obwohl ich gerade erst im Hafen von Tripoli gleich zwei Fähren, aus der Türkei kommend, gesehen habe. Und Ihr wart oben an der Grenze kaum eine Autostunde von Beirut entfernt ...

Habt noch eine angenehme Rückfahrt durch Italien. Das ist ja jetzt ein Spaziergang, aber auch ein schönes Wieder-Eingewöhnen nach der langen Runde. Wie Kuno werde ich auch Eure Berichte vermissen. Auch wenn von hier aus aktuell keine größere Reise ansteht, bin ich in Gedanken und virtuell von Herzen gerne mitgereist! Kommt gut wieder an!

Auf bald,
Achim
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 10.07.2015 13:25

ein paar bildliche Eindrücke aus dem nördlichen Israel

Strandhotel am See Genezareth in Tiberias
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Sonnnenuntergang am See Genezareth
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seltener sieht man Kühe auf der Weide
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Nimrod Fortres alte arabische Festung
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Nazareth Mt. Tabor
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Bllick von den Golan Höhen südlich des See Genezareth
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ausgeschossene Moschee auf dem Golan
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Akko die gemischte Küstenstadt
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auf dem Golan Befestigungen aus jüngster Kriegszeit
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wer kennt das Teil, ein Jeep mit Einzelradaufhängung an VA und HA
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der See Genezareth aus einem anderen Blickwinkel
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Blick von einem schönen Stellplatz auf einen Stadtteil von Jerusalem
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Mauer zwischen Westjordanland und Israel
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Bethlehem, da prallen die Kulturen aufeinander, meiner Meinung nach noch mehr als in Jerusalem
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in Gedenken an die, von der IS getöteten Kopten
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die Klagemauer, gleich daneben, der im Moment schwer bewachte Zugang zur Al Aqsa Moschee
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Die Gassen der Muslims in Jerusalem am Ramadan wie leergefegt
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Al Aqsa Moschee in Jerusalem
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Blick in die Altstadt Jerusalems
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Bethlehem hier leben Muslims und Christen auf engstem Raum
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Gruss Turi
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