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unsere grosse Reise rund um Afrika

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unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 20.06.2013 18:03

Hallo Wüschigemeinde
Hab hier mal für unsere Reise einen neuen Thread aufgemacht.
Anstatt eines Blocks werde ich an dieser Stelle meine Reisberichte weiter schreiben.
Hoffe das ist für die Meisten so i O.
Den Anfang hab ich ja schon an anderer Stelle geschrieben und hänge den Anfang nochmal hier an.


Unsere grosse Reise Teil 1 und 2
Nach nunmehr 2 Monaten unterwegs ein kleiner Zwischenbericht unserer „grossen Reise“.
Die Fahrt Richtung Süden stand unter schlechtem Omen, es war kalt, hat viel geregnet und zu allem Pech hatten wir in Südfrankreich noch einen Chassisbruch am Massif.
Selber Schuld, viel zu viel geladen, also erst mal die Reparatur, die von der französischen Firma perfekt und speditiv erledigt wurde und wir trotz diversen sehr schlechten Pisten keine Problem mehr damit hatten.
Wir haben also Ballast abgelassen bzw. abgeladen.
Die 4 neuen Pneus, die wir auf dem Dach hatten, wurden montiert und die anderen , ganz zu Freuden des in Frankreich arbeitenden Marokkaners in der Werkstatt gelassen.
In Spanien 3 Wochen fast durchgehend Regen, ja nur, Afrika wird kommen, haben wir gedacht!
In Marokko angekommen, zwar nicht mehr soviel Regen aber schweinekalt.
Also runter in den Süden, über Meknes, Midelt, ErRachidia runter nach Merzouga.

Ein wenig Sand spielen bei schönen 30 Grad im Schatten.
Dort ging unser Kompressor in den Streik, also ausgebaut, Zylinder geschliffen und wieder heingebaut…. und läuft.
Zur Sicherheit ein Ersatzgerät organisiert, in Oujda!!, Seither läuft der Alte als ob er Angst hätte vor dem Schrottplatz.

Dort war es kalt und es hat wieder mal geregnet, also, der algerischen Grenze nach runter nach Figuig.

Die Wärme hier war super nur die Nächte ein wenig heiss!!
39 Grad im Schatten und am Morgen immer noch 30 Grad, es hat fast nicht abgekühlt.
Von Taouz aus diverse Pisten Richtung Zagora und dann über Tazenakht Richtung Norden .
Quarzazate, Tinehir , die bekannte Dades-Todra Schlucht Rundtour und wieder dem Norden von Marokko entgegen.
Die Übernachtung unterhalb des Tizi-Tirherhouzine (Passhöhe) bescherte uns Themperaturen in der mal wieder die Heizung in Betrieb gesetzt wurde, 4 Grad in der Nacht und 9 Grad am Tag, schlotter.
Im Moment steht noch ein wenig Kultur auf dem Programm, allerdings stehen wir auf dem Campingplatz in Fes bei strömendem Regen, auch gut, Zeit für’s Wüstenschiff.
Unser Marokko-Fazit bis jetzt:
Traumhafte Standplätze abseits des Tourismus und dort auch viele guten Erfahrungen mit der









einheimischen Bevölkerung. Pro Woche einmal auf dem Camping, der Rest wurde immer an einem schönen Ort geschlafen, ruhig und mit manchem Kontakt zu den Hirten.
Unglaublich grün und fruchtbar , im Moment ist die beste Reisezeit für Marokko, nur für die Fotos nicht, die Luft ist nie ganz klar, nur eben, wir reisen ja nicht wegen der Fotos.




Auch im Rif abseits von Campingplatz und Strasse übernachtet und nie Probleme gehabt.
Viele bettelnde Kinder, wir gaben nie etwas, hatten dadurch aber auch keine negativen Erfahrungen gemacht.
Kleine Episode:
Wir waren zu Fuss in der Nähe eines Dorfes unterwegs und die Schule war gerade aus, eine Gruppe Jugendlicher kam mit dem Fahrrad zu uns und fragte nach Dirham, Stilos, sie würden aber auch ein T-Shirt nehmen.Ich habe zu einem gesagt, er soll mir doch sein Fahrrad geben, worauf er das auch ohne Umschweife tat.Bin damit eine Runde gefahren, die Jungs haben gegrölt ab dem alten Sack auf dem Drahtesel und keiner wollte mehr etwas.
Von Steinewerfern haben wir, ausser einem Mal, in den 5 Wochen unserer bisherigen Reise keine gesehen.
Was negativ auffällt, ist die Abzockerei beim Kaffee oder Tee.
Wir gehen praktisch täglich irgendwo einen Kaffee oder Tee trinken, immer in Strassencafes
Die Preise von 5-20 Dirham,des Weiteren die lästigen Schlepper an Orten wo mehr Touristen sind, mit täglich linkeren Methoden.
Schade, man wird so immer misstrauischer und das verhindert dann einen offenen Kontakt zur Bevölkerung.
Trotz allem ist Marokko sicher einige Monate wert, vor allen Dingen abseits des Tourismus.
Weiter geht es bei uns mit dem Westen von Marokko, Visabeschaffung Mali und Mauretanien und die Aufenthaltsverlängerung für Marokko organisieren.
Ich hoffe habe niemanden gelangweilt, wenn doch, hatte er die Zeit zur Muse, die wir hier auch geniessen!
Unsere Grosse Reise Teil 2
Fes im strömenden Regen hinter uns gelassen fuhren wir in die Berge, Taza Richtung Tamtrouchte.
Im Regen einen Stellplatz gesucht und am Morgen mit strahlendem Sonnenschein und Blick auf die verschneiten Berge gefrühstückt. Wir trafen wieder alte Bekannte, Mark und Barbara , die eine ähnliche Rundtour machten aber aus der anderen Richtung.
Weiter ging es in nach Tahala , Tissa, Ourtzarh vorbei am Stausee El Wahda, an dem wir 2 Nächte unser Lager direkt am See eingerichtet haben, nach Mecknès.
Die Zivilisation und mit ihr die Touristen waren wieder präsent, die Bettelei hatte uns wieder mal eingeholt.
Von Meknès aus zum Stausee El Kansera, wo wir wieder, allerdings am höchsten Punkt, mit Blick auf den See, unseren Schlafplatz eingerichtet haben.
Man glaubt nicht wie wenige Km es braucht um abseits des Rummels friedlich übernachten zu können.
Ab und zu ein Schafhirte oder ein paar Jungs auf dem Moped, die allesamt immer freundlich waren, ansonsten einfach friedlich.
Nun, auf nach Rabat betreffend des Mauretanienvisa und der Aufenthaltsverlängerung, niente, beides im Moment nicht zu bekommen und auch keinen.
In Témara Plage gibt es einen Camping, wenn man dem so sagen darf der nächste von Rabat aus.
Absolut keine Infrastruktur, verdreckt, der Besitzer war am Abend nicht zum aufstehen zu bewegen, er musste schlafen.
Ja nu, haben wir gedacht, am morgen abfahren, ist er da gut, ist er nicht da, fahren wir. schlauen Übernachtungsplatz
Als der Motor am Morgen warmlief kam tatsächlich einer aus seinem Loch gekrochen und nahm die 50 Dirham für’s nichtstun freundlich an.
Um Rabat wäre ein Campingplatz eine echte Marktlücke.
.

Was soll’s, also wieder ein wenig südwärts, der Wärme entgegen, Merchou, Rommani, Màaziz, mit einer kleinen Pistenrunde über Oulmès, Kenifra, El-Ksiba, El Arba, El Had, dem Stausee El-Ouidane, Bin El Ouidane, Azilal, mit Zwischenstops und Übernachtungen, nach Ouzoud zum Kamping Zebra.
Kleine Episode dazwischen:
In den Bergen nach El Ksiba wollten wir an einer schönen Stelle, hoch oben, übernachten.
Gerade beim Essen, kamen 5 Bauern auf 4 Eseln vorbei und meinten; hier oben wäre es zu gefährlich, der Bauer dort oben würde gerne einmal einen trinken und dann zur Kontrolle bei uns vorbeikommen.
Mit all unseren Überredungskünsten haben wir es nicht erreicht, einen davon abzuhalten, uns zu sich nach Hause einzuladen und auf seinem Grundstück zu übernachchten.
Nach unserer nagativen Erfahrung in Zagora waren wir vorsichtig.
Es wurde daraus aber ein gemütlicher Abend an dem die wirklich arme Bauernfamilie uns noch zum 2. Abendessen gebeten hat, wir konnten einfach nicht nein sagen.
In der Hütte wurde mit Händen und Füssen geredet und die Jungs waren ständig mit unserem Diktionär beschäftigt.
Am Morgen wurde uns das Frühstück, Fladenbrot, Butter, Olivenöl, Datteln, Tee und Milch mit Kräutern darin ans „Bett“ gebracht.

Wir wurden herzlich verabschiedet, die Nachbarin brachte noch 2 Eier und einen Liter Milch für unterwegs.
2 Wasserkanister, die der Hausherr am Abend zuvor bewundert hat, haben wir, zu deren Freude, als Geschenk überreicht.

So, das war der 2. Teil .Wenn’s langweilig wird, einfach weiterklicken !!
Grüsse im Moment vom Camping Zebra in Ouzoud.
Turi und Stina







Unsere grosse Reise Teil 3
Weiter geht es mit einem kleinen Zwischenbericht unserer Reiseroute.
Ouzoud – Bin el Oudane um den Stausee Barrage Bin el Ouidane über den Tizi n Ilissi nach Agouti, Achauikh, Demnate.
Weiter südwärts über den Tizi n Outfi nachToufrine Tamzerit bis nach Skoura.
Wunderschöne Bergwelt mit wenig Asphalt und viel Piste, aber sehr gut zu fahren.
Die Häuserfarben wurden der jeweiligen Umgebung angepasst und sind perfekt in die Landschaft integriert
Die Berge werden dort bis auf 2600 Meter bewirtschaftet, man hat das Gefühl, dass die Felder manchmal fast überhängend sind.
Weiter geht die Reise über Ouarzazate, Ait Ben Haddon (Weltkulturerbe) über den Tizi n Tichza, Aguelmous zum Jebel Toubkal, dem höchsten Berg in Marokko, dort führt eine Piste bis oberhalb des Lac d Ifni. Wir haben oben auf einem kleinen Plateau übernachtet.
Ein wunderschöner Abend bei Lagerfeuer, Shisha und einem kühlen Bier.
Die Morgenstimmung war auch einmalig, die Sonne ging langsam auf und beleuchtet die Bergrücken auf der anderen Seite des Sees.
Die Abfahrt war, gelinde gesagt….. sehr steinig.
Wir wollten dann die Piste nach Aoulouz nehmen, nur leider haben wir auf halbem Weg die Rechnung ohne den Wirt äää Bagger gemacht, der war dabei eine neue Piste herauszuhämmern und die Piste war 30 m lang und ca 5-8 m hoch mit Geröll versperrt.
Also, zurück und einen Piste gesucht, die es auch gab, aber was für eine.
Durch wunderschöne Berglandschaft in der die Piste bis auf 2300 m sandig war, einfach ein Traum, wenn auch ein sehr langer.
Wir haben sicher die dreifache Zeit gebraucht, hat sich aber gelohnt.
Weiter über den Tizi n Test , Asni nach Marrakech, wo wir nun auf dem Camping Le Relais de Marrakech mal Urlaub von der Reise machen.
Stadtbesichtigung, Wäsche und Iveco wieder auf Vordermann bringen und auch uns mal wieder kräftig schruppen.
Marrakech, tatsächlich ein Märchen aus 1001 Nacht, ein Besuch lohnt sich.
Der Souk, die Gaukler, Schlangenbeschwörer, Handleserinnen usw, usw.
Ein buntes Treiben bei dem man ganz nebenbei noch eine Menge Geld loswerden kann.rokko
Bisher die marokkanischtste Stadt die wir besucht haben.
Angehängt noch ein paar bildliche Eindrücke in loser Reihenfolge.
Grüsse aus Marokko
Turi und Stina
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Re: unsere grosse Reise und um Afrika

Beitragvon schnorr » 20.06.2013 19:35

schöne bilder und tolle landschaft.
danke dass ihr uns teilhaben lasst.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://www.quadridesafrica.de
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon martin1101 » 21.06.2013 07:53

Hallo Turi,
schön, dass wir hier mitreisen dürfen - DANKE
und weiterhin alles Gute
Martin
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 21.06.2013 08:58

Noch eine kleine Nachlese der Fotos zum 3. Teil unserer Reise
Die Schlafplätze und die Plätze im Taxi sind rar, da ist Erfindergeist gefragt, bei den Menschen wie bei den Störchen.
Auch beim Fressen darf man in der Stadt und in den Bergen nicht wählerisch sein und den Durstlöscher muss man sich "erangeln"
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Grüsse immer noch aus Marrakech

Turi uns Stina
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Wosus » 21.06.2013 21:04

Wirklich wunderschöne Bilder.
Macht weiter so Stina und Turi.
Ich freue mich schon auf die nächsten.
Der Weg ist das Ziel, die Menschen sind die Medaille ...
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Toller Bericht

Beitragvon mammamia62 » 22.06.2013 07:39

hallo ihr zwei. die berichte sind echt toll und interessant geschrieben, weiter so. für euch viel sonne wenig regen und viele erfahrungen die ihr mit uns teilt. danke

carmen
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 06.07.2013 16:39

Unsere grosse Reise Teil 4
In Marrakech bei 44 Grad die letzte Wäsche gewaschen und dann schnurstracks wieder in die traute Zweisamkeit.
Davor aber noch die Aufenthaltsverlängerung organisieren, was ein heilloses Unterfangen ist.
Die Gendarmerie Royal schickte uns auf die Gemeindeverwaltung, die uns eine Bescheinigung über den Wohnsitz bestätigen sollten.
Dies jedoch war nicht möglich, da wir ja auf dem Campingplatz „zu Hause“ waren.
Also wieder zur Gendarmerie Royale ins Stadtzentrum mit:
5 Anträgen“ Demande de Prorogation de Visa d’Entree au Maroc“
5 Passkopien 1. Seite
5 Passkopien mit Einreisestempel
5 Bestätigungen des Campingplatzbesitzers über unseren „Wohnsitz“
6 Passfotos.
Dann ging die Diskussion abermals los.
Der Herr Oberst wollte unsere Residenz auf dem Camping nicht anerkennen.
Der Vize Herr Oberst konnte ihn jedoch davon überzeugen, dass ein Campingplatz auch eine „Residenz“ ist ….. uff
Dann der 2. Akt:
Wir haben gesagt, wir müssten eine Verlängerung bis ca. 15. September haben, was aber nicht ging, da 3 Monate schliesslich bis 5. Oktober wären.
Unter Zuhilfenahme des Kalenders wurden uns 3 Monate nach Ablauf unserer Aufenthaltsbewilligung vorgerechnet und dann, hamdullah ,bestätigt.
Nach 2 Stunden Schreib- und Diskussionsarbeit haben wir dann die Verlängerung erhalten, bis 5. Oktober, hoffe wir dürfen vorher raus??!!
Fazit der Geschichte, man ist mit der Aufenthaltsbewilligung vom jeweiligen Amtsinhaber der Gendamerie Royal abhängig.
Hat der keinen Bock, so heisst es aus und wieder einreisen.
Nun aber raus aus der Stadt und über Land Richtung Atlantic.
Über Amizmiz, Imi-n-Tanoute, Tamanar zur Atlantikküste.
Dann der Küste entlang zwischen Arganienwäldern auf sehr schlechter Piste Richtung Essaouira.
Kleiner Zwischenhalt in einem Fischerdörfchen mit schönem Strand, war kein so erquickendes Erlebnis, der Müll wird direkt an den Strand gekippt, nur bei Ebbe lässt es sich unbeschwert im Sand laufen.
Der Fisch war nicht gut und mit 175 Dirham für 2 Personen viel zu teuer, dafür war ab dort die Strasse wieder in gutem Zustand.
Die Übernachtung in einem Wäldchen, ein wenig abseits des Meeres war kühler als die Nächte in Marrakech, dafür aber eine ziemlich klebrige Angelegenheit.
Die Luftfeuchtigkeit betrug mehr als 60 % und man hatte bei 25 Grad das Gefühl , als klebe man an der Kleidung.
Ja nu, wir wollten ans Meer, das hatten wir davon.
Am nächsten Tag nach Essaouira, absolut sehenswert, zumindest der Fischereihafen und die Altstadt.
Wir haben in einer Gasse in der weniger Rummel war, gut gegessen und die Musik des vergangenen Festivals gehört, schon wegen der Musik lohnt sich ein Besuch.
In den noch bewohnten Gassen abseits des Tourismus war allerdings alles verdreckt und zugemüllt.
Wir wollten wieder raus, und fuhren zu dem bereits bekannten Platz im Wäldchen um ohne Störung und Lärm zu schlafen, was uns dann auch gelang.
Vorher durften wir noch 300 Dirham wegen nicht anlegen des Gurtes, an einen Polizisten abliefern.
Wir verlangten nach einer Quittung, die wir dann auch prompt, nach 15 Minuten!! bekamen.
Ein Kollege musste ihm den Block mit dem Wagen aus der Stadt bringen er hatte leider keinen zur Hand.
Anscheinend ist er sich nicht gewöhnt eine Quittung zu schreiben, dies musste auch noch der Kollege machen.
Weiter ging unsere Reise, vorbei am wenig Wasser führenden Imouzzer Wasserfall (lohnt sich meiner Meinung nach nicht, wenig Wasser aber viel Abzocke) durchs Hinterland, dem Nebel entfliehen, Richtung Tafraoute, (schöne aber zugleich eintönige Berglandschaft) dafür war der Standplatz für die Nacht in der Nähe des Wegkreuzes auf dem Tizi Mlili friedlich und Dank der Höhe und des Windes nicht all zu heiss.
Eine weitere Nacht bei einer Köhlersiedlung.
Es zieht uns wieder der Wüste entgegen, so geht unsere Reise wieder mal gen Süden, Tafraoute, Souk el Had d’Afella Irhir nach Ait Herbil oder Tamanart.
Die Fahrt führt duch wunderschöne Berglandschaft und Schluchten, der grösste Vorteil aber ist, dass wir hier unten praktisch alleine sind.
Den Touristen und den Einheimischen ist es anscheinend zu heiss.
Die Einen fahren nicht runter und die Anderen bleiben in ihren Häusern, so haben wir den Süden praktisch für uns alleine.
Eine schnelle Verbindungsstrasse führt uns dann nach Tata.
Eine Wüstenstadt in der das Leben in dieser Jahreszeit erlischt, niemand ist auf der Strasse, ein paar wenige hängen im Café im Schatten.
Eigentlich wollten wir da auf dem Campingplatz und mal wieder eine richtig kalte Dusche erleben, nur der Camping in der Stadt gleicht einem betonierten Parkplatz, also raus zu den Holländern zum 2. Camping, dort jedoch ist alles leer, das Tor ist offen, die Anlage verlassen und die Wasserhähne demontiert.
Am nächsten Berg finden wir jedoch einen super Stellplatz mit einer fantastischen Aussicht und einer fantastischen Wärme, auch in der Nacht kühlte es, trotz Wind nicht unter 35 Grad ab.
Auf die Felsen konnte man nur mit einer Unterlage sitzen, die waren sicher 60 Grad heiss.
Am nächsten Morgen zurück in die Stadt, ein wenig eingekauft und dann auf in Richtung Igherm und dann nach Taliouine.
Nach Igherm haben wir wieder mal, wie eigentlich immer, einen schönen, ruhigen Stellplatz gefunden und gut geschlafen, es war angenehm kühl bei 25 Grad in der Nacht.
Am Morgen bekamen wir noch Besuch von einer Horde schwarzer Käfer, die sich hinter unser altes Brot machte.
Die Tiere waren ca. 5-7 cm lang und ziemlich dick, sicher kann uns hier jemand sagen was das für Tiere waren, wir konnten nicht darüber finden.
Im Moment sind wir auf dem Toubkal Camping in Taliouine, den wir für uns alleine haben, absolut keine Gäste hier, die Themperatur im angenehmen Bereich bei 38 Grad.
Der Camping mit Pool ist perfekt, saubere Duschen und WC, nur der Gang zur Stadt ist etwas länger, so 3 Km bis ins Zentrum.
So, das war’s für den Moment, übermorgen noch einkaufen. Und dann den Ramadan geniessen!
Wie immer hänge ich ein paar Fotos an.
Liebe Grüsse aus dem ewig sonnigen marokkanischen Sommer.
Turi und Stina




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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 06.07.2013 16:48

und wie die Verbindung gerade so gut ist noch ein paar Fotos



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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 06.07.2013 16:59

hier noch die Käfer, wer kennt den Namen?
Gruss Turi

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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon mammamia62 » 06.07.2013 22:53

hallo ihr zwei,

wie immer ein toller bericht und tolle bilder. ich verfolge es mit freude und freue mich vorallem, dass es euch gut geht. zu dem thema käfer, könnte es vielleicht ein Flinkläufer sein :?: es könnte aber auch ein Käfer aus der Familie der Ölkäfer (Meloidae). Die Gattung ist Meloë. Wahrscheinlich ist die Art Meloë violaceus. Diese Käfer können aus ihren Gelenken ihre Hämolymphe (Blut) pressen, in der reizende Stoffe enthalten sind. Wenn das Sekret länger an die Haut kommt, kann es zu schmerzhaften kleinen Bläschen kommen. Schon gar nicht darf das Sekret in den Mund oder an die Schleimhäute kommen !!! so genug der käfer. freue mich auf den nächsten bericht.

seid lieb umarmt carmen
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon windhoek » 07.07.2013 07:09

Hallo,
dieser Käfer ist kein Käfer, sondern eine Schrecke und heisst in Deutsch Sattelschrecke. Hat hinterm Hals den "Sattel"
Lebt hauptsächlich in Ariedengebiten. Hier in Namibia nennen wir ihn "Dickpens", also dickerbauch.
Grüsse aus dem schönen Namibia
Jochen
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Alexander » 07.07.2013 11:26

mammamia62 hat geschrieben:wie immer ein toller bericht und tolle bilder.


Dem kann ich mich uneingeschränkt anschliessen. Aus dieser Perspektive kannte ich Marokko kaum. Kommt vermutlich davon, wenn man zu sehr auf Sand und Wüste fixiert ist. Marokko ist ein wunderschönes Land, was Turi uns mit seinen fantastischen Fotos eindrucksvoll demonstriert. :wink:

Viele Grüsse
Alexander
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 07.07.2013 13:42

Hallo Alexander
Wir sind einige Monate hier in Marokko und versuchen möglichst abseits der Touristenströme unterwegs zu sein.
Wir benützen auch Reiseführer , aber mehr um die ausgesprochenen Touristengegenden zu meiden, oder allenfalls zu streifen.
Es braucht nicht viel, ob in den Städten, den Bergen oder der Wüste, um dies zu erreichen.
Was wir bis jetzt festgestellt haben ist, dass Marokko nicht unterschiedlicher sein kann.
Von extrem konservativ in den abgelegenen Bergregionen, da verschwindet die Bevölkerung noch, wenn ein Fremder vorbeikommt, bis extrem, für mich teilweise zu extrem, aufgeschlossen, um nicht zu sagen anzüglich.
Wo mir Marrakech teilweise wie ein Puff vorkommt, herrscht in den Bergen noch pures Mittelalter, wo die Leute noch in Höhlen hausen.
Was mir aber auch in Marrakech auffällt, sind die krassen Gegensätze, in der einen Gasse laufen die jungen Frauen mit nicht mehr als einem Gürtel und einem Top begleitet umher, wo hingegen daneben die Frauen in der Burka daherkommen.
Auf jeden Fall, wir werden nach den 5 Monaten hier, sicher nicht das letzte Mal in Marokko verweilen.
Gruss Turi
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Ralf Kiefer » 07.07.2013 16:24

Turi hat geschrieben:Was mir aber auch in Marrakech auffällt, sind die krassen Gegensätze, in der einen Gasse laufen die jungen Frauen mit nicht mehr als einem Gürtel und einem Top begleitet umher, wo hingegen daneben die Frauen in der Burka daherkommen.

Burka in Marokko bzw. in Marrakesch? Daß ein Teil der Frauen in Marokko traditionell islamisch gekleidet ist, ist normal. Nur bedeutet das typischerweise, daß weder Haare noch Hals sichtbar sind. Daß die Verhüllung im Sommer etwas "dichter" sein kann, liegt an der Jahreszeit und der Sonne. Das kennt man von den Bewohnern der Zentralsahara ebenfalls. Von den klischeemäßig gekleideten Tuareg (Männer!) erkennt man auch nur die Sonnenbrille inmitten des blauen Tuchs :-)

Aber eine Burka mit dem typischen vergitterten Guckloch wundert mich schon ein wenig.

Gruß, Ralf
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Re: unsere grosse Reise rund um Afrika

Beitragvon Turi » 07.07.2013 18:59

Hallo Ralf
Wundert mich auch immer wieder.
Sind aber nicht nur vereinzelte und ganz in schwarz, mit Sehschlitz und supermoderner Sonnenbrille.
Was mir ab und zu auffällt ist, dass die Hände, wenn ohne Handschuhe und beim gehen der Fussansatz über den Schuhen ziemlich hell sind.
Ob da nicht manche inkognito unterwegs sein wollen, evtl. sogar Europäerinnen??
Gruss Turi
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