Wüstenschiff • Thema anzeigen - Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Ethik, Organisationen, Projekte, Folgen, Tipps usw.

Moderatoren: Moderatorengruppe, Administratorengruppe

Unterschriftenaktion: Deine Stimme gegen Armut

Beitragvon Alexander » 27.05.2007 09:56

Liebe Wüstenschiffer,

Der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. will mit der Unterschriftenaktion Deine Stimme gegen Armut die Bundesregierung an ihr Verprechen erinnern, alles zu tun, um die Armut der Weltbevölkerung zu reduzieren.
Du kannst deine Stimme hier bis zum 7. Juli 2007 abgeben.

Der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. hat geschrieben:Sehr geehrte Frau Merkel,

im Jahr 2000 hat die Bundesregierung die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen unterzeichnet und sich damit zur Umsetzung der Millenniumsziele verpflichtet. Sie selbst haben wörtlich gesagt: „Unsere Glaubwürdigkeit wird davon abhängen, ob wir unsere internationalen Verpflichtungen einhalten.

Halten Sie Wort für Deutschland! Setzen Sie konsequent die Zusagen für mehr und bessere Entwicklungszusammenarbeit, einen gerechten Welthandel und einen Schuldenerlass für arme Länder in konkrete Maßnahmen um und unterstützen Sie aktiv Demokratisierungsprozesse in den Entwicklungsländern.

Hunderttausende Menschen in Deutschland haben bereits ihre Stimme gegen Armut erhoben, um von der Bundesregierung die fristgerechte Verwirklichung der Millenniumsziele zu fordern. Erste Schritte sind gemacht. Aber es muss noch mehr geschehen, und das schnell!

Im Jahr 2007 bieten sich zwei Gelegenheiten. Setzen Sie das Thema Armutsbekämpfung oben auf die Agenda des G8-Gipfels und der deutschen EU-Präsidentschaft. Es liegt nun in Ihrer Hand, die Welt gerechter und friedlicher zu machen. Ergreifen Sie die Chance, schreiben Sie Geschichte, machen Sie die Millenniumsziele wahr. Erheben Sie Ihre Stimme gegen Armut. Ich schicke Ihnen hiermit meine Stimme zur Unterstützung.


Viele Grüsse
Alexander
Alexander
Administrator
 
Beiträge: 22974
Registriert: 30.07.2005 18:12

Beitragvon Jürgen Kempe » 27.05.2007 14:29

Also, wenn ich die Dame auch nicht zu meinen engen Freundinnen zähle, ich denke ein wenig "Standard-Benimm" kann der Wirkung des Anliegens nicht schaden.
Wenn, wie hier wohl beabsichtigt, eine politische Aktion erwartet wird, sollte man die "Frau Bundeskanzlerin" ansprechen, wenn's denn intimer wird, ginge wohl "Frau Dr. Merkel".

Jürgen Kempe denkt, dass das sicher nicht zuviel Anbiederung bedeutet
Jürgen Kempe
 
Beiträge: 625
Registriert: 18.07.2006 16:26
Wohnort: S-H

Beitragvon Alexander » 28.05.2007 07:33

Hallo Jürgen,

sicherlich kann man den Titel, ob Doktor oder Bundeskanzlerin, aus Höflichkeit der Anrede voransetzen. Allerdings besteht kein Rechtsanspruch auf Anrede mit dem Titel. Hingegen ist es eher üblich oder eigentlich schon vorgeschrieben, als Staatsdiener/Beamter seine Vorgesetzten mit dem Titel oder dem Dienstrang anzusprechen.

Ansprachen mit dem Titel waren besonders den "älteren" Generationen geläufig. Heutzutage wird diese Form der Anrede immer mehr unüblich.
Selbst in der Presse findet man häufig nur "Frau Merkel" und nicht "Frau Bundeskanzlerin" oder "Frau Dr. Merkel". Aber aus Gründen der Höflichkeit, kann man, und da hast du bestimmt Recht, auch den Titel in der Anrede benutzen.

Und schließlich sollte die fehlende Ansprache mit dem Titel nicht davon abhalten, sich für eine gute Sache zu engagieren. Da sollte die Aktion im Vordergrund stehen.

Und wen es interessiert: Hier noch einige Anmerkungen aus Wikipedia und der Mutter aller Anstandsregeln, dem Knigge. ;-)

Zitat aus Wikipedia:
Die Anrede ist der Namenszusatz (auch eine Anrede ohne Namen nur mit Titel ist eine Anrede!) bei der Anrede (mündlich) oder bei einem Anruf (fernmündlich) an eine Person oder Personengruppe.

Während in hierarchischen Organisationen (beispielsweise Armee) oder nichtdemokratischen Staaten Anreden fest vorgeschrieben sind, sind Anreden in einer Demokratie meist nur eine reine Höflichkeitsbekundung, die manchmal auch Respekt vor den Leistungen des Erwerbs eines akademischen Grades oder eines Amtes zollt. In der Korrespondenz sind die Anreden enger an die Gepflogenheiten gebunden als bei der mündlichen Kommunikation. Die Anrede und Begrüßung ist vor allem auch als Eingangsformel und Einleitung bei Reden üblich.

Die Anrede in feudalistischen oder diktatorischen Staaten wurde zur sprachlichen Vermittlung von Rängen und Funktionen, aber dabei auch zur Machtzementierung benutzt (z.B. Fürst, Graf, Führer, Generalsekretär, Herr). Im Gegensatz dazu steht eine einheitliche Anrede für jedes Mitglied für den Versuch die Gleichheit aller Menschen darzustellen (Bürger, Genosse, Herr/Frau). Mit der Anrede können früher wie heute subtile Botschaften übermittelt werden (beispielsweise Frau Merkel und Frau Bundeskanzlerin). In Österreich ist die Benutzung von akademischen oder Ämtertiteln in der Anrede fast schon Pflicht, in Deutschland eher nur eine Üblichkeit.

Adelstitel sind in Österreich seit dem Ende des ersten Weltkrieges abgeschafft, in Deutschland sind sie Teil des Nachnamens. Die Anrede unterscheidet sich von der Begrüßungsformel, die wiederum Unterschiede in der mündlichen sowie der brieflichen Benutzung aufweist (z. B. Hallo, Sehr geehrte Damen und Herren usw; siehe auch Honorificum). Gewöhnliche Anschreiben unter Behörden enthalten keinerlei Anrede oder Schlussformel.
mehr...

Zitat aus dem Knigge:
Der Doktorgrad ist kein Titel sondern ein akademischer Grad, der nach Abschluß eines Promotionsverfahrens erworben wird. Eine Ausnahme bilden nur die Ehrendoktorwürden, die wie ein mit einer Promotion erworbener Doktorgrad behandelt werden. Als einziger akademischer Grad wird er aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmung in den Paß bzw. Personalausweis (DR) eingetragen, wodurch der Doktorgrad jedoch nicht zum einem Bestandteil des Namens wird. Daraus ergibt sich, dass kein Anspruch auf die Anrede mit dem Doktorgrad besteht.
Im gesellschaftlichen Umfeld ist es gleichwohl üblich, den Inhaber eines Doktorgrades mit Herr Dr. (+Nachname) anzusprechen. Eine Ausnahme machen häufig Inhaber des Doktorgrades desselben Fachbereichs untereinander.
Unüblich ist es inzwischen, die nicht promovierte Ehefrau eines Dr. ebenfalls mit Frau Dr. anzusprechen, zu Recht, nachdem inzwischen eine große Zahl von Frauen einen eigenen Doktorgrad erwirbt
Anschriftenfeld: Herr/Frau Dr. Fachbereichskürzel bzw h.c. Vorname Nachname
mehr...

Viele Grüsse
Alexander
Alexander
Administrator
 
Beiträge: 22974
Registriert: 30.07.2005 18:12

Beitragvon Jürgen Kempe » 28.05.2007 10:13

OK, ich gehöre zu den Grufties :( .

Nur noch soviel: So jung, dass sie, wie Du, schon gegen Höflichkeit gefeit ist, ist die Dame ja auch nicht mehr. (Man erinnere sich an ihr Strahlen nach dem Handkuss des franz. Staatsoberhauptes :D !)

Es entschuldigt sich für diesen offensichtlich unwichtigen Beitrag Jürgen Kempe :oops: :oops:
Jürgen Kempe
 
Beiträge: 625
Registriert: 18.07.2006 16:26
Wohnort: S-H

Beitragvon Alexander » 28.05.2007 15:22

Hallo Jürgen,

Jürgen hat geschrieben:OK, ich gehöre zu den Grufties

Man ist immer nur so alt, wie man sich fühlt ;-)

Jürgen hat geschrieben:Es entschuldigt sich für diesen offensichtlich unwichtigen Beitrag Jürgen Kempe


Daß das ein unwichtiger Beitrag ist, finde ich nicht. Über Höflichkeit kann man immer Diskutieren. Will doch jeder, daß man höflich behandelt wird.
Ob Grufty oder Jungspund ;-)

Viele Grüsse und noch ein ruhiges verlängertes Restwochenende

Alexander
Alexander
Administrator
 
Beiträge: 22974
Registriert: 30.07.2005 18:12

Beitragvon hans.anders » 30.05.2007 18:57

Alexander hat geschrieben:


Zitat aus dem Knigge:
Der Doktorgrad ist kein Titel sondern ein akademischer Grad, der nach Abschluß eines Promotionsverfahrens erworben wird. Eine Ausnahme bilden nur die Ehrendoktorwürden, die wie ein mit einer Promotion erworbener Doktorgrad behandelt werden. Als einziger akademischer Grad wird er aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmung in den Paß bzw. Personalausweis (DR) eingetragen, wodurch der Doktorgrad jedoch nicht zum einem Bestandteil des Namens wird. Daraus ergibt sich, dass kein Anspruch auf die Anrede mit dem Doktorgrad besteht.
Im gesellschaftlichen Umfeld ist es gleichwohl üblich, den Inhaber eines Doktorgrades mit Herr Dr. (+Nachname) anzusprechen. Eine Ausnahme machen häufig Inhaber des Doktorgrades desselben Fachbereichs untereinander.
Unüblich ist es inzwischen, die nicht promovierte Ehefrau eines Dr. ebenfalls mit Frau Dr. anzusprechen, zu Recht, nachdem inzwischen eine große Zahl von Frauen einen eigenen Doktorgrad erwirbt
Anschriftenfeld: Herr/Frau Dr. Fachbereichskürzel bzw h.c. Vorname Nachname
mehr...

Viele Grüsse
Alexander


Knigge sagt es doch.....
Das hat nichts mit dem Alter zu tun, der Dr. gehört zur Anrede.
Es geht natürlich auch ohne, wie es im Resraurant auch ohne Besteck geht, jeder wie er meint :lol:

Hans
hans.anders
 
Beiträge: 36
Registriert: 19.05.2006 15:59

Beitragvon christelle » 31.05.2007 11:19

Hallo zusammen,

eine solche Aktion ist sicherlich ehrenhaft, bleibt aber die Frage, ob es "so einfach" ist...

- "Mehr und bessere Entwicklungszusammenarbeit": Schwerpunkt sollte es meiner Meinung nach auf "bessere" liegen, denn "mehr" bringt ja sehr wenig bis nichts, wenn die Entwiklungsgelder einfach verschwinden, besser gesagt die ohnehin schon vielerorts schon vollen Taschen der "Regierenden" noch voller machen (Beispiel: Strasse im Dogonland/Mali wurde mehmals finanziert, die Gelder mehrfach versickert, ne Strasse gibt's immer noch nicht). Oder aber die Entwicklungsgelder fliessen in Projekte, die vielleicht den Helfern sinnvoll erscheint, aber total daneben sind...

- Schuldenerlass fuer arme Laender: da hat ja bestimmt der congolesische Praesident sich ins Faeustchen gelacht, als ihm die Schulden erlassen worden sind, da bleibt fuer ihn und seine Clique noch mehr uebrig... Ausserdem heisst es dann "wir erlassen dir deine Schulden, koennen dann aber dafuer das Oel und das Holz (beispielsweise) zu aeusserst guenstigen Preisen bekommen". Ein ewiger Teufelskreis.

- "Unterstuetzen Sie aktiv Demokratisierungsprozesse": das finde ich sinnvoll! Ob das aber realistisch ist?!? Die reichen Laender wie Frankreich sind eigentlich froh, dass solche Typen an der Macht sind, nach dem Motto "eine Hand waescht die andere"! Ich frage mich z.B. wie Herr Sarkozy oeffentlich behaupten kann, Freund des congolesischen Praesidenten Denis Sassou Nguesso zu sein, und alle finden das ganz normal!

Ich bin durchaus fuer Aktionen, die der Bevoelkerung zu Gute kommt! Aber gegen Aktionen, die pauschal und ohne die Verhaeltnisse vor Ort zu analysieren und im Endeffekt noch mehr Geld in die Taschen der machthabenden Raeuber fliessen lassen! Deshalb werde ich nicht an dieser Unterschriftenaktion teilnehmen. Weil ich jeden Tag mitten drin bin und gegen "mehr" Entwicklungshilfe bin, weil ich jeden Tag mit eigenen Augen sehen kann, wie laecherlich es eigentlich ist.

Im Congo muessen einfach die Raeuber raus und Leute an die Macht, die mehr teilen (sich also weniger in die Tasche stopfen, ich schreibe das, weil das leider nicht so schnell gehen wuerde). Congo ist naemlich steinreich!!! Trotzdem gibt es Probleme mit Strom und Wasser und nur sehr schlechte Strassen... Ein Grossteil der Bevoelkerung ist arm, ja. Aber unterstuetzen wir nicht dieser Zustand, wenn wir ihn waehren lassen, indem wir dem Land die Schulden erlassen? Oder ignorieren, dass es eigentlich vor Ort genug Geld gibt, so dass alle Menschen besser leben koennten?

Kritischer Gruss,
Christelle
Chris, Heiko und RTP sind unterwegs!
http://weltstreicher.blogspot.com/
christelle
 
Beiträge: 201
Registriert: 02.08.2005 12:30
Wohnort: Irgendwo in Afrika

Beitragvon christelle » 01.06.2007 10:17

Hallo zusammen,

ein meiner Meinung nach sehr interessanter Artikel (die Zeit, 11.01.07) zu genau zu diesem Thema:

Wofür das Ganze?

Von Bartholomäus Grill

Eine Billion Dollar hat der Norden dem Süden gegeben, um die Armut zu bekämpfen. Doch viele Arme sind arm geblieben. Von der Hilfe profitiert haben Diktatoren, Kleptokraten – und die Helfer selbst.

->Kompletter Artikel lesen


Und, da es nicht alles nur negativ sein soll, ein Hoffnungsschimmer am Horizont:
Und man sollte nicht vergessen, dass es Abertausende von engagierten Helfern und nützlichen Projekten gibt, ohne die es in mancher Krisenregion noch düsterer aussähe. Man könnte von ihnen ebenso lernen wie von der Kreativität der Armut, vom Unternehmergeist der informellen Ökonomie in den Slums zum Beispiel. Man könnte das bewährte System der Kleinkredite ausweiten oder für abgeworbene Spitzenkräfte des Südens wie bei Fußballern eine Transfergebühr einführen. Man könnte, wenn man nur wollte. Wenn man so viel schöpferische Energie aufwenden würde wie etwa bei der Erfindung von Haarwuchsmitteln oder Marssonden.


Viel Spass beim Lesen und Gruss,
Christelle

PS: hat euch eigentlich mein Beitrag die Stimme verschlagen, oder was??? :mrgreen:
Chris, Heiko und RTP sind unterwegs!
http://weltstreicher.blogspot.com/
christelle
 
Beiträge: 201
Registriert: 02.08.2005 12:30
Wohnort: Irgendwo in Afrika

Beitragvon Alexander » 01.06.2007 21:19

Hallo Christelle,

du hast mich mit deinem Beitrag ganz schön eingeschüchtert. :oops:
Aber dennoch erlaube ich mir, nochmal das Wort zum Thema zu erheben. :lol:

Dein Einwand ist mit Sicherheit nicht unberechtigt. Du wirst es vor Ort wahrscheinlich life erleben, was mit der sog. Entwicklungshilfe geschieht. So entnehme ich es auf jeden Fall deinem Beitrag.

Ich habe deinen ersten Beitrag zum Anlaß genommen diesen an den Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. zu schicken und habe um eine Stellungnahme gebeten. Ich hoffe, du hast nichts dagegen. Ich bin gespannt, mit welchen Argumenten sie aufwarten.

Viele Grüsse
Alexander
Alexander
Administrator
 
Beiträge: 22974
Registriert: 30.07.2005 18:12

Beitragvon Alexander » 01.06.2007 21:41

Hallo Christelle,

jetzt melde ich mich gleich nochmal zu Wort. :wink:

Ich habe zum Thema einen interessanten Artikel gefunden, der in deine Richtung geht:

Schadet die Entwicklungshilfe Afrika?

„Wer Afrika helfen will, darf kein Geld geben“

James Shikwati gehört zu den wenigen Marktliberalen in Afrika. Der 36 Jahre alte Shikwati hat vor sechs Jahren in Nairobi das Institut „Inter Region Economic Network“, kurz Iren, gegründet. Mit der Denkfabrik wirbt der ehemalige Lehrer für eine freiheitliche Wirtschaftsordnung in Afrika. Ausländische Entwicklungshilfe lehnt Shikwati ab. mehr...

Grüsse
Alexander
Alexander
Administrator
 
Beiträge: 22974
Registriert: 30.07.2005 18:12

Beitragvon christelle » 04.06.2007 08:16

Einen schoenen Montag Morgen,

...ja jetzt bin ich wieder bei der Arbeit, ich kann wieder surfen... :mrgreen:

@Alexander: finde ich gut, dass du den Beitrag geschickt hast, ich bin auch mal gespannt, was sie antworten!

Noch einen Artikel aus der Zeit (01/2007), der in die gleiche Richtung geht:

Bringt den weißen Mann zurück!

Von Bartholomäus Grill

Afrikas Frust mit seinen Helfern: Die einen wünschen sich neue Kolonialherren, die richtig aufräumen. Die anderen würden sie am liebsten hinauswerfen...mehr

Gruss,
Christelle
Chris, Heiko und RTP sind unterwegs!
http://weltstreicher.blogspot.com/
christelle
 
Beiträge: 201
Registriert: 02.08.2005 12:30
Wohnort: Irgendwo in Afrika

Beitragvon Jürgen » 04.06.2007 15:19

Alexander hat geschrieben:
„Wer Afrika helfen will, darf kein Geld geben“

James Shikwati gehört zu den wenigen Marktliberalen in Afrika. Der 36 Jahre alte Shikwati hat vor sechs Jahren in Nairobi das Institut „Inter Region Economic Network“, kurz Iren, gegründet. Mit der Denkfabrik wirbt der ehemalige Lehrer für eine freiheitliche Wirtschaftsordnung in Afrika. Ausländische Entwicklungshilfe lehnt Shikwati ab. mehr...

Grüsse
Alexander



Hierzu fällt mir noch ein "Spruch" ein, den einmal ein berühmter Kopf gesagt hat, fäll mir nur nicht mehr ein wer es war :cry: .


"Es spenden die armen Leute eines reichen Landes für die reichen Leute eines armen Landes!"


--und der sollte uns auch mal zu denken geben.---


Jürgen
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!

Mitglied der DTG
Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider :!:
Jürgen
 
Beiträge: 3555
Registriert: 01.08.2005 11:37

Beitragvon Alexander » 04.06.2007 18:06

Hallo Jürgen,

Jürgen hat geschrieben:Entwicklungshilfe ist, wenn die armen Leute eines reichen Landes für die reichen Leute eines armen Landes Geld spenden.


Stammt von dem britischen 1917 geboren Politiker Denis Healey

Der Spruch ist schon fast ein Jahrhundert alt und immer haben die Menschen den offensichtlichen Sinn nicht verstanden.
Entwicklungshilfe muß zielgerichtet sein. Vorbei an den korrupten Händeaufhaltern. Damit es die 30.000 Menschen erreicht, die jeden Tag auf dem
afrikanischen Kontinent an Hunger sterben.

Grüsse
Alexander
Alexander
Administrator
 
Beiträge: 22974
Registriert: 30.07.2005 18:12

Beitragvon Jürgen » 05.06.2007 07:52

Alexander hat geschrieben: Vorbei an den korrupten Händeaufhaltern. Damit es die 30.000 Menschen erreicht, die jeden Tag auf dem
afrikanischen Kontinent an Hunger sterben.



--- wenn man bedenkt das allein, meiner Schätzung nach, von allen "wohltätigen Einrichtungen" über 50% der Spenden in Ihre eigene Varwaltung geht. Dies bezieht sich, auch auf Banken (für Berarbeitungsgebühren der Spendenüberweisungsträger).
D.h: es wird auch von diesen "Institutionen" sehr wohl die Hand aufgehalten :cry:

Jürgen
Es gibt Leute die WISSEN ALLES - es gibt Leute die WISSEN es BESSER - aber am schlimmsten sind die die meinen ALLES BESSER ZU WISSEN!

Mitglied der DTG
Ich war Tot, wurde aber wieder geholt. Gott sei Dank oder leider :!:
Jürgen
 
Beiträge: 3555
Registriert: 01.08.2005 11:37

Beitragvon christelle » 05.06.2007 08:58

Hallo zusammen!

Mann, Alexander, du bist ja gebildet! :mrgreen: Gibt's zu, du hast gegoogelt, oder?

Spass beiseite: ich hab schon 2 Personen bekehrt, ist ja toll :mrgreen:

Im Ernst: Ergaenzend zu Alexanders Worten gibt's den Korruptionswahrnehmungsindex...und der verdeutlicht, dass:

- es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Armut und Korruption gibt

- viele der sehr armen Länder sich am unteren Ende des Index wieder finden

Beispiel Congo mal wieder: da wurde mal von den Amerikanern ein Schiff voll mit Reis nach Congo gespendet (fuer wen denn eigentlich, hier muss keiner verhungern, aber es wird oft gar nicht geguckt, wer Reis gebrauchen koennte, Hauptsache, man hat was gespendet, da kann mann dann Abends zufriedener einschlafen). Das Schiff kam Anfang Januar 2007 in den Hafen von Pointe-Noire an... und der Reis wurde versteigert! So waren alle froh, sowohl die Kaeufer, die mit dem gekauften Reis Gewinn machen konnten, indem sie ihn teurer verkauften, und die Machthabenden, die sich dann am Wochenende in ihrem Schloss in Frankreich sich mal ein paar Kisten Champagner mehr goennen konnten.

Jedenfalls ist meiner Meinung nach die effektivste Entwicklungshilfe tatsaechlich den Kampf gegen Korruption, damit alle Menschen von den Reichtuemern des Landes profitieren koennen. Da braucht man dann kein Geld spenden, und da bleibt auch nicht die Haelfte bei den Institutionen haengen. Aber wie schon erwaehnt haben da die Industrielaender selber was dagegen, wenn sie ploetzlich nicht mehr so guenstig an Oel, Gold und sonstige Rohstoffe kommen.

Es ist offensichtlich, dass zahlreiche Machthaber rohstoffreicher Laender Auslandsinvestitionen in staatliche Ressourcen zu ihrer persoenlichen Bereicherung unterschlagen. Ebenso klar ist, dass viele Rohstoffindustrie-Unternehmen bereit sind, Geschaefte mit solch zweifelhaften Machthabern zu machen. Zugangs- und Lizenzgebuehren fuer die Foerderung natuerlicher Ressourcen landen in den Haenden korrupter Regierungen, waehrend die Bevoelkerung auf internationale Hilfsprogramme angewiesen ist. Das geschieht oft in voller Kenntniss, oder zumindest absichtlicher Unwissenheit der Unternehmen und Kreditinstitute, die die Geschaefte abwickeln.


Quelle: Global Witness (setzt sich weltweit fuer Transparenz und gute Regierungsfuehrung beim Management von natuerlichen Ressourcen ein - nur zur Erklaerung, soll keine Werbung sein). Uebrigens ist Sarah Wykes am 18. Februar in Cabinda verhaftet und der Spionage angeklagt worden. Sie hatte sich in der von Angola seit 1975 besetzten Erdöl-Enklave Cabinda mit lokalen NGOs getroffen, die sich vor Ort gegen Korruption und für mehr Transparenz im Ölsektor einsetzen. Es koennte also gefaehrlich sein, gegen Korruption vorzugehen :? Im Congo soll man sich uebrigens auch nicht zu laut darueber aufregen... :kotz:

So, jetzt hoere ich auf mit meinem romanhaftigen Beitrag!

Gruss,
Christelle
Chris, Heiko und RTP sind unterwegs!
http://weltstreicher.blogspot.com/
christelle
 
Beiträge: 201
Registriert: 02.08.2005 12:30
Wohnort: Irgendwo in Afrika

Nächste

Zurück zu Tourismus und Folgen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste