Die Berber oder Imazighen im Maghreb - Diskussion in Bonn

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Birgitt
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Die Berber oder Imazighen im Maghreb - Diskussion in Bonn

Beitrag von Birgitt »

Die Berber oder Imazighen im Maghreb -
Folklore oder politischer Faktor?


Immer häufiger wird in Berichten über soziale Unruhen im Maghreb erwähnt, dass betroffene Bevölkerungsteile Berbersymbole verwendeten und ihre ethnische Zugehörigkeit zu den "Imazighen" heraustellten. Selten aber werden die Sachverhalte genauer erörtert. Die Deutsch-Maghrebinischen Gesellschaft (DMaG) möchte die Gelegenheit geben, mehr darüber zu erfahren, so z.B. was die Gründe dafür sind und ob es sich dabei eher um kulturelle Rückbesinnung oder um eine anwachsende politische Bewegung in der Region handelt.

Die Berber oder in ihrer Eigenbezeichnung Imazighen sehen sich als „Ureinwohner“ des heutigen Maghreb. Etwa 36 bis 40 Millionen Menschen sprechen Berbersprachen. Ihre Geschichte war immer geprägt von der Vorherrschaft anderer Völker. Ihre Wahl war immer: Anpassung oder Rebellion. Viele Berber fühlen sich bis heute unterdrückt, obwohl sie in mehreren Ländern einen erheblichen Teil der Bevölkerung ausmachen.

Die Arabellion im Jahr 2011 hat den politischen Raum für viele Berbergruppierungen geöffnet, ihre Anerkennung als indigene Bevölkerungsgruppe einzufordern. So werden vermehrt bei Protesten, oft mit sozialen Auslösern, demonstrativ Berberflaggen gezeigt. Damit diese innenpolitischen Spannungen nicht zu einer Gefahr für den Staat werden, machen die Herrschenden verstärkt Zugeständnisse an die Berber (Verfassung; Amtssprache). Durch ihr sich änderndes Selbstverständnis beanspruchen einige Berbergruppen immer häufiger eine maghrebinische - anstelle einer arabischen Identität. Zunehmend werden auch Autonomieforderungen laut. Einige Beobachter befürchten, dass gewaltsame Berberproteste auf andere Berbergruppen der Region übergreifen könnten.

Unsere Experten aus Deutschland und der Region (zumeist mit Berber-Hintergrund) versuchen herauszuarbeiten, ob die Berberbewegungen sich zu einer staatenübergreifenden politischen Kraft entwickeln und damit die Einheitsstaaten gefährden könnten (neue „Kurdenbewegung“?), ob sie ein Gegengewicht gegen importierte islamistische Vorstellungen sein könnten, und ob die Menschenrechtsverletzungen an den rebellischen Imazighen zu Fluchtursachen beitragen.
  • Was erwarten die Berber, was die politischen Führungen im Maghreb von Europa?
Eine Veranstaltung der DMaG/Bonn in Kooperation mit dem Zentrum für Nah- und Mittelost-Studien/Politik des Nahen und Mittleren Ostens/Universität Marburg und dem Friedens- und Konfliktforschungsinstitut BICC/Bonn und mit finanzieller Unterstützung durch das Auswärtige Amt in Berlin.

Diskutanten:
  • Prof. Dr. Rachid Ouaissa, Marburg
  • Karima Dirèche, Algerien, Forschungs-Direktorin CNRS, Aix-Marseille
  • Mohamed Akrim, Frankfurter Komittee zur Unterstützung der Volksbewegung im Rifgebiet
  • Salah Ngab, Journalist Libyen (Düsseldorf)
Moderation:
Carina Schlüsing, BICC Bonn

Datum / Uhrzeit:
11.12.2018 - 18:00 Uhr

Ort:
DE - 53121 Bonn, Pfarrer-Byns-Str. 1 - BICC International Center for Conversion

Anmeldung:
Per e-mail: pr@bicc.de

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Gruß
Birgitt
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