Samstag, 3. September 2005 um 21:40
Wiederholungen :
04.09.2005 um 14:55
10.09.2005 um 11:15
360° - Die Geo-Reportage
Reportage, Deutschland / Frankreich 2005, ARTE, Erstausstrahlung
Regie: Svea Andersson; Moderation: Simone von Stosch
Die Eheleute Sarangerel und Badbold ziehen mit ihren 54 Kamelen, 26 Rindern und etwa 230 Schafen und Ziegen durch den Südwesten der Wüste Gobi. Die Bedürfnisse der Tiere bestimmen den Tagesablauf. Der Geschmack von Kamelmilch und Ziegenblut, der Geruch von Tierschweiß und Wollfett und das Gefühl von Eiswind und Sonnenbrand auf der Haut bestimmen das Leben. Noch fühlen sich viele Kamelzüchter eins mit der Natur, die sie umgibt. "360º - Die Geo-Reportage" zeigt das ursprüngliche Nomadenleben der Kamelzüchter in der Mongolei - auch wenn sie inzwischen Fernseher und Autos besitzen.
Eine Gruppe Kamele zieht durch die Wüste Gobi. Die Nüstern sind verschlossen und Sandkörner hängen in den dichten Wimpern. Die Tiere gehören den Eheleuten Sarangerel und Badbold, die als Nomaden immer dann weiterziehen, wenn das spärliche Gras der Weiden von den Tieren abgefressen wurde. Die genügsamen und anpassungsfähigen Paarhufer sind es vor allem, die den Viehzüchtern das Überleben in der lebensfeindlichen Umwelt ermöglichen. Immer wieder packen Sarangerel und Badbold ihren gesamten Hausstand und ihre Jurte auf die Rücken der Kamele. Nur die 81 jungen Zicklein kommen in den Kofferraum eines alten Jeeps. Auf ihrer Reise zum Frühlingsquartier durchqueren die Nomaden den Südwesten der Wüste Gobi - vor der Kulisse des Altaigebirges mit seinen schneebedeckten Kuppen und Gletschern. Nur der Sohn begleitet das Ehepaar, die Töchter leben in der Bezirksstadt Bayantoroi. Viele Nomaden haben nach der Einführung von Demokratie und Marktwirtschaft in der Mongolei ihre Tiere verkauft und sind in die Hauptstadt Ulan-Bator gezogen. Auch deswegen ist das asiatische Kamel zunehmend vom Aussterben bedroht. Doch nur wenige ehemalige Nomaden haben in der Stadt ihr Glück gefunden, die meisten leben in Jurtenvierteln unterhalb der Armutsgrenze. Sarangerel und Badbold hingegen können sich ein Leben in der Stadt nicht vorstellen. Sie verdienen ihr Geld mit dem Verkauf von Tieren und Wolle - und manchmal gewinnen sie bei einem Kamelrennen das Preisgeld.


