Europas neue Mauern
Das reiche Europa wird mit Milliardenbeträgen zur Festung gegen die Armen dieser Welt ausgebaut.
Sendetermine
So, 04.09.05, 18.45 Uhr
Mo, 05.09.05, 00.45 Uhr
undGrenzbeamte kontrollieren mit Nachtsichtgeräten, Thermokameras und Schnellbooten die Außengrenzen der Europäischen Union und greifen nahezu täglich Menschen bei dem Versuch auf, illegal nach Europa zu gelangen.
Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen hält dagegen, dass die Zahl der Asylbewerber in der EU kontinuierlich abnehme. Sie sei auf dem niedrigsten Stand seit 17 Jahren. Außerdem sei die Menge der Immigranten beherrschbar, man könne viele sogar als Arbeitskräfte einsetzen.
Die Innenminister der EU aber setzen auf Abschreckung. Die Angst vor dem islamistischen Terrorismus wird als Argument einer restriktiven Einwanderungspolitik missbraucht. Vor diesem Hintergrund gelangen biometrische Daten in europäische Pässe. Die EU-weiten Standards für eine gemeinsame Asyl- und Flüchtlingspolitik sind auf den kleinsten gemeinsamen Nenner festgelegt worden. Und Deutschland und Italien wollen afrikanische Asylbewerber schon auf afrikanischem Boden abfangen.
Der Film zeigt die Bemühungen, die "Festung Europa" zu konsolidieren, aber auch ihre Bruchstellen und die Folgen für die Menschen innerhalb und außerhalb Europas.
Dokumentation von Richard Klug und Ulli Neuhoff 2004
Festung Europa
Melilla - Europas Vorposten in Afrika
Sendetermine
So, 04.09.05, 19.15 Uhr
Mo, 05.09.05, 04.30 Uhr
So, 11.09.05, 08.15 Uhr
Die Stadtgrenze von Melilla zählt zu den bestgesicherten Grenzen der Welt. Melilla gehört zu Spanien, liegt aber im Norden Marokkos. Ein Stück Europa in Afrika! Von 25 Wachtürmen aus beobachten Beamte der Guardia Civil den Grenzstreifen, 42 ferngesteuerte Kameras registrieren jede Bewegung. Eine Hitech-Grenze, die kaum zu überwinden ist. Dennoch versuchen Hunderte von afrikanischen Emigranten Nacht für Nacht, nach Melilla zu kommen und somit in die EU zu gelangen - manche sogar mit Erfolg.
Melilla ist aber weit mehr als ein Fluchtpunkt. Hier leben Katholiken, Muslime und Juden seit Generationen einträchtig zusammen. Einflüsse aus dem Süden Europas vermischen sich mit Einflüssen aus dem Norden Afrikas. Ein soziales Experiment, das gelingt. Filmautor Driss Deiback lebt in Berlin, wuchs aber in Melilla auf. Er kennt die Protagonisten seines Films seit langem und war so auch in der Lage, bei den Dreharbeiten eine große Nähe zu ihnen herzustellen. Unter ihnen ist Miguel Hernandez, ein Spanier, dessen Haus durch die Grenzziehung von Melilla abgetrennt wurde. Miguel pendelt nun jeden Tag zwischen Europa und Afrika. Eine weitere Protagonistin ist Farah Ali, die 23jährige Schönheitskönigin von Melilla. Farah entstammt einer muslimischen Familie und behauptet sich auch in katholischen Kreisen. Darüber hinaus beobachtet der Film Schwarzafrikaner, die vor der Grenze auf ihre Chance zur Flucht nach Europa warten und zeigt Flüchtlinge, die es geschafft haben.
Der Film beschreibt das einzigartige Lebensgefühl an der Nahtstelle zwischen zwei Welten.
Dokumentation von Driss Deiback (2005)




