Algerien Rundreise 1

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

Moderator: Moderatoren

Manne
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Algerien Rundreise 1

Beitrag von Manne »

Hi zusammen,

zurück - nach 6950km, davon fast 5000km in Algerien. Was Anfangs nur eine kleine Runde im Norden sein sollte wurde eine komplette Rundreise. Mehr Details am Wochenende (die liebe Arbeit), nur kurz zum "anfüttern":

Algier-Ghardaia-in Salah-Tamanrasset-Ideles-Serouenout-Illizi-Ohanet-Hassi Bel Guebbour-Hassi Messaoud-Ouargla-Ghardaia-Algier

Keine Probleme (bis auf 3Std Auspuff schweißen), Diesel 13,9 Dinar, Guide war notwendig (1800€ *sick*), Fähre 920€ (2 Personen, 2 Fahrzeuge, Kabine + 3 Gänge Menü inklusive *g*). Mehr folgt (wie hänge ich den Bilder an?).

Sonnige Grüße,
Alexander
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von Alexander »

Hallo Manne,

jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. :wink:

Bilder kannst du im Post hochladen, siehe hier

Viele Grüsse
Alexander
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Flash
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von Flash »

Meiner Meinung am einfachsten und besten;
http://jeep.cfasp.de/ (hier hochladen - automatische Verkleinerung auf Forumsgrösse)
Dann mit
[img]Pfad[*schrägstrich*img] einfügen. (*schrägstrich* durch / ersetzen)
- wobei das obgenannte Maschine auch schon hinzufügt.

MODERATOR-NOTE:   Bitte Bilder möglichst nur im Forum hochladen, damit nichts verloren geht. Siehe dazu: hier

schnorr
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von schnorr »

mal weg von der Technik, du machst mich ja echt neidisch! Ich bin mal gespannt, was du so erzählst.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Manne
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Registriert: Mi 31. Aug 2005, 21:40

Nun der Bericht (Teil 1)

Beitrag von Manne »

Gaaanz von vorne ;-): Geplant war als aller erstes Amguid. Die Vorgabe meines französischen Kollegen war 14 Tage inkl. Fähre als Gesamtzeitraum. Wo fährtse in 14 Tage in so ´nem riesigen Land denn hin? Nun Amguid, schien einigermaßen machbar, jedoch stellte sich nach Berechnung der Kilometer schnell heraus – zuviel, zuweit, zuwenig Zeit. Nun, Literatur besorgt und siehe da Routenalternative 18a: Franzosenfort-Piste.

3Tage durch Dünen (Sand sollte ja dabei sein) und unweit von Ghardaia, wo wir ja eh hin mussten. Bis kurz vor Abreise blieb es bei dieser Route. Nächste Hürde war jedoch die Fähre. Nicht die Fährtickets und die Verbindungen schienen das Problem, doch die Agentur war, gelinde beschrieben, unfähig. Diese Fischgott benannte Agentur in München war innerhalb von 3 Wochen nicht in der Lage a, einen Preis zu nennen und b, die Tickets entsprechend zu bestellen. Die Internetseite von SNCM machte mir Hoffnung, genauso günstig wie nach Tunesien im Januar zu kommen. Ziel war es, um die 1000€ für die Fähre, für 2 Personen und 2 Fahrzeuge, zu zahlen. Der gute Mann von der Agentur sagte alles kein Problem. Wie beschrieben habe ich der guten Agentur nun 3 Wochen lang hinterher telefoniert. Noch dazu vom Ausland, da ich auf Geschäftsreise war und dementsprechend nicht in der Lage war mal kurz vorbei zugehen um zu fragen, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Fakt: Angebot nach 3 Wochen lag bei 2000€, drunter sei nichts zu machen. Dies teilte ich so ca 1 Woche vor Abfahrt nun David (dem Kollegen) mit. Der bat kurzer Hand seine Frau in Lyon doch mal am Nachmittag beim Büro der SNCM in Lyon anzurufen um nachzufragen, ob den das wirklich alles so teuer sein muss...nun innerhalb von 10min hatte sie 2 Tickets reserviert (474€ wenn ich mich richtig erinnere). Ich schreib dies alles um manchen Lesern einfach den Tipp zu geben, gleich bei den Gesellschaften anzufragen. Im Januar für die Überfahrt nach Tunesien hatten wir die gleichen Schwierigkeiten mit einer anderen Agentur. Tolle Preise auf der Homepage doch absolut desolate Vorstellung dieser Reiseagentur, die sich erst mal für ein paar Wochen verabschiedet hat und nach Rückkehr dann nicht mehr zum buchen in der Lage war....

So musste das mit den Agenturen mal loswerden...zur Reise: Eine Woche vor Beginn kam ich von der erwähnten Geschäftreise zurück und musste nun das Visa in Rekordzeit bekommen. Die Homepage der Botschaft machte mir keine Hoffnung mit den min.14 Tage Bearbeitungszeit. Jedoch hatten wir ja ´ne Einladung für ´nen guten Zweck. Und tatsächlich Sa vor Abfahrt (musste spätestens Mo Richtung Marseille) , war das Visa da! Trotz Stempel Südkorea (laut Reise-Know-How sollte der Probleme machen). So hatte ich alles. Meine Freundin hatte das Auto vollgepackt, damit ich in den 2 Wochen nicht vom Fleisch falle und es hätte los gehen können. Doch dann machte kurzerhand ein Vorfall in der Gegend, die wir bereisen wollten die Route laut Agentur unmöglich: Irgendwie seien bei einem Gemenge ein paar Zollbeamte erschossen worden – die Franzosenroute kann nicht befahren werden. David hatte von dem Vorfall auch im französischen Fernsehen gehört und war begeistert von der Alternative der Agentur: Tamanrasset, quer durch den Hoggar nach Djanet und retour.

Ok, Amguid war zu weit und nun fahren wir mal kurz noch ein paar tausend Kilometer mehr??? Ich dachte, das geht nie. Die Berechnungen waren dann schnell bei über 4000 Kilometer in Algerien und ich musste ja auch knapp über tausend einfach nach Marseille. Unpackbar. David war Feuer und Flamme und meinte nur: lass es uns probieren. Ich sagte nur, selbst wenn wir täglich 500-600km fahren, haben wir keinen Sicherheitspuffer für evtl. Reparaturen, Pannen, Reifenwechsel etc. Doch er war überzeugt und so fuhr ich erst mal am Montag kurz nach Mittag von der Arbeit los.

Hatte ja jetzt 1000 Kilometer Zeit mir alles durch den Kopf gehen zu lassen. Ich dachte die Agentur wird wissen was sie tut. Der Preis, den sie verlangte, fand ich unverschämt. 1800€, für 2 Führer zwar, doch die Zeit offroad für die Piste war mit 2 Tagen sehr gering. Ich wusste da ja noch nicht, dass wir von Algier an jeder Kreuzung diese Begleitung sehr gut gebrauchen konnten. Denn eigentlich waren die Führer mehr oder weniger die Passierscheine an sämtlichen Polizeikontrollen auf der ganzen Reise. Die Fähre sollte am 12.04. Mittag ablegen und retour am 24.04 auch Mittags.

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Hatte mich nach den Erlebnissen vor kurzen bei der Überfahr nach Tunesien schon auf Verspätung und Chaos im Hafen eingerichtet, wurde jedoch positiv überrascht: Pünktlich (gut Auslauf gegen 14 statt 12 Uhr) setzte sich das Schiff in Bewegung. Keine Hektik, kein Stress und kein einziger Offroad-Tourist weit und breit. Von Genua nach Tunis war das Schiff fast nur mit allerlei Geländespielzeug beladen, jedoch jetzt hier in Marseille – nichts. Zwei weiße Geländewagen, der 90er von David und unser guter alter BJ45 waren die einzigen Allradler. Ich musste zwar noch mal 130€ Aufschlag zahlen (Dachgebäckträger + Aufbauten) doch dies war der einzige Wermutstropfen.

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Drinnen in der Fähre ging es positiv weiter: Anstatt stundenlang wie in der Habib auf essen zu warten, wurde kurz nach Auslaufen ein 3 Gänge Menü inkl. Wein serviert. Im Preis inbegriffen! Auf Hin und Rückfahrt, je Mittag und Abend und es gab sogar noch Frühstück. 2erKabine mit Dusche, WC und Fernseher! Noch mal der Preis: 474€ pro Person und Fahrzeug! Also Mädels, man kann über Marseille bequem in Algier einreisen. Auch Zoll, Grenzformalitäten in Algier waren max. so wie in Tunis. Unterschied: es interessierte keinen der zahlreichen Inspekteure ob wir GPS, Alkohol oder sonst was dabei hatten. Visum, Einladung, Wegstrecke, Besuche und die Agentur, nach diesen wurde ausführlich gefragt. Die erste halbe Stunde und Anfangskontrollen haben wir noch alleine bewältigt und dann hat uns schon die Agentur mit 2 Mann abgeholt. Es dauerte zwar noch ca eineinhalb Stunden bis wir das Hafengelände verlassen konnten, jedoch ging es in Tunis auch nicht schneller und durch die vollbesetzte Fähre im Januar dauerte es sogar noch länger.

Nun ich will nicht verheimlichen, dass ich dennoch einen Schaden am Fahrzeug hatte: Bei der Einfahrt war das Oberdeck unbeladen und hochgefahren. Bei der Ankunft stand ich ziemlich weit hinten und das Oberdeck war mit einigen Neufahrzeugen beladen herunter gefahren. Da ich weit hinten stand, machte das Deck einen Knick nach oben, sodass ich vom Fahrzeug aus betrachtet, genügend „Kopffreiheit“ über dem Fahrzeug hatte. Tja, jedoch nicht genug, um unter den Lampen hindurch zu kommen. Nach 3-4 Metern habe ich mir die Alukiste auf dem Dachgebäckträger zusammengefaltet. So hatte ich die ersten Stunden in Algier eine Aufgabe, während David mit den Führen zum Geld holen und Einkaufen gegangen ist.

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Algier war herausgeputzt und konnte wirklich als weiße Stadt bezeichnet werden. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und mir kam es vor wie in Südspanien oder Süditalien. Trubel, jedoch überschaubar, die Menschen freundlich, Sonne und Straßencafes und relativ vielsprachig. Hauptsächlich arabisch und französisch, jedoch auch spanisch und englisch war zu vernehmen. Im Verlauf der Reise haben wir auch noch eine Französin und eine Spanierin kennen gelernt, die seit einiger Zeit in Algier leben und die den Gesamteindruck durchaus vom alltäglichen Leben bestätigen konnten. Die Stadt war besser gepflegt als z.B. Athen, meiner Meinung nach. Dort war ich Anfang des Jahres enttäuscht von dem Müll und Baustellenchaos. Und wer so wie wir hier gerade in München von einer Baustelle zur nächsten fährt, fragt sich wieso die das in Algier offenbar besser hinbekommen. Der Vergleich hinkt natürlich, dennoch ;-)...

Wir konnten nicht am ersten Tag los, da die Agentur unbedingt im Konvoi nach Ghardaia wollte. Ich weigerte mich standhaft im Hotel zu schlafen, wozu ist der BJ als Camper ausgerüstet, jedoch David zog das Hotel vor. Wenn jemand einen Anlaufpunkt in Algier sucht, dass Dar-Diaf kann ich empfehlen. Nicht ganz billig (Zimmer ab 40€ inkl. WC, Dusche, Kühlschrank und Fernseher), aber sehr gepflegt. Anschrift:

Dar-Diaf
48, Boulevard des Martyrs
Alger
Tel : 021 69 20 20
Fax 021 69 11 10/20

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Am Karfreitag ging es nun endlich mit ca 20 Mann Richtung Süden. Wir waren 4 Fahrzeuge, da sich noch eine Familie auf Urlaubsreise (er Ägypter, sie Französin + 2 Kiddies) und ein Kombi voller Madrilenas uns anschlossen (oder wir Ihnen). Alle wollten in Ghardaia und Umgebung ein paar Tage verbringen. Die Mädels aus Madrid besuchten die Freundin, die in Algier seit einem Jahr lebt und die Familie war aus dem Kongo nach Algier gezogen. Wir waren somit eine recht bunte Truppe, die von Riad, einem Führer aus Algier, Mohammed ein Führer für die Mädels aus Ghardaia und einem jungen Tuareg aus Tamanrasset begleitet wurden. Der Tuareg, dessen Name ich jetzt grad nicht mehr zusammen bekomme, fuhr bei David mit und Riad und Mohammed fuhren die anderen zwei Fahrzeuge.

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Wir hatten am Vortag bereits getankt (Jungs über 200 Liter für knapp 30€!!!) was sehr erfreulich war bei dem Preis und düsten auf der gut ausgebauten Autobahn los. Kurze Zeit später ging es durch Alpen ähnliche Kulisse dann auf einspuriger N1 nicht mehr ganz so schnell voran, die Landschaft war doch sehr interessant und wir hatten genügend Zeit bei im Schnitt 80-90 Kilometer pro Stunde die ersten Impressionen von Algerien einzuholen. So grün hatte ich es mir selbst im Norden nicht vorgestellt. Aus den Bergen heraus ging es dann in weite Felder und Obstanbau über bevor, dann nach ca 300-400km mehr südeuropäisch karge Vegetation das Landschaftsbild prägten. Nach verschiedenen Stops unterwegs, kamen wir am späten Nachmittag in Ghardaia an. Geschäftiges Treiben auf den Straßen dieses ca 100 000 Einwohner großen Städtebund, der, wenn ich es richtig behalten habe, aus 4 Gemeinden besteht.

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Wir waren alle ein bisserl geschlaucht und froh das Camp am Stadtrand erreicht zu haben. Ein Brüderpaar hat dort geschmackvoll in einer Palmplantage ein Gästehaus eingerichtet, indem die Spanierinnen und die Familie nächtigten und dessen Vorgarten David und ich zum campieren nutzten. Es gab 2 (!) Duschen und ein richtiges WC und somit allen Komfort. Traditionell mit Cous-Cous und Kamelfleisch wurden wir hier die nächsten Tage versorgt. Wir hatten ja einen Teil der Reise für eine lokale Hilfsaktion geplant und haben einen Professor aus Algier, der mit seinen Studenten in der Gegend augenmedizinische Operationen durchführte, mit ein paar Instrumenten und Hilfsmitteln versorgt. Deshalb auch insgesamt 2 weitere Tage Aufenthalt, bei denen wir die lokale Gastfreundschaft erfahren durften, das Teppichfest mitbekommen sowie die Altstadt von Beni-isguen erkundet haben. Nach einem Kongress der lokalen Augenärzte und anschließendem Abendessen mit lokaler Prominenz inkl. deutschsprachigem Bürgermeister (er hat 8 Jahre Architektur in Hannover studiert) ging es nach 3 Nächten am Ostermontag nun endlich weiter Richtung Süden.

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Nicht wie plant, frühmorgens sondern erst am Nachmittag: Der Auspuff des BJ war hinter dem Dämpfer komplett ab und an der hintersten Halterung quer rüber eingerissen. Ich hatte ihn in Gabes provisorisch im Januar am Straßenrand zusammenflicken lassen, jedoch hatte er die Schlaglöcher und das bisserl offroad zum Camp nicht mehr mit gemacht. Nach einer Stunde Suche, wo wir von einer Werkstatt zur anderen verwiesen wurden, haben wir letztendlich im Hinterhof den richtigen Mann gefunden: Nach 3 Stunden Herumgeschweiße war der Auspuff inkl. sämtlicher Halterungen wieder dran. Er hat bis nach Haus gehalten, quer durch den Hoggar und bestimmt 2000km übler Schlaglöcher mit ein bisserl Straße drum rum. Wir wollten unbedingt soweit wie möglich in den Süden noch am selben Tag. Uns blieben ja nur noch knapp 7 Tage für 4000km! Aber mehr davon im nächsten Teil....

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Bis denne,

Manne
Manne
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Registriert: Mi 31. Aug 2005, 21:40

Weiter im 2. Teil

Beitrag von Manne »

...nachdem der Auspuff professionell an seinem angestammten Platz montiert war, zeigte die Uhr bereits kurz nach 1PM an. So ca 1300km bis Tamanrasset. David träumte am Vortag noch davon bis kurz vor Tam zu kommen. Nun dies war jetzt vollkommen unrealistisch (nun mal wirklich). Kurz hinter Ghardaia fing es bereits furchtbar zu blasen an: der Wind vernebelte die Sicht und teilweise war es so trübe wie schlechtes Wetter in Deutschland. Der Himmel war jedoch genau über uns ziemlich blau, nur halt um uns herum alles in einem sandigen Schleier. Die Straße wurde auch immer wieder von kleinen rotbraunen Sandschleiern überquert. Die Temperaturen im Fahrzeug waren bei so ca 40°C, was, gemessen an späteren Ausschlägen, noch einigermaßen human war. Da die Lüftungsklappen im Fußraum offen waren, bildete sich bald eine kleine Sanddüne im linken Fußraum, da der Wind konstant von Westen blies.

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Die Straße war, wie man oben sieht, eher unspektakulär, wurde schnell schlechter und wir mussten auch immer wieder mal links und rechts davon einzelne Teilstücke überbrücken, da die N1 umfangreich ausgebessert wurde. So quälten wir uns mühsam vorwärts und kamen so gegen 22 Uhr in In Salah an. Die letzten paar Stunden, seit Einbruch der Dunkelheit, kochte das Getriebe meine Füße und die Sicht war nicht sehr gut. Jedoch ist nachts kaum jemand unterwegs. Liegt auch daran, dass die netten Polizisten, bei denen man sich nicht nur vor, mitten und nach jeder Stadt melden darf, einen schon am frühen Abend nicht weiterfahren lassen wollen. In Salah war der erste Anlaufpunkt nach der Tankstelle (der Landy durfte wieder ran, er hat mit 140l Tankkapazität knapp die Hälfte der des BJs) obligatorisch die örtliche Präfektur. Der Ablauf ist im Prinzip immer gleich: Genehmigung der Agentur in der Hand, spaziert Mussa, unser 2. Tuareg-Führer, der uns den Rest der Reise begleitete, in die Wache. Kurze Zeit später kommt ein Wachposten mit ihm heraus, begrüßt uns freundlich, palavert ein bisschen mit David, ab und an auch mit ein paar Brocken Englisch mit mir, verlangt die Pässe und verschwindet wieder mit Mussa. Das ganze Prozedere dauert je nach Wissbegierigkeit der Offiziellen so 30min bis 2 Std. Egal ob Präfektur oder Straßenposten, die von den Franzosen, wie mir David erklärte, erlernte Bürokratie wurde vorzüglich umgesetzt. Wir hatten Dutzende Kopien unseres Passes, der Einladung, Genehmigung und Fahrzeugpapieren dabei um fleißig Papier zu verteilen. Das wurde bei den kurzen Kontrollen auch immer dankbar entgegen genommen. Bei den längeren Kontrollen diente es lediglich als Vorlage. Denn dort wurde akribisch alles Stück für Stück noch einmal handschriftlich ins Arabische übersetzt. Wer arabisch kann, und die Unterlagen vorher übersetzt, spart sich vielleicht Zeit. Vielleicht, den generell sind die Staatsdiener dankbar für jede Abwechslung. Deswegen wird, glaube ich, auch einfach nur zum Plausch und Austausch etwas länger „untersucht“, nachgefragt und die weiter Route befragt. Die meisten waren über die Route doch erstaunt. Die Strecke über Tam Richtung Djanet quer durch den Erg Oriental gilt wohl im Land bei dem ein oder anderen als bedenklich.

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Der gute Mann in Salah nahm es diesmal auch besonders genau. Freundlich zwar (wieder einmal wurde ich mit den berühmtesten Deutschen in Algerien konfrontiert, Briegel, Rummenigge und Breitner, ja sogar ab und an Beckenbauer und Ballack) lies er uns die Fahrzeuge öffnen und fragte neugierig nach den Inhalt der einzelnen Staukästen und Taschen. Dann verschwand er wieder mit Mussa und der kam irgendwann betröppelt nach 20min an und murmelte irgendetwas von Weiterfahrt im Konvoi in 4 Tagen??? Ein schlechter Scherz, doch der gute Polizist meinte es wohl ernst. So telefonierte er spät in der Nacht mit der Agentur, die am nächsten Morgen mit dem zuständigen Kommandanten die Weiterfahrt klären sollte. Wir einigten uns auf Weiterfahrt nach 7 Uhr (vorher sind die Straßenkontrollen nicht fertig *g*) und lagerten am Stadtrand zwischen zwei Dutzend lokalen Jugendlichen, die auch die warme Nacht zum Campieren nutzten. Gegen halb acht starteten wir weiter Richtung Tamanrasset.

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Der Wind war noch nicht aufgewacht und wir fuhren nun durch etwas abwechslungsreichere Landschaften zum nächsten Etappenziel Arak, das wir auch vor Mittag erreichten. Hier ein paar Impressionen:

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Kurz vor Mittag unsere erste und einzige Begegnung mit Schmugglern. Wir fuhren in ein Tal ein, ähnlich dem letzten Photo oben. Auf einmal fuhr ein Toyota Pick-up neben mir und 2 weitere hinter mir. Sie müssen mit so einer enormen Geschwindigkeit angebraust gekommen sein, dass ich nicht einmal bemerkte, dass sie sich nähern. Sie schauten, ja fast mitleidig in mein Auto, fuhren kurz auf zu David und verschwanden so schnell wie sie gekommen waren wieder links in irgendeine Piste. Mittags trafen wir sie wieder und erfuhren auch den Grund ihrer Schnelligkeit: Sie waren nicht nur unbeladen, sondern hatten auch den 4,5l 24V Motor. Da kann mein guter alter 3,5l Saugdiesel natürlich nicht mithalten. Auch der TD5 von David sah alt aus. Während ich mir so Gedanken machte, was ich denn mal in den BJ einbauen könnte (was wiegt denn der 10 Zehnzylinder vom VW Tuareg *g*), erklärte mir David beim Mittagessen, dass Mussa ganz schön verstört von dem Vorfall war. Er erklärte uns, dass unsere Fahrzeuge wohl kein Interesse bei den Schmugglern weckte, da wir a, offensichtlich nicht der Staatsmacht angehören und b, die Fahrzeuge langsam, alt (ich bevorzuge bewährt) und für den Schmuggel nicht geeignet seien. So verlief alles friedlich und wir machten uns auf, bei 45°C im Auto, weiter Richtung In Ecker zu kommen.

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Die Landschaft wandelte sich wieder und fast im Stundentakt streiften wir durch naturelle Metamorphosen zwischen Sand, Gebirge und spärlicher Vegetation. Alle 2-3 Stunden erfolgte ein Ausflug in den bestmöglich erreichbaren Schattenplatz, den Mussa dann immer für ein Gläschen Tee nutzte.

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Kurz vor oder nach In Ecker wurde wieder getankt und in der Dämmerung ging es weiter Richtung Tamanrasset, das wir dann kurz nach Einbruch der Dunkelheit auch erreichten.

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Wir besuchten kurz die Agentur, die von einer Dame und einem Italiener (hab die Namen mal wieder nicht im Kopf) betrieben wird, kauften Baguette und kalte Getränke und plauderten über Routen und Möglichkeiten den Hoggar zu durchqueren. Wir sprachen auch kurz über Amguid und die Franzosenfort-Route und warum denn diese nicht zu befahren sei. Der Italiener sprach von Schmugglern, die als Hauptgrund von der Regierung angegeben werden. Er ist jedoch der Meinung, dass die Amis mit ihren Erdölbohrungen der wahre Grund seien. Sie haben Bekannte, die irgendwie mitbekommen haben, dass die Amis im Gegenzug infrastruktureller und logistischer Unterstützung (im Gegenzug zu Bakisch in Form von billigen Erdöl *g*?), von der Regierung verlangen, dass sie ungestört sind und keine Touristen die Arbeit unnötig mit Anfragen belästigen. Kommt sonst wahrscheinlich zu oft vor, dass mitten in der Nacht einer an Fort Lastressource klingelt um das WC oder Telefon benutzen zu wollen. Erst fragte ich mich, warum die Amis, wieso nicht die Franzosen? Doch als mir auf der Rückreise nagelneue Kenworth Trucks entgegen kamen, die bei einer Polizeikontrolle munter durch gewunken wurden, während wir mal wieder 50 Zettel abgaben, dachte ich mir dann doch, da könnte was dran sein. Der gute Driver hatte so einen schön-hässlichen Orangen-Overall an, mit US-Flagge auf dem Ärmel, fast wie bei, wie hieß der Space-Cowboys oder war’s Armageddon? Nun es war spät, ich war zu müde für Weltpolitik und ehrlich war mir auch wurscht welche Route, wie lange wir benötigen und, und, und...ich wollte einen Rastplatz finden. Essen und schlafen. Kaum 2 Stunden später war es soweit: Essen auf der Motorhaube und die gute alte Engel gab ihr bestes, unser bayrisches Kulturgut trinkbereit zu halten:

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Am nächsten Morgen ging es dann ans Auffüllen sämtlicher Tanks und Vorräte und nach dem obligatorischen Kaffee wieder ein Stück Richtung Norden zum Einstieg in die Piste. Vorbei an der Kilometer-Tafel, die uns noch einmal verdeutlichte, das wir doch schon fast 2000km in Algerien zurückgelegt hatten.

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Wir fuhren zurück bis In Amguel. Der Assekrem war der Zeit zum Opfer gefallen und da wir noch fast 3000km vor uns hatten (für so ca 4-5 Tage), wurde beschlossen, die nicht ganz leichte Route von Tam über den Assekrem nach Ideles durch die Variante Amguel-Ideles abzukürzen. Unten die Abfahrt von der Strasse und der entsprechende Wegweiser.

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Nun begann der schönste Teil der Reise und wir stürzten uns voller Vorfreude in die Piste und fuhren die nächsten Stunden gespannt durch die Landschaft, bis wir zur Mittagspause erschöpft unter den Bäumen mit den fiesen Stacheln (3cm im Reifen, doch der gute X machte nicht schlapp) zum Nickerchen pausierten.

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Wir brauchten fast 2 Stunden um uns von diesem ersten Teilstück und den Strapazen der Vortage zu erholen. Ziegen, die munter in den Bäumen umherkraxelten, unterhielten uns. Kurz bevor wir weiterzogen kamen dann noch scheu ein paar Kinder vorbei. Sie trauten sich erst nicht näher, sahen uns von der Ferne neugierig zu und als sie merkten, dass wir aufbrechen wollten, kamen sie etwas näher um die komischen Fremden zu beäugen.

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Mit diesem Bild schließe ich nun den zweiten Teil. Das Hochladen der Bilder dauert ja auch noch seine Zeit und meine Knochen brauchen Bewegung...

Bis denne,

Manne
Alexander
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von Alexander »

Hi Manne,

vielen Dank für deine ausführlichen Schilderungen und den fernwehverursachenden Bildern. :wink:

In dem ersten Teil deiner Beschreibung erwähnst du, daß ihr beabsichtigt, über Amguid zu fahren. Meines Wissen ist die Gegend um Amguid seit den Entführungen gesperrt (militärisches Sperrgebiet).
Ist die Strecke wieder geöffnet bzw. sind Offroad Strecken generell wieder in Algerien befahrbar?

Danke für die Info.

Viele Grüsse
Alexander
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Amguid

Beitrag von Manne »

Hi Alexander,

ja der erste Ansatz war Amguid. Doch bei der Planung der Route dachte ich, die Zeit sei zu knapp. Wir sind letztendlich die N1 nach Tamanrasset und dann quer durch den Hoggar. Kurz vor Illizi ging es auf der N3, wenn ich mich richtig erinnere, wieder nach Norden. Kurz um, keine Gräberpiste. Wie im Text beschrieben, soll es für diesen Teil keine Genehmigungen geben. Ob die Entführungen oder die angeblichen Ölbohrungen der Amis die Ursache sind?

Zu Offroad allgemein: Ja!!! Von In Amguel bis Illizi Piste oder quer durch die Landschaft. Alles machbar. Mehr davon im dritten Teil (sollte am Wochenende dazu kommen)...

Bis denne,

Manne
yves
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von yves »

Hallo,
ich bin auch schon gespannt, wie es weitergeht.

Südlich von In Salah und Illizi und östlich der Linie Reggane-Adrar ist mit Guide fast alles möglich. Es gibt übrigens wesentlich mehr Stützpunkte der Sicherheitskräfte auch "in der Pampa " draussen, daher auch einige neue Sperrgebiete.
Der Grand Erg Oriental ist zur Zeit immer noch Sperrgebiet. Dito Erg Issaouane, Erg Tiffernine, Ambuid - BOD.
Wer das Glück hat ein Visum zu ergattern, kommt mit dem ö.V. übrigens bis Ghardaia, evtl. sogar bis El Golea. Aber weiter südlich geht es nur mit Agentur weiter.

Viele Grüsse, Yves
Manne
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3. und letzter Teil

Beitrag von Manne »

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...der Hoggar – unendliche Weiten, wir schreiben...nun zurück ins hier und jetzt, auch wenn’s wahnsinnig schwer fällt. Vor 2 Wochen haben wir Nachts im Hoggar campiert. Und jetzt ist die erste volle Arbeitswoche (ok, ein Feiertag) schon wieder rum. Jedoch sind manche Momente bleibend verankert. Die Kiddies hatten wohl etwas Hunger und wir hatten noch einige Portionen getrockneter Datteln vom Nachmittagstee ausgepackt, die wir Ihnen zum Abschied gaben. So bleibt mir dieser Moment der kauend lachenden Kinder im Rückspiegel sicherlich im Gedächtnis. Unweit des Rastplatzes stießen wir nach ein paar Kilometer auf ein Tuaregdorf, dessen Namen ich leider nicht mehr im Kopf habe. Vielleicht erinnert sich ja der ein oder andere von Euch bei den Bildern an diesen Ort, nach dem es ziemlich steil ins Gebirge geht, welches einen großartigen Blick auf die Oase frei gibt, wie man unten sieht.

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In Ideles, wenn ich’s richtig behalten hab, ging es dann als erstes wieder zur örtlichen Polizeistation. Es war bereits früher Nachmittag und die Autos gekennzeichnet von der Piste. So schön verstaubt kommen sie doch ihrem ursprünglichen Zweck am nächsten, oder?

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Nach einer halben Stunde war es trotz Nachmittag wohlig warm im BJ und es sollte noch mal eine halbe Stunde dauern, bis uns der Wachhabende endlich wieder in die Spielwiese entließ. Es war Zeit sich einen schönen Platz und Holz zu suchen. Direkt an der Piste gab es nichts und wir wollten auch ein bisschen abseits campieren. So fuhren wir im Kriechgang durch ungespurtes Gelände auf der Suche nach ein paar Bäumen, dessen Position der Tuareg in seiner imaginären Landkarte in Erinnerung hatte. Während der BJ auf der Piste und auch im Gebirge in 2WD munter die meisten Hürden nimmt, so mag er eins gar nicht: weichen Sand. Hatten wir uns im Januar schon bei El Borma ziemlich schnell festgesetzt, so musste ich auch abseits der Piste wieder schnell auf 4WD umstellen. Da ich für gewöhnlich gerne untertourig durch die Gegend tucker, ist es mir auch jedes Mal ein greul, den guten BJ hochtourig durch den Sand zu jagen. Aber die Aussicht auf schaufeln lässt mich dann doch immer wieder „rechtzeitig“ zurück schalten und mit Schwung und schrecklichem Geheul geht es durch den losen Sand. Zur Not in Untersetzung, wobei er hier, aus meiner Sicht, immer wieder erstaunliche Klippen bewältigt. Und der Auspuff hielt! Kurz vor Einbruch der Dämmerung hatten wir einen Platz hinter einem Hügel gefunden. Ein Feuer für Tee und eine Glutgrube für die Kartoffeln und wir fühlten uns am Ziel der Reise. Mitten im Hoggar bei Lagerfeuer in den Sternehimmel schauen...

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Tja vom Sternehimmel gibt’s leider kein Foto, jedenfalls habe ich keins und die Bilder von David sind noch nicht entwickelt. So machen wir weiter mit der morgendlichen Rally durch den Hoggar. Wir nehmen erst langsam Fahrt auf, bis wir wieder auf die Piste kommen und dann geht es zügig vorbei an Kamelen, gelbem Trockengemüse (ich habe wirklich keine Ahnung was das ist, ziemlich hohl mit Kernen drin) und wir machten viele Meilen bis zur Mittagsrast. Mussten wir auch. Es war Donnerstag und am Abend sollten wir bereits wieder die N3 erreicht haben, wenn wir einigermaßen komfortabel bis Sonntag in Algier sein wollten. So spurten wir, meist parallel, unsere Fahrzeuge durch den Sand und fuhren zügig mit bis zu 80km/h durch das wüstenähnliche Plateau. Ich weiß nicht mehr genau wie viel, doch es müssen so 300-400km gewesen sein, die so insgesamt an uns vorbei zogen. Die Landschaft, ach seht selbst:

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Mittag machten wir spät, so gegen halb zwei. Es war bestimmt an die 50°C im Auto und wir haben schon seit einer Stunde nach einem Schattenplatz Ausschau gehalten. Nichts zu wollen. Kein Baum, kein Strauch weit und breit. Die Sonne immer noch fast senkrecht, so dass auch kein Felsen Schatten spendete. Wir hielten an einem Steinhaufen, vor dem der BJ, majestätisch geparkt, zur einen Seite und der Landy zur andern im 90° Winkel als Pfosten für eine Plane dienten. Nach dem aussteigen war ich zwar total platt, wollte jedoch sofort weiter. Grund waren absolut ekelhafte kleine graue Fliegen, die sich sofort nach dem Aussteigen um uns scharrten und wirklich penetrant versuchten ins Auge zu kriechen. Man musste permanent in der Luft umeinander wirbeln und ich habs so schon nicht mit Fluginsekten. Nun, wir mussten rasten und es stellte sich ein erstaunliches, jedenfalls für mich, Phänomen ein: die Fliegen gingen nicht in den Schatten unter der Plane. Es kamen ab und an mal gewöhnliche Stubenfliegen vorbei, aber diese lästigen grauen Viecher bleiben fern. Solange man unter der Plane blieb. Da ich zu müde zum Fotografieren war, gibt es nur ein, dafür besonders schönes Foto vom BJ:

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Nach einer Stunde mussten wir uns in die Autos zurück quälen. Wir hatten die ganze Reise schon nicht sonderlich viel und lang geschlafen und das viele Fahren gepaart mit der Hitze und dem Schlafdefizit, machte sich bemerkbar. Jedoch die Landschaft, Mädels die Landschaft.... sie hat für alles entschädigt. Es kam wieder mehr Wind auf und die Berge verschwammen mit der Sonne fast zu Nebel. So stießen wir am frühen Abend dann kurz vor Illizi wieder auf die Strasse. Fast hätte ich es doch noch geschafft stecken zu bleiben. Nach zügiger Piste mussten wir vor der Einfahrt zum Dorf durch unwegsames Gelände. Erst war ich zu faul um auszusteigen und dachte mir, da komm ich locker mit 2WD durch. Pustekuchen, obwohl zügig eingefahren, wurde der BJ schnell langsam und der Sand immer weicher. Also runter vom Gas und halbwegs auf festen Grund. Mit Vollgas im Rückwärtsgang ging’s auf eine Art Kiesbett und dann mit 4WD und Untersetzung schafften wir doch die letzten Meter auf die Straße.

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Wir blieben nicht lange auf festem Grund. Nach zwei Tagen Piste kann man ja nicht einfach auf der Straße weiterpoltern. So suchten wir uns abseits der Straße einen Platz zum übernachten. Mussa hatte einen genialen Platz im Kopf, den wir nach ein paar Kurven durch Schluchten und Felsen erreicht hatten. Am Ende eines langen Tals stellten wir uns in den weichen Sand und nachdem David die Windrichtung erkundet hatte um das Auto richtig zu platzieren, richteten wir uns für die Nacht ein.

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Am nächsten Morgen fuhren wir in aller Frühe an einer Felsausbuchtung vorbei, an der uns Mussa einen Canyon zeigte, in dem wir einen Pool mit grünen Wasser vorfanden. Nach so einer Staubschlacht kommt einem sofort der Gedanke an ein schönes kühles Bad zwischen den Felsen. Doch der Fahrplan stand, wir hatten noch ein paar hundert Kilometer zu fressen und es ging nach kurzer Rast weiter.

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Wir fuhren nun schnurgerade auf den Grand Erg Oriental zu. Bei immensen Windverhältnissen haben wir bei Ohanet noch einmal getankt und fuhren danach dem Sonnenuntergang entgegen. Hassi Bel Guebbour galt es noch zu erreichen, was wir auch kurz nach Einbruch der Dunkelheit schafften. Wieder das übliche Anmelden bei der Polizeistation und diesmal wurde auch der Pass eingezogen, den wir dann aber umstandslos am nächsten Morgen wieder bekommen haben. Um uns herum flackerten die Feuer der Ölbohrungen, nehm ich an, und wir schlugen unser Nachtlager auf einem Fußballplatz gegenüber der Polizeistation auf. Bei viel Wind ging es am nächsten Morgen weiter durch die Ebene auf Hassi Messaoud zu. Wir mussten uns wieder sputen, da ja bereits Samstag war und es sollte bis Ghardaia gehen. So knapp 600km. Die ersten paar Hundert davon wieder durch vom Wind verblasene Geraden, die teils von bedrohlich vielen kaputten Reifen umsäumt wahren. Erst immer schnur gerade nach Norden und später der Sonne entgegen.

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Hier hört die Reise nun ziemlich schnell auf. Zumindest was die Bilder angeht. Mein Microdrive hatte im Hoggar den Geist aufgegeben und ich hatte nur eine kleine CF-Karte als Ersatz, die bereits auf dem Hinweg verschossen war. Kleinere Bilder und ein paar nicht so dolle konnte ich zwar löschen, aber mehr als so 20 Bilder waren seit diesem Vorfall nicht drin. Kauft Euch ja keine magistor für so eine Tour! Ist bereits die zweite, die den Geist aufgab. Und was nutzt mir kostenloser Ersatz, wenn die Bilder weg sind. Meine Freundin Uli konnte zwar die Bilder trotzdem retten (fragt mich nicht wie), jedoch werde ich bestimmt kein Microdrive mehr für so eine Reise verwenden. Ein Highlight gab es dennoch, wenn auch verschwommen: unser BJ machte seine 100.000 km voll:

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Ghardaia war am Abend erreicht. Wir schliefen wieder bei der Herberge der zwei Brüder und fielen erschöpft, nach der Dusche ;-), in den Schlafsack. Der nächste Tag begann hektisch und früh, nach kurzem Frühstück fuhren wir Richtung Algier. Gegen halb vier kamen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Reise an. Es ging zur Tanke, denn bei dem Spritpreis wollten wir natürlich nicht leer nach Hause, und danach ins Eingangs erwähnte Hotel Dar-Diaf. Es machte sich Wehmut breit aber auch Erleichterung. Wir hatten die 5000km ohne nennenswerten Zwischenfall überstanden. Keine Pannen, keinen Reifenwechsel, ja noch nicht einmal die Wagen festgesetzt. Dabei hatte ich mir so eine schöne Sandschaufel beim Praktiker vor der Abfahrt besorgt :-). Am nächsten Morgen hing der Dunst noch über Algier als es zum Hafen ging. Wir bezahlten den 2. Teil des vereinbarten Preises an die Agentur und fuhren auf das Hafengelände. Nach ein paar Checks von Zoll, Polizei und sonstigen Staatsvertretern rollten wir auf die Fähre. Ach ja: Kanister solltet ihr keine haben, zumindest keine vollen. David hatte 40l in zwei Kanister, die er noch im Zollbereich umfüllen durfte. Ging zum Glück noch alles rein. Überfahrt nach Marseille stellte sich dennoch als ungeplante Herausforderung dar: Es war Seegang. Die Wellen sahen nicht groß aus, aber das Schiff machte bestimmt so 2-3 Meter „Sprünge“ über die Kronen. David war nach ein paar Stunden ziemlich bleich, trotz der eben erst gewonnen Bräune. Erst lachte ich ihn noch aus, doch später schloss ich mich solidarisch an und wir waren heilfroh beim Abendessen von einem Mitreisenden ein paar Pillen gegen Seekrankheit bekommen zu haben. Vielleicht waren es auch nur Schlaftabletten. Wir lagen nämlich fast 14 Stunden in der Kabine. Vielleicht war es aber auch einfach die Erschöpfung und der fehlende Schlaf. Gerädert und mit ziemlichen Kreuzschmerzen ging es gegen Mittag in Marseille von Bord. Wir verabschiedeten uns nach dem Mittagessen und David fuhr zurück nach Lyon und ich Richtung Brenner. Eine letzte Übernachtung so ca hundert Kilometer vor dem Gardasee und in Gedanken die Straßenschilder von Algerien...

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...Fazit: Die Mühe und letztendlich auch der Preis war’s absolut Wert (gut die Agentur schmerzt, jedoch haben wir im Land inkl. Sprit mit ca150-200€ nur relativ wenig gebraucht)!!! Sicher hätten wir uns mehr Zeit gewünscht, vor allem um zu erforschen ob man nicht doch nach Amguid oder die Franzosenfortpiste entlang fahren könnte. Jedoch haben wir wunderschöne Fleckchen entdeckt, unkommerzielle Gastfreundschaft erlebt und viele nette, freundliche Menschen kennen gelernt. Zu keinem, ich wiederhole, zu keinem Zeitpunkt hatten wir irgendeinen Stress unterwegs. Alle Kontrollen, alle Begegnungen mit den Behörden und Einheimischen (Touristen trafen wir ja keine *g*) verliefen freundlich. Das Land ist unbeschreiblich schön deshalb – fahrt hin, schaut’s Euch an!!! Es lohnt sich...

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Pannenfreie Reisen,

Manne
schnorr
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von schnorr »

Hallo Manne,
vielen Dank für deinen schönen Bericht und für die guten Photos (die Staubkörner kann man ja wegretuschieren).
Deine Probleme mit dem Microdrive habe ich noch nicht so ganz nachvollziehen können. womit hast du Photographiert, und welche Probleme hast du denn gehabt? Und mit der Kamera davor?
Viele Grüße
Jörg

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Manne
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von Manne »

Hi Jörg,

die Kamera war eine Canon EOS350D und das microdrive eine magicstor 2.2GB. Ich habe erst eine 256MB CF benutzt und als die voll war, auf das microdrive gewechselt. Doch wie beschrieben, die magicstor hat schlapp gemacht. Es ist bereits das zweite microdrive der selben Marke (haben dieses microdrive als Ersatz für unser erstes microdrive erhalten). Somit Gesamturteil: nicht empfehlenswert ;-)

Sonnige Grüße,

Manfred
schnorr
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von schnorr »

danke für die Antwort.
Warst du zufrieden mit deiner Ausrüstung?
Die Staubkörner, waren die auf dem Sensor oder auf dem Objektiv?
Ich hatte die auch einmal auf meinem Sensor und habe mich tierisch geärgert, seit dem habe ich immer einen kleinen Kompressor oder eine Luftdruckflasche dabei.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Manne
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von Manne »

Hi Jörg,

die Punkte habe ich erst nach Rückkehr nach dem download bemerkt. Gehören jetzt halt einfach zum Bild ;-). Bis auf das microdrive war ich zufrieden, jetzt ist aber glaub ich mal ne Reinigung angebracht...

Sonnige Grüße,

Manne
Alexander
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Re: Algerien Rundreise 1

Beitrag von Alexander »

Hi Manne,

dein BJ ist ja noch gut in Schuß :wink: Da ich selbst ein eingefleischter BJ 40 Fahrer bin, weiß ich, waß da an Arbeit da hinter steckt.
Und bei einer Reisegeschwindigkeit von fast 110 km/h kann schon mal ein Foto verwackeln. :)

Danke nochmal für die tolle Reportage und den Bildern.

Viele Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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