Hagel in Ksar Ghilane

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Gerhard Göttler
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Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Dünenfreunde!

Ein interessantes Bild:

http://www.sahariens.info/w-agora/view. ... 1147107669

Regen hatte ich dort auch schon, aber das ...?!

Gerhard Göttler
Christoph Hiluxchrigu
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Christoph Hiluxchrigu »

Hallo GG
Hab's leider nur auf Dia, drum kann ich's nicht reinstellen ... und im übrigen ist das, was man sieht, ohnehin nicht sehr scharf, weil im Sturm verwackelt und durch die Autoscheibe geknipst.
Trotzdem: Wir hatten vor 28 Jahren mal sowas in Marokko, irgendwo auf dem Weg zum Erg Chebbi. Das Unwetter ist so richtig braun-scharz dahergekommen, aber Hagelkörner von der Grösse eines Tischtennisballs, sowas hätt ich auch dort nicht im Traum erwartet.
E Gruess
Chrigu
Michael Escher
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Michael Escher »

Sali zäme
ist das was Neues....? In Ksar Ghilane hagelt es doch jeden Spätnachmittag......kurzbehoste, rothäutige Badetouristen!!!

Nein, im Ernst, sowas habe ich auch noch nie geshen. Grand Erg Oriental on the Rocks....
JoachimHatscher
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von JoachimHatscher »

Hallo
wir waren an dem Hagelabend ca. 30 km weg von Ksar. Es war ein sehr mulmiges Gefühl, bei dem Gewitter im einzigen metallischen Gebilde (engl. Aludose) in 30 km Umkreis zu sitzen und den Blitzen zuzuschauen. (Ich weis, Pharadäishcer Käfig und so, aber mulmig wars uns trotzdem) Der Hagel war heftig. Aber trotzdem ein extrem schönes Erlebnis.

Grüße, Joachim
Christoph Hiluxchrigu
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Wie funktioniert Faradey genau?

Beitrag von Christoph Hiluxchrigu »

Hallo Joachim
Es war ein sehr mulmiges Gefühl, bei dem Gewitter im einzigen metallischen Gebilde (engl. Aludose) in 30 km Umkreis zu sitzen und den Blitzen zuzuschauen. (Ich weis, Pharadäishcer Käfig und so, aber mulmig wars uns trotzdem)
Hast mich mit Deiner Schilderung an einen Moment vor 23 Jahren in der Serengeti erinnert. Wir sassen da aber nicht in einer grossen englischen Aludose, sondern essenderweise in einer winzigen russischen Blechbüchse.
Bei der Gelegenheit noch eine Frage an Alle, deren Schulzeit kürzer zurückliegt. :?: Funktioniert Faradey auch, wenn die Fenster nicht ganz geschlossen sind? Diese Frage hat uns nämlich damals enorm beschäftigt. Weil wir nicht sicher waren, machten wir alles zu ... immerhin konnten wir uns so beruhigen, wir sind nass vom Schweiss von der stickigen Luft und nicht vom Angstschweiss :wink:

E Gruess
Chrigu
Horst
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Horst »

Hallo Christoph,

für den Faradayschen Käfig kommt es im Prinzip nur auf's Metall an. Der Käfig muß nicht luftdicht sein. (Im Deutschen Museum München täglich durch einen Angestellten in einer Metallgitter-Kugel demonstriert.)

Trotzdem empfiehlt der ADAC und auch der TÜV-Süd (ohne weitere Begründung) die Fenster zu schließen.
Meine Vermutung: das geöffnete Fenster birgt die Gefahr, irgendein Körperteil (Nase, Finger, Ellenbogen) gerade im falschen Augenblick rauszuhalten.
Inwieweit das mögliche Regenwasser hier noch eine Rolle spielt? Eigentlich würde ich's ausschließen, da es mangels Salzen nur eine extrem geringe Leitfähigkeit besitzt.

Randnotiz zum Thema:
Wirklich gefährdet bei einem Einschlag ins Auto (außer diverser HighTech-Elektronik) sind die Reifen! Durch ihren hohen elektrischen Widerstand fällt bei der Blitzableitung hier viel Leistung und somit Hitze ab.
Mein erster Gedanke hierzu: Sandblech an die Karrosserie lehnen...

Gruß,
Horst

P.S.: Hier der ADAC-Artikel: Blitzeinschläge ohne Folgen
Gerhard Göttler
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Gerhard Göttler »

Nein, Horst,

kein Sandblech an die Karosserie! Das genau hebt (möglicherweise) den Faradayschen Käfig auf und macht aus dem Metall der Karosserie eine Stromleitung, d.h. mit (Hoch-)Spannung auch auf der Innenseite! Im Fahrzeuginnern! Der Witz am Käfig sind ja auch die Reifen, d.h. die Isolierung zum Masseleiter Erde. Also: Kein Sandblech und keinesfalls einen Wagenheber, d.h. den Wagen im Gewitter nicht hochgebockt lassen. Falls es schon so weit ist: Lieber rasch den Plattfußreifen wieder montieren und warten, bis das Gewitter abgezogen ist.

Gerhard Göttler (einige Zeit ohne Netzzugang)
Klaus "Pirx"
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Klaus "Pirx" »

Hallo!

Ich kann mich an einen Bericht in der ADAC motorwelt erinnern (muß wohl so etwa 25 Jahre her sein), wo ein Wohnmobil (VW T3 mit Aufstelldach) und ein Zelt im Hochspannungslabor einer Universität auf die Folgen bei Blitzeinschlag getestet wurden.

Auf jeden Fall war am VW hinterher einer der Stahlgürtelreifen platt, weil der Strom über diesen Reifen zur Erde abgeflossen war und ihn dabei geschmolzen hat.

Daher scheint mir die Idee, eine leitfähige Verbindung zwischen Karosserie und Erdboden herzustellen, gar nicht so abwegig. Aber ich kenne mich mit Elektrik auch nicht besonders gut aus.

Pirx
Horst
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Horst »

Hallo Gerhard,

hast du eine Quelle (oder eine nähere physikalische Erläuterung) für deine Anmerkungen bzgl. des Sandblechs?

Du hast mich natürlich etwas verunsichert und ich hab' nochmal ein bißchen recherchiert:
- der Effekt des Far.Käfig beruht allein auf der Verteilung der Ladungsträger auf der Metallhaut, die einen Hohlraum umgibt
- eine Isolation gegen Erde ist in keinster Weise notwendig (schadet aber auch nicht dem Effekt, siehe Beispiel Flugzeug)
- ein Reifen ist ja auch nicht mal eine wirkliche Isolation, sondern stellt nur einen höheren Durchgangswiderstand dar, an dem dann entsprechend Leistung abfällt
- die Blitzschutzanlage von Gebäuden besteht oft aus einem Drahtsystem nach dem Prinzip des Far.Käfig. Und diese Drähte stecken unten natürlich in der Erde.

Auf den Seiten einer Blitzschutzfirma wird z.B. empfohlen, einen Wohnwagen über einen Metallspieß zu erden:
Wie verhält man sich im Zelt oder Wohnmobil während eines Gewitters?
Die Firma hat auch eine nette FAQ-Seite:
Häufig gestellte Fragen zum Thema Blitz und Gewitter

Der bereits erwähnte und täglich benutzte Käfig im Deutschen Museum ist geerdet. (Wäre er super gut isoliert, gäbe es keine spektakulären Blitze zu sehen.)

Weitere Links (allgemeinverständlich):
Faradayscher Käfig (Wikipedia deutsch)
Faraday cage (Wikipedia englisch)

Gruß, Horst
Christoph Hiluxchrigu
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Christoph Hiluxchrigu »

Hallo Horst

Danke für Deine Recherchen.
Es ist ja spannend, was man im Internet immer wieder Neues lernt.
Die Firma hat auch eine nette FAQ-Seite:
Häufig gestellte Fragen zum Thema Blitz und Gewitter
... dort das Thema 50.
Bisher hatte ich gemeint, nur Katzen hätten 7 Leben Bild

Zum Glück noch nie vom Blitz getroffen Bild
Chrigu
Gerhard Göttler
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Horst!

Richtig! Es ist unerheblich, ob der Faradaysche Käfig geerdet ist oder nicht! Also spielt es keine Rolle, ob Sandblech, Wagenheber ... Habe mit einem Freund telefoniert, der sich als Physiker sehr viel speziell mit dem Thema Blitze/Gewitter beschäftigt hat. Wichtig beim Faradayschen Käfig: Er muss aus Metall bestehen. Dann funktioniert er auch bei großen Löchern, selbst diese Partyzelte ergeben einen hinreichend guten. Das hängt irgendwie damit zusammen, dass die Metall-Atome bei Ladung sofort ein Elektron freigeben, das dann im Fall des Käfigs an dessen Außenhaut läuft.

Ein im wahrsten Wortsinn spannendes Thema!

Gerhard Göttler
Jocken
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Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Jocken »

@Michael kurzbehost ginge ja noch, aber selbst dazu reicht bei einigen Kaspern das Taktgefühl nicht aus (Schade, dass ich jetzt kein Bild von einem fotografierenden Badehosen Bierbauch in der Wüste anhängen kann, oder geht das inzwischen?)

@Pirx An diesen Uraltbericht habe ich mich auch gleich erinnert. Am beeindruckensten fand ich den Versuchsaufbau bei der damalig üblichen 2 Personen Dackelgarage.
Im ersten Versuchsaufbau befand sich die Zeltstange innerhalb des Zeltes auf dem PVC Fußboden und der Blitz ist u.a. über den Dummy in den Boden gegangen.
Im zweiten Versuchsaufbau wurde lediglich die Zeltstange ein paar Zentimeter nach vorne, also aus dem Zelt heraus in den Erdboden versetzt und dem Dummy ist nichts passiert. Das fand ich damals recht beruhigend, denn wenn man irgendwo in der Tundra, in der Wüste oder im Gebirge ist, bedeutet ein Zelt zumindest eine geringfügig höhere Sicherheit als sich nur so hinzusetzen oder gar zu stellen.

Zu der Sache mit dem Fenster,- da gab es neulich (also in dem letzten Jahrzehnt) eine Zeitungsmeldung über einen verletzten Piloten, der im Gewitter fliegend seinen Arm auf der "Fensterbank" liegen hatte und sich bei einem Blitzschlag Brandverletzungen zugezogen hat.

Generell sind heutzutage Menschen gegenüber Blitzschlag völlig unbekümmert. Kaum ein Neubau (außer öffentlichen Gebäuden) investiert in Blitzschutz und würde es bei Gewittern nicht meistens auch noch wie aus Eimern schütten, dann würde garantiert kaum jemand Schutz suchen.
Die älteren Leute haben sich früher immer mit der Aussteuertruhe in die Deele gesetzt. Naja, heute gibt es keine Aussteuer mehr, da müsste man sich mit den Belegen für die restlichen Ratenzahlungen in's Auto (der Hausbank) setzen...
Es ist aber lediglich die geringe statistische Wahrscheinlichkeit, dass so wenig passiert, die Gefahr hat sich nicht verändert.

Jochen
(dem am ersten Abend ohne Blitzableiter wg. Dachsanierung die Platine der Heizungstherme durchgerömert wurde und der seit frühester Kindheit das "Bangebüx Gespotte" der Bildzeitungs Physik-Nobelbelpreis Träger gewohnt ist zu ignorieren)

P.S. Eine halbe Stunde, nachdem ich diesen Beitrag geschrieben hatte, sah der Nachbarsjunge, wie der Blitz bei uns wieder in das Dach haute. Ich habe nur den Knall gehört. Von wegen geringe statistische Wahrscheinlichkeit!

P.P.S. In der Vor-Manta Zeit hatten die aufgemotzten Boliden meistens die Gummilappen mit Kupferkabel gegen die statische Aufladung unten am Rahmen hängen. Für Tankfahrzeuge sind die heute noch vorgeschrieben.
Die Dinger müssten ja auch bei Blitzschlag die Reifen entlasten, odrrrr?
Maddoc
Beiträge: 43
Registriert: Di 20. Sep 2005, 22:04

Re: Hagel in Ksar Ghilane

Beitrag von Maddoc »

Gerhard Göttler hat geschrieben:Nein, Horst,

kein Sandblech an die Karosserie! Das genau hebt (möglicherweise) den Faradayschen Käfig auf und macht aus dem Metall der Karosserie eine Stromleitung, d.h. mit (Hoch-)Spannung auch auf der Innenseite! Im Fahrzeuginnern! Der Witz am Käfig sind ja auch die Reifen, d.h. die Isolierung zum Masseleiter Erde. Also: Kein Sandblech und keinesfalls einen Wagenheber, d.h. den Wagen im Gewitter nicht hochgebockt lassen. Falls es schon so weit ist: Lieber rasch den Plattfußreifen wieder montieren und warten, bis das Gewitter abgezogen ist.

Gerhard Göttler (einige Zeit ohne Netzzugang)
Sorry,

physikalischer Nonsense,

aber weiter unten wurde ja schon berichtigt.............

Gruß

Marc



was mich viel mehr interessiert,
ob die Streben im Dachzelt reichen oder nicht.
Gewitter find ich da immer recht spannend.............
Wenn Du ein Feld düngen willst,
reicht es nicht durch den Zaun zu furzen
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