Was macht mehr Sinn-Hocharabisch oder Marokkanisch-Arabisch?
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Gabriele S.
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Was macht mehr Sinn-Hocharabisch oder Marokkanisch-Arabisch?
Hallo,
Wenn ich wiederholt Marokko, aber auch andere arabischsprechende Länder besuchen möchte, welches Arabisch zu lernen würdet Ihr mir empfehlen?
Eine liebe, kluge marokkanische Arbeitskollegin, die auch sehr gut deutsch spricht, sagt:"Mit marokkanischem Arabisch kommst Du überall klar, aber im Süden Marokkos versteht keiner Hocharabisch".
Was meint Ihr dazu?
Lieben Gruß,
Gabriele
Wenn ich wiederholt Marokko, aber auch andere arabischsprechende Länder besuchen möchte, welches Arabisch zu lernen würdet Ihr mir empfehlen?
Eine liebe, kluge marokkanische Arbeitskollegin, die auch sehr gut deutsch spricht, sagt:"Mit marokkanischem Arabisch kommst Du überall klar, aber im Süden Marokkos versteht keiner Hocharabisch".
Was meint Ihr dazu?
Lieben Gruß,
Gabriele
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: Was macht mehr Sinn-Hocharabisch oder Marokkanisch-Arabisch?
Deine Freundin hat Recht, denn man muss besonders zwischen Lesen/Schreiben und Sprechen unterscheiden. Im Maghreb (Berbersprachen) spricht man schon wegen der unterschiedlichen, vielfaeltigen, Bevoelkerungsstruktur, die nicht nur arabisch gepraegt ist, kein Hocharabisch, wie in Aegypten und auch in Teilen Libyens - um hier nur N-Afrika zu betrachten.
- Uwe Schmitz
- Moderator
- Beiträge: 2758
- Registriert: So 31. Jul 2005, 19:07
- Wohnort: Rhein-Main
Re: Was macht mehr Sinn-Hocharabisch oder Marokkanisch-Arabisch?
hallo gabrielle,
mit markkonisch-arabisch (maghrebinisch) kommst du zwar überall in marokko, aber wahrscheinlich nicht in anderen teilen der arabischen welt klar.
wenn du maghrebinisch lernst, kannst du in marokko zu den einheimischen sprechen und sie auch verstehen.
lernst du hocharabisch, wirst du irgendwann die nachrichten im tv verstehen und die ansprache von regierungsoberhäuptern, aber kaum jemanden sonst in marokko. und du wirst in vielen ländern der arabischen welt mal besser, mal weniger gut verstanden.
möchtest du arabisch lernen, um es vor ort zu benutzen, solltest du dich für ein land und die dortige sprachform entscheiden.
ich habe arabisch in ägypten begonnen zu lernen und hier bei einer kairenerin weitergelernt, schon in syrien fällt den leuten bisweilen schwer mich zu verstehen, und in tunesien spreche ich etliche vokabeln, die dort unbekannt sind. es mag aber auch daran liegen, dass es sehr ungewöhnlich ist, dass touristen arabisch zu sprechen versuchen, es wird oft von den einheimischen nicht vermutet, sie erwarten oft alle möglichen sprachen von uns zu hören, aber nicht ihre eigene.
ich wünsche dir viel durchhaltevermögen, arabisch ist arg schwierig, doch es wird immer wieder ganz hoch gewürdigt, wenn du dich auch nur wenig in ihrer sprache zu verständigen versuchst.
toitoitoi
uwe
mit markkonisch-arabisch (maghrebinisch) kommst du zwar überall in marokko, aber wahrscheinlich nicht in anderen teilen der arabischen welt klar.
wenn du maghrebinisch lernst, kannst du in marokko zu den einheimischen sprechen und sie auch verstehen.
lernst du hocharabisch, wirst du irgendwann die nachrichten im tv verstehen und die ansprache von regierungsoberhäuptern, aber kaum jemanden sonst in marokko. und du wirst in vielen ländern der arabischen welt mal besser, mal weniger gut verstanden.
möchtest du arabisch lernen, um es vor ort zu benutzen, solltest du dich für ein land und die dortige sprachform entscheiden.
ich habe arabisch in ägypten begonnen zu lernen und hier bei einer kairenerin weitergelernt, schon in syrien fällt den leuten bisweilen schwer mich zu verstehen, und in tunesien spreche ich etliche vokabeln, die dort unbekannt sind. es mag aber auch daran liegen, dass es sehr ungewöhnlich ist, dass touristen arabisch zu sprechen versuchen, es wird oft von den einheimischen nicht vermutet, sie erwarten oft alle möglichen sprachen von uns zu hören, aber nicht ihre eigene.
ich wünsche dir viel durchhaltevermögen, arabisch ist arg schwierig, doch es wird immer wieder ganz hoch gewürdigt, wenn du dich auch nur wenig in ihrer sprache zu verständigen versuchst.
toitoitoi
uwe
Re: Was macht mehr Sinn-Hocharabisch oder Marokkanisch-Arabisch?
Eigentlich kann ich meinen Vorrednern nix hinzufügen:
Ich lerne seit 2 Jahren an der Uni ägyptisch-arabisch. Obwohl ich sprachl. unbegabt bin komme ich so lala zurecht. Der Vorteil ist dass alle mit null Kenntniss anfangen, und dadurch von Anfang an ein Wissensstand herrscht (keiner
).
Mit ägyp. Arab. kannst du dich im Maghreb halt mit den "gebildeten" unterhalten- wenn man genügend Wörter kann. Also Imam, Bürgermeister etc. Die Dialekte in Marrokko unterscheiden sich meiner Meinung nach schon in den Atlastälern voneinander, so dass es wenig Sinn macht eine lokal begrenzte Sprache zu lernen- dazu kommt noch, dass es ja einige Zeit dauern wird bis man das erlernt, und sich bis dahin vielleicht Job, privates etc. verändern. Eine möglichst breite Basis ist da denke ich mal hilfreicher, denn wenn man sich später entscheidet, doch diesen oder jenen Dialekt zu lernen, fällt es mit dem ägypt. Wissen sicher leichter. Es macht ja schon einige Arbeit, schreiben und Lesen zu lernen.
Hocharabisch wurde uns gesagt ist in den Unis in der arab. Welt verbreitet, manche Nachrichten usw.. Also, als ägypt. Arabisch Student fällt es sehr schwer etwas in Hocharabisch zu verstehen. Unsere Lehrerin meinte auch dass es wie zwei verschiedene Sprachen sei. Ferner sind manche moderne Wörter nicht gebräuchlich.
Mit ägypt. sollte man in etwa die arab. Halbinsel, östl. Nordafrika abdecken. Mit einschränkungen auch Mahgreb, RIM. Wie schon angedeutet, wird man dich auch verstehen. Hocharabisch ist noch weiter von den Leuten weg- liefert aber eine bessere Grundlage um Teilbereiche wie bspw. syrisch-arab. magreb.-arab. zu lernen. Nur wird es nirgendwo wirklich gesprochen- d.h. man muss schon vorher einkalkulieren dass man, um zu sprechen, nochmal lernen muss.
In diesem Sinne, viel Erfolg
Flo
Ich lerne seit 2 Jahren an der Uni ägyptisch-arabisch. Obwohl ich sprachl. unbegabt bin komme ich so lala zurecht. Der Vorteil ist dass alle mit null Kenntniss anfangen, und dadurch von Anfang an ein Wissensstand herrscht (keiner
Mit ägyp. Arab. kannst du dich im Maghreb halt mit den "gebildeten" unterhalten- wenn man genügend Wörter kann. Also Imam, Bürgermeister etc. Die Dialekte in Marrokko unterscheiden sich meiner Meinung nach schon in den Atlastälern voneinander, so dass es wenig Sinn macht eine lokal begrenzte Sprache zu lernen- dazu kommt noch, dass es ja einige Zeit dauern wird bis man das erlernt, und sich bis dahin vielleicht Job, privates etc. verändern. Eine möglichst breite Basis ist da denke ich mal hilfreicher, denn wenn man sich später entscheidet, doch diesen oder jenen Dialekt zu lernen, fällt es mit dem ägypt. Wissen sicher leichter. Es macht ja schon einige Arbeit, schreiben und Lesen zu lernen.
Hocharabisch wurde uns gesagt ist in den Unis in der arab. Welt verbreitet, manche Nachrichten usw.. Also, als ägypt. Arabisch Student fällt es sehr schwer etwas in Hocharabisch zu verstehen. Unsere Lehrerin meinte auch dass es wie zwei verschiedene Sprachen sei. Ferner sind manche moderne Wörter nicht gebräuchlich.
also dass man zwischen schreiben, lesen und sprechen unterscheiden muss ist richtig, aber in Aegypten spricht man ägyptisch-arab. Das ist in etwa so wie wenn ein schweizer Almhirte in Berlin versucht eine bayrische Weißwurst zu bestellen. Er wird wohl verstanden, aber wirklich ernstgenommen wird er damit nicht.Roger-Tecumseh hat geschrieben: kein Hocharabisch, wie in Aegypten und auch in Teilen Libyens - um hier nur N-Afrika zu betrachten.
Mit ägypt. sollte man in etwa die arab. Halbinsel, östl. Nordafrika abdecken. Mit einschränkungen auch Mahgreb, RIM. Wie schon angedeutet, wird man dich auch verstehen. Hocharabisch ist noch weiter von den Leuten weg- liefert aber eine bessere Grundlage um Teilbereiche wie bspw. syrisch-arab. magreb.-arab. zu lernen. Nur wird es nirgendwo wirklich gesprochen- d.h. man muss schon vorher einkalkulieren dass man, um zu sprechen, nochmal lernen muss.
In diesem Sinne, viel Erfolg
Flo
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norbert palzkill
Hocharabisch?
Hallo Gabriele,
ich habe mit vielen Mühen hocharabisch gelernt und kann es im alltäglichen Umgang in arabischen Ländern anwenden und nutzen.
Ich habe auf vielen Reisen die gesamte Kette der Länder von Syrien ... bis hin nach Mauretanien bereist. Meine Erfahrung kann ich so zusammenfassen:
Man hat mich mit meinem Hocharabisch immer und überall verstanden, selbst in abgelegenen Regionen, vorausgesetzt, die Menschen sprachen überhaupt arabisch. Auch von Nicht-Arabern wurde ich verstanden, wenn sie - wie Berber oder Touareg - nur den jeweiligen arabischen Dialekt ihrer Region sprachen.
Umgekehrt war es schwieriger bis schwierig, nämlich das Arabisch meiner jeweiligen Gesprächspartner zu verstehen, wenn sie ihren regionalen Dialekt sprachen. Es ist tatsächlich so, wie andere hier schon geschrieben haben: Nur die gebildeteren Menschen SPRECHEN auch selbst hocharabisch.
Aber verstanden habe ich dann letztlich doch alle ...
Die Frage hocharabisch oder den regionalen Dialekt lernen zu wollen, würde ich von folgender Fragestellung abhängig machen: Willst du in mehrere Regionen reisen? Dann lerne hocharabisch, denn vom Hocharabischen ausgehend ist es leichter die einzelnen Dialekte zu verstehen und zu sprechen. Jedenfalls ging es mir so.
Willst du aber vorrangig - meinetwegen nach Marokko - reisen, dann lerne den dortigen Dialekt.
Eine Bemerkung zum Schluss: Für einen erheblichen Teil der Menschen in Algerien und Marokko ist arabisch eine Fremdsprache. In Algerien ist das die Mehrheit der Bevölkerung. Dieser Teil der Bevölkerung spricht Berbersprachen.
Mit freundlichen Grüßen
Norbert
ich habe mit vielen Mühen hocharabisch gelernt und kann es im alltäglichen Umgang in arabischen Ländern anwenden und nutzen.
Ich habe auf vielen Reisen die gesamte Kette der Länder von Syrien ... bis hin nach Mauretanien bereist. Meine Erfahrung kann ich so zusammenfassen:
Man hat mich mit meinem Hocharabisch immer und überall verstanden, selbst in abgelegenen Regionen, vorausgesetzt, die Menschen sprachen überhaupt arabisch. Auch von Nicht-Arabern wurde ich verstanden, wenn sie - wie Berber oder Touareg - nur den jeweiligen arabischen Dialekt ihrer Region sprachen.
Umgekehrt war es schwieriger bis schwierig, nämlich das Arabisch meiner jeweiligen Gesprächspartner zu verstehen, wenn sie ihren regionalen Dialekt sprachen. Es ist tatsächlich so, wie andere hier schon geschrieben haben: Nur die gebildeteren Menschen SPRECHEN auch selbst hocharabisch.
Aber verstanden habe ich dann letztlich doch alle ...
Die Frage hocharabisch oder den regionalen Dialekt lernen zu wollen, würde ich von folgender Fragestellung abhängig machen: Willst du in mehrere Regionen reisen? Dann lerne hocharabisch, denn vom Hocharabischen ausgehend ist es leichter die einzelnen Dialekte zu verstehen und zu sprechen. Jedenfalls ging es mir so.
Willst du aber vorrangig - meinetwegen nach Marokko - reisen, dann lerne den dortigen Dialekt.
Eine Bemerkung zum Schluss: Für einen erheblichen Teil der Menschen in Algerien und Marokko ist arabisch eine Fremdsprache. In Algerien ist das die Mehrheit der Bevölkerung. Dieser Teil der Bevölkerung spricht Berbersprachen.
Mit freundlichen Grüßen
Norbert
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: Was macht mehr Sinn-Hocharabisch oder Marokkanisch-Arabisch?
fuchs hat geschrieben:Das ist in etwa so wie wenn ein schweizer Almhirte in Berlin versucht eine bayrische Weißwurst zu bestellen. Er wird wohl verstanden, aber wirklich ernstgenommen wird er damit nicht.
Flo
Ein gewagtes Unternehmen!
(Currywurst - die mit den abgeschnittenen Enden und ohne Darm - wäre da eher angebracht!)
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norbert palzkill
ernst genommen?
Doch doch ...
ernst genommen wird man mit dem Hocharabisch schon ... aber vielleicht wird man sich ein Lächeln nicht verkneifen können.
Anfangs der 90er Jahre bestellte ich in Sfax mit meinem frisch erlernten Hocharabisch einen Orangensaft. Für den "Mann auf der Straße" klingt das etwas antiquiert.
In feinstem Hocharabisch formulierte ich, was auf deutsch etwa so klingen muss: "Ich beliebe vom Orangensaft trinken zu wollen."
Der Kellner feixte leicht, was man ja nun verstehen kann. Aber er brachte selbstverständlich den Orangensaft.
Aber das übliche "Bring Orangensaft!" (Ohne ein "Bitte" übrigens!!) habe ich schnell gelernt.
Übrigens: Das Erlernen und sprechen des Hocharabischen hat in den arabischen Ländern einen unschätzbaren Vorteil: Bei allen offiziellen Stellen wird man als hocharabisch Sprechender als zu respektierender Mensch einer hochgestellten gesellschaftlichen Schicht eingestuft.
Gruß Norbert
ernst genommen wird man mit dem Hocharabisch schon ... aber vielleicht wird man sich ein Lächeln nicht verkneifen können.
Anfangs der 90er Jahre bestellte ich in Sfax mit meinem frisch erlernten Hocharabisch einen Orangensaft. Für den "Mann auf der Straße" klingt das etwas antiquiert.
In feinstem Hocharabisch formulierte ich, was auf deutsch etwa so klingen muss: "Ich beliebe vom Orangensaft trinken zu wollen."
Der Kellner feixte leicht, was man ja nun verstehen kann. Aber er brachte selbstverständlich den Orangensaft.
Aber das übliche "Bring Orangensaft!" (Ohne ein "Bitte" übrigens!!) habe ich schnell gelernt.
Übrigens: Das Erlernen und sprechen des Hocharabischen hat in den arabischen Ländern einen unschätzbaren Vorteil: Bei allen offiziellen Stellen wird man als hocharabisch Sprechender als zu respektierender Mensch einer hochgestellten gesellschaftlichen Schicht eingestuft.
Gruß Norbert
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: ernst genommen?
norbert palzkill hat geschrieben: Aber das übliche "Bring Orangensaft!" (Ohne ein "Bitte" übrigens!!) habe ich schnell gelernt.
Übrigens: Das Erlernen und sprechen des Hocharabischen hat in den arabischen Ländern einen unschätzbaren Vorteil: Bei allen offiziellen Stellen wird man als hocharabisch Sprechender als zu respektierender Mensch einer hochgestellten gesellschaftlichen Schicht eingestuft.
Gruß Norbert
Erstaunlich ist ja fuer europaeische Ohren immer auch die rauhe "Heftigkeit", mit der bei so mancher Unterhaltung z.B. im Maghreb der Dialog abzulaufen scheint. Dabei erkundigen sich die Freunde oft nur, ob es denn der Familie wirklich gut geht! (Das laeuft in Tamachek akustisch viel weicher ab.)
Verblueffend ist dies auch besonders, wenn man die Subtilitaet und die Tiefe der arabischen Poesie, die Kreativitaet im Ausdruck - in guten Uebersetzungen, wie es sie gerade in deutsch ja gibt - kennenlernt!
Gruss
Roger-T.




