Die Ausgangssperre ist gelockert - hier das entsprechende Update des AA von heute nachmittag:
Auswärtiges Amt hat geschrieben:Aufgrund der unsicheren Lage wird derzeit von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Tunesien abgeraten.
Die tunesische Regierung hat am 14. Januar 2011 am späten Nachmittag den Ausnahmezustand ausgerufen. Dies bedeutet u.a. eine nächtliche Ausgangssperre, die derzeit von 20.00 Uhr bis 5.00 Uhr im ganzen Land gilt. Ferner werden Ansammlungen von mehreren Personen auf der Straße untersagt. Die Regierung hat die Kontrolle über den Flughafen übernommen. Mit Einschränkungen des Flugverkehrs muss auch weiterhin gerechnet werden.
Es wird dringend empfohlen, Anweisungen der Sicherheitsbehörden zu beachten!
Mit weiteren gewaltsamen Demonstrationen und Ausschreitungen im ganzen Land ist zu rechnen. Eine weitere Zuspitzung der Lage ist nicht auszuschließen.
Touristen und Ausländer sind nicht Ziel der Ausschreitungen. Menschenansammlungen sollten unbedingt gemieden werden. Größtmögliches umsichtiges Verhalten wird dringend empfohlen.
Das Auswärtige Amt rät – wie in allen Ländern der Region – unabhängig von der weiteren Lageentwicklung auch weiterhin bei Aufenthalten in Tunesien grundsätzlich zu erhöhter Aufmerksamkeit.
Den kpl. Reise-/Sicherheitshinweis vom 19.01.2011 auch bezügl. Reisen/Risiken in Saharagebieten findet ihr hier
Ich war neugierig und habe auf facebook bei tunesischen Freunden (hatte die jüngeren ausgewählt) ein bischen herumgefragt, wen sie als künftigen Präsidenten favorisieren. Herausgekommen ist eine deutliche Präferenz für Marzouki, vom dem ich erst heute zu erstenmal hörte. Nur mal eben so.
Gruß Bennemsi
Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
Freiheit!
Der Westen muss sich entscheiden, ob er mit Furcht oder Hoffnung auf die historischen Ereignisse in Tunesien reagiert. 19.01.2011 - Zeit - 09:18 Uhr
Ein Tyrannensturz in der arabischen Welt, wo Diktaturen das Bild beherrschen wie nirgends sonst, nicht durch eine Palastrevolte, sondern durch einen Volksaufstand – das ist ein historisches Datum. Der 14. Januar 2011, an dem die Tunesier ihren Präsidenten Ben Ali aus dem Amt und ins Exil trieben, wird in die Freiheitsgeschichte des noch jungen 21. Jahrhunderts eingehen ... mehr
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Politische Lage nach Revolution
Tunesien sucht den Weg in die Zukunft 19.01.2011 - tagesschau - 17:41 Uhr
Tunesien kommt nicht zur Ruhe: Auch heute gehen die Menschen wieder auf die Straßen - sie trauen der Übergangsregierung nicht. Und tatsächlich ist die politische Lage mehr als unübersichtlich. Eine bereits angesetzte erste Kabinettssitzung wurde kurzfristige verschoben ... mehr
Danke, habe bisher mitbekommen dass er links steht. Also, wenn es um die emotionale Option geht, ist es die Hoffnung. Rational sehe ich gefährliche Stromschnellen. Die Menschen sind jedenfalls ganz sicher Lichtjahre davon entfernt, einen Gottesstaat zu wollen, die Jugend westlich orientiert... eine Riesenchance!
Gruß Bennemsi
Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
Lage in Tunesien
Übergangsregierung entlässt Gefangene 19.01.2011 - tagesschau - 19:08 Uhr
Als eine ihrer ersten Maßnahmen hat die neue tunesische Übergangsregierung die Freilassung von 1800 Häftlingen angeordnet. Auf freien Fuß gesetzt wurden landesweit alle Gefangenen, deren Haftstrafe sechs Monate nicht überschreitet, teilte das Justizministerium in Tunis mit ... mehr
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Blumen für die Panzer
Straßenkomitees und die Armee sichern Tunesiens neue Freiheit. Was kommt jetzt? 19.01.2011 - Zeit - 20:05 Uhr
Die erste Phase der tunesischen Revolution ist Geschichte. Der Diktator und seine kleptokratische Familie sind außer Landes, die Armee hat die paramilitärische Präsidentengarde in blutigen Kämpfen auf dem Palastgelände von Carthage besiegt. Ein neuer Machtkampf hat begonnen ... mehr
Die tunesische Zeitenwende hat auch Frankreich bloss gestellt: Wie kein anderer Staat in Europa hat die ehemalige Kolonialmacht Tunesiens Diktator Ben Ali unterstützt und bis in die europäische Union hinein für seine Anerkennung als wirtschaftlicher und politischer Partner gesorgt. Nun musste die französische Regierung innerhalb von wenigen Tagen eine bemerkenswerte Wende vollziehen.
Noch zu Beginn der rasch wachsenden Proteste schlug die französische Aussenministerin Michèle Alliot-Marie vor, französische Sicherheitskräfte nach Tunesien zu schicken. Sie sollten dem inzwischen geflohenen Machthaber Ben Ali helfen, die Proteste unter Kontrolle zu bringen. Nun ist Ben Ali Geschichte und Alliot-Marie schwer angeschlagen angesichts ihrer politischen Fehleinschätzung. Sie habe die Ereignisse nicht kommen sehen, sagte die Ministerin am Dienstag vor der Nationalversammlung in Paris.
DetlevC hat geschrieben:Hier ein Zitat aus oberen Artikel.
... Wie kein anderer Staat in Europa hat die ehemalige Kolonialmacht Tunesiens Diktator Ben Ali unterstützt ...
Auch wenns immer wieder in der Zeitung steht: Tunsesien war aber NIE eine französische Kolonie. Und Frankreich folglich nie die Kolonialmacht Tunesiens...
d i e s e r Ben Ali sollte vielleicht eher Hussein Ben Ali genannt werden. Er gilt als Gründer der Dynastie der Husseiniten-Beys, die formal bis 1956 in Tunesien das Sagen hatten.
Und Roger,
klar, Protektorat nicht gleich Kolonie. Aber mit der Berliner Konferenz 1878 bekommt Frankreich in diesem Teil Nordafrikas freie Hand und kolonisiert effektiv das Land. Erst mit der Bodenreform 1964 werden die französischen Colons wieder enteignet und verlassen massenweise das Land.
Das alles ist natürlich nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich beziehe mich dabei vor allem auf die Texte des von mir sehr geschätzten Autors Michael Köhler.