Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

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Alexander
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Alexander »

Hans Frommelt hat geschrieben:Solche Landkarten hätte der Schweizer Spionagendienst, sofern es ein solcher gibt, wohl schneller und billiger über ein Aufruf im Wuestenschiff erhalten. Solche Detailkarten hat wohl mindestens jeder 10. Wuestenschiff-Leser auf seiner Festplatte und hätten den tapferen Eidgenossen sicherlich kostenlos eine DVD gebrannt. Hans
Hmmmm, kostenlos vieleicht nicht. Aber gegen eine CD mit Steuersündern? :roll:

Grüsse
Alexander
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Hans Frommelt
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Hans Frommelt »

Hallo Alexander - es gibt ja auch Schweizer, welche das Wuestenforum lesen und auch ab und zu etwas hineinschreiben. Aus Solidarität hätten wohl viele Schweizer, mich eingeschlossen, die Russenkarten, Franzosenkarten und die alten Legionärskarten, auch die Karten der Amerikaner in das EDA gemailt, wäre im Wuestenschiff danach gebettelt worden. Noch etwas: Der Begriff Steuersünder kennen wir in der Schweiz nicht. Was ist das? Grüsse Hans
Chrigu
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Chrigu »

:twisted:

sag nix dazu.....
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Alexander
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Alexander »

Hans Frommelt hat geschrieben:Der Begriff Steuersünder kennen wir in der Schweiz nicht. Was ist das? Grüsse Hans
Vieleicht habt ihr in der Schweiz einen anderen Begriff dafür, der uns hier unbekannt ist :roll: z.B. Reduzierer von Fiskalabgaben oder so.

Grüsse
Alexander
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schu achbar ?

Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von schu achbar ? »

Hier besteht eine interessante Parallele zu Assange.
Während die Hosenanzug-Regierung diesen kriminalisiert kauft sie selbst
Hehlerware von kriminellen Informanten aus der Schweiz.
Das ist eigentlich strafbar, stört aber anscheinend kein Schwein.

Im übrigen führt die Schweiz f. den deutschen Fiskus zB. bei festverzinslichen Papieren u. anderen Anlageformen die Quellensteuer ab. Lediglich zB Aktiengewinne sind ausgenommen.
Neid ist also nur in Teilen angebracht.
Man sollte die Einkommensteuern radikal senken, bei Beibehaltung der Freibeträge. Gleichzeitig sollte das weltweite Einkommen aller
deutschen Passinhaber besteuert werden, ohn Berücksichtigung des Wohnsitzes.
Der Steuersatz müsste bei etwa 10 bis 15 Prozent liegen, viele DBA würden damit eigentlich obsolet, Superreiche wie die Horten-Witwe oder Michael Schumacher würden gleichzeitig damit endlich am Ar... gepackt.
Es kann nicht sein, dass "heimattreue " Leute wie Dieter Bohlen hier abgemolken werden, wärend andere, die ins Kanton Zug verziehen auch noch einen Reibach machen.
Wollen die Herrschaft_innen nicht zahlen - gibts flugs nen Haftbefehl via Interpol.
Assange lässt leider grüssen - der Kreis ist geschlossen

Nach wie vor wird es Notgelder in der Schweiz geben.
Und das ist auch richtig so.
Schliesslich weiss Niemand_innen, ob wir nicht demnächst eine ROTROTGRüne Regierung kriegen oder ob des Hosenanzugs Euro crasht u. hier Notstandsgesetze u. Enteignung einziehen werden.
_________________
Kuno
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Kuno »

@ Schu; die wirtschaftliche und politische Entwicklung DEs sind sehr interessant, koennten jedoch villeicht besser in einem separaten Thema bearbeitet werden um hier nicht in ein Durcheinander zu kommen.
schu achbar ?

Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von schu achbar ? »

OK :roll:
Hans Frommelt
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Registriert: So 29. Mär 2009, 11:58

Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Hans Frommelt »

Hallo Alexander
Nur Gott ist kein Sünder! Folglich sind wir alles Sünder, auch die Fiskusbehörden. Bei uns nennen wir diese Typen einfach Steuerhinterzieher. Zudem: Wenn ein Sünder beichtet, dann muss er ein paar Gebete hinunterleiern und ist erlöst. Eine Gabe in der Opferstock ist noch erwünscht, aber ohne Quittung. Mit solchem würden unsere Steuerbehörden nicht zur Tagesordnung übergehen. Unsere Steuerbehörden stellen immer ein Quittung aus. Da scheint doch ein kleiner Unterschied zwischen Deutschland und der Schweiz zu sein, welcher durch die Wahl der Begriffe erkennbar ist. Gruss Hans
Hans Frommelt
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Hans Frommelt »

Am 26.08.2009 habe ich im Forum mein Standpunkt erklärt, siehe nachstehender Text:
________________________________________
Im vorliegenden Thema wird immer wieder auf Zeitungsartikel verwiesen. Das Hauptthema für Afrikareisende, reduzieren wir das Thema auf Nord-, Ost- und Westafrikareisende wurde noch nicht angesprochen. Ohne lange zu recherchieren schreibe ich, dass es in Mauretanien und Niger keine Schweizer Botschaften gibt. Im Tschad gibt es auch keine, soviel ich mich erinnern kann. Ist ja auch nicht wichtig, wenn ich bedenke, was unsere zuständigen Magistraten und Botschafter erzählen, wenn mir als Reisender etwas passiert. Wenn man in ein Spital oder Gefängnis eingeliefert wird, so erhält man Besuch von der Botschaft. So weit so gut. Es geht ja nicht um das Gut aufgehoben sein im fremden Land, sondern darum, welche Rhetorik gebraucht wird, wie im vorliegenden Libyen-Fall mit den zwei Geiseln. Bereits beim Geiseldrama in Algerien vor rund 5 Jahren hat die Rhetorik von Frau Bundesrätin (BR) Calmy-Rey keinen Erfolg gehabt. Damals wurde von ihrem Botschafter, vermutlich im Namen von BR Calmy-Rey erklärt, dass sich die Schweiz nicht erpressen lasse (Obwohl die Schweiz bald Jährlich erpresst wird und schlussendlich nachgeben muss). Sie wiederholte diese Aussage mehrmals. Jetzt, im vorliegenden Libyen-Fall wieder. Ihr Lächeln nutzt ebenfalls nichts, denn die beiden Schweizer sitzen immer noch in Libyen fest. So etwas darf einfach nicht mehr vorkommen, dass man sich hinter den Worten: „Wir lassen uns nicht erpressen“ versteckt. (Wortwahl verkürzt).
Der grösste Teil der „Weltenbummler“ bezahlt treu seine Steuern und hat mit grosser Wahrscheinlichkeit kein Vermögen im Ausland geparkt. Folglich sollte sein Schicksal nicht nur von der Moderationsfähigkeit, bzw. Unfähigkeit einer Person abhängig sein. Vom Fiskus bzw. von der Heimat sollte ich erwarten können, dass ein Botschafter, ein Aussenminister gar Präsident bei einer Geiselnahme sofort lautstark in einer Protestnote deponiert, in Kopie an die Medien, dass alles eingefroren wird bis zur „Entwicklungshilfe“ sowie ein Export- und Importverbot auferlegt wird, wenn die Geiseln nicht innert einer vorgegeben Zeit freigestellt werden, statt einem Lapidaren: „Wir lassen uns nicht erpressen“ oder „Wir werden verhandeln“ . In dieser Beziehung sollten wir Reisende fordern, dass die Wortwahl gravierend verändert wird, wenn Jemand an einer Tat unschuldig, als Geissel gekapert wird. Solches kann uns allen passieren, ausser wir bleiben zu Hause. Wenn solches passieren sollte, so erwarte ich von meinem Heimatland, dass über die Medien, das Web, mit Protestnoten, etc. und die Gesetzesgebung sämtliche Register gezogen werden. Und das Thema in verbalen Hinsicht, nicht mehr mit den Worten, ich wiederhole mich nochmals: „Wir lassen uns nicht erpressen“, abgetan wird. Bei Libyen, nebenbei bemerkt, wissen wir jetzt woran wir sind. Da kann ein Botschafter und ein Bundesrat schweigen oder lautstark erklären, dass jeder Ausländer in Libyen wissend ist, was ihn erwarten könnte. Libyen fällt nun aus dem Rahmen. Hans Frommelt
__________________

Zwischenzeitlich wissen wir alle mehr. Heute erklärt BR Calmy-Rey, dass sie erfolgreich gearbeitet hat und die beiden Schweizer wieder zu Hause sind. Ich denke, dass die Geisseln eventuell viel früher hätten heimreisen dürfen, wenn seitens des EDA (Aussenministerium) bzw. BR Calmy-Rey nichts, aber gar nichts gesagt, geschrieben und verhandelt worden wäre. Es zeigte sich heute sehr deutlich, dass da Personen dazu benutzt wurden um das eigene Ego zu pflegen, zu inszenieren.
An dieser Stelle muss ich deshalb meine Einstellung gegenüber Deutschland etwas korrigieren. Ich war immer erstaunt darüber, wie Deutsche über die Deutschen Botschaften berichteten. Von den Botschaften sei keine Hilfe zu erwarten, praktisch in allen Situationen. Nachdem, was da BR Calmy-Rey zum wiederholten Male aufgeführt hat, denke ich, dass eine Botschaft immer zwingend nachfragen muss, ob es bei mir als Betroffener erwünscht ist, dass ein EDA sich in meinem oder dem Sinne des EDA um eine Bereinigung des Sachverhaltes kümmern soll. Soviel man aus den Zeitungen entnehmen kann, wurde diese Frage nicht gestellt, sondern in wichtigtuerischer Manier, mehr oder weniger das Wasser am kochen gehalten. Mit einem Nichtstun hätte man die Geisseln vielleicht viel früher ausfliegen lassen. In dieser Beziehung haben sich Gräben auf zwischen dem Deutschen und Schweizer Auswärtigen Amt aufgetan. Es zeigt sich, dass das Verhalten Deutscher Botschaften aus heutiger Sicht auch etwas für sich hat. Hans Frommelt
TGerd
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von TGerd »

Hans Frommelt hat geschrieben:... An dieser Stelle muss ich deshalb meine Einstellung gegenüber Deutschland etwas korrigieren. Ich war immer erstaunt darüber, wie Deutsche über die Deutschen Botschaften berichteten. Von den Botschaften sei keine Hilfe zu erwarten, praktisch in allen Situationen ...
Diese Pauschalfeststellung kann ich so nicht stehenlassen. Was die deutsche Botschaft in Tripolis betrifft, kann ich aus eigener Erfahrung auf keinen Fall bestätigen, daß dort keine Hilfe zu erwarten wäre.

Im Gegenteil haben sich dort sofort und dann für lange Zeit der Herr Botschafter persönlich sowohl als auch mehrere Konsuln vorbildlich bis zur Lösung eines ernsten Vorfalls um die Angelegenheit angenommen. Es wurde jede erdenkliche Hilfe gewährt um Schaden zu begrenzen.

Näher werde ich auf den Vorfall aus Gründen des Persönlichkeitrechts nicht eingehen, zwei Personen hier im Forum sind jedoch darüber informiert.

Gruß
Nach Süden!
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.
Hans Frommelt
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Hans Frommelt »

Guten Morgen TGerd

Damit ich da nicht falsch verstanden werde, eine Replik an TGerd. Ich setzte Dir die Geschichte http://www.oriole.ch/Reisebericht/maidl ... ht%20A.pdf Seite 7, entgegen. Jeder macht so seine Erfahrungen. Meine Kritik ging nicht an die Botschafter und Konsule. Diese wissen in den allermeisten Fällen richtig zu handeln, sei es nach einem Verkehrsunfall oder politisch heiklem Sachverhalt. Das Einstehen der Botschaften für den Bürger im Ausland wird verschieden gehandhabt, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, kann schon pauschal festgehalten werden. Heute wurde in der http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/i ... 44514.html , Seite 7, das Thema der deutschen Journalisten im Iran, unter dem Titel: „Das seltsame Stillschweigen der deutschen Medien zum Fall der in Iran inhaftierten Journalisten passt zur diplomatischen Linie Berlins“ beschrieben. Bitte lese den Beitrag von Ulrich Schmid und dann kannst du sicherlich besser verstehen, was ich meinte. Zu den Botschaften kann man in der Regel mehr vertrauen haben als zu den Bürokraten in Bern und Berlin, wiederum von einzelnen Positionen abgesehen. Dein Hinweis ist ebenfalls ein Beleg dafür. Grüsse Hans
TGerd
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von TGerd »

Es ist immer gut, ohne weiteren Ablenkungsversuch vor der eigenen Türe zu kehren.

Wie wär's denn mal mit der Frage, warum die Schweiz mit Libyen immer noch keine Normalisierung bei den beiderseitigen Einreisevisa erreicht hat, trotzdem Göldi schon seit einem halben Jahr wieder zurück ist (14.06.2010)? http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/tra ... libya.html
(Letzte Aktualisierung: 15.06.2010, Unverändert gültig: 13.12.2010)

Welche schweizer Personalien müßten nach dem Peter-Prinzip ausgetauscht werden, um Libyen wieder gesprächsbereit zu machen? Schließlich stehen massive wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel. Eine seitliche Arabeske kann durch Abwahl unnötig gemacht werden. Dazu braucht es den politischen Willen.

Was kann getan werden, um einen akzeptierten und handlungsfähigen schweizer Gesprächspartner für Libyen zu etablieren? Wird eine Normalisierung überhaupt noch gewünscht?

Warum ist Herr Murald zwangsemeritiert worden? Ein Kenner Nordafrikas und speziell Libyens mit großen diplomatischen Fähigkeiten, akzeptiert und anerkannt in Libyen, der, wenn man ihn im Amt gelassen hätte, die damaligen Schwierigkeiten weitaus schneller und geräuschloser hätte lösen können. Aber wer kennt schon seine Vita? Unterstützung bekam er nicht.

Wäre er bei seinen Verbindungen heute nicht genau die richtige Person, wenn man ihn reaktivierte und mit weitreichenden Vollmachten ausstattete?

Also, dann leg mal los. Aber bitte ohne Umschweife, kurz und knackig. Ellenlange 'Berichte' liest kein Mensch.

Gruß
Nach Süden!
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.
Hans Frommelt
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Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Hans Frommelt »

Hallo TGerd
Ich bin nicht in der PUK, noch habe ich Ambitionen um PUK-ähnlich deine Fragen zu untersuchen. Ich versuche lediglich zu überlegen, wie man sich verhalten sollte, wenn man in einen ausländischen Kerker gesteckt wird. Mit Kerker meine ich keine hotelähnliche Zelle, wie sie in der Schweiz der Standard sind. Das kann aus politischen Gründen sein, kann auch wegen einem Autozusammenstoss sein. Es kann auch sein, weil mir im Hafen jemand etwas Rauschgift unter dem Auto deponiert hat.
Die PUK hat Deine Fragen als Fragen aufgeführt. Antworten kann nur BR Calmy-Rey und sie gibt keine Antworten. Das gibt sie kurz und knackig zu verstehen. Ich bin der falsche Adressat für deine Fragen.
Mich interessiert eigentlich nur, was die Schweizer aus dem Fall Libyen gelernt haben und Deutschland aus dem Fall Iran lernen wird. Derzeit müsste ich behaupten, dass sich vermutlich die Kerkertüre am schnellsten öffnet, wenn sowohl Frau BR Calmy-Rey und in Deutschland sich niemand um mich kümmert. Ein Hoffnungsschimmer wäre vielleicht, wenn Herr Murald das Dossier hat und bearbeitet.
Ich denke, es ist sehr bitter, wenn die beiden Schweizer Ex-Geisseln den PUK-Bericht durchlesen. Interessant wäre zu wissen, was diese Heute über ihre erlebte Situation denken. Bei den beiden Deutschen Journalisten wird man es eher erfahren, wenn diese wieder in Deutschland sind. Was Frau Calmy-Rey denkt, ist mir egal. Ich will nicht Bundesrat werden. Ich möchte nur, sollte so etwas passieren, möglichst schnell aus einem Kerker hinausgeschoben werden. Als Lernprozess dienen die beiden Fälle irgendwie exemplarisch. Wäre schön, wenn du auf mein Anliegen ein Hinweis in das Wuestschiff schreiben könntest. Grüsse Hans
Turi
Beiträge: 2261
Registriert: Di 14. Feb 2006, 21:49
Wohnort: Ostschweiz

Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von Turi »

" Wie wär's denn mal mit der Frage, warum die Schweiz mit Libyen immer noch keine Normalisierung bei den beiderseitigen Einreisevisa erreicht hat, trotzdem Göldi schon seit einem halben Jahr wieder zurück ist "
Die Antwort ist m.E. nicht so schwer zu beantworten, weil es kein Schwein mehr interessiert, ausser vielleicht uns, die wir gerne mal wieder nach Libyen fahren würden.
Somit ist es für Wählerstimmen auch nicht mehr von Interesse da wir ja eine verschwindend geringe Wählerschaft sind.
Hätte man von Anfang an kein "Politikum" daraus gemacht, wär Herr Göldi sicher schon früher herausgekommen.
Solche "Gefangenen" sind nur von Interesse wenn sie als Druckmittel, für was auch immer, benutzt werden können.
Bei den beiden Deutschen ist die Situation ein klein wenig anders,
reist mal als Touri nach China ein und kritisiert das Regime.
Oder versucht mal den Amis, in Amerika, an den Karren zu fahren, ohne Arbeitserlaubnis als Jounalisten.


"und Deutschland aus dem Fall Iran lernen wird"
die Deutschen müssen gar nichts aus dem Fall "Iran" lernen, da die Journalisten als Privatpersonen,unter Vospiegelung falscher Tatsachen, in den Iran eingereist sind.
Geht eigentlich den Staat einen Sch.... an.
Das haben die "Touristen" selber zu verantworten.
Ob sie mit der Anprangerung des Iran recht oder unrecht haben steht auf einem anderen Blatt Papier.

"Ich möchte nur, sollte so etwas passieren, möglichst schnell aus einem Kerker hinausgeschoben werden".
Für mich würde gelten, aber bitte ohne Regierung oder diplomatisches Geplänkel.
Die Voraussetzung schnell wieder freigelassen werden ist, dass keine Aussicht auf ein Lösegeld besteht und politisch keine Lorbeeren zu verdienen sind.
Aber, wir leben ja in einer Demokratie und jeder darf eine andere Meinung haben :wink:
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
TGerd
Beiträge: 1118
Registriert: Do 20. Sep 2007, 07:52

Re: Schweiz - Libyen: noch nicht erledigt...

Beitrag von TGerd »

Da anscheinend von Interesse:

Ich kann nur Erfahrungen schildern, die ich selbst in dem gerade besprochenen Land gemacht habe.
Dort herrschen andere rechtliche Gepflogenheiten als in Europa. Das muß jeder wissen und sich danach richten, der das Land besucht oder er/sie soll wegbleiben! Von unproduktiven Postings darüber, gleichen Genres der Haßtiraden in schweizer Gazetten nach der Verhaftung Göldis, bitte ich dringend abzusehen. Bitte respektiert das.

Als Tourist wird man nicht einfach verhaftet. Festgenommen wird man als Reisender nur, wenn ein wirklich schwerwiegender Vorfall vorliegt. Dafür muß massiv gegen die Gesetze des Landes verstoßen worden sein. Der Fall Göldi ist hier nicht kongruent vergleichbar, da hierbei politische Motive gezogen wurden, deren Ursache in einem bilateralen Vorfall in der Schweiz zu suchen ist. Also bitte nicht alles undifferenziert durcheinanderwürfeln. Die Auswirkungen für einen Verhafteten sind jedoch sehr ähnlich. Ich selbst habe keinen Verstoß gegen Landesgesetze begangen, sondern eine andere Person in meiner Begleitung, ich wurde gleichwohl mit verhaftet. Das ändert nichts an den vorliegenden Erfahrungen.

Ohne professionelle Hilfe sinken die Chancen, aus dem Gewahrsam rauszukommen, auf ein Minimum. Wer glaubt, ohne seine Botschaft auszukommen, der irrt grundlegend: Es wird anwaltliche und konsularische Hilfe benötigt, die Landessprache können die wenigsten ausreichend, Englisch, Deutsch oder Französisch sprechen die Behörden nur, wenn SIE wollen. In meinem Fall und auch im Falle Göldi durfte anfangs nicht einmal die Botschaft mit den Verhafteten sprechen. Selbst der Aufenthaltsort der verursachenden Person der Festnahme wurde geheimgehalten. Wir wurden getrennt und faktisch völlig handlungsunfähig gemacht. Hier sind dann unbedingt die diplomatischen Kanäle der Botschaften unerlässlich.

Unter allen möglichen Umständen sicherstellen, daß eine Meldung an die Botschaft abgesetzt wird. WO? WIEVIELE PERSONEN UND DEREN NAMEN? WELCHER GRUND? Kompatible SIM-Karten im Lande besorgen. Die Telefonnummer der Botschaft im Land muß abschußbereit in allen mitgeführten Telefonen gespeichert sein. Sofort Thuraya-Standort runterladen und per SMS an die Botschaft im Land senden, sonst wissen die nicht, wo man steckt und können dort keine Nachforschungen beginnen. Das MUß, wenn noch möglich, vor dem Eintreffen der Polizei geschehen. Ein Zettel mit der Telefonnummer der Botschaft und ein paar LDinare gehören immer in die Hosentaschen, damit man das jemanden eventuell noch zustecken kann mit der Bitte um Kontaktnahme. Ob das dann auch durchgeführt wird, ist unsicher. Wenn man die Gesandtschaft nicht informieren kann, hat man ziemlich schlechte Karten. Ich konnte erst nach mehreren Tagen eine Meldung an die Botschaft absetzen.

Wird man festgenommen, gibt es KEINE Möglichkeit mehr zu telefonieren. Es wird einem ALLES abgenommen, Gepäck und Autos werden durchsucht, Gepäck ist weg, Autos werden weggefahren. Hosentaschen werden ausgeleert. Es ist nicht gewährleistet, daß Polizei/Geheimdienst Deine Botschaft informiert, im Gegenteil.

Nicht jeder, der keine Uniform anhat, ist kein Polizist!
Nicht jeder, der im Haik da sitzt, kann keine europäische Sprache!

Sitzt man in einer Zelle ein, ist mit äußerst spartanischen Verhältnissen zu rechnen. Verhöre werden stets einzeln durchgeführt und dauern Stunden. Protokolle werden in arabischer Sprache/Schrift verfaßt. Das muß man dann unterschreiben, ohne es wirklich verstanden zu haben.

Wenn man festgenommen wird, kann das dauern. Die Terminverschleppungstaktik wie im Falle Göldi ist buchstäblich. Mal ist der Richter nicht da, dann wird nach 5 Minuten aus unerfindlichem Grund vertagt, dann ist man selber krank usw. Der nächste Termin kann Wochen in der Zukunft liegen.

Mehr werde ich nicht mitteilen aus den schon weiter oben genannten Gründen. Der Vorfall war für mich kein Grund, das Land nicht schon vielmals wieder besucht zu haben. Die nächste Reise ist in statu nascendi.

Ich besuche da Freunde.

Gruß
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