DR Kongo | Mit dem Boot über den Lake Tanganyika

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Birgitt
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Kongo - DRC | Unterwegs in Moba - Kirungu

Beitrag von Birgitt »

Ein Spaziergang durch Moba/Kirungu. Das Ortsbild wird geprägt von Fußgängern, Fahrrädern und ab und zu einem Fahrzeug der UN

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Handyladen, auch im Kongo nicht mehr wegzudenken!

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Tankstelle ;-)

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Der Markt in Moba. Verkauf von Erdnüssen, Tomaten und Cassava-Mehl (Maniok)

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Die Markthallen. Gemüse ...

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... und Trockenfisch

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Hühner und Enten ...

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... wechseln ihren Besitzer

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Stoffe, sehr beliebt auch mit religiösen Motiven

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Fahrrad-Geschäfte bieten alles ...

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... was das ultimative Bikeherz begehrt ;-)

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Interessante Hausfassade ...

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Spielhalle ;-) mit Kronkorken als Spielsteine

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Birgitt
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Kongo - DRC | Moba - Kirungu - NGO - Coopi - Cholera

Beitrag von Birgitt »

Die NGOs betreiben einen lobenswert hohen Aufwand an Aufklärungsarbeit.

Auf der gesamten Strecke ist mir sehr positiv aufgefallen, dass niemand Lebensmittel mit den Fingern anfasst. Selbst Kinder, die Obst, Brot oder Krapfen verkaufen, reichen einem die Lebensmittel entweder mit einer Gabel oder mit einer umgestülpten kleinen Plastiktüte, in die sie die Ware dann auch gleich verpacken.

So einfach die Verhältnisse in der Region auch sein mögen, es wird penibel auf Hygiene geachtet. Hinweise zur Cholera-Prävention sind an einigen Hauswänden öffentlich angeschlagen

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Die diversen Tafeln mit dem Hinweis auf ein Programm zur psychosozialen Unterstützung und Wiedereingliederung der Opfer sexueller Gewalt erinnern deutlich an die Nachwehen des Krieges, an Übergriffe seitens Militär und Rebellen, die in vielen Landesteilen (vielleicht sogar hier?) auch heute noch an der Tagesordnung sind

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Projekte zum Wiederaufbau der Infrastruktur:
Brücken, Pisten, Wasserversorgung, Krankenhäuser - koordiniert von einer italienischen NGO http://www.coopi.org/

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die sich auch die Mühe mit dieser Karte gemacht hat. Da es bei uns im Handel keine Detailkarten der Region gibt, ist dies für nachfolgende Traveller vielleicht eine kleine Hilfe für die Region Pepa/Moba in Katanga

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chris-123
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DR Kongo - Mit dem Boot über den Lake Tanganyika

Beitrag von chris-123 »

danke herzlich und vielmals für deinen bericht und die photos!! gerne mehr ;D
Birgitt
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Kongo - DRC | Von Moba Port mit Fähre/Schiff MV Maman Juliana nach Kalemie

Beitrag von Birgitt »

Es wird Zeit zum Hafen zu kommen, um 14 Uhr sollen wir das Auto verschiffen.

Da ist es ...

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... unser Schiff !

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Was uns im Hafen erwartet, ist der helle Wahnsinn. Wir erkennen das ganze nicht wieder. Menschen überall. Wir kommen kaum durch bis zur Schranke. Ich steige aus, erkläre den Militärs an der Schranke, dass wir zu Papa Lutimba aufs Boot wollen. Die Schranke geht auf, und gleichzeitig mit unserem Fahrzeug drängen Menschenmassen zum Pier. Es geht nicht vor und nicht zurück. Ganz langsam bewegen wir uns nach vorne zum Schiff - und glauben nicht richtig zu sehen. Das Boot ist voller als vollgeladen, liegt über einen Meter tiefer im Wasser als gestern. Wir haben keine Ahnung wie wir das Auto aufs Boot bekommen sollen. Es gibt auch keine Möglichkeit zu rangieren, da der Pier genau so breit ist wie unser Auto lang. Immer mehr Menschen strömen zum Boot, auf das Boot ... Bewaffnetes Militär ist im Einsatz, um die Menschen dort in Schach zu halten und wenigstens ein Teil von ihnen zurück in den Hafen zu drängen. Alles wuselt, schreit und kreischt durcheinander.

Dann geht auf einmal alles sehr schnell. Ein Dutzend Männer rucken das Auto rum und schieben es blitzschnell über eine aus Fischsäcken gebaute Rampe runter aufs Boot. Jemand springt ans Auto und lässt blitzschnell an allen 4 Reifen die Luft raus "pour raisons de sécurité" 8) Gleichzeitig wird das Auto noch festgezurrt, wozu auch immer, es könnte eh nirgends hin ;-) Ich bekomme auf dem Pier einen Schubs verpasst und lande neben dem Auto im Trockenfisch ;-) Weitere Menschen stürmen das Boot. Immer mehr Kisten und Säcke werden ums Auto rum gepackt. Ich beeile mich ins Fahrzeug zu kommen, denn schon bald lassen sich die Türen nicht mehr öffnen. Wir sind gefangen. In unserem eigenen Auto. Und wir wissen in dem Moment, dass es keine gute Idee war, das Auto aufs Schiff zu verladen. Aber das konnten wir gestern nicht ahnen.

Um es kurz zu machen - wir sind auf einem etwa 35-40 m langen Boot zusammen mit Bergen von Trockenfisch, Säcken, Fässern, Getränkekisten und anderem Transportgut sowie etwa 500 Menschen. Alleine 9 Männer (!) haben es sich auf unserer Motorhaube bequem gemacht. Bis UK Fenster ist das Auto ringsum mit Kisten und Gepäck zugestellt, darauf sitzen Männer, Frauen, Kinder, Enten und Hühner. Niemand an Bord kann sich noch bewegen. Das Schiff legt ca. 18 Uhr mit ziemlicher Schräglage ab, denn wir können zwischen den Köpfen der Leute hindurch den vorderen Mast sehen - und damit die Schieflage. Die Stimmung an Bord uns gegenüber ist nicht die beste, denn in den Augen der Leute nehmen wir zu viel Platz weg. Womit sie recht haben. Wir sind aber wahrscheinlich auch mit die einzigen, die ein bezahltes Ticket vorweisen können. Die Nacht bricht heran und wir hören das ferne Grollen eines Gewitters. Irgendjemand stimmt ein Gotteslied an, es ist das Lied, das auch am heiligen Abend in der Kathedrale von Moba immer wieder ertönte. Immer mehr Menschen fallen ein in den Gesang. Die ersten Blitze zucken und werfen ab und zu ein gespenstisches Licht auf diese Szenerie. Einige Kilometer vor Kalemie sehe ich durch die Köpfe der Menschen hindurch auf dem Wasser Dutzende von Fischerbooten, die im Schein von flackernden Öllämpchen ihrer Arbeit nach gehen. Als Unbeteiligter betrachtet mutet es ziemlich romantisch an, ähnlich wie "Papa Wemba, on the Congo River" - wenn man sich aber mitten in diesem "falschen" Film befindet, ist es eher unlustig.

Irgendwann in der Frühe setzt auch der große Gewitterregen ein und eine riesige UNHCR-Plane wird über die Köpfe und unser Auto hinweg ausgebreitet. Wie in einem Kokon fühle ich mich nun endgültig eingesperrt und bemühe mich nicht daran zu denken, was passiert, wenn das Schiff kentert .... Nach einer langen Nacht, in der wir kein Auge zugemacht haben und mein eigenes Kopfkino fast Amok gelaufen ist, erreichen wir in der Morgendämmerung Kalemie. Wir können erst bei Sonnenaufgang in den Hafen einlaufen, wenn die Sicht es zulässt. Erleichterung macht sich bei uns breit, als wir die allgemeine Hektik wahrnehmen, mit der die Menschen von Bord strömen. Immer mehr Säcke werden entladen, immer mehr Kisten verlassen das Schiff.

Nach 15 langen Stunden kann ich nun wieder die Fenster öffnen und sehe Papa Lutimba auf der Brücke stehen, der sofort ruft "Brigitte, ça va bien?" Er strahlt, als er meinen hocherhobenen Daumen sieht ;-)

Gruß
Birgitt
Zuletzt geändert von Birgitt am So 28. Nov 2010, 20:10, insgesamt 1-mal geändert.
Birgitt
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DRC - Kongo | Mit der Fähre von Moba nach Kalemie - Ferry Lake Tanganyika

Beitrag von Birgitt »

In dem bisherigen heillosen Durcheinander bestand keinerlei Chance, Fotos zu machen. Abgesehen davon, dass ich in dem ganzen Chaos nicht ein einziges Mal an Fotos gedacht habe. Erst jetzt, in Kalemie, als sich die Lage wieder entspannt und alles gesitteter abläuft, haben wir wieder die Möglichkeit zu fotografieren - wenn die Hafenpolizei nicht gerade in unsere Richtung blickt ;-)

Die ersten heimlichen Fotos aus dem Fahrzeug. Hier ein Blick durch die Windschutzscheibe: die Menschenmassen lichten sich ...

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... auch das ans Auto gehängte Gepäck wird langsam weniger

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Die ersten Menschen gehen von Bord

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Die Plane, unter der die Menschen Schutz vor dem Regen gesucht haben, wird langsam angehoben

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Mittendrin in langen dunkelgrünen Regencapes die Herren der Hafenpolizei

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Bei der Plane handelt es sich um UNHCR-Folie, die üblicherweise beim Bau von Flüchtlingslagern zum Einsatz kommt

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Jeder sucht nach etwas anderem: Gepäckstücke, verlorene Schlappen, Kapitäns-Fische ...

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Weitere Menschen tauchen aus dem "Schiffsbauch" auf

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Birgitt
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Kongo - DRC | Tanganyika - Tanganjika - Hafen - Port Kalemie

Beitrag von Birgitt »

Endlich - die Beifahrertüre lässt sich schon wieder einen kleinen Spalt öffnen, so dass wir aussteigen können

Die Motorhaube hat die Nacht auch überlebt, wenn auch leicht eingedellt ;-)

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Und das "Dach" des Schiffs - die UNHCR-Plane - hängt immer noch mit einem Zipfel an unserem Fahrzeug

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Mir ist rätselhaft, wie diese Massen an Menschen, die das Schiff nun verlassen, alle an Deck gepasst haben

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Auch das Moped muss noch an Land ;-)

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Birgitt
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DRC - Kongo | Mit der Fähre von Kalemie nach Uvira - Ferry Lake Tanganyika

Beitrag von Birgitt »

Ganz allmählich lässt die allgemeine Hektik nach ...

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... und das Schiff wird neu beladen für die Weiterfahrt nach Uvira

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Ein kurzer Spaziergang auf der Brücke ...

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... und ein Blick von der Brücke hinab

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Daumen hoch, alles ok ;-)
Der Kapitän-Fisch ist neu an Bord - die 5 Fische, die vorher dort hingen, sind bereits an Land gegangen ;-)

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Eigentlich könnten wir ablegen - alle haben es sich bereits irgendwie zwischen den Fischsäcken gemütlich gemacht. Das Schiff kommt mir nun total leer vor, kaum Ware, wenige Menschen. Alle haben ausreichend Platz, die Stimmung ist gut!

Doch leider gibt es Probleme im Hafen - wegen uns. Mittlerweile sind wir nämlich 4 Weiße an Bord. In Kalemie sind zwei Backpacker aus Rumänien zugestiegen, ebenfalls mit dem Bradt Travel-Guide unter dem Arm ;-) Sie haben bereits seit einer Woche in Kalemie auf eine Möglichkeit gewartet, Richtung Norden zu kommen.

Bei 4 Wazungu an Bord ist die Hafenmeisterei der Meinung, dass der arme Papa Lutimba nun deutlich mehr Hafengebühr zu zahlen hätte. Doch Lutimba bleibt hart - die lautstarken Verhandlungen dauern jedoch bis zum späten Nachmittag an.

Das ist für uns alle kein Problem, denn die Sonne lässt sich zwischenzeitlich blicken und wärmt die frierenden und nassen Körper und außerdem gibt es allerhand Leckereien! Die Buschtrommeln haben im Ort die Neuigkeit des im Hafen liegenden Schiffs wie ein Lauffeuer verbreitet und schnell werden am Pier leckere frische Krapfen, gutes frisches Brot und sogar frisch zubereitetes und portionsgerecht verpacktes Ugali verkauft ;-)

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Endlich - wir legen ab!

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Mit den letzten Sonnenstrahlen verlassen wir den Hafen von Kalemie in Richtung Uvira

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Der Wind ist frisch und sobald die Sonne am Horizont versinkt wird es kühl. Die Menschen sind müde, insbesondere nach der anstrengenden vergangenen Nacht, in der niemand von ihnen Platz hatte sich hinzulegen. Sie ziehen die Plane zum Schutz vor der Kälte über sich und schon bald hört man nur noch das Tuckern des Motors ...

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UNHCR - UN | Das Motto unserer Reise ...

Beitrag von Birgitt »

Das Logo des UNHCR bzw. der UN zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Reise. Selbst das unterwegs gekaufte Wasser ist verziert mit dem Emblem der UN.

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Birgitt
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Kongo DRC | Angekommen in Süd-Kivu - Von Uvira nach Ruanda

Beitrag von Birgitt »

Nach einer ruhigen Nacht legen wir im Hafen von Uvira an -
das Boot wird komplett entladen bis irgendwann niemand mehr außer dem G und uns an Bord ist.

Dann beginnen die Verhandlungen mit den Autoritäten der Hafenmeisterei und des Distrikts Süd-Kivu, welcher Betrag zu zahlen ist, um das Auto erstens von Bord zu bekommen und zweitens den Hafen verlassen zu dürfen. Die Verhandlungen gestalten sich einfacher als erwartet und wir sind uns schnell handelseinig.

Schnellen Schrittes gehe ich vom Hafengebäude Richtung Boot, als sich mir ein kleiner runder Kerl in weißem Lackieranzug in den Weg stellt und mich anherrscht "Documents de vaccination!" - Kein "Guten Tag" kein gar nichts, einfach nur "documents de vaccination" ... er sieht aus wie die dunkle Kopie von Danny de Vito und ich kann mir ein Grinsen nur mühsam verkneifen. Die Impfpapiere will er sehen. Ok - hier sind sie. Er blättert durch und entdeckt alles abgelaufene Impfungen, selbst die, die wir vor Abreise frisch gemacht haben ;-) Als ich ihm freundlich entgegne, dass diese Impfungen keineswegs abgelaufen sind, erklärt er in schneidendem Ton, der keinen Widerspruch duldet: "wenn ich sage, sie sind abgelaufen, DANN SIND SIE ABGELAUFEN!". Es soll mir egal sein - ich überlasse ihm unsere Impfpapiere, soll er doch damit machen was er will ...

Wir fahren das Auto von Bord, als plötzlich dieser kleine Giftzwerg wieder auftaucht, freudestrahlend mit unseren Impfpässen wedelt und ruft "Ich habe euch geimpft! Das macht 20 US$". Ich dachte ich sehe nicht richtig. Hat er doch tatsächlich in unseren Impfpässen rumgefuhrwerkt und Fake-Impfungen an Fake-Tagen am nicht lebenden Objekt vorgenommen :shock: Unglaublich! :twisted: :twisted: :twisted:

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Wir nehmen ihm unsere Impfpässe ab, geben ihm ein paar von unseren restlichen kongolesischen Francs und dann fahren wir trotz seines Protests vom Hof. Über das "wohin" brauchen wir nicht lange nachzudenken - erst einmal über eine der wenigen Asphaltstraßen des Landes in Richtung Bukavu.

Der Asphalt ist gut ...

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... bis auf einige wenige Teilstücke.

Auf dem Weg nach Norden passieren wir linkerhand die Lager der Blauhelme. Bukavu selber sparen wir uns. Genug der Behördengänge ;-) wir entscheiden uns für den kleinen Grenzübergang Kamanyola - Bugarama nach Ruanda. Den Grenzposten erreichen wir kurz nach 17 Uhr - das passt, denn um 18 Uhr schließt die Grenze.

Wie auch bei der Einreise erleben wir eine sehr korrekte, schnelle (max. 10 Minuten) und überaus freundliche Abfertigung bei der Ausreise.

Wie wir nun erfahren, ist dies auch die "Mainroad" nach Bukavu. Der Asphalt auf Kongo-Seite reichte genau bis zu diesem Grenzposten. Die Straße durch Kongo nach Bukavo muss eine Katastrophe sein ... einem Traveller mit einem Single-Entry-Visum für DRC ist der "Schlenker" auf Asphalt über Ruanda nach Bukavu jedoch nicht möglich.

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Birgitt
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Ruanda | Transit von DR Kongo nach Uganda

Beitrag von Birgitt »

Ruanda - grober Routenverlauf:

Uvira - Kamanyoka * Bugarama - Gishoma - Cyangugu - Kamembe - Gisuma - Nyungwe NP - Gikongoro - Butare - Gitarama - Kigali - Byumba - Catuna * Kabale

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Grenzübergang Kamanyoka (DRC) - Bugarama (Ruanda)

Visum für deutsche Staatsbürger nicht erforderlich, Abfertigung in weniger als 5 Minuten. Grenze schließt um 18 Uhr.

Herzlicher Empfang mit einer mit getrockneten Bananenblättern dekorierten Welcome-Card durch die Rwanda-Immigration. Eine solche Begrüßung haben wir noch an keiner Grenze bisher erlebt.

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Grenzbereich Ruanda - DRC in Cyangugu

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Hinter dem Schlagbaum (links von der UNHCR-Baracke) geht es direkt nach Bukavu

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Birgitt
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Ruanda | Cyangugu - Hotel des Chutes - Bukavu - Lake Kivu

Beitrag von Birgitt »

Ruanda ist extrem dicht besiedelt, wild campen wird demnach zu einer ganz besonderen Herausforderung. Wir haben es gar nicht erst versucht ;-)

Cyangugu, Hotel des Chutes - Koordinaten S 02°29.403 / E 28°53.383 - Preis DZ 15.000 Rfr, Frühstück 1.500 Rfr p.P., Abendessen 4.200 Rfr p.P. - zahlbar wahlweise in Rfr oder US-$. Euro werden nicht akzeptiert. Parken möglich auf Parkplatz an Straße oder auch direkt vor den Zimmern (Allrad erforderlich, da Zufahrt über nasse Wiese). Ruhiges, einfaches aber sauberes Haus, jederzeit fließend kaltes Wasser - Zuschaltung Warmwasser muss gesondert bestellt werden (dauert dann ca. 30 Minuten).

Traumhafter Blick von der Frühstücksterrasse des Hotels auf die kongolesische Seite des Lake Kivu

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Blick nach Bukavu ...

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... und ein Blick nach Norden

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Birgitt
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Ruanda | Nyungwe Nationalpark - Cyamudongo Forest - Chimps - Schimpansen

Beitrag von Birgitt »

Wenige Kilometer hinter Cyangugu auf der Asphaltstraße in Richtung Butare werden wir von einem überdimensionierten Affen aufgehalten 8)

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Wir sehen das Hinweisschild auf den Nyungwe Nationalpark und den 12 km entfernten Cyamudongo Forest - von Neugier getrieben biegen wir vom Asphalt ab ...

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... hinein in das endlose Labyrinth der sich durch die Teeplantagen steil die Berge hinaufschlängelnden Wege ...

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... die später in morastige Waldwege übergehen.

Nach einigen Irrungen und Wirrungen - es ist nichts ausgeschildert - treffen wir endlich einige Ranger, die zufällig irgendwo auf der Piste stehen. Wir erfahren, dass der Cyamudongo Forest eine Art Insel in den Teeplantagen darstellt, die zum weiter in Richtung Butare liegenden Nyungwe Nationalpark gehört. In diesem Waldstück hier leben - wie auch im Nationalpark selber - noch einige Schimpansen-Familien und man kann im 40 km entfernt liegenden Nyungwe HQ einen Schimpansen-Trek buchen. Gegen Vorzeigen der Quittung des HQ führen die Ranger einen dann auf einen etwa 4 stündigen Trek durch den Wald.

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Birgitt
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Ruanda | Kongo-Nil-Wasserscheide - Nyungwe National Park - Uwinka HQ

Beitrag von Birgitt »

Es regnet mittlerweile wie aus Kübeln und wir fahren die matschige Piste zurück auf den Asphalt. Die Haupttransitstrecke führt West-Ost mitten durch den Nyungwe Nationalpark!

Besucherzentrum Uwinka und das Park HQ werden gerade ganz neu gebaut (müsste zwischenzeitlich alles fertiggestellt sein).

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Es ist eine grandiose Regenwaldlandschaft ...

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Die Wasserscheide. Ein erhebender Moment, denn die Namen der beiden Flüsse auf dem Schild haben einen faszinierenden Klang ...

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Kongo und Nil !
Hier entscheidet sich, welcher Fluss gespeist wird

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Vom Asphalt gehen links und rechts oft kleine Wanderwege in den Wald hinein

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Und ständig huschen irgendwelche Affen, die ich teilweise nie vorher gesehen habe, über die Straße und verschwinden schnell im dichten Grün

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Immer wieder sieht man auch Orchideen am Wegesrand

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Der Nyungwe Nationalpark ist sicherlich ein kleines Juwel, der es wert ist, einige Tage besucht zu werden. Allerdings macht es in der Regenzeit weder Sinn, noch Spaß - abgesehen davon, dass es in diesem zwischen 1.700 und knapp 3.000 m hohen Bergmassiv dann auch verdammt kühl ist. Die trockeneren Monate Juni bis September eignen sich nach Aussage der Ranger am besten für einen Besuch.

Preislich liegen die Tracks deutlich unter den Gorilla Tracks. Und interessant ist die Tatsache, dass die Nationalparkgebühr nur einmalig entrichtet wird, egal wieviele Tage man im Park bleibt.

Die Parkgebühren für das Jahr 2010

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Auf weitere Fotos in Ruanda habe ich verzichtet -
sie wären zu nass geworden ;-) es hat ohne Unterlass geregnet!

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Kuno
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Re: DR Kongo | Mit dem Boot über den Lake Tanganyika

Beitrag von Kuno »

Soviel wie du immer ueber all die Krankheiten schreibst, kann eine zusaetzliche Impfung wirklich nicht schlecht sein :mrgreen:
Birgitt
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Uganda | Transit von Ruanda nach Kenia

Beitrag von Birgitt »

Uganda - grober Routenverlauf:

Kigali - Catuna * Kabale - Lake Bunyonyi - Mbarara - Masaka - Bukakata - Lake Nabugabo - Ssese Islands / Kalangala - Masaka - Kampala - Entebbe - Jinja - Tororo * Malaba - Eldoret

Grenzübergang Catuna (Ruanda) - Kabale (Uganda)

Hauptgrenzübergang, zügige Abfertigung
Visum 50 US$, gültig 90 Tage
Kosten Roadtax in Abhängigkeit von Aufenthaltsdauer, mindestens 20 US$

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