Wir hatten einen Traum

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Surfy
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von Surfy »

Ich bewundere eure Art des Reisens!

Schöne Fotos und ein spannende Reiseberichte - vielen Dank fürs online stellen!

Egal ob zu Fuss oder mit dem Fahrrad, der damit einhergehende Minimalismus hinsichtlich Ausrüstung finde ich äusserst speziell. Ich könnte so nicht reisen.

Die hygiene kann man auf Reisen zwar auf ein niedriges Niveau zurückfahren, aber ab und an eine heisse Dusche mit verlässlichem Wasser, Abends ein leckeres Steak aus dem Kühlschrank/Tiefkühler - die Portion Minimalismus und vielleicht auch Masochismus die eure Art des Reisens erfordert - hat mich nie erfasst :wink:

Zwar muss es gegenüber dem Autofahrer sehr entspannend sein, sich nicht mit Carnet, Versicherungen oder Ängste bezüglich eines Diebstahls herumzuschlagen, darüber das Pannen immer selber bewältigter sind.. Aber dennoch nehme ich das genannte - gerne weiterhin in kauf..

Surfy
grenzenlos
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

Surfy hat geschrieben:Ich bewundere eure Art des Reisens!

Schöne Fotos und ein spannende Reiseberichte - vielen Dank fürs online stellen!

Egal ob zu Fuss oder mit dem Fahrrad, der damit einhergehende Minimalismus hinsichtlich Ausrüstung finde ich äusserst speziell. Ich könnte so nicht reisen.

Die hygiene kann man auf Reisen zwar auf ein niedriges Niveau zurückfahren, aber ab und an eine heisse Dusche mit verlässlichem Wasser, Abends ein leckeres Steak aus dem Kühlschrank/Tiefkühler - die Portion Minimalismus und vielleicht auch Masochismus die eure Art des Reisens erfordert - hat mich nie erfasst :wink:

Zwar muss es gegenüber dem Autofahrer sehr entspannend sein, sich nicht mit Carnet, Versicherungen oder Ängste bezüglich eines Diebstahls herumzuschlagen, darüber das Pannen immer selber bewältigter sind.. Aber dennoch nehme ich das genannte - gerne weiterhin in kauf..

Surfy
Hallo Surfy,
danke für die netten Sätze und Ausführungen zur eigenen Gedankenwelt. Interessant zu lesen.
Ich denke, viele hier im Forum sind Minimalisten. Jeder lässt auf seinen Reisen geliebte, manchmal auch gehasste Eigenheiten, Dinge wie Haus, Arbeit, Wohnung, Freunde, Familie, heiße Dusche usw. für eine gewisse Zeit zurück.
Ob nun mit 4x4, Camper, zu Fuss, Fahrrad, Kanu, alle lieben wir das minimalistische Reisen, denn es bringt uns letztendlich in Regionen, in Landschaften, zu Menschen die wir verstehen, begreifen, bewundern und somit greifbar erleben wollen.
Wir selbst hatten das Glück, jede dieser Reiseformen schon erlebt zu haben. Egal wie wir auch unterwegs waren, ob nun mit 4x4, zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Kanu oder unterschiedlichsten Campern, jede Tour war auf ihre Art letztendlich sehr erfüllend für uns. Was wir auf all den Touren gelernt haben, egal ob nun Carnet, Löcher im Reifen bei Auto oder Fahrrad, Pannen, Visabesorgungen, Landschaften, Andersartigkeiten usw. eines war, unabhängig von der Reiseform, immer am wichtigsten. Es war immer die Zeit.
Wenn man den Zeitfaktor für die jeweilige Reiseform großzügig beherzigt (wirklich sehr wichtig), dann klappt es mit vielen Problemchen, Problemen weit besser, einfacher, sogar auch mit der Hygiene, manchmal sogar mit einem Steak.
Unser großer Sohn ist 2003 selbst mit dem Fahrrad weg. Vaters besorgter Rat war damals, also mein Rat, Martin putze dir bitte täglich die Zähne und wasche dich ordentlich, du weist Frauen mögen nur ordentliche Kerle. Jahre später trafen wir Martin in Asien. Er hatte unheimlich weiße und gepflegte Zähne. Unser Bub erschien uns als bildhübscher Mann. Zu den Frauen, während seiner längeren Tour, erspare ich mir weit ausschweifende Ergänzungen.
Was will ich damit sagen? Auch er hatte die notwendige Zeit gefunden, dem menschlichen Trieb, sich in seiner Haut wohl zu fühlen, erlegen. War mir damals so auch nicht bewusst, dass dies irgendwie eigentlich fast normal ist.
Durch unsere unterschiedlichsten Reiseformen wurde mir erst später bewusst, dass die notwendige Zeit vorausgesetzt, dies die kleinsten Hürden sind.
Nur manchmal habe ich mich während unserer Radeltour nach der Vergangenheit gesehnt. Ich liebe kalte Getränke. Am Fahrrad gab es ja nun keinen Kühlschrank. Es gab aber manchmal 4x4 Menschen, Campermenschen und Menschen an den Strecken, welche mit uns Kühlschranklosen Radlern Mitleid hatten. Ich kann versichern, es war jedesmal ein unbeschreiblicher Genuss. Werde ich nie vergessen. :h:

Gruß Wi grenzenlos

PS: In wenigen Wochen werden wir im Oman mit Auto unterwegs sein. Sollten wir Radler treffen, garantiert halte ich an, die bekommen dann auch garantiert ne kühle Cola :wink: Irgendwie sind wir Wüsten-Welt-erkunder ja alle irgendwie gleichgelagert
Grüße Wi grenzenlos
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

Welttour weiter mit

Sokotra / Jemen

Den Namen der Inselgruppe Sokotra mit ihrer Hauptinsel gleichen Namens kennen wir zwar schon lange, doch eine richtige Vorstellung, was uns da wirklich erwartet, haben wir nicht. Wer würde auch vermuten, dass sie, so nahe an Ostafrika gelegen, zum Jemen gehört? Sie befindet sich nur gut 100 Kilometer vor der somalischen Piratenküste und ist vom eigentlichen Mutterland fast 300 Kilometer entfernt. Auf 100 mal 50 Kilometern Inselfläche leben keine 50 000 Menschen. Die Einwohner versuchen irgendwie zu überleben, den Monsunen zu trotzen und sie ernähren sich hauptsächlich vom Fischfang.
Da die Insel recht klein ist, erkunden wir sie zu Fuß. Wir schultern unsere Rucksäcke und sind nur noch gespannt was uns erwartet.
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Wir schultern unsere Rucksäcke

Im Schutz von Bergen liegt der Hauptort Hadibu. Kleine Häuser ziehen sich entlang der Hauptstraße oder ducken sich versteckt in Palmenhainen am weiten Strand.
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Kleine Häuser ziehen sich…

Wir verbringen viele Tage in den Bergen. Oft brennt unser verräterisches Feuer noch bis weit in die Nacht zwischen den Felsbrocken. Die Orte zu finden, war schwierig, denn Stein streitet sich hier mit Stein um genügend Platz. Wir sind aber nicht böse mit dem Berg, mit den Steinen, denn einen Schlafplatz finden wir immer.
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Hängemattenschlafplatz

Jeden Morgen ereilt uns dichter Nebel. Er zieht geschwind den Berg herauf. Nur Stunden später strahlen die benetzten Drachenblutbäume in voller Sonnenpracht.
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Drachenblutbaum

Hunger treibt uns immer wieder runter ans Meer, denn Fisch gibt es hier im ewigen Meeresblau noch reichlich. Mit etwas Glück kann man Fische noch mit den Händen greifen.
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Handfangfisch

Wir sind begeistert von den Stränden auf unseren Entdeckungstouren entlang der wildromantischen Küste. So manchen Paradiesstrand finden wir.
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Paradiesstrand

Wo es uns besonders gefällt, bauen wir unser Zelt auf. An einem Strand, wir nennen ihn den ,,Muschelstrand‘‘, umbaut Gi unsere Zeltfestung mit tellergroßen Muscheln. Zwei Stunden schleppt sie diese dafür heran, platziert sie als Hauseingang, als Kochbereich, als unsere Grundstücksgrenze und als gewünschten Vorgarten.
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Zeltfestung

Die kleinen Brüder und Schwestern der großen Muscheln sind viel farbenfroher und dienen zum Verzieren der Zwischenräume unserer Muschelvilla im Sand.
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Die Brüder und Schwestern

Die Ruhe, die Friedfertigkeit, die angenehme Sorglosigkeit, das Brot, das gute Wasser und viele wohlschmeckende Fische produzieren neue Kraft, geben Energie und sorgen so für die Auffrischung der in Ostafrika völlig verbrauchten Reserven (wog da nur noch 64 kg).
So vergehen die Tage in absoluter Friedfertigkeit – mit der erfolgreichen Suche nach neuen Sand-Wasser-Übernachtungsplätzen, dem Erkunden der Inselschönheiten und den Überlegungen zu den armen und doch so freundlichen und hilfsbereiten Inselbewohnern. Alle sind irgendwie gleich: gleich arm, gleich lieb und warmherzig.
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Gleich arm, gleich lieb und gleich warmherzig

Unsere Herzen freuen sich unendlich über die Menschen. Nach Ostafrika ist Sokotra wie eine Erholungskur für unsere Seele. Lange überlegen wir, lange reden wir darüber warum hier alles so anders ist?
,, Es liegt sicherlich ein wenig an der Religion, aber auch an der Abgeschiedenheit der Insel und sicher ein wenig an der touristischen Unberührtheit. Doch es muss noch etwas anderes geben Gi? ‘‘
Gi findet recht schnell eine plausible Antwort.
,, Wi, ich glaube, ich weiß woran es liegt! Hier auf Sokotra fehlt der Gegenspieler der Armut-der Reichtum. ‘‘
Wir müssen leider weiter. Doch Sokotra werden wir nie vergessen, es war einfach nur schön. Wie so oft zeigt uns die Sonne die Richtung. Im Norden liegt der Oman.
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Im Norden liegt der Oman

Wir wollen auf unserer Rücktour nochmals das ,,Leere Viertel‘‘ durchradeln. Wir lieben die Wüsten, deshalb fällt uns der Abschied letztendlich etwas leichter.
Ob wir die tausend Wüstenkilometer nochmals ohne große Probleme schaffen, verrate ich aber erst im nächsten Teil.

Bis dahin viele Grüße von Wi und Gi grenzenlos
Grüße Wi grenzenlos
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

Weltradeltour weiter mit

Oman

Einen großen Teil der omanischen 1143 Wüstenradelkilometer pedalen wir durch das uns bereits gut bekannte ,,Leere Viertel‘‘. Diesmal nur halt in die entgegengesetzte Richtung bis an die Grenze der Vereinigten Arabischen Emirate. Dem Oman mögen wir sehr gut leiden. Wüsten lieben wir und der uns bestens bekannte Wüstenabschnitt ist wegen unserer Vorkenntnisse geradezu ein Vergnügen, denn uns sind ideale Lagerplätze und auch die so wichtigen Versorgungsstellen noch in bester Erinnerung. Somit können wir beim zweiten Radelversuch durch das ,,Leere Viertel'' vieles weit besser eintakten.
An den langen verwunschenen Stränden von Salalah finden wir viel Muße und können uns kopfmäßig vorbereiten.
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Puderzuckerstrand Salalah

Ab Salalah müssen wir diesmal leider bis zum Beginn der eigentlichen Wüstenstrecke fast 1000 Höhenmeter erradeln und erschieben.
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1000 Meter hoch Richtung Muskat

Kurz hinter Salalah bekomme ich die letzte Abkühlung. Das Wasserauto ist wie bestellt. Die Wasserautobesatzung (es sind alles Inder) und natürlich wir, haben unendlich Spaß.
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Dusche kommt wie gerufen!

Auf der Höhe beginnt dann die pure Leere der gleichnamigen Wüstenlandschaft. Bis diese sich wieder mit etwas leben füllt, brauchen wir elf Tagesradeletappen. Die elf Tage im ,,Leeren Viertel‘‘ sind auch diesmal für uns nicht leer. Die Zeit ist angefüllt mit Wüstenschönheit, Wüstenstille, Wüstennächten, Wüstenromantik, auch Wüstenanstrengungen, verschwitzten Tagen, Essen mit Feinsandeinlage, manchmal auch mit durstigen Kehlen.
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Die Zeit ist angefüllt mit Wüstenstille…

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…Wüstenschönheit

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…Wüstenromantik

In der Oase Adam erblicken unsere freudigen Augen das Hinweisschild nach Nizwa. Auf diesem Weg erblicken wir nach vielen Tagen wieder die ersten Ruhe-Lagerplatz-Schatten-Bäume.
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Ruhelagerplatzschattenbaum

Hier sage ich zu Gi: ,,Zum zweiten Mal haben wir diese lange, schöne, anstrengende und unvergessliche Wüstenstrecke durchradelt, bezwungen, erlebt und genießen können. Wahrscheinlich sind wir die ersten Fernradler, die diesen Weg jetzt sogar zum zweiten Mal erfolgreich geradelt sind.‘‘
Wir sind uns schnell einig. Wir sind nicht stolz, wir sind nur unendlich glücklich, es erlebt haben zu dürfen.
So vergehen die Tage und Nächte leider viel zu schnell in wildromantischen Oasen entlang der omanischen Berge Richtung VAE.
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Wildromantischer Lagerplatz in der Oase Tank

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Herrliche Sonnenuntergänge verwöhnen uns

Dass wir den Oman so mögen, liegt im Besonderen auch an seinen Bewohnern. Sie sind nett, hilfsbereit und warmherzig. Fast täglich werden wir eingeladen. Ab Adam haben wir kein Trinkwasserproblem mehr. Das Wasser reicht kurz vor der Grenze sogar für ein Gesichtsbad als grandiose Wüstenerfrischung. Wir wollen ja auch irgendwie sauber in den Vereinigten Arabischen Emiraten einradeln.
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Gesichtdusche

Von den VAE berichte ich im nächsten Teil.

Bis dahin liebe Grüße von Wi + Gi grenzenlos
Grüße Wi grenzenlos
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

Weltradeltour weiter mit

Vereinigte Arabische Emirate

An der Grenze dauert es etwas länger. Die Wüstensöhne nehmen es genau. Gegenüber den Omanis sind sie ein etwas anderer Menschenschlag. Die Emirate tragen ihren durch Öl- und Gasvorkommen erworbenen unvorstellbaren Reichtum offen zu Markte. Rampenlicht- und Mittelpunktbestrebungen gehören da zum täglichen Geschäft.
Drei Tage lassen wir uns Zeit, um die 160 km bis nach Abu Dhabi zu radeln. Bei nur 35 Grad, wir haben Mitte Oktober, fühlen wir uns wieder Wüstenwohl.
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Wieder Wegpistensuche in der so geliebten Wüste

Wir genießen die Tage und Nächte im vielen Sand. Täglich treffen wir auf unsere Freunde. Manchmal fühlen wir uns schon selbst wie Kamele.
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Unsere Freunde

Fasziniert sind wir von den Landschaftsformen. Die Wüste lebt durch Farben, Tiere, Wind und die Beduinen.
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Die Wüste lebt durch Farben…

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…Tiere und die Bedus und

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... uns Wüstenliebhaber

Erst in Abu Dhabi holt uns die Moderne ein. Hier wechseln die Elemente. Sand gibt es nur noch am langen Sandstrand. Beton, Glas, Aluminium und viel Marmor streiten im Verbund um einen Platz in Himmelsnähe.
Wir radeln zum weltweit berühmten Segeltuchhotel. Fast jeder kennt es, zumindest von Hochglanzproschüren.
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Das teure Traumsegelsandstrandhotel

Ich muss aber gleich gestehen, die Nacht verbrachten wir am Strand. Dies war auch gut so, denn die vielen, vielen Dollars wollten wir garantiert nicht ausgeben. Unser kleines geliebtes Zelthotel hatte in dieser Nacht Tausende von Sternen. Ständig schauen wir nach oben zum Sternenhimmel. Es ist ein Traum. Das Traumhotel nebenan hat nur sechs Sternchen. Wir sind echt zufrieden. Was wollen wir auch mehr?
Tage später schauen wir wieder nach oben. Wir sind am Himmelstor angekommen, ruft Gi.
Schon aus knapp 100 km Entfernung sehen wir die Wunderrakete von Dubai. Das höchste Gebäude der Welt gibt sich die Ehre.
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Der Turm des Kalifen

Die unendlich erscheinende Höhe lässt den Burj Khalifa aus der Ferne nicht wie ein bewohnbares Hochhaus erscheinen. 828 Meter ragt die Rakete vor uns in die Höhe. Neben der architektonischen Meisterleistung an momentan machbarer Höhe ist auch das Umfeld des Turmes eine Meisterleistung an momentan machbarer Eleganz, Sinnestäuschung und verspielter Schönheit. Das überraschende dabei, alles harmoniert, scheint sich zu ergänzen und gibt somit dem Turm die unglaublich wichtigen Standbeine. Ob nun das Armani-Hotel, der große künstliche See, die weiten Grünflächen, die Einkaufscenter oder auch das Karussell aus Großmutters Zeiten, alles scheint nur eine Aufgabe zu haben: dem langen Ding notwendiges Bodenleben einzuhauchen. Der aus der Ferne irgendwie tollpatschig, fehlplatziert oder von Außerirdischen einfach in die Erde gerammt erscheinende Turm beginnt erst im nahen Umfeld zu atmen, zu leben.
,,Glückwunsch!‘‘ murmele ich.
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Verspielte Feinheiten

,,Gigant-City‘‘ hat aber leider auch eine weitere Wahrheit, weitere Feinheit. Nur durch die fleißigen Arbeitsameisen aus Asien konnten letztendlich all die Wunder im Wüstensand geschaffen werden. 70% der Bewohner im Wüstenland sind sehr, sehr billige Arbeitsameisen aus Indien, China, Thailand und, und, und…
Wir treffen sie täglich. Da wir ihre Heimatländer oft kennen, gibt es viel zu erzählen. Bei den Ameisen fühlen wir uns wohl.
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Freude mit indischen Arbeitern

Wie unsere Tour weiter geht, erzähle ich im nächsten kleinen Bericht.

Bis dahin Grüße von Wi + Gi Bild grenzenlos
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

Weltradeltour weiter mit

Jordanien

Jordanien ist kein leichtes Radelland, denn Hügel folgt hier auf Hügel. So angenehm manche Abfahrt ist, so unangenehm ist dann der folgende Aufstieg. 12 Prozent Steigung, manchmal auch mehr, sind keine Seltenheit. Höhe und Hügel bedeuten aber auch mehr Frische. Die richtig heißen Wüstenländer liegen hinter uns. In Amman versuchen wir die Visa für Syrien zu erhalten. Doch leider köchelt der arabische Diplomatenkochtopf. Die Kochtopf-Diplomatenkrake hat unsere Visa aufgefressen. Wir sind absolut enttäuscht. Doch nur Stunden später steht fest: Wir radeln einfach Richtung Süden weiter und wenn dort kein Diplomatenkrieg herrscht, können wir auf die Sinai-Halbinsel kommen.
Das Tote Meer liegt bekanntlich sehr weit unten. Das Ufer des Sees ist mit 442 Metern unter dem Meeresspiegel der am tiefsten gelegene nicht von Seewasser oder Eis bedeckte Bereich der Erde. Da dies so ist, müssen wir vorerst nicht ewig über Hügel radeln.
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Zum Toten Meer

Vom letzten Hügel aus sind es um die 2000 Höhenmeter, die wir runterflitzen. Am Wegesrand sehen wir Trinkwasser. Etwas ganz wichtiges in dieser Region, denn Trinkwasser wird in Jordanien seit vielen Jahren eingeführt. Manchmal denke ich, Wasserrechte werden die Konflikte der Zukunft sein.
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Konflikte der Zukunft?

Kahle Berge umschließen das Tote Meer. Die Landschaft ist sehr reizvoll, bizarr und meist von viel Einsamkeit geprägt.
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Sonnenuntergang am Toten Meer

Mit der Einsamkeit ist es an den heißen Quellen vorbei. Die Jordanier sind absolute Picknick-Fans. Wir meiden diese Orte. Auch wenn jede Familie über irgendeinen fahrbaren Untersatz verfügt, so finden die lieben Picknicker keinen Platz im Auto für den Müll. Das Endergebnis sind unzählige Fliegen.
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Unzählige Fliegen

Doch Frauen sind immer irgendwie gerüstet. Auch wenn Gi nicht raucht, so tut sie zumindest so. Mit ihrer Antifliegenrüstung hat sie zweifellos Erfolg.
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Antifiegenrüstung

Tage später geht es wieder rauf, rauf ins Gebirge. Der verschwitzte Lohn ist der Königsweg. Wir genießen die Radelzeit in den Bergen.
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Königsweg

Wir genießen dabei auch die Ruhe, die Einsamkeit und so manch herrlichen Sonnenuntergang.
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Wir genießen einfach

Am Rande vom weiten Wadi Rum kommen wir Akaba täglich etwas näher.
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Schlafplatzsuche im Wadi Rum

In der Touristenstadt finden wir neben einer Dusche, einem Bett mit weißen Laken, arabischer Küche, vielen netten Menschen auch viele gelbe Strandenten.
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Strandenten in Akaba

Auch finden wir nach langer Radelei, irgendwann in der Nacht, noch pünktlich die Fähre nach Nuwaiba.

Was uns auf dem Sinai erwartet, erzähle ich im nächsten Teil.

Bis dahin, liebe Grüße Wi + Gi Bild grenzenlos
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

Weltradeltour weiter mit

Ägypten zurück

Wir radeln die Küstenorte entlang der Sinaihalbinsel ab.
Die Hafenstadt Nuwaiba ist ein ruhiger, verschlafener Ort. Es gibt nur kleine Pensionen im Stil der frühen Sechziger. Hier vermischt sich noch die salzige Meeresluft mit Haschischduft. Das diese Luftmischung allzeit gut gemixt bleibt, dafür sorgen die Beduinen ohne jegliches Schuldgefühl, denn der Stoff gilt bei ihnen schon immer als heilende Quelle.
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Luftmischung allzeit gut gemixt

Der zweite Badeort entlang der Küste, Dahab, gibt sich da schon spießiger. Die Pensionen erreichen Kleinhotelcharakter und in so manchem Vorhof wird kostbares Süßwasser in gekachelten Poolwänden aufbewahrt.
Bis Scharm El-Scheich zeigt sich die landschaftlich viel gerühmte Halbinsel von ihrer allerbesten Seite. Die Ausläufer des mehr als 2000 Meter hohen Sinaimassivs stürzen hier mutig ins Meer. Wadis und Schluchten spalten sie tausendfach. Ideale Schlafplätze finden wir da.
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Ideale Schlafplätze

Es ist wieder mal Winterwüstenzeit (Dezember). Und somit beleben wir jeden Abend unsere Lagerfeuer-Zeltbodenheizung. Dafür sucht Gi täglich ordentlich Holz am Wegesrand und deponiert es auf meinem Eselchen.
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Holztransporter

Natürlich dient uns das viele Holz auch als Heizquelle für den abendlichen Kaffee und für die allabendliche Wüstenlagerfeuerromantik.
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Ich liebe Lagerfeuer-Kaffee

Der Wüstenzauber ist in Scharm El-Scheich aber vorbei, denn die weitläufige Touristenhochburg ist nicht lieblich, nicht schön und auch nicht unbedingt erkundenswert.
Nur kurz bleiben wir, denn mit Tauchen wird es nichts, Haialarm gilt schon einige Tage. Niemand darf zum Tauchen raus.
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Touristentrubel und Haialarm in Scharm El-Scheich

Unser Radelweg bis Alexandria ist lang. Abwechslung bieten uns der Sueskanal, der Tunnel unter der Schifffahrtslinie und natürlich die vielen Wüstentage- und Nächte.
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Auf dem Weg nach Alexandria so manches Kamel

Alexandria gefällt uns gut, denn es hat einiges zu bieten. Wir besuchen viele Kirchen, Moscheen, die urige Altstadt und so manche Ausgrabungsstätte. Dabei begleitet uns die hübsche Fatima.
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Dabei begleitet uns die hübsche Fatima

Sie sagt uns: Ägypten steht am Abgrund. Es muss bald etwas geschehen. Das Brot wird immer knapper.
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Das Brot wird immer knapper

Zu Weihnachten besuchen wir die Al-Qiddissine-Kirche. Nur eine Woche später geht dort eine Bombe hoch (über 20 Menschen sind dabei in der Silvesternacht umgekommen). Die Vorboten des Arabischen Frühlings haben Alexandria erreicht. Alexandria hat was-leider aber nicht nur Gutes…
Doch die meist guten Menschen bleiben uns in Erinnerung.
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Gutmensch-Katzenfreund in Alexandria

Irgendwie sind wir traurig, denn uns wird auch bewusst, nur noch wenige Kilometer trennen uns von Europa. Wir müssen weiter.

Doch davon erzähle ich im nächsten Teil.

Bis dahin liebe Grüße von Wi + Gi Bild grenzenlos
Grüße Wi grenzenlos
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Steppenwolf
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von Steppenwolf »

Hallo Giesela und Wilfried,

danke, danke für den schönen, informativen, bebilderten und lebhaft geschriebenen Reisebericht.

Es zeigt deutlich, dass mann/frau nur den Mut haben muss den Alltagstrott und die vermeintliche Sicherheit und Vollkaskomentalität hinter sich zu lassen.

Großen Respekt an Euch, diese Tour mit den Fahrräden zu bewältigen.

Schmunzeln musste ich über eure Freude mal ein kühles Getränk von anderen Reisenden zu erhalten. Ja, das ist Lxus pur, Genuss und Freude zugleich.
Obwohl wir mit unserer Taxe doch sehr komfortabel unterwegs sind und alles lebensnotwendige im Überfluß an Bord haben, prägten uns auch die Reisen.
Vieles vermeintlich Notwendige oder Dinge die nur kurzfristig Erfüllung bringen, treten bei uns in den Hintergrund.
Wir sind uns täglich bewusst, dass das Wasser aus dem Hahn ein sehr kostbares Gut ist und eine warme geheizte Wohnung keine Selbstverständlichkeit ist.

Auf unseren Reisen, die nicht auf Strecken oder Gegenden ausgelegt sind, die in 2 - 4 Wochen zu befahren sind, bzw. werden müssen, steht die Erholung, das Relaxen, die wenige Zeit gemeinsam geniessen und die Menschen im Vordergrund, die uns viel zurückgeben, auch wenn sie es uns nicht sagen können. Wir sehen, spüren und erleben dies.

Das sind sehr schöne, unvergessliche und bleibende Momente auf unseren Touren, die man nicht kaufen und die man uns nicht nehmen kann.

Dankende Grüße

Kirsten und Martin
jonas
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von jonas »

grenzenlos hat geschrieben:Es gab aber manchmal 4x4 Menschen, Campermenschen und Menschen an den Strecken, welche mit uns Kühlschranklosen Radlern Mitleid hatten. Ich kann versichern, es war jedesmal ein unbeschreiblicher Genuss. Werde ich nie vergessen. :h:
Hoi Wi und Gi

Da fühle ich mich doch gleich betroffen. Wir haben uns irgendwo in Ägypten/Sudan (ich weiss leider nicht mehr wo und wann genau) auf der Strecke getroffen und wir haben kurz zusammen gequatscht (und natürlich gaben wir Euch kalte Dosengetränke). 8)


Ich möchte hiermit nochmals meine Bewunderung allen radelnden Reisenden (und überhaupt allen, die ohne Auto/LKW unterwegs sind) gegenüber kundtun.
Das ist für mich schon nochmals ein ganz anderer Level von Reisen als unserer in der Blechdose (Buschtaxi).
Ich habs mitm Radl nur bis nach Südfrankreich geschafft (das dafür mehrmals...).

Danke Euch, für den tollen Reisebericht und viel Spass dann im Oman
Gruss
jonas
Jonny
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von Jonny »

Hallo ihr Beiden,

vielen Dank für den schönen, ausführlichen Bericht. Ich hatte im Radreise-Forum wohl schon mitbekommen, dass ihr auf Weltreise wart, aber nie den Bericht gelesen. Dadurch genieße ich den hier noch mehr, auch Dank der vielen Bilder. Es ist auch ein schöner, wenn natürlich subjektiver und teils (leider) nicht mehr aktueller, Überblick über speziell das Radfahren in den ganzen Ländern. Gibt gute Anregung für die eigene Planung :)

Viele Grüße
Jonathan
Mathilda
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von Mathilda »

Noch mehr Lob !
Ihr Beiden seid aber auch irgendwie gemacht fuer das, oder?
Wunderbar, wie du erzaehlst und wunderbar deine Begleitung. SuperTeamwork.
Am Besten daran finde ich den großzuegig gesteckten Zeitrahmen, so dass man ankommen, aufgenommen
und eintauchen kann. Ihr berichtet und beschreibt und klagt nicht an - man moechte immer weiter lesen..... M.
PS: Darf ich fragen wann ihr auf die arab. Halbinsel kommt ? Vllt. postier ich mich wo :-).
grenzenlos
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

kima hat geschrieben:
Wir sehen, spüren und erleben dies.

Das sind sehr schöne, unvergessliche und bleibende Momente auf unseren Touren, die man nicht kaufen und die man uns nicht nehmen kann.

Kirsten und Martin
Zwei schöne Sätze!

Wünschen noch viele solcher Momente! :)
Grüße Wi grenzenlos
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grenzenlos
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

jonas hat geschrieben:
grenzenlos hat geschrieben:
Da fühle ich mich doch gleich betroffen. Wir haben uns irgendwo in Ägypten/Sudan (ich weiss leider nicht mehr wo und wann genau) auf der Strecke getroffen und wir haben kurz zusammen gequatscht (und natürlich gaben wir Euch kalte Dosengetränke). 8)

Das ist für mich schon nochmals ein ganz anderer Level von Reisen als unserer in der Blechdose (Buschtaxi).
Ich habs mitm Radl nur bis nach Südfrankreich geschafft (das dafür mehrmals...).

Gruss
jonas
Wenn mich die Erinnerung nicht trügt, dann war dies im Sudan. Noch heute tausend Dank! :) Spüre noch immer die verführerische Kälte meiner Kehle runter rinnen. :h:

Radeln ist ein anderes Level. Es fehlen ja 2 weitere Räder und der Motor. Doch muss ich zugeben, Blechdosen haben was! Bei früheren Touren mit Blechdosen, haben wir uns immer sehr wohl gefühlt. Nicht einen km möchten wir missen. Es sind halt unterschiedliche Reiseformen, doch jeder kann ich viel abgewinnen.

Gruß Wi
Grüße Wi grenzenlos
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

Jonny hat geschrieben:Hallo ihr Beiden,

vielen Dank für den schönen, ausführlichen Bericht. Ich hatte im Radreise-Forum wohl schon mitbekommen, dass ihr auf Weltreise wart, aber nie den Bericht gelesen. Dadurch genieße ich den hier noch mehr, auch Dank der vielen Bilder. Es ist auch ein schöner, wenn natürlich subjektiver und teils (leider) nicht mehr aktueller, Überblick über speziell das Radfahren in den ganzen Ländern. Gibt gute Anregung für die eigene Planung :)

Viele Grüße
Jonathan
Danke für die netten Sätze. Solltest du irgendwann Fragen haben, dann einfach über PN anfragen.
Der Bericht behandelt ja keine Radaktuellen Infos. Doch im Kopf habe ich einiges gespeichert.

Gruß wi
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Re: Wir hatten einen Traum

Beitrag von grenzenlos »

Mathilda hat geschrieben:Noch mehr Lob !
Ihr Beiden seid aber auch irgendwie gemacht fuer das, oder?

Am Besten daran finde ich den großzuegig gesteckten Zeitrahmen,

PS: Darf ich fragen wann ihr auf die arab. Halbinsel kommt ? .
Gemacht waren wir nicht dafür. Wir sind halt so geworden :wink: Stolz bin ich schon irgendwie auf Gi, denn für ne Frau ist manches schwieriger auf so einer langen Tour. Letztendlich war aber gut, dass wir als Pärchen unterwegs waren und somit die gegenseitigen Schwächen und Stärken ausgleichen konnten. Gi war für die Sprachen zuständig und ich koche halt gut Kaffee :lach:

Es gibt Radler die erradeln die Strecke in einem Jahr. Für uns war wichtig die Länder zu genießen, Zeit zu haben und somit keinen Stress. Zeitknappheit erzeugt meist Stress und somit oft auch Fehler. Wir wollten auch keine Länder sammeln. Genussradeln war uns wichtig, eintauchen, verarbeiten, verstehen. Und überaus dankbar sind wir, dass wir es machen konnten, erleben durften.

Im Oman sind wir vom 8. Dezember bis 9. Januar. Wollen einige Strecken per Auto abfahren welche wir mit den Fahrrädern besucht hatten. Wir finden den Oman große Klasse. Überhaupt ist Arabien (Oman, VAE, Jemen, Sokotra) unsere heimliche Liebe. :)

Gruß Wi
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