Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda
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Kuno
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Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda
[Aus gewoehnlicherweise gut informierter Quelle, die jedoch anonym bleiben moechte, hat man erfahren koennen, dass Birgitt mit ihren Reiseberichten so elend lange braucht, weil sie immer den Viren und Bazillen hinterherrennt und sich mit dem Zeugs so intensiv beschaeftigt.]
- Achim Vogt
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Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda
Liebe Birgitt,
da siehst Du mal, wie lange das her ist - ich hatte es glatt schon wieder verdrängt ....
Cheers ins Rheinland!
Achim
da siehst Du mal, wie lange das her ist - ich hatte es glatt schon wieder verdrängt ....
Cheers ins Rheinland!
Achim
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Birgitt
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Südsudan - Von Lokichoggio nach Kapoeta
In Lokichoggio hört der Asphalt auf -
von hier sind es noch ca. 20 km auf teils guter und teils doch recht holperiger Piste bis zur Südsudan-Grenze nach Nadapal. Sämtliche Formalitäten werden auch in Nadapal erledigt
Die Begrüßung auf Südsudan-Seite ist deutlich verhaltener als die Begrüßung in Kenia
Wir zeigen unsere Visa, verhandeln noch etwas über die Höhe der Roadtax, dann will man unser Auto inspizieren. Die Beamten stöbern wahllos in unseren Sachen rum, wissen nicht so recht nach was sie eigentlich suchen, verlieren auch ziemlich schnell die Lust an ihrem Tun und wünschen uns eine gute Weiterfahrt.
Da sind wir nun endlich -
im Südsudan.
Nach Dietmars Berichten hier im Forum hatte ich einen gewaltigen Respekt vor diesem Land. Ich stellte mir das ganze vor wie Kongo DRC, mit Roadblocks an allen Ecken, und ständigem Gefeilsche um ein paar Dollar für diese Wegelagerer.
Südsudanesische Pfund haben wir noch keine, der Kurs der Grenzbeamten erschien uns etwas abenteuerlich
da warten wir lieber bis Kapoeta, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen.
Wir fahren los.
Die Piste ist in perfektem Zustand. Deutlich besser als auf Kenia-Seite !
Auf den ersten paar Kilometern begegnen uns mit einer irren Geschwindigkeit ein paar Pickups, die Ladefläche vollgepackt mit Soldaten und Panzerfäusten. Ein guter Einstieg fürs erste
Der nächste Eindruck von Südsudan:
ein vielleicht 12jähriger Junge, der mit lässig umgehangener AK 47 seine Kühe über die Piste geleitet ...
Aber es gibt auch positive Eindrücke -
Mobilfunkmasten !
In regelmäßigen Abständen stehen brandneue Mobilfunkmasten, die gerade fertig montiert werden.
Und wenn irgendwo eine Brücke kollabiert, wird man rechtzeitig vorher darauf hingewiesen -
ich bin wieder beruhigt
LKW mit Panne, kurz vor Narus
Ansonsten ist das Stück bis Kapoeta eher einsam. Unterwegs machen wir noch eine Rast, wir haben Hunger und wollen etwas essen.
Während wir am Pistenrand Pause machen, kommt eine Gruppe Leute heran. Wieder fallen mir Dietmars Hinweise zu Überfällen ein und ich werde leicht nervös. Aber die Leute - es sind ein paar Toposa - bitten uns freundlich um unsere leeren Plastiktrinkflaschen! In diesem Augenblick ist meine erste Nervosität endgültig von mir abgefallen.
Kleiner Tipp für alle Traveller:
leere 1,5 l Trinkflaschen niemals wegwerfen, in entlegenen Gebieten sind diese Flaschen ein willkommenes Geschenk für die Tribes. Wir hatten reichlich davon an Bord und haben unterwegs die Tellerlippen und auch die Turkana schon damit glücklich gemacht.
Dank der guten Piste sind es nur zwei Stunden Fahrtzeit von der Grenze bis nach Kapoeta. Und das ganze bis hierhin ohne eine einzige Straßensperre.
Mein erster Eindruck von Kapoeta?
Regen !!!
von hier sind es noch ca. 20 km auf teils guter und teils doch recht holperiger Piste bis zur Südsudan-Grenze nach Nadapal. Sämtliche Formalitäten werden auch in Nadapal erledigt
Die Begrüßung auf Südsudan-Seite ist deutlich verhaltener als die Begrüßung in Kenia
Da sind wir nun endlich -
im Südsudan.
Nach Dietmars Berichten hier im Forum hatte ich einen gewaltigen Respekt vor diesem Land. Ich stellte mir das ganze vor wie Kongo DRC, mit Roadblocks an allen Ecken, und ständigem Gefeilsche um ein paar Dollar für diese Wegelagerer.
Südsudanesische Pfund haben wir noch keine, der Kurs der Grenzbeamten erschien uns etwas abenteuerlich
da warten wir lieber bis Kapoeta, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen.
Wir fahren los.
Die Piste ist in perfektem Zustand. Deutlich besser als auf Kenia-Seite !
Auf den ersten paar Kilometern begegnen uns mit einer irren Geschwindigkeit ein paar Pickups, die Ladefläche vollgepackt mit Soldaten und Panzerfäusten. Ein guter Einstieg fürs erste
Der nächste Eindruck von Südsudan:
ein vielleicht 12jähriger Junge, der mit lässig umgehangener AK 47 seine Kühe über die Piste geleitet ...
Aber es gibt auch positive Eindrücke -
Mobilfunkmasten !
In regelmäßigen Abständen stehen brandneue Mobilfunkmasten, die gerade fertig montiert werden.
Und wenn irgendwo eine Brücke kollabiert, wird man rechtzeitig vorher darauf hingewiesen -
ich bin wieder beruhigt
LKW mit Panne, kurz vor Narus
Ansonsten ist das Stück bis Kapoeta eher einsam. Unterwegs machen wir noch eine Rast, wir haben Hunger und wollen etwas essen.
Während wir am Pistenrand Pause machen, kommt eine Gruppe Leute heran. Wieder fallen mir Dietmars Hinweise zu Überfällen ein und ich werde leicht nervös. Aber die Leute - es sind ein paar Toposa - bitten uns freundlich um unsere leeren Plastiktrinkflaschen! In diesem Augenblick ist meine erste Nervosität endgültig von mir abgefallen.
Kleiner Tipp für alle Traveller:
leere 1,5 l Trinkflaschen niemals wegwerfen, in entlegenen Gebieten sind diese Flaschen ein willkommenes Geschenk für die Tribes. Wir hatten reichlich davon an Bord und haben unterwegs die Tellerlippen und auch die Turkana schon damit glücklich gemacht.
Dank der guten Piste sind es nur zwei Stunden Fahrtzeit von der Grenze bis nach Kapoeta. Und das ganze bis hierhin ohne eine einzige Straßensperre.
Mein erster Eindruck von Kapoeta?
Regen !!!
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Birgitt
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Südsudan - Kapoeta - Übernachtung/Camping im Mango Camp
Der beste Platz zum Übernachten in Kapoeta ist das Mango Camp von Bruce Pike -
besten Dank an Claudia und Hannes für diesen Tipp !
Der US-Amerikaner Bruce und seine kenianisch-südsudanesische Staff sorgen dafür, dass man sich wohlfühlt im Camp.
Kontakt:
Mango Camp
NSSS New Sudan Service & Supply
Old Juba Road (Ortsrand Kapoeta in Richtung Juba am Thingata River)
Kapoeta - Eastern Equatoria
Südsudan
mobil Bruce: +254 733 361 998 und +211 928125039
mobil Jones: +211 9568458 und +211 928758175 und +211 919679712
mobil James: +211 928540358 +211 910479023 +211 955883929
Thuraya +88 2166 4333 4042
email Bruce: pike@mangocamp.com
email NSSS 1: nsss.kapoeta@yahoo.com
email NSSS 2: nsss.kapoeta@gmail.com
http://www.mangocamp.com
Koordinaten: 004°046.608'N 033°035.076'E
Man ist noch nicht ganz im Camp, da wird man von den 5 Haus-Schafen begrüßt
Restaurant-/Bar-Bereich mit Blick auf die Tukuls -
die Tukuls werden hauptsächlich von Geschäftsleuten, NGOs und Politikern auf der Durchreise genutzt
Es tut gut, einfach 'mal ein bißchen abzuhängen, Reisenotizen zu machen und Vögel zu beobachten. Davon gibt es hier eine Menge. Überall stehen Schalen mit Wasser für die Vögel bereit, der Andrang ist entsprechend.
Hier eine Meute des weit verbreiteten Purpurglanzstar
Diese beiden Exoten haben es mir besonders angetan
In der Sonne leuchtet das Federkleid regelrecht -
hat jemand eine Idee, was das für ein Vogel ist?
Auch Bambi traut sich nach einiger Zeit zaghaft heran -
im Mango Camp springen einige kleinere Gazellen und Böckchen frei rum
Mango Camp besitzt einen eigenen großen Obst- und Gemüsegarten, mit allem, was das Herz begehrt. Von der Mango
über Papaya, Banane bis Tomaten, verschiedenen Paprikasorten, Kürbissen, Eggplants und eine Vielzahl an mir unbekannten Gemüsesorten. Diese grüne Oase hier ist erstaunlich, zeigt aber, dass es sehr wohl möglich ist, auch an einem Ort wie Kapoeta einen schönen Garten anzulegen und die Früchte und das Gemüse später zu ernten, wenn man diese Pflanzen etwas pflegt, sich kümmert und regelmäßig wässert!
Der Gärtner hier kümmert sich liebevoll um seine Babys
und erklärt geduldig die Botanik
(und der Koch erklärt später noch geduldiger die Rezepte)
Der Campingbereich ist am anderen Ende des Platzes, man steht unter schattenspendenden Bäumen, die sanitären Einrichtungen hier sind deutlich einfacher als im Bereich der Tukuls, aber sauber und Wasser in Massen! Wem ein paar Meter zu Fuß nichts ausmachen, kann gerne auch die Duschen/Toiletten bei den Tukuls nutzen. Im Campingbereich gibt es auch einige Außenwaschbecken, sehr praktisch!
Bezahlt wird im Mango Camp in "harter Währung"
Preis für Camping mit 4x4 und Dachzelt: 10 US$ pro Person/Nacht
Preis Restaurant: 16 US$ für ein Dinner (3-Gänge - super lecker, empfehlenswert!)
Preis Bar: 1,50 US$ Flasche Soda (Cola, Fanta ...) und 2 US$ Bier (Tusker, Pilsener)
Preislisten:
Der Betrieb des Mango Camps ist ein klein wenig das Hobby von Bruce. Das merkt man, sonst sähe der Platz sicherlich anders aus, wenn man bedenkt, womit hier eigentlich das Geld verdient wird:
New Sudan Service & Supply -
ist eine Drilling Company, spezialisiert auf Bohrlöcher für die Wasserversorgung. Dies erklärt auch, wieso Wasser auf dem kompletten Compound keine Rolle spielt, es ist da, ausreichend! Und sauber! Das heißt, das Wasser, was im Mango Camp aus den Leitungen fließt, ist bestes Trinkwasser!
Workshop mit den Rohren und Gestänge
Wasser wird nach Bedarf und auf Anforderung direkt zum Kunden transportiert
hier die Preise dafür
besten Dank an Claudia und Hannes für diesen Tipp !
Der US-Amerikaner Bruce und seine kenianisch-südsudanesische Staff sorgen dafür, dass man sich wohlfühlt im Camp.
Kontakt:
Mango Camp
NSSS New Sudan Service & Supply
Old Juba Road (Ortsrand Kapoeta in Richtung Juba am Thingata River)
Kapoeta - Eastern Equatoria
Südsudan
mobil Bruce: +254 733 361 998 und +211 928125039
mobil Jones: +211 9568458 und +211 928758175 und +211 919679712
mobil James: +211 928540358 +211 910479023 +211 955883929
Thuraya +88 2166 4333 4042
email Bruce: pike@mangocamp.com
email NSSS 1: nsss.kapoeta@yahoo.com
email NSSS 2: nsss.kapoeta@gmail.com
http://www.mangocamp.com
Koordinaten: 004°046.608'N 033°035.076'E
Man ist noch nicht ganz im Camp, da wird man von den 5 Haus-Schafen begrüßt
Restaurant-/Bar-Bereich mit Blick auf die Tukuls -
die Tukuls werden hauptsächlich von Geschäftsleuten, NGOs und Politikern auf der Durchreise genutzt
Es tut gut, einfach 'mal ein bißchen abzuhängen, Reisenotizen zu machen und Vögel zu beobachten. Davon gibt es hier eine Menge. Überall stehen Schalen mit Wasser für die Vögel bereit, der Andrang ist entsprechend.
Hier eine Meute des weit verbreiteten Purpurglanzstar
Diese beiden Exoten haben es mir besonders angetan
In der Sonne leuchtet das Federkleid regelrecht -
hat jemand eine Idee, was das für ein Vogel ist?
Auch Bambi traut sich nach einiger Zeit zaghaft heran -
im Mango Camp springen einige kleinere Gazellen und Böckchen frei rum
Mango Camp besitzt einen eigenen großen Obst- und Gemüsegarten, mit allem, was das Herz begehrt. Von der Mango
Der Gärtner hier kümmert sich liebevoll um seine Babys
Der Campingbereich ist am anderen Ende des Platzes, man steht unter schattenspendenden Bäumen, die sanitären Einrichtungen hier sind deutlich einfacher als im Bereich der Tukuls, aber sauber und Wasser in Massen! Wem ein paar Meter zu Fuß nichts ausmachen, kann gerne auch die Duschen/Toiletten bei den Tukuls nutzen. Im Campingbereich gibt es auch einige Außenwaschbecken, sehr praktisch!
Bezahlt wird im Mango Camp in "harter Währung"
Preis für Camping mit 4x4 und Dachzelt: 10 US$ pro Person/Nacht
Preis Restaurant: 16 US$ für ein Dinner (3-Gänge - super lecker, empfehlenswert!)
Preis Bar: 1,50 US$ Flasche Soda (Cola, Fanta ...) und 2 US$ Bier (Tusker, Pilsener)
Preislisten:
Der Betrieb des Mango Camps ist ein klein wenig das Hobby von Bruce. Das merkt man, sonst sähe der Platz sicherlich anders aus, wenn man bedenkt, womit hier eigentlich das Geld verdient wird:
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ist eine Drilling Company, spezialisiert auf Bohrlöcher für die Wasserversorgung. Dies erklärt auch, wieso Wasser auf dem kompletten Compound keine Rolle spielt, es ist da, ausreichend! Und sauber! Das heißt, das Wasser, was im Mango Camp aus den Leitungen fließt, ist bestes Trinkwasser!
Workshop mit den Rohren und Gestänge
Wasser wird nach Bedarf und auf Anforderung direkt zum Kunden transportiert
hier die Preise dafür
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Birgitt
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Südsudan - Die Wasserversorgung in Kapoeta - AAR Japan
Sich Wasser liefern lassen mittels Tankwagen - wie wir das ja auch vom Oman her kennen - ist natürlich für den "Normal-Südsudanesen" finanziell völlig indiskutabel. Die Menschen gehen zu den Flüssen, oder - wenn vorhanden - zu den Brunnen.
NSSS ist in ganz Südsudan tätig und bohrt Brunnen im Auftrag der Regierung und im Auftrag vieler NGOs, u.a. auch für AAR Japan und Japan Platform.
Wir haben die Gelegenheit, uns mit Takeshi Ikeda vom AAR Japan Kapoeta Office einige dieser Wasserprojekte in Kapoeta anzusehen
Aus dem Bohrloch wird das Wasser mit solarbetriebener Pumpe in Hochbehälter gepumpt, von dort dann eingespeist in das örtliche Leitungsnetz
Wie auch an unseren Wasserwerksanlagen sind die techn. Einrichtungen, Armaturen u.a., vor dem Zutritt Unbefugter geschützt
Das örtliche Leitungsnetz ist nicht aufgebaut wie wir das hier in Europa kennen, d.h. es ist nicht jedes Haus und jede Hütte an das örtliche Versorgungsnetz angebunden, sondern es gibt im Ort mehrere Entnahmestellen, die von der Allgemeinheit genutzt werden können.
Die Entnahmestellen mit modernen Zapfhähnen stellen einen großen Fortschritt für die Bewohner des Ortes dar. Früher mussten die Menschen mit den Handpumpen Schwerarbeit leisten, um einen Kanister Wasser zu füllen. Heute dauert es genau 2,5 Minuten und ein 25-ltr. Wasser-Kanister ist voll.
Immer noch bilden sich vor den Entnahmestellen lange Warteschlangen
Auch der Kleine steht hier und wartet bis seine Mutter an der Reihe ist
Die Menschen haben sich organisiert, nicht jeder bleibt bei seinem Kanister und wartet, dann würde man dort vor lauter Menschen auch nicht mehr treten können. Man stellt seinen Kanister ab, einige Frauen machen nichts anderes, wie befüllen, und wenn die Kanister voll sind, werden sie mit Schubkarren ihren Besitzern "frei Haus" oder Hütte
geliefert
Die Schubkarren - übrigens gesponsert von der deutschen GIZ - erleichtern nochmals das Leben der Frauen. Früher mussten sie Kanister für Kanister nach Hause tragen, heute passen gleich 3 Kanister in eine Schubkarre ... in diesen Momenten wird mir immer wieder bewusst, was ein Luxusgut Wasser doch ist !
Und damit es auch kein Durcheinander und keine Verwechslung gibt, ist jeder Kanister mit entsprechenden Markierungen gekennzeichnet
Überschwappendes Wasser wird aufgefangen als Brauchwasser -
mit einer Dornenhecke gesichert, damit die Kühe nicht sofort Besitz von dem kleinen Tümpel ergreifen.
Wir steigen ins Auto, denn es geht weiter zum nächsten Brunnen -
ein Foto aus dem Heck unseres AAR-Wagens:
NSSS ist in ganz Südsudan tätig und bohrt Brunnen im Auftrag der Regierung und im Auftrag vieler NGOs, u.a. auch für AAR Japan und Japan Platform.
Wir haben die Gelegenheit, uns mit Takeshi Ikeda vom AAR Japan Kapoeta Office einige dieser Wasserprojekte in Kapoeta anzusehen
Aus dem Bohrloch wird das Wasser mit solarbetriebener Pumpe in Hochbehälter gepumpt, von dort dann eingespeist in das örtliche Leitungsnetz
Wie auch an unseren Wasserwerksanlagen sind die techn. Einrichtungen, Armaturen u.a., vor dem Zutritt Unbefugter geschützt
Das örtliche Leitungsnetz ist nicht aufgebaut wie wir das hier in Europa kennen, d.h. es ist nicht jedes Haus und jede Hütte an das örtliche Versorgungsnetz angebunden, sondern es gibt im Ort mehrere Entnahmestellen, die von der Allgemeinheit genutzt werden können.
Die Entnahmestellen mit modernen Zapfhähnen stellen einen großen Fortschritt für die Bewohner des Ortes dar. Früher mussten die Menschen mit den Handpumpen Schwerarbeit leisten, um einen Kanister Wasser zu füllen. Heute dauert es genau 2,5 Minuten und ein 25-ltr. Wasser-Kanister ist voll.
Immer noch bilden sich vor den Entnahmestellen lange Warteschlangen
Auch der Kleine steht hier und wartet bis seine Mutter an der Reihe ist
Die Menschen haben sich organisiert, nicht jeder bleibt bei seinem Kanister und wartet, dann würde man dort vor lauter Menschen auch nicht mehr treten können. Man stellt seinen Kanister ab, einige Frauen machen nichts anderes, wie befüllen, und wenn die Kanister voll sind, werden sie mit Schubkarren ihren Besitzern "frei Haus" oder Hütte
Die Schubkarren - übrigens gesponsert von der deutschen GIZ - erleichtern nochmals das Leben der Frauen. Früher mussten sie Kanister für Kanister nach Hause tragen, heute passen gleich 3 Kanister in eine Schubkarre ... in diesen Momenten wird mir immer wieder bewusst, was ein Luxusgut Wasser doch ist !
Und damit es auch kein Durcheinander und keine Verwechslung gibt, ist jeder Kanister mit entsprechenden Markierungen gekennzeichnet
Überschwappendes Wasser wird aufgefangen als Brauchwasser -
mit einer Dornenhecke gesichert, damit die Kühe nicht sofort Besitz von dem kleinen Tümpel ergreifen.
Wir steigen ins Auto, denn es geht weiter zum nächsten Brunnen -
ein Foto aus dem Heck unseres AAR-Wagens:
Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda
Hallo Birgitt,
super Reisebericht und für mich besonders schön, endlich mal wieder was aus Kapoeta zu sehen und zu lesen und dadurch zu erfahren, dass Bruce noch immer dort lebt und arbeitet.
Zu Deinen Piepmätzen: ich habe "damals" in Kapoeta auch viele Bilder dieser Vögel geschossen und wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, sind das Roller (Racken). Man sieht dort nicht nur die blue-bellied roller, sondern auch die lilac-breasted roller, die ebenso farbenfroh und wunderschön sind.
Viele Grüße - AnnArbor
super Reisebericht und für mich besonders schön, endlich mal wieder was aus Kapoeta zu sehen und zu lesen und dadurch zu erfahren, dass Bruce noch immer dort lebt und arbeitet.
Zu Deinen Piepmätzen: ich habe "damals" in Kapoeta auch viele Bilder dieser Vögel geschossen und wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, sind das Roller (Racken). Man sieht dort nicht nur die blue-bellied roller, sondern auch die lilac-breasted roller, die ebenso farbenfroh und wunderschön sind.
Viele Grüße - AnnArbor
Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda
...ein (schlechtes) Vergleichsfoto...
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Kuno
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Re: Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda
Sind das nicht "Bienenfresser"? (Oder so...)
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Birgitt
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Südsudan - Abyssinian Roller in Kapoeta - Senegalracke
Hallo AnnArbor,
willkommen bei uns an Bord!
Schön, dass dir Bericht und Bilder aus Kapoeta gefallen.
Das Mango Camp ist eine tolle Oase dort ...
Es hört sich an, als hättest du schon einmal eine Zeitlang in Kapoeta gelebt (gearbeitet?).
Vielleicht hast du ja Lust, uns hier im Forum etwas über deine Zeit dort zu erzählen, und uns auch noch ein paar Bilder zu zeigen. Wir würden uns sehr freuen!
Vielen Dank für deinen Hinweis zu dem Vogel! Bei dem Namen "Roller" hats bei mir "pling" gemacht und mir ist wieder eingefallen, dass die Lokals ihn "Abyssinian Roller" nannten. Ich habe jetzt etwas dazu gegoogelt, auf deutsch ist das dann wohl die Senegalracke. Hier sind einige Bilder dazu Coracias Abyssinica
Hallo Kuno,
der Bienenfresser ist auch so herrlich bunt, aber das ist er nicht. AnnArbor hat schon recht mit dem Roller. Hier siehst du den Bee-Eater
Gruß
Birgitt
willkommen bei uns an Bord!
Schön, dass dir Bericht und Bilder aus Kapoeta gefallen.
Das Mango Camp ist eine tolle Oase dort ...
Es hört sich an, als hättest du schon einmal eine Zeitlang in Kapoeta gelebt (gearbeitet?).
Vielleicht hast du ja Lust, uns hier im Forum etwas über deine Zeit dort zu erzählen, und uns auch noch ein paar Bilder zu zeigen. Wir würden uns sehr freuen!
Vielen Dank für deinen Hinweis zu dem Vogel! Bei dem Namen "Roller" hats bei mir "pling" gemacht und mir ist wieder eingefallen, dass die Lokals ihn "Abyssinian Roller" nannten. Ich habe jetzt etwas dazu gegoogelt, auf deutsch ist das dann wohl die Senegalracke. Hier sind einige Bilder dazu Coracias Abyssinica
Hallo Kuno,
der Bienenfresser ist auch so herrlich bunt, aber das ist er nicht. AnnArbor hat schon recht mit dem Roller. Hier siehst du den Bee-Eater
Gruß
Birgitt
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Südsudan - Kapoeta - Historic Downtown ...
Kapoeta -
der Ort erinnert mich auf den ersten Blick etwas an Pweto und Moba in Ostkongo
Der Krieg ist hier noch sichtbar
Altes Steinhaus -
davor die "heiligen Kühe"
In diesem leicht verfallenen Bau sind Polizei oder Militär untergebracht -
ich sehe das den Uniformen oft nicht an, wem sie angehören ...
Das Gericht -
etwas schwer zu erkennen, aber wir mussten mit dem fotografieren in diesem Bereich etwas vorsichtig sein
Sehr ihr den hinteren Baum?
Sein Stamm ist in den Landesfarben bemalt. Unter diesem Baum wird (oder wurde ?) das Recht gesprochen
Altes Lagerhaus in Kapoeta
der Ort erinnert mich auf den ersten Blick etwas an Pweto und Moba in Ostkongo
Der Krieg ist hier noch sichtbar
Altes Steinhaus -
davor die "heiligen Kühe"
In diesem leicht verfallenen Bau sind Polizei oder Militär untergebracht -
ich sehe das den Uniformen oft nicht an, wem sie angehören ...
Das Gericht -
etwas schwer zu erkennen, aber wir mussten mit dem fotografieren in diesem Bereich etwas vorsichtig sein
Sehr ihr den hinteren Baum?
Sein Stamm ist in den Landesfarben bemalt. Unter diesem Baum wird (oder wurde ?) das Recht gesprochen
Altes Lagerhaus in Kapoeta
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Birgitt
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Südsudan - Rundgang durch Kapoeta
Vorbei an ein paar Hütten
gelangen wir durch eine schmale Gasse
zur Moschee
Bei der Moschee
begegnen uns zwei Nonnen. Ihre schneeweiße Tracht blendet regelrecht
Die Behausungen sind teilweise lebensgefährlich, wenn ich mir den Türsturz so betrachte ...
In Gedanken versunken sitzt diese Frau auf der Erde und sortiert Körner auf einem Teller
Neujahrsgruß mit Kuh
In diesem Fass wird ein Sorghum-Drink gebraut ...
... wir sind eingeladen, eine Gemeinschaftstasse
macht die Runde
Es kostet mich einiges an Überwindung, dieses Gebräu zu probieren. Und noch mehr, das dann auch hinunterzuschlucken.
Meine Geschmacksknospen gehen voll auf ALARM -
das Zeug schmeckt wie Backhefe flüssig !
Für meinen Geschmack einfach nur zum
Tapfer versuche ich zu lächeln und trinke - lehne aber eine weitere Runde dankend ab
Träg blubbert und kocht die Masse vor sich hin, Sorghum mit Wasser
Die Destillerie -
insbesondere in den Abendstunden gut besucht
(wenn ich nicht wüsste, dass hier am Ende wahrscheinlich giftige 80 % rauströpfeln, dann wäre mir ein ordentlicher Magenbitter jetzt ganz recht
)
gelangen wir durch eine schmale Gasse
zur Moschee
Bei der Moschee
Die Behausungen sind teilweise lebensgefährlich, wenn ich mir den Türsturz so betrachte ...
In Gedanken versunken sitzt diese Frau auf der Erde und sortiert Körner auf einem Teller
Neujahrsgruß mit Kuh
In diesem Fass wird ein Sorghum-Drink gebraut ...
... wir sind eingeladen, eine Gemeinschaftstasse
Es kostet mich einiges an Überwindung, dieses Gebräu zu probieren. Und noch mehr, das dann auch hinunterzuschlucken.
Meine Geschmacksknospen gehen voll auf ALARM -
das Zeug schmeckt wie Backhefe flüssig !
Für meinen Geschmack einfach nur zum
Tapfer versuche ich zu lächeln und trinke - lehne aber eine weitere Runde dankend ab
Träg blubbert und kocht die Masse vor sich hin, Sorghum mit Wasser
Die Destillerie -
insbesondere in den Abendstunden gut besucht
(wenn ich nicht wüsste, dass hier am Ende wahrscheinlich giftige 80 % rauströpfeln, dann wäre mir ein ordentlicher Magenbitter jetzt ganz recht
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Südsudan - Kapoeta - Der Markt
Die "Hauptgeschäftsstraße". Zur Mittagszeit wie ausgestorben
Nairobi Shop ...
... der beste Platz um Dollar in südsudanesische Pfund zu tauschen ist bei diesen Kenianern
Kiosk. Hier sind auch die begehrten Schmuck-Perlen im Sortiment
Auf dem Markt
Die "Krapfenfrau" macht mit mir sicher den Umsatz des Monats. Ihre Krapfen sind so dermaßen lecker, dass ich mich reichlich damit eindecke
Preise:
kleine Krapfen 6 Stück = 1 SSP
kleine Brote 2 Stück (auch super lecker) = 1 SSP
Metzger gibt es einige im Ort. Fleisch ist für die Menschen hier das A und O. Gekühlt wird nichts, alles wird "luftgetrocknet" abgehangen
Und das Militär ist ständig dabei ...
Nairobi Shop ...
... der beste Platz um Dollar in südsudanesische Pfund zu tauschen ist bei diesen Kenianern
Kiosk. Hier sind auch die begehrten Schmuck-Perlen im Sortiment
Auf dem Markt
Die "Krapfenfrau" macht mit mir sicher den Umsatz des Monats. Ihre Krapfen sind so dermaßen lecker, dass ich mich reichlich damit eindecke
Preise:
kleine Krapfen 6 Stück = 1 SSP
kleine Brote 2 Stück (auch super lecker) = 1 SSP
Metzger gibt es einige im Ort. Fleisch ist für die Menschen hier das A und O. Gekühlt wird nichts, alles wird "luftgetrocknet" abgehangen
Und das Militär ist ständig dabei ...
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Birgitt
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Südsudan - Die Menschen in Kapoeta
Dieser ältere Herr bittet mich um dieses Foto -
ich tue mich sehr schwer in seinem Fall, ich habe das Gefühl jahrelanges Elend in seinen Augen zu lesen
Von traditioneller Kleidung und traditionellem Schmuck der Menschen bin ich immer wieder fasziniert, und auf dieser Reise werde ich diesbezüglich außerordentlich verwöhnt: zuerst die Surme und Mursi im Südwesten Äthiopiens, dann die Turkana in Kenia, und nun auch noch die Toposa in Südsudan.
Die selbstgeschneiderten Röcke - wie bei dieser Frau, die Reisigbündel nach Hause trägt - erinnern mich an die Kleidung der Karimojong in Norduganda
Wunderschön anzusehen sind die Toposa-Frauen mit ihren prächtigen bunten Ketten ...
... und ihren Schmucknarben im Gesicht
Aber nicht jede Frau ist "vernarbt"
Toposa-Frau mit Baby am Brunnen
Perlenschmuck im leicht verfilzten und völlig ausgeblichenen Haar
Kriegerischer Blick -
ein junger Toposa, dem ich am Brunnen begegne
Und hier das Kontrastprogramm zur Tradition:
die südsudanesische Kopie von Eddie Murphy -
auch das ist Kapoeta
ich tue mich sehr schwer in seinem Fall, ich habe das Gefühl jahrelanges Elend in seinen Augen zu lesen
Von traditioneller Kleidung und traditionellem Schmuck der Menschen bin ich immer wieder fasziniert, und auf dieser Reise werde ich diesbezüglich außerordentlich verwöhnt: zuerst die Surme und Mursi im Südwesten Äthiopiens, dann die Turkana in Kenia, und nun auch noch die Toposa in Südsudan.
Die selbstgeschneiderten Röcke - wie bei dieser Frau, die Reisigbündel nach Hause trägt - erinnern mich an die Kleidung der Karimojong in Norduganda
Wunderschön anzusehen sind die Toposa-Frauen mit ihren prächtigen bunten Ketten ...
... und ihren Schmucknarben im Gesicht
Aber nicht jede Frau ist "vernarbt"
Toposa-Frau mit Baby am Brunnen
Perlenschmuck im leicht verfilzten und völlig ausgeblichenen Haar
Kriegerischer Blick -
ein junger Toposa, dem ich am Brunnen begegne
Und hier das Kontrastprogramm zur Tradition:
die südsudanesische Kopie von Eddie Murphy -
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Birgitt
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Südsudan - Kapoeta - Empfang des Governors Lobong Lojore
Heute ist ein großer Tag -
Louis Lobong Lojore, der Governor von Eastern Equatoria, gibt sich die Ehre
Taichi Yamamoto und Hiroyuki Miura aus Japan, die wir im Mango Camp kennenlernen, laden uns ein, das Event mit ihnen zu besuchen.
Die beiden Journalisten der Mainichi Newspapers Tokio sind für einige Tage im Südsudan, um ihrer Zeitung eine aktuelle Reportage über die Wasserprojekte von AAR Japan und das Leben in Kapoeta zu liefern. Der Clou: sie haben ein Foto-Permit aus Juba ! Damit fällt gar nicht auf, wenn noch jemand hellhäutiges dort rumspringt und fotografiert
Wer etwas empfindlich ist, sollte sich die nachfolgenden Fotos sparen und wegklicken !
Der ganze Ort steht Kopf zu Ehren des Governors
Kinder der Kuleu Lights Academy, ein Kindergarten und eine Grundschule, die von einer anglikanischen Mission unterstützt wird, werden vor dem GOSS Headquarter in Reih und Glied aufgestellt
Perfekt !
Einmarsch der Gladiatoren
Auch die Primary School schickt eine Abordnung
Die Veranstaltung ist gut besucht -
Militär und Polizei sorgen für Ordnung
Gebannt schauen die Menschen dem Spektakel zu
Der Governor, wohnhaft an seinem Regierungssitzt in Torit, der Hauptstadt von Eastern Equatoria, ist gebürtig aus Kapoeta und vom Stamme der Toposa.
Ihm zu Ehren wird nach alter Tradition ein Rind geopfert -
gefesselt liegt dieses arme Vieh vor dem Rathaus ...
... sicherlich ahnend, dass dies seine letzten Atemzüge sein sollen.
Ab und zu wird kontrolliert, ob das Tier noch lebt -
die Augen rollen hin und her ...
Hiroyuki bei der Arbeit
Ich verziehe mich etwas nach hinten, diese Nähe muss ich jetzt nicht haben.
Die Machete saust hinunter -
und mit einem schnellen Bauchschnitt wird die Kuh langsam ins Jenseits befördert
Während die Kuh dahinscheidet, springt Lobong Lojoro und mit ihm die Offiziellen laut "rrrrrrrrrrrrriiiiirrrrrrrrrrrrrriiiiirrrrrrrrrrrrrriiiii" schreiend über das dahinsiechende Tier
und alle Zuschauer springen auf, rennen nach vorne und hüpfen wild schreiend hinterher
Der Geist des Tieres lebt so in den Menschen, die in diesem Moment darüber springen, weiter und verheißt Stärke und Glück. Merkwürdige Sitten - ich stehe leicht schockiert und fassungslos am Rand, und überlege, wie Angela Merkel sich wohl bei einem Staatsbesuch in Kapoeta verhalten wird. Aber dieses Ritual scheint man nur für Angehörige der Toposa zu zelebrieren ...
Die Kuh wird derweil weggeschleppt, geschlachtet und das Fleisch dem Dorf zur Verfügung gestellt
Am 2. Oktober war Lobong Lojoro übrigens "groß" in der Presse:
Parliament summons governor over alleged link to “militias” in South Sudan und heute Toposa community condemns allegation against E. Equatoria governor.
So ganz sauber scheint seine Weste nicht zu sein, trotz eingefangenem Kuhgeist muss er sich nun in Juba erklären.
Louis Lobong Lojore, der Governor von Eastern Equatoria, gibt sich die Ehre
Taichi Yamamoto und Hiroyuki Miura aus Japan, die wir im Mango Camp kennenlernen, laden uns ein, das Event mit ihnen zu besuchen.
Die beiden Journalisten der Mainichi Newspapers Tokio sind für einige Tage im Südsudan, um ihrer Zeitung eine aktuelle Reportage über die Wasserprojekte von AAR Japan und das Leben in Kapoeta zu liefern. Der Clou: sie haben ein Foto-Permit aus Juba ! Damit fällt gar nicht auf, wenn noch jemand hellhäutiges dort rumspringt und fotografiert
Wer etwas empfindlich ist, sollte sich die nachfolgenden Fotos sparen und wegklicken !
Der ganze Ort steht Kopf zu Ehren des Governors
Kinder der Kuleu Lights Academy, ein Kindergarten und eine Grundschule, die von einer anglikanischen Mission unterstützt wird, werden vor dem GOSS Headquarter in Reih und Glied aufgestellt
Perfekt !
Einmarsch der Gladiatoren
Auch die Primary School schickt eine Abordnung
Die Veranstaltung ist gut besucht -
Militär und Polizei sorgen für Ordnung
Gebannt schauen die Menschen dem Spektakel zu
Der Governor, wohnhaft an seinem Regierungssitzt in Torit, der Hauptstadt von Eastern Equatoria, ist gebürtig aus Kapoeta und vom Stamme der Toposa.
Ihm zu Ehren wird nach alter Tradition ein Rind geopfert -
gefesselt liegt dieses arme Vieh vor dem Rathaus ...
... sicherlich ahnend, dass dies seine letzten Atemzüge sein sollen.
Ab und zu wird kontrolliert, ob das Tier noch lebt -
die Augen rollen hin und her ...
Hiroyuki bei der Arbeit
Ich verziehe mich etwas nach hinten, diese Nähe muss ich jetzt nicht haben.
Die Machete saust hinunter -
und mit einem schnellen Bauchschnitt wird die Kuh langsam ins Jenseits befördert
Während die Kuh dahinscheidet, springt Lobong Lojoro und mit ihm die Offiziellen laut "rrrrrrrrrrrrriiiiirrrrrrrrrrrrrriiiiirrrrrrrrrrrrrriiiii" schreiend über das dahinsiechende Tier
Der Geist des Tieres lebt so in den Menschen, die in diesem Moment darüber springen, weiter und verheißt Stärke und Glück. Merkwürdige Sitten - ich stehe leicht schockiert und fassungslos am Rand, und überlege, wie Angela Merkel sich wohl bei einem Staatsbesuch in Kapoeta verhalten wird. Aber dieses Ritual scheint man nur für Angehörige der Toposa zu zelebrieren ...
Die Kuh wird derweil weggeschleppt, geschlachtet und das Fleisch dem Dorf zur Verfügung gestellt
Am 2. Oktober war Lobong Lojoro übrigens "groß" in der Presse:
Parliament summons governor over alleged link to “militias” in South Sudan und heute Toposa community condemns allegation against E. Equatoria governor.
So ganz sauber scheint seine Weste nicht zu sein, trotz eingefangenem Kuhgeist muss er sich nun in Juba erklären.
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Birgitt
- Moderator
- Beiträge: 35204
- Registriert: Di 2. Aug 2005, 22:52
- Wohnort: NRW / Südl. Rheinland
- Kontaktdaten:
Südsudan - Kapoeta Mission Hospital - Besuch im Krankenhaus
Lieber Kuno,Kuno hat geschrieben:[Aus gewoehnlicherweise gut informierter Quelle, die jedoch anonym bleiben moechte, hat man erfahren koennen, dass Birgitt mit ihren Reiseberichten so elend lange braucht, weil sie immer den Viren und Bazillen hinterherrennt und sich mit dem Zeugs so intensiv beschaeftigt.]
"unsere" Japaner haben im Anschluss an den Empfang vom Governor noch einen Termin im Krankenhaus. Um dich nicht zu enttäuschen, fahre ich mit
Kapoeta Mission Hospital, kurz KMH -
das Krankenhaus der katholischen Diözese von Torit
Dr. Kareem erwartet uns bereits ...
... und gibt uns eine kleine Einführung in das Gesundheitswesen von Südsudan, speziell Kapoeta.
KMH - seit 10 Jahren in Betrieb - ist mit einer Kapazität von 60 Betten für ein Einzugsgebiet von ca. 490.000 Menschen ausgelegt. Die monatliche Patientenzahl schwankt zwischen 150 und 200. Betreut werden hier hauptsächlich Tuberkulose- und Aids-Patienten.
Die Leistungen umfassen die vollständige klinische Versorgung von Patienten (indoor und outdoor), Schwangerschaftskontrolle/Geburtsvorbereitung, Immunisierung, Gesundheitserziehung, Laboruntersuchungen, Tuberkulose-Management, Schulungen u.a. für Betreuung von Leprapatienten.
Es stehen keine speziellen Operationsräume zur Verfügung, größere Operationen können nur im ca. 15 km entfernten Krankenhaus (in Richtung Juba) durchgeführt werden.
Aktuelle Epidemien -
eine Übersichtstafel hängt in Kareems Büro.
Malaria ist in Kapoeta saisonal ein Thema, ein dauerhaftes Thema hingegen sind Kala Azar und Brucellose. Die Sterblichkeit insbesondere bei Heranwachsenden aufgrund Brucellose ist hoch, Auslöser ist der Verzehr infizierter tierischer Produkte (nicht durchgegartes Rindfleisch, Milch).
Anmeldung, Rezeption und Warenannahme -
gleichzeitig Warteraum ...
Es stapeln sich Medikamentenkartons aus Dänemark
Spezielle Wartezimmer gibt es keine, Stühle nur wenige. Die Menschen sind gewohnt auf der Erde zu sitzen
Kareem und seine Mitarbeiter zeigen uns alle Abteilungen -
hier das Labor
Ein Baby wird versorgt. Es ist stark dehydriert und seine Augen bereits eingefallen
Die Wände in den Fluren sind tapeziert mit Hinweisschildern zur Aids-Prävention
Tuberkulosestation -
letzte Türe rechts ...
... nicht etwa isoliert, wie wir das hier kennen, sondern frei zugänglich für jeden.
Auch für uns. Fenster und Türen stehen offen, damit die Kranken etwas Luftzug verspüren.
Eine Klimaanlage gibt es nicht.
Krankenzimmer -
in dieser Reihe ist nur ein Bett belegt.
Wieso?
Weil alle Kranken, wenn sie sich auch nur einen Hauch noch bewegen können, um das Krankenhaus herum unter den Bäumen liegen. Auf der Erde. Im Dreck. Sie sind das gewöhnt, in einem Bett und in einem geschlossenen Raum sind sie nicht glücklich.
Am anderen Ende des Geländes ist die Krankenhausapotheke - untergebracht in einem abschließbaren Container. Es gibt diverse Impfstoffe, die fachgerecht in einem großen und modernen Kühlschrank lagern.
Der Apotheker erläutert uns sein Repertoire
Das Medikamentenlager -
auf den ersten Blick scheint reichlich vorhanden.
Aber auch nur auf den ersten Blick.
Kareem macht seinem Unmut Luft und zeigt uns, dass mind. 80 % der Medikamente abgelaufen sind, das Haltbarkeitsdatum ist teilweise deutlich überschritten. Wie kann es dazu kommen?
Das Gesundheitswesen in Südsudan sieht vor, dass Krankenhäuser 2 x im Jahr mit Medikamenten beliefert werden. Die Medikamentenliste wird vom Government in Juba festgelegt, d.h. hier kommen Medikamente an, die teilweise überhaupt nicht benötigt werden, während dringend benötigte Medikamente das Krankenhaus nicht erreichen. Kareem hofft, dass er sich eines Tages durchsetzen kann gegen die Regierungsstellen und nach seiner Order bedarfsgerecht beliefert wird.
Als wir uns verabschieden, fährt gerade die Ambulanz vor und bringt neue Patienten




