Es ist erstaunlich, wie schnell man vergisst. Vor einem Vierteljahrhundert ging der libanesische Bürgerkrieg zu Ende. Ich erinnere mich noch, dass man damals von Ost- und Westbeirut sprach und es eine Demarkationslinie gab. Aber was wurde zwischenzeitlich aus dem Land im Mittleren Osten? Eignet sich der Libanon sogar für uns Individualtouristen?
Es wird Zeit, es herauszufinden. Ich buche einen Flug von Düsseldorf nach Beirut und bereite mich darauf vor, ein neues Land kennenzulernen.
Anreise
Es gibt nicht viele Fluggesellschaften, die Beirut direkt anfliegen. Teilweise muss man ein oder zweimal umsteigen, was zu einer Gesamtflugdauer von bis zu 23 Stunden führt. Die Fluggesellschaft Germania ist im Libanon gut aufgestellt und bietet Direktflüge an. Ich wähle die Germania als meinen „Carrier“.
Sicherheitslage
Das Auswärtige Amt schreibt u.a.:
Sicherlich haben die Reisehinweise des Auswärtigen Amts ihren Sinn und sind vor allem für den unbedarften Reisenden, der gewöhnlich seine Pauschalreise am Strand von Bibione verbringt gedacht. Ein Reisender, der Erfahrung mit Reisen in diese Länder hat, kann diese Orte ohne Probleme besuchen. Eine gewisse Vorsicht und Einhaltung von bestimmten Regeln vorausgesetzt. Ich selbst habe einen Teil Tripolis mit einer organisierten Tour besucht. Ebenso habe ich Baalbek zu Fuß durchstreift, ohne auf irgendwelche Probleme zu stoßen. Ganz im Gegenteil. Ich begegnete ausschließlich freundlichen und kontaktfreudigen Menschen. Dennoch gibt es Stadtteile, die ich nachts nicht notwendigerweise besuchen würde. Diese Einstellung kann aber durchaus subjektiv sein.
Mit Nachdruck gewarnt wird vor Reisen
- in den Nordlibanon (Stadt und Kreis Tripoli…
oder
Dringend abgeraten wird von Reisen
- in die restliche Bekaa-Ebene einschließlich der touristischen Stätten von Baalbek;
- in die Gebiete südlich des Litani (mit Ausnahme der Stadt Tyros) einschließlich des Grenzgebiets zu Israel;
-in die südlichen Vororte Beiruts (sog. Dahiye).
Der Libanon ist Ziel von vielen syrischen Flüchtlingen. Derzeit befinden sich ca. 1 Millionen Flüchtlinge im Libanon, bei einer libanesischen Einwohnerzahl von 5,8 Millionen. Zum Vergleich: würde man alle Flüchtlinge in Deutschland in Berlin unterbringen, hätten wir dort das gleiche Verhältnis Flüchtlinge/Einwohner.
Im Libanon existieren auch zahlreiche palästinensische Flüchtlingslager, die unter palästinensischer Verwaltung stehen. Teilweise kann man diese Camps besuchen. Man sollte dies aber nicht alleine tun und auf auffälliges Fotografieren sollte verzichtet werden, da man sonst unter Umständen Probleme bekommen könnte.
Der Libanon steht an dritter Stelle in Bezug auf Staatsverschuldung. Teilweise verursacht durch die bewegte Geschichte, teilweise durch die korrupte Regierung, was sich gelegentlich in den zahlreichen Grafities manifestiert.

Tatsache allerdings ist, dass die Fahrt mit dem Taxi ein Abenteuer werden kann.
Ich habe selten ein Land bereist, das so vielfältig ist wie der Libanon. Das Land beherbergt 18 verschiedene Religionsgemeinschaften. Neben arabisch kann man sich gut mit Englisch und Französisch verständigen. Das Besondere an der Verständigung: Fällt einem eine Vokabel in der einen Sprache nicht ein, wechselt man eben zur nächsten Sprache.
Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind teilweise enorm.
Von Ferrari und Maserati bis zur Schrottkarosse bewegt sich alles auf den Straßen.

Aus architektonischer Sicht können die Unterschiede nicht größer sein. Das höchste und modernste Gebäude in Beirut steht in Mitten alter Gebäude. Moderne Architektur wechselt mit alten Gebäuden, in denen noch die Einschußlöcher von Granat- und Gewehrfeuer zu sehen sind.

Der Libanon bietet nicht nur historisches aus diesem Jahrhundert. Gut erhaltene römische Bauwerke, wie hier z.B. in Baalbek und die eindrucksvolle Landschaft runden das Bild ab.

So lade ich euch nun ein, mir auf eine Reise in ein besonderes Land zu folgen…


















































































































































