Äthiopien | Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Moderator: Moderatoren
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Hallo Steffen,
tolle Bilder und Videos, ja 2011 war es wesentlich beschaulicher...
tolle Bilder und Videos, ja 2011 war es wesentlich beschaulicher...
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
Rolf
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Hallo Steffen
Ich habe ein Bild von der Caldera aus dem Jahr 2008 gefunden. Es ist in Wikipedia veröffentlicht und stammt nach den Angaben dort von einem filippo jean. Laut licence darf man mit diesen Angaben ein Bild aus Wikipedia in ein Forum einstellen. Dies nur, um dem Vorwurf einer Copyrightverletzung entgegenzutreten.
Hier das Bild:
Nun meine Frage an Dich: An welcher Stelle der Caldera war Euer Beobachtungsplatz?
Sepp
Ich habe ein Bild von der Caldera aus dem Jahr 2008 gefunden. Es ist in Wikipedia veröffentlicht und stammt nach den Angaben dort von einem filippo jean. Laut licence darf man mit diesen Angaben ein Bild aus Wikipedia in ein Forum einstellen. Dies nur, um dem Vorwurf einer Copyrightverletzung entgegenzutreten.
Hier das Bild:
Nun meine Frage an Dich: An welcher Stelle der Caldera war Euer Beobachtungsplatz?
Sepp
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Hallo Sepp
ich habe mal im Bild etwas gezeichnet. Das Foto hat fast eine sehr gute Nordausrichtung (Süden unten, Norden oben). Die Ausflussrichtung nach Süden ist klar erkennbar.
Das Kratercamp ist in der kleinen Kurve links und lässt sich auch wunderbar in google maps erkennen. Der kleine helle senkrechte Streifen ist der Abstieg zum Schlot. Die südliche Verlängerung des Camps geht auf ein höheres Kliff, welches durch den gelben Pfeil markiert ist. Die Kante ist sehr brüchig.
Der helle Bereich links des gelben Pfeils ist auch aus der Entfernung und vom Base Camp zu sehen. Das wird aus der Ferne gern fälschlicherweise für Rauch der Kaldera gehalten.
Der Schlot mit dem eigentlichen Lavasee ist in dieser Aufnahme ziemlich groß und auch leicht erhoben im Gelände. In der Aufnahme von Cheldon 2011 ist der Schlot nur noch 50 m im Durchmesser. Das ist auch der Zeitraum der Aufnahme in Google Maps und Google Earth. Bing-Kartendienst ist da noch etwas detaillierter. Ich bin 2014 und 2015 vom Kratercamp den kurzen steilen Abstieg in die Kaldera runter und dann die ca. 250 m bis zum Schlot mit meiner Gruppe gelaufen. Momentan nicht möglich, wie Ihr gesehen habt. Erstmal auf dem Kraterrand bleiben und hoffen, dass weiter Schauspiel geliefert wird. Ein Freund ist heute gerade zu einer Danakil-Tour aufgebrochen. Ich werde dann in zwei Wochen wissen, was sich da getan hat.
ich habe mal im Bild etwas gezeichnet. Das Foto hat fast eine sehr gute Nordausrichtung (Süden unten, Norden oben). Die Ausflussrichtung nach Süden ist klar erkennbar.
Das Kratercamp ist in der kleinen Kurve links und lässt sich auch wunderbar in google maps erkennen. Der kleine helle senkrechte Streifen ist der Abstieg zum Schlot. Die südliche Verlängerung des Camps geht auf ein höheres Kliff, welches durch den gelben Pfeil markiert ist. Die Kante ist sehr brüchig.
Der helle Bereich links des gelben Pfeils ist auch aus der Entfernung und vom Base Camp zu sehen. Das wird aus der Ferne gern fälschlicherweise für Rauch der Kaldera gehalten.
Der Schlot mit dem eigentlichen Lavasee ist in dieser Aufnahme ziemlich groß und auch leicht erhoben im Gelände. In der Aufnahme von Cheldon 2011 ist der Schlot nur noch 50 m im Durchmesser. Das ist auch der Zeitraum der Aufnahme in Google Maps und Google Earth. Bing-Kartendienst ist da noch etwas detaillierter. Ich bin 2014 und 2015 vom Kratercamp den kurzen steilen Abstieg in die Kaldera runter und dann die ca. 250 m bis zum Schlot mit meiner Gruppe gelaufen. Momentan nicht möglich, wie Ihr gesehen habt. Erstmal auf dem Kraterrand bleiben und hoffen, dass weiter Schauspiel geliefert wird. Ein Freund ist heute gerade zu einer Danakil-Tour aufgebrochen. Ich werde dann in zwei Wochen wissen, was sich da getan hat.
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Danke Steffen für die Auskunft
Damit beantwortet sich auch die Frage, welcher der beiden Krater den überlaufenden Lavasee hat: Der vordere, kleinere Krater.
Erkläre doch einmal kurz die Organisation Deiner Reisen dorthin. Machst Du das über eine spezialisierte Reiseagentur oder privat ?
Und eine weitere Frage zur Vulkanologie. Stimmt die sich aufdrängende Ansicht, dass so ein Lavasee ein Indiz ist für einen durchgängigen flüssigen Lavatunnel zur darunterliegenden Magmablase und dass es sich wie bei einem artesischen Brunnen verhält, aus dem die Flüssigkeit austritt, wenn der Druck im Untergrund den hydrostatischen Druck der Flüssigkeitssäule übersteigt.
Sepp
Damit beantwortet sich auch die Frage, welcher der beiden Krater den überlaufenden Lavasee hat: Der vordere, kleinere Krater.
Erkläre doch einmal kurz die Organisation Deiner Reisen dorthin. Machst Du das über eine spezialisierte Reiseagentur oder privat ?
Und eine weitere Frage zur Vulkanologie. Stimmt die sich aufdrängende Ansicht, dass so ein Lavasee ein Indiz ist für einen durchgängigen flüssigen Lavatunnel zur darunterliegenden Magmablase und dass es sich wie bei einem artesischen Brunnen verhält, aus dem die Flüssigkeit austritt, wenn der Druck im Untergrund den hydrostatischen Druck der Flüssigkeitssäule übersteigt.
Sepp
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Der hintere der beiden Krater raucht zwar meist etwas mehr, aber die Besucheraktivitäten orientieren sich nahezu immer auf den vorderen Krater.Der Ertale ist ein Schildvulkan, welches für eine sehr heiße Magma/Lava spricht. Die heiße (ca. 1450 K siehe auch: http://onlinelibrary.wiley.com/store/10 ... nvenience.) und damit sehr dünnflüssige Lava kann viel weiter fließen, bevor sie zähflüssig wird. Das war auf den Videos eindrücklich zu sehen. Der Ertale ist ständig dabei durch "sanftes" brodeln im Schlot den Druck abzubauen. Sollte durch erdinnere Prozesse der Druck ansteigen, dann entspannte der Ertale sich nach oben. Da keine dicken Propfen zähflüssigen oder festen Magmas den Schlot verstopfen geht das im Rahmen der Möglichkeiten meist sehr gesittet von Statten. Als wir da waren, war seit Wochen etwas mehr Druck drauf und es floss mehr. Der Vergleich mit einem arthesischen Brunnen ist funktionell nicht ganz falsch.
Die NASA hat mittlerweile auch ein Landsat-Bild zum Geschehen gepostet: https://www.volcanodiscovery.com/erta_a ... -site.html
Wie organisiere ich die Reisen? Da ich einerseits Archäologe (Sudanarchäologe und Ägyptologe) und andererseits Informatiker bin, verdiene ich mein Geld vorrangig mit IT-relevanten Dienstleistungen und Entwicklungen. Google Earth ist ja jedermann bekannt. Der Vorgänger namens Terravision wurde in Berlin entwickelt und ich war Mitglied in diesem Team. Ich schaffe es soweit ganz gut meine IT als auch archäologischen Vorlieben miteinander zu verbinden. Manchmal lehre ich Studenten, wie man aus Artefakten im Museum per 3D-Scan digitale Rekonstruktionen usw. erstellt. usw. usf.
Die Expeditionen sind für mich eher eine seelische Freistellung vom Digitalen. Als Archäologe kann ich natürlich viel knowhow vor Ort einbringen. Neben Dabuka in Cairo (ehemals viel Gilf Kebir), Orientaltours in Frankfurt (Doppeldeckertouren AN-2 im Sudan) bin ich auch ab und zu für Diamir in Dresden tätig. Pro Jahr mach ich nicht mehr als 2-3 Touren als wissenschaftlicher Reiseleiter. Ab und zu entwickle ich eigene Touren, welche dann vom Veranstalter angeboten werden. Darunter waren dann Pilottouren in Westäthiopien (mittlerweile regulär im Programm) und Adaptionen der Danakil-Tour (zukünftig wahrscheinlich mit Abstecher nach Somaliland, und eine Sondertour der Danakil-Tour mit starkem Fokus auf Ur-und Frühgeschichte (Lucy, Felsbilder, Steinabschlagplätze in der Danakil, ...)) und dann gibt es natürlich weitere Ideen, welche nächstes Jahr (nicht nur in Äthiopien) ein paar wirklich schöne Schmankerl bereit halten.
Die Danakil-Tour von Diamir findet Ihr unter:https://www.diamir.de/start/reise/grupp ... nakil.html (an die Admins, wenn es zuviel Werbung ist, dann bitte entfernen)
Einmal in der Saison bin ich der Vortänzer (im wahrsten Sinne, da ich mit Musik reise
) in der Danakil und konnte bisher immer ein paar Besonderheiten zeigen und einbauen. Da ich auch noch im Vorstand der Gesellschaft zur Förderung von Museen in Äthiopien http://www.museums-in-ethiopia.org/ bin und wir in Wukro 2015 ein Museum gebaut und eröffnet haben, ist es mir ein Herzenswunsch auch diese Themen in ihrer Vielfalt den Mitreisenden zu präsentieren.
Selbstverständlich kann man sich das auch selber vor Ort organisieren. In Mekelle oder Semera muss man sich Permits und Begleitung (Polizei und Afarführer) besorgen. Oder man hängt sich an andere selbstorganisierende Gruppen ran (aber auch die müssen das besorgen). Mit Diamir hat man alles rund rum organisiert und hat in der Tour gleich noch die Highlights Harar (UNESCO) und Djibouti dabei. Ist also etwas bequemer und man kann in den Geniessermodus schalten, da andere sich um das Drumherum kümmern. In Äthiopien gibt es natürlich auch viele tour operator (zB. Greenland, ...), welche einem andere passende Pakete schnüren können. Jedem wie er es mag und möchte.
Ein schönes Rest WE
Steffen
Muss jetzt erst einmal die GPS-Tracks säubern und ordnen und dann meinen Mitreisenden zur Verfügung stellen.
Die NASA hat mittlerweile auch ein Landsat-Bild zum Geschehen gepostet: https://www.volcanodiscovery.com/erta_a ... -site.html
Wie organisiere ich die Reisen? Da ich einerseits Archäologe (Sudanarchäologe und Ägyptologe) und andererseits Informatiker bin, verdiene ich mein Geld vorrangig mit IT-relevanten Dienstleistungen und Entwicklungen. Google Earth ist ja jedermann bekannt. Der Vorgänger namens Terravision wurde in Berlin entwickelt und ich war Mitglied in diesem Team. Ich schaffe es soweit ganz gut meine IT als auch archäologischen Vorlieben miteinander zu verbinden. Manchmal lehre ich Studenten, wie man aus Artefakten im Museum per 3D-Scan digitale Rekonstruktionen usw. erstellt. usw. usf.
Die Expeditionen sind für mich eher eine seelische Freistellung vom Digitalen. Als Archäologe kann ich natürlich viel knowhow vor Ort einbringen. Neben Dabuka in Cairo (ehemals viel Gilf Kebir), Orientaltours in Frankfurt (Doppeldeckertouren AN-2 im Sudan) bin ich auch ab und zu für Diamir in Dresden tätig. Pro Jahr mach ich nicht mehr als 2-3 Touren als wissenschaftlicher Reiseleiter. Ab und zu entwickle ich eigene Touren, welche dann vom Veranstalter angeboten werden. Darunter waren dann Pilottouren in Westäthiopien (mittlerweile regulär im Programm) und Adaptionen der Danakil-Tour (zukünftig wahrscheinlich mit Abstecher nach Somaliland, und eine Sondertour der Danakil-Tour mit starkem Fokus auf Ur-und Frühgeschichte (Lucy, Felsbilder, Steinabschlagplätze in der Danakil, ...)) und dann gibt es natürlich weitere Ideen, welche nächstes Jahr (nicht nur in Äthiopien) ein paar wirklich schöne Schmankerl bereit halten.
Die Danakil-Tour von Diamir findet Ihr unter:https://www.diamir.de/start/reise/grupp ... nakil.html (an die Admins, wenn es zuviel Werbung ist, dann bitte entfernen)
Einmal in der Saison bin ich der Vortänzer (im wahrsten Sinne, da ich mit Musik reise
Selbstverständlich kann man sich das auch selber vor Ort organisieren. In Mekelle oder Semera muss man sich Permits und Begleitung (Polizei und Afarführer) besorgen. Oder man hängt sich an andere selbstorganisierende Gruppen ran (aber auch die müssen das besorgen). Mit Diamir hat man alles rund rum organisiert und hat in der Tour gleich noch die Highlights Harar (UNESCO) und Djibouti dabei. Ist also etwas bequemer und man kann in den Geniessermodus schalten, da andere sich um das Drumherum kümmern. In Äthiopien gibt es natürlich auch viele tour operator (zB. Greenland, ...), welche einem andere passende Pakete schnüren können. Jedem wie er es mag und möchte.
Ein schönes Rest WE
Steffen
Muss jetzt erst einmal die GPS-Tracks säubern und ordnen und dann meinen Mitreisenden zur Verfügung stellen.
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Hallo Steffen
Hast Du schon Neuigkeiten vom Erta ale? Dein Bekannter schon zurück aus der Danakil-Region?
Sepp
Hast Du schon Neuigkeiten vom Erta ale? Dein Bekannter schon zurück aus der Danakil-Region?
Sepp
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Hallo Sepp,
habe heute einen ausführlichen Bericht bekommen.
Der neue Kraterberg scheint fleissig aber mit minderer und manchmal nur sporadischer Aktivität Lava auszuspucken.
Das Kratercamp ist nicht mehr betretbar bzw. gesperrt. Wahrscheinlich zerstört (konnte aber nicht verifiziert werden). Das Militär lässt niemanden mehr dorthin.
Es wurde ein neues Zwischencamp am Hang eingerichtet. Aufstieg vom Basiscamp ca. 3 h. Keien Hütten, aber Krale aus 3-lagigen Steinreihen im Gelände gebaut. Bis dorthin kann man mit Kamle aufsteigen. Von da dauert der Weg durchs Gelände (ohne Kamel!) ca. 1 h. Scheint ein neuer Weg zu sein. Die Gruppe ist auch immer mal in alte Lavaplatten eingebrochen. Wo genau die am Kraterrand hochgekommen sind, war nicht klar. Es sind aber etwa 500 m Abstand zum neuen Kraterberg. Mit Tele konnte man sich aber ran zoomen. Es liessen sich immer mal wieder längere Lavaströme sehen und einiges an Glutlinien in der Dunkelheit. Trotzdem natürlich etwas anders. Man wird sehen wie sich das entwickelt.
Der Besuch beim Sonnenaufgang war gestrichen, da das anscheinend nicht mehr ins Zeitbudget passte.
Wenn ich bilde rbekomme, riche ich die nach
Steffen
habe heute einen ausführlichen Bericht bekommen.
Der neue Kraterberg scheint fleissig aber mit minderer und manchmal nur sporadischer Aktivität Lava auszuspucken.
Das Kratercamp ist nicht mehr betretbar bzw. gesperrt. Wahrscheinlich zerstört (konnte aber nicht verifiziert werden). Das Militär lässt niemanden mehr dorthin.
Es wurde ein neues Zwischencamp am Hang eingerichtet. Aufstieg vom Basiscamp ca. 3 h. Keien Hütten, aber Krale aus 3-lagigen Steinreihen im Gelände gebaut. Bis dorthin kann man mit Kamle aufsteigen. Von da dauert der Weg durchs Gelände (ohne Kamel!) ca. 1 h. Scheint ein neuer Weg zu sein. Die Gruppe ist auch immer mal in alte Lavaplatten eingebrochen. Wo genau die am Kraterrand hochgekommen sind, war nicht klar. Es sind aber etwa 500 m Abstand zum neuen Kraterberg. Mit Tele konnte man sich aber ran zoomen. Es liessen sich immer mal wieder längere Lavaströme sehen und einiges an Glutlinien in der Dunkelheit. Trotzdem natürlich etwas anders. Man wird sehen wie sich das entwickelt.
Der Besuch beim Sonnenaufgang war gestrichen, da das anscheinend nicht mehr ins Zeitbudget passte.
Wenn ich bilde rbekomme, riche ich die nach
Steffen
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Hallo allerseits,
ich werde Ende Oktober wieder am Ertale sein und gebe dann Bericht wie es da aussieht.
Vielleicht schaffe ich auch mal einen kompletten Reisebeitrag zu schreiben.
Frohes Schaffen
Steffen
ich werde Ende Oktober wieder am Ertale sein und gebe dann Bericht wie es da aussieht.
Vielleicht schaffe ich auch mal einen kompletten Reisebeitrag zu schreiben.
Frohes Schaffen
Steffen
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Ist zwar schon zwei Jahre her, seit wir dort waren, aber vielleicht interessiert unseren Reisebericht ja dennoch den einen oder anderen von euch.
https://sonderzugnachbasel.wordpress.co ... -der-welt/
https://sonderzugnachbasel.wordpress.co ... -der-welt/
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Hallo Steffen
Unser großes Interesse wird Dich begleiten.
Darf bzw. kann man dort mit einem Quadrokopter filmen? Damit hätte man einen besseren Überblick. Technisch funktionieren die kleinen Dinger für 2000 Euro schon verdammt gut und wegen der zusammenklappbaren Motorausleger und Propeller ergibt sich ein erstaunlich kleines Packmaß, locker im Koffer mitzunehmen. Okay, das Nachladen leerer Akkus dürfte dort unten ein Problem sein.
Darf man solche Spionagegeräte überhaupt legal ins Land mitnehmen?
An guenz ein Dankeschön für den interessanten Reisebericht.
Sepp
Unser großes Interesse wird Dich begleiten.
Darf bzw. kann man dort mit einem Quadrokopter filmen? Damit hätte man einen besseren Überblick. Technisch funktionieren die kleinen Dinger für 2000 Euro schon verdammt gut und wegen der zusammenklappbaren Motorausleger und Propeller ergibt sich ein erstaunlich kleines Packmaß, locker im Koffer mitzunehmen. Okay, das Nachladen leerer Akkus dürfte dort unten ein Problem sein.
Darf man solche Spionagegeräte überhaupt legal ins Land mitnehmen?
An guenz ein Dankeschön für den interessanten Reisebericht.
Sepp
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Hallo Sepp,
ich habe oftmals eine Drohne mit, wenn ich etwas abgelegener unterwegs bin.
Auf dem Ertale ist bisher immer recht frischer Wind unterwegs gewesen. Da ist dann schon heftig Drift angesagt.
Nachts ist es eher ungünstig, da das Gelände nur punktuell begehbar und übersehbar war/ist. zum Sonnenaufgang kommt meist auch eine frische Brise und man kann dann zwar mehr sehen, aber schlechter fliegen. Die Drohne war also schon mit oben, kam aber dort nicht zum Einsatz. Wenn man mal 2-3 Tage oben wäre, dann findet sich sicherlich ein gutes Zeitfenster für einen Drohnenflug. Ein Flächenmodell wäre hier die bessere Wahl. Aber auch da ist Tageslicht sehr empfehlenswert.
Das Militär ist auch meist etwas nervös da oben.
Erlaubnis?
Theoretisch ja. Einreise über Addis und Grenzübergang nach Djibouti und zurück kein Problem.
Rückflug von Mekelle nach Addis dann fast das Desaster. Der Security Chef am Mekelle Airport schaukelte sich gleich hoch. Er war der Meinung, dass die Drohne nicht legal in Äthiopien sein konnte. Er konnte intellektuell auch nicht verstehen, dass ich nicht von Addis nach Mekelle geflogen bin und jetzt zurück will. Die reale Geschichte, dass ich über Djibouti wieder eingereist bin, wurde von ihm vehement verneint. Unmöglich. Stempel im Pass gezeigt. Hm. Nochmal Geschichte erzählt. Wieder nein. Stempel im Pass .......
Also erstmal fest gesetzt und es entwickelte sich eine immer lauter und gestenreicher werdende Diskussion. So doof ist mir schon lange keiner mehr gekommen. Irgendwann glitzerte dann langsam ein Gedanke beim "Security"-Typen durch, dass er etwas über das Ziel hinaus geschossen ist. Anruf beim Boss. Salomonische Entscheidung: Akku ausbauen und sollte ins große Gepäck. Das war aber schon aufgegeben. Also zwei schwerbewaffnete Kollegen brachten mich durch alle relevanten Sicherheitsbereiche des Flughafens zum Gepäck. Akkus rein. Und damit ich nichts verpasse, Rückweg durch alle anderen relevanten Bereiche. Also schwer was erlebt. Dann wieder bei der schon sehr unruhigen Gruppe gelandet. 10 min später wieder die Kollegen mit Waffe, ob ich nochmal mit Drohne mitkommen kann. Also von der Gruppe "final" verabschiedet und zum security check. Da ein Haufen Flughafenmitarbeiter und der Securitytyp fragte, ob wir die Drohne nochmal durch die Apparatur schieben können, damit die anderen mal sehen, wie das aussieht. Puuhhhh. Mittlerweile grüßen wir uns freundlich am Flughafen, wenn ich da vorbei komme.
Also kann man davon ausgehen, dass jeder Provinz"fürst" durchaus mal seine Macht ausspielen will. Und dann kann es schwer werden, wenn etwas Zeitdruck besteht.
Im Sudan/Djibouti nie Probleme gehabt. Ägypten besser gar nicht daran denken. Da brennt gleich die Luft, wenn man nicht lexikondicke Permits mit sich rumschleppt. Und selbst dann ist Panik.
Na mal sehen. Vielleicht ist die Maverick dann doch mal wieder im Gepäck. Schön klein im Packmaß.
Was größeres würde ich touristisch nicht mitnehmen, da es bei behördlicher Überreaktion schon ein herber Verlust wäre.
Ich gebe Bescheid und werde Euch mit Bildern versorgen.
Steffen
PS: Im November bin ich dann nochmal in einer ganz anderen Ecke ausserhalb Afrikas mit ebenfalls Wüste unterwegs. Da läuft seit einem Monat die Anfrage für eine Permit zum Drohnenflug. Aber auch ohne Drohne werden es sicherlich Euch begeisternde Bilder und Berichte werden. Muss ja schon langsam die Vorspannung und Aufgeregtheit bei Euch schüren.

PPS: @guenz ein sehr schön geschriebener Bericht, den ich gut nachvollziehen kann.
ich habe oftmals eine Drohne mit, wenn ich etwas abgelegener unterwegs bin.
Auf dem Ertale ist bisher immer recht frischer Wind unterwegs gewesen. Da ist dann schon heftig Drift angesagt.
Nachts ist es eher ungünstig, da das Gelände nur punktuell begehbar und übersehbar war/ist. zum Sonnenaufgang kommt meist auch eine frische Brise und man kann dann zwar mehr sehen, aber schlechter fliegen. Die Drohne war also schon mit oben, kam aber dort nicht zum Einsatz. Wenn man mal 2-3 Tage oben wäre, dann findet sich sicherlich ein gutes Zeitfenster für einen Drohnenflug. Ein Flächenmodell wäre hier die bessere Wahl. Aber auch da ist Tageslicht sehr empfehlenswert.
Das Militär ist auch meist etwas nervös da oben.
Erlaubnis?
Theoretisch ja. Einreise über Addis und Grenzübergang nach Djibouti und zurück kein Problem.
Rückflug von Mekelle nach Addis dann fast das Desaster. Der Security Chef am Mekelle Airport schaukelte sich gleich hoch. Er war der Meinung, dass die Drohne nicht legal in Äthiopien sein konnte. Er konnte intellektuell auch nicht verstehen, dass ich nicht von Addis nach Mekelle geflogen bin und jetzt zurück will. Die reale Geschichte, dass ich über Djibouti wieder eingereist bin, wurde von ihm vehement verneint. Unmöglich. Stempel im Pass gezeigt. Hm. Nochmal Geschichte erzählt. Wieder nein. Stempel im Pass .......
Also erstmal fest gesetzt und es entwickelte sich eine immer lauter und gestenreicher werdende Diskussion. So doof ist mir schon lange keiner mehr gekommen. Irgendwann glitzerte dann langsam ein Gedanke beim "Security"-Typen durch, dass er etwas über das Ziel hinaus geschossen ist. Anruf beim Boss. Salomonische Entscheidung: Akku ausbauen und sollte ins große Gepäck. Das war aber schon aufgegeben. Also zwei schwerbewaffnete Kollegen brachten mich durch alle relevanten Sicherheitsbereiche des Flughafens zum Gepäck. Akkus rein. Und damit ich nichts verpasse, Rückweg durch alle anderen relevanten Bereiche. Also schwer was erlebt. Dann wieder bei der schon sehr unruhigen Gruppe gelandet. 10 min später wieder die Kollegen mit Waffe, ob ich nochmal mit Drohne mitkommen kann. Also von der Gruppe "final" verabschiedet und zum security check. Da ein Haufen Flughafenmitarbeiter und der Securitytyp fragte, ob wir die Drohne nochmal durch die Apparatur schieben können, damit die anderen mal sehen, wie das aussieht. Puuhhhh. Mittlerweile grüßen wir uns freundlich am Flughafen, wenn ich da vorbei komme.
Also kann man davon ausgehen, dass jeder Provinz"fürst" durchaus mal seine Macht ausspielen will. Und dann kann es schwer werden, wenn etwas Zeitdruck besteht.
Im Sudan/Djibouti nie Probleme gehabt. Ägypten besser gar nicht daran denken. Da brennt gleich die Luft, wenn man nicht lexikondicke Permits mit sich rumschleppt. Und selbst dann ist Panik.
Na mal sehen. Vielleicht ist die Maverick dann doch mal wieder im Gepäck. Schön klein im Packmaß.
Was größeres würde ich touristisch nicht mitnehmen, da es bei behördlicher Überreaktion schon ein herber Verlust wäre.
Ich gebe Bescheid und werde Euch mit Bildern versorgen.
Steffen
PS: Im November bin ich dann nochmal in einer ganz anderen Ecke ausserhalb Afrikas mit ebenfalls Wüste unterwegs. Da läuft seit einem Monat die Anfrage für eine Permit zum Drohnenflug. Aber auch ohne Drohne werden es sicherlich Euch begeisternde Bilder und Berichte werden. Muss ja schon langsam die Vorspannung und Aufgeregtheit bei Euch schüren.
PPS: @guenz ein sehr schön geschriebener Bericht, den ich gut nachvollziehen kann.
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Schon mal vorab:
Ertale steht noch und kann begangen werden. War vor knapp einer Woche oben und wir konnten tief in die Caldera schauen und das Brodeln sehen. Große -weithin sichtbare- Rauchwolken. Gasmaske ist ratsam.
Das Thema Drohnen sollte man mittlerweile in Äthiopien tunlichst vermeiden. Total crazy!!!
Vielleicht schaffe ich es heute Nacht etwas längeres zu schreiben und Bilder rein zu stellen.
Da ich ab Freitag für zwei Wochen in Saudi-Arabien im zickzack unterwegs bin, muss ich aber erstmal die anderen Sachen vorbereiten.
Also bis baldigst.
Feurige Grüße
Steffen
Ertale steht noch und kann begangen werden. War vor knapp einer Woche oben und wir konnten tief in die Caldera schauen und das Brodeln sehen. Große -weithin sichtbare- Rauchwolken. Gasmaske ist ratsam.
Das Thema Drohnen sollte man mittlerweile in Äthiopien tunlichst vermeiden. Total crazy!!!
Vielleicht schaffe ich es heute Nacht etwas längeres zu schreiben und Bilder rein zu stellen.
Da ich ab Freitag für zwei Wochen in Saudi-Arabien im zickzack unterwegs bin, muss ich aber erstmal die anderen Sachen vorbereiten.
Also bis baldigst.
Feurige Grüße
Steffen
Re: Äthiopien - Ertale - Ausbruch - Caldera ist nicht mehr
Oh man, hab erst kuerzlich Ertale gecancelt (auf dem Weg nach Tansania in Januar)
Wenn du das schoene
Gruss, M.




