dietmar.peter hat geschrieben:... Ich versuche ihm verständlich zu machen, daß er in der Nacht hier bleiben müsse- ich würde ihn bezahlen! Denn allein ohne Schutz können uns Toposa ausrauben und umbringen! Er isst, trinkt -und stimmt zu! „ 10.000 kSh pro Nacht- und wenn wir zehn Nächte hier liegen, sind daß 100.000,00 kSh, die ich zwar nicht hier habe, aber dann fahren wir zusammen zurück nach Narus!“ ...
Wieviel wolltest du ihm bezahlen? 100 €uro die Nacht?
dietmar.peter hat geschrieben:... Wir unterhalten uns noch zwanzig Minuten, gebe ein Kilo Bonbon als Wegzehrung ...
Verteilst du deine Bonbons kiloweise? Wieviel Kilo hast du dabei?
Bisher fährst du ja immer von Nairobi über Lodwar und Lokki nach Südsudan. Wie schätzt du die ca. 300 km von Grenze Uganda (Nimule) nach Juba ein? Hast du Infos? Weißt du etwas zum Nimule National Park?
ich danke Euch für das Interesse, das Ihr meinem Bericht entgegengebracht habt und auch für das Lob, das ich genossen habe.
Es ist ja nicht einfach etwas niederzuschreiben, was eventuell von allgemeinem Interesse sein könnte. Es dient einzig der Vermittlung von Eindrücken und Fakten und eine Orientierungshilfe für Interessierte.
Roger, Deine Frage kann ich nicht beantworten. Sicherlich wirst Du mir abnehmen, daß ich sie mir schon lange und immer wieder gestellt habe.
Die Motivation ist eindeutig: das Menschen- und Naturerlebnis in der verbliebenen Ursprünglichkeit! Jedoch das Bewegtwerden dazu wird sich entweder aus den Genen oder dem Verhaltensmuster ergeben, daß sich eingeschliffen hat. Wahrscheinlich aus dem Letzteren. Da gibt es kein Entrinnen!
Wie bereits schon einmal im Forum erwähnt, war dieses die 46.te Fahrt nach Afrika oder in Afrika, jeweils etwa zwei Monate. Also 46 Jahre, jedes Jahr! Zunächst 25 Mal durch Sahara gefahren (13 Fahrten)-allein mit einem Auto- zunächst acht Mal mit VW-Bus (30 PS) und danach mit LR bis zu unserem schweren bewaffneten Überfall 50 km hinter Tessalit/Mali am 08.05.1991.
1993 sind wir dann von Berlin mit Toyota und Unimog nach Kufra gefahren und von dort über Gilf Kebir und Selima an den Nil und waren dann wohl die ersten in Äthiopien nach Mengistu Haile Mariam.
Das Auto stand zweimal in Khartoum, zweimal in Addis und dann die letzten zwölf Jahre in Nairobi.
Nicht nur die frühen Saharafahrten mit Westafrika sondern insbesondere das fast ursprüngliche Äthiopien, das wir von Kenia aus dann mit zwölf Fahrten besucht hatten, hinterlassen Prägungen, die in einer Liebensbeziehung nicht tiefer sein können.
Es gibt auch Zusammenhänge zwischen Erfahrung und Sensibilität ("Wenn Ihrs nicht fühlt, Ihr werdets nie erfahren!")
Das ist dann ganz anders, als wenn man hin und wieder einmal fährt.
Dafür kenne ich nur Afrika und nur mit Auto und haben noch nie eine Pauschalreise unternommen, wonach man sich manchmal sehnt, aber ich könnte die Enttäuschung nicht ertragen.
Die Ängste, die diesmal hochkamen und sich in Alpträumen manifestierten, waren begründet in der wöchenlichen Einnahme von Lariam, was ich eigentlich bei meinen dreimaligen Malariaanfällen gut vertragen hatte, ohne Herzattacken und sowas. Aber eine Ärztin in Wau/SS bestätigte mir dann nocheinmal, daß das typische Zeichen der Lariam Einnahme seien.
Ich weiß auch, daß die Situationen und Umstände in Afrika oft zu romantisch gesehen werden. Auch damit gehe ich seit Jahren mit mir ins Gericht, aber es half nichts!
Bedenken machen mir aber vermehrt die Überfälle, die in scheinbar in Qualität ablaufen.
Während man früher bei einem bewaffneten Überfall, um heil davon zu kommen, drei Fragen stellen mußte:
1. willst Du was zu essen? 2. willst Du Geld? oder willst Du mein Auto?-
werden die Überfallenen vermehrt ausgeraubt und dann noch erschossen, um keine Zeugen zu hinterlassen.
Siggi, und deshalb sind 100 $/Tag nicht zu viel -denn wenn Du weniger gibst, kann es auch Dein Tod sein! Ich habe mir angewöhnt, immer mit einer gehörigen Portion Geld im Brustbeutel zu fahren, den ich dann geben kann -zu wenig, würde die Situation erheblich verschärfen.
Nur durch diese 100$/Tag konnte ich verhindern, daß er uns nachts überfällt und ausraubt, um an mehr zu kommen!
Ja, ein Kilo Bonbon, von 10kg, die ich immer mit habe, wovon ich oft den größten Teil entsorge. Ich weiß um die Problematik mit Karies, aber immer noch besser als der andere westliche Kram von Plastikuhren, Klamotten, etc.
Du weißt, daß ich nur die Strecke von Kenia aus nach SS kenne, die wegen der sehr schlechten Piste und den Überfällen fast ich nur noch fahre. Da begegnet man etwa zwei bis drei Fahrzeuge am Tag, während über Gulu/Uganda-Limule 95% des Handelsverkehrs abgewickelt wird.
Da gibt es keine Überfälle mehr und die LRA ist auch weit weg!
Die Piste wird auch gerade gemacht, jedenfalls von Juba nach Limule waren die ersten 30 km schon fertig-wahrscheinlich wird sie auch geteert.
Den Park kenne ich nicht.
Achim, damit sind auch Deine Fragen mit beantwortet. Der Toyota hat zwar deutsche Kennzeichen aber keinen TÜV und daher gibt es auch keine internationale Zulassung mehr, die man aber nicht mehr braucht.
Versicherung muß sowieso im jeweiligen Land abgeschlossen werden und das carnet ist obligatorisch.
Trotz allem werde wir wohl wieder nach Südsudan fahren, event. mit Karamojong-Gebiet/Uganda (Start Mitte Dezember 2010).
Beste Grüße
dietmar
ich habe schon geahnt, dass Du meine Fragen nicht beantworten kannst - ich wollte nur sicher sein!
Die Antwort findet sich fuer mich ohnehin in Deinem Text. Nicht in den Fakten, sondern in Deiner Auseinandersetzung mit den Fakten; in der Art, wie sie Dich begleiten.
Es ist alles sehr verstaendlich - so wie es ist!
hallo dietmar du schreibst ja, dass du über uganda in den südsudan fahren willst
bekommt man auch in uganda (kampala) ein "visum" für den südsudan oder geht das ausschließlich in nairobi?
hast du da eine idee?
vg uwe
Hallo Uwet,
das weiß ich leider nicht, kann es nur vermuten, daß es in Kampala ein Goss-Büro gibt. Ich werde es erst im dec. in Nairobi erfahren, wenn ich dort nachfragen werde.
Schau auch einmal "Sahel mit südlichen Anrainern" Südsudan-Road-Tax, Visa und Travel-Permit
Gruß
dietmar
in der November-Ausgabe der National Geographic ist ein äußerst interessanter Artikel von Matthew Teague mit einer Fotostrecke von George Steinmetz, der mir sofort wieder die Bilder deiner Reise ins Gedächtnis gerufen hat. Wir haben den Artikel bereits in unsere Linksammlung im Presseclub zum Thema Südsudan - ein neuer Staat auf der Weltkarte? aufgenommen. Aber hier passt er thematisch auch sehr schön:
dein toyo kommt mir bekannt vor. kann es sein, das wir uns dez./jan.1998 in nordkenia begegnet sind.
abebe ein äthiopier war bei dir auf dem auto. wir sind in der chalbi versumpft und dein hinteres differential hatte den geist aufgegeben.
gruss uwe
Hallo Uwe,
natürlich ist das noch der Toyo und wir haben oft daran gedacht in dem vergangenen Jahrzehnt, wie ich vor allem hoffnungslos eingebrochen war, weil ich zu langsam Euch hinterhergefahren bin und vorallem an die schweißtreibende Arbeit des Ausgrabens. Wir versuchen gerade uns an weitere Einzelheiten zu erinnern. Daß Abebe dabei war, wußte ich nicht mehr, aber Waltraud hatte es noch drauf. Ihr wart drei und einen brachtet Ihr noch mit Malaria und Ruhr ins Marsabiter Hospital.
Viellleicht kannst Du mich mal privat anmailen oder dort Deine TelNr. hinterlassen, damit wir das Forum nicht mit Persönlichem vollschreiben.
Gruß
dietmar
durch Zufall lese ich seit langem mal wieder in diesem Forum und bin auf die Beiträge über den Süd-Sudan gestoßen. Da ich dieses Jahr dort für 6 Monate als Militärbeobachter im Rahmen von UNMIS eingesetzt war, hat mich die Überschrift neugierig gemacht und ich habe die Reiseberichte sowie die Kommentare dazu gelesen.
Zusammenfassend kann ich nur sagen: Ich kann mich nur wundern!!!!!!!! Für den Südsudan existieren seit langem Reisewarnungen des AA. Diese Reisewarnungen existieren nicht ohne Grund. Der Südsudan hat keinerlei funktionierende staatliche Ordnungsmacht. Selbst Soldaten und Polizisten zögern nicht ihre Waffe einzusetzen, um sich persönliche Vorteile zu beschaffen.
Der Autor dieser "Reiseberichte" fährt jedoch nicht nur einmal - sondern mehrfach innerhalb kurzer Zeit in diese Gegend, um uns dann reißerische Sätze wie: ".........saßen wir gegen 17 Uhr am Auto als plötzlich fünf, sechs, sieben Gewehrschüsse herüberhallten, dort drüben von der Schule in 200 m Entfernung. Ich sprang auf –„schnell hinter den Container“ schrie ich im Aufspringen Waltraud zu und im Nu waren wir die sechs, sieben Meter nach hinten gerannt- als mit lautem Zischen eine Granate in fünf bis zehn Metern durch die Büsche an uns vorbeischoß. „Schnell in den Container!“ , der mit seinen dicken Schamottsteinen eingemauert besten Schutz vor Einschüssen gab. Nach Sekunden der Ruhe, die die Fassungslosigkeit dem Menschen auferlegt, hob ein kreischendes Schreien an, ...." usw. zu präsentieren.
WAS SOLL DAS????? Das ist kein Reisebericht, sondern reißerisches Effekthaschen.
Und zu meinem Entsetzen finde ich dann auch noch Antworten wie: "...Sieben Sterne von sieben möglichen, Dietmar.
Best Tourbericht ever..." und weitere. Ich konnte nur eine einzige Antwort finden, die etwas kritisch hinterfragt, ob die Sätze "... No go area ...." - die effektheischend sehr häufig eingebaut sind - denn für den Autor nicht gelten würden.
Ich reise auch gern - und sicherlich nicht in die Strandhotels von Mallorca.
Allerdings hat Reisen doch auch wohl immer noch etwas mit Verantwortungsbewusstsein zu tun. Und Dieses scheint mir bei "dietmar.peter" nicht (oder nicht mehr) vorhanden zu sein. Mit seinen Fahrten bringt er nicht nur sich in unkalkulierbare Gefahren, sondern auch viele weitere Menschen (z.B. die Nonnen etc. von Missionsstationen in die er sich flüchtet. Wenn z.B. ein betrunkener Soldat - leider ein Regelfall - von der SPLA sich in den Kopf setzt, dass ihm der Toyota gefällt, würde er ggf. nicht zögern, in die Station einzudringen.)
Allerdings vermisse ich dieses Verantwortungsbewusstsein nicht nur bei "dietmar.peter" - sondern auch bei denen, die ihm "zujubeln". Bitte denkt auch mal ein bißchen nach. Durch solche "anerkennenden Kommentare" fühlen sich die "dietmar.peter"s dieser Welt auch noch bestätigt.
Und kommt es dann zum "worst case", darf sich gerne das AA einschalten und diese Leute versuchen herauszuholen. Ist ja immer gut, solch eine Rückversicherung zu haben. (Und der Einwand: "Mir braucht keiner zu helfen - ich kann mir selber helfen!" zählt nicht. Das AA MUSS nämlich helfen.)
Im Übrigen war ich im angeblich so "ruhigem YEI" eingesetzt. Während meiner Einsatzzeit durften wir mehrere Minenopfer bestätigen (ein "sehr schöner Anblick" - hätte sich in dem Bericht von "dietmar.peter" auch noch gut gemacht) und allein in dem "ruhigem YEI" hat es in dieser kurzen Zeit 9 Tote (die, die uns berichtet wurden) durch Überfälle gegeben. Ein MilOb-Kamerad wurde aus dem weißen UN-Fahrzeug mit vorgehaltener Waffe zum Aussteigen genötigt, für ca. 24 Stunden von betrunkenen SPLA-Soldaten festgehalten, zusammengeschlagen und getreten, bepisst, ....
Von 22 in YEI ansässigen Hilfsorganisationen wurden seit 2009 bereits mehr als 15 ausgeraubt - glücklicherweise bisher ohne Tote.
Im August sind Dinka-Soldaten aus einer lokalen SPLA-Einheit desertiert, haben ihren Brigadekommandeur und weitere Vorgesetzte erschossen und sind dann marodierend durch YEI gezogen. Ca. 80 Häuser gingen in Flammen auf und eine mir unbekannte Zahl von Menschen wurde getötet.
Sorry - aber hier hat ein Reisender definitiv nichts zu suchen. Und auch die "Sehnsucht nach Afrika" kann da nicht als Argument herangezogen werden.
schulligung aber echte jubelschreie kann ich hier nicht finden.
eine reise die wohl kaum einer hier machen würde also wirds auch nicht als "vorbild" dienen.
dennoch finde ich und wohl auch viele andere die infos lesenswert und ob jemand eine solche reise unternehmen möchte sollte auch weiterhin ihm selbst überlassen bleiben.
das warum/wieso weshalb jemand in gebiete dieser art reisen mag und will maße ich mir nicht an zu beurteilen oder schlimmer noch wie du zu verurteilen.das überlasse ich der springer presse.
Frank_A hat geschrieben:Im Übrigen war ich im angeblich so "ruhigem YEI" eingesetzt. Während meiner Einsatzzeit durften wir mehrere Minenopfer bestätigen (ein "sehr schöner Anblick" - hätte sich in dem Bericht von "dietmar.peter" auch noch gut gemacht) und allein in dem "ruhigem YEI" hat es in dieser kurzen Zeit 9 Tote (die, die uns berichtet wurden) durch Überfälle gegeben. Ein MilOb-Kamerad wurde aus dem weißen UN-Fahrzeug mit vorgehaltener Waffe zum Aussteigen genötigt, für ca. 24 Stunden von betrunkenen SPLA-Soldaten festgehalten, zusammengeschlagen und getreten, bepisst, ....
Frank, du verwendst weiter oben sehr gerne den Begriff "effekthascherisch"... ...den koennte man vielleicht aber auch auf deine Darstellung anwenden. Ich muss mir wohl den Ausgangsbericht noch einmal lesen - nur um mir mein Bild zu machen.
Frank_A hat geschrieben:Von 22 in YEI ansässigen Hilfsorganisationen wurden seit 2009 bereits mehr als 15 ausgeraubt - glücklicherweise bisher ohne Tote.
Frank, was muss man jetzt daraus schliessen: Wurden die jeweils komplett ausgeraubt und mittellos zurueckgelassen? Was sind das eigentlich fuer Organisationen? Wurden jeweils einzelne Leute von desen Organisationen beraubt, Bueros gepluendert oder einige der allseits beliebten "NGO-Cruiser" weggenommen.
Frank; mich wuerde es einmal interessieren, was die Militaerbeobachter "dort unten" machen bzw. bewirken. Falls es nicht irgendeiner militaerischen Geheimhaltung unterliegt, koenntest du doch eventuell hier einen aufuehrlichen Bericht einstellen.
Wenn's denn soweit sein sollte, dann wuerde ich mich eventuell erdreisten ein paar kritische Fragen zu stellen - laienhafte natuerlich - welche du mit deinen Antworten dann sicher gleich ins rechte Licht ruecken kannst.
ich denke auf Deine Frage zu den Militärbeobachtern brauch ich nicht mehr antworten, da darüber ja ein neuer Threadgestartet wurde.
Nur soviel: In dem Thread wird überlegt, ob MilObs missionieren. Das ist definitiv keine Aufgabe der Militärbeobachter. Schließlich ist absolute Neutralität eine Grundvoraussetzung. Es ist darüberhinaus keine Aufgabe der MilObs, in irgendeiner Weise aktiv in Geschehen einzugreifen. Schließlich würde auch das die Neutralität verletzen. Um diese zu wahren, sind z.B. immer 2 "National monitors" (einer vom Norden und einer vom Süden) mit auf den Patrouillen dabei. Es wird beobachtet und berichtet. Aufgrund der Berichte wird höheren Orts ggf. gehandelt. Der Militärbeobachter versieht seinen Dienst darüberhinaus absolut unbewaffnet. Diese Waffenlosigkeit und anerkannte Neutralität ist im Gegenteil sein einziger und größter Schutz. (Nur: Wie man aus meinem ersten Eintrag lesen konnte, klappt das leider nicht immer.)
Mein Absatz über die Situation in YEI: Ja - im weitesten Sinne könnte man mir da auch die von mir kritisierte "effekthascherei" unterstellen. Ich habe auch lange überlegt, ob ich den Absatz schreibe. Letzendlich habe ich mich aber dafür entschieden weil "dietmar.peter" ganz zu Beginn dieses Threads (Eintrag vom 18.06.2009: gleich erster und zweiter Satz) schreibt, dass er in der "relativ sicheren Gegend" unterwegs war und dabei auch direkt auf die Ortschaft YEI verwiesen hat. Und da war es mir dann doch wichtig zu schreiben, was dort "relativ sicher" ist.
Überfallene Hilfsorganisationen: Wie mir dort berichtet wurde, sind in bzw. um YEI 22 Hilfsorganisationen mit lokalen HQs vertreten (ich lege allerdings meine Hand für diese Zahl nicht ins Feuer). Viele dieser Büros wurden ausgeraubt. Schließlich ist lediglich ein Bambuszaun herum und ein "local" (mit "local" treffe ich übrigens keine Wertung: Die lokalen Beschäftigten bezeichnen sich selbst so) arbeitet als "Wächter", um das Tor zu schließen bzw. zu öffnen. Diese Wächter sind unbewaffnet - darüberhinaus haben sehr viele der Hilfsorganisationen christlichen Background und würden auch keine Waffen auf ihrem Territorium dulden. Gleichzeitig ist aber eigentlich in jeder dieser "HQs" eine verlockende Geldkassette bzw. andere brauchbare Gegenstände.
Darüberhinaus verlief in unserer Teamsite eigentlich kein einziges morningbriefing, in dem nicht wieder berichtet wurde, dass KFz von Hilfsorganisationen angehalten und ausgeraubt wurden.
Die dort vertretenden Hilfsorganisationen haben im übrigen absolut nichts mit der UN-Mission UNMIS zu tun. Im Gegenteil: Viele sträuben sich sogar gegen regelmässige Meetings in denen Informationen u.a. über die aktuelle Sicherheitslage ausgetauscht werden. ("God will safe me!")
Abschließend: Ja - grundsätzlich sollte jeder reisen können wohin er will. Allerdings habe ich Probleme damit: Erstens das bewusste Eingehen des Risikos obwohl vom AA die entsprechenden Warnungen existieren und im Fall des Falles MUSS das AA aktiv werden (und die Wenigsten, die "Rausgeholt" werden, übernehmen dann anschließend die GESAMTEN Kosten) und dann auch noch Zweitens in einem Bericht immer wieder darauf hinweist, wie gefährlich die ganze Sache ist und man doch um Himmels willen dort nicht hinfahren soll. Gleichzeitig sich aber außen vorstellt. Wie häufig kommt in seinen Berichten der Hinweis bzw. die Worte: "No go area", "Todesangst", "Schüsse", "Bier", ... vor?? Und dann sogar die einfachsten Regeln außen vorlässt: Solche Strecken fährt nie ein Auto allein. Habe einen Sprachmittler/Führer dabei. Die freuen sich auch, wenn der neugierige "Coacha" (Lautsprache/-schrift für: Der Weiße/Weißhäutige) nicht nur Bilder macht (die zugegebenermaßen schön und beeindruckend sind), sondern auch eine Möglichkeit zum Geldverdienen gibt.